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Fan Ficton/Storys by Kamikatze View next topic
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Forum: Community Talk · Replies: 28
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Kamikazekatze
Beleuchter


Joined: 25 Nov 2004
Posts: 58

PostPosted: 06.12.2004 14:50 Reply with quoteBack to top

Soo, wie ich schon in meinem ersten Thread (Vorstellungsthread) geschrieben habe, schreibe ich gerne Geschichte, komme aber leider nicht mehr ganz zeitl. dazu [Prüfungen und so halt] Nun habe ich mir einfach gedacht, mal eine meiner Geschichte hier reinzustellen, so zum wirken lassen und lesen :)

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlich-ähnlichen Welt und es ist meine erste Geschichte ^^" Ich habe mir vor laaaaaaaaaaaaaaaaaanger Zeit mal vorgenommen die ersten 9 Kapitel der Geschichte nochmal zu überlesen und -schreiben, bin aber einfach nich dazu gekommen ^^" Eigentlich ist mir das im Rückblick doch schon etwas peinlich die hier so reinzustellen ^^"

Naja, genug geredet, ich stell sie einfach mal rein. viel Spaß beim Lesen! :)

P.S. Eine sache vielleicht noch: Sollte dies hier das falsche Subforum (Board-chat) sein, so darf ein Admin/Mod das Thema natürlich ins passendere Subforum verschieben [wenn ich danach eine PN mit Wegbeschreibung erhalten würde ;)]

[EDIT]P.P.S. Ich bitte um Verzeihung für die Rechtschreibfehler ^^" wird wirklich Zeit die Geschichte nochmal neu zu schreiben *gomen*

[EDIT2] Nach 2. Durchsicht musste ich feststellen, dass einige Kapitel nicht ganz so geeignet sind für die breite Öffentlichkeit, deshalb ist dieser Post und die zutreffenden dementsprechend makiert.

Einige Kapitel sind als FSK18 einzustufen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel I

Wir lebten auf einem Hügel nahe einem Dorf. Wir besaßen eine größere Holzhütte, die über zwei Stockwerke ging. Diese Hütte stand auf der Spitze eines Hügels inmitten einer Lichtung. Die Lichtung wurde von einem dichten Wald umschlossen, welcher sich bis hinunter ins Tal erstreckte, wo auch das Dorf war.
Früher mußte ich meiner Mutter immer bei der Hausarbeit helfen, während mein Bruder und mein Vater immer im Wald auf der Jagd waren. Ich wollte auch jagen gehen, ich wollte kämpfen, große Monster besiegen, noch größere Schätze erlangen und den armen und schwachen Menschen helfen. Aber mein Vater wollte dies nicht...
Eines Abends, als mein Vater und Bruder wieder zurück waren und wir alle gemeinsam am Tisch saßen und unser karges Abendmahl verzehrten, sprach ich das Thema an.
"Vater, ich möchte das Kämpfen lernen! Ich will große Heldentaten vollbringen! Bring mir bei zu kämpfen, wie du und Jeris!"
"Nein, dass ist nichts für dich. Frauen gehören ins Haus, denn nur dort seid ihr sicher vor all den Gefahren dort draußen. Stimmt doch Schatz oder?", sagte mein Vater.
"Naja, du hast recht..." begann meine Mutter, aber bevor sie den Satz zuende führen konnte unterbrach ich sie "Aber Mutter, dass kannst du nicht sagen! Wir Frauen können uns genauso wehren, wenn wir die Kampfkünste erlernen!"
Doch das war meinem Vater zuviel. "Rachel! Urteile nicht über Sachen die du nicht verstehst... Du wirst die Kampfkünste nie erlernen können!" schrie er fast. Mit diesem Satz war das Thema für ihn beendet, und keiner wagte es noch etwas zu sagen...
Was weder meine Mutter noch mein Vater wußten war, dass ich heimlich geübt habe. Zwar nur an Baumstümpfen, aber diese waren genauso schwer bezwingbar wie ein Monster sicher auch.
Das Abendmahl wurde still beendet und jeder verschwand in seinem Zimmer. Ich nahm mir vor, am nächsten Morgen früher aufzustehen als sonst.

Am nächsten Morgen wachte ich sehr früh auf, genau so wie ich es wollte. Ich kleidete mich schnell ein und stürmte die Treppe hinunter. Unten angekommen sah ich das mein Vater und mein Bruder sich gerade aufmachen wollten um wieder auf die Jagd zu gehen. Ich war keine Minute zu spät. Mein Vater sah ziemlich überrascht aus, dass ich schon so früh wach war.
"Vater, ich will mitkommen mit euch. Zeig mir wie man kämpft!" sagte ich bevor er auch nur zu Wort kam.
Er runzelte die Stirn und entgegnete ganz ruhig "Rachel... Wir haben das Thema gestern abgeschlossen und meine Antwort ist und bleibt Nein".
Ich weiß nicht was zu dem Zeitpunkt in mich gefahren ist, aber ich bin wieder hoch in mein Zimmer gerannt und schrie vor Zorn "Das ist ungerecht!".
Oben angekommen faßte ich schnell meinen Entschluß. Ich stellte meinen Stuhl so unter die Türklinke, dass diese vorerst verriegelt blieb. Ich holte mein Rucksack unter meinem Bett hervor und packte einige wichtige Sachen ein, darunter auch meinen Dolch und ein wenig Gold.
Nachdem ich den Rucksack wieder unter meinem Bett versteckt hatte, nahm ich den Stuhl von der Tür weg, öffnete diese und spähte nach draußen. Es war niemand im Flur zu sehen. Hastig eilte ich zu unserer Essenkammer am anderen Ende des Ganges und verschwand in dieser. Ich nahm hier und da etwas von unseren Vorräten und ging dann wieder zurück in mein Zimmer. Ich schloß=
die Tür und als ich mich herumdrehte um zu meinem Bett und dem darunter liegenden Rucksack zu gehen, traf mich der Schock wie ein Blitz. Mein Vater stand direkt vor meinem Bett und sah mich prüfend an.
"Was machst du denn da mit dem Essen?" fragte mein Vater ganz ruhig, ich bin heute noch erstaunt wie sehr er sich damals unter Kontrolle hatte.
"Ich hatte... Hunger... genau... ich hatte Hunger und deshalb... habe ich mir was zu Essen geholt." stammelte ich und ich wußte sofort das er mir das nicht glauben würde...
"So viel?" war das einzige was er sagte. Leicht verwirrt schaute ich auf meine Arme. Mein Vater hatte Recht, ich habe wirklich viel mitgenommen...
"Ich... ich hatte nun mal großen Hunger", sagte ich mit zittriger Stimme. Ich wußte, jetzt war es aus... er hat mich durchschaut. Doch es kam ganz anders. Zu meiner eigenen Überraschung nickte er bloß und verließ das Zimmer ohne noch irgendwas zu sagen.
Erleichtert atmete ich auf und ging zu meinem Bett um den Rucksack hervorzuholen. Er war verschwunden. Ich stieß einen leisen Fluch aus. Mein Vater hatte meinen Rucksack mitgenommen... Nichtsdestotrotz war ich fest davon überzeugt, dass mein Vorhaben mir gelingen wird.

Später in der Nacht, wir haben schon alle zu Abend gegessen und haben uns zu Bett gelegt, huschte ich leise aus meinem Zimmer. Ich schlich die Treppe hinunter und ging an den Waffenschrank meines Vaters. Erstaunlicherweise lag hier auch mein Rucksack. Ich nahm den Rucksack an mich und nahm mir vor als nächstes einen Besuch in der Essenskammer abzustatten. Nach eifrigen Überlegen entschied ich mich dafür, die alte Armbrust, ein Rundschild und das Kurzschwert mitzunehmen. Ich legte das Schwert an und nahm gerade das Schild in die linke Hand, als auf einmal eine Stimme hinter mir erklang. "Rachel? Was hast du vor?". Ich brauchte mich nicht umdrehen um zu wissen, wer da stand. Ich antwortet ohne ihn eines Blickes zu würdigen "Ich werde losgehen, in die weite Welt ziehen. Ich werde das Kämpfen lernen und das werden, was ich schon seit Jahren werden wollte."
Er kam einige Schritte näher und legte seine Hand auf meine Schulter. "Rachel. Die Welt da draußen ist viel zu gefährlich für dich. Bleib hier bei uns und lebe in Sicherheit."
Mit Tränen in den Augen schüttelte ich den Kopf. "Es tut mir leid, aber ich kann nicht". Mit diesen Worten riss ich mich von ihm los und rannte so schnell ich konnte. "Rachel! Bleib hier!" rief er hinter mir, doch ich lief immer weiter. Die Tränen in meinen Augen erschwerten mir die Sicht. Kurz vor dem Beginn des Waldrandes kam ich ins Straucheln. Ich ließ das Schild aus der Linken fallen, um den Fall mit beiden Händen abzufangen. Ich richtete mich wieder so schnell auf, wie ich gefallen bin und rannte weiter...

Nach 2 Stunden Laufen hielt ich an. Die Sonne fing schon an am Horizont zu erscheinen. Aus dem Wald heraus, sah ich, dass das Dorf nicht mehr weit entfernt war. In einem deutlich langsameren Tempo setzte ich meine Reise fort, denn ich war zu erschöpft, als das ich noch mal so schnell laufen könnte. Ich frage mich selbst heute noch, wie ich dieses Tempo so lange halten konnte.
Im Dorf angekommen merkte ich das erste mal wie hart das Leben sein kann. Ohne Gold wäre ich nie weit gekommen. In meinem Rucksack war etwas Gold, Kleidung und ein Dolch. Ausserdem trug ich noch das Kurzschwert bei mir. Mir fiel auf, dass ich nicht mal Nahrung dabei hatte...
Ich tauschte etwas Kleidung und mein Schwert gegen Nahrung, Gold und einen Platz zum Schlafen.
Der Wirt der Taverne in der ich schlief verriet mir von einer Stadt, nicht unweit vom Dorf, in welcher ich mein Glück versuchen sollte. Er sagte die Stadt hieße Minoc und erklärte mir welcher der sicherste Weg dorthin war.
Am nächsten Morgen bewegte ich mich in die beschriebene Richtung. Bevor ich das Tal verließ blickte ich noch mal zum Dorf hinab. Mein Blick schweifte über die Gegend und blieb genau da stehen wo unsere Holzhütte stand. Es war zu spät um umzukehren und ich hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Als wäre das nicht genug plagte mich mein Gewissen, dass ich einfach von zu Hause weglief und meine Mutter, meinen Bruder und meinen Vater im Stich ließ.
Mit einem Seufzen löste ich meinen Blick von der Holzhütte und schaute in die Richtung in die ich gehen mußte...

"Auf Bald, Mutter. Auf Bald, Bruder. Und auch du Vater, Auf Bald. Ich bin mir sicher, dass ich das Richtige tue..."
Mit diesen Worten warf ich noch einmal einen letzten Blick zurück und schritt los in mein neues Leben.


#FORTSETZUNG FOLGT#

~~~~~~~~~~~~~~~~

Ich hoffe euch hat das 1. Kapitel gefallen :)

ciao
Kamikatze :lach:

Edit by Woody:

Der Boardchat ist als Postplatz ok, sonlange wir dafür kein Unterforum haben, habe nur den Threadtitel verändert! ;)

_________________

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Kamikazekatze
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Joined: 25 Nov 2004
Posts: 58

PostPosted: 10.12.2004 13:03 Reply with quoteBack to top

uuund weiter gehts...

erstmal nen Danke an Woody ^^ [nur so halt ;o)]... wollt es einfach mal sagen *g*

Hoffe die Geschichte gefällt bis hierhin smile

~~~~~

Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel II

Wie ich schon erzählte, brach ich auf Richtung Minoc. Als der Wirt sagte Katzensprung schien er wohl von einer sehr großen Katze zu sprechen. Im Dorf kaufte ich mir nur wenig Proviant und war in diesem Moment eh zu weit vom Dorf entfernt, als das es sich lohnen würde sich noch mal umzudrehen und zurückzugehen. Ich war nun schon 1 Stunde unterwegs gewesen und ich konnte es mir nicht leisten noch mehr Zeit verstreichen zu lassen um etwas Nahrung zu besorgen. Ich konnte nur hoffen, dass ich bald ankomme. Doch dem war nicht so...

Ich wanderte nahezu endlos lange auf diesen Weg. Es war kein Trampelpfad, aber auch keine Straße. Es war eher ein breiter nicht oft, aber auch nicht selten befahrener Weg, der auf beiden Seiten von dichtem Wald begrenzt war und sich zwischen dem Dorf und Minoc befand, sagte der Wirt. Ausserdem sollte er der Sicherste aller Wege sein und mit dem was ich zu dem Zeitpunkt besaß war es auch gut so. Hätte mich jemand angegriffen, wäre ich Diesem schutzlos ausgeliefert gewesen.
Nach dieser schier endlos lange Zeit, ich würde sie auf 2 Stunden schätzen, brauchte ich einen Moment Rast. Wandern war kräftezerrender als ich dachte und wenn ich Glück habe kommt vielleicht ein Händler mit Pferd und Wagen vorbei der auch nach Minoc muß. Und wenn ich noch mehr Glück habe, nimmt dieser mich vielleicht ja auch mit. Also bewegte ich mich mehr zum Wegesrand, nahm meinen Rucksack ab und stellte diesen vor mir hin. Ich setzte mich am nächstbesten Baum hin und lehnte mich an diesen. Mein knurrender Magen und ein schneller Blick zur Sonne verrieten mir, dass es kurz nach der Mittagszeit sein mußte. Ich zog meinen Rucksack näher ran und warf einen begutachtenden Blick hinein. Neben ein paar Kleidungsstücken und meinem Dolch, enthielt der Rucksack auch noch ein Leib Brot und eine alte Weinflasche gefüllt mit Wasser. Leicht verärgert mußte ich an diesen Straßenhändler denken, welcher mir guten alten Wein zum Spottpreis verkaufen wollte. Ich habe mich etwas später nicht mehr gewundert warum er es so eilig hatte zu verschwinden.
Ich nahm das Leib Brot und den Dolch heraus, schnitt vom Brot eine Scheibe ab und verstaute den Rest wieder in den Rucksack. Den Dolch schob ich mir hinter meinen Gürtel. Der Wirt sagte zwar, dies sei der sicherste Weg, aber er sagte auch Minoc sei ein Katzensprung entfernt. Ausserdem schadete es nicht eine Waffe in Griffweite zu haben, es könnte schließlich alles passieren. Nachdem ich fertig gespeist habe und einen Schluck Wasser zu mir nahm, stand ich auf, nahm meinen Rucksack, bewegte mich auf den Weg und sah mich zu beiden Seiten um. Nichts. Kein reisender Händler, kein Wanderer, Nichts. Seufzend setzte ich meinen Weg fort in Richtung Minoc.

Ich war vielleicht gerade mal erst wieder 1 Stunde unterwegs, als ich abrupt stehen blieb. Ich dachte ich habe etwas gehört. Ich war mir ganz sicher, dass ich etwas gehört habe. Ich blieb ruhig stehen und lauschte. Eine Weile war nichts zu hören. So sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte einfach nichts hören. Ich wollte mich gerade einen Narren schelten, als es im Wald rechts von mir knackte. Das Gefühl beobachtet zu werden nahm auf unangenehme Weise zu. Angestrengt starrte ich in die Dunkelheit des Waldes, doch ich konnte nichts erkennen.
Auf einmal blitzte etwas im Wald kurz auf, doch es reichte damit ich wußte was es war. Es war eine Schwertklinge, auf welcher sich ein Sonnenstrahl verirrt hatte. Erschreckt durch diese Erkenntnis taumelte ich einen Schritt zurück und, egal wer da im Wald war, er deutete dies richtig. Es wurden laute, schnelle Schritte hörbar und nach einem kurzen Augenblick zeichnete sich ein Mann meiner Größe aus der Dunkelheit des Waldes ab. Er war nur noch 2, 3 Schritte entfernt und holte schon mit dem Schwert aus.
Mit einem Schrei ließ ich mich fallen und es war das Beste was ich tun konnte. Er bemerkte was ich tat und er setzte den Schlag auch etwas tiefer an aber trotzdem verfehlte er mich um eine Kopfhöhe. Ich landete unsanft auf dem Boden und er stolperte, wahrscheinlich aus Überraschung, über mich hinweg. Erst jetzt wurde mir klar wie ernst die Lage war. Hätte ich nur eine Sekunde länger gezögert, hätte meine Reise ein schnelleres Ende gehabt als mir lieb gewesen wäre.
Ohne noch mehr Zeit zu verlieren richtete ich mich auf und zog meinen Dolch aus dem Gürtel. Er stand auch schon wieder, nahm sich aber die Zeit sich etwas Blut von der Unterlippe abzuwischen. Er schien auch gefallen zu sein, wahrscheinlich noch unsanfter als ich. Ich spannte mich innerlich und konzentrierte mich darauf diesen Konflikt möglichst lebend zu überstehen. Er hob sein Schwert und baute sich bedrohlich vor mir auf. Ich nahm mir einen kurzen Augenblick meiner kostbaren Zeit um sein Schwert zu betrachten. Es war ein leicht verrostetes Kurzschwert, aber im Vergleich zu meinem Dolch eine sehr ernstzunehmende Waffe. Er schien das gleiche zu denken, denn er stürmte wieder vor und holte zu einem Schlag von oben aus, der mich zweiteilen würde. Mit einem lauten Angstschrei riss ich den Dolch nach oben um mein Gesicht zu schützen. Es war mehr Glück als Können. Sein Schlag traf den Dolch mit aller Kraft. Ich taumelte 3 Schritte zurück, behielt meinen Dolch aber fest in der Hand. Das letzte was ich brauchte war, dass ich meinen Dolch verlieren würde und dann ganz ohne Schutz vor ihm stand. Ich faßte mich schnell wieder und wankte noch einen kurzen Moment. Es war ein sehr harter Schlag gewesen und mein Arm schrie vor Schmerzen. Doch ich ließ mir nichts anmerken, jedenfalls versuchte ich dies.
Mein Gegenüber schien genauso überrascht zu sein wie ich, denn damit das ich den Schlag mit meinen Dolch abblocken könnte hat keiner von uns beiden gerechnet. Er zögerte eine Weile, was mir etwas Zeit zum Erholen erschuf. Ich hob meinen Dolch drohend vor meinen Körper und machte hektische Bewegungen, von denen ich hoffte, dass sie Professionell aussahen. Er machte keine Anstalten näher zu kommen, wahrscheinlich aus Respekt, dachte ich. Doch ich irrte mich. Es knackte hinter mir und bevor ich mich auch nur halb herumdrehen konnte, traf mich ein Schlag auf den Hinterkopf. Mir wurde Schwarz vor Augen und das letzte was ich sah, war ein breitgrinsender Mann, welcher dem ersten ziemlich ähnlich aussah. Er hielt sein Schwert in einer Position, aus der er problemlos ein zweites Mal mit dem Schwertknauf auf mich einschlagen konnte.
Doch es war nicht mehr nötig. Ich kippte vornüber weg und landete hart auf dem Boden, was mir den Rest gab. Es wurde vollends Schwarz und ich verfluchte mich noch einmal innerlich selbst, dass ich den Mann hinter mir erst so spät bemerkt hatte.

#FORTSETZUNG FOLGT#

~~~~~


Wie immer bitte ich um entschuldigung für die Rechtschreibfehler *gomen* ^^"

ciiiao
Kamikatze smile

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Kamikazekatze
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Joined: 25 Nov 2004
Posts: 58

PostPosted: 11.02.2005 09:55 Reply with quoteBack to top

Soo, hab länger nichts von mir hören lassen (gomen!) - jedenfalls in diesem Bereich. Damit die "schlechten" Kapitel [so wie ich sie jetzt im Nachhinein gerne bezeichne - sollte sie wirklich irgendwann umschreiben... ich bin bereit es sogar zu versprechen... nur die Zeit *seufz*] bald vorbei sind und die wirklich guten auftauchen, post ich einfach das nächste ;o)

PG 12
lime


~~~~~

Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel III

Stimmen drangen an mein Unterbewußtsein. Schwache, leise Stimmen. Meine Augenlieder waren schwer. Ich versuchte mich zu entsinnen was geschah. Ich war gerade im Kampf mit diesem Wegelagerer...
Es war schwer einen festen Gedanken zu fassen.

... irgendwas knackte hinter mir und ich bekam einen harten Schlag auf den Hinterkopf. Ich wirbelte herum und konnte noch einen weiteren Wegelagerer erkennen, der sich von hinten angeschlichen hatte. Dann wurde mir Schwarz vor Augen...

Panik breitete sich in mir aus. War ich tot?

Ich riss mich zur Ordnung. Dieser Gedanke war absurd! Ich hörte Stimmen und spürte noch etwas Schmerzen in meinem rechten Arm. Außerdem hatte ich leichte Kopfschmerzen und einen Geschmack vom Blut im Mund. Ich konnte also unmöglich tot sein. Das letzte was ich jetzt noch brauchen konnte waren solche Gedanken.
Die Stimmen wurden lauter und drangen stärker in mein Unterbewußtsein ein. Ich konnte deutlich erkennen, das es drei Stimmen waren. Außerdem bemerkte ich, dass meine Hände weiter über mir an etwas rangefesselt waren. Meine Augenlieder waren immer noch schwer und die Kraft die ich aufbrachte reichte nicht aus, um diese zu öffnen. Leicht niedergeschlagen gab ich die Versuche meine Augen zu öffnen auf, ließ mich hängen und ruhte mich aus. Wahrscheinlich war ich noch nicht erholt genug um so etwas schon durchzuführen.
Eine Stimme wurde lauter und schien näher zu kommen. Ich konnte Wortfetzen aufschnappen, aber ich konnte diese weder irgendwo einordnen, geschweige denn überhaupt einen Sinn aus diesen zu gewinnen. Es war wohl doch ein sehr harter Schlag gewesen und ich hoffte das ich durch diesen keine bleibenden Schäden haben würde. Plötzlich wurden meine Hände gepackt und fest umschlossen. Ich wollte mich wehren, aber ich bekam nur genug Kraft zusammen für ein leises Aufstöhnen. Egal, wer mich an meinen Händen packte, er löste meine Fesseln und schliff mich weg. Der Boden war hart und die Wurzeln und Steine taten ihren Rest. Ich hätte am liebsten aufgeschrien, aber über meine Lippen kam nur ein einzelner leiser Laut. Meine Beine taten weh und mein Peiniger machte keine Anstalten mich über einen etwas bequemeren Weg zu schleifen. 'Ich werde mich dafür bedanken, wenn ich wieder bei Kräften bin', dachte ich. Nach einer kurzen Strecke geschliffenen Weges ließ er mich los und ich prallte unsanft auf den Boden auf. Er zog meine Handfesseln wieder fester und entfernte sich wieder ein Stück, aber nicht sehr weit. Die Stimmen der Drei waren nun wirklich gut zu erkennen, ich konnte sogar verstehen was sie sagten. Ich hörte ihnen eine Weile zu, ließ es dann aber bleiben. Sie waren alle stark betrunken und feierten ihren "Sieg". Neben der Tatsache, dass ich die Drei jetzt hören konnte, spürte ich auch eine angenehme Wärme im Rücken. Wahrscheinlich von einem Lagerfeuer.
Ich bezweifelte erst, dass es klappen würde, aber ich versuchte meine Augen zu öffnen. Zu meinem eigenen Erstaunen konnte ich diese sogar öffnen. Es war zwar sehr mühevoll und ich konnte nur verschwommen sehen, aber es war ein Fortschritt. Die Kopfschmerzen ließen auch langsam nach, was ich sehr begrüßte.
Nach einiger Zeit rumliegens in Nähe des warmen Feuers und der drei betrunkenen Wegelagerer, klärte sich mein Blick langsam auf. Direkt vor mir war Wald. Es war sehr dunkel. Viel zu dunkel. Das einzige Licht, was es hier gab, war das Licht des Lagerfeuers. Ich wurde mir plötzlich Klar darüber, dass ich eine halbe Ewigkeit Bewußtlos gewesen sein musste. Mir schoss sofort ein Gedanke durch den Kopf, der mir überhaupt nicht gefiel.
Wurde ich von den Wegelagerern vergewaltigt?
Ich schloss das "Ja" als Antwort auf diese Frage sofort aus. Wenn sie mich vergewaltigt hätten, hätte ich wahrscheinlich Schmerzen in der Lendengegend und die hatte ich zweifellos nicht. Aber was nicht ist, konnte noch werden. Und drei männliche betrunkene Wegelagerer mit einer gefesselten Frau in einem tiefen Wald machte dies nicht gerade unwahrscheinlicher. Mir schauderte es bei diesem Gedanken. Ich hoffte inständig, dass es nicht soweit kommen würde. 'Vielleicht kippten die Männer ja einfach um oder gehen schlafen und lassen mich hier einfach liegen', waren meine Gedanken um mich zu beruhigen.
Ich schätzte meine Lage ab und überlegte, wie ich von hier fortkommen sollte. Ich lag in der Nähe eines Lagerfeuers, an dem drei betrunkene Wegelagerer saßen. Sie waren maximal zwei Schritte von mir entfernt. Meine Hände waren immer noch zusammengefesselt. Vor mir, eher um mich herum, war ausserdem ein tiefer dichter Wald, der nur so vor Dunkelheit trotzte. Wenn ich in die Dunkelheit fliehe, würden sie mich nicht so schnell wiederfinden. Durch meine gefesselten Hände war es schon etwas schwer sich schnell aufzurichten, womit diese Möglichkeit rausfiel. Nachdem ich noch ein paar weitere Möglichkeiten gedanklich durchgegangen bin und diese auch alle ausgeschlossen habe, sah ich ein, dass meine Lage im Moment aussichtslos war. Das einzige was ich tun konnte, war warten auf eine bessere Chance um zu fliehen.

Während ich so in meinen Gedanken versunken war, fiel mir nicht auf, dass die Drei aufgehört hatten zu reden. Plötzlich wurde ich aus meinen Fluchtplänen gerissen, als mich jemand an der Schulter packte und herumriss. Ich weitete meine Augen und wollte schreien, aber bevor auch nur ein Laut aus mir hervorkam drückte jemand grob seine Hand auf meinen Mund. Alles was man dann noch hörte war ein dumpfer Schrei. Zu leise um aus grösserer Entfernung gehört zu werden. Zwei weitere Hände pressten meine Schultern nach unten, so das ich nicht aufstehen konnte und vor mir trat der Dritte im Bunde. Es begann das, was ich befürchtet hatte. Der Dritte öffnete den Gürtel seiner Hose und kniete sich vor mir hin. Er spreizte mit Gewalt meine Beine, holte einen Dolch hervor und fing an meine Hose in der Lendengegend aufzuschneiden. Ich versuchte zu schreien, auch dies endete in einen dumpfen Laut. Ich versuchte mich von dem Druck nach unten zu lösen, aber der Zweite drückte einfach fester zu und machte meine Versuche zunichte. In meinen Augen war die pure Angst zu sehen, jedenfalls glaubte ich das. Der Dritte deutete meinen Blick richtig und schneidete mit Vergnügen weiter auf. Als er fertig war, rückte er näher heran und stützte sich auf beiden Armen neben mir ab.
Der Erste hat seine Hand von meinen Mund etwas gelockert und mein Schrei wurde auch prompt um einiges lauter. Ich schrie mit aller Kraft, versuche mit zu wehren, aber alles Vergebens.

Durch meinen Schrei ging ein hoher pfeiftonähnlicher Laut unter.

#FORTSETZUNG FOLGT#

~~~~~

ciao
Kamikatze
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Woody
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PostPosted: 11.02.2005 10:54 Reply with quoteBack to top

Hoppla Kami smile

Gute Story!! Aber bitte denke an FSK, ok? Wir haben keinen Alterscheck an Board biggrin

hf Woody cool

ps ma sehen, wies weitergeht?^^

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Kamikazekatze
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PostPosted: 11.02.2005 11:20 Reply with quoteBack to top

Woody wrote:
Gute Story!! Aber bitte denke an FSK, ok? Wir haben keinen Alterscheck an Board biggrin


^^" äh ja, klar... im nächsten Kapitel haben wir höchstens etwas mehr "violence", aber sonst halte ich mich etwas prüde [ich kann zwar auch anders, aber dann ist die Geschichte nimmer für die öffentlichkeit wink]

großes danke für das comment smile

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Kamikazekatze
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PostPosted: 14.02.2005 12:49 Reply with quoteBack to top

Soo, weiter gehts in der Geschichte... wir nähern uns langsam den "guten" Kapiteln wink. [das gehört noch nicht dazu, muss ich unbedingt umschreiben *murmel*]

FSK18 (lesen auf eigene Gefahr)
violence

~~~~~

Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel IV

Spoiler (click here to show or hide the text):
Er beugte sich noch ein weiteres Stück über mich rüber. Gleich würde es geschehen. Ich schrie und mit diesem Schrei ging ein hoher pfeiftonähnlicher Laut unter. Dann geschah alles sehr schnell. Der dritte Bandit, welcher sich über mich beugte wurde zur Seite umgerissen. Blut spritzte mir ins Gesicht und der Bandit blieb dort liegen wo er landete. Die beiden Anderen, die mich festhielten, waren mindestens genauso überrascht wie ich. Sie blieben erst starr hocken und hielten mich fest, schienen dann aber nach einer schier endlos langen Zeitspanne zu begreifen. Sie ließen mich los und sprangen auf. Doch da kam dieses pfeiftonähnliche Geräusch wieder. Einer der Beiden wirbelte, durch die zusätzliche Kraft des Aufspringens, zweimal um seine eigene Achse und landete direkt neben mir auf den Boden. Aus der linken Hälfte seines Brustkorbes ragte mir das Ende eines Pfeils entgegen. Der Letzte der Wegelagerer war erfüllt von Panik und tastete den Waldrand um das Lager herum ab. Das war meine Chance zu fliehen. Ich sprang auf und rannte los.
Doch ich kam nicht weit. So panisch der übrig gebliebene Wegelagerer auch zu sein schien, er konnte immer noch klar denken. Er packte mich an meinem Arm und zog mich zurück zu sich. Ich wirbelte herum und er zog mich so zu sich, dass ich ihm als perfekten Schutzschild diente. Als ich herumwirbelte konnte ich einen kurzen Blick auf sein Gesicht werfen. Es war der Mann gewesen, gegen den ich auf dem Weg gekämpft hatte. Er zog sein Schwert, hielt dessen Klinge gegen meine Kehle und zischte mir ins Ohr "Kein Laut von dir". Ich verfluchte mich innerlich selbst. 'Ich hätte erst wegrollen und dann aufstehen sollen', schellte ich mich. Er drehte sich hektisch im Kreis und zog mich so mit, dass mein Körper ihn immer von Vorne schützte. Mir gefiel diese Rolle überhaupt nicht. Zu meiner Erleichterung kam auch dieses Geräusch nicht mehr. Aber es war still, zu still. Der Wegelagerer wurde zunehmend nervöser. Er atmete schwerer, seine Bewegungen wurden hektischer und die Hand, die das Schwert an meine Kehle hielt, wurde immer zittriger. Ich hoffte inständig, dass der Wegelagerer nichts Unüberlegtes tat.

Nach einigen weiteren Sekunden hektischen Herumdrehens und Ausharren in Stille, verlor der Wegelagerer endgültig die Nerven und schrie "WO BIST DU? ZEIG DICH!". Keine Antwort. Er drehte sich noch mal um seine halbe Achse. "ZEIG DICH! ODER BIST DU ZU FEIGE UM DICH ZU STELLEN? KOMM SCHON! LASS ES UNS AUSTRAGEN… MANN GEGEN MANN!". Immer noch keine Antwort. Der Wegelagerer wurde immer nervöser und sein Blick suchte unstet den Waldrand ab. Plötzlich ertönte hinter uns "Ihr solltet erst mal üben herauszufinden, wo euer Feind ist.". Der Wegelagerer erschrak ersichtlich und wirbelte herum, wobei er mich fast umriss. Vor uns stand nun ein Mann, welcher um einen Kopf größer war als ich. Er trug dunkle Kleidung und hatte seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Er hatte einen Bogen und einen Köcher geschultert und links an seinem Gürtel besaß er ein Langschwert. Die Ruhe die in seiner Stimme war gab mir ein wenig Hoffnung. Der Wegelagerer zog mich an sich ran und hielt drohend das Schwert an meine Kehle. Er war anscheinen ziemlich sauer auf sich selbst, weil er diesen Mann nicht bemerkt hat. Als dieser auch noch höhnisch hinter ihm sprach war sein Stolz ganz verletzt gewesen. Er fasste sich schnell wieder und sprach mit zittriger Stimme "Wer bist du? Zeig mir dein Gesicht!". Ich glaubte ein leises Lachen von dem Mann zu vernehmen. "Nun… Man nennt mich Benedikt", sagte er und schlug dabei die Kapuze zurück. Ein Lächeln war auf seinem Gesicht, welches ganz und gar nicht in die jetzige Situation passte. "Und wie nennt man euch?" fragte er immer noch lächelnd. "Das geht euch nichts an!", knurrte der Wegelagerer, "Verschwindet von hier oder ihr werdet es bereuen!". Benedikt schmunzelte "Wolltet ihr nicht gegen mich kämpfen? Mann gegen Mann?", setze er mit Spott hinzu.

Dies reichte dem Wegelagerer endgültig. Er stieß mich weg, stürmte vor und hob sein Schwert zum Schlag. Es ging unglaublich schnell. Benedikt zog sein Schwert und weichte dem Wegelagerer nach rechts aus. Der Wegelagerer stolperte und fiel hin. Er sprang sofort wieder auf, sank aber wieder zurück zu Boden, seine Hand an die linke Seite seines Bauches legend. Etwas Blut quirlte durch seine Hand hervor. Ich weitete meine Augen. 'Das konnte nicht sein! Es ging viel zu schnell, Benedikt konnte ihn nicht getroffen haben!'. Aber so war es… Benedikt hat ihn getroffen. Der Wegelagerer nahm die Hand von der Wunde und blickte entsetzt auf das Blut an seiner Hand. Sein Atem stockte und er versuchte sich zu Erinnern was gerade geschehen ist. Er wurde bleich im Gesicht. Benedikt machte keine Anstalten zu ihm zu gehen und ihm ein Ende zu setzen. Benedikt stand mit dem Rücken zum Wegelagerer, das Langschwert in der Rechten.
Die Gesichtsfarbe des Wegelagerers wurde wieder normal. Der Schnitt war nicht sehr tief, aber tief genug, dass das Blut regelrecht hinaus floss. Der Wegelagerer richtete sich auf, fasste das Schwert fester und stürmte wieder auf Benedikt zu. Benedikt drehte sich nicht um. Er schien gar nicht zu bemerken, dass der Wegelagerer auf ihn zukam. Er war nur noch 2 Schritte entfernt. 'Gleich ist es aus', dachte ich, 'Ich muss was unternehmen'. Ich schrie auf. Benedikt machte eine Drehung nach rechts und stieß den Wegelagerer, der nun direkt an Benedikt vorbeilief, mit dem Schwertknauf gegen den Kopf. Der Wegelagerer stieß einen Schmerzensschrei aus und fiel strauchelnd hin. Benedikt schaute leicht entsetzt zu mir. Ich begriff sofort, dass mein Schrei an diesem Blick Schuld hat. Benedikt wusste, dass der Wegelagerer auf ihn zustürmte. Er deutete meinen Schrei sicher falsch. Ich fühlte mich als würde ich ihn den Boden versinken. Nachdem Benedikt feststellte, dass ich in keiner unmittelbaren Gefahr bin, wurde sein Blick wieder normal und er wendete sich dem Wegelagerer wieder zu.
Dieser hielt sich die linke Hand an den Hinterkopf und hatte ein schmerzverzerrtes Gesicht. "Hat euch euer Mut verlassen oder wollt ihr noch mehr?", fragte Benedikt höhnisch. Das Gesicht des Wegelagerers wurde rot vor Zorn. Er ergriff sein Schwert, welches neben ihm lag, richtete sich auf und drehte sich um. "Stellt euch gefälligst und kämpft nicht wie ein Feigling!", raunte der Wegelagerer. Benedikt lächelte und machte eine auffordernde Geste. Der Wegelagerer packt das Schwert fester, rannte auf Benedikt zu und setzte zum Schlag von oben an.
Benedikt riss sein Schwert nach oben und blockte den Schlag so ab. Die Wucht des Aufpralls beider Schwerter ließ den Wegelagerer zurücktaumeln. Er rannte wieder voran, schlug diesmal aber von links zu. Doch das war ein Fehler gewesen. Benedikt blockte den Schlag mit solch einer Kraft ab, dass der Wegelagerer sein Schwert verlor. Aus der Bewegung heraus führte Benedikt eine vollkommene Drehung um seine eigene Achse aus und hielt dabei das Schwert in ungefähre Kopfhöhe. Der Wegelagerer merkte wahrscheinlich gar nicht was geschah. Benedikt hatte in einem Winkel getroffen, in dem der Kopf nach oben schnellte. Das Blut spritze einer Fontäne ähnlich aus dem Halsstumpf hervor. Der Körper des Wegelagerers schwankte und fiel nach hinten um. Benedikt hatte einen zufriedenen Blick aufgesetzt und steckte sein Langschwert weg.

Ich schaute mit Entsetzen auf den Leichnam. Benedikt kam zu mir, packte mich am Arm und schliff mich weg. Er setzte mich so ans Lagerfeuer, dass ich direkt in die Flammen blickte. Er sagte etwas zu mir, aber ich hörte es kaum. Ich musste immer wieder an dieses Bild des Grauens denken, wo der Körper des Wegelagerers ohne Kopf zu Boden sank. Benedikt schien zu bemerken, dass ich immer noch daran dachte. Er packte mich an meinen Schultern und rüttelt mich wieder zurück in die Wirklichkeit. "Du solltest dich schlafen legen, dass hilft beim Verarbeiten von solchen Sachen.", redete er auf mich ein. Ich schaute ihn mit einem Blick an, der deutlich aussagte, dass ich nicht einschlafen kann, wenn ich permanent an so etwas denke. Er deutete meinen Blick richtig und nickte leicht. Nach einer kurzen Überlegungszeit griff er in seine Tasche und holte einen grauen Trank hervor. Er reichte mir diesen mit den Worten "Trink, es wird helfen".
Ohne lange nachzudenken folgte ich seiner Anweisung und trank die Flüssigkeit aus dem Trank aus. Die Wirkung setzte sofort ein. Meine Augenlieder wurden schwerer und ich spürte wie die Müdigkeit über mich kam. Ich legte mich fast ohne mein zutun hin und nickte vollends ein.

Und der Traum begann…

#FORTSETZUNG FOLGT#


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ciao
Kamikatze
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PostPosted: 14.02.2005 13:13 Reply with quoteBack to top

*lol* maybe legste nen Spoliertag drüber, Kami, wegen dem FSK 18! Sonst war das ja ganz schön Aktionlastig^^ Aber gut...

Have fun

Woody:cool:

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PostPosted: 14.02.2005 13:22 Reply with quoteBack to top

Woody wrote:
*lol* maybe legste nen Spoliertag drüber, Kami, wegen dem FSK 18!


hab erstmal einen reingesetzt und reingeschrieben was mir einfiel... bin aber nich gut im "Spoiler"-Schreiben wink [also habe mich schwergetan mir was dazu aus den Fingern zu saugen, wenn du was besseres/genaueres/passenderes hast, übernehme ich es gerne smile]

ciao
Kamikatze

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PostPosted: 14.02.2005 14:17 Reply with quoteBack to top

biggrin lach Ach Kami, ich meinte nicht nen Spoiler schreiben, sondern den tag über die Story legen^^ *löl*

Um wenigstens etwas FSK zu haben... wink

hf Woody cool

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PostPosted: 14.02.2005 14:30 Reply with quoteBack to top

Woody wrote:
biggrin lach Ach Kami, ich meinte nicht nen Spoiler schreiben, sondern den tag über die Story legen^^ *löl*


^^" ok, jetzt stimmt es aber wink

ciao
Kamikatze

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Woody
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PostPosted: 16.02.2005 14:09 Reply with quoteBack to top

Öhm...wann gehts weiter? biggrin biggrin biggrin

hf Woody cool

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PostPosted: 17.02.2005 14:24 Reply with quoteBack to top

genaaaau.... jetzt *gg*

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel V

Was ich sah kam mir bekannt vor. Benedikt stand vor dem Wegelagerer. Dieser hob sein Schwert und stürmte auf Benedikt zu. Benedikt riss sein Schwert gekonnt nach oben und blockte somit den Schlag ab. Die Wucht des Aufpralls der Schwerter war stark genug um den Wegelagerer zurücktaumeln zu lassen. Doch der Wegelagerer faßte sich schnell wieder. Angetrieben von unbändiger Wut stürmte er das zweite Mal auf Benedikt zu und setzte zu einem Schlag von links an...
Ich drehte mich weg und hielt mir die Hände vor die Augen. Nicht noch einmal. Ich hörte das Klirren von Metall als die Schwerter aufeinander trafen und das Geräusch, welches entsteht wenn Metall zu Boden fällt. Einen kurzen Moment später drang das dumpfe Geräusch des zu Boden fallenden Körpers an mein Ohr. Ein Schauder lief über meinen Rücken. Ich nahm die Hände von meinen Augen und drehte mich langsam um, gefaßt auf das was ich sehen würde. Doch es kam alles anders. Hinter mir war nicht mehr der Wald. Dort war auch kein Benedikt und erst recht keine Überreste des Wegelagerers. Mich umfing vollkommene Dunkelheit. Die Stille war unheimlich und Angst breitete sich in mir aus. Ich sah mich um, aber es war überall Dunkel und Still.
Plötzlich leuchtete etwas vor mir auf. Ganz schwach, aber aus purem Weiß bestehend. Diese Kugel, oder wie man es auch immer nennen konnte, fing an zu wachsen und wurde langsam immer größer. Die Leuchtkraft wurde stärker und es fing an in den Augen zu brennen. Ich wollte mich weg drehen, aber diese Kugel blieb immer direkt vor mir. Meine Augen konnte ich auch nicht schließen und somit musste ich weiter in diese Kugel starren, egal wie sehr es in den Augen brannte. Die Kugel wuchs weiter und leuchtete immer stärker. Sie war ungefähr fünf Schritte von mir entfernt und war ungefähr so groß wie mein Kopf.
Und dann plötzlich war alles anders. Die Kugel wuchs nicht mehr weiter und ihre Strahlung nahm auch ab. Sie brannte nicht mehr in den Augen und sie strahlte ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit aus. Dieses Gefühl erfüllte mich ganz und drängte meine Angst und Zweifel hinfort. Es war ein angenehmes Gefühl und es ließ mich all meine Sorgen vergessen. Doch diese Ruhe hielt nicht lange an. Die Kugel fing an zu vibrieren und ich vernahm eine Stimme in meinem Kopf.
"Deine Zeit ist gekommen, Rachel." Angst breitete sich in mir aus. Doch bevor ich lange darüber nachdenken konnte sagte die Stimme "Nein, Rachel, du bist nicht Tod und du wirst auch nicht sterben", und setzte leise hinzu "noch nicht..."
"Deine Zeit ist gekommen, Rachel. Dein Leben wird nun eine Wendung einnehmen von der du sehr oft gehofft hast, dass sie kommt. Es gibt noch viel zu tun Rachel. Sehr viel zu tun..." Die Stimme setzte eine lange Pause ein. Spannung erfüllte mich. 'Wer spricht dort mit mir?' fragte ich mich selbst. Doch prompt antwortete Die Stimme "Es ist nicht wichtig wer ich bin. Er ist nur wichtig, dass du deinen Weg fortsetzt."
"Es liegt ein langer erschwerlicher Weg vor dir. Was du bisher erlebt hast ist gar nichts im Vergleich zu dem, was du noch erleben wirst. Folge Benedikt, wohin er dich auch führt. Er wird den Weg kennen. Vertraue ihm..." Die Stimme wurde leiser und verstummte schlußendlich ganz.
Die Kugel hat auch aufgehört zu vibrieren und stand still vor mir da. Und dann... begann sie zu schrumpfen. Sie wurde immer kleiner. Und als sie so groß wie ein Augapfel war geschah es. Die Kugel explodierte in einem riesigen Lichtblitz. Helles, weißes, brennendes Licht hüllte mich ein. Schreiend verschränkte ich die Arme vor meinem Gesicht.

Der Schrei einer Möwe ließ mich meine Arme zurücknehmen. Verwirrt sah ich mich um. Ich stand auf einem Schiff inmitten der See. Auf dem Schiff gab es ein reges Treiben der Seeleute. Alle waren fröhlich und frohen Mutes. Die Hafenstadt lag schon ein Stück zurück. Ich drehte mich um und blickte in die Richtung in die das Schiff fährt. Weites offenes Meer ohne ein Ziel in Sicht. Ich wollte als Kind schon immer das Meer sehen. Und nun sah ich es... Es war wunderschön.
Während ich so auf das Meer blickte bemerkte ich aus den Augenwinkel heraus, wie die Sonne unterging. Ich widmete meine Aufmerksamkeit ganz dem Sonnenuntergangs. Es sah wunderbar aus. Kaum verschwand die Sonne ganz, kam schon der Mond zum Vorschein. Doch er bewegte sich ungewöhnlich schnell. Dann verschwand der Mond wieder und es erschien die Sonne. Auch diese bewegte sich schnell. Dann wieder der Mond und kurz darauf wieder die Sonne. Doch jetzt bewegte sie sich langsam und als der Mond nochmals erschien blieb dieser am Horizont vollends stehen. Drei mal erschien die Sonne und der Mond. Also waren drei Tage vergangen. Wolken zogen auf und das Treiben auf dem Schiff wurde hektischer. Es fing an zu regnen und die Wellen wurden stärker und unruhiger. Der Wind blies mit aller Kraft an die Seite des Schiffes. Die Wellen prallten ans Bug und das Schiff fing an zu schaukeln.
Dann ein entsetzter Aufschrei. Die Matrosen deuteten alle mit ängstlichen Gesichtern nach rechts. Panik brach auf dem Schiff aus. Leicht verwirrt blickte ich nach rechts. Und dann sah ich es. Eine riesige Flutwelle bewegte sich auf das Schiff zu. Ich war erstarrt vor Schreck und die Welle kam immer näher. Und dort prallte sie schon an die Reling und Tonnen von Wassermassen fielen auf mich herab. Ich öffnete den Mund um zu schreien und schluckte Unmengen an Wasser...

Ich schrie und setzte mich abrupt auf. Meine Kleidung war von Schweiß getränkt. Verwirrt blickte ich mich um. Es dauerte unheimlich lange, doch ich erkannte den Ort. Das Lager der Wegelagerer. Es war bereits Morgengrauen und Benedikt saß am längst erloschenem Lagerfeuer und sah mich an. "Ein schlechter Traum?" Ich nickte. "Was war es?" Ich versuchte mich zu erinnern, aber sosehr ich mich auch anstrengte, die Bilder des Traumes kamen nicht wieder. "Ich weiß nicht... Ich habe es vergessen..." murmelte ich. Er nickte nur leicht und deutete mir mit einer Bewegung an ich solle mich fertig machen zum weiterreisen. Ich maß ihn mit einem vielsagenden Blick und richtete mich auf.
Die Banditen hatten meinen Rucksack in die Nähe eines Baumes gestellt und haben anscheinend noch nicht reingeschaut. Ich entnahm dem Rucksack ein paar frische Kleider und deutete Benedikt sich umzudrehen. Mit einem übertrieben lauten Seufzen tat er dies auch. Ich zog mir die schweißgetränkte Kleidung aus und schlüpfte in die mehr oder weniger frischen Kleider. Ein angenehmes Gefühl von "Sauberkeit" breitete sich in mir aus. Ich fuhr mir durch das Gesicht und blickte auf meine Hand. Auf ihr war etwas Blut... Es war von dem einem Wegelagerer. Ich wischte mit den alten Kleidungsstücken durch mein Gesicht und stellte zufrieden fest, dass das Blut aus dem Gesicht war. Ich ließ die alte Kleidung achtlos auf den Boden fallen, packte meinen Rucksack und ging zu Benedikt. Ich vermied es eine der Leichname anzuschauen und Benedikt wartete auch nicht lange, sondern wir gingen sofort los.

Nach einem halben Tagesmarsch standen wir auf einer Anhöhe und schauten hinunter zu der dortigen Stadt. Dahinter erstreckte sich das Meer und die Stadt war eindeutig eine Hafenstadt.
"Ist das Minoc?", fragte ich von Freude gepackt. Er schaute mich erst verdutzt an und lacht dann schallend auf. "Minoc? Nein, das da ist Occlo!", er faßte sich nach einiger Zeit wieder. "Minoc ist noch sehr weit entfernt. Es wird noch eine sehr lange Reise. Aber wir sollten uns beeilen, damit wir noch ein Schiff erwischen. Ich werde dir alle Fragen beantworten wenn wir auf einem Schiff sind."
Kaum hatte er seinen Satz beendet ging er auch schon wieder los. Ich schaute ihm noch einen Moment hinterher und überlegte ob ich ihn weiter folgen sollte. Irgendein Gefühl in mir sagte mir ich sollte ihm folgen. Kaum habe ich meine Entscheidung gefaßt musste ich loslaufen um Benedikt wieder einzuholen...

#FORTSETZUNG FOLGT#

~~~~~

so, wesentlich "normaler" als das Kapitel davor wink

ciao
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PostPosted: 18.02.2005 13:45 Reply with quoteBack to top

So, noch ein Kap fürs WE wink

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel VI

Es war weniger eine Stadt als ein Dorf. Es hatte einige Wohnhäuser, eine Dorfhalle sowie Dorfkapelle und natürlich den Hafen. Man kommt zu dem Entschluss, dass diese Ortschaft nicht gerade arm zu sein scheint, wenn man die Häuser näher betrachtet hat. Der Hafen trug einiges dazu bei, denn er machte dieses Dorf zum Handelszentrum unserer Insel. Tag ein Tag aus kamen die fahrenden Händler aus den anderen Ortschaften dieser Insel und kauften oder verkauften hier ihre Waren.
So empfing uns auch das rege Markttreiben. Überall standen die Händler an ihren schnell zusammengezimmerten Ständen und priesen ihre Waren. Kurz nach betreten der Stadt wies Benedikt mich an, mich zum Hafen zu begeben und uns einen Platz auf einem Schiff zu besorgen, welches nach "Vesper" fahre. Bevor ich zu einer Antwort oder Frage ansetzen konnte, sagte er schnell, dass er etwas zu erledigen hätte, drehte sich um und verschwand schnellen Schrittes in der Menge. Ich schaut ihm noch einen Moment nach und setzte mich in Bewegung.

Ich schlug mich förmlich bis zum Hafen durch und hier schien das Treiben noch stärker zu sein als in der Stadt. Doch hier waren weniger Händler. Hauptsächlich waren hier Hafenarbeiter, welche zügig die Schiffe entladeten und beladeten. Ich fragte mich zwar, warum ich unbedingt ein Schiff wählen sollte, das nach Vesper fährt statt nach Minoc, aber irgendein Gefühl sagte mir, dass ich Benedikts Anweisung folgen soll. So begab ich mich auf die Suche nach solch einen Schiff und durch einigem Herumfragen, fand ich heraus, dass in dieser Woche nur noch ein Schiff nach Vesper fahre. Und dieses fahre in der nächsten Stunde ab. Hastig suchte ich das Schiff auf und wollte es gerade betreten, als sich plötzlich jemand vor mich stellte und mir so den Weg versperrte. Ich blieb stehen und blickte den Mann ins Gesicht, doch er tat nichts, sondern schaute nur fragend auf mich hinab.
Ich schaute verwirrt zu ihm hinauf und versuchte mich an ihm vorbei zu drängen, aber er blieb einfach stehen und ich kam einfach nicht vorbei. Dann sprach er mit tiefer Stimme. "Wo wollen wir den hin, junges Fräulein?"
"Auf das Schiff möchte ich. Ich muss mit dem Kapitän reden bevor das Schiff abfährt. Also lasst mich bitte durch."
"Und was wollt ihr vom Kapitän?"
Wut stieg in mir auf. "Das geht euch nichts an! Lasst mich sofort zum Kapitän!"
"Nun..." Er fing an zu grinsen, "Zufällig bin ich der Kapitän dieses Schiffes." Ein Ausdruck von Verblüffung machte sich auf meinem Gesicht breit und er schien es zu genießen. Mit einem leichten Anflug von Spott fügte er hinzu "Wie kann ich euch helfen?"
Ich schluckte und fing an zu stammeln. "Nun, ich... Ich wollte euch... nun..." Ich holte tief Luft und sagte schnell "Ich wollte euch fragen ob ich und jemand anderes mit auf ihrem Schiff nach Vesper fahren dürften." Erwartungsvoll schaute ich zu ihm hoch. Er lächelte auf mich herab.
Dann änderte sich sein Lächeln schlagartig in ein grimmiges Gesicht und mit lauter und wütender Stimme sagte er "Freut mich, aber für Leute wie euch haben wir keinen Platz!", drehte sich um und ging die Planke zum Schiff hinauf.
"So wartet doch! Es ist wirklich wichtig! Ihr könnt uns nicht einfach hierlassen! Wir sind auf euch angewiesen!" rief ich ihm flehend hinterher. Er hielt inne und ein Seufzen war zu hören. Er machte kehrt und kam zu mir zurück.
"Es tut mir leid, aber wir haben keinen Platz für zwei weitere Personen." sagte er und verschränkte die Arme.
"Ich bitte euch! Auf zwei mehr kommt es doch auch nicht an.2
"Wie ich schon sagte, wi..." setzte er an, brach dann aber ab. Ich schaute ihn fragend an und bemerkte das sein Blick an mir vorbei ging.
"Wir werden mit ihrem Schiff nach Vesper fahren" ertönte eine wohlbekannte Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah in das lächelnde Gesicht von Benedikt.
"Aber wir haben keinen Platz mehr auf dem Schiff." protestierte der Kapitän. Benedikt griff kurz in seine Tasche und warf dem Kapitän ein Säckchen zu. Leicht überrascht fing er dieses und ein klimpern war zu hören, er warf einen erstaunten Blick hinein und ging dann zur Seite. "Willkommen an Bord, wir fahren sogleich ab."
Mit einem Schmunzeln gab mir Benedikt einen leichten Schubser und bedeutete mir so, ich solle das Schiff betreten. Leicht verwirrt folgte ich seiner Aufforderung und ging über die Planke auf das Schiff.

Auch hier war das Treiben nicht gerade ruhig. Die Matrosen bereiteten sich auf ihre Abfahrt vor. Erst hier bemerkte ich, dass Benedikt anders ausgestattet war als vorhin. Er schien mehr mit sich zu tragen. Ich musterte ihn eindringlich. Er trug wirklich mehr bei sich. Sofort schoss mir die Frage durch den Kopf, woher er dies habe. Er bemerkte meine Blicke und lächelte mich an. "Ich werde deine Fragen alle nachher beantworten, wir sollten aber erstmal zusehen, dass wir einen Platz zum Schlafen finden."

Wir haben ein kleines Zimmer auf dem Schiff abbekommen. Nachdem wir all unsere Sachen im Zimmer verstaut hatten gingen wir wider an Deck. Das Schiff hat schon abgelegt und hinter uns war die Hafenstadt noch zu sehen. Es waren nicht viele Matrosen an Deck und es ging ziemlich ruhig auf dem Schiff zu. Benedikt ging zur Reling auf der Steuerbordseite des Schiffes und lehnte sich auf dieser. Ich tat es ihm gleich. Wir schauten hinaus aufs offene Meer und direkt in die Abendsonne. Der Sonnenuntergang, welchen wir uns dort ansahen war wunderbar, ich habe so einen noch nie gesehen.
Irgendwann brach ich dann das Schweigen. "Danke" sagte ich leise.
"Mh?"
"Danke, dass du mich gerettet hast vor diesen Banditen."
"Ach, keine Ursache. Habe ich doch gerne gemacht."
"Beantwortest du mir eine Frage?"
Er schmunzelte. "Sicher, ich habe dir doch versprochen jede deiner Fragen zu beantworten."
"Wie hast du das Lager der Banditen gefunden? Es war weitab von der Straße und ein normaler Reisender wäre nicht so tief in den Wald vorgedrungen."
"Ich suchte die Banditen schon länger. Dass du da warst war eher Zufall gewesen."
Ich überlegte einen Moment. "Wieso hast du die Banditen gesucht?"
"Sie haben in dieser Gegend schon viel Ärger gemacht und ich wurde gebeten mich um dieses Problem zu kümmern."
Er wußte, dass mir das nicht reichen würde, denn bevor ich was sagen konnte fügte er hinzu "Darf ich dir auch ein paar Fragen stellen?" und wechselte somit das Thema. Ich antwortete sofort mit Ja.
"Woher kommst du eigentlich?"
Erst jetzt stellte ich verwundert fest, das wir beide uns schon seit wir uns kennen duzten. Sein fragender Blick beendete meine Überlegungen. "Aus einem kleinen Dorf auf der Insel."
"Und warum willst du nach Minoc?"
Mit einer Freude, wie sie sonst nur Kleinkinder haben, berichtete ich ihm von meinem Vorhaben eine Kriegerin zu werden. Er hörte mir aufmerksam zu und als ich geendet habe lächelte er bloß und sagte "Ich gehe jetzt schlafen. Gute Nacht, Rachel." Er wendete sich ab und ging los. Ich sah ihn einem Moment hinterher und wendete meine Aufmerksamkeit den nun hervorgekommenen Sternen zu.
"Gute Nacht, Benedikt."

#FORTSETZUNG FOLGT#

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ciao und schönes WE
Kamikatze
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PostPosted: 18.02.2005 15:39 Reply with quoteBack to top

Was denn, was denn? Kein Techtelmächtel??? Also sowas^^
Ma sehen wie weiter geht^^

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PostPosted: 21.02.2005 09:00 Reply with quoteBack to top

jetzt kommt das (leider) kürzeste Kapitel der Story (gomen!)... dafür verlängern sich die nachfolgenden Kapitel kontinuierlich bis zu 2,5 A4 Seiten ^^"

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel VII

Langsam öffnete ich meine Augen. Ich hatte einen erholsamen und ruhigen Schlaf, doch die Schläfrigkeit hatte ich noch nicht abgeschüttelt. Ich hob meinen Kopf leicht an und sah mich mit einem müden Blick um. Ich war in einem kleinen Zimmer, dessen Wände aus Holz bestanden. In diesem Zimmer waren 2 Betten, jedes an einer Wand, sowie einen Tisch und einen Schrank, welche alle an die Wände angebaut waren.
Dann fiel es mir wieder ein. Ich war auf dem Schiff das nach Vesper fuhr, mit Benedikt. Ich wandte meinen Blick zum anderen Bett. Es sah so aus als hätte niemand darin geschlafen und Benedikt war nicht da. Ich habe ihn am vorigen Abend aber in seinem Bett gesehen, was mich zu den Schluss kommen lies, dass Benedikt zu früher Stund aufgewacht ist.
Ich streckte mich und stand dann auf. Ich warf noch einen prüfenden Blick zurück ins Zimmer, ging zur Tür hinaus und schloss diese hinter mir. Ich wendete mich gerade nach links um an Deck zu kommen, als ein leichter Duft meine Nase umspielte. Es roch nach Essen und in Einklang zum Geruch stieg ein leises Knurren von meinem Magen auf. Ein noch stärkeres Hungergefühl überkam mich und ich drehte mich um, den Geruch folgend. Am Ende des Ganges war eine Holztür, welche eine Spalt weit geöffnet war. Licht viel aus dem dahinter liegenden Raum durch den Spalt und auch der Geruch schien von dort herzukommen.
Ich ging nah an die Tür ran und lugte vorsichtig durch den Spalt. Ich sah in einem ziemlich gut beleuchteten Raum, an dessen Wände Schränke und gelegentlich auch Pfannen hingen. Ich schob die Tür auf und sah mich weiter um. In der Mitte des Raumes hing, durch eine Eisenketten-Konstruktion gehalten, ein Topf in dem eine Suppe brodelte. Unter dem Topf war ein in den Holzboden eingearbeitetes Metallgefäß, in welchem einige Holzscheitel brannten und so den Topf erhitzten. Schnell stellte ich fest, dass dieser köstliche Geruch von dem Topf vor mir stammte. Ich nahm mir von einem naheliegenden Schrank einen Löffel und ging näher an den Topf heran.

Das Hungergefühl in meinem Magen nahm zu und ich tauchte den Löffel langsam in die Suppe. Ich hob den Löffel zum Mund und pustete sachte auf die Suppe in diesem. Der köstliche Geruch lies mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ich schlürfte die nicht gerade kalte Suppe aus dem Löffel. Doch dies stillte nicht meinen Hunger und ich wiederholte das ganze noch mal, als plötzlich hinter mir eine Stimme erklang.
"Was machen wir denn hier, junges Fräulein?", erschrocken drehte ich mich um nachdem ich den Löffel mit etwas Suppe hab fallen lassen. Hinter mir stand ein hochgewachsener und breiter Mann, welcher eine weiße Schürze umhatte, die ein wenig beschmutzt war.
"Nun ich... ähm...", stammelte ich. Er setzte sofort an.
"Vergeht ihr euch etwa an meiner Suppe?" Ich spürte wie die Röte mir ins Gesicht stieg. Dann lächelte er. "Hat sie euch denn wenigstens geschmeckt oder sollte ich noch was hinzutun?"
Stockend und verwirrt antwortete ich ihm, dass die Suppe sehr gut schmeckt. Sein Lächeln wurde zu einem Grinsen und er ging an mir vorbei und um den Topf herum. Indes bückte ich mich, hob den Löffel auf und legte diesen wieder auf den Schrank, wo ich diesen her hatte.
"Ihr scheint ziemlich hungrig zu sein.", sagte er ohne mich anzusehen. "Ja, das bin ich", entgegnete ich leise. Er griff in eine Kiste neben sich, holte einen Apfel hervor und drehte sich um. "Fang" Er warf mir den Apfel zu und fing ihn mit etwas viel Glück überrascht auf. Es war ein saftiger roter Apfel, wahrscheinlich in Occlo gekauft. Ich bedankte mich und verließ den Raum den Apfel essend.

Als ich hinaustrat aufs Deck, empfing mich starkes und helles Sonnenlicht. Es musste schon die Hälfte des Tages um sein, so stark schien die Sonne. Ich blickte mich suchend um. Auf dem Schiff war ein reges Treiben und die Matrosen schienen alle gute Laune zu haben. Und dann sah ich Benedikt. Er stand erhobenen Hauptes an der Reling und schaute ins Ferne. Ich ging zu ihm hin. Als ich auf sechs Schritte dran war, drehte er sich zu mir um.
"Ah, du bist wach.", stellte er zufrieden fest.
"Ja, schon etwas länger..." begann ich, doch er unterbrach mich. "Es gibt viel zu tun."
Er griff an seine rechte Seite und ich sah, dass er dort etwas trug, was in weißem Stoff eingewickelt war. Er löste es, warf es mir zu und ich fing es ungeschickt auf. Es glitt mir aus den Händen und landete mit einem metallenen Geräusch auf den hölzernen Boden. Ich hob es wieder auf und wickelte den weißen Stoff wieder ab. Mit einem Grinsen stellte Benedikt mein erstauntes Gesicht fest, als ich das Langschwert in den Händen hielt.
Äußerlich sah es aus wie das von Benedikt, doch es war schwer. So schwer, dass ich es mit beiden Händen halte musste. "Ich sehe schon, wie müssen noch viel üben."
Er ging zu mir, faßte an meine Hände und richtete sie. "Zu allererst... Du mußt das Schwert so hier halten. Ich weiß es ist anstrengend, aber du wirst dich schon dran gewöhnen." Er lies meine Hände los und betrachtete meine Versuche das Schwert in dieser Position zu halten. "Sehr gut. Aus dieser Schwertposition kannst du nahezu jeden Schlag blocken der gegen dich geführt wird." Er nickte lächelnd. "Und nun ein paar Schläge. Zuerst stoße mit dem Schwert nach vorne..."

#FORTSETZUNG FOLGT#

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PostPosted: 23.02.2005 14:04 Reply with quoteBack to top

so, das ende rückt näher und mit ihm die guten Kapitel... ich glaub wenn ich sage, ab Kapitel 8 merkt man die verbesserung übertreibe ich noch, aber ich sags trotzdem wink

"Ab Kapitel 8 merkt man die Verbesserungen in der Geschichte" ;o)

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel VIII

Mit Freuden führte ich seine Anweisungen aus. Er brachte mir mit viel Geduld viele leichte Schläge bei und mit noch größerer Geduld kompliziertere. Die Zeit verging währenddessen schneller als ich es je hätte glauben können.
Nach einiger Zeit kam der Koch mit seinem große Topf von seiner Küche aufs Deck. Wir stellten uns mit den Matrosen in einer Reihe an und bekamen nach und nach etwas zu essen. Jeder Matrose bekam eine halbe Schale der köstlichen Suppe und nahm diese auch ohne Murren an. Als ich vor ihm stand, gab er mir mit einem Schmunzeln eine volle Schale der Suppe. Ich blickte ihn unsicher an, aber er grinste nur. Er zwinkerte mich an und deutete dann mit seiner Kelle hinter mir. Ich drehte mich um und blickte in einige ungeduldige und hungrige Gesichter. Ich errötete leicht und entschwand mit einem "Entschuldigt" auf den Lippen zu der Stelle, wo ich mit Benedikt geübt hatte.
Ich lehnte mich an die Reling und löffelte mit gutem Hunger die Suppe an. Ich beobachtete, wie Benedikt, nebenbei seine Suppe essend, sich mit einigen Matrosen angeregt unterhielt. Nachdem er seine Suppe ausgelöffelt hatte schien auch das Gespräch beendet und, nach einem kurzen Umsehen, kam er zu mir. Er lächelte die ganze Zeit während ich noch an meiner Suppe löffelte. Ein leichtes Gefühl von Peinlichkeit stieg in mir auf und ich löffelte etwas schneller. Er bemerkte mein Unbehagen und wendete sich mit einem Grinsen ab zur See.
Später ging der Koch umher und sammelte die leeren Schalen wieder ein. Er grinste als er mir meine gerade leer gewordende Schale abnahm und ich nickte ihm dankend zu. Doch er tat nur eine abwinkende Handbewegung und ging, ein frohes Lied pfeifend, weiter. "Nun Rachel, bereit für die nächste Stufe deines Trainings?", fragte mich Benedikt. Ich nickte und lächelte ihn an. Ich konnte es kaum erwarten, dass es weiterging.
Er stieß sich von der Reling ab, drehte sich ein wenig und schaute mich direkt an. "Dir Grundlagen beherrscht du, kommen wir jetzt zu etwas komplizierteren Schlagfolgen. Die meisten Gegner die dir gegenüberstehen werden, werden nicht nach dem ersten Schlag zu Boden gehen, vor allem werden sie dir nicht wehrlos entgegentreten. Die Schlagfolgen, die ich dir näher bringen werde zielen darauf ab, dass du sie in einer schnellen Geschwindigkeit durchführen kannst. Wir fangen hier mit der einfachsten an." Er zog sein Schwert und stellte sich in die Kampfposition auf, die wir bisher bei den Übungen nutzten.
"Wir beginnen mit dem erweiterten Abwehren. Stell dir vor, dein Gegner kommt auf dich zu gestürmt und setzt zu einem Schlag gegen deine rechte Seite an. Das Beste was du hier. Machen kannst, ist den Schlag und den Angreifer nach rechts zu schieben durch einen Schwertblock. Aber das soll es nicht gewesen sein! Du wirst aus dem Schwung heraus eine Drehung vollziehen um deinem Widersacher einen Schlag zu verpassen, der ihm eines Besseren belehrt." Er vollzog die mir bestens bekannte Bewegung mit einer unglaublich schneller Geschwindigkeit. Es schauderte mir, doch ich nickte ihm fest und entschlossen zu. Er machte eine auffordernde Handbewegung und ich hob mein Schwert, Die nächsten Stunden werden schneller vergehen als mir lieb ist.

Die ersten Sonnenstrahlen fielen durchs Bullauge auf mein Gesicht. Ich hatte das Gefühl, dass heute etwas Wichtiges geschehen würde, aber so sehr ich es auch versuchte, es fiel mir nicht ein, was es sein könnte. Ich zuckte leicht mit den Schultern, gähnte und stand auf. Ich warf einen kurzen Blick auf Benedikt‘s Bett und stellte mit einem Lächeln fest, dass er schon auf war. "Dabei war ich vor ihm eingeschlafen" murmelte ich und kratzte mich am Kopf. Ich nahm mir vor ihn nach diesen Trick zu frage und verließ das Zimmer.
"Guten Morgen, Fräulein!", erscholl es von der Treppe zum Deck. Ich drehte mich dorthin und erblickte den netten Koch. "Auch euch einen schönen Morgen."
Er ging direkt auf mich zu und hielt dann kurz vor mir an. "Wollen Sie heute wieder einen Apfel haben oder sind Sie nicht so hungrig wie gestern?", fragte er mich mit einem gutmütigen Lächeln.
Ich lachte. "Nein, danke. Aber ich freue mich schon auf eure köstliche Suppe. Ihr werdet uns doch auch heute damit beehren oder?"
Er schmunzelte und Stolz funkelte in seinen Augen auf. "Oh ja, ihr könnt euch schon mal darauf gefaßt machen."
Mit diesen Worten wendete er sich ab und verschwand leise lachend in seiner Küche, ich hingegen ging aufs Deck.

Ich blickte mich kurz um und entdeckte Benedikt an der Stelle, wo wir am vorherigen Tag geübt hatten. Ich lief zu ihm hin und grüßte ihn lächelnd. Er nickte, ebenfalls lächelnd, und begann "Guten Morgen, bereit zu weiteren Übungen?"
Ich nickte heftig, denn ich war froh, dass Benedikt mit den Übungen angefangen hat. Mein Umgang mit dem Schwert besserte sich merklich. "Heute fangen wir mit den ernsten Übungen an. Du greifst mich an, ich wehre ab." Ich schluckte, nickte jedoch entschlossen. Er stellte sich in Kampfposition und bedeutete mir mit einer Handbewegung, dass ich anfangen sollte.
Ich stellte mich auch in Position, atmete tief ein und griff zaghaft an. Benedikt wehrte meine Schläge mit Leichtigkeit ab. "Du bist nicht mit ganzem Einsatz dabei. Zögere nicht, sondern greife mich so aggressiv wie möglich an!" Ich nickte und versuchte seiner Anweisung zu folgen. Es dauerte eine Weile, um meine Angst ihn zu verletzten zu überwinden, aber danach ging es gut voran. Ich machte ihm zwar keine große Mühe um die Schläge und Schlagfolgen abzuwehren, aber er schien einen ziemlich zufriedenen Gesichtsausdruck zu haben.
Wir unterbrachen diese Übung als der Koch wie am vorigen Tage mit seiner Suppe aufs Deck kam. Während wir stillschweigend aßen, blickte ich gelegentlich hinaus aufs Meer. Der Himmel war wolkenlos und das Wasser schien kein Ende zunehmen. Es war schließlich Benedikt, der die Stille brach.
"Du mußt dir eines merken, Rachel. Handle im Kampf instinktiv. Du hast keine Zeit zum nachdenken, denn während du nachdenkst wie du als nächstes zuschlagen wirst, setzt dein Gegner schon zum tödlichen Schlag an. Du mußt versuchen zu spüren wo dein Gegner als nächstes hinschlägt. Nur so kann ich für dein Überleben garantieren."
Ich schluckte das letzt bißchen Suppe, welche ich noch im Mund hatte, runter. "Wirst du mich etwa nicht begleiten?". Ein leichter Anflug von Trauer schwang in meiner Stimme mit.
"Ich werde dich soweit begleiten, wie es mir möglich ist. Aber es wird nicht ewig so sein." Er seufzte. "Lass uns weitermachen, diesmal anders. Ich greife an und du wehrst ab."
Ein Hauch von Entsetzen machte sich auf meinem Gesicht breit, doch er hob abwehrend die Hand und lachte. "Mach dir keine Sorgen, du wirst höchstens mit blauen Flecken davonkommen."
Ich schluckte meinen Zweifel hinunter, stellte mich in Kampfposition und nickte ihm zu. 'Er wird schon auf mich achtgeben...' Er fing mit einfachen und langsamen Schlägen an, die ich ohne weitere Probleme abwehren konnte, aber er wurde nach einiger Zeit immer schneller und vollführte kompliziertere Schlagfolgen aus. Er traf mich immer öfter mit der Breiseite seines Schwertes. Es tat nicht sehr weh, doch es spornte mich an mich mehr anzustrengen. Ich gab nicht auf und versuchte weiterhin seine zahllosen Schläge abzuwehren, was mir mit der Zeit auch zunehmend gelang.
Er brach ab, nachdem er eine Zeit lang keinen einzigen Treffer mehr bei mir gelandet hat und lächelte. "Du lernst schnell, kommen wir zur letzten Übung für heute. Wir duellieren einander. Der erste Treffer mit der Breitseite entscheidet. Versprich mir das du dein Bestes gibst um dieses Duell zu gewinnen."
Ich lächelte und antwortete mit starken Selbstbewußtsein. "Ich verspreche es, so wahr ich hier stehe, aber nur wenn das Duell wirklich bei dem ersten Treffer endet."
Er lachte lauf und verbeugte sich vor mir. "So wie ich nun vor euch stehe, verspreche ich, dass ich nach dem ersten Treffer das Duell abbrechen werde.", sagt er mit etwas gespielter Untertänigkeit in der Stimme.
Ich lachte. "So sei es denn, tapferer Ritter, möge das Duell beginnen."
Wir verneigten uns beide noch mal und begaben uns mit einem Schmunzeln in Kampfposition. Er jedoch nahm eine ein, die ich bisher noch nie gesehen habe. Es verstrichen einige Sekunden der Stille und unserer Bewegungslosigkeit. Dann nickte wir uns gegenseitig zu und das Duell nahm seinen Lauf...


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PostPosted: 01.03.2005 15:30 Reply with quoteBack to top

soo, jetzt wo die geschichte langsam zum ende hin geht sollte ich die darauffolgende mal langsam weiterschreiben rolleyes naja, wird scho wink

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel IX

Es war ein langes und hitziges Duell. Am Anfang des Duells lies sich eine ungefähre Gleichmäßigkeit feststellen, welche aber im Laufe des Duells vollkommen verschwand. Man könnte meinen wir führen eine Übung aus, bei welcher der Eine drei Schritte und dann der Andere drei Schritte angreift. Und dies in einem ständigen Wechsel. Nachdem dieser regelmäßige Teil überwunden war, begann die eigentliche Hitze des Gefechts.
Es verstrich nicht viel Zeit, bis die ersten Matrosen dieses Duell mitbekamen. Es sammelten sich immer mehr Matrosen, welche uns im respektvollen Abstand zuschauten. Sie pfiffen und johlten bei besonders außergewöhnlichen Schlägen oder Schlagfolgen und feuerten uns an. Es war ein angenehmes Gefühl im Auge der Aufmerksamkeit zu stehen.
Während ich, meist mit großer Mühe, all seine Schläge abwehrte, tat er dies nicht mal bei der Hälfte Meiner. Er duckte sich unter oder sprang über die Klinge oder wich dieser einfach nur seitlich aus. Dadurch konnte er schneller zuschlagen und das machte mir noch schwerer zu schaffen.
So ging es lange Zeit und ich bemerkte nicht mal, wie schnell diese verging. Die Sonne ging unter und der Mond trat langsam hervor. Das Duell ging immer weiter, ohne das klar wurde, wer es gewinnen würde. Bis...
Benedikt setzte zu einem Schlag von oben an und ich riss reflexartig mein Schwert in die Höhe um so den Schlag abzuwehren. Als die Schwerter sich trafen drückte Benedikt zu. Er wollte mich wegstoßen um sich so einen Vorteil zu verschaffen. Um dies zu verhindern, drückte ich gegen. Schweißperlen liefen von seiner Stirn und ich war überzeugt, dass dies bei mir noch schlimmer aussah. Wir blickten uns kurz in die Augen und er verstärkte den Druck so sehr, dass er mich wegstieß.
Ich stolperte einige Schritte rückwärts, nahm aber sofort wieder meine Kampfposition als ich stehen blieb. Und so blieb ich dort reglos stehen, so wie er auch. Wir beide atmeten schwer und kleine weiße Luftwölkchen bildeten sich vor unseren Gesichtern beim Ausatmen. 'Im nächsten Angriff werde ich meine gesamte Kraft stecken um das Duell zu meinen Gunsten zu beenden. Ich werde gewinnen!' Ich war mir ziemlich sicher, dass er das gleichen denken würde wie ich. So standen wir da, jeder in seiner jeweilige Position, wartend und Kräfte sammelnd.
Dann griff ich an. Ich rannte ihm entgegen und schlug von links zu. Er hielt sein Schwert zwischen meiner Klinge und seinen Körper. Mein Schwert jedoch streifte auf seinem weiter und ich lief an ihm vorbei. 'Nein!' Mir wurde schlagartig bewußt, was nun geschah und hatte kurz das Bild vom Kampf zwischen dem Wegelagerer und Benedikt vor Augen. Ich ließ mich fallen und rollte ein gutes Stück weg von ihm. Ich konnte spüren wie seine Klinge über meinen Kopf hinweg surrte. Die Matrosen johlten auf und klatschten begeistert.
Ich richtete mich sofort auf und drehte mich zu Benedikt um. Er stand noch mit dem Rücken zu mir. 'Meine Chance.' Ich sammelte all meine Kraft und lief auf ihn zu und dann... Es fiel mir erst nicht auf, aber alles um mich herum schien etwas langsamer abzulaufen. Ich konnte mich jedoch im Gegensatz meiner Umgebung normal weiterbewegen. Ich dachte nicht viel darüber nach, sondern rannte weiter auf Benedikt zu, welcher immer noch mit dem Rücken zu mir stand. Ich hatte meinen Sieg schon vor Augen. 'Ich werde gewinnen!' Ich registrierte nebenbei, dass sich in den Gesichter einiger Matrosen Entsetzen widerspiegelte, bei anderen die pure Verwunderung. 'Sicher, weil Benedikt sich nicht umdreht' waren meine Gedanken, mit denen ich dies aus meiner Konzentration nahm. Ich war fast bei Benedikt und holte zu einem Schlag von rechts aus und während ich dies Tat verging die Welt um mich herum immer schneller, bis es wieder im normalen Tempo weiterging. Im letzten Moment drehte sich Benedikt um und wehrte meinen Schlag mit sehr viel Mühe und Glück ab. Entsetzten stand auf seinem Gesicht geschrieben und ein Erstauntes Raunen ging durch die Masse der Schiffsbesatzung.
Der Aufprall der Schwerter war so enorm, das wir beide weggestoßen wurden und erst nach einigem Taumeln das Gleichgewicht wieder fanden. Nachdem ich mich wieder gefasst hatte rannte ich sofort wieder auf Benedikt zu. Im Lauf bemerkte ich, dass schon wieder alles um mich langsamer verging. 'Irgend etwas stimmt nicht, aber was?' Ein mulmiges Gefühl stieg in mir auf, doch ich bekämpfte es. 'Ich werde gewinnen, danach kann ich über dieses hier nachdenken.' Ich rannte das letzte Stück zu Benedikt und hob das Schwert um ihn von oben zu schlagen. Die Zeit verstrich wieder im normalen Tempo und Benedikt reagierte schneller als beim letzten Schlag. Er riss das Schwert nach oben und mein Schwert traf auf es mit einem gewaltigen klirrenden Geräusch. Doch diesmal kämpfte ich gegen die Wucht des Aufpralls an und drückte meine Klinge gegen seine. 'Ich muss gewinnen!' Er blickte mich jedoch mit einem unpassenden ruhigen Gesichtsausdruck an und drückte dann mit einer Kraft, die ich bei ihm bisher noch nie erlebt hatte.
Er stieß mich weg und ich stolperte beim zurücktaumeln. Nachdem ich zwei Schritte auf den Planken rollte, sprang ich wieder auf. Benedikt rannte auf mich zu und ich spannte mich innerlich. Er machte aber keine Anstalten um zuzuschlagen, selbst dann nicht, als er fast in Schlagweite war. Ich holte mit dem Schwert von rechts aus. Doch er sprang hoch und mein Schlag ging ins Leere. Doch es war kein gewöhnlicher Sprung den er vollführte... Er sprang über mich rüber! 'Das kann nicht sein!' Ich versuchte noch mein Schwert so schnell wie möglich nach oben zu reißen, doch ich war zu langsam und mein Schlag ging wieder ins Leere. Benedikt landete fast geräuschlos hinter mir und klopfte mir dann mit der Breitseite seines Schwertes sachte auf meine linke Seite. Mit einem Seufzen ließ ich das Schwert sinken. Er hatte gewonnen. Die Matrosen pfiffen und klatschten begeistert und die Menge löste sich langsam auf und ging wieder ihren eigenen Angelegenheiten nach. Ich lächelte und drehte mich zu ihm um. Er blickte mich mit einem ruhigen aber freundlichen Gesicht an. "Glückwunsch zu deinem Sieg", sagte ich, immer noch lächelnd.
"Danke. Du hast aber auch nicht schlecht gekämpft. Leicht hast du es mir nicht gerade gemacht.", erwiderte er und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Ganz kurz aber es war da.
Ich strahlte geradezu vor Freude. "Danke, ich habe bis zum Schluss wirklich geglaubt ich könnte über dich siegen."
"Wir sollten zum Magierkonzil in Britain reisen.", sagte er mit ernster Mine.
Ich blickte ihn erstaunt und verwirrt zugleich an. "Weshalb?"
"Du scheinst ein klein wenig magische Kraft in dir zu haben. Ich weiß nicht wie stark es in dir ist, aber es sollte untersucht werden. Während... unserem Duell ist deine magische Kraft kurzzeitig aktiv geworden... Du wurdest unnormal schnell, so schnell, dass ich dich für einen Augenblick nicht mal sehen konnte. Wir sollten zum Konzil um das untersuchen zu lassen. Vor allem mußt du lernen es zu kontrollieren."
Mir wurde plötzlich bewußt, was dieses Ereignis von vorhin war. 'War das vorhin wirklich Magie?' "Ist es weit bis zum Konzil?"
Er nickte. "Britain ist von Vesper weiter entfernt als Minoc. Hätte ich früher davon gewußt, hätten wir gleich ein Schiff nach Britain genommen. Aber das ist nun auch ganz gleich. Verzeih, dass du dein Ziel Minoc vorerst aufschieben mußt, aber dies hier ist wichtiger."
"Nein, nein", sagte ich mit einer abwinkenden Handbewegung und setzte lächelnd hinzu "Das macht mir nichts aus." In Wirklichkeit wollte ich einfach bei Benedikt bleiben. Ich fühlte mich wohl in seiner Nähe. "Sind die Übungen denn schon abgeschlossen oder erwartet mich noch etwas?"
"Du bist nun im Umgang mit dem Schwert gelehrt. Du wirst dich gegen ziemlich unangenehmen Banditengesindel wehren können."
Ich schnallte das Schwert ab und wollte es ihm reichen, doch er hob gleich abwehrend seine Hände. "Nein, behalte es. Siehe es als Belohnung für das Duell an." Er lächelte mich an und ich nickte erfreut "Danke, das ist lieb von dir."
"Keine Ursache, wenn du es aber nicht die ganze Zeit bei dir tragen willst, kannst du es auch unter Deck bringen. Auf diesem Schiff gibt es nichts, wogegen du das Schwert zu richten brauchst. Du bist hier sicher."
Ich nickte. 'Er hat Recht, hier kann mir einfach nichts passieren.' Ich verstärkte meinen Griff entschlossen um das Schwert und lief zur Treppe, die unter Deck führte. Bevor ich hinunter ging schaute ich noch mal zum Himmel. Er war wolkenlos, wie all die Tage davor. Ich runzelte die Stirn, zuckte aber gleich darauf mit den Schultern. 'Ich weiss nicht, wie es auf See ist. Es wird schon seine Richtigkeit haben.' Mit diesen Gedanken ging ich dann hinunter und verstaute das Schwert bei meinen Sachen.

Als ich wieder auf Deck kam empfing mich ein starker Regenschauer. Ich erschrak leicht als ich zum Himmel blickte. Der Himmel war vollständig von schwarzen Wolken bedeckt und Blitze zuckten innerhalb der Wolken auf. Es sah bedrohlich aus. Der Regen wurde immer stärker und die See wurde zunehmend unruhiger. Ich lief zu der Stelle wo Benedikt vorhin gewesen ist. Ich bemerkte beiläufig das auf dem Schiff überall eine Eile herrschte, die in den Tagen davor nie hervortrat. Als ich dort ankam, war meine Kleidung schon ziemlich durchnässt, doch nachdem ich mich umgesehen hatte durfte ich feststellen, dass Benedikt nicht mehr hier war. Das Schiff schaukelte auf der See und das Wasser brach sich am Bug des Schiffes. Ich blickte mich weiter auf dem Schiff um. 'Wo ist er?'. Dann plötzlich schrie jemand auf. Ich wendete meinen Blick dorthin, woher der Schrei kam und erblickte einen Matrosen, der auf etwas hinter mir deutete, sich dann umdrehte und das Weite suchte. Ich drehte mich langsam um und sah, wie eine riesige Welle auf mich zukam.
Ich blieb starr vor Schreck. Das Bild war furchterregend... und zugleich kam es mir bekannt vor. Die Welle traf das Schiff und brach sich an der Reling. Wassermassen fielen auf mich hinab und ich warf mich schreiend hin. Ich schluckte Wasser und musste dadurch husten, aber so kam noch mehr Wasser in meine Lungen.
Dann, wie aus dem Nichts, packte mich eine Hand an der Schulter und zerrte mich weg.
"Schnell, unter Deck!" Es war Benedikts Stimme. Er zerrte mich auf und drückte mich voran zur Treppe die unter Deck führte. "Schneller!" Er sagte dies leise, aber so scharf das mir ein Schaudern über den Rücken lief. Irgend etwas stimmte hier nicht. So kämpften wir uns durch den Regen, ich voran und er stets hinter mir, mich vorwärts drängend.
"Verdammt!", murmelte er und ehe ich mich versah, stieß er mir hart in den Rücken. Ich schrie auf und stolperte mindestens sechs Schritt vorwärts, bis ich dann vollends hinfiel. Während ich fiel drehte ich mich und sah Benedikt da stehen. Er sah mich mit einem Blick an, der seine feste Überzeugung ausstrahlte, dass er das richtige tat.
Dann geschah alles ganz schnell. Eine riesige Welle erfasste Benedikt von links und riss ihn mit. Als die Welle an die gegenüberliegende Reling traf, konnte ich ein dumpfes Geräusch hören. Die Welle war weg... Wie Benedikt auch. "NEIN!" Ich rannte zur Reling, auf welche die Welle mit Benedikt traf. "BENEDIKT!" Ich schaute hinaus aufs offene Meer, aber ich sah ihn nicht. "BENEDIKT! KOMM ZURÜCK!" Tränen stießen mir in die Augen. "Nicht so. Nein, nicht so.", sagte ich mit einer von Trauer erfüllten Stimme und fing an über die Reling zu steigen.
Als ich gerade das eine Bein auf der anderen Seite hatte, packte mich eine große und kräftige Hand .
"Bist du des Wahnsinns, Mädchen?" Es war die Stimme des Koches.
Ich wehrte mich seinen Griffes. "LASST MICH LOS! BENEDIKT BRAUCHT HILFE!" Ich schaut ihn mit einem Blick an, welcher Verzweiflung und Hass in sich trug.
"Euer Freund ist vermutlich schon tot und ihr solltet ihm nicht in den Tod folgen.", sagte er mit besänftigender Stimme.
"NEIN! LASST MICH LOS!" schrie ich und versuchte abermals vergebens seinem Griff zu entkommen.
"Wenn ihr nicht hören wollt, muss ich andere Saiten aufziehen." Er packte mich mit der anderen Hand und zerrte mich mühelos über die Reling, Er schliff mich über die Planken zur Treppe die unter Deck führte. Ich zappelte und versuchte loszukommen, aber dies war auch dieses Mal vergebens. Das letzte bisschen Hoffnung in mir, Benedikt retten zu können, erlosch.
Tiefe Trauer erfasste mich... Ich würde ihn niemals wiedersehen. "Benedikt" waren meine letzten geflüsterten Wirte, als ich unter Deck gezogen wurde und das Meer aus meinem Sichtbereich entschwand. Das letzte was mir noch in den Blick fiel, war der Himmel der sich zu lichten begann.

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PostPosted: 22.03.2005 11:23 Reply with quoteBack to top

Wird mal Zeit das ich hier weiterposte... andere erfreuen sich schon des. 2. Kapitels der 2. Geschichte, während wir hier immernoch in der ersten Geschichte rumdümpeln.

Ab jetzt werden die Kaps stetig länger und sogar besser (vom Schreibstil her, obs gefällt lass ich jeden für sich selbst entscheiden wink)

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel X

Es war soweit... Wir waren am Ziel der Reise angekommen. Vesper... Die letzten drei Tage vergingen ziemlich schnell. Trotzdem hatte ich viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Ich habe mich entschlossen, nicht umzukehren und alles aufzugeben, sondern ich werde weiterziehen, bis nach Britain zum Magierkonzil, so wie es Benedikt es mit mir vorhatte. Wenigstens das war ich ihm schuldig.
Die letzten Tage verliefen im sonstigen ereignislos. Ich blieb in meinem Zimmer und tat auch keine Anstalten es zu verlassen. Regelmäßig kam mich der Koch besuchen und brachte mir was zu essen. Er wirkte dann immer so bedrückt und besorgt. Ich war nicht mehr böse auf ihn, denn er hatte das Richtige getan. Ich habe ihm dies auch gesagt und ganz kurz hellte sich sein Gesicht auf und er lächelte, aber so schnell das Lächeln kam verschwand es auch wieder und machte seiner Besorgnis wieder Platz.
Einmal kam auch der Kapitän zu Besuch und sprach mir sein tiefstes Mitgefühl aus. Nachdem wir uns einen Moment unterhalten hatten, bot er mir eine Art "Freundschaftsdienst" an. Da mir nun nicht nur meine sondern auch Benedikt’s Sachen gehörten, schlug er vor, mir alles abzukaufen, was ich nicht brauchen würde und dies zu einem mehr als guten Preis. Auch wenn es mir widerstrebte ging ich auf sein Angebot ein. Ich wusste nur zu gut, dass ich all dies nicht behalten konnte.
So durchsuchte ich Benedikt’s Sachen. Ich fand ein wenig Gold, einige Rationen Stockfisch, Kleidung, ein durch einen Siegel verschlossenem Briefumschlag und einen Ring. Den Bogen sowie den Köcher rührte ich nicht an, denn ich hatte keine Ahnung wie man mit so was umgeht. So nahm ich das Gold an mich und überwand mich auch etwas von dem Stockfisch mitzunehmen. Es schmeckt zwar scheußlich, war aber länger haltbar und besser als gar nichts zu essen. Die Kleidung ließ ich in seinem Rucksack. Als ich den Brief in den Händen hielt, wollte ich ihn öffnen. Ich konnte mich jedoch zurückhalten und steckte den Brief ein. Dann nahm ich den Ring in die Hand... Und dann durchströmte es mich... Wärme und Geborgenheit. Und da war noch was anderes... Leise, fast wie ein Flüstern, ging es über meine Lippen. "Benedikt". Dann war es wieder vorbei. Trauer umfing mich und ich starrte den Ring an. Das Gefühl kam nicht wieder, doch ich steckte mir den Ring an meine rechte Hand. 'Auch wenn du nicht mehr in diesen Landen wandelst, ich werde dich nicht vergessen...'
Nach einigen Sekunden fing ich mich wieder aus meiner Träumereien. Ich stellte den Rucksack wieder um Bogen und Köcher und dachte noch eine Weile nach, bis der Kapitän kam. Er kaufte mir die übrigen Sachen zu einem wahrlich großzügigen Preis ab und ließ mich dann wieder mit meinen Gedanken alleine.

Es war gutes Wetter. Die Sonne schien stark vom Himmel herab und vereinzelt waren Wolken zu sehen. Ich stand mit dem Kapitän und dem Koch auf Deck des im Vesper Hafen liegenden Schiffes. Ich hatte meinen gepackten Rucksack dabei. Ich verabschiedete mich von den Beiden, welche in den letzte sechs Tagen zu guten Freunden wurden und als ich bemerkte, dass der Koch immer noch einen besorgten Blick hatte, umarmte ich ihn und flüsterte ihm ein "Danke" ins Ohr. Er lächelte mich kurz an, doch der besorgte Gesichtsausdruck machte sich sofort wieder auf seinem Gesicht breit. Der Koch tat mir leid, denn er konnte nichts dafür und er hätte es auch nicht verhindern können.
Ich drehte mich um und ging los. Als ich gerade zum Anfang der Planke gelangte, die hinunter zum Hafen führte, erklang hinter mir die Stimme des Kochs. "Gute Reise, Rachel!", und er setzte leise hinzu, "Pass auf dich auf..." Ich warf keinen Blick zurück, ging aber lächelnd die Planke hinunter, und während ich so ging, wiederholte ich seinen gesagten Satz immer und immer wieder in Gedanken. Als ich unten ankam fiel es mir auf. Die Erkenntnis war so erschreckend, dass ich im Schritt stockte. 'Ich habe ihm doch nie meinen Namen genannt...', schoss es mir durch meinen Kopf und ich drehte mich langsam um, so dass ich das Fenster zu seiner Küche sehen konnte. 'Ich habe ihm doch nie gesagt, wie ich heiße...'
Bevor ich den Gedanken zu Ende führen konnte, geschah, womit keiner gerechnet hätte. Das Fenster zerbrach klirrend und die Scherben fielen ins Wasser. Kurz darauf kam eine riesige Flamme aus dem zerbrochenem Fenster geschossen, welche sofort wieder verschwand.
Ohne einen weiteren Augenblick zu zögern rannte ich, so schnell ich konnte, die Planke wieder hinauf. Auf meinem Weg nach oben stieß ich einen mir entgegenkommenden Matrosen aus dem Weg. Er schrie wütend auf und hatte Glück, dass er nicht von der Planke ins Meer stürzte, aber ich hatte keine Zeit um mich umzudrehen. Ich hastete weiter nach oben. Auf Deck angekommen wendete ich mich sogleich zur Treppe die unter Deck führte. Kurz vor dieser ließ ich meinen Rucksack fallen, bevor ich der Treppe folgte. Nach einer kurzen Weile kam ich zur Tür, die in die Küche folgte. Sie war immer einen Spalt weit offen gewesen, doch jetzt war sie verschlossen. Ich versuchte sie zu öffnen, aber es schien als würde etwas schweres die Tür versperren. Ich ging ein paar Schritte zurück und warf mich mit aller Kraft gegen, doch es bewirkte nichts. Ich versuchte es noch ein zweites Mal und ich fiel fast mit der Tür in den Raum hinein, so leicht war diese zu öffnen.
Im Inneren der Küche bot sich mir ein grausamer Anblick. Der größte Teil der Schränke war vollkommen zerstört. Auf dem Boden lag alles Mögliche verstreut. Der Kochtopf der einst in der Mitte des Raumes stand, lag nun umgekippt in einer Ecke. Hier und da brannte es noch.
Links von mir saß der Koch in sich zusammengesunken, an er Wand gelehnt. Er hatte viele Brandwunden und der beißende Geruch von verkohltem Fleisch lag in der Luft. Ich beugte mich zum Koch und er blickte mich aus weit aufgerissenen Augen ungläubig an. "Rachel...", brachte er gequält hervor, "Es ist wichtig, dass du deine Reise fortsetzt." Er hustete. "Versprich mir, dass du auf dich aufpaßt." Er versuchte zu Lächeln, aber es sah schrecklich aus. Mir stießen Tränen in die Augen und ich wollte was sagen, doch er schüttelte nur den Kopf. "Weine nicht um mich... Ich hätte es nicht verdient." Er schüttelte sich unter starken Krämpfen. "Und jetzt... Lauf, Rachel... Lauf weg von hier.", er bäumte sich auf und ein Schmerzensschrei entfuhr ihm. Danach hatte ich nur noch eine leblose Hülle in den Armen. "Nein", ich drückte mein Gesicht gegen seinen Körper und meine Tränen näßten sein Hemd. Dann wurde mir wärmer und ich sah auf. Das Feuer hatte sich neu entfacht und brannte immer stärker.
Ich sprang auf und rannte durch die Tür hinaus in den Korridor. Als ich mich dann herumdrehte um in die Küche zu schauen, sah ich noch wie das Feuer stärker wurde, doch dann plötzlich erlosch... Ein Schauder lief mir den Rücken hinunter, doch ich wagte es nicht noch einmal in die Küche zu gehen, sonder verließ mit gemischten Gefühlen das Schiff.

Ich schlenderte den Hafen entlang und war so in Gedanken versunken, dass ich kaum etwas von der Umgebung mitbekam. Dann wurde ich plötzlich aus den Gedanken gerissen, als mich jemand von rechts anrempelte. Ich stolperte einen Schritt zurück, fand aber, leicht schwankend, mein Gleichgewicht wieder, doch der Andere hatte weniger Glück. Er stolperte ein Stück zurück und landete dann rücklings und unsanft auf dem Boden.
Ich murmelte einen leisen Fluch und stellte fest, wie sehr mich in den letzten Tagen verändert hatte. Ich betrachtete dann den Anderen genauer. Es war ein ziemlich junges Mädchen, ich hatte sie auf gerade mal 16 Jahre geschätzt, welche eine leichte Robe aus dünnem, blauen Stoff trug. Dicht neben ihr lag ein gewundener hölzerner Stab, den sie hat fallengelassen. Sie schien irgendwas immer und immer wieder zu murmeln und hob dann ganz langsam den Kopf, bis sie mir direkt in die Augen sah. Sie hatte Angst, das konnte ich in ihrem Gesicht erkenne, Angst vor dem, was ich mit ihr machen würde. Sie öffnete langsam den Mund um etwas zu sagen, als eine Person hinter ihr trat und ihr zügig aufhielf.
Zu meiner eigenen Überraschung war dieser ebenfalls ein junges Mädchen. Sie war ungefähr ein Jahr älter als das erste. Dieses hatte eine beschlagene Lederrüstung an und ein Kurzschwert an ihrer Seite gebunden. Im Gegensatz zum ersten Mädchen strotzte dieses fast nur von Selbstbewußtsein und Tatendrang. Sie fragte mit leiser Stimme, die gerade Gestürzte. "Alles in Ordnung?" und dies wurde von einem kurzem Nicken erwidert.
Ich nutzte die Zeit und musterte noch mal beide. Die Eine, welche mich angelaufen hat, hatte schulterlanges, fast blaues Haar. Außerdem hatte sie im Gesicht ein Zeichen, welches mir bis dato unbekannt war. Die Andere, welche der Ersten aufgeholfen hatte, hatte hellbraunes, welliges Haar, welches etwas länger war, als das der Ersten. Sie war es auch, welche das Gespräch nun in die Hand nahm.
"Verzeiht das Verhalten meiner Freundin. Sie ist meist in Gedanken versunken und sich ihrer Umwelt nicht bewußt. Es tut ihr und auch mir aufrichtig leid, was geschehen ist." Sie verneigte sich vor mir leicht und stieß ihre Freundin an, es ihr gleich zu tun.
Ich lachte und legte beiden eine Hand auf ihre Schultern. "Ihr braucht euch nicht vor mir verneigen, ich bin ein normaler Mensch wie ihr beide auch." Sie blickten mir vorsichtig in die Augen und ich lächelte sie an. Sie lächelten beide zurück und richteten sich wieder auf. "Doch sagt mir, wer seid ihr beide?"
"Ich bin Sarah und das hier ist Diana.", sagte das Mädchen und deutete dabei kurz auf ihre etwas schüchterne Freundin. "Wir kommen beide aus Minoc. Ich habe bei meinem Vater das Kämpfen erlernt, während Diana immer über ihren Büchern gesessen hat.", sagte sie in einem leicht neckischen Tonfall.
"Aus Minoc... Und was macht ihr hier in Vesper, so weit weg von der Heimat?"
Sie schwieg erst und wechselte dann einen kurzen Blick mit Diana. "Wir sind von Zuhause weggelaufen, denn wir wollen Abenteuer erleben!"
Mir kam dies ziemlich bekannt vor und ich biß mir auf die Unterlippe. "Passt bloß auf euch auf... Die Wälder sind gerade jetzt ziemlich gefährlich. Wie alt seid ihr eigentlich?"
Sie ignorierte gekonnt meinen Einwand und ging gleich daran meine Frage zu beantworten. "Ich zähle 17 und Diana 16 Jahre... Doch sagt uns", sie musterte mich einen kurzen Augenblick, "Wer seid ihr eigentlich und wie alt seid ihr?" Sie grinste mich mit kindlichem Ernst an.
Ich seufzte leicht, beantwortete dennoch ihre Frage. "Nennt mich Rachel. Seit 21 Jahren lebte ich bei meiner Familie auf Occlo und nun bin ich ausgezogen um mehr von der Welt zu sehen."
Sie nickte nur. "Danke nochmals für ihr Verständnis. Wir werden weiter und ihr sicher auch. Gehabt euch Wohl.", sagte sie und lief los, direkt an mir vorbei, dich gefolgt von Diana.
Ich drehte mich herum und blickte den Beiden noch einen Moment nach. Diana blieb nach einigen Schritten stehen und schaute zu mir zurück. Ich glaubte gesehen zu haben, wie ihre Lippen das Wort "Danke" formten, doch sie drehte sich schnell wieder um und lief weiter hinter ihrer Freundin Sarah her.
Mit einem Schmunzeln wendete ich mich wieder meinem ursprünglichem Weg zu. Und während ich dort so dahin schritt, hatte ich das unangenehme Gefühl, dass ich die Beiden nie wiedersehen würde.


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PostPosted: 24.03.2005 13:18 Reply with quoteBack to top

So, ab jetzt kommen die letzten 3 Kapitel dieser Geschichte (Gran Finale ;o) )

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel XI

Mir wurde ziemlich früh meine Hilflosigkeit bewußt. Ich kannte dieses Land einfach nicht. Ich wußte wo ich hinwollte, doch den Weg dorthin würde ich ohne Hilfe nie finden. Ich schlenderte durch die Straßen Vespers und machte mich mit der Stadt selbst vertraut. Während ich durch Vesper wanderte hörte ich mich auch hier und dort um, aber niemand konnte mir eine gewisse Wegbeschreibung geben, noch mich nach Britain führen. Der einzige Vorteil, den mir diese Suche nach Ratschläge gebracht hatte, war die Tatsache, dass ich mich in Vesper nun so gut auskannte wie daheim auf Occlo.
Vesper bestand aus mehreren kleinen Inselteilen, welche untereinander mit breiten und starken Brücken verbunden waren. Der Aufbau von Vesper war zwar interessant, doch ich hatte weder die Zeit noch die Lust dazu gehabt, etwas mehr darüber nachzudenken.
Später an diesem Tag, es begann schon die Dämmerung einzusetzen, suchte ich den örtlichen Gasthof auf und quartierte mich dort fr ein gewisses Entgelt ein. Nachdem ich meine Sachen in meinem Zimmer verstaut habe, begab ich mich nach unten um wenigstens nicht mit einem leeren Magen einschlafen zu müssen. Unten angekommen musste ich leider feststellen, dass wohl noch mehr auf diese Idee gekommen sind. Ich blickte mich um und ging dann langsam durch die Reihen der eng aneinander gestellten Tische, auf der Suche nach einem Platz. Es war, wie sich herausstellte, eine ziemlich großes Unterfangen einen freien Platz zu finden und auf meinem Weg wurde ich von lauten tavernentypischen Geräuschen begleitet, was die Suche noch mehr erschwerte. Ich wollte mich grade mit dem Gedanken abfinden heute zu hungern, als ich einen freien Platz an einem Tisch erblickte. An diesem Tisch saß ein kleiner untersetzter Mann und ein etwas größerer, welche beide gerade in einem hitzigen Gespräch vertieft zu sein schienen.
Ich ging zielstrebig auf diesen Tisch zu und eh ich gerade noch zwei Schritte von diesem entfernt war, unterbrach der kleinere von Beide das Gespräch und schaute mich fragen, aber auch etwas genervt an. "Was ist?", fuhr er mich in einem harschen Ton an und ich schreckte leicht zurück. Seine Mine wandelte sich aber schlagartig in eine Schuldbewußte und er sprach schnell und in einem entschuldigen Tonfall. "Verzeiht mir bitte. Es läuft nicht mehr so wie damals und das Unglück scheint mich zu verfolgen. Es war nicht meine Absicht euch so anzufahren."
Ich nickte ihm zu und zwang mich zu einem Lächeln. Ich konnte ihn verstehen. "Ich wollte nur fragen, ob ich mich an diesen Platz dort setzen dürfte." Ich deutete auf den freien Holzstuhl. "Sollte ich stören, suche ich mir natürlich einen anderen Platz..."
Er machte hastig eine abwehrende Handbewegung "Nein, nein. Setzt euch ruhig, ihr stört bestimmt nicht."
Ich nickte ihm dankbar zu und nahm den Platz ein. Er lächelte mich kurz an und nahm dann wieder das Gespräch mit dem anderen auf. Ich versuchte dem Gespräch nicht zu lauschen was nicht gerade leicht war, da beide ziemlich nahe saßen, und ich bemühte mich statt dessen die Aufmerksamkeit des Wirtes oder der Schankmaid, welche ziellos durch die Tischreihen ging, zu erlangen. Dies stellte sich aber wesentlich schwerer dar, als ich zuerst dachte.
"Also, wo war ich? Ach ja. Ich sag dir, mein Freund, Söldner sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Als ich von Britain hierher wollte, verlange einer dieser..." Ich horchte auf, hatte er nicht gerade 'Britain' gesagt? "... Söldner einen Sack Goldstücke! Weißt du wieviel solch ein Sack heute Wert ist?" Der Größere setzte gerade zu einer Antwort an, doch der untersetzte Mann machte eine schnippische Handbewegung und zerdrückte so die Antwort seines Gegenübers im Keim. "Ich sag dir nur eines... Für einen Sack Gold konnte ich mir früher eine Handvoll Söldner leisten! Und weißt du, wie er es begründet hat? 'Die Wälder sind gefährlicher geworden und es scheint sich etwas großes gefährliches zusammenzubrauen'! Kannst du dir so etwas vorstellen? Ich musste ein paar Leute von der Straße aufgreifen, die mich für das übliche Sold begleiteten. Und das schlimmste ist, ich muß morgen wieder zurück nach Britain mit meinen Waren und mehr Gold als vorher. Und ich konnte wieder nur ein paar Menschen aus der Gegend anheuern und keine professionellen Söldner! So etwas regt mich auf, das glaubst du gar nicht!"
Er griff nach seinem Krug und nahm ein paar große Schlucke, bevor er ihn wieder abstellte. Dies war meine Chance, ohne ihm beim Erzählen zu unterbrechen. "Verzeiht, doch ihr sagtet ihr müsstet morgen nach Britain?" Er sah mich kurz an, doch dann hellte sich seine Mine kurz auf und er nickte. "Ja, ich werde morgen nach Britain, wieso fragt ihr?"
Ich hatte das Gefühl, dass er eigentlich genau wusste wieso und er wurde mir sogleich etwas unsympathischer, was sich später sogar bestätigte. "Ich muß auch unbedingt nach Britain und da ich den Weg dorthin nicht kenne, wäre es mir lieber wenn mich jemand mitnehmen würde..."
Er nickte verständnisvoll und obwohl er eine starre Mine hatte war ich mir sicher, dass er gegrinst hätte würde er es zulassen. "Sicher doch, aber wenn ich euch mitnehme kostet es auch etwas, da ich meine Ausgaben schliesslich decken muss." Und er lächelte mich unschuldig an.
‚So nicht mein lieber‘ schoss es mir durch den Kopf. "Nun ich hätte da einen besseren Vorschlag. Wie ich hörte sucht ihr noch Söldner und zufällig kann ich sehr gut mit dem Schwert umgehen. Ich würde sagen, ich begleite euch bis nach Britain und ihr bezahlt mir ein geringes Sold..." Ich lächelte ihn mit dem gleichen unschuldigen Lächeln an, wie er es eben noch tat.
Doch anstatt die Fassung zu verlieren oder sonst irgendwie zu erzürnen, behielt er sein Lächeln bei und schien die Ruhe geradezu auszustrahlen. "Für wenig Sold also? Mhh. Es tut mir wirklich leid, aber ich habe nicht genügend Gold um einen weiteren Söldner anzuheuern... Aber vielleicht wollt ihr ja auch für mich arbeiten ohne bezahlt zu werden?" Er war bestens darauf vorbereitet gewesen und es trug nicht gerade zu seinem Ansehen von meiner Seite aus bei...
Wir wussten beide, dass er genug Gold dabei hatte um eine ganze Legion von Söldnern bei niedrigen Lohn anzuheuern, doch ich musste einwilligen da ich nicht wußte, wann ich das nächste Mal die Chance hatte nach Britain zu kommen. So willigte ich ein und wir lächelten uns beide mit einem aus jeweils verschiedenen Gründen aufgesetzten Lächeln an, "Gut. Mein Name ist übrigens Kaplas Lyon. Und ihr seid...?"
"Rachel werde ich genannt, Rachel Ferrun." Mir fiel auf, dass das letzte mal als ich meinen vollen Namen genannt hatte, schon fast 13 Jahre her war. 'Damals war ich noch 8 Jahre alt und ein junger Krieger besuchte uns. Er hatte mich nach meinen Namen gefragt. Wegen ihm...' Bevor ich meinen Gedanken zu Ende führen konnte unterbrach mich Kaplas.
"Gut Rachel. Ich erwarte euch dann morgen früh zur neunten Stund an der Bank hier von Vesper. Ihr wisst doch wo die Bank ist, oder?"
Ich schmunzelte. "Ja, dass weiss ich."
"Gut, gut. Kommt nicht zu spät, sonst ziehen wir ohne euch los!" Mit diesen Worten erhob er sich und sei hochgewachsener Freund tat es ihm gleich. Er schaute mich noch mal mit einem Grinsen an und bewegte sich dann zum Ausgang. "Bis morgen Rachel", sagte Kaplas und folgte seinem Freund raus aus dem Gasthof.
Ich seufzte und hob meine Hand um der Schankmaid oder dem Wirt meine Bestellung abzugeben.

Eine Weile später, ich hatte gerade gegessen, versuchte ich noch mal die Erinnerung von Vorhin zurück ins Gedächtnis zu rufen. Doch so sehr ich mich auch anstrengte, dass Bild formte sich nicht mehr ganz in meinen Gedanken. Nach mehreren Minuten des Versuchens gab ich es auf. Ich bezahlte die Schankmaid, welche ungewohnt schnell am Tisch war als ich meinen Goldbeutel hervorholte und begab mich dann auf mein Zimmer. Ich zog mich um, legte mich in mein Bett und deckte mich zu. Ich blieb eine Zeitlang dort reglos liegen. Dann holte ich meine rechte Hand unter der Bettdecke hervor und schaute auf den Ring.
"Wie gerne hätte ich dich jetzt in meiner Nähe..." murmelte ich leise und die Müdigkeit, welche sich erst soviel Zeit gelassen hatte, überfiel mich jetzt geradezu. Ich drückte die Hand mit dem Ring nahe an meinen Körper und fiel langsam in einen ruhigen Schlaf.

Zu meiner eigenen Verwunderung wachte ich von alleine und früh auf. Als ich einen kurzen Blick aus dem Fenster warf, konnte ich am Sonnenstand erkennen, dass es ungefähr zur achten Stunde war. Mein Schlaf war nicht so ruhig wie ich es erst dachte, denn mein Traum schien es krampfhaft versucht zu haben mich an irgend etwas zu erinnern Ich schüttelte dann kurz den Kopf bei dem Gedanken, richtete mich aus dem Bett auf und machte mich fertig zum Reisen. Als ich bereit war, war es schon fast so spät wie es gestern Kaplas mit mir vereinbart hatte und ich zog los zur Vesper Bank.
Ich konnte schon von weitem den großen Karren und die zwei daran gespannten Pferde sehen und beschleunigte meinen Schritt. Als ich näher dran war, konnte ich auch schon einige Einzelheiten feststellen. Der Karren war bis oben hin mit Truhen, Kisten und Stoffrollen beladen und ich zweifelte bei diesem Anblick schon daran, dass die beiden Pferde genügen würden um den Karren zu ziehen und ich hatte das Gefühl, dass sich Kaplas nicht scheuen würde seine Söldner vor dem Karren zu spannen. Vor dem Karren standen vier Leute in einer Reihe und vor dieser Reihe ging anscheinend etwas ungeduldig ein kleinerer Mann hin und her. Ich amüsierte mich an dem belustigenden Gedanken, wie verzweifelt Kaplas gerade nachrechnete, wieviel Gold Verlust er nur durch das warten auf mich in diesem Moment machte. Um so erleichtert erschien mir Kaplas als er mich erblickte.
"Rachel! Sehr schön, ich hatte mir schon Sorgen gemacht ihr hättet es vergessen." Er lies mir nicht mal die Zeit um einen Gruß zu erwidern und setzte gleich fort. "Dies hier sind die restlichen Söldner, die uns begleiten werden."
Als ich neben ihm stand, fing er an mir die einzelnen Männer vorzustellen. "Dies hier ist Christov. Ein vertrauenswürdiger Mann, welchen ich in der örtlichen Taverne getroffen habe. Dies hier ist Amaro und dies sein Bruder Aster Bell. Sie sprachen mich auf der Straße an und auch sie sind sehr vertrauenswürdig. Und dies schließlich," er stellte sich vor den letzten und ich erkannte ihn als den hochgewachsenen Mann vom gestrigen Abend wieder, "ist Roland. Ein treuer Freund von mir, welcher uns auch begleiten wird. Ihr kennt euch ja schon."
Ich nickte den Männern etwas unsicher zu, doch diese erwiderten es ebenfalls mit einem Nicken oder sogar einem Lächeln. "Genug mit diesem und lasst uns keine weitere Zeit verlieren. Es liegt noch ein langer Weg vor uns!", warf Kaplas ein und machte sich schnellen Schrittes auf um auf den Karren Platz und die Zügel in die Hand zu nehmen. Und so traten wir unsere Reise nach Britain an.


#FORTSETZUNG FOLGT#

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Kamikatze
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Woody
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Gut Kami! Aber darf man etwas mehr Sex & Crime bestellen? biggrin biggrin biggrin

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Maxine
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PostPosted: 29.03.2005 07:24 Reply with quoteBack to top

Woody wrote:
Gut Kami! Aber darf man etwas mehr Sex & Crime bestellen? biggrin biggrin biggrin

hf Woody megacool


Erst beschwert er sich und jetzte kann er garnicht genug von Sex & Crime haben tongue

Ach Woody....


Kami die Story is super wink

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Kamikazekatze
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danke biggrin

so, nach den überstandenen Ostertagen kann es jetzt auch hier weitergehen *fg* vorletztes Kapitel, Finale kommt wink

FSK 16 würde ich mal sagen, aber ich bin bei sowas manchmal auch zuu streng und es ist evtl nur FSK 12 ;o)

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel XII

Der erste Teil der Reise war recht ereignislos und ich nutzte die Zeit um mehr über diese Reise und das Land selbst herauszufinden. Roland ist in Vesper heimisch und seit jeher ein guter Freund von Kaplas. Er kam nur mit, damit Kaplas ein ruhiges Gewissen und jemanden auf den er sich verlassen kann dabei zu haben. Die Reise würde, so Roland, ungefähr zwei Tage dauern. Bei Nacht würden wir rasten und am nächsten Tage weiterziehen. Durch Roland erfuhr ich überraschenderweise, dass die Reise nicht bis Britain, sondern bis zum Marktplatz weit davor führt und ich ab da allein weiter zurechtkommen müsste. Auch dies trug zu Kaplas’' geschädigten Ansehen bei mir nichts gutes bei, doch ich musste dies nun akzeptieren. Amaro und Aster waren nicht sehr gesprächig und wichen dem Großteil meiner Fragen aus, was mich doch schon verwunderte. Christov hingegen war schon viel lebendiger und kontaktfreudiger. Er selbst ist nach dem Wunsch seines Vaters ausgezogen in die Welt um seiner Familie Ruhm und Ehre zu holen. Er hat einige Kampferfahrung durch das ein oder andere Abenteuer und brauchte unbedingt Gold, weshalb er Kaplas' Angebot, wenn auch widerwillig, angenommen hat. Ich versuchte sogar Kaplas in ein Gespräch zu verwickeln und ihm gezielt auf das Ziel unserer Reise zu bringen. Doch er wehrte meine Versuche gekonnt durch einfaches ignorieren ab.
Ich lies mich ein Stück zurückfallen und stieß dann einen leisen Fluch aus, sicher das er ihn nicht hören würde. Doch trotzdem schien es, als wäre er leicht zusammengezuckt. Ich bemerkte nicht, dass Roland dicht hinter mir war, erst als er sagte "Erstaunlich wie gut er hören kann, findest du nicht?" Ich drehe mich kurz zu Roland um, nickte ihm zu und verlangsamte dann so meinen Schritt, dass ich direkt neben ihm ging. "Er verwundert mich immer wieder aufs neue."
"Diese Fähigkeit hat ihm bisher schon viele Vorteile mit seinem Geschäftspartnern gebracht."
Mein Gesichtsausdruck verdüsterte sich. "Ich weiß nicht... Er ist wie ein Zwerg."
Roland schaute mich erst ungläubig an und lachte dann so laut los, dass selbst Kaplas sich herumdrehte und schaute, was denn so lustig sein. "Du glaubst gar nicht, wie nah du dran bist. Er ist nämlich ein Zwerg!"
Mir stockte der Atem. 'Das kann doch nicht sein!' Mutter hat mir früher Geschichten von Zwergen und Elfen erzählt und ich habe mich damit abgefunden, dass es diese Wesen nicht gab. "Aber...", ich schaute unsicher zu Kaplas, "Zwerge sehen doch ganz anders aus. Ich meine... Die Größe stimmt, ja. Aber der lange Bart fehlt... Ein Zwerg würde sich nie den Bart abschneiden!", sprudelte es nur so aus mir heraus, so wie es mir einst meine Mutter erzählt hatte.
Roland nickte und antwortete dann "Das stimm auch, doch Kaplas hatte früher gerne Glücksspiele gespielt und dies immer sehr erfolgreich. Eines Tages kam ein merkwürdiger Mann zu ihm. Er trug eine lange Robe und hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Sein langer weißer Bart war das einzige was hervorstach, denn er ragte unter der Kapuze hervor. Er schlug Kaplas eine Wette vor. Ich weiß nicht, was es für eine Wette war, doch ich weiß um was es ging. Würde Kaplas gewinnen bekäme er den größten Schatz auf dieser Welt und wäre das reichste Wesen. Sollte er jedoch verlieren müsse er sich den Bart auf ewig abschneiden, was seinen Stolz und sein Ansehen unter den Zwergen sehr schädigen würde. Und wie die sehen kannst, weißt du wie die Wette ausgegangen ist."
Ich ging stillschweigend neben Roland her und wusste nicht, was ich empfinden sollte. Einerseits Mitleid, aufgrund von dem was ihm diese Wette angetan hat, aber andererseits auch Schadenfreude, weil man ihm so gezeigt hat, das Gold allein nicht alles ist.

Wir hatten etwas mehr als die Hälfte des Weges geschafft, als es anfing zu dämmern und wir etwas abseits des Weges unser Lager aufschlugen. Auf dem restlichen Weg hierher hat Roland versucht mir dieses Land zu beschreiben, doch ohne eine Karte würde ich wohl nie wissen wo was ist.
Die Pferde wurden an einen Baum gebunden und wir teilten uns auf um genug Feuerholz für ein Lagerfeuer zu besorgen. Wir suchten uns dann jeder einen Platz um das Feuer herum und teilten dann die Wachzeiten auf, während Kaplas schon anfing nahe seinem Wagen zu schlafen. Die erste Wache würde Christov übernehmen. Die zweite Roland, die dritte Amaro, die vierte Aster und die letzte dann ich. Ich schnallte mein Schwert ab und legte es neben mein Nachtlager. Dann legte ich mich hin, drehte mich vom Feuer weg und schlief langsam ein, begleitet vom leisen Pfeifen Christovs, was er zweifelsohne Tat um sich die Zeit zu vertreiben. Doch diese Nacht sollte der Traum kommen...

Als ich die Augen aufschlug fand ich mich auf einer Lichtung mit einer Holzhütte in deren Zentrum wieder. Etwas abseits der Hütte spielten zwei kleine Kinder und ich erkannte wo ich war.
Ich war zuhause. Oder eher zuhause vor 13 Jahren an dem Tag als... Bevor ich diesen Gedanken zuende führen konnte, wurde ich vom Traum eingefangen und mitgerissen. Es schien als wäre ich an dem kleinen Mädchen gebunden und müsse jeden ihrer Schritte mitmachen...
Die achtjährige Rachel tobte mit ihrem Bruder Jeris unweit des Hauses, als plötzlich ein hochgewachsener junger Mann auf der Lichtung erschien und sich umblickte. Die beiden Kinder unterbrachen ihr Spiel und schauten unentschlossen zu dem Mann. Sie haben ihn nicht kommen sehen. Als der Mann Rachel erblickte ging er geradewegs auf sie zu und kniete sich vor ihr nieder bis er auf direkter Augenhöhe mit ihr war. "Sag, junges Mädchen, sind deine Eltern daheim?". Rachel nickte zögernd und lief dann los zur Haustür, ihm bedeutend ihr zu folgen. Jeris folgte dem Mann mit einem respektvollen Abstand und musterte seine Waffe die er an seiner linken Seite trug.
Sie betraten das Haus und Rachel rief nach ihren Eltern. Vater erschien zuerst. Er kam direkt aus dem Gemeinschaftsraum und seine Mine verfinsterte sich leicht als er den jungen Mann sah. Er scheuchte Rachel mit ihrem Bruder nach oben, während er selbst mit dem Mann und seiner Frau in den Gemeinschaftsraum ging um sich dort mit ihm zu unterhalten.
Rachel spielte mit ihrem Bruder während ich, immer noch an sie gebunden, über das bisher geschehene nachdachte. Ich fragte mich, wieso ich mich an all dies nicht erinnern konnte. 'Ich habe es doch damals erlebt... Wie konnte ich es vergessen?' Der junge Mann selbst erschien mir sehr interessant und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich ihn schon irgendwoher kannte. Zu gerne wäre ich mit in das Gemeinschaftszimmer gegangen um das Gespräch zwischen meinen Eltern und dem Mann zu folgen, doch diese Verbundenheit zu meinem achtjährigen Ich verhinderte dies schon von alleine.
Dann wurden plötzlich Stimmen laut. Ich erkannte sie als die von meinen Vater. Die schien das Interesse von Rachel geweckt zu haben und sie lief schnell wieder die Treppe hinunter. Sie blieb unten direkt vor der Treppe stehen und blickte unsicher zur offenstehenden Tür. Nach einer kurzen Weile kam der junge Mann aus dem Zimmer dicht gefolgt von meinem Vater und meiner Mutter, welche im Türrahmen stehen blieb mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck. Mein Vater redete noch immer aufgeregt auf den Fremden ein, blieb aber zwei Schritte vor der Tür stehen, während der Fremde weiter auf Rachel zuging. "Vergesst diese Flausen sofort wieder, denn ich werde es nie zulassen!" schrie Vater fast und gestikulierte wild in der Luft herum.
Doch der Fremde ließ sich nicht weiter beirren und hockte sich vor Rachel hin, so dass er sich mit ihr auf ungefährer Augenhöhe befand, wie er es auch zuvor draußen getan hat. "Nun meine Kleine..." begann er, doch mein Vater unterbrach ihn. "Finger weg von meinem Kind! Beantworte ihm keine Frage, hast du gehört mein Kind?" Doch der Fremde ließ sich auch dann nicht stören und setzte seinen Satz fort.
"... willst du mir verraten wie du heißt?". Rachel schaute erst zu Vater und antwortete dann mit einem unschlüssigen Blick.
"Mein Name ist Rachel... Rachel Ferrun heiße ich..." Der Fremde lächelte und mein Vater schaute fassungslos auf Rachel.
"Rachel Ferrun, mh? Das ist wirklich ein schöner Name. Es macht doch nichts aus, wenn ich dich nur Rachel nenne, oder?", Rachel schüttelte so stark den Kopf, dass ihre langen hellen Haare durch die Luft wehten. "Gut. Nenn mich einfach Benedikt."
'Nein!' Ich schreckte innerlich auf und konnte nicht glauben was ich gerade gehört hatte. Dies sollte Benedikt sein? Ich soll ihn vor 13 Jahren schon gekannt haben?
"Weißt du, warum ich hier bin, Rachel?" Wieder schüttelte Rachel den Kopf, diesmal jedoch zaghafter mit einem starken Ausdruck von Neugier auf dem Gesicht. "Ich bin ein Krieger, entsendet von einem mächtigen Magier. Meine Aufgabe bist du, Rachel. Die Götterschwestern haben großes mit dir vor. Heute bin ich nur hier um nach dem Rechten zu sehen, doch wenn ich das nächste mal komme, komme ich um mit dir wieder loszuziehen. Erwarte mein Kommen." Er richtete sich auf und, als könnte er mich sehen, lächelte er mich an.
Ich schrie innerlich auf 'Warum? Wieso nur?' Ich wollte meinen Arm ausstrecken um Benedikt zu fassen, ihn in die Arme zu schließen, ihn wieder bei mir zu spüren, doch es ging nicht. So sehr ich es auch wollte, meine Hände durchdrangen ihn als wäre er nur ein geisterhaftes Wesen. Es war mir nicht vergönnt ihn zu spüren...
Benedikt drehte mir den Rücken zu und wendete sich an meinen Vater. "Genießt noch die nächsten Jahre mit eurer Tochter. Ich werde wiederkommen und ich werde sie mitnehmen."
"Aber... das könnt ihr doch nicht machen!"
"Es ist der Wille des Pantheons, dass dies so geschieht. Gehabt euch Wohl.", waren seine letzten Worte bevor er das Haus verließ.
Mein Vater wandte sich abrupt zu Rachel. "Hör mir zu Rachel, du wirst diesen Tag vergessen. Du wirst vergessen was heute geschehen ist. Hör bloß nicht auf das Geschwätz von diesem jungen Hitzkopf. Versprichst du mir das?" Rachel nickte zögernd und dann...
war alles schwarz. Ich befand mich im Nirgendwo, einem Traum ohne Bilder, ohne Geräusche, ohne Eindrücke. Und dann stieg eine Wut in mir auf, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Eine Wut auf meinen Vater, weil er mich vergessen ließ. Eine Wut auf mich selbst, weil ich seinem Willen folge geleistet habe. Meine Wut war gewaltig und ich fand keine Möglichkeit um mich herum um sie daran abzulassen.
Bis ich mich besann. Mein Vater wollte mich nur schützen, denn er hatte Angst und er wollte mich nicht verlieren. Ich konnte ihn verstehen. Ich ließ die Wut ab. Sie war nicht willkommen.
Dann zischte auf einmal eine Stimme mit beißenden Tonfall durch meinen Kopf. "Wach auf, Rachel. Wach auf!"

Ich schlug die Augen blitzartig auf und war hellwach. 'Was war das denn eben gerade?'
Dann hörte ich Rolands Stimme. Er schrie nicht, doch er sprach laut und aufgebracht. "Wie kannst du es wagen? Stell das sofort wieder zurück zu den anderen Waren." Ich wälzte mich herum und blickte in die Richtung aus der Rolands Stimme kam. Amaro stand dort mit einer Kiste in den Armen und sah ziemlich unsicher und hilflos aus. Vor ihm hatte sich Roland regelrecht aufgebaut und strahlte etwas bedrohliches aus. "Ich habe es von Anfang an geahnt das euch nicht zu trauen ist. Stell es sofort wieder zurück oder du wirst meinen Zorn spüren lernen."
Ich beobachtete das Geschehen stumm, bis mir eine Bewegung unweit hinter Roland ins Auge fiel. Ich konnte nicht erkennen was es war, doch ich wusste, dass es da war. Auch Amaro schien diese Bewegung bemerkt zu haben und fing an zu Lächeln. Es kam mir unheimlich vor wie er Roland anlächelte und ich begriff auch schnell, dass ich bestätigt werden sollte. Dicht hinter Roland tauchte nahezu aus dem Nichts Aster auf und es blitzte kurz etwas auf. Er hatte seine Waffe gezogen.
Ich richtete mich abrupt auf und schrie zerrissen von Fassungslosigkeit und einer dunklen Vorahnung. "ROLAND!" Amaro zuckte zusammen und ich spürte wie ich auch den Rest des Lagers aus dem Schlaf gerissen hatte.
Roland drehte sich noch um, doch es war zu spät. Aster schlug quer von unten nach oben zu. Roland wich ein Stück zurück und es bildete sich eine dunkelrote Linie auf seinem Oberkörper. Seine Kleidung verfärbte sich schnell entlang der Linie und er schaute mit Entsetzen auf seine Wunde hinab. Aster nutzte den Augenblick, drehte das Schwert geschickt in der Hand und stieß zu. Das Schwert durchdrang Rolands linke Brust mit Leichtigkeit und Aster zog es ebenso schnell wieder aus dem Körper wie er zugestochen hatte. Roland sackte auf die Knie und auf seinem Gesicht war ein ungläubiger Blick geschrieben, bis er vollends den letzten Rest Leben aushauchte und nicht mehr als einen leblosen Körper zurückließ.


#FORTSETZUNG FOLGT#

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Kamikazekatze
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PostPosted: 31.03.2005 10:00 Reply with quoteBack to top

soo, letztes Kapitel *spannung*

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Harmondale: Rachel's Geschichte

Kapitel XIII

Dies alles geschah innerhalb weniger Sekunden, doch mir kam es wie eine halbe Ewigkeit vor. "NEIN" brauchte ich in einem gequälten und langgezogenen Schrei hervor und eine mächtige Wut packte mich. Es war die gleiche Wut, die ich auch im Traum gespürt hatte, doch dieses mal hieß ich Sie willkommen. Sie erschien mir wie ein alter Freund und ich spürte nur noch ein Ziel: Rache. Rache für Roland, Rache für Benedikt, Rache für alles.
Amaro umfasste die Kiste in seinen Armen fester, machte kehrt und lief los in die Dunkelheit des Waldes. Nur wenige Augenblicke später tat Aster es ihm gleich, während Christov und Kaplas noch nicht ganz verarbeitet hatten was sie gerade gesehen haben. Ich für meinen Teil sprang auf und lief los, den Beiden hinterher. Ich war gerade am Waldrand angekommen als mir auffiel, dass ich mein Schwert vergessen hatte. Ich fluchte laut und drehte mich um, zurück zum Lager. Christov kam mir entgegen und wir liefen einander vorbei. Als er kurz hinter mir war, rief er mir über die Schulter zu "Ich nehme die Verfolgung auf, beeil dich!" Kaplas saß von Gefühlen zerrissen über Rolands Überreste gebeugt, doch ich hatte keine Zeit dafür. Ich lief zu meinem Nachtlager und schnappte mir mein Schwert, welches ich dicht daneben gelegt hatte. Dann machte ich mich wieder auf den Weg und somit Aster und Amaro hinterher.
Mit jedem Schritt den ich tat schien meine Wut weiter zu wachsen und zu einem unberechenbaren Begleiter in der Dunkelheit zu werden. Ich hatte dies noch nie gespürt, doch ich genoss es. Sie übernahm mein Handeln, doch ich lies es geschehen. Sie übernahm mein Denken, doch ich hatte nichts dagegen. Ich hatte ein Ziel vor Augen und für mich stand fest, dass ich dieses Ziel noch vor dem Ende der Nacht erreicht haben werde.
Ich beschleunigte erst noch meine Schritte und kämpfte mich durch das Dickicht des Waldes. Doch nach einer kurze Zeit der Hast wurde ich langsamer und blieb, mich umsehend, vollends stehen. So schlau mir Christov’s Zuruf am Anfang auch erschien desto mehr musste ich feststellen, dass er schlecht durchdacht war. Wie sollte ich hier, mitten im Wald, wissen welchen Weg die drein eingeschlagen haben? Die Dunkelheit der Nacht erschwerte mir die Sicht tiefer in den Wald und ich stand da, nun mehr als ratlos. Amaro und Aster waren dort irgendwo, genauso wie Christov. 'War er noch hinter den Beiden her? Hatte er die Spur auch nicht verloren?' schoss mir durch den Kopf, aber vor allem 'Wird er einen Kampf gegen Beide alleine bestehen?'. Ein beklemmendes Gefühl teilte sich den Platz in meinen Körper mit der Wut, welche mich bis hierhin begleitet hatte und nur noch so nach Rache schrie. Ich wollte nicht noch einen Menschen verlieren der mir Nahe stand. Keinen weiteren. Ich erkannte was ich bei all den anderen nicht gemacht hatte. Es wurde Zeit, dass ich nicht alles einfach geschehen lasse, sondern mein Schicksal selbst in die Hand nahm. Für mich stand fest, dass diese Zeit vorüber war. "Ich bin Schuld daran, dass all diese treuen Freunde um mich herum gestorben sind. Weil ich nie gehandelt habe!", sagte ich zu mir selbst, gegen die Tränen ankämpfend. "Dies ist jetzt alles vorbei! Ich habe daraus gelernt und ich werde es beweisen!", schrie ich hinaus in die Dunkelheit. Meine Gedanken wurden klarer und meine Schlüsse begannen mir logischer zu erscheinen. Schlagartig zeigte sich in mir ein Instinkt, der sich bisher verborgen hatte hinter meinem Verhalten. 'Ich werde es schaffen. Ich weiß das ich es schaffen werde.' Und ich wusste was zu tun war.
Ich nahm den Blick von der Dunkelheit vor mir, weil ich eh nicht sehr weit schauen konnte, ab und konzentrierte mich auf den Boden nahe bei mir. Aus der Richtung aus der ich kam waren die Gräser platt getreten und einige Zweige abgebrochen... sonst war alles um mich herum unberührt. 'Ich bin zu weit reingerannt'. Ich drehte mich in die Richtung aus der ich kam und folgte der Verwüstung der natur, die ich auf meinem Weg durch den Wald hinterlassen hatte. Stets blickte ich an den Rändern dieses Pfades, darauf bedacht eine abzweigende, zweite Spur zu entdecken, welche mich wieder auf den richtigen Weg bringen würde. Es dauerte nicht lange bis ich eine solche Abzweigung erreichte und, gepackt mit mehr Zuversicht, ich folgte eben diese zweiten Pfad, den Blick stets auf den Boden haltend um nicht aus Versehen vom Kurz abzukommen. Und nur kurze Zeit später konnte ich sie schon hören...
Ich hörte Christovs Stimme, welche gerade Drohungen auf jemanden aussprach. Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass es ihm gut ging und bahnte mir den Weg weiter durch den Wald, stets den Stimmen folgend. Dann ein überraschter Aufschrei und kurz darauf das Klirren von Metall. Ich erstarrte in meiner Bewegung und schaute auf. Ich war noch zu weit entfernt um etwas sehen zu können. Ich blieb stillschweigend stehen, darauf achtend kein Geräusch zu machen und lauschte in den Wald vor mir. Das Klirren von Metall wiederholte sich noch einige Male, dann ein leises Aufstöhnen dicht gefolgt von einem schmerzerfüllten Aufschrei. Es war Christov der schrie. Ich löste mich aus meiner Starre und stürmte vorwärts in das Dunkel hinein. 'Dieses Mal nicht'. Ein schallendes Gelächter erklang, welches sich langsam entfernte.
Als ich Christov erreichte, glich das Lachen nur noch einem Flüstern. Christov saß zusammengesunken und an einem nahen Baum gelehnt, die Hand an die linke Schulter gepresst. Sein Gesicht war gezeichnet von Schmerzen, doch es hellte sich auf als er mich sah. Ich lies mich zu ihm hinab und er wollte was sagen, doch ich bedeutete ihm still zu sein. Vorsichtig löste ich seine verkrampfte Hand von der Wunde und betrachtete diese. Sie war nicht sonderlich tief und ich fand, dass sie ungefährlich aussah, als er sich benahm. Ich schaute ihn skeptisch an doch er unterbrach jede Form der Einwendung von mir. "Seine Klinge ist vergiftet." Und er lächelte schwach. "Doch sorgt euch nicht um mich, es wird mich nicht töten." Seine Stimme war schwach und er hatte Mühe zu sprechen.
Ich nickte ihm zu und richtete mich auf. Nachdem ich mich nach einigen Sekunden orientiert hatte, drehte ich mich in die Richtung in die Aster und Amaro geflüchtet sind und setzte mich gerade in Bewegung als Christov noch mal das Wort erhob. "Warte, Rachel" Ich drehte mich zu ihm um und blickte in sein mattes Lächeln. Er blickte auf mein Schwert und hob dann seine linke Hand an, in welcher er sein Schwert die ganze Zeit über hielt. Er hielt mir seine Waffe, den Griff voran, entgegen und ich nahm sie unsicher an. Das Schwert war ungewöhnlich leicht und geschmeidig und die Klinge lang und scharf. Ich hatte solch eine Waffe noch nie gesehen.
All der Schmerz und Zweifel wichen aus Christovs Gesicht und machten einen Fünkchen Hoffnung platz, als er mich dort mit seiner Waffe in der Hand stehen sah. "Die Klinge die ihr dort in der Hand haltet wird Katana genannt und kommt aus dem fernen Jhelom, so mein Vater. Er hat sie mir überlassen als ich hinaus zog in die Welt."
Ich nickte ihm zu, drehte die Waffe in der Hand und hielt ihm den Griff entgegen, doch er nahm sie nicht. "Nehmt die Waffe mit, ihr werdet sie brauchen. Ich werde für euch euer Schwert zurück zum Lager mit nehmen." Er richtete sich langsam auf und streckte mir seine Hand entgegen um mir mein Langschwert abzunehmen. Ich zögerte erst, doch sein eindringlicher Blick besann mich schnell eines besseren und gab es ihm. Lächelnd nickte er mir zu und wandte sich zum gehen als er innehielt. "Zeigt diesen dreckigen Verrätern was Gerechtigkeit ist. Und achtet darauf beide im Blick zu haben." Ich nickte nur leicht und sichtlich zufrieden trottete er, auf meinem Langschwert gestützt, zurück zum Lager. Zurück zu Kaplas und Roland. 'Ich werde auch noch zurückkommen, ich habe nur noch etwas zu erledigen.' Ich wandte mich in dir Richtung in die die Beiden geflüchtete sind und setzte mich in Bewegung. 'Ich werde zurückkommen. Bald und erfolgreich.'

Abermals folgte ich die Spuren die Aster und Amaro hinterlassen haben und erblickte schon nach nicht allzu langer Zeit die Umrisse von einen der Beiden. Geduckt und vorsichtig setzte ich meinen Weg fort, bis ich auf gerade mal zehn Schritt herangekommen war. Amaro stand, die Kiste immer noch in einem festen Griff haltend, in dem Zentrum einer kreisrunden, kleinen Ebene, die eine Lichtung hätte sein können, wenn das Blätterdach nicht gewesen wäre, und schien auf irgendetwas oder jemanden zu warten.
Meine Wut schien wieder aus ihrem Versteck in meinem Inneren hinausgekrochen zu sein und verlangte nach sofortiger Rache, eine Stimme in mir jedoch warnte mich noch abzuwarten, doch Wut war einfach stärker. Ich richtete mich auf und schritt, das Katana in meiner Rechten haltend, auf Amaro zu, welcher noch mit dem Rücken zu mir gewandt stand. "Sieh an, wen wir da haben, ist das nicht Amaro?", hörte ich mich selbst mit einer spöttlichen Stimme sagen.
Amaro zuckte zusammen und drehte sich schnell um. Unsicherheit stand auf seinem Gesicht geschrieben und er wich langsam zurück, während ich immer näher schritt. "Rachel." Er lächelte mich ängstlich an. "Es lässt sich doch über alles reden, oder? Wir haben viel Gold, musst du wissen..."
"Ich will euer Gold nicht! Ihr habt Roland auf dem Gewissen!" Hier fiel es mir erst auf. Wo war Aster?
"Aber nicht doch, es war ein Versehen... Ein Unfall. Wir hatten nur eine... Meinungsverschiedenheit!"
Mit einer kalten Stimme hörte ich mich sagen "Dann werdet ihr sicher verstehen, dass ich mit euch auch eine Meinungsverschiedenheit habe, die jedoch alsbald gelöst sein wird." Ich versuchte aus den Augenwinkeln heraus Aster zu entdecken, doch ich fand ihn einfach nicht.
Amaro richtete seine Aufmerksamkeit ganz kurz auf etwas über mir und setzte dann wieder dieses unheimliche Lächeln auf. "Oh, macht euch hier keine Sorgen. Ich bin sicher, dass wir diese recht schnell aus dem Weg geschafft haben werden."
Und dann spürte, nein wusste ich wo Aster war. Er war auf dem Baum hinter mir und sprang gerade aus dessen Baumkrone hinab, seine Waffe in der rechten Hand haltend, bereit zum tödlichen Stoß anzusetzen. Ich spürte all dies so genau, als hätte ich ihm zugesehen als er dies tat. Meine Sinne entfalteten sich unheimlich von mir aus in alle anderen Richtungen.
Ich wirbelte nach rechts herum, dass Katana immer voran. Aster war noch nicht einmal in Bodennähe und seine Beine gerade mal in Augenhöhe als das Katana an eben diesen ins Fleisch drang. Das Katana schnitt ohne großen Wiederstand und bevor ich die Bewegung auch nur zuende geführt hatte, war es wieder dieses Gefühl was mich spüre lies was geschah. Wie von alleine lies ich mich fallen und da wo vor nur sehr wenigen Augenblicken noch mein Kopf war, flog mit einer ungeheuren Kraft eine kleine Truhe über mich hinweg, direkt in die Magengegend von Aster.
Bevor Aster auch nur einen Schmerzensschrei für meinen Angriff herausbringen konnte, wurde dieser auch schon von einem dumpfen Stöhnen durch den Treffer durch die Kiste abgelöst. Diese hatte ihn so stark getroffen, dass er zurückgeworfen wurde, wo er dann gegen den Baumstamm des Baumes prallte auf welche er vor einigen Momenten noch auf Lauer gelegen hatte.
Ich richtete mich schnell auf und wirbelte wieder herum, um dem weglaufenden Amaro nachzusehen. Seine Angst konnte ich förmlich spüren und sie gab mir irgendwie noch mehr Kraft. 'Du entkommst mir nicht!' Ich lief ihm hinterher und es wiederholte sich das Gleiche wie einst auf dem Schiff. Amaro lief immer langsamer von mir weg, während ich in einem für mich normalen Tempo hinterherlief. Dicht lief ich an ihm links vorbei und hielt men Schwert gerade nach rechts ausgestreckt. Auch dieses Mal spürte ich keinerlei Wiederstand. Wenige Schritte vor ihm kam ich dann zum Halt und die Welt um mich herum lief wieder in ihrem gängigen Fluss der Zeit ab.
Langsam wandte ich mich um und ging auf den schwer verwundeten Aster zu, den Blick starr auf ihn gerichtet. Ich bekämpfte das der Versuchung und Neugier herauszufinden und zu erblicken, was aus Amaro geworden ist und schritt an dessen Überreste vorbei, weiter auf Aster zu während die Wut in mir immer noch loderte.
Bei ihm angekommen blickte ich in ein ungläubiges und ängstliches Gesicht zugleich. Er hatte alles, trotz der Schmerzen die ihn quälten, mit angesehen und seine Angst war somit mehr als gerechtfertigt. Irgendwie genoss ich seine Angst, doch ich erschrak vor mir selbst und riss mich zurück zur Ordnung. Die Wut, die mich überhaupt erst soweit gebracht hatte verflog mit einem Male und lies mich hier stehen nur mit dem Ergebnis und dem Wissen, was ich getan hatte.
Ich blickte auf die Klinge des Katanas. Kein Blut klebte an ihr. Dann blickte ich wieder hinab zu Aster, welcher meinen Blicken gefolgt war und jetzt nicht mehr als ein Wimmern hervorbrachte. Dann schüttelte ich den Kopf und steckte das Kata wieder in die lederne Schlaufe zurück an meinem Gürtel. Es wurde mehr als genug Blut an diesem Abend vergossen und ich besann mich Aster seinem Schicksal zu überlassen statt ihn hier und jetzt niederzustrecken.
Langsam bückte ich mich und hob die Kiste auf die neben Aster lag. Ohne ihn auch nur noch ein einziges Mal anzuschauen richtete ich mich auf und machte mich auf den Weg zurück. Ich war nur einige wenige Schritte entfernt als er mit gedämpfter Stimme sprach. "Lass mich nicht zurück. Bitte, lass mich nicht zurück."
Doch ich ignorierte ihn geflissentlich und ging weiter. Als ich schon ein gutes Stück zwischen uns gebracht hatte, hörte ich ihn noch ein einziges und letztes Mal hinter mich diesen einen Satz rufen.
"Lass mich nicht zurück!"

Die ersten Sonnenstrahlen kamen über das Covetous-Gebirge, wie Roland es nannte, einher als ich den Wald verließ und das einstige Nachtlager betrat. Auf meinem Weg hierher plagte mich mein Gewissen wegen Aster, doch ich schaffte es Dies beiseite zu schieben. Aster ist sicher geflohen als ich weit genug weg war. Zwar gekrochen, aber geflohen.
Das Lager gab es zum größten Teil nicht mehr. Der Karren stand mit eingespannten Pferden bereit zum weiterziehen und weit oben auf den darauf gestapelten Waren lag eine einst kräftige, doch jetzt kraftlose, Gestalt eingehüllt in einem wertvollen Stoff. Kaplas und Christov saßen am längst erloschenen Lagerfeuer und waren beide in Gedanken versunken. Christov hatte keine Oberbekleidung mehr an und dafür einen größeren Verband an, welcher auch seine Schulterwunde abdeckte. Beide hatten sie einen bedrückten und besorgten Ausdruck auf ihren Gesichtern geschrieben.
Beide haben sie bisher noch keinen Notiz von mir genommen. Ich schloss meinen umschauenden Blick ab und löste mich aus der ruhigen Starre. Langsam schritt ich auf Sie zu und als ich neben dem Lagerfeuer ankam lies ich die kleine Truhe unsanft fallen, welche ich bis hier hin getragen hatte.
Beide, vor allem aber Kaplas, schreckten auf als die Truhe mit einem nicht gerade leisem Geräusch auf den Boden landete und blickten überrascht die Truhe an. An dieser befand sich etwas Blut, welches irgendwie dorthin gekommen war. Kaplas nickte und richtete sich auf "Lasst uns losziehen." Er ging zum Wagen, setzte sich auf diesen und den Wagen langsam in Bewegung. Christov und ich gingen mit dem Wagen mit. 'Wir setzen unsere Reise fort als wäre nichts gewesen.' Ich blickte über die Schulter zurück zum ehemaligen Nachtlager. Das Feuer war erloschen und kein bisschen leben war an diesem Ort eingehaucht. Einer der jungen Sonnenstrahlen verirrte sich auf etwas nahe der Feuerstelle und blitzte auf. Es war die goldene Truhe, die an diesem Abend sehr oft ihren Besitzer gewechselt hatte. 'Und doch ist es irgendwie anders...'

Wir setzten das letzte Stück unserer Reise stillschweigend fort. Jeder nicht involvierte Beobachter konnte sehen welche Traurigkeit uns auf dem Weg zum Marktplatz begleitete. Kurz nachdem wir über den breiten Pfad den Wald verlassen hatten, welcher sich zwischen Minoc, Vesper und Cove erstreckte, breitete sich vor uns der Marktplatz mit all seiner Vielfalt aus. Es war ein riesiges, freies Gelände mit nur wenig Bäumen. Dafür aber mit umso mehr Zelten, welche uns in allen möglichen Farben begrüßten. Es sah hier alles feierlich und fröhlich aus. Ich maß Kaplas mit einem forschenden Blick und dieser setzte, nach dem er noch einmal tief ausgeatmet hatte, ein fröhliches Lächeln auf und trieb die Pferde wieder voran und so den karren wieder in Bewegung. Auch Christov setzte ein, wenn auch schlecht gespieltes, Lächeln auf und hielt mit dem langsam fahrenden Karren schritt. Ich folgte nicht sogleich, doch ein auffordernder Blick von Christov mahnte mich mit den Beiden weiter zu ziehen.
Und so bewegten wir uns durch die Massen und Feierlichkeiten des Marktplatzes und ließen alles was geschehen war hinter uns. Auf unserem Weg durch das Getümmel der Menschen strahlten wir eine, zumeist schlecht gespielte, Fassade der Fröhlichkeit aus. Nach nur kurzer Zeit erreichten wir eine bescheiden Villa, die Kaplas Eigentum zu sein schien. Er hielt mit seinem Karren davor an und sofort eilten einige Bedienstete heraus um diesen zu entladen. Kaplas selbst stieg langsam ab und sah mich an. Ich schaute nicht mehr in das Gesicht eines Zwergen, welcher nur Profit herausschlagen wollte, sondern in das Gesicht eines gebrochenen Mannes, der etwas wichtiges aus seinem Leben verloren hatte.
"So endet unsere gemeinsame Reise hier. Rachel, ich..." Er stockte kurz und löste von seinem Gürtel einen kleinen Lederbeutel. "Ich bin euch zutiefst dankbar für das was ihr getan habt." Er überreichte mir den Beutel und ich spürte durch das Leder schon das kalte Metall. "Nehmt dies bitte als Zeichen meiner Dankbarkeit. Ich wünsche euch noch eine gute Weiterreise... Gehabt euch Wohl." Er nickte mir mit einem traurigen Blick zu und wandte sich geschwind um, um in seiner Villa zu verschwinden.
Abwägend betrachtete ich den Beutel in meiner hand und schüttelte dann den Kopf. "So was kann ich nicht annehmen..." murmelte ich und schaute dann kurz zu Christov, der gar keine Entlohnung erhalten hatte und sichtlich erzürnt war über den geiz des Zwergen. Ich drückte ihm sanft den Lederbeutel in die Hand und quittierte seinen verwunderten Blick nur mit einem Lächeln. Sein verwunderter Blick verschwand und machte dafür einem erfreuten Lächeln platz und er murmelte "Danke".
"Keine Ursache" sagte ich, immer noch lächelnd. "Doch kannst du mir vielleicht den weiteren Weg nach Britain beschreiben? Ich stehe nun hier und weiß sonst nicht mehr weiter."
Er nickte und beschrieb mir, dass ich der Strasse einfach immer nur weiter folgen müsste. Ich würde alsbald an einem großen Sumpf vorbeikommen, den ich meiden sollte, und ich müsste auch noch am Gelände des Drachenordens vorbei. Er sprach über den Orden nicht gerade voller Vertrauen, konnte mir aber nichts genaueres über ihn erzählen als ich weiteres erfragte. "Es ist wichtig, dass ihr es meidet das Gelände zu betreten. Den Hauptturm des Ordens werdet ihr über den Wald hinaufragen sehe, doch verliert keine Zeit und setzt euren Weg unbedingt fort." Auf meine Frage hin woher er denn wissen, dass der Orden so böse und schlimm sein sollte, konnte er mir nur mit einem Schulterzucken und der Aussage, dass man sich dies so in Tavernen und es seinen Kindern erzählte, antworten.
Sobald ich am Gelände des Ordens vorbei bin, müsste ich der Strasse immer weiter folgen und dann wäre es wirklich nicht mehr so weit bis zu den Stadttoren von Britain. Ich bedankte mich bei ihm und ging schon einige Schritte voran als mir auffiel dass ich immer noch sein Schwert bei mir trug. Ich wollte es gerade abschnallen als er eine abwehrende Handbewegung tätigte und sagte "Nein, behaltet es ruhig. Ihr habt es euch mehr als redlich verdient."
Ich bedankte mich nochmals herzlichst bei ihm und wir verabschiedeten uns voneinander. Jetzt gingen wir wieder getrennte Wege. Jetzt ging ich wieder alleine.

Dem Sumpf ging ich geschickt aus dem Weg, doch als ich am Ordensgelände vorbei kam vergaß ich kurz Christovs Einwände. Ich drang einige Schritte weit in den Wald ein und musterte das Gelände aus sicherer Entfernung. Es war prächtig und anziehend, aber dennoch geheimnis- und unheilvoll zugleich. Der Hauptturm überragte alle anderen Gebäude und war nicht sonderlich geschmückt. Dafür war ein kleineres haus davor um vieles prachtvoller gebaut.
Ich verlor mich vollkommen in der Zeit als ich dieses geheimnisvolle Gelände so betrachtete und merkte erst nicht wie sich ein beklemmendes Gefühl in mich breit machte. Erst als das Gefühl eine unheimliche Stärke erreicht hatte fiel es mir auf. Es war ein Gefühl, als würde ich beobachtet werden und irgendetwas Gefährliches würde nur darauf lauern mich zu ergreifen. Ich sah mich nervös um, konnte aber niemanden in unmittelbarer Nähe entdecken.
Langsam zog ich mich wieder zurück zur Strasse, stets darauf bedacht die Initiative zu ergreifen, sollte was geschehen. Doch mein Weg zurück verlief ereignislos und trotzdem wagte ich es nicht noch ein weiteres Mal mich dem Gelände zu nähern. Ich setzte meinen Weg nach Britain fort... Und ich zog einen großen Bogen um das Gelände des Ordens.

Gerade mal einen halben Tagesmarsch später verließ ich wieder die Wälder und blickte auf die geschmückten Tore der berühmten Stadt Britain. Ich war am Ziel meiner Reise angekommen. Ich war dort wo Benedikt mich hat hinbringen wollen. Ich blickte auf den Ring an meinen Finger der rechten Hand und versuchte die heranbahnenden Tränen zurück zu halten. Benedikt wollte, dass ich nach Britain komme. Ich habe ihm diesen Wunsch erfüllt.
Ich warf noch einen Blick zurück über die Schulter auf den Weg den ich nun zum Teil alleine und zum Teil mit Freunden zurückgelegt hatte. Ich wollte meinen Traum erfüllen und habe mit voller Härte die Seiten des Lebens erfahren. Ich bin durch Schmerz und Trauer gegangen und habe mir stets neuen Mut zugesprochen. Ich habe Menschen kennen gelernt und Menschen verloren. Ich habe einen großen Abschnitt hinter mich gebracht.
Dann blickte ich nach vorne auf Britain. Blickte auf den Rauch der aus einigen Schornsteinen der Häuser kam und den Toren die mir Einlass in diese Stadt geben. Ich blickte auf eine Stadt, die mir eine Zukunft versprach. Eine ungewissen Zukunft, wie ich sie wohl nie erwartet hätte. Und dennoch habe ich sie herbeigesehnt.
Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht, die ich nicht zurückhalten konnte und schritt dann los. Schritt voran, den Toren der Stadt entgegen.

~~~~~~~~

"Erzählt weiter." Eine Stimme drang aus einer Ecke der Taverne und es war schwer sie nicht zu überhören bei all den lauten Geräuschen die sich hier in der ausgelassenen Stimmung breit machte. Es war eine etwas unterbeleuchtete Taverne, die keinen Lichtstrahl von draußen reinließ. Doch dies tat nichts zur Sache, weil die Sonne nun eh schon längst untergegangen sein musste. Neben den Trunkbolden und Reisenden war hier auch die eine oder andere zwielichtige Gestalt zu finden. Der Wirt und die Schankmaid hatten alle Hände voll zu tun die Gäste mit den Getränken und Speisen des Hauses zu versorgen und es wurde auch langsam Zeit die Trunkbolde aus der Taverne zu schaffen, bevor sie noch in ihrer Trunkheit irgendwelchen Schaden anrichteten. In einer einzigen Ecke jedoch war es still. Es war ein Tisch um den mehrere junge und ältere Menschen dicht gedrängt standen und es einem Außenstehenden unmöglich machte zu erkennen was dort war.
"Was geschah dann?" Abermals fragte die Stimme etwas, was man nur in seiner unmittelbaren Nähe verstand. Die Stimme kam von dem dicht umstellten Tisch und gehörte einem älteren Mann aus der umstehenden Masse. An dem Tisch saßen drei junge Männer, gut durchtrainiert und anscheinend Söldner von Beruf, welche ihre Kartenspiel vor schon etwas längerer Zeit unterbrochen hatten und eine junge Frau. Sie besaß langes, dunkelblondes und gepflegtes Haar und braune Augen, die Wärme und Zuversicht ausstrahlten. Von ihr ging Selbstbewusstsein und etwas aus, was sie um vieles mehr interessanter machte. Gerade setzte sie den Krug Wasser ab und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.
"Was dann geschah wollt ihr wissen? Ich betrat Britain und entschied mich erst einen Ort zum rasten aufzusuchen. Und so kam ich dann hier her." Sie machte eine ausschweifende Handbewegung, welche die ganze Taverne einschloss. "Danke nochmals für die Gastfreundschaft. Ich werde nun das Magierkonzil aufsuchen, so wie ich es Benedikt versprochen hatte."
Mit diesen Worten richtete sich Rachel auf und die umstehende Menge machte ihr wie von alleine Platz. Verwirrte aber auch interessierte Blicke eilten ihr nach auf dem Weg durch die Taverne. Als sie die Tavernentür erreichte und öffnete, schien ein fahles Mondlicht in die Taverne, welches sie in einen mysteriösen aber auch anziehenden Schein hüllte. "Wie ich es Benedikt versprochen hatte." murmelte sie und verließ dann die Taverne. Sie ging die Strasse hinunter, bis die Dunkelheit sie vollends verschluckte.
Und nahezu ein jeder blickte fragend zur Tür hinaus und fast alle fragten sie sich das gleiche...
"Wie wird es weitergehen?"

Ende.

~~~~~~~~~~~~

So, dass war dann wohl das letzte Kapitel von Rachel's Geschichte und jetzt darf der Autor auch mal was sagen *grins*
Vorneweg möchte ich mich bei allen bedanken, welche diese Geschichte soweit gelesen und mit Rachel mitgefiebert haben.
"Wie wird es weitergehen?" werden sich sicher auch einige von euch fragen (Ich bin beruhigt das ich nicht der einzige bin, der so denkt. ^^"). Von Rachel werden wir in der nächsten Zeit erstmal (auch zum Teil leider) nichts mehr hören, aber weitergehen wird die Geschichte bestimmt wink Aber jetzt ist erstmal die Zeit eine weitere Geschichte anzufangen smile

Danke für das Lesen von Rachel's Geschichte. *verneig*

ciao
Kamikatze
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@Woody: Sex&Crime möchtest, ja? wink kannst haben sobald ich die Geschichte die ich atm schreibe fertig habe, mag keine halbfertigen Projekte rolleyes

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Kamikazekatze
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PostPosted: 06.04.2005 08:07 Reply with quoteBack to top

so, nach einer kurzen Atempause (für mich eigentlich nur ne Postpause ;o)) kann ich mich langsam daran wagen die nächste Story zu posten.

Gleiches Genre, gleiches "Land", andere Charaktere und andere Story, aber irgendwie... *überraschung* *gg* atm sind nur 2 Kapitel davon fertig, werden nun also größere Abstände zw. 2 Kapiteln sein ;o)

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Harmondale: Von Buchseiten und Freundschaften

Kapitel I

"Diana!" Nur schwach drang die helle und wohlbekannte Stimme in ihr Unterbewusstsein, welche jedoch genauso schnell vergessen war wie mitbekommen. Vorsichtig, nur mit Daumen und Zeigefinger arbeitend, hob Diana die antike Seite des noch älteren Buches an und begann langsam in diesem umzublättern. Mehrere Stunden hatte sie jetzt schon in der Bibliothek von Minoc verbracht und ihre Studien machten, zu ihrer eigenen Zufriedenstellung, gute Fortschritte.
Diana hielt mit der umblätternden Bewegung inne, als sie diese schon zur Hälfte beendet hatte, und blickte mit den Gedanken abschweifend vom Buch auf, den Blick leicht abwesend auf das vor ihr stehende Regal gerichtet, in welchem noch weitere alte Bücher standen. Jedes dieser Bücher hatte eine eigene Geschichte und tiefliegende Geheimnisse von denen Diana erst einen kleinen Teil in den letzten Jahren ergründet hat. Doch daran dachte sie gerade nicht. Sie würde sich später nicht mal mehr daran erinnern, dass sie aufs Regal geblickt hat. In Wirklichkeit dachte sie gerade an Magister Lyrius, dem Besitzer dieser Bibliothek.
Ein Jeder in Minoc kannte Lyrius, war er doch der nette alte Mann mit dem langen Bart, war er nicht der Lehrmeister vieler Kinder und eben der Hüter der Bibliothek. Und obwohl ihn jeder kannte, wussten die Einwohner von Minoc kaum etwas über ihn. Lyrius war einst ein mächtiger Magier, zu einer längst vergessenen Zeit, bevor er sich in Minoc niederließ. Er nutzte seine Magie nun aber kaum noch und wenn, dann eher um einigen Kindern eine kleine Freude zu machen. Zudem hat er es sich zur Aufgabe gemacht alles an Wissen zusammenzutragen und aufzubereiten, damit nicht nur die minocer Bevölkerung gebildeter war, sondern damit einige Dinge nie in Vergessenheit geraten werden oder gar können. All dies und ein klein wenig mehr wusste Diana. Magister Lyrius versteht Diana und die Last die sie trägt, denn Diana gehört zu den wenigen Wesen Harmondales, die eine stärkere Ausprägung der Magie besaßen. Lyrius unterstützte Diana wo es nur ging, gewährt ihr Zugang zu allen Bereichen der Bibliothek und nahm sich sogar oft die Zeit um Diana die Magietheorie näher zu bringen. Diana war ihm mehr als dankbar dafür und sah Lyrius selbst als so was wie einen zweiten Vater an – vorrausgesetzt, man bezeichnet den Trunkbold von einem Mann als ihren wahren Vater.
Diana lächelte und fuhr sich mit ihrer linken Hand langsam durch ihre fast blauen Haare. Diese eher ungewöhnliche Haarfarbe sei, so Magister Lyrius, auf die starke Ansammlung arkaner Energie in Diana zurückzuführen und kein Grund zur Besorgnis, aber dennoch blickten die anderen Kinder in Minoc Diana etwas unsicher an und traten ihr auch genauso gegenüber. Sie seufzte schwer. Ja, sie hatte es bisher nicht leicht und wird es wohl auch in Zukunft nicht leichter haben, aufgrund ihrer etwas ungewöhnlichen Fähigkeiten.
Sie blinzelte und war wieder in der Realität. Gedanklich schellte sie sich selbst Töricht, hat sie doch soeben ihre Studien vernachlässigt und am helligten Tage geträumt. Diana richtete ihre gesamte Aufmerksamkeit wieder auf das Buch vor sich, dessen Seite sie noch in ihrer Hand hielt, und begann ihre umblätternde Bewegung, etwas säuerlich auf ihre eigene Nachlässigkeit, fortzufahren.
Plötzlich wurde die Tür weit aufgestoßen und traf mit einem derben Knall das – zum Glück stabile – Regal daneben. "Diana!" Diese jedoch zuckte, durch diese plötzlich unerwartete Geräuschfolge, so stark zusammen, dass sich die Seite in ihrer Hand mit einem unangenehmen Geräusch von seinem ursprünglichen Buch löste. Erschrocken blickte Diana abwechselnd auf das nun lose Blatt in ihrer Hand und dem womöglich mehrere tausend Jahre alte Buch, welches nun um Eine von Hunderten Seiten dünner war, und sprach mit einer leisen und fassungslosen Stimme. "Oh nein..." Und wieder sprach der unheilbringende Eindringling mit seiner hellen Stimme. "Diana! Haben dich die Göttinnen mit Taubheit geschlagen?! Hörst du mir überhaupt zu?"
"Oh nein, Oh nein, Oh nein..." war das Einzige, was Diana antwortete, wenn auch mehr an sich selbst gerichtet und eher murmelnd als sprechend, und blickte ungläubig auf das ungewollte Ergebnis der letzten Sekunden.
"Diana?" erklang es wieder, doch nun schwang Besorgnis mit in der Stimme, als der Eindringling langsam näher schritt und direkt neben Diana stehen blieb. "Diana? Stimmt irgendetwas nicht?"
Diana wandte ihren Kopf zur neben ihr stehenden Person und schaute ihr mit einem beunruhigtem und hilfesuchenden Blick ins Gesicht. Diese ging soweit in die Knie, dass sie mit Diana auf ungefährer Augenhöhe war bevor sie weitersprach. "He... Was ist los? Du siehst aus als wäre dir eine Erscheinung über den Weg gelaufen..."
Diana wandte ihren Blick wieder auf das Buch vor sich und das lose Blatt in ihrer Hand, welche sie der Person bedeutend noch etwas höher hielt. Diese blickte, teils neugierig teils bemüht zu verstehen was mit Diana los ist, auf die herausgerissene Seite. Die Seite war mit der Schrift eine alte Sprache beschrieben, welche der Person völlig unbekannt war. Zudem befand sich im oberen Teil des Blattes eine alt wirkende Zeichnung einer... Spinne? Aber es war keine ’gewöhnliche’ Spinne, denn diese erschien nicht nur größer sondern hatte auch irgendetwas dämonisches an sich. Den Blick von dem Blatt auf das Buch schweifen lassend, erkannte die Person schon andere Kreaturen auf ihren alt erscheinenden Zeichnungen. Goblins, Mephits und – nur aus Erzählungen – Zombies waren ihr um einiges bekannter als diese Spinne auf der Seite.
Mit einem etwas weicheren Tonfall sagte die Person: "Ich finde dies zwar sehr interessant, aber... Was möchtest du mir damit sagen? Hast du die Spinne schon mal gesehen?"
"Sarah, verstehst du denn nicht? Es geht hierum." Diana hob das herausgerissene Blatt noch um einiges höher. "Ich kann das doch unmöglich Magister Lyrius erzählen..."
Sarah blinzelte und hatte endlich verstanden was Diana meinte. "Aber Diana, es ist doch nur eine Seite aus einem Buch..."
Mit einer betrübten Stimmlage unterbrach Diana den Satz von Sarah. "Es ist nicht nur ein Buch! Es ist ein Buch von Magister Lyrius, welches er mir anvertraut hat für meine Studien..."
Eigentlich wollte Sarah nun einwerfen, dass die Dinge, die Lyrius nicht wusste, ihn auch nicht interessierten, biss sich jedoch auf die Zunge und schluckte den Einwand förmlich hinunter. Sie wusste von Dianas Vernarrtheit in Magister Lyrius und den Büchern, dass Sarah sie sogar verstehen konnte. Stattdessen zog sie Diana in einer flinken Bewegung die Seite aus der Hand und faltete diese – extra vorsichtig – zusammen. "Weißt du was? Ich werde mich darum kümmern, schließlich ist es irgendwo auch meine Schuld."
Diana wollte etwas erwidern, doch Sarah schnitt ihr mit einer unwirschen Handbewegung das Wort ab. "Keine Wiederrede, ich werde damit zu Lyrius gehen und die Sache in die Hand nehmen, in Ordnung?"
Diana, noch immer etwas überrumpelt durch Sarah’s plötzlichen Vorschlages, nickte leicht zur Zufriedenheit von Sarah. Diese schob den Zettel – weiterhin übertrieben vorsichtig – in eine ihrer Taschen bevor sie fort fuhr. "Wie ist denn der Titel des Buches, weswegen ich mich vor Lyrius verantworten müsse?", sagte sie, verbunden mit einer neckischen Miene.
Das Gesicht von Diana hellte sich um einiges auf, schließlich waren sie jetzt bei etwas, was sie ungleich mehr interessierte. Sie schlug das Buch – natürlich vorsichtig – zu und zeigte Sarah die Vorderseite, welche diese gewiss nicht lesen konnte, war sie doch ebenfalls in dieser altertümlichen Schrift geschrieben. "Grob übersetzt würde das Buch ’Creaturologie für Magieanfänger’ heißen, obwohl ich zugeben muss, dass dort einige Sachen enthalten sind, welche man eher unter ’Hohe Magie’ einordnen kann, als unter ’Simple Magie’." erzählte sie fröhlich lächelnd, dass Problem mit der Seite irgendwie total vergessend.
Sarah nickte überzeugend. "Ah, ich verstehe" Dies tat sie zwar nicht wirklich, aber es tat jetzt nichts zur Sache, wichtiger war für Sarah im Moment, dass sich Dianas Laune in den oberen Bereichen hielt. Sie sah Diana dabei zu, wie sie das Buch zielstrebig und ohne zu zögern an einen Platz im Regal schob – und dies schien sogar der richtige Platz für das Buch gewesen zu sein – und wartete bis diese wieder vor ihr stand.
"Nun, weshalb warst du so begierig darauf so schnell wie möglich zu mir zu kommen?" fragte Diana mit einer nicht gespielten Neugier in ihrem Gesicht.
Ein verschmitztes Lächeln umspielte Sarahs Lippen. "Erinnerst du dich noch an den Fremden, der vor wenigen Wochen hier in Minoc war?"
Natürlich erinnerte sich Diana an ihn. Obwohl sie wenig Interesse in Waffen und Kriegsführung hegte, hatte der fremde Krieger etwas... Besonderes an sich gehabt. "Gewiss! Er war es doch, welcher sich mit Magister Lyrius so angeregt unterhielt." Und mit einem beschämten Blick fügte sie hinzu "Wie nannte er sich noch mal? Mir ist der Name entfallen..."
Der Fremde saß in der Taverne zum erschöpften Miner – das örtliche Gasthaus zu Minoc – doch daran, dass dieser sich mit Lyrius unterhielt, konnte Sarah sich nicht erinnern. Sie wusste eher von den Dingen, die er erzählte... Dinge, die Sarah auf Ideen brachten... "Er sagte er hieße Benedikt, glaube ich... Über was hat er sich denn mit Lyrius unterhalten?"
"Nun ja... Dieser ’Benedikt’ oder wie er auch immer hieß kam mit einigen Fragen zu Magister Lyrius, darunter auch die Bitte Zugang zu einigen ’besondereren’ Bereichen in der Bibliothek zu erhalten. Magister Lyrius verwehrte ihm erst diese, gab aber nach einiger Zeit der Diskussion nach. Nach diesem ’Benedikt’ wurde er von einem anderen mächtigen Magier gesandt. Zudem meinte er noch, dass das ’Unterreich’ wieder lebt, aber ich weiß nicht, was er da genau im Sinn hatte..."
Sarah hob eine Braue. Von all dem wusste sie bis eben noch nichts. "Wer war denn dieser andere Magier? Und hat Benedikt noch mehr erzählt?"
Diana senkte leicht schuldbewusst den Kopf. "Den Namen des Magiers habe ich vergessen... und ’Benedikt’ hat sicher noch mehr erzählt, doch Magister Lyrius hat mich weggeschickt..." Sie rechnete jetzt fest damit, dass Sarah böse auf sie sein würde, aber Diana hat sich – wie schon allzu oft – in Sarah getäuscht.
"Schade... Aber auch nicht weiter wichtig" Sarah machte eine abwinkende Handbewegung und setzte kurz darauf eine ernste und zielgerichtete Miene auf. "Doch weshalb ich eigentlich gekommen bin: Benedikts Erzählungen haben mir den entscheidenden Anstoß gegeben für eine wage Idee, welche ich schon etwas länger erdachte. Ich möchte weg von hier. Raus aus Minoc und in die weite Welt. Ich will Schätze finden, gewaltige Schlachten schlagen... Berühmt werden!", verkündete sie mit einer fast schon feierlichen Stimme und nach einigen Augenblicken des ’Wirken lassens’ fügte sie mit einer umso ernsteren Betonung und festem Blick hinzu, "Und ich möchte, dass du mich begleitest."
Ein Schlag ins Gesicht hätte nicht härter treffen können, so überrascht schien Diana. Unfähig etwas zu erwidern, dauerte es eine Weile, bis sie stückweise hervorbrachte "Aber, wieso ich? Ich kann das hier doch alles nicht zurücklassen... Mein Vater, die Bücher... Magister Lyrius..."
Sarah hob leicht die Hand. "Ich weiß, dass es schwer für dich sein würde, aber lass dir Zeit mit der Entscheidung. Wenn du nicht mitkommen magst, kann ich es verstehen und würde alleine losziehen müssen. Überleg es dir einfach. Wir sehen uns heute Abend im Gasthaus, dort kannst du mir deine Entscheidung mitteilen, ich muss jetzt aber auch wieder los, meine baldige Reise vorbereiten."
Ohne Diana auch nur eine Chance auf eine Antwort zu lassen, drehte sich Sarah um und verließ den Raum wieder mit eilenden Schritten. Einen Moment blieb Diana einfach dort stehen, den Blick auf die offene Tür gerichtet, unentschlossen und von verschiedensten Gedanken zerrissen.
Diana wird am heutigen Abend im Gasthaus sein, dass entschloss sie für sich. Sie wird im Gasthaus sein... Mit Magister Lyrius...

#FORTSETZUNG FOLGT#

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ciao
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Maxine
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PostPosted: 06.04.2005 08:46 Reply with quoteBack to top

Spaaaannend! Kann es sein das Sarah das gleiche wie Rachel vor hat...aber das ist nicht der gleiche Bendedikt oder? Der ist doch gestorben!? *hätte ich bloss alle Kapitel ordentlich gelesen* biggrin

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Es ist wichtig, die Chance zu erkennen und zu ergreifen. Wenn man es nicht tut dann geht die Chance nicht verloren, nur vorbei. Wie ein Sessellift oder ein Bus [...] Aber man bekommt nie die gleiche Chance wieder.
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