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Kamikazekatze
Beleuchter
Joined: 25 Nov 2004
Posts: 58
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Ja, es ist der gleiche Benedikt, nein er ist nicht tot (jedenfalls nicht hier).
Aufmerksamen Lesern wird hier was auffallen, was diese Benediktfrage auch beantwortet... *hint* Ich glaube Kapitel 10 von Rachel's Geschichte *hint* ;o)
ciao
Kamikatze
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Eram, quod es; eris, quod sum. |
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Kamikazekatze
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Sup... uuund weiter gehts... Mehr Kapitel sind erstmal nich fertig, den rest mus sich jetzt nach und nach weiterschreiben ^^
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Harmondale: Von Buchseiten und Freundschaften
Kapitel II
"Ich verstehe... So denn, ich werde dir ni..." Der Rest des Satzes ging in einem feierlichen Gebrüll unter. Lyrius warf einen flüchtigen Blick zum Kernpunkt des heute etwas gefüllteren Gasthauses, welches schon den ganzen Abend lang mit einer stark fröhlichen Stimmung ausgeschmückt war.
Dort am Tresen stand Desmond, der - wohlbemerkt neue - Bürgermeister von Minoc, und gab eine Runde nach der anderen aus, was darauf schließen lies, dass es irgendetwas zu feiern gab und zudem auch die ungewöhnliche Fülle des Gasthauses erklärte. Desmond bemerkte Lyrius' Blick und hob breit grinsend die Hand. Lyrius konnte zwar nicht unterscheiden, ob Desmond ihn nun grüßte oder einlud, aber das interessierte Lyrius gerade wenig. Er hob nur leicht die Hand um den - womöglichen - Gruß zu erwidern und wandte seine Aufmerksamkeit wieder voll und ganz Diana zu.
"Ich versichere dir, egal wie du dich entscheidest, ich werde dir weder im Wege stehen noch jegliche Hilfe verweigern, aber die Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen. Du alleine musst sie treffen und vor allem auch hinter ihr stehen."
Diana schwieg einen Moment, während sie über die Worte von Magister Lyrius nachdachte und nickte dann schlussendlich. "Danke, Magister Lyrius, für euren Rat. Ich werde euch Bescheid geben wie ich mich entschieden habe."
Lyrius hob die Hand in einer Geste die soviel aussagte wie 'Nicht der Rede wert' und Diana verabschiedete sich von ihm mit einem leichten Knicks, was Lyrius ein kaum erkennbares Lächeln entlockte. Diana wandte sich ab und begab sich auf die - recht schnell erfolgreiche - Suche nach einem 'stillen' Ort, wo sie in Ruhe nachdenken konnte.
Es dauerte eine Weile, bis sich ihre Gedanken geklärt und sie ihre volle Konzentration erreicht hatte, um in einem Trance-ähnlichen Zustand über ihr weiteres Vorgehen entscheiden zu können. Sie atmete tief ein und aus, fokussierte ihre Gedanken und schon bald war der Tavernenlärm ihr nicht mehr gegenwärtig und wahrnehmbar...
'Wie sollte sie sich entscheiden?' war der Kernpunkt ihrer spirituellen Entscheidungssuche.
Sie lebte bisher ein angenehmes und ruhiges, ja eigentlich schönes Leben, wenn sie von einigen Dingen absah. Ihre Kindheit war nicht die Leichteste. Nur wenige Kinder wagten es mit Diana zu spielen und ständig wurde sie auf der Straße von den anderen Menschen mit skeptischen Blicken angesehen.
Für die Anderen war sie nicht Diana, sondern das Mädchen mit den blauen Haaren. Manchmal konnte sie sogar die Mütter zu ihren Kindern sprechen hören. "Hütet euch vor dem Mädchen mit den blauen Haaren" sagten sie und zogen ihre Kinder schnell weg oder hielten schützend ihre Hand vor deren Gesichtern wenn Diana vorbeiging. Es war schwer für Diana gewesen, aber sie nahm es hin.
Ihr Vater redete kaum mit Diana und ging einfach seiner Arbeit nach um seine Familie zu ernähren, doch zu ihrer Mutter hatte sie ein stärkeres Band. Ihre Mutter verteidigte Diana und stand zu ihr wie jede Mutter zu ihren Kindern stehen würde, doch die Antipathie gegen Diana traf ihre Mutter in voller Stärke, woran sie eines Tages zerbrach.
Was dann geschah sorgte nicht nur für neuen Gesprächsstoff für die Leute, sondern weichte die Antipathie Diana gegenüber auf und wurde teilweise mit Mitleid ersetzt. Dies änderte jedoch nichts daran, dass nur wenige Kinder mit ihr spielten, aber dafür hörten die verachtenden und skeptischen Blicke auf wenn sie durch die Straßen schlenderte. Hinter vorgehaltener Hand erzählte man sich was geschah, wenn man sich sicher wahr, dass weder Diana noch ihr Vater in der Nähe waren...
Sarah betrat die Taverne und war nur leicht überrascht über die Fülle dieser. Desmond wurde heute zum Bürgermeister gewählt, obgleich er ironischer Weise nicht zu den beliebtesten Bürger Minocs gehörte. Aber durch die Runden die er hier ausgab, versuchte er wohl auch dieses 'Hindernis' aus dem Weg zu räumen. Sarah interessierte es nicht, wie Desmond die Wahl gewonnen hat, denn wenn alles nach Plan verläuft war sie am Morgen des nächsten Tages eh nicht mehr hier in Minoc.
Da sie wusste, dass sie weder Diana noch Lyrius im Zentrum dieses lautstarken Getümmels finden würde, lenkte sie ihren Blick davon ab und sucht die Beiden am Rande des Geschehens und somit auch am Rande der Taverne.
Nach einer Weile entdeckte sie Magister Lyrius, konnte aber Diana nicht in seiner Nähe ausfindig machen, so dass sie den Blick weiter schweifen ließ. Ihre Mühe sollte nicht unbelohnt bleiben, denn nur nach kurzer Zeit erblickte sie auch Diana, auffällig durch ihr helles blaues Haar. Ohne einen weiteren Moment zu zögern machte sie sich auf und kämpfte sich durch die Menge, bis sie bei Diana ankam.
"Dia..." fing sie an, unterbrach sich aber schnell als sie erkannte, dass Diana mit geschlossenen Augen dort saß. Sarah hatte dies schon öfters bei Diana beobachtet und wusste, dass sie Diana einfach nicht stören sollte, da Diana noch nicht fertig war mit dem Nachdenken.
Mit einem Lächeln und entspannten Gefühlen holte sie sich einen Stuhl heran und setzte sich Diana gegenüber hin. Sie würde zwar auch ohne Diana losziehen, aber insgeheim hoffte sie aber, dass Diana mit ihr mitkommt.
"Hast du schon gehört?" begannen sie ihre Sätze "Sie hat sich und ihrem Kind Gift eingeflösst und wie durch ein Wunder hat dieses blauhaarige Mädchen überlebt." Und weiter "Das ist mir ziemlich unheimlich, aber irgendwie tut mir die Kleine nun leid... Wer verliert schon gern seine Mutter?"
Diana war damals sieben Jahre alt. Damals, als sich ihr Schicksal zu drehen begann. Ihre Mutter ertrug alles nicht mehr und wollte sich und ihr das Leben nehmen, was jedoch nur mit dem Tod ihrer Mutter endete. Die Leute begegneten ihr nicht mehr mit dieser Antipathie, sondern ignorierten sie höchstens nur noch. Ihr Vater hingegen verfiel den alkoholischen Gebräuen und scherrte sich noch weniger an Diana, so dass sie nun wirklich allein dastand, bis...
Sie erinnert sich an den Tag als wäre er erst gestern gewesen. Diana versuchte wie schon allzu oft vergebens mit den anderen Kindern zu spielen, doch ohne Erfolg. Schlimmer noch: Eine kleine Gruppe von drei Jungen hatte sich zusammengerottet und umzingelte Diana, als sie gerade dabei war kleinere Gebilde aus Sand zu bauen.
"Sieh mal, das blauhaarige Mädchen!" - "Was macht sie denn hier, das ist doch unser Ort zum Spielen!" - Unsere Mütter haben uns alles von die erzählt!"
Diana sah sich hilflos und leicht ängstlich um, doch diese Jungen versperrten ihr den Blick in alle Richtungen. Die Drei sahen Dianas Reaktion und genossen sie.
"Du hast hier nichts zu suchen, blauhaariges Mädchen!" - "Genau! Verschwinde von hier!" - "Verschwinde!"
Diana richtete sich auf, den ängstlichen Ausdruck in ihrem Gesicht behaltend, und wollte gehen, doch die Jungen machten ihr keinen Platz. Sie wollten gar nicht das Diana ging.
"Warum gehst du nicht?" - "Hast du etwa Angst?" - "Etwa um deine ach-so-wunderschönen Haare?"
Kaum war das Letzte ausgesprochen, packte einer der Jungen schon Diana an den Haaren und zog daran. Diana schrie auf und wollte sich losreißen, doch dadurch schmerzte es nur mehr. Die Drei hatten ihren Spaß daran. Sie zogen an ihrem Haar, schubsten sie herum bis sie zu Boden fiel und spuckten sie an.
"Hört auf!" schrie plötzlich eine hohe Stimme, welche nicht von Diana stammte. Die drei Jungen hielten abrupt inne und wandten sich in die Richtung aus der die Stimme kam und auch Diana - welche gerade auf dem Boden lag - öffnete vorsichtig ein Auge und blickte zu der Person die eben gesprochen hatte. Sie erblickten ein Mädchen, welches ungefähr so alt war wie Diana und langes, welliges Haar von hellbrauner Farbe besaß. Doch im Gegensatz zu Diana war diese Person keineswegs schüchtern oder von wenig Selbstvertrauen, sondern strahlte ihre Standfestigkeit fast förmlich aus.
Die Jungen musterten sie skeptisch und der Größte von ihnen übernahm das Wort. "Bist du etwa eine Freundin von diesem blauhaarigen Mädchen? Lass uns in Ruhe und geh wieder mit deinen Puppen spielen!" Die Jungen fingen alle an dreckig zu lachen und wandten sich wieder Diana zu, welche schon fast instinktiv die Arme vor dem Gesicht verschränkte.
Das Mädchen ballte eine Faust und sprach mit ihrer hohen und energischen Stimme weiter. "Das blauhaarige Mädchen hat auch einen Namen und ich habe wohl nicht deutlich gesprochen... Ich sagte ihr sollt sie in Ruhe lassen!"
Mit einem gespielten Seufzen drehte sich der Größte der Jungen um und ging auf das Mädchen zu. "Hör mal, was wir mit dem blauhaarigen Mädchen machen kann dir gestohlen bleiben, das ist unsere Sache." Die anderen Jungen grinsten hämisch, während Diana immer noch auf dem Boden zwischen den Beiden kauerte. "Und es wäre wirklich besser für dich, wenn du jetzt wieder zu dir nach Hause gehst und weiter mit deinen Pup-"
Der Schlag erfolgte schnell und traf ihn überraschend und unvorbereitet. Er taumelte zurücke, stolperte und landete rücklings im Sand. Staub wirbelte auf und er fasste sich an sein Kinn, welches höllisch schmerzte. Die anderen Jungen und Diana hatten einen fassungslosen Blick aufgesetzt und sie alle schauten zu dem Mädchen mit den welligen Haaren. Sie stand da und rührte sich nicht, den rechten Arm nach oben gestreckt, die Hand zur Faust geballt. Sie hob langsam den Kopf und sah dem Anführer der Jungengruppe mit einem leicht wütenden Blick an.
"Ich spiele nicht mit Puppen und ich sage es nur noch ein einziges Mal: Lasst das Mädchen in Ruhe."
Die Jungs bei Diana warteten nicht lange und machten schnell, dass sie davon kamen. Der Anführer brauchte einen Moment um zu begreifen, bevor er sich aufrappelte und genauso schnell wie seine Freunde das Weite suchte.
Mit einem zufriedenen Lächeln sah das Mädchen den Jungen nach und ging dann zu Diana um ihr dann mit einem freundlicherem Lächeln aufzuhelfen.
"Ich hoffe sie haben dir nicht doll wehgetan. Ich heiße Sarah und du?"
Diana lächelte unsicher und antwortete zögernd. "Diana."
"So Diana, das macht uns wohl dann zu Freundinnen, oder?"
Diana war damals acht Jahre alt gewesen und Sarah neun. Es entwickelte sich tatsächlich eine starke Bindung zwischen ihnen und sie unternahmen viele Dinge fast nur noch zusammen. Sarah stammte aus einem kleinem Dorf nordöstlich von Minoc. Sie wusste nicht wer ihre Mutter ist, da diese früh verstorben ist, und ist erst vor Kurzem mit ihrem Vater - Schmied von Beruf - nach Minoc gezogen. Sie durchlebten eine schöne Zeit und nichts konnte sie beide voneinander trennen.
Gerade mal ein Jahr später erreichte Magister Lyrius mit einem größerem Zug angespannter Karren die Stadt und benannte - nach einer kurzen Unterredung mit dem alten Bürgermeister - ein größeres leerstehendes Gebäude als sein eigen. Die Karren hatten Hunderte oder gar Tausende von Büchern und Schriftrollen geladen, welche alle in diesem Gebäude eingelagert wurden. Dies war der Tag an dem die Bibliothek von Minoc erschaffen wurde von Magister Lyrius.
Diana fühlte sich von Anfang an zu diesem Gebäude angezogen und als Magister Lyrius Diana eines Tages dabei ertappte, wie sie versuchte ein Buch zu lesen, nahm er Diana kurzerhand als Schülerin auf. Er lehrte ihr das Schreiben und Lesen und brachte Diana bei, wie sie die in ihr schlummernden Kräfte erwecken, entfalten und nutzen konnte. Sie machte schnelle Fortschritte und war überwältigt von ihren ihr bis dato unbekannten Kräften.
Sie verbrachte mehr und mehr Zeit in der Bibliothek und bei Magister Lyrius. Sie verbesserte ihre Fertigkeiten und war stets bestrebt die Studien weiter fortzusetzen. Dies alles hatte sogar einen weiteren Vorteil, denn die Leute ignorierten sie nun nicht mehr, sondern akzeptierten sie so wie sie war. Da Lyrius ein von Allen stark respektierter Mann war, färbte dies auch auf Diana ab und erleichterte ihr Leben so intensiv, wie sie es sich nie hätte erträumen können...
Sie schloss das spirituelle Erinnern ab.
Das war ihr Leben bisher gewesen und sie hatte heute das stattliche Alter von 16 Jahren... Konnte sie dies alles zurücklassen? Wie solle sie sich entscheiden?
...
Was würde sie zurücklassen?
Eine Stadt, dessen Bewohner sie lange Zeit verachtet haben. Einen Vater, der die örtliche Taverne und deren alkoholischen Gebräue besser kannte als seine eigene Tochter und sich eigentlich kein bisschen für diese interessierte, geschweige denn um sie kümmerte. Das Grab ihrer Mutter, ein Ort schmerzhafter aber ihrer eigenen Erinnerungen. Magister Lyrius, ein Freund, Lehrmeister und Vater für Diana zugleich.
Wie solle sie sich entscheiden?
Der Lärm der Taverne drang wieder an Dianas Ohr und auch den Geruch nahm sie wieder wahr.
Sie öffnete langsam ihre Augen und blickte in das lächelnde Gesicht der ihr gegenüber sitzenden Sarah.
Es verstrichen einige Sekunden des Schweigens zwischen ihnen, bis Diana schließlich die Stille brach.
"Ich komme mit."
#FORTSETZUNG FOLGT#
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ciao
Kamikatze
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Kamikazekatze
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Bin nich dazu gekommen die momentane Hauptstory weiter zu schreiben, dafür habe ich aber innerhalb der letzten 24h eine kleine One-Shot-Story geschrieben
Der Stil selbst war neu für mich, quasi nen Experiment, aber ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. [Man findet sich, glaube ich, aber gut rein in diesen Schreib-Stil]
Es gibt einen Sinn in der Geschichte (also sowas wie "Und die Moral von der Geschichte..."), aber das darf jeder für sich selbst rausfinden
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Die Tür [Arbeitstitel, gegen bessere Vorschläge habe ich nichts , A.d.A.]
Sie stand dort. In der linken Hand die Tasche, links und rechts von ihr das so lang als vertraut geltende Zuhause. Hinter ihr dir Tür, vor ihr stand er. Sie sah zu ihm - nein, starrte schon fast.
Er stand da. Beide Hände an seinen Seiten herabhängend, um ihm herum das vertraute Heim. Vor ihm stand sie, mit dem Tasche in der linken Hand, und hinter ihr war die Tür. Er sah sie an. Er wusste, dass er etwas sagen musste, doch er wusste nicht was. Wusste nicht wie.
Sie wartete. Wartete darauf was er sagen wird und sah ihn dabei mit einem leeren Blick an. Sie war so lange hier gewesen und nun war sie nur einen Schritt entfernt. Die Tür. Sie würde warten können. Jetzt hatte sie Zeit, es machte ihr nichts mehr aus.
Unfähig war er, dass wurde ihm klar. Unfähig zu handeln. Unfähig zu reden. Unfähig zu denken. Er ballte die Fäuste, doch nur halbherzig. Er suchte nach Worten, wollte umschreiben, erklären, es sagen. Doch seine Gedanken verweigertem ihm ihren Dienst, sie drehten sich nur um eins. Die Tür.
Sie bemerkte das Ballen seiner Fäuste. Natürlich bemerkte sie das. Wer solange mit einem Menschen zusammenlebte, lernte auch beobachten... und verstehen. Sie sah ihm an, wie schwer es ihm fiel... Wie er nach Worten versuchte zu greifen, doch diese ihm entwischten wie Fische in einem Bach. Sie dachte eine Weile darüber nach und vergaß einen Moment lang das Geschehen. Die Tür fiel ihr wieder ein. Sie spannte sich innerlich an und – um sich auch selbst zu zwingen sich daran zu erinnern – verstärkte den Griff ihrer linken Hand. Ihre Tasche – Die Tür. Deshalb stand sie hier.
Ihm fiel ihr verstärkter Griff auf. Sie will wirklich hindurch. Er spürte es. Er spürte, dass sie sich nun am liebsten umdrehen und durch die Tür schreiten würde. Raus aus diesem Ort der so lange ihre gemeinsame Zuflucht war. Ihrer beider Zuflucht. Das Gedankenchaos wurde stärker, er musste schnell etwas tun, sonst war sie weg. Für immer. Er musste nur das richtige sagen und es wäre alles in Ordnung. Nur was?
Ihr blieb nicht verborgen, welche Qual ihm dies alles bereitete. Wie schmerzvoll für ihn dies hier ist. Sie wusste genau: Er wollte nicht, dass sie geht. Warum geht sie überhaupt? Es machte ihr Mühe diesen Gedanken zu fassen, bis es ihr wieder einfiel. Es wurde ihr klar wie dumm es eigentlich war und es wurde ihr noch was anderes klar… Sie wollte innerlich gar nicht weg. Sie hat hier solange gelebt – mit ihm – und nun sollte alles vorbei sein? Nein, dass war nicht ihr Wunsch…
Unschlüssig, dass war er. Immer noch unschlüssig. Doch ihm war klar, dass es an ihm liegt ein "gutes" Ende herbeizuführen... Doch wollte sie das überhaupt? Er kam vorhin aus der Küche – nichts ahnend – und sie stand plötzlich da, mit der Tasche in der Hand. Vor der Tür. Warum so plötzlich? Hätte er ahnen müssen, dass es passieren würde? Gab es überhaupt Anzeichen dazu, dass sie Weg will? Obwohl er sich bemühte, konnte er die Tränen nicht zurückhalten.
Seine Tränen überraschten sie und hoben zugleich eine Art Hoffnung in ihr hervor. Es wird alles ein gutes Ende nehmen, da war sie sich jetzt schon sicher. Es gibt nur noch eines was er sagen muss, nur noch eines was er tun muss, und dann wäre dies alles vorbei. Sie entspannte den Griff an der Tasche. Dich brauche ich nicht mehr.
Seine Gedanken haben die Bahn gewechselt. Für ihn gab es keine Alternativen mehr. Egal was er sagen würde, es würde nichts ändern... gar nichts. Und wie sie ihren Griff entspannte – womöglich aus Zufriedenheit, dass er seine Tränen nicht zurück halten konnte. Nein, er würde nichts mehr ändern können...
Sie zitterte leichte, doch sie schaffte es gut, dies unter Kontrolle zu bringen. Auch ihr stiegen die Tränen in die Augen. Sie war ja so dumm gewesen, doch gleich wird alles wieder gut sein und dieser Tag wird als etwas in Erinnerung bleiben, worüber sie später nur noch lachen werden, wenn sie darauf bei einem gemeinsamen Abendessen zurückschauten. Sie machte einen Schritt auf ihm zu...
So ist der Moment nun gekommen? Sollte es also wirklich hier und jetzt enden? Wenn sie es so will, er hat damit kein Problem mehr, aber eines wollte er noch wissen...
Die Freude blockierte ihre Gedanken. Alles wird wieder gut. Alles. Ein weiterer Schritt...
Seine Lippen formten nur ein Wort: "Warum?"
Sie stockte und blieb stehen. "Warum?"? Sie hatte mit allem gerechnet, aber ein "Warum?"? Ihr Griff um die Tasche verstärkte sich. Sie hatte sich in ihm getäuscht. Sie hatte sich geirrt.
Es schwebte ein Moment der Stille über Beide. Er war siegesgewiss, sie einfach nur wütend. Schlussendlich brach sie die Stille.
"Du hast gar nichts verstanden! Gar nichts!" Das Letzte schrie sie fast, während sie bemüht war die Tränen zu unterdrücken. Sie machte kehrt und ging durch die Tür. In die neue Freiheit.
Er stand dort, allein...
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Comments ausdrücklich erwünscht
ciao
Kamikatze
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Kurt
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Posted:
25.05.2005 13:16 |
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den Titel find ich gut. Der Stil ist auch nicht schlecht. Vom Inhalt her würde mich ma interessieren was vorher passiert ist. |
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