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Robert
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88.Giro d'Italia - 6.Etappe
Petacchis Express entgleist am Freitag, dem 13.
MARINA DI GROSSETO, 13.05.05 (rsn) - Die Organisatoren des Giro d'Italia wollten ein Alessandro Petacchi-Festival wie letztes Jahr, als der ligurische Sprinterstar neun von 20 Etappen gewann, diesmal verhindern und bauten ans Ende der vermeintlichen Flachetappen Berge, die den Sprinter die Zähne zogen. Am Freitag gab es gegen Ende der ersten Giro-Woche nun erst die zweite Sprintankunft und Petacchi konnte seine Chance trotzdem wieder nicht nutzen. Der San Remo-Sieger stürzte im Finale und der Weg war frei für den Australier Robbie McEwen (Davitamon), der sich im Massensprint klar durchsetzte und seinen zweiten Tagessieg feierte.
Petacchi, der am Montag unglücklich agierte, sich einbauen ließ und nur Vierter wurde, blieb auch am Freitag, dem 13. das Pech treu. Knapp drei Kilometer vor Schluss blieb er in einem Massensturz hängen. Verursacht hatte diesen an der Spitze des rasenden Feldes ausgerechnet sein Teamkollege Marzio Bruseghin, der am Vortag Zweiter war, nachdem er sich Tipps von Petacchi geholt hatte. Der große Sprinterstar der Gegenwart, dem in diesem Jahr wieder alles zu gelingen schien, wartet weiterhin auf seinen ersten Erfolg beim Giro.
"Der Express ist entgleist. Der Kurs war zu gefährlich mit den vielen Kurven", meinte Petacchi betrübt. "Ich bin sehr enttäuscht, denn wir sind hier nicht so weit weg von meiner Heimat in der Toskana. Ich habe gute Beine, nur bisher eben kein Glück. Ich hoffe jetzt auf die Etappe am Montag in Ravenna."
Petacchi, der zu Boden ging, sich aber nicht verletzte, rollte abgeschlagen in einer kleinen Gruppe ins Ziel, wo er seiner Frau Anna Chiara zuwinkte. Da hatte McEwen längst die Etappe gewonnen. Das Fehlen des Sprinters Nummer 1 hatte einige im Finale durcheinander gebracht. Ohne Petacchi fehlte vielen der Orientierungspunkt. Ohne den Fassa Bortolo-Express an der Spitze des Feldes konnte der Australier Henk Vogels, ein Teamkollege von McEwen, sogar unter der 1000-Meter-Marke attackieren und lag 50 Meter vor Schluss noch vorn. Am Ende belegte er Platz 5.
Der 32 Jahre alte Robbie McEwen, der bereits am Montag in Santa Maria del Cedro erfolgreich war, feierte den zweiten Etappensieg und seine Palmares verzeichnen numehr insgesamt sieben Giro-Tagessiege. Der robuste Australier setzte sich nach 153km mit mehreren Längen Vorsprung durch vor dem estnischen Routinier Jaan Kirsipuu, dem Ukrainer Volodymyr Bileka und dem Spanier Isaac Galvez. McEwen konnte dank Vogels Attacke seelenruhig abwarten, bis seine Gegner die Verfolgung machten. Als er spürte, dass seinem Landsmann langsam die Luft ausging, trat er auf der langen Zielgeraden auf der Meerespromenade an und holte sich den Sieg. "Ich sah 300 Meter vor Schluss, dass es für Henk nicht reicht. Aber mein Sieg ist ein bißchen auch seiner", sagte McEwen.
Die deutschen Sprinter Erik Zabel (14.) und Olaf Pollack (10./beide T- Mobile) sowie Robert Förster (Gerolsteiner) hatten mit der Entscheidung in Grosseto nichts zu tun. Bester Deutscher war Gerolsteiner-Profi Thomas Ziegler, der als "Nicht-Sprinter" auf Platz 7 fuhr. Der Erfurter sprang für seinen Teamkollegen Förster ein, der in dem Petacchi-Sturz seine Chancen einbüßte. Der Markkleeberger zog sich Schürfwunden zu.
Dean brach sich Ellenbogen
Auf den engen Kurven des drei Mal zu fahrenden 6km-Schlusskurses gab es am Freitag (erwartungsgemäß!) viele Stürze. Den Neuseeländer Julian Dean (Crédit Agricole), Anfahrer für Kirsipuu, erwischte es am schlimmsten und er kam mit Verdacht auf einen Bruch am rechten Ellenbogen ins Krankenhaus. Die Diagnose der Ärzte bestätigte die ersten Befürchtungen. Dean erlitt einen komplizierten Bruch, der operiert werden muss. Bis zur Tour de France, wo er für den Norweger Thor Hushovd die Sprints anziehen sollte, wird der Neuseeländer vermutlich nicht wieder fit sein.
Im Gesamtklassement übernahm der Italiener Paolo Bettini (Quick Step) wieder die Führung, die er am Vortag trotz großem Kampf an Danilo Di Luca abgeben musste. Die kleine "Grille" wird wie er es sich erhofft hatte im Rosa Trikot in seine toskanische Heimat fahren, die der Giro am Samstag erreicht. Diesmal versuchte es Bettini nicht mir einer großen Flucht wie am Vortag, sondern holte sich im Intergiro-Sprint sechs Sekunden Zeitgutschrift, wodurch er nun drei Sekunden Vorsprung hat auf Di Luca, der auf Rang zwei abrutschte.
"Meine Beine werden langsam müde, aber Di Luca hat sich nicht eingeschaltet in den Intergiro-Spurt. Er ist ein Ehrenmann", sagte Bettini. "Ich freue mich sehr, dass ich in Rosa in die Toskana fahre, dies war eines meiner großen Ziele beim Giro. Morgen wird meine Quick Step-Mannschaft das Geschehen kontrollieren."
Die Karten neu gemischt werden in der Gesamtwertung am Sonntag beim 45 km langen Einzelzeitfahren von Lamporecchio nach Florenz. Am Samstag geht es zunächst in die herrliche Hügellandschaft der Toskana. Bei der Etappe zwischen Grosseto und Pistoia (211km), die durch Lamporecchio (KM 158), die Heimatstadt des früheren Paris-Roubaix-Siegers Andrea Tafi, führt, sind im Finale einige Berge im Profil. Der letzte Anstieg ist der Sammommé (1.Kat./6km lang, 8 Prozent steil). Von der Passhöhe in 720 m sind es noch 17km bis ins Ziel.
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(www.radsportnews.com)
Die Männer der bisherigen Tour: Paolo Bettini, die kleine 'rosa' Grille und Robbie McEwen, der sich als sprintstärker als erwartet herausgestellt hat.
mfg Robert |
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Robert
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88.Giro d'Italia - 7.Etappe
Schwächelnder Basso - Cunego picobello
PISTOIA, 14.05.05 (rsn) - Der Spanier Koldo Gil (Liberty) gewann am Samstag im toskanischen Pistoia nach einer langen Flucht als Solist die 7.Etappe der Italien-Rundfahrt. Der Italiener Danilo Di Luca (Liquigas) holte sich mit einem dritten Platz das Rosa Trikot zurück, das er am Vortag kampflos Lokalmatador Paolo Bettini überlassen hatte. Giro-Favorit Damiano Cunego (Lampre) gewann den Sprint der Verfolgergruppe um Platz 2 und machte bei dem welligen Teilstück einen starken Eindruck, während seine Rivalen Federn lassen mussten. Ivan Basso (CSC), Dritter der letzten Tour de France, musste an einem Berg der ersten Kategorie reißen lassen. Stefano Garzelli (Liquigas) ebenso. Der Giro-Sieger von 2000 stürzte am Ende auch noch.
"Das ist der schönste Sieg meiner Karriere", jubelte Koldo Gil, der zwei Kilometer entfernt von Miguel Indurains Heimatdorf zuhause ist. "Da war es logisch, dass ich bei Banesto mein Debüt als Amateur gegeben habe und vor vier Jahren in deren Profi-Team wechselte", so der Spanier. Seit 2003 fährt er in Manolo Saiz' Team. Der gab am Samstagmorgen die Order, Gil und Caruso sollten versuchen, in die Flucht des Tages hereinzukommen. Gil, der schon am Dienstag eine vielversprechende Flucht gefahren war und von einem Defekt 15km vor Schluss gestoppt wurde, setzte die Stallorder optimal um.
Der Liberty-Profi gehörte bei dem 211km langen Teilstück zu einer frühen 21-köpfigen Ausreißergruppe, die sich 32km nach dem Start in Grosseto abgesetzt hatte. Mit dabei war auch der Franke Matthias Kessler (T-Mobile), der am Ende Siebter wurde. Am letzten Berg, dem Sammomé setzte sich Gil aus der inzwischen zu einem Trio (mit Gomez und Steve Zampieri) geschrumpften Fluchtgruppe ab. Der Spanier überquerte die Ziellinie mit 20 Sekunden Vorsprung auf die Verfolgergruppe um Cunego und Di Luca, die im Finale alle ursprünglichen Ausreißer schluckte und auch Gil fast einholte. Cunego hatte den Solisten sogar übersehen, glaubte, um den Etappensieg zu sprinten und nahm die Arme hoch zum Jubeln. "Schade, ich dachte, ich hätte gewonnen", sagte Cunego, der dennoch Grund zur Freude hatte nach dieser Etappe, nicht nur wegen der 12 Sekunden Zeitgutschrift für den zweiten Platz.
Der 6km lange, 8 Prozent steile Sammomme war zuviel für Ivan Basso. Der Lombarde, der vom Giro-Sieg träumt und der neben Cunego als der große Favorit galt, hatte an der Bergwertung in 720 Metern Höhe 17km vor Schluss eine halbe Minute Rückstand auf die Gruppe mit Cunego und Gilberto Simoni, die das Tempo verschärften, als sie Bassos Probleme mitbekamen. Auch in der Abfahrt bis ins Ziel konnte der nicht wieder Boden gutmachen.
"Ich musste das Rad wechseln in San Baronto und auf den letzten 500 Metern am Sammomé bekam ich Krämpfe", schilderte Basso seinen Einbruch. "Es ist klar, dass 30 Sekunden Zeitverlust keine gute Nachricht ist. Aber es ist noch gar nichts verloren. Ich bleibe ruhig."
Vor dem ersten Zeitfahren am Sonntag über 45km zwischen Lamporecchio und Florenz hat Basso im Gesamtklassement einen Rückstand von einer Minute auf Cunego, der jetzt Gesamtzweiter ist mit 26 Sekunden hinter Di Luca. Cunegos Teamkollege Gilberto Simoni, der am Sammome sehr stark fuhr, sprintete in der Gruppe am Ende nicht mit um die Bonussekunden. Der zweifache Giro-Sieger und Mitfavorit ist jetzt hinter Mirko Celestino (Domina Vacanze) Gesamtvierter mit 54 Sekunden Rückstand. "Simoni hat mich heute überrascht. Bisher hat er sich ja nicht gezeigt"; sagte Di Luca. Cunego hat aber keine Angst vor teaminterner Konkurrenz. Selbstbewusst nannte er die kleine Gala-Vorstellung Simonis "ein gutes Zeichen".
Der Italiener Stefano Garzelli, Sieger des Giro d'Italia vor fünf Jahren, hatte keinen so guten Tag. Der Liquigas-Fahrer konnte ebenso wie Basso nicht das Tempo der Cunego/Simoni-Gruppe halten, stürzte dann im Finale zwei Kilometer vor Schluss auch noch. Garzelli konnte das Rennen mit zwei Teamkollegen zu Ende fahren. Ob er sich verletzt hat bei dem Sturz, blieb zunächst offen. Glück im Unglück hatte Garzelli, dass nach dem neuen Reglement ein Fahrer bei einem Sturz auf den letzten drei Kilometern immer (nicht nur bei Flachetappen) die Zeit der Gruppe gutgeschrieben wird, in der er zum Zeitpunkt des Sturzes war. Garzelli, der in der Basso-Gruppe fuhr, verlor so im Klassement nur 30 Sekunden auf Cunego.
Paolo Bettini kam mit dem Rosa Trikot in seine toskanische Heimat und musste es dort auch schon wieder abgeben. Am Sammomé, den er sich vor Wochen noch im Training genau angeschaut hatte, zeigte er keine Ambitionen mehr ("Meine Beine sind müde") und beendete das Rennen mit 2 Minuten Rückstand. Danilo di Luca, der sich mit Bettini ein Wechselspielchen um das Rosa Trikot lieferte, beginnt unterdessen nun langsam Ambitionen im Gesamtklassement zu entwickeln. "Ich hoffe, ich kann von meiner Form noch ein bißchen profitieren, auch wenn die Berge in der letzten Woche eigentlich zu schwer sind für mch", sagte der Mann aus den Abruzzen, der eigentlich nur für Etappensiege zum Giro kam.
Am Sonntag steht für die Favoriten die erste Stunde der Wahrheit auf dem Programm. Das 45km lange Zeitfahren zwischen Lamporecchio und Florenz bringt eine erste Vorentscheidung. Bei dem Kurs, der durch Vinci, die Heimat des großen Künstlers und Erfinders Leonardo da Vinci führt, steht zur Hälfte ein Anstieg im Profil. Nach dem Pinone (8,5 km mit 4,5 Prozent) folgen 20 flache Kilometer.
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(www.radsportnews.com)
Cunego scheint diesmal ingesamt wirklich unschlagbar zu sein. War aber auch nicht zu rechnen, dass Basso schon perfekt in Form sein würde, schließlich will er ja auch noch die Tour gewinnen. Aber es kann noch viel passieren. Die letzte Woche ist immer die Schwierigste beim Giro, das ist hier schon fast Tradition. |
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Robert
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88.Giro d'Italia - 8.Etappe
Basso meldet sich zurück
FLORENZ, 15.05.05 (rsn) - Der US-Amerikaner David Zabriskie (CSC) gewann am Sonntag das erste der zwei Zeitfahren der diesjährigen Italien-Rundfahrt über 45km zwischen Lamporecchio und Flozenz. Der 26-Jährige aus Utah, vor der Saison zum Bjarne Riis-Team gewechselt, war 17 Sekunden schneller als sein italienischer Teamkapitän Ivan Basso, der sich einen Tag nach seinem Einbruch zurückmeldete und von den Favoriten die beste Leistung ablieferte. Topfavorit Damiano Cunego verlor bei der für ihn ungeliebten Disziplin mehr als zwei Minuten auf Basso. Der Italiener Danilo Di Luca (Liquigas), der eigentlich nur auf Etappensiege fahren wollte, findet derweil mehr und mehr Geschmack am Gesamtklassement und verteidigte das Rosa Trikot.
Zabriskie, der im letzten Jahr nach einem langen Solo eine Etappe der Spanien-Rundfahrt gewonnen hatte, war früh gestartet und seine Zeit hielt bis zum Schluss. Hinter Basso belegte der nach zwei schwarzen Saisons im Magenta-Trikot bei Discovery wiedergeborene Italiener Paolo Savoldelli den dritten Platz mit 44 Sekunden Rückstand. Der Giro-Sieger von 2002 hatte am Ende zu kämpfen, doch er meldete sich zurück im Kampf um den Gesamtsieg. "Meine Form kommt. Ich bin zufrieden. Dabei musste ich heute ohne Referenzzeiten fahren, weil mein Funk kaputt war", sagte Savoldelli.
Bester Deutscher war der erst 23-jährige Gerolsteiner-Profi Markus Fothen aus Kaarst. Der U23-Weltmeister von 2003 fuhr bei seinem Giro-Debüt auf einen starken siebten Platz und ließ das holländische Rouleur-Talent Thomas Dekker (Rabobank) hinter sich. Im Gesamtklassement verbesserte sich Fothen auf Platz 9. "Das ist natürlich ein Bomben-Ergebnis. Markus ist sehr zufrieden und wäre gern noch ein bisschen länger gefahren. Er hatte das Gefühl, dass es bei ihm auf den letzten Kilometern immer besser lief", sagte Gerolsteiner-Sportdirektor Christian Henn.
Basso, der letztes Jahr im Zeitfahren seinen zweiten Platz bei der Tour de France an Andreas Klöden verlor, hatte lange sogar wie der Tagessieger ausgesehen und war fast zeitgleich mit Zabriskie, einem ausgewiesenen Rouleur (US-Meister im Zeitfahren). In einem Jahr hat sein Teamchef, "Hexenmeister" Riis aus dem starken Bergfahrer aus Varese fast einen Spezialisten im Kampf gegen die Uhr gemacht, was auch Bedeutung für die kommende Tour haben dürfte. Mit dem starken Zeitfahren machte Basso seine Schlappe vom Vortag vergessen, als er bei der 7. Etappe nach Krämpfen am Berg 45 Sekunden auf seine Widersacher im Kampf um das Rosa Trikot verloren hatte. "Aber der Giro beginnt ja erst richtig", sagte Basso mit einem Lächeln.
"Ich bin ein schönes Chrono gefahren, das mir Moral gibt für den weiteren Giro", so Basso zufrieden. "Nach meinen Muskelproblemen bei der Etappe gestern in Pistoia wollte ich unbedingt Boden wieder gutmachen. Das ist mir gelungen. Aber genauso wie ich gestern den Zeitverlust nicht so dramatisch gesehen habe, will ich das Ergebnis heute nicht überbewerten. Aber es ist ein gutes Ergebnis und in den Bergen kommt mein Terrain."
Die beiden letzten Gewinner des Giro d'Italia, das kletterstarke Lampre-Duo Gilberto Simoni und Damiano Cunego, verloren erwartungsgemäß Zeit bei dem Zeitfahren, das im ersten Teil einen Berg im Profil hatte gefolgt von 15 flachen und rouleurfreundlichen Kilometern. Cunego büßte auf Basso 2:07 Minuten ein. Simoni ("Zeitfahren sind immer sehr schwer für mich") verlor 30 Sekunden mehr. "Ich habe erwartet, dass ich heute Zeit verliere. Ich war am Ende ein bicßen müde. Aber gestern war es erst der erste Berg, heute das erste Zeitfahren. Entschieden ist noch nichts", zog Cunego sein Wochenende-Fazit.
"Ich will mein Rosa Trikot solange wie möglich verteidigen. Wie lange? Das weiß ich nicht", sagte Di Luca, der mit der zehntschnellsten Zeit überraschte und sogar seine Teamkollegen Stefano Garzelli (11.) und Dario Cioni (12.), auf dem Papier bessere Zeitfahrer, hinter sich ließ. Dabei hatte sich Di Luca, der vor einer Woche noch keinen Gedanken ans Giro-Gesamtklassement verschwendet hatte, überhaupt nicht vorbereitet. Den Zeitfahrkurs hatte er - im Gegensatz zu Basso etwa - nicht Wochen vorher genau erkundet. Das kostete ihn an einigen technischen Passagen in der Abfahrt sicherlich 10 Sekunden oder mehr. Der Liquigas-Profi führt im Gesamtklassement jetzt mit neun Sekunden Vorsprung. Basso rückte auf Platz 2 vor Savoldelli (+ 35 Sekunden). Vorjahressieger Cunego rutschte auf Platz 4 mit 1:15 Minuten Rückstand.
Am Montag folgt die neunte Etappe zwischen Florenz und Ravenna. Nach dem Startschuss, der vor einem Museum, das dem italienischen campionissimo Gino Bartali gewidmet ist, erfolgt, erwarten die Profis 139 flache Kilometer, abgesehen von einem Berg der 2.Kategorie nach 51km. Die Etappe dürfte am Ende im Sprint entschieden werden, dafür dürfte das Team von Alessandro Petacchi, der noch immer auf seinen ersten Etappensieg wartet, schon sorgen. Am Dienstag steht der erste Ruhetag auf dem Programm.
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Totgesagte leben also doch länger! Aber jetzt geht's erst richtig los!
mfg Robert |
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88.Giro d'Italia - 9.Etappe
Petacchi: "Ich muss nichts beweisen"
RAVENNA, 16.05.05 (rsn) - Im dritten Versuch hat es dann doch noch hingehauen für Italiens Sprintstar Alessandro Petacchi, der beim Giro d'Italia im vergangenen Jahr neun von 20 Etappen gewann und diesmal in der ersten Woche leer ausging. Am Sonntag setzte sich der Ligurier bei der 9.Etappe zwischen Florenz und Ravenna nach 139km souverän im Massensprint durch. Die deutschen Sprintspezialisten Erik Zabel (T-Mobile) und Robert Förster (Gerolsteiner) belegten die Plätze 5 und 8. Im Gesamtklassement gab es bei der Flachetappe keine Veränderungen und Danilo di Luca (Liquigas) geht mit dem Rosa Trikot in den ersten Ruhetag am Dienstag.
Der "Fassa Bortolo-Express" (Baldato, Sacchi, Tosatto, Ongarato und am Ende Velo), der am letzten Freitag (dem 13...!) entgleist war, brachte seinen Sprintstar diesmal wieder lehrbuchmäßig auf die lange Zielgerade im Herzen der historischen Altstadt von Ravenna, wo der Giro seit 1972 nicht mehr zu Gast war. Schon gut 200 Meter vor Schluss trat Petacchi ("Sicher ein bißchen zu früh") an und gewann deutlich vor dem Italiener Paolo Bettini und dem Schweizer Aurélien Clerc. Der Australier Robbie McEwen, der die ersten beiden Sprintankünfte dieses Giro gewann, kam diesmal auf den vierten Platz. McEwen orientierte sich an Petacchis Hinterrad, doch der Sprint war für ihn zu lang und er konnte dem Italiener nichts entgegensetzen, als der antrat. Auch der am Ende stark aufkommende Bettini und Clerc gingen noch an ihm vorbei. Zabel, der seine Magentatruppe im Sprintfinale immer noch ackern lässt wie in seinen besten Zeiten, holte sein bestes bisheriges Giro-Ergebnis und wurde Fünfter.
Di Luca im Rosa Trikot in den Ruhetag
"Das ist erst der dritte Massensprint bei diesem Giro und es war der erste, in dem ich wirklich mitgesprintet bin", sagte Petacchi, der unter großem Druck stand. In der kurzatmigen italienischen Presse begann man bereits zu zweifeln daran, ob die alte Dominanz bereits dahin wäre. Unter den Augen der Skeptiker und seiner Frau Anna Chiara, die ihm am Vorabend einen kleinen Panther-Schlüsselanhänger als Glückbringer schenkte, zeigte Petachi, dass er sehr wohl noch da ist. "Ich muss doch niemandem mehr etwas beweisen. Ich bin sogar besser in Form als letztes Jahr. Um so enttäuschter war ich, dass ich es bisher nicht umsetzen konnte. Dies ist ein schwerer Giro mit Ankünften, die mehr Fahrern wie Bettini und Di Luca liegen als den Sprintern", sagte der Star aus La Spezia.
Alessandro Petacchi holte in Ravenna seinen 16. Etappensieg beim Giro. Es war für den 31-Jährigen, der im März bei Mailand-San Remo den größten Erfolg seiner Karriere feierte, der 17.Saisonsieg. Beim Giro munkelt man über seinen Marktwert: Nur für 3 Mio. Euro Gehalt plus sechs Mann (!) aus seinem "Express" sei er zu haben...
Zu den Protagonisten der kurzen Übergangsetappe zwischen Toskana und Emilia Romagna, der Heimat des verstorbenen Marco Pantani, gehörte am Pfingstmontag einmal mehr der junge Gerolsteiner-Profi Sven Krauss. Der 22-Jährige, der das Blaue Trikot in der Intergiro-Wertung trägt, riss gleich nach dem Start aus mit dem Dänen Mads Christensen und dem Rostocker Eric Baumann (T-Mobile), der später wieder zurückfiel. Krauss erreichte sein Ziel und holte sich unterwegs die Intergiro-Wertung und verteidigte damit die Führung in der etwas kuriosen Spezialwertung, bei der nur der erste Teil der Etappen gewertet wird. 20km vor Schluss wurden Krauss und Christiansen, die die Sprinterteams nie weiter als vier Minuten wegfahren ließen, gestellt.
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88.Giro d'Italia - 10.Etappe
McEwen schlägt Petacchi
ROSSANO VENETO, 18.05.05 (rsn) - Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo) musste am Mittwoch bei der 10.Etappe des Giro d'Italia eine Niederlage hinnehmen gegen den Australier Robbie McEwen (Davitamon), der seinen dritten Giro-Etappensieg feierte und dabei zum ersten Mal auch Italiens Sprinter-Star im direkten Duell im Foto-Finish hinter sich ließ. Bei der Übergangsetappe zwischen Ruhetag und den vier schweren Dolomiten-Etappen gab es an der Spitze der Gesamtwertung keine Veränderungen. Danilo di Luca (Liquigas) verteidigte das Rosa Trikot.
In einer knappen Entscheidung ließ McEwen Alessandro Petacchi mit Zentimeter-Vorsprung hinter sich. Der Italiener, der im letzten Jahr neun von 20 Giro-Etappen gewann, musste eine weitere Enttäuschung hinnehmen. In den vier bisherigen Sprintentscheidungen ließ er sich einmal einbauen, ein anderes Mal blieb er in einem Massensturz hängen und "nur" bei einer Etappe war er bisher erfolgreich. Dritter war am Mittwoch der Australier Stuart O'Grady (Cofidis) vor Erik Zabel (T-Mobile) und dem Italiener Paolo Bettini (Quick Step). Der Markkleeberger Robert Förster (Gerolsteiner) belegte den siebten Platz.
Für den 32 Jahre alten McEwen, der für seine robusten Sprints gefürchtet ist und der auch am Mittwoch auf einigen Schultern anderer Fahrer lag, war es der dritte Erfolg bei diesem Giro nach Siegen in Santa Maria del Cedro (2.Etappe) und Marina di Grosseto (6.). Insgesamt kommt der australische Meister nun auf acht Giro-Etappensiege seit 2002 (2/2002, 2/2003, 1/2004, 3/2005).
Geschlossenes Peloton: Bis zum Sprint nicht viel los bei der Übergangsetappe zwischen Ruhetag und Dolomiten Fotos: Roth
Das Rennen war derweil zunächst keines. Mit Touristentempo zuckelten die nach dem Ruhetag noch trägen Profis los. In den ersten drei Stunden gab es einen Schnitt von 31,6 km/h auf dem völlig flachen Kurs. Der Italiener Raffaele Illiano brachte nach 113km ein bißchen Schwung ins Rennen. Seine Soloflucht hatte aber nach 70km schon ein Ende und das Peloton blieb bei zum Teil heftigem Regen geschlossen bis auf dem drei Mal zu fahrenden 5,2km langen Schlusskurs, auf dem sich die Sprinterteams einen spannenden Kampf lieferten. In der vorletzten Runde bolzte Zabels T-Mobile-Mannschaft Tempo, in der Schlussrunde übernahm Fassa Bortolo und der "Express" von Petacchi machte wiederum tadellos seine Arbeit. Der Star konnte diese jedoch nicht krönen.
Die beiden Schlussrunden im Zielort Rossano Veneto der Etappe waren auf Wunsch der Fahrer neutralisiert worden. Drei Vertreter der Profis (Simoni, Pinotti, Trentin) brachten die Anfrage vor dem Start in Ravenna vor. Im Feld befürchtete man bei Regen viele Stürze, wenn sich neben den Sprintern auch noch die Klassementfahrer im Finale vorne drängeln. Die Favoriten waren froh, sich ein nervöses Finale ersparen zu können, denn sie brauchen alle Kräfte für die folgenden vier Bergetappen, mit denen der Giro nun ab Donnerstag richtig beginnt.
Armstrongs Überraschungsbesuch
Gesprächsthema für Basso, Cunego und Co. war bei der langen Spazierfahrt am Mittwoch sicherlich der Überraschungsbesuch von Lance Armstrong am Dienstagabend im Hotel seines Discovery Channel-Teams in Cesenatico. Der sechsfache Tour de France-Sieger, der Ende Juli seine Karriere beeenden wird, ohne jemals den Giro gefahren zu sein, hielt mit seiner Meinung nicht hinter den Berg. "Ich kenne (Damiano) Cunego noch nicht so gut, aber meiner Meinung nach ist Basso der Favorit. Ich glaube, er gewinnt den Giro. Er hat die gleiche Form, wie in den Bergen bei der letzten Tour und er wird schwer zu schlagen sein", so Armstrong.
Am Donnerstag wird man die Form aller Favoriten besser beurteilen können, wenn das "Rosa Rennen" die Dolomiten erreicht. Bei der 11.Etappe steht am Zoldo Alto nach 150km die erste Bergankunft auf dem Programm und auch die ersten großen Berge des Giro. Nach einem Anstieg der 2.Kategorie kommt der Passo Duran mit einem 13km langen und im Schnitt 7,7 Prozent steilen Anstieg. Nach der Passhöhe in 1601 m Höhe folgt eine schnelle und kurze Abfahrt vor dem 8,7km langen und 6,9 Prozent steilen Schlussanstieg vor einer prächtigen Bergkulisse des schneebedeckten Civetta-Massivs. Dies ist allerdings erst ein Vorgeschmack auf die noch schwereren Etappen am Wochenende.
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88.Giro d'Italia - 11.Etappe
Ivan der Schreckliche
ZOLDO ALTO, 19.05.05 (rsn) - Vier Tage nach seiner starken Vorstellung beim ersten Zeitfahren hat der Italiener Ivan Basso (CSC) auch bei der ersten Kletteretappe des Giro d'Italia geglänzt und dabei eine Vorentscheidung herbeiführen können. Mit einem zweiten Platz hinter seinem Landsmann Paolo Savoldelli (Discovery) eroberte Basso bei der Bergankunft am Zoldo Alto in den Dolomiten das Rosa Trikot, während Vorjahressieger Damiano Cunego einen schwarzen Tag hatte. Der 23-jährige Lampre-Profi kam am vorletzten Berg 27km vor Schluss in Schwierigkeiten und verlor am Ende mehr als sechs Minuten.
Der 32 Jahre alte Savoldelli gewann den Sprint auf der Ziellinie und feierte seinen zweiten Etappensieg beim Giro - sechs Jahre nach seinem ersten. Der Gewinner der Italien-Rundfahrt 2002 war in den letzten beiden Jahren im Magentatrikot untergegangen. Nach seinem Wechsel von T-Mobile zu Armstrongs Discovery Channel fährt er wieder wie in besten Tagen und meldet sich ähnlich wie der Amerikaner Bobby Julich bei CSC zurück. Ob dies für oder gegen T-Mobile spricht, ist Ansichtssache...
"Ich habe mich entschuldigt bei Basso, dass ich um den Tagessieg gesprintet bin, obwohl ich auf den letzten 2 Kilometern nur an seinem Hinterrad fuhr", sagte Savoldelli. "Aber für mich war dieser Sieg ungeheuer wichtig. Das hat die letzten beiden Jahre, in denen ich nicht beim Giro fuhr, wieder gutgemacht." Der "Falke" zeigte einmal mehr seine besonderen Qualitäten in der Abfahrt. Den Schlussanstieg erreichte er mit einigen Sekunden Vorsprung vor Basso und als der wieder an ihn herankam, schonte er sich für den Sprint.
Geprägt hatte die Etappe vor allem Basso. Am ersten schweren Berg, dem Passo Duran, hatte der Lombarde nach einer ersten Tempoverschärfung von Gilberto Simoni ohne Teamunterstützung die Offensive eröffnet. Während Cunego sogleich Schwächen zeigte, heftete sich Simoni an Basso. Savoldelli und 19km vor Schluss auch der in Rosa fahrende Danilo Di Luca kamen noch einmal an Basso heran.
Das Duo Basso und Savoldelli beendete das Rennen über 150km zwischen Marostica und Zoldo Alto 21 Sekunden vor Gilberto Simoni. Der zweifache Giro-Sieger musste am Schlussanstieg reißen lassen, fuhr bei Lampre aber in die Leaderrolle. Der tapfer kämpfende Träger des Rosa Trikot, Danilo Di Luca, kam mit einer Minute Rückstand auf einen starken vierten Platz, den man dem Klassikerspezialisten, der vor dem Giro gar nicht ans Klassement gedacht hatte, kaum zugetraut hatte.
"Ich bin sehr zufrieden. Am Passo Duran war es sehr schwer, Bassos Attacken mitzugehen. Ich habe die Anstrengungen der letzten Wochen gespürt. Aber ich bin sehr glücklich, dass ich zeigen konnte, dass ich auch bei einer großen Rundfahrt vorne mitfahren kann. Das wird meine Vorbereitung für nächstes Jahr beeinflussen. Das Rosa Trikot habe ich nicht mehr, aber ich will jetzt den Giro so gut wie möglich beenden", sagte Di Luca, der bei Liquigas zur Nummer 1 avancierte. Stefano Garzelli verlor am Donnerstag wie Cunego viel Zeit.
Cunego: "Last von meinen Schultern gefallen"
Der große Verlierer war Damiano Cunego. Am 13km langen und 7,7 Prozent steilen Passo Duran bekam der letztjährige Giro-Sieger Probleme. Zusammen mit einem anderen früheren Gesamtsieger, Garzelli, hatte er oben an der Passhöhe bereits drei Minuten Rückstand. Bis ins Ziel vergößerte sich der auf mehr als sechs Minuten. Im Gesamtklassement führt Basso nach der ersten von vier Dolomitenetappen mit 18 Sekunden vor Savoldelli. Dritter ist Di Luca (+1:04 Min) vor Simoni (+2:27).
"Der Druck ist jetzt weg" Cunego verlor mehr als 6 Minuten Foto: Roth
Cunego schien nach der Etappe beinahe erleichtert, die Verantwortung als - erster oder zweiter - Leader im Lampre-Team los zu sein. "Der Tag lief nicht wie geplant. Wir wollten das Rennen hart machen, aber das hat nicht geklappt. Meine Beine waren nicht gut und im Kopf war ich auch nicht auf der Höhe. Ich stand unter großem Druck. Jetzt bin ich ruhiger. Eine Last ist von meinen Schultern gefallen", meinte der 23 Jahre alte Cunego, der dieses Jahr bei der Tour de France sein Debüt geben will. Aus dem Kreis der Giro-Sieganwärter ist Cunego erst einmal ausgeschieden. Für Basso ist nun Savoldelli der Hauptgegner.
"Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch", sagte Basso nach der Eroberung der Gesamtführung. "Savoldelli war von Anfang an einer der gefährlichsten Gegner. Ich wusste das. Ich unterschätze auch weiterhin niemanden. Der Giro endet erst in Mailand und es kommen noch viele Berge. Die Etappe am Sonntag am Stilfser Joch wird die schwerste Etappe. Aber auch die beiden in Piemont in der letzten Woche haben es in sich. Zu Cunego äußere ich mich nicht. Einen schlechten Tag eines Kollegen kommentiert man einfach nicht. Das kann jedem passieren." Der Giro bleibt spannend.
Am Freitag folgt die zwölfte Etappe zwischen Alleghe und Rovereto (178 km). Der Anstieg von San Pellegrino (18,2 km/6,3 %) steht kurz nach dem Start im Profil, danach geht es vor allem bergab. Mit der Kletterei in den Dolomiten geht es dann am Wochenende weiter. Am Samstag stehen fünf Berge im Herzen der Dolomiten an. Das Rennen am Sonntag führt über das Stilfser Joch, mit 2758m das "Dach" des Giro.
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Sieht wohl ganz nach Gesamtsieg Ivan Basso aus. In dieser Form ist der junge Italiener wohl nicht zu schlagen.
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88.Giro d'Italia - 12.Etappe
Petacchis Ehrenrettung zwischen den Bergen
ROVERETO, 20.05.05 (rsn) - Wenn man wie Alessandro Petacchi im letzten Jahr neun von 20 Etappen der Italien-Rundfahrt gewonnen hat, empfindet man einen Tagessieg nicht als besonderen Erfolg. Der Fassa Bortolo-Star schraubte am Freitag seine diesjährige Giro-Bilanz auf - immerhin - zwei Etappensiege. In Rovereto setzte sich der Ligurier nach 178km im Massensprint durch vor seinem Landsmann Paride Grillo und dem Spanier Isaac Galvez. RSN-Kolumnist Robert "Frösi" Förster belegte den vierten Platz. Im Gesamtklassement verteidigte der Italiener Ivan Basso (CSC) die Führung bei der Übergangsetappe vor dem Dolomiten-Wochenende.
Nach der Foto-Finish-Niederlage gegen McEwen am letzten Mittwoch gelang Petacchi eine kleine Ehrenrettung. Der 31-Jährige, der nun auf 17 Giro-Karrieresiege kommt, krönte eine ausgezeichnete Teamvorbereitung und setzte sich mit mehreren Längen Vorsprung durch vor dem 22 Jahre alten Panaria-Neupofi Paride Grillo, der es mit einem frühen Antritt versuchte. Für den San Remo-Sieger war es der zweite Erfolg bei diesem Giro nach seinem Sieg bei der 9.Etappe in Ravenna.
"Ein schöner Sieg!", freute sich Petacchi. "Grillo ist lang gesprintet, das kam mir zupass. Ich habe bis 200 Meter gewartet und bin dann angetreten. Ehrlich gesagt, hatte ich heute gar keinen guten Tag. Alles hat mir weh getan. Die Etappe von gestern steckt mir in den Beinen. Glücklicherweise war es am ersten Berg ruhig. Der Gegenwind hat auch nicht geholfen, aber meine Mannschaft hat wieder hervorragend für mich gearbeitet."
Förster überzeugt derweil weiter mit Konstanz und kam nach einem 8., 7. und dritten Platz nun auf Rang 4 vor dem estnischen Routinier Jaan Kirsipuu und dem dreifachen Etappensieger Robbie McEwen, der nach der Etappe seinen Ausstieg ankündigte. Vor den großen Bergen tritt der Australier wie immer in den letzten Jahren die Heimreise nach Flandern an, um sich in Ruhe auf die Tour de France vorzubereiten (s.Story).
Wie jeder andere Sprinter im Feld träumt Förster von einem perfekten "Express" wie ihn Petacchi hat, doch beim Gerolsteiner-Team, lässt man seine Sprinter auch nicht mehr ganz alleine wie es Sportdirektor Christian Henn in manchen Jahren beim Giro praktizieren ließ. "Bei der Besprechung haben wir gesagt, Frösi etwas später zu bringen, damit er nicht zu früh zu viel Energie verbraucht hat. Das kann sicherlich noch besser laufen. Aber die Jungs haben das schon prima gemacht und ein sehr gutes Ergebnis herausgefahren", sagte Gerolsteiner-Teammanager Hans-Michael Holczer zufrieden nach dem Rennen.
"Ich hoffe, wir fahren den Anstieg des Passo San Pellegrino piano, piano", sagte Petacchi vor dem Start der Etappe am Freitag. Das Peloton tat ihm den Gefallen und fuhr den einzigen Anstieg geschlossen hinauf. An dem Berg der ersten Kategorie kurz nach dem Start in Alleghe stand keinem Fahrer der Sinn nach Attacken. Zu weit war das Ziel und auf dem restlichen Bergab-Kurs war von vornherein klar, dass Petacchis Fassa Bortolo einen Massensprint erzwingen würde. Die einzige Flucht des Tages fuhr der Schweizer Philippe Schnyder (Selle Italia). 76km war der Eidgenosse allein vorne, sein Vorsprung wuchs aber nie über drei Minuten. 30km vor Schluss wurde er wieder gestellt.
"Ich gehe alle Etappen mit Aufmerksamkeit an, aber die beiden nächsten besonders. Heute konnte man sich ein bißchen erholen", sagte Basso, der am Freitag sein Rosa Trikot ohne Probleme verteidigte. In die schwere Dolomitenetappe am Samstag geht Basso mit 18 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Paolo Savoldelli. Die beiden verbliebenen Favoriten konnten sich am Freitag schonen für die tappone (schwere, große Etappe) in den Dolomiten.
Am Samstag erwartet die Profis beim 218km langen 13.Teilstück zwischen Mezzocorona und St.Ulrich ein Kletterprogramm mit fünf schwere Pässen. Nach (dem merkwürdigerweise nicht kategorisierten) Monte San Pietro und Costalunga folgen die Zweitausender Sella, Gardena und der Passo delle Erbe, der Marco Pantani gewidmet ist. Der Anstieg ist 12km lang und 9 Prozent steil und von der 2004 Meter hoch gelegenen Passhöhe sind es noch 57km bis ins Ziel. Nach einer Abfahrt ins Tal von Isarco dann ein weiterer Anstieg: Nach dem Pontives (9 km/6,8 %), der nicht ganz so schwer ist, folgt ein welliges Profil. Insgesamt stehen nicht weniger als 5000 (!) Höhenmeter auf dem Programm. "Ich hoffe, wir werden einen schönen Kampf sehen morgen", meinte Bassos-Teamchef Bjarne Riis, der zur Taktik natürlich nichts sagen wollte. "Wir fahren je nach Situation und Gefühl", meinte Basso.
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88.Giro d'Italia - 13.Etappe
Savoldelli macht den Giro wieder spannend
ST.ULRICH, 21.05.05 (rsn) - Der italienische Favorit Ivan Basso setzt seine Form- Achterbahnfahrt fort beim Giro d'Italia. Nach dem Einbruch in der Toskana am ersten großen Berg folgten Glanzvorstellungen beim Zeitfahren und der ersten Dolomitenetappe. Am Samstag zeigte der CSC-Kapitän bei der schweren 13.Etappe wieder Schwächen. Basso verlor am 7km langen Schlussanstieg mehr als eine Minute auf Paolo Savoldelli (Discovery), der damit die "Maglia Rosa" überstreifen konnte. Der Etappensieg ging an den kolumbianischen Kletterspezialisten Ivan Parra (Selle Italia).
Der 29 Jahre alte Parra, der "kleine" Bruder von Fabio Parra, dem Dritten der Tour de France 1988, feierte in Südtirol den größten Erfolg seiner Karriere, die er 1997 begonnen hatte. Für seine Selle Italia-Mannschaft, eines von zwei Nicht-ProTour-Teams im Feld, war es ein großer Triumph. Auch die andere kleinere Mannschaft, Panaria, konnte bereits zwei Etappen beim Giro gewinnen. "Ich hatte einen schweren Giro-Start mit drei Stürzen, aber heute war mein Tag", sagte Parra, der sich mit seinem Bruder ("Das war ein großer Champion") nicht vergleichen lassen möchte. "Aber ich bin stolz, auf das was ich heute geschafft habe. Dieser Sieg verändert mein Leben. Es ist der größte meiner Karriere. Ich habe immer viel und fleißig gearbeitet und man hofft immer, dass sich das eines Tages auszahlt."
Parra, der nach dem Aus eines spanischen Baque-Team bis vor zwei Monaten noch auf Arbeitgebersuche war, ließ am letzten Anstieg 11km vor dem Ziel in St.Ulrich seine Mitausreißer, die sich in der ersten Stunde des Rennens abgesetzt hatten, hinter sich. Der Südamerikaner überquerte die Ziellinie mit einigen Sekunden Vorsprung vor dem Spanier Juan Manuel Garate und dem Venezuelaner José Rujano, ein Teamkollege von Parra. Der Franke Matthias Kessler belegte am Ende als bester Deutscher den sechsten Platz. Der T-Mobile-Profi gehörte ebenso zu der frühen 20-köpfigen Ausreißergruppe (Tiralongo, Parra, Rujano, Bellotti, Caucchioli, Belli, A. Gonzalez, Krauss, Horrach, Caruso, Noè, Valjavec, Bettini, Garrido, Rasmussen, Garate, J. Rodriguez, Blaudzun, Kessler, Schaffrath), die das mehr als sechseinhalb Stunden lange harte Radrennen über 218km und 5000 (!) Höhenmeter mitprägte. Nach 100km hatten die Ausreißer acht Minuten Vorsprung auf die Gruppe der Favoriten, die Bassos CSC-Team anführte.
Das bisher enttäuschende Lampre-Starduo mit Simoni und dem jungen Vorjahressieger Damiano Cunego hatte am schwersten Berg des Tages, dem Passo delle Erbe 70km vor Schluss attackiert als Basso isoliert war. Der CSC-Kapitän reagierte souverän und ohne Panik: Er wartete auf Verstärkung von hinten (Zabriskie, Schleck) und hielt den Rückstand in Grenzen. Die Sieger der beiden letzten Ausgaben der Rundfahrt kamen nicht weiter als 30 Sekunden weg von der Gruppe um Basso, die kurz vor der Passhöhe wieder aufschließen konnte. Doch Basso war angeschlagen. Am gar nicht so schweren Schlussanstieg 8km vor dem Ziel war er wieder allein und Savoldellis Antritt war für ihn schließlich tödlich.
"Am Passo delle Erbe sah ich, dass Basso Probleme bekam. Aber bei ihm ist es wie früher bei Jalabert. Man weiß nie, ob er nicht simuliert, um die anderen zum arbeiten zu bringen. Am Schlussanstieg sah ich, dass er wirklich nicht gut drauf ist. Er muss irgendwas haben, man verliert die Form nicht einfach so von einem Tag auf den anderen", meinte Savoldelli.
Am fünften und letzten Anstieg zeigte der Träger des Rosa Trikot Schwächen. Basso wackelte, als Gilberto Simoni das Tempo verschärfte. Savoldelli nutzte die Situation sofort aus, trat an und distanzierte alle aus der Gruppe. Basso, der laut seinem Teamchef Bjarne Riis an Magendarm-Problemen litt, bekam Probleme und verlor schließlich mehr als eine Minute auf seine Konkurrenten und beendete das Rennen als 21. hinter dem weiterhin erstaunlich stark fahrenden jungen Giro-Debütanten Markus Fothen (Gerolsteiner), der im Gesamtklassement als bester Deutscher den 14.Rang belegt.
Beim 88.Giro ist nach 13 Etappen noch alles offen. Im Gesamtklassement führt jetzt Savoldelli mit 50 Sekunden Vorsprung vor Basso. Danilo Di Luca ist immer noch vorne dabei mit 53 Sekunden Rückstand. "Wenn ich morgen noch Dritter bin, kann ich vom Podium in Mailand träumen", sagte Di Luca. Simoni ("Der Giro ist offen") folgt dahinter mit 2:21 Minuten Rückstand auf Savoldelli. Der 32-jährige Discovery-Kapitän, der die letzten zwei Jahre auch aufgrund von Krankheiten und Verletzungen erfolglos bei Telekom/T-Mobile gefahren war, kmüpft wieder an seine großen Zeiten an. 2002 gewann der wegen seiner hervorragenden Abfahrerqualitäten "Falke" genannte Italiener den Giro d'Italia. Die erste Bergetappe am Donnerstag hatte der Lombarde vor seinem Landsmann Basso gewonnen. Da hatte sich Savoldelli noch entschuldigt dafür, dass er sich den Sieg im Spurt schnappte, nachdem Basso die ganze Arbeit gemacht hatte am Schlussanstieg. Fürs Rosa Trikot braucht er sich nicht entschuldigen.
"Alles läuft besser als ich dachte", sagte Savoldelli. der Basso weiterhin als Favoriten sieht. "Man darf auch Simoni nicht abschreiben. Es kommen noch schwere Etappen und er ist ein Marathon-Mann. Ich schaue von Tag zu Tag. Ich hatte schon soviel Pech in meiner Karriere, da mache ich keine langfristigen Pläne." Nach seinem Etappensieg am Zoldo Alto hatte Savoldelli einen Anruf erhalten von seinem Teamkapitän Lance Armstrong. "Lance sagte, ich könne das Rosa Trikot holen beim Zeitfahren. Jetzt habe ich es geschafft. Aber wie ein Champion fühle ich mich nicht. Ein Campione ist sich seiner immer sicher. Ich bin das nicht."
Am Sonntag folgt eine weitere Kletteretappe. Das 14.Teilstück zwischen Egna und Livigno (210 km) führt über drei Berge, darunter das Stilfser Joch. Der Dolomitenpass 63km vor dem Ziel bildet mit 2758 m Höhe das "Dach" des Giro. Der von den Tifosi leidenschaftlich angefeuerte Cunego kündigte weitere Attacken an.
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Tja, jeder der Team Telekom verlässt ist dann stärker als zuvor. Jeder der zu Team Telekom geht, hat seine besten Zeiten hinter sich. Schein inzwischen schon Gesetz zu sein.
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88.Giro d'Italia - 14.Etappe
Basso-Debakel überschattet Parras Dolomiten-Double
LIVIGNO, 22.05.05 (rsn) - Mit einem denkwürdigen Debakel verabschiedete sich der große Favorit Ivan Basso am Sonntag spektakulär aus dem Kampf um den Gesamtsieg beim Giro d'Italia. Der Einbruch des CSC-Stars am Stilfser Joch überschattete das spannende restliche Geschehen des schweren 14.Teilstücks, bei dem der Kolumbianer Ivan Parra (Selle Italia) seinen zweiten Dolomiten-Etappensieg in Folge feierte und bei dem Lampre-Routinier Gilberto Simoni und - immer noch überraschend - auch Danilo di Luca (Liquigas) ihre Sieg-Ambitionen untermauerten. Paolo Savoldelli (Discovery) konnte seinen Rückstand aber begrenzen und rettete sein Rosa Trikot. Bester Deutscher auf Platz 9 war der 23 Jahre alte Gerolsteiner-Profi Marcus Fothen, der zu den großen Entdeckungen des Giro gehört.
Ivan Parra wiederholte seinen Solo-Sieg vom Samstag und feierte in 24 Stunden seinen zweiten Giro-Triumph. Der 29-Jährige ließ am letzten Berg, dem Passo di Foscagno 22km vor Schluss, seine Mitausreißer (Atienza, Osa, Rujano und der später dazugekommene Sella) hinter sich, mit denen er nach 35km ausgerissen war. Parra, der Bruder des Tour de France-Dritten von 1988 Fabio Parra, gewann mit 1:50 Minuten Vorsprung vor dem Slowenen Tadej Valjavec und seinem venezuelanischen Teamkollegen José Rujano. Der bis vor zwei Tagen praktisch unbekannte Parra, der bis vor zwei Monaten auf Arbeitgebersuche war, ist der Dolomitenkönig des Giro. 370km fuhr er an der Spitze.
"Ich habe nicht zu träumen gewagt, dass ich zwei Etappen hintereinander gewinne", sagte Parra. "Nach dem Sieg in St.Ulrich gestern habe ich gar nicht einschlafen können. Ich war zu bewegt, zu aufgeregt nach dem Sieg. Am Start heute morgen war es das Ziel, aufs Bergklassement zu fahren für Rujano. Am Stilfser Joch waren wir vorne und am letzten Berg hatte ich noch gute Beine. Also habe ich es einfach versucht. Unglaublich, zwei Etappensiege!", jubelte der Kolumbianer.
Die schwere Etappe über 218km war durch das Debakel von Ivan Basso überschattet worden. Der Tour de France-Dritte, der bereits am Vortag nach einem Schwächeanfall sein Rosa Trikot abgeben musste, verlor alle Chancen auf den erhofften Gesamtsieg. Auf den ersten Kehren des Stilfser Joch, dem 25km langen Dolomitenpass, musste Basso reißen lassen. Mit Unterstützung seiner Teamkollegen (Blaudzun, Peron, Zabriskie) quälte er sich den Berg hoch. An der Passhöhe in 2758 Metern über dem Meer, lag er fast 20 Minuten zurück. Vor dem Start in Egna klagte Basso, er habe am Vorabend nicht essen können.
Paolo Savoldelli rettete derweil sein Rosa Trikot nach Attacken durch Gilberto Simoni und Di Luca 10km vor dem Ziel. "Ich wollte nicht den Fehler von gestern machen, als ich mit der Atacke zu lange gezögert habe. Aber der Anstieg heute war nicht ideal für einen Angriff", sagte Simoni. Der Discovery-Kapitän war auf sich gestellt, konnte aber seinen Rückstand begrenzen. Im Gesamtklassement schob sich Di Luca, der vor dem Giro überhaupt nicht ans Gesamtklassement gedacht hatte, bis auf 25 Sekunden an Savoldelli heran. Mit 1:48 Minuten Rückstand belegt der zweifache Gesamtsieger Simoni Platz 3.
Di Luca überrascht sich selbst
"Als Simoni attackiert hat, konnte ich nicht reagieren, weil ich ein bißchen Krämpfe hatte am Schlussanstieg. Das lag sicher daran, dass ich seit drei Jahren nicht mehr solche harten Etappen gefahren bin", sagte Savoldelli, der die letzten zwei Jahre bei Telekom/T-Mobile auf keinen grünen Zweig gekommen war nach Verletzungen und Krankheiten. "Simoni ist sehr stark, das war mir schon vorher klar. Die Überraschung ist Di Luca. Ich hätte nicht gedacht, dass er in den Bergen dieses Niveau erreicht. Er hat sich heute als Champion gezeigt", meinte Savoldelli.
"Ich bin sehr zufrieden", meinte Di Luca nach dem Rennen. "Wir sind das Stilfser Joch in regelmäßigem Rhythmus hochgefahren und das kam mir zugute. Im Finale war ich an Savoldellis Hinterrad, als Simoni attackierte. Ich war überrascht, dass er nicht reagiert hat, weil er den ganzen Tag doch gut fuhr. Ich bin nachgegangen, weil ich immer noch gute Form habe. Ich überrasche mich selbst. Ich will schauen, wie weit ich komme. Ich glaube, der Giro wird erst am vorletzten Tag bei der Etappe nach Sestrière entschieden."
Derweil hielt der junge Marcus Fothen auch bei der zweiten Dolomiten-Etappe mit den ganz Großen mit. Im Gesamtklassement ist der U23-Zeitfahr-Weltmeister von 2003 auf einem elften Platz, was der von seinen Teamkollegen "Fötchen" genannte Jungprofi selbst kaum glauben mag. "Ich fühle mich sauwohl, aber so richtig fassen kann ich das noch nicht. Allerdings wird die letzte Woche wahrscheinlich noch härter als diese, die Bäume wachsen nicht in den Himmel", meinte der bodenständige Fothen, aber als echter Bauernsohn gab er grinsend sein Motto aus: "Man muss die Kuh melken, solange sie Milch gibt."
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Ivan Basso ist damit abgeschrieben. Er wird sich nun zurückhalten, maximal noch auf einen Etappensieg fahren, sich ansonsten aber für die Tour schonen. Paolo Savodelli ist nun Favourit Nummer 1. Wenn er sich noch nicht zu sehr übernommen hat, müsste er es eigentlich auch packen. Noch mit Chancen sind Simoni und Überraschungsmann DiLuca, der eigentlich kein klassischer Rundfahrer ist.
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88.Giro d'Italia - 15.Etappe
Petacchi ohne Gegner
LISSONE, 23.05.05 (rsn) - Erik Zabel sprintete bei der Bergetappe am Sonntag eine halbe Stunde nach dem Sieger wie verrückt um Platz 42, als ginge es um den Tour-Etappensieg in Paris. "Super, Ete!", rief ein Rennfahrerkollege sarkastisch. Zabel rammte den Spötter Minuten später "aus Versehen"... Der immer noch jugendlich- stürmische Ehrgeiz des ein bißchen in die Jahre gekommenen T-Mobile-Stars wurde auch am Montag nicht gestillt im Spurt um Platz 1. Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo) gewann die 15.Etappe des Giro d'Italia in Lissone deutlich vor dem Deutschen und feierte seinen dritten Tagessieg. Bei der wegen schlechten Wetters um einen Berg verkürzten Übergangsetappe vor dem Ruhetag gab es im Gesamtklassement keine Veränderungen. Paolo Savoldelli (Discovery) bleibt im Rosa Trikot.
Petacchi wurde am Montag von seiner Mannschaft trotz einiger Abstimmungsprobleme wieder "im Sessel" auf die regennasse Zielgerade gebracht, wo er souverän gewann nach einem langen Sprint. Zabel biss sich an seinem Hinterrad fest, konnte aber auch den Windschatten auf den letzten 100 Metern nicht nutzen gegen den starken San-Remo-Sieger. Dritter wurde Olympiasieger Paolo Bettini vor seinem italienischen Landsmann Simone Cadamuro. Petacchis Anfahrer Marco Velo wurde Fünfter, Gerolsteiner-Sprinter Robert Förster aus Leipzig kam zum fünften Mal unter die besten Acht.
Der 31 Jahre alte Petacchi feierte seinen dritten Etappensieg bei diesem Giro, nachdem er bereits in Ravenna (9.Etappe) und Rovereto (12.) Schnellster war. Insgesamt kommt der Ligurier auf 18 Tageserfolge bei der "Corsa Rosa". Mit seinem dritten diesjährigen Erfolg zog Petacchi gleich mit dem Australier Robbie McEwen, der aber ebenso wie die meisten anderen Sprinter (Cooke, Kirsipuu, O' Grady) vor den Dolomiten bereits die Heimreise antrat.
In Lissone stellte sich Petacchi vor seine Mannschaft, nachdem der zurückgetretene Mario Cipollini die Meinung vertreten hatte, der Fassa Bortolo-"Express" habe nicht richtig funktioniert und sei Schuld an den Niederlagen Petacchis in der ersten Woche. Auch am Montag lief es nicht reibungslos. Sacchi, der gewöhnlich lange viel Tempo macht, hatte einen Platten auf dem letzten Kilometer und die Abstimmung zwischen Tosatto und Velo war alles andere als perfekt. Nach einem Sieg kann man über solche Details natürlich leichter hinwegsehen. "Meine Mannschaft hat immer hervorragende Arbeit gemacht. Wenn einer Fehler gemacht hat, dann ich", sagte Petacchi.
Im Gesamtklassement keine Änderungen: Gerolsteiner-Youngster Markus Fothen bleibt Gesamtelfter, Savoldelli weiter im Rosa Trikot Fotos: Roth
Aufgrund von schlechtem Wetter (Regen, in den Bergen sogar Schnee) mussten die Organisatoren die Etappe von den Alpen in die Po-Ebene am Montag um 50km verkürzen. Der früh im Profil stehende Anstieg des 2315m hohen Forcola di Livigno wurde aus dem Programm genommen. Zwar hatten sich die Profis wie geplant in Livigno in die Startlisten eingeschrieben, waren dann aber die ersten Kilometer in den Team-Fahrzeugen gefahren und ersparten sich somit den kraftraubenden Anstieg des noch schneebedeckten, Pass bei Livigno. Fast 100 km bestimmte der Niederländer Roy Sentjens mit einer Alleinfahrt das Geschehen. Der Rabobank-Profi hatte sich bei Kilometer 12 vom Feld abgesetzt, wurde aber 35 km vor dem Ziel wieder gestellt.
Basso: "Ich will nach Mailand"
Die Streichung des Berges kam nicht nur den Sprintern sehr gelegen. Auch der italienische (Ex-)Favorit Ivan Basso war am Tag nach seinem Debakel am Stilfser Joch froh über das ruhige Rennen. "Die Etappe war leicht. Es war nach dem Start in Tirano ganz flach", sagte der CSC-Kapitän, der immer noch unter den Magenproblemen leidet, die ihn in den Dolomiten abstürzen ließen. In einer italienischen Zeitung war am Montag spekuliert worden, ein verdorbenes Omelett sei die Ursache von Bassos Magengeschichte. "Ich glaube, es ist ein Virus. Ich passe auf, was ich esse. Das Leben hält aber immer Überraschungen bereit", meinte Basso fatalistisch.
CSC-Teamchef Bjarne Riis riet seinem Star zur Aufgabe, um sich für die Tour de France zu schonen, bei der er letztes Jahr Dritter war. Doch Basso, der am Sonntag ein wahres Martyrium durchlebte, hat Stolz und will sich partout nicht durch die Hintertür verabschieden. "Die Etappe am Mitwoch wird entscheiden. Wenn ich mich am Ruhetag ein bißchen erholen kann, kann ich bis Mailand kommen. Ich möchte den Giro beenden", sagte Basso.
Am Dienstag legt der Giro seinen zweiten Ruhetag ein in Lissone in der Nähe von Mailand, wo die dreiwöchige Rundfahrt am kommenden Sonntag zu Ende geht mit der Chance auf einen vierten Sprintsieg für Petacchi. Vorher kommen aber noch das Zeitfahren und zwei Bergetappen im Piemont, bei denen die Entscheidung fällt im spannenden Dreikampf um den Gesamtsieg zwischen Paolo Savoldelli und seinen Rivalen Danilo Di Luca und Gilberto Simoni. "Ich fühle mich nicht als Favorit, alles ist noch möglich", meinte Savoldelli.
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88.Giro d'Italia - 16.Etappe
Le Mevel beendet französische Durststrecke
VARAZZE, 25.05.05 (rsn) - Erstmals beim diesjährigen Giro d'Italia bestimmte am Mittwoch eine Fluchtgruppe das Geschehen bis zum Schluss. Der Franzose Christophe Le Mevel (Crédit Agricole) gewann in Varazze das 16.Teilstück der Italien- Rundfahrt, eine typische Übergangsetappe über 210km. Der 24-jährige Bretone feierte seinen ersten Profisieg. An der Spitze des Gesamtklassements gab es keine Veränderungen, die Favoriten hielten still vor der vorletzten Bergetappe am Donnerstag. Der Italiener Polo Savoldelli (Discovery) beendete das Rennen im Hauptfeld rund 20 Minuten nach dem Sieger und verteidigte das Rosa Trikot.
"Dies ist mein erster Sieg und ich kann es noch gar nicht fassen", sagte Le Mevel, bebend vor Emotionen. Der Bretone begann seine Karriere 2001 und im zweiten Jahr schien sie fast vorbei, nachdem er sich bei einem Massensturz während der Vier Tage von Dünkirchen schwer am Ischiasnerv verletzte. Ein Teil eines anderen Rades hatte sich in seinen Rücken gebohrt. Vier Monate konnte Le Mevel danach seinen Fuß nicht bewegen und auch heute noch hat er kein Gefühl im Spann. "Ich widme meinen Sieg allen, die mir nach dem Unfall bei meiner Rehabilitation geholfen haben. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um zurückzukommen. Das war eine lange und schwere Zeit", sagte der glückliche Le Mevel, der in der U23-Altersklasse zu den besten Zehn der Welt zählte.
Le Mevel hatte sich 1500 Meter vor dem Ziel aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe abgesetzt und gewann mit 9 Sekunden Vorsprung vor dem Belgier Christophe Brandt. Einige Sekunden danach wurde der Italiener Alessandro Vanotti Dritter. Le Mevel, holte den ersten französischen Giro-Etappensieg seit 1999. Damals gewann Laurent Jalabert die Etappe in Lumezzane. Kurios: Das war ebenfalls das 16. Teilstück.
Die lange Übergangsetappe zwischen Lombardei und Ligurien war bei sommerlichem Wetter von vielen Attacken geprägt. Doch es dauerte bis KM 98 bis sich eine Gruppe lösen konnte. 18 Mann, darunter die T-Mobile-Fahrer Eric Baumann und Andre Korff, setzten sich ab. Sechs der Ausreißer (Vanotti , Engels, Schleck, Brandt und Mevel, später kam auch Fofonov dazu) ließen am Bric Berton, dem einzigen Berg des Tages 50km vor Schluss die restlichen Attackierer hinter sich. Le Mevel wollte es nicht auf einen Sprint ankommen lassen und suchte die Entscheidung 1500m vor Schluss. Das Hauptfeld um die "Maglia Rosa" hatte mehr als 22 Minuten Rückstand. Die Ausreißer stellten für die Favoriten keine Gefahr dar. Christophe Brandt hatte als Bestplatzierter vor der Etappe über 40 Minuten Rückstand auf Gesamtleader Savoldelli.
Die entscheidenden drei Tage
Von Donnerstag bis Samstag fällt bei diesem spannenden Giro die Entscheidung. Am Donnerstag steht eine 194km lange Kletteretappe mit einem 13km langen Schlussanstieg auf dem Programm, am folgenden Tag das 34 km lange Zeitfahren in der Olympiastadt Turin. Am Samstag folgt mit der letzten Bergankunft nach 190 Km in Sestriere noch einmal ein Ritt durchs Hochgebirge mit dem steilen Colle delle Finestre (18,5 km mit 9,2 Prozent!), der mit einer 8km langen ungeteerten Passage am Schluss ideales Terrain für ein dramatisches Finale bietet vor der Ehrenrunde in Mailand am Sonntag.
Bis nach Mailand wird derweil wohl auch Ivan Basso kommen, der bei den beiden Bergetappen am letzten Wochenende einen denkwürdigen Einbruch erlebte und alle Chancen auf einen Gesamtsieg einbüßte. "Heute ging es mir wieder besser. Laut den Untersuchungsergebnissen habe ich keine ernsthafte Infektion und ich muss keine Antibiotika nehmen. Woran es lag, weiß ich selbst nicht. Es gibt 1000 Möglichkeiten", meinte Basso nach der Etappe am Mittwoch.
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Schade für Basso, aber der Giro bleibt weiter spannend. Wir werden sehen. Spätestens Samstag sind wir schlauer.
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88.Giro d'Italia - 17.Etappe
Basso gewinnt Trostpreis: "Für die tifosi"
LIMONE PIEMONTE, 26.05.05 (rsn) - Der Italiener Ivan Basso (CSC), der wegen einer mysteriösen Magenerkrankung in den Dolomiten einbrach und seine Gesamtsiegchancen einbüßte, hat sich an Fronleichnam zurückgemeldet mit dem Gewinn der vorletzten Bergetappe des Giro d'Italia. Nach einem Angriff 17km vor dem Ziel gewann der Tour de France-Dritte an der Bergankunft in Limone Piemonte an der italienisch-französischen Grenze als Solist. Mit einer Minute Rückstand beendeten der Venezuelaner José Rujano (Selle Italia) und der Italiener Gilberto Simoni (Lampre) das Rennen auf den nächsten Plätzen. Simoni nahm seinem Landsmann Paolo Savoldelli knapp eine Minute ab, doch der Discovery-Kapitän verteidigte das Rosa Trikot.
Basso, der zwei Tage im Rosa Trikot fuhr und auf bestem Wege zum Sieg schien, hatte bei der Bergetappe am Stilfser Joch am letzten Sonntag 40 Minuten verloren wegen Magenproblemen. Vier Tage später zeigte er sich schon wieder in blendender Verfassung. 7km vor dem Ziel trat er am 13,5 km langen Schlussanstieg aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe (Schleck, Lobato, Caruso, Basso, Cioni, Tiralongo), die sich 23km vor Schluss formiert hatte, heraus an. An der 1795 Meter hohen Bergankunft in den Piemonteser Alpen holte sich der 27-Jährige aus Varese nach 194km den Sieg. Es war sein erster Etappenerfolg beim Giro d'Italia.
"Ich hatte ja gesagt, dass ich heute etwas versuchen will. Dafür hat meine Mannschaft heute alles gegeben, um die Ausreißer nicht zu weit wegfahren zu lassen. Die letzten Tage waren schwer für mich und das Team. Es ist nicht leicht, wenn man einen Tag das Rosa Trikot hat und am nächsten mir leeren Händen dasteht", sagte Basso, dem CSC-Chef Bjarne Riis am Stilfser Joch die Aufgabe nahegelegt ("Ich kann Dich nicht so leiden sehen") hatte, der sich aber tapfer durchkämpfte. "Ich habe mich wieder erholt und dann auch meine Motivation wieder gefunden. Ich wollte meinen tifosi Freude bereiten. Ich bin diesen Giro so angegangen wie die Tour de France: Jeden Tag mit voller Aufmerksamkeit. Für mich ist jeder Tag wichtig und ich werde versuchen, meine Giro-Bilanz bis zum Schluss in Mailand noch zu verbessern."
"Ich will gar nicht daran denken, was gewesen wäre wenn ich nicht krank gewesen wäre", sagte Basso. "Dieser Giro hat mir geholfen, als Rennfahrer reifer zu werden. Ich war am Start in Form, beim ersten Zeitfahren und bei der ersten Bergetappe. Man kann einen schwachen Tag überstehen, aber nicht zwei und nicht bei einer siebenstündigen Etappe. Meinen Sieg heute verdanke ich meinem Team und auch meiner Familie. Am Ruhetag sprach ich mit meiner Frau und meinem Kind. Ein Kind mit seiner naiven Aufrichtigkeit gibt einem große Moral. Wenn man hört: 'Papa, Du bist der Stärkste'...", so Basso.
Entdeckung Rujano
Gilberto Simoni deutete - vielleicht zu spät - am Donnerstag wieder seine Siegambitionen an und attackierte aus der Verfolgergruppe mit den Favoriten heraus 5,5km vor dem Ziel. Nur José Rujano konnte dem zweifachen Gesamtsieger folgen. Der wieder einmal isolierte Savoldelli kämpfte dahinter ohne Teamunterstützung, den Rückstand zu begrenzen. In der Gruppe um das Rosa Trikot machte der Spanier Ruben Lobato für seinen Landsmann und Teamkollegen Juan Manuel Garate Tempo. Savoldelli verlor am Ende 42 Sekunden und sein Vorsprung auf Simoni schmolz auf 58 Sekunden. Es wären noch vier Sekündchen weniger gewesen, wenn Rujano nicht Simoni den zweiten Platz weggeschnappt hätte. Der Venezuelaner rückte im Gesamtklassement auf Rang 3 vor. Rujano trägt das Grüne Trikot des besten Bergfahrers. Nun kann er sogar ans Rosa Trikot denken.
Der 23 Jahre alte Giro-Neuling mauserte sich zur großen Entdeckung der Rundfahrt. Die kleine "Bergziege" (1,62 m und gerade mal 50 kg) ist zwar venezuelanischer Zeitfahrmeister, doch einen Rouleur kann man ihn wahrlich nicht nennen. Das Zeitfahren am Freitag ist ein Handicap für ihn. Dennoch winkte Rujano am Donnerstag nicht ab, als er nach dem Rosa Trikot gefragt wurde. "Ich will so weit nach vorne, wie es möglich ist. Ich hoffe auf ein gutes Zeitfahren. Der Samstag könnte dann mein großer Tag werden. Mein Gegner heißt Simoni", sagte Rujano, der für das kleine Selle Italia-Team fährt, das bereits mit Ivan Parra zwei Etappensiege holte.
Danilo Di Luca, der als Gesamtzweiter in die Etappe gegangen war, zeigte am letzten Berg erstmals Schwächen, gab auf Simoni anderthalb Minuten ab. Der ProTour-Leader, der vor dem Giro überhaupt nicht ans Gesamtklassement gedacht hatte und sich beim Giro selbst überraschte, ist knapp hinter Rujano Vierter (+1:26 Min). Beim 34km-Zeitfahren am Freitag in Turin wird das Klassement wieder neu gemacht. Savoldelli wird Simoni Zeit abnehmen müssen, um bei der alles entscheidenden Bergetappe am Samstag eine Chance zu haben gegen den zweifachen Giro-Sieger aus dem Trentino. "Ich denke, am Samstag werde ich wieder attackiert", sagte Savoldelli am Donnerstag.
"Das war heute ein schwerer Tag von Anfang an. Als Simoni angetreten ist, konnte ich nicht folgen", so der Träger der Maglia Rosa weiter. "ich habe versucht, den Rückstand zu begrenzen. Ich bin zufrieden, dass ich bei diesem schweren Giro noch immer in Rosa fahre, Das Zeitfahren morgen ist theoretisch für mich von Vorteil. Aber in der Praxis auf der Straße kann es auch anders laufen. Das ist ein enorm wichtiges Zeitfahren, aber ich starte trotzdem in Ruhe. Ich spüre keinen Druck." Beim ersten Zeitfahren in Florenz (45km) war Savoldelli 2:08 Minuten schneller als Simoni und 4:20 Minuten schneller als Rujano, den allerdings ein Defekt am Rad bremste.
Bester Deutscher beim Giro bleibt der erst 23 Jahre alte Markus Fothen. Der Gerolsteiner-Profi hatte am Donnerstag ein bißchen Probleme und verlor zweieinhalb Minuten auf die Spitze. Im Gesamtklassement musste "Fötchen" den Italiener Bruzeghin vorbeiziehen lassen und belegt jetzt Platz 12. "Es ist für Markus nicht ganz so optimal gelaufen, wie erhofft. Aber er (...) hat den Rückstand auf die Konkurrenz im Rahmen gehalten", bilanzierte sein Sportlicher Leiter Christian Henn,. Beim Zeitfahren am Freitag könnte Fothen, vor zwei Jahren U23-Welt- und Europameister im Kampf gegen die Uhr, wieder etwas Boden gutmachen.
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(www.radsportnews.com)
Dieser Sieg freut mich für Basso sehr. Er hat es verdient, nachdem Magenprobleme ihn schon den Gesamtsieg gekostet hatten. Und der Kampf ums Rosa Trikot spitzt sich immer mehr zu.
mfg Robert |
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88.Giro d'Italia: Basso gewinnt zweites Zeitfahren
Simoni wahrt seine Siegchance
88.Giro d'Italia
TURIN, 27.05.05 (rsn) - Ivan Basso setzt seinen Achterbahn-Giro fort und feierte am Freitag beim Zeitfahren in Turin seinen zweiten Etappensieg. Der große Favorit, der wegen einer mysteriösen Magenerkrankung in den Dolomiten eingebrochen war, verwies den Russen Vladimir Karpets (Balears) und seinen amerikanischen CSC-Teamkollegen David Zabriskie, der das erste Zeitfahren in Florenz gewonnen hatte, auf die Plätze. Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg wurde auf die Bergetappe am Samstag vertagt. Der Italiener Paolo Savoldelli (Discovery) verteidigte mit einem starken vierten Platz das Rosa Trikot. Doch Lampre- Kletterspezialist Gilberto Simoni hielt dagegen und wahrte mit der zehntbesten Zeit seine Chancen auf einen dritten Giro-Triumph.
Fürs Gesamtklassement beim Giro hat Bassos Zeitfahrsieg keine Bedeutung mehr, nachdem der Lombarde nach seiner Magenerkrankung ("Es kann 1000 Gründe dafür geben") in den Dolomiten 40 Minuten einbüßte. Für die in sechs Wochen beginnende Tour de France war sein Sieg dafür um so mehr ein Fingerzeig. Bassos Schwäche war das Zeitfahren, hier verlor er bei der "grand boucle" letztes Jahr seinen zweiten Platz an Andreas Klöden. Nun scheint der Italiener unter den Fittichen des erfolgreichen "Hexenmeisters" Bjarne Riis, über dessen Methoden auch spekuliert wird, fast zum Spezialisten geworden zu sein. Bereits beim ersten Zeitfahren vor elf Tagen in Florenz war Basso Zweiter hinter seinem Teamkollegen Zabriskie.
Am Freitag verwies Basso bei hochsommerlichen Temperaturen mit einem Schnitt von 45,249 km/h Vladimir Karpets (+ 9 Sekunden) und Zabriskie (+ 20 Sek) auf die Plätze. Der Kurs zwischen Chieri und Turin führte über den Anstieg des Superga.
Savoldelli nahm seinen Rivalen im Gesamtklassement Zeit ab, doch ob es genug war, wird sich bei der schweren vorletzten Etappe zeigen. Simoni, dem Zeitfahren ein Greuel sind, fuhr die zehntbeste Zeit und gab nur 1:11 Minuten auf Savoldelli ab. Rujano, die kleine "Kletterziege" aus Südamerika, war fast noch beindruckender. Mit seinem Körpermaß (1,62m/50kg), das für Berge perfekt, fürs Zeitfahren aber ein großes Handicap ist, nutzte der 23-jährige Venezuelaner den Superga als Basis für eine beachtliche Zeit.
Bei der Zwischenzeit am Superga lagen Savoldelli, Simoni und Rujano nur 14 Sekunden auseinander. Savoldelli konnte in der Abfahrt bis nach Turin wieder Boden gutmachen, allerdings nicht soviel, dass er sich seiner schon sicher sein könnte. Im Gesamtklassement führt der Discovery-Kapitän mit 2:09 Minuten vor Simoni und 3 Minuten vor Rujano. Am Samstag kommt es damit am Colle de Finestre, einem neuen, spektakulären Anstieg mit einer nicht asphaltierten Naturstraße am Ende, zum Showdown bei diesem spannenden Giro.
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(www.radsportnews.com)
Es kann also alles noch passieren. Morgen bin ich aus Fantreffgründen nicht in der Lage die Entscheidung des Giros hier reinzustellen, werde das aber natürlich nachholen. Wen aber aktuelle Meldungen und Berichte interessieren, der kann ja gegen Abend (18 Uhr oder später) auf www.radsportnews.com schauen und nachlesen, wer nun den diesjährigen Giro gewonnen hat.
mfg Robert |
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Soeben ist es gewiss! Discovery Channell Fahrer Paolo Savoldeli ist der Sieger des diesjährigen Giros. Der ehemalige Telekomfahrer fuhr seinen ersten großen Sieg erst nach seinem Wechsel zum größten Konkurrenten, dem ehemaligen US-Postal Team, ein. Damit ist einmal mehr die Vorgangsweise des Telekom-Teams in Frage gestellt. Seltsam, dass immer Topfahrer solange in schlechter Form sind, solange sie bei Team Telekom fahren. Beispiele dafür gibt es ja mehr als genug.
Mehr zu dem Thema später, wenn ein entsprechender Artikel darüber verfügbar ist.
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Petacchi Sieger in Mailand
Savoldelli gewinnt 88.Giro d'Italia
88.Giro d'Italia
MAILAND, 29.05.05 (rsn) - Paolo Savoldelli (Discovery Channel) hat drei Jahre nach seinem ersten Triumph und nach zwei schwarzen Saisons im Magentatrikot zum zweiten Mal den Giro d'Italia gewonnen, dessen 88.Ausgabe erst 24 Stunden vor der traditionellen lombardischen Ehrenrunde entschieden wurde. Bester Deutscher nach 3498 Km war der 23- jährige Giro-Debütant Markus Fothen vom Team Gerolsteiner auf einem vielversprechenden 12. Rang. Das 20. und letzte Teilstück in Mailand ging am Sonntag an Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo), der damit auf vier Etappensiege kommt. Der Sprintstar setzte sich bei der 119km langen Prestigeetappe vor zwei Deutschen durch: Erik Zabel (T-Mobile) und Robert Förster (Gerolsteiner) belegten die Plätze 2 und 3.
In Mailand stand der aus Bergamo stammende Lombarde Savoldelli wieder ganz oben auf dem Podium zwischen dem Trentiner Gilberto Simoni, der den dritten Giro-Sieg am Vortag in Reichweite hatte, und dem sensationellen jungen Kletterer José Rujano. Während der 33 Jahre alte Simoni zum sechsten Mal (Sieger 2001 und 2003, Dritter 1999, 2000 und 2004) auf dem Treppchen stand, kannte den Giro-Debütanten aus Venezuela beim Start in Reggio di Calabria vor drei Wochen noch praktisch niemand. Der 23-Jährige gewann bei seinem Giro-Debüt neben der dramatischen 19.Etappe auch die Bergwertung.
Savoldelli hatte in den Dolomiten das Rosa Trikot erobert und es in den letzten acht Tagen des Rennens verteidigt. Das beeindruckende Berg-Massiv in Südtirol spielte wieder einmal eine wichtige Rolle. Am Stilfser Joch ging der als großer Favorit gestartete Italiener Ivan Basso aufgrund einer Magenerkrankung unter und büßte seine Chancen auf den Gesamtsieg endgültig ein, nachdem er schon einen Tag zuvor das Rosa Trikot an Savoldelli verloren hatte. Nach dem Aus für Basso musste sich Savoldelli vor allem gegen den starken Simoni wehren, während dessen Lampre-Teamkollege Damiano Cunego nach seinem sensationellen Giro-Sieg im vorigen Jahr diesmal den Druck nicht verkraftete und schon nach der ersten Bergankunft keine Rolle mehr spielte.
Bei der dramatischen letzten Bergetappe am Samstag fiel die Entscheidung. Am Colle Finestre, einem spektakulären neuen Berg mit einer Schotterstraße, auf der der Giro in die Zeiten von Coppi zurückversetzt schien, hätte Savoldelli den Giro beinahe verloren, als Simoni und Rujano attackierten. Doch in der Abfahrt machte der "Falke" wieder Boden gut und rettete hier seine Führung. Im Schlussklassement belegt Savoldelli Platz 1 mit 28 Sekunden Vorsprung vor Simoni. Es ist die engste Giro-Entscheidung seit 1976.
Der 32 Jahre alte Savoldelli war vor dieser Saison zu Discovery gewechselt, nachdem er zuvor zwei Jahre bei Telekom/T-Mobile aufgrund von Krankheiten und Verletzungen völlig unterging. Dass er nun just nach seinem Weggang wieder an den großen Triumph, wegen dem man ihn geholt hatte, anknüpfen konnte, sorgt für Bitterkeit bei dem deutschen Team (s.a. Story: T-Mobile sieht Savoldelli durch die rosa Brille). Bei der Tour de France wird Savoldelli als Helfer von Armstrong gegen Ullrich und Co. fahren.
Alessandro Petacchi gewann am Sonntag die umkämpfte Prestige-Etappe in Mailand in einem superschnellen Sprint (Schnitt auf Zielgeraden: 71,4 km/h!) nach dem traditionell lockeren Rennen am Schlusstag. Für den 31 Jahre alten San Remo-Sieger, der in der ersten Woche vom Australier Robbie McEwen in den Schatten gestellt wurde, war es der vierte Sieg bei diesem Giro, der 19. insgesamt.
Erik Zabel gratulierte Petacchi als erster. Der deutsche Sprintstar hatte sich kurzfristig nach seinem Henninger-Sieg zum Giro-Start als Tour-Vorbereitung entschlossen. Er wolle etwas Neues versuchen, hatte er erklärt, doch als Puncheur, sah man Zabel dann doch nicht. Er versuchte sich wieder nur im Sprint. Zwei zweite Plätze waren seine Giro-Bilanz, die für Zabel, der in seiner Karriere schon fast alles gewonnen hat, natürlich nur begrenzte Freude auslösten. Der 27 Jahre alte Markkleeberger Robert Förster war bei allen Sprintentscheidungen des Giro dabei und kam immer unter die besten Acht.
Von den 197 Fahrern, die am 7.Mai in Reggio an den Start des Giro gingen, kamen 153 in Mailand an am Ende dieses schweren Giro, der letzte, der vom geschiedenen Giro-Organisationschef Carmine Castellano geplant wurde. Der Startschuss zur Schlussetappe fiel in Albese, dem Heimatort des bei der Tour de France 1995 tödlich verunglückten Olympiasiegers Fabio Casartelli. Bei einer kleinen Zeremonie, an der auch die Tourchefs Jean-Marie Leblanc und Christian Prudhomme teilnahmen, gedachte man des so früh gestorbenen jungen Mannes.
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Nach der einjährigen Dopingsperre
Hondo: "Urteil Chance auf Comeback"
BERLIN/ASCONA, 03.06.05 (rsn) - Vier Stunden dauerte am Donnerstagnachmittag die mündliche Verhandlung im Dopingverfahren gegen Danilo Hondo. Nach halbstündiger Beratung verkündeten die Richter der Disziplinarkammer des Schweizer Radsportverbands das Urteil. Ein Jahr Sperre. "Viele haben ja mit zwei Jahren gerechnet. Das Urteil zeigt, dass wir die Zweifel an meiner Schuld darstellen konnten", sagte Hondo am Freitag gegenüber RADSPORT-NEWS.COM.
Bei Hondo war einen Tag nach dem Urteil eine gewisse Erleichterung zu spüren. Nach dem neuen Dopingreglement sind zweijährige Sperren die Norm. Eine solche hätte für den 31-Jährigen sicherlich das Karrieraus bedeutet. Nun wurde er mit 50.000 Euro Geldstrafe und einjähriger Sperre belegt, die rückwirkend am 1.April 2005 zu laufen beinnt. Im nächsten Frühjahr könnte der Sprinterstar also bereits wieder Rennen fahren.
"Ein Jahr ist hart, aber es zeigt ja auch ein Entgegenkommen des Gerichts. Das Urteil gibt mir die Chance, mich zu rehabilitieren," sagt Hondo. Bei einem ProTour-Team könnte er eigentlich sein Comeback nicht geben. Nach der freiwilligen Anti- Doping- Charta der ProTour-Teams, darf ein des Dopings überführter Fahrer auch nach Ablauf der Sperre innerhalb von vier Jahren normalerweise nicht engagiert werden. Ob diese gut gemeinte, aber juristisch fragwürdige Regelung europäischem Arbeitsrecht entspricht und einer Überprüfung eines ordentlichen Gerichts standhalten würde, ist aber durchaus fraglich. Hondo hofft jedenfalls angesichts seiner "halben Sperre", doch noch eine Chance zu bekommen bei einem Spitzenteam. Seine großen sportlichen Ziele kann der San Remo-Zweite und zweifache Giro-Etappensieger nur bei einem großen Team umsetzen.
Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer schloss am Freitag gegenüber der DPA eine Rückkehr des Lausitzers nicht grundsätzlich aus. Entscheidend sei, ob beim Vergehen eine Absicht unterstellt werde. Dies sollen neutrale Fachleute nach der Vorlage des schriftlichen Urteils für Gerolsteiner prüfen. "Wenn die Vorsätzlichkeit ernsthaft in Zweifel gezogen wird, sieht es nicht schlecht aus", sagte Holczer.
Auf eine Berufung beim internationalen Sportgerichtshof TAS in Lausanne wird Hondo möglicherweise nun verzichten. "Ich weiß noch nicht, ob wir in Berufung gehen werden. Darüber muss ich noch einige Nächte drüber schlafen und mich mit meinem Anwalt beraten. Mein Anwalt ist mit dem Urteil nicht so zufrieden, weil es einige Expertenmeinungen nicht genügend berücksichtige. Im Sportrecht muss man praktisch seine Unschuld beweisen. Das ist fast unmöglich, es ist sehr schwer, einen konkreten Entlastungsbeweis zu finden. Insofern ist das Urteil uns schon weit entgegengekommen", sagte Hondo.
Gegen das milde Urteil des als sonst unerbittlich bekannten Schweizer Verbandes könnte auch der Internationale Radsport- Verband UCI beim TAS als letzte Instanz Berufung einlegen. UCI-Sprecher Enrico Carpani lehnte einen Kommentar zum Urteil am Freitag ab. Der Verband werde nach Analyse des Spruchs entscheiden, ob er ihn akzeptiert. Einen Zeitpunkt dafür nannte Carpani ebenfalls nicht.
Hondo war im März bei der Murcia-Rundfahrt in Spanien die Einnahme des Aufputschmittels Carphedon nachgewiesen worden. Daraufhin hatte ihn sein Rennstall Gerolsteiner am 31. März fristlos entlassen. Hondo, der in Murcia zwei Etappen gewann, beteuerte stets seine Unschuld und bestreitet die wissentliche Einnahme des Mittels. In der Doping-Affäre gab es einige Ungereimtheiten, die für Hondo sprachen. Die beim Sprinter nachgewiesenen Spuren waren so gering, dass die Verunreinigung anderer Mittel oder sogar eine körpereigene Produktion der Substanz von Experten als Ursache nicht ausgeschlossen wurde. Eine bei Hondo genommene Probe am Vortag der positiven Kontrolle war negativ, was gegen Restspuren einer Manipulation spricht. Diese Umstände hielten das Sportgericht davon ab, eine zweijährige Sperre zu verhängen.
Hondo-Anwalt Lehner bewertete das Urteil zwiespältig: "Die große Katastrophe ist an ihm vorbei gegangen", sagte er am Freitag. Andererseits bleibe das "Stigma des Dopingsünders". Den Jurist erboste zudem der "wissenschaftliche Dilettantismus", mit dem über fundierte Einwände hinweg gegangen worden sei. "Das war ein typisches Verbandsurteil. Auf der einen Seite wollte man den Vorgaben der Welt-Antidoping-Agentur WADA nachkommen, auf der anderen Seite sollte der Rad-Profi gerecht beurteilt werden. Das war ein Kompromiss. Gemessen daran, dass er unschuldig ist, muss er das Urteil als ungerecht empfinden. Gemessen daran, was zu befürchten war, könnte er auch zufrieden sein", sagte Lehner.
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Glück im Unglück also für Hondo. Hoffen wir mal das er gut trainiert, nächstes Jahr in bestechender Form die Saison beginnt und sich ein Spitzenteam findet, dass in diesem Sonderfall dieses Gentlement-Agreement ignoriert.
mfg Robert |
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Pressekonferenz vor der Dauphiné
Armstrong: "Ullrich ist weiter als ich"
AIX-LES-BAINS, 04.06.05 (rsn) - Lance Armstrong, der am Sonntag bei der französischen Dauphiné- Rundfahrt seine Tour de France- Generalprobe beginnt, ist sich vier Wochen vor der "Großen Schleife" seiner Form nicht sicher. "Schwer zu sagen, wo ich derzeit stehe", sagte der Amerikaner am Samstag bei einer Pressekonferenz am Vorabend des Prologzeitfahrens des "Critérium du Dauphiné", dem traditionellen Aufgallop zur Tour, den Armstrong zwei Mal (2002 und 2003) gewinnen konnte. Letztes Jahr war er dort Vierter.
"Mein letztes Rennen war in Georgia und danach habe ich nur viel trainiert", sagte Armstrong, der bei der Rundfahrt im Süden der USA im April keinen überzeugenden Eindruck machte und auch sonst in dieser Saison wesentlich schwächer fuhr als in den letzten Jahren. "Ich weiß wirklich nicht, wie meine Form ist. Das ist schwer zu sagen. Nach der Dauphiné weiß ich mehr", sagte Armstrong lakonisch. Spekulationen, er werde womöglich gar nicht zur Frankreich-Rundfahrt gehen, wenn seine Form nicht 100-prozentig stimmt, trat Armstrong entgegen. "Nur eine Verletzung oder Krankheit kann mich von einem Start abhalten."
Bisher hat der 33-Jährige, der nach der nächsten Tour de France seine Karriere beenden will, noch keinen Saisonerfolg zu Buche stehen, was die Frage aufwirft, ob er nach seiner Rücktrittsankündigung wirklich noch mit ganzem Herzen Rennfahrer ist. "Manche denken, ich sei schon Rentner. Denen möchte ich gern das Gegenteil beweisen", sagte Armstrong, der allerdings nicht als Favorit auf einen dritten Dauphiné-Sieg gelten will. Vor dem Mont Ventoux habe er "großen Respekt" und im Zeitfahren sei er auch noch nicht in Topform, meinte er.
"Es wäre schon komisch ("weird"), zur Tour zu gehen ohne einen Saisonsieg. Das wäre das erste Mal in sieben Jahren. Ich hoffe, ich habe Erfolg in den nächsten acht Tagen", meinte der sechsfache Toursieger. Besorgt äußerte sich der Discovery-Star, in diesem Jahr kaum Rennpraxis im Zeitfahren gesammelt zu haben. Und das umso mehr, als er seinen ewigen Rivalen Jan Ullrich, der die letzte Chance hat, den Amerikaner zu schlagen, stärker einschätzt. Beim Training in den Pyrenäen konnte sich Armstrong ein eigenes Bild machen von der T-Mobile-Trainingsgruppe um Ullrich: "Die waren terrible." Schrecklich gut, meinte er damit.
"Ich glaube, (Ullrich) ist weiter dieses Jahr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ullrich nicht aufs Podium kommt", sagt Armstrong, der die Magentatruppe als größte Gefahr sieht. "So weit ich das nach den Berichten sehe, ist (Ullrichs) Mannschaft stärker denn je. Ullrich ist der klare Leader, aber was sie so gefährlich macht ist die Kombination der drei. Klöden und Jan werden besser und Vino (Vinokourov) ist so stark wie immer. Da ist also eine potenzielle Bedrohung durch ein Trio. Aber wir können das mit (Yaroslav) Popovych und (Giro-Sieger Paolo) Savoldelli neutralisieren." Als weitere gefährliche Tour-Rivalen nannte Armstrong seinen ehemaligen spanischen Leutnant Roberto Heras und den italienischen Vorjahresdritten Ivan Basso, der beim Giro mit seinen verbesserten Zeitfahr-Qualitäten beeindruckte.
"Wenn man anschaut, was er beim Giro gezeigt hat, muss man sagen, dass Basso sehr viel gefährlicher geworden ist. Er hat sich im Zeitfahren enorm verbessert. Seine Position auf dem Rad ist besser, seine Geschwindigkeit war unglaublich. Er ist ein anderer Athlet geworden", sagt Armstrong. "Das wird eine aufregende Tour. Da ist eine ganze new wave von jüngeren Fahrern wie (Alejandro) Valverde, Basso und (Damiano) Cunego. Dann ist da Heras, der bisher ruhig fuhr, aber bei der Tour seine Karten richtig spielen könnte."
Mit welchem Ziel er bei seiner letzten Tour de France antritt, daran lässt Armstrong keinen Zweifel. "Wenn ich die Rampe runterrolle, habe ich den Sieg im Blick. Aber ich glaube, man kann beides machen. Ich will meine letzte Tour genießen und trotzdem gewinnen", so Armstrong. Ob das mit dem Genießen so hinhaut, wenn Ullrich oder Basso gewinnen?
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Über niemanden wird so oft und ausgiebig diskutiert wie über den Amerikaner. Wie ist seine Form, seine Motivation, was lässt sein Alter noch zu. Ständige Spekualtionen die sogar die immer währende Diskussion über Jans Gewicht überschatten. Wie steht es mit dem Druck, hat seine Rücktrittsankündigung ihn geschwächt?
Er scheint schlechter in Form denn je zu sein, die Gegner dürfen wohl auf einen 'schlagbaren' 6-maligen Toursieger hoffen. Doch eins sollte dabei gewiss in Erinnerung bleiben: Lance ist ein Meister der Taktik. So wie er letztes Jahr bei seinem Zeitfahrauftritt auf den Mont Venteaux wieder mal unter Beweis gestellt hatte. Er bleibt unberechenbar, nur eines kann man sich wohl 100%ig sicher sein. Die 'Maschine' Armstrong muss man immer auf der Rechnung haben!
mfg Robert |
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Vinokourov träumt vom Toursieg
Ullrichs bester Helfer ist sein erster Gegner
CHAUFFAILLES, 07.06.05 (rsn) - Die Hackordnung beim T-Mobile-Starensemble bei der Tour de France gleicht der in einem Wolfsrudel: Dem Alpha-Tier folgen alle, aber nur solange der auch der Stärkste ist. Der Kasache Alexandre Vinokourov, der schon auf dem Podium in Paris stand, ist in der Magentatruppe - um im Bild zu bleiben - der "Beta-Wolf", der Jan Ullrichs Führungsanspruch anerkennt, aber nur solange der auch stärker ist. Der Kasache macht keinen Hehl daraus, dass er am liebsten selbst die "Große Schleife" gewinnen würde. "Ich habe schon große Rennen gewonnen, jetzt ist die Tour das einzige, an dem ich noch wirklich interessiert bin", sagte "Vino" am Dienstag am Rande der Dauphiné-Rundfahrt.
Der 31 Jahre alte Vinokourov ist in der bisherigen Saison glänzend gefahren und feierte im April schon einen großen Triumph bei Lüttich-Bastogne, während Jan Ullrich und Andreas Klöden noch in einer Form waren, mit der sie Mühe gehabt hätten, den Klassiker zu Ende zu fahren. Der Kasache zeigt, dass es auch anders geht als es die beiden Quartals-Profis so gerne praktizieren. Mit dem Sieg in Lüttich habe sich ein Traum für ihn erfüllt, sagt Vinokourov. Doch das ist abgehakt, jetzt schaut der in Monaco lebende Osteuropäer auf die Tour de France, bei der er vor zwei Jahren Dritter war und 2002 und 2004 nach Verletzungen fehlte.
"Ich habe große Siege gefeiert, das einzige große Ziel, das ich noch habe, ist der Sieg bei der Tour de France", sagt Vino, der 1999 mit 25 Jahren bei der Dauphine-Rundfahrt seinen ersten großen Triumph feierte. "Ich fahre vielleicht noch zwei, drei Jahre im Peloton. In dieser Zeit werde ich alles daran setzen, die Tour zu gewinnen", sagt der Ullrich-Teamkollege. Bei der nächsten Tour de France in vier Wochen geht Ullrich theoretisch als Kapitän ins Rennen. Der Toursieger von 1997 und fünfmalige Gesamtzweite kommt langsam in Schwung. Wenn die Formkurve des Deutschen, der bei der Tour de Suisse (ab Samstag) sein letztes Rennen vor dem Tourstart am 2.Juli fährt, weiter so steil nach oben zeigt, wird es für Vinokourov schwer, seine eigenen Ambitionen in diesem Jahr umzusetzen.
"Natürlich" werde er für Ullrich arbeiten, wenn der stärker sei, sagt Vinokourov, der letztes Jahr die Tour nach einem schweren Sturz bei der Tour de Suisse absagen musste. Leader im Tour-Team von T-Mobile werde der sein, der die besten Chancen hat, betont er. Das könnte Ullrich sein, der letztjährige Tourzweite Klöden oder eben Vinokourov: "Das Rennen wird entscheiden", sagt er lächelnd. "Am wichtigsten ist, dass einer von uns gewinnt. Bei T-Mobile wird ein zweiter, dritter oder vierter Platz nicht als ein gutes Ergebnis gesehen. Armstrong fährt seine letzte Saison und wir wollen alles tun, um ihn zu schlagen. Wenn er sich wieder als unschlagbar zeigt, dann Hut ab. Aber wir werden in Paris sehen", so Vinokourov.
Vinokourov war vor zwei Jahren, als Ullrich sein Intermezzo bei Bianchi gab, schon einmal T-Mobiles Tour de France-Kapitän. Damals wurde er in Paris Dritter hinter Armstrong und Ullrich. Seit damals hat sich der Kasache aber weiterentwickelt, während die beiden berühmten Dauerrivalen eher stagnierten. "Ich habe sehr hart an meinen Kletterqualitäten gearbeitet. Ich habe dieses Jahr in dem Bereich mehr gemacht, als jemals zuvor. Ich war 10 Tage im Höhentrainingslager in Kasachstan und nochmal 10 Tage auf Teneriffa. Wir haben auch an meiner Position auf dem Zeitfahrad gearbeitet. Ich habe auf der Bahn getestet und im Windkanal, um meine Position zu optimieren", schildert Vinokourov seine Vorbereitung. Man wird sehen, ob es zum Leitwolf reicht.
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mfg Robert... der langsam aber sicher glaubt, nur Vinokourov selbst weiß wie man seinen Namen wirklich schreibt!  |
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57.Dauphiné Libéré - 3.Etappe
Botero Schnellster - Leipheimer in Gelb
ROANNE, 08.06.05 (rsn) - Der Kolumbianer Santiago Botero (Phonak) gewann am Mittwoch das 47km lange Zeitfahren der französischen Dauphiné- Rundfahrt. Zweiter hinter dem früheren Zeitfahr- Weltmeister wurde der kalifornische Gerolsteiner-Profi Levi Leipheimer, der damit die Gesamtführung übernahm.
Lance Armstrong ("Das wird mein wichtigster Tour-Test") muss weiterhin auf den ersten Saisonsieg warten. Der Discovery-Star belegte den dritten Platz beim Zeitfahren der Dauphine-Rundfahrt, das der sechsfache Tour de France-Sieger nur einmal (2003) gewann. Letztes Jahr beim Bergzeitfahren am Ventoux war Armstrong sogar "nur" Fünfter. Vor drei Jahren war der Texaner Zweiter hinter Botero, der nach zwei schwarzen Jahren bei Telekom/T-Mobile wie Bobby Julich und Giro-Sieger Paolo Savoldelli ein bemerkenswertes Comeback gibt und erst wieder gut wurde, nachdem er der Magentatruppe den Rücken kehrte. Botero stellte in 1:00:06 Stunden die erste Richtmarke auf, die bis zum Schluss halten sollte. Armstrong kam mit 26 Sekunden Rückstand ins Ziel.
Leipheimer fehlte am Ende ein Sekündchen zum Sieg. Gerolsteiner muss weiter auf den ersten ProTour-Sieg warten, doch der letztjährige Tour-Neunte, der vom Podium in Paris träumt, eroberte das Gelbe Trikot der Dauphiné. Der bisherige Gesamtspitzenreiter und Vortagessieger Samuel Dumoulin (Frankreich) büßte 5:29 Minuten ein und rutschte auf den zwölften Rang (2:21 Minuten zurück) ab. Leipheimer hat im Gesamtklassement 12 Sekunden Vorsprung auf Botero. Auf Rang 3 folgt Armstrong (+ 30 Sekunden).
"Wir freuen uns riesig, das Leadertrikot bei einem der wichtigsten Vorbereitungsrennen der Tour de France zu tragen", sagte Gerolsteiner-Sportdirektor Reimund Dietzen. "Levi ist ein fantastisches Rennen gefahren. Selbst wenn er sich ein bisschen geärgert hat - wegen der einen Sekunde Rückstand. Wir werden alles geben und bis zuletzt kämpfen. Denn es wäre traumhaft, das Trikot auf dem Mont Ventoux zu verteidigen. Die Jungs werden Levi unten sicher gut abliefern. Und den Rest wird er dann erledigen müssen", gab Dietzen die Marschrichtung vor für die 4.Etappe, die am Donnerstag am mythischen Provence-Riesen endet.
T-Mobile-Star Alexandre Vinokourov, der im Jan Ullrich-Team im Juli vielleicht die große Überraschung sein könnnte, belegte Platz fünf hinter Armstrongs letztjährigen Leutnant Floyd Landis, der jetzt Boteros Teamkollege ist bei Phonak und beim Schweizer Team nach Hamiltons Entlassung die Nummer 1 bei der Tour sein wird. "Vino" trennte 1 Minute von Botero, 34 Sekunden von Armstrong. Dagegen war bei Andreas Klöden, der bei der Bayern-Rundfahrt einen schönen Etappensieg feierte, noch nichts von Tour de France-Form zu sehen. Der letztjährige Gesamtzweite landete auf dem 34.Platz mit dreieinhalb Minuten Rückstand. Bester Deutscher war der Erfurter Sebastian Lang (Gerolsteiner) auf einem starken 10.Platz.
Das 47km lange Zeitfahren auf einem weitgehend flachen Kurs gespickt mit einem 3,5km langen, sechsprozentigen Anstieg war durch einen heftigen Gegenwind erschwert. Bei hochsommerlichen Temperaturen zeigten sich die, die man auch bei der in knapp vier wochen beginnenden "Großen Schleife" vorn erwarten darf. Dabei waren die Europäer die Verlierer. Hinter dem Sieger aus Südamerika gingen die nächsten drei Plätze an Nordamerikaner.
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Armstrong ist wieder im Tourrennen. Damit bewies er dass auch diesmal mit ihm gerechnet werden muss. Wenn er noch nicht alles gezeigt hat, wovon bei einem so erfahrenen und auf die Tour fixierten Fahrer ausgegangen werden kann, ist er wieder Tourfavourit Nummer 1. Kann er seine Form bis zur Tour auf die Spitze treiben, könnte er also auch die 7te 'Tour der Leiden' in Folge gewinnen.
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57.Dauphiné Libéré
Botero kann auch noch klettern
Dauphiné Libéré
MORZINE-AVORIAZ, 11.06.05 (rsn) - Am Mittwoch zeigte der Kolumbianer Santiago Botero mit einem eindrucksvollen Zeitfahr-Sieg, dass er in seinen zwei schwarzen Jahren bei Telekom/T-Mobile seine Rouleur-Qualitäten nicht verloren hat. Vier Tage später bewies der einstige Gewinner der Bergwertung der Tour de France, dass er auch noch klettern kann. Botero verblüffte am Samstag die Konkurrenz bei der Königsetappe der Dauphiné-Rundfahrt über 155km und knapp 4000 Höhenmeter zwischen Albertville und Morzine-Avoriaz. Der Südamerikaner gewann als Solist. Die Favoritengruppe um Lance Armstrong und Alexandre Vinokourov beendete das Rennen mit drei Minuten Rückstand. Im Gesamtklassement verteidigte der Baske Inigo Landaluze das Gelbe Trikot, das er am Vortag als Ausreißer erobert hatte.
Santiago Botero, der im Mai bereits die Tour de Romandie gewonnen hatte, setzt sein bemerkenswertes Comeback fort und sorgt damit genauso wie der italienische Giro-Sieger Paolo Savoldelli für bittere Mienen bei T-Mobile. Beide Fahrer - ebenso wie der amerikanische Paris-Nizza-Sieger Bobby Julich - waren im Magentatrikot auch aufgrund von Verletzungen und Krankheiten erfolglos, knüpften dann aber nach dem Weggang sofort wieder an die alten Erfolge an, wegen derer sie das deutsche Team ja eigentlich geholt hatte.
Botero hatte sich am Samstag in der letzten Abfahrt abgesetzt und gewann mit 23 Sekunden vor dem Franzosen David Moncoutié und dem Spanier Francisco Mancebo (+ 53 Sekunden). Vinokourov führte knapp 3 Minuten nach dem Sieger die Favoritengruppe über die Ziellinie und wurde Sechster vor Armstrong. Der Baske Inigo Landaluze beendete kurz danach das schwere Rennen über einige spektakuläre Alpenpässe. Der Euskaltel-Profi geht im gelbblauen Trikot in die 128km lange Schlussetappe am Sonntag, bei der große Berge fehlen, das Profil dennoch sehr schwer ist. "Das war eine gute Etappe für mich. Es war schwer ohne Teamuntersützung zu operieren, aber ich habe das ganz gut hinbekommen", freute sich Einzelkämpfer Landaluze. "Hoffentlich schaffe ich es morgen, die Führung zu verteidigen."
Auf der Etappe mit einem Anstieg der höchsten und drei der ersten Kategorie zerfiel das Feld frühzeitig. Eine Gruppe von sieben Ausreißern bestimmte lange das Rennen, dahinter versuchten mehrere Verfolger, den Rückstand nicht zu groß werden zu lassen. Die Favoriten um Armstrong sparten sich ihre Kräfte auf und forcierten das Tempo erst gegen Ende der Etappe.
Der 28-jährige Landaluze führt im Gesamklassement jetzt mit 59 Sekunden Vorsprung vor Botero. Dritter mit 1:28 Minuten Rückstand ist der kalifornische Gerolsteiner-Profi Levi Leipheimer, der am Freitag die Führung an Landaluze verloren hatte. Der sechsfache Toursieger Armstrong, der noch ohne Saisonerfolg ist, folgt auf Platz 4 vor Ventoux-Sieger Alexandre Vinokourv, der mit Jan Ullrich zusammen bei der Tour de France eine bärenstarke T-Mobile-Doppelspitze bilden wird und sogar selbst vom Toursieg träumen kann.
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Eröffnung der Schweizrundfahrt und gleich ein wahnsinnsergebnis für Österreich!
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Tour de Suisse
Eisel schlägt Boonen
Tour de Suisse
WEINFELDEN, 11.06.05 (rsn) - Das Österreicher Bernhard Eisel (FdJeux) gewann am Samstag die erste Etappe der Tour de Suisse über 170km zwischen Schaffhausen und Weinfelden. Der 24-Jährige setzte sich im Massensprint durch vor dem Belgier Tom Boonen (Quick Step) und seinem Landsmann Peter Wrolich (Gerolsteiner). Olympiasieger Paolo Bettini hate das Sprintfinale eröffnet. Der italienische Teamkollege von Boonen kam am Ende auf Platz 4. Eisel geht mit dem Gelben Trikot in die zweite Etappe, ein 36km langes Zeitfahren in Weinfelden, bei dem Jan Ullrich der Favorit ist.
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1ter und 3ter, mehr kann man ja gar nicht mehr erwarten. Einfach fantastsisch, vor allem wie überlegen Eisel war. Da musste man keine Sekunde zittern, dass er das Tempo nicht durchhalten würde. Nur weiter so Junge!!!
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Tour de Suisse
McGee Sieger in St.Anton - Ullrich souverän
ST.ANTON, 13.06.05 (rsn) - Der Australier Bradley McGee (FdJeux) gewann am Montag die dritte Etappe der Tour de Suisse, die einen Abstecher nach Österreich machte und in St.Anton am Arlberg zu Ende ging. Der 29-Jährige setzte sich nach 154 Kilometern im Sprint einer Spitzengruppe durch vor dem Italiener Mirko Celestino und dem Fuldaer Patrik Sinkewitz, der bei der Deutschland-Tour letztes Jahr in St.Anton gewonnen hatte. Jan Ullrich beendete das Rennen in der Spitzengruppe und verteidigte das Gelbe Trikot. Im Gesamtklassement schob sich McGee, der am Vortag im Zeitfahren Zweiter hinter Ullrich war, aufgrund der Zeitgutschrift jedoch bis auf zwei Sekunden an den T-Mobile-Star heran.
"Mein großes Ziel bei der Tour de Suisse war das Zeitfahren. Ich war enttäuscht über den zweiten Platz, auch wenn es natürlich keine Schande ist, gegen Ullrich zu verlieren", sagte Tagessieger McGee. "Heute war es eine Super-Etappe für uns. Aber auch Hut ab vor Ullrich und seinem Team, die schön gefahren sind und alles kontrolliert haben. Der Kurs war perfekt für mich, ähnlich dem bei der Giro-Etappe letztes Jahr, bei der ich Zweiter war hinter Cunego."
McGee, der für sein Team bereits den zweiten Etappensieg (nach Eisel beim Auftakt) holte, führte eine rund 30 Mann starke Spitzengruppe über die Ziellinie, die sich auf den letzten 20 Kilometern am Anstieg des Arlberg-Passes gebildet hatte. Jan Ullrich machte einen guten Eindruck. Der T-Mobile-Star, der von seinem Team während der ganzen Etappe gut abgeschirmt wurde und in den Schlussanstieg gebracht wurde, war jederzeit auf der Höhe des Geschehens. "Es war ein schweres Stück Arbeit für unser Team, aber ich fühlte mich gut und bin zufrieden, dass ich weiter in Gelb fahre", sagte Ullrich, der im Tal zunächst vor allem von Rolf Aldag, am Arlberg-Pass dann vom italienischen Routinier Beppe Guerini unterstützt wurde. "Am Berg war es recht ruhig. Der Wind kam von vorne und die Attackierer kamen nicht weg. Ich ließ Guerini Tempo machen, das hat alles sehr gut funktioniert."
Zu den Attackierern am 1793m hohen Arlberg (2.Kategorie) zählte neben den Spaniern Aitor Gonzalez, Alejandro Valverde und Giro-Etappensieger Koldo Gil auch Sinkewitz, der an den Pass gute Erinnerungen hat. Letztes Jahr legte er hier den Grundstein für seinen Überraschungssieg bei der Deutschland-Rundfahrt. Im Gesamtklassement der Tour de Suisse verbesserte sich der 24-Jährige auf den 9.Platz (+ 1:47 Minuten). Sinkewitz würde sogar Platz 4 belegen, wenn er nicht am Sonntag mit 42 Sekunden Zeitstrafe belegt worden wäre wegen unerlaubten Windschattenfahrens hinter Jan Ullrich, der ihn überholt hatte.
"Es war ein schönes Gefühl, nach fast einem Jahr Pause wieder auf dem Podest ganz oben zu stehen. Und dann auch noch ganz in der Nähe meines Wohnorts", hatte Ullrich vor der Etappe gesagt und Zuversicht für den bevorstehenden Zweikampf mit Lance Armstrong bei der Tour de France geäußert: "Ob ich besser bin als letztes Jahr zur gleichen Zeit, ist schwer zu sagen. Das werde ich nach dem ersten großen Berg wissen. Der Formaufbau stimmt auf alle Fälle." Ullrich machte erneut klar, dass es keineswegs darum geht, die Tour de Suisse wie im Vorjahr zu gewinnen. "Wir werden nicht auf Biegen und Brechen das Leader-Trikot verteidigen. Ich will nicht so viel Druck auf die Mannschaft und mich selbst ausüben."
Er wolle bei ein, zwei Bergetappen Akzente setzen. "Es ist wichtig, dass die Form drei Wochen vor der Tour tendenziell nach oben geht. Bei der Tour de Suisse sollte man schon so gut drauf sein, dass man mal einen raushauen kann. Das habe ich getan." Der Sportliche Leiter des T- Mobile-Teams, Mario Kummer, sagte, dass die Nominierung für die Tour de France erst mit der Präsentation am 22. Juni fallen werde. Er reagierte damit auf Zeitungsberichte, wonach nur noch ein Platz im achtköpfigen Team vakant sei.
Auch McGee, der jetzt Gesamtzweiter ist mit 2 Sekunden Rückstand, hat den Blick auf die Tour de France gerichtet und der einstige Prolog-Sieger hat ebenfalls das Gesamtklassement im Visier. Seit seinem neunten Platz beim Giro 2004 weiß der Australier, dass er das Zeug hat zu einem erfolgreichen Klassementfahrer bei großen Rundfahrten. "Diese Saison ist für mich die erste, in der ich mich seit Oktober auf die Tour vorbereite. Meine Weiterentwicklung als Rennfahrer geht weiter und ich bin sehr zufrieden, wie es läuft. Heute am Arlberg habe ich auf die Pulsuhr geschaut und ich war besser als beim Giro 2004. Ich hoffe, bei der Tour de Suisse geht es so für mich weiter. Und für Etappensiege haben wir auch noch Baden Cooke", lächelte McGee und dachte an die Etappe am Dienstag. Das vierte Teilstück führt über sprinterfreundlich flache 208,2km von Vaduz (Liechtenstein) nach Bad Zurzach unweit der deutschen Grenze bei Waldshut-Tiengen.
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Beeindruckt von Vinokourov
Bruyneel ist zufrieden mit Armstrongs Form
SALLANCHES, 12.06.05 (rsn) - Der Sportliche Leiter des Discovery Channel-Teams, Johan Bruyneel, ist drei Wochen vor der Tour de France zufrieden mit dem Formstand, den die Mannschaft und ihr Star Lance Armstrong bei der Dauphiné-Rundfahrt zeigten. "Es lief sehr gut. Lance war noch nicht super, aber er ist da wo er sein muss", sagte Bruyneel am Sonntag.
"Man muss berücksichtigen, dass Lance dieses Jahr noch nicht viel Rennen gefahren ist. Letztes Jahr fuhr er die Midi Libre (eigentlich das Nachfolgerennen Tour Languedoc-Roussillon, die Red.) und konnte darauf aufbauen. Dieses Jahr kamen wir mit Ungewissheiten zur Dauphiné", sagte Bruyneel. Armstrong hatte die Dauphiné 2002 und 2003 gewonnen, letztes Jahr war er Vierter. Das gleiche Resultat erzielte er auch diesmal, wenngleich der Amerikaner, der im Juli zum siebten Mal die Tour de France gewinnen will, vor allem am Mont Ventoux nicht immer souverän wirkte. Trotzdem gefiel dem Discovery-Teamchef, was er sah: "Es gab viele Attacken, viele Rhythmuswechsel. Lance war trotzdem sehr konstant. Wir brauchen keine Sorgen zu haben", sagte Bruyneel, der sich am Schlusstag der Dauphiné über einen Dreifach-Sieg durch Hincapie, Popvytch und Armstrong freuen konnte.
Bruyneel betonte, wie wichtig die Dauphiné für Armstrong war, um die Form zu testen. "Die ersten großen Berge, der Test beim Zeitfahren, das war ein ganz wichtiger Schritt in der Vorbereitung. Jetzt machen wir die nächsten Wochen noch ein spezielles Training. Wir haben keine Enttäuschungen aus der Dauphine mitgenommen, euphorisch sind wir aber auch nicht", meinte der Belgier. Beeindruckt zeigte sich Bruyneel vom kasachischen T-Mobile-Profi Alexandre Vinokourov, der die Ventoux-Etappe gewonnen hatte. "Er war sehr stark. Er hat gezeigt, dass er ein gefährlicher Gegner sein wird. Das wichtigste für mich war zu sehen, dass Lance ihn aber im Griff hatte. Er ist jetzt auf dem Niveau der anderen."
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Sieben Städtebewerbungen
Tour de France auch 2006 in Deutschland
RUST, 14.06.05 (dpa/lsw) - Die Tour de France wird auch im nächsten Jahr durch deutsche Etappenorte führen. Dies kündigte der designierte Tour-Direktor Christian Prudhomme am Dienstag an. «In Straßburg startet die Tour 2006. Da sind auch Ausflüge nach Deutschland geplant», sagte er im Europapark Rust. Der amtierende Tour-Chef Jean- Marie Leblanc bestätigte, dass sich sieben deutsche Städte für die größte Radrundfahrt im nächsten Jahr beworben hätten, unter anderem Freiburg, das schon vor fünf Jahren Etappenort war. Eine endgültige Entscheidung über die Strecke 2006 soll aber erst im Herbst fallen. Leblanc hofft, Fans der parallel stattfinden Fußball-Weltmeisterschaft 2006 anzulocken.
Die Tour de France wird in diesem Sommer durch 35 deutsche Städte und Gemeinden führen. Am 8. Juli fährt der Tross unter anderem über Rastatt und Ettlingen nach Karlsruhe. Am nächsten Tag starten die etwa 200 Radprofis dann von Pforzheim aus, um über Bad Herrenalb, Bühl, Achern und Offenburg wieder zurück ins Elsass zu fahren.
Leblanc und sein Nachfolger Prudhomme zeigten sich zufrieden mit dem Stand der Vorbereitungen auf deutscher Seite. «Die Tour de France 2005 in Deutschland wird ein großer Erfolg. Die deutschen Radsport- Fans und ihre Begeisterung sind einmalig», sagte Leblanc. «Seit Rudi Altig verbindet Frankreich und Deutschland eine Liebesbeziehung im Radsport», meinte Prudhomme. Der frühere französische Fernsehjournalist ist seit 2004 «Directeur de Cyclisme» beim Tour- Veranstalter «Amaury Sport Organisation» (ASO) und damit designierter Nachfolger von Leblanc, der seit 1989 als Chef die Rundfahrt organisiert. Im Herbst nächsten Jahres will der Tour-Patron sein Amt an Prudhomme übergeben.
Altig: "Armstrong hat keine Chance"
Zu dem erwarteten Zweikampf Lance Armstrong gegen Jan Ullrich äußerten sich die beiden Tour-Manager zurückhaltend. «Beide gehören natürlich zum engen Favoritenkreis, wie andere Fahrer auch. Schon der Tourauftakt am 2. Juli mit dem Zeitfahren wird einen Fingerzeig geben, wer von beiden besser drauf ist», sagte Prudhomme. Deutlicher wurde da schon Rudi Altig, der die Tour seit vielen Jahren als Kommentator begleitet. «Letztes Jahr hat Jan eine Erkältung geplagt. Wenn er dieses Jahr fit bleibt, hat Armstrong keine Chance. Durch seine Ankündigung, nach der Tour aufzuhören, könnte Armstrong möglicherweise den Kopf nicht ganz frei haben», meinte die Radsportlegende.
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Mal sehen, ob Altig mit dieser Ankündigung Recht behält!
Hat jemand von euch das Glück, dass die diejährige Tour direkt an seiner 'Haustür' vorbeiführt? Also ich, leider nicht! Würde mal nen Tourausflug nach Österreich vorschlagen. Ob da die Organisatoren was dagegen haben?
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Tour de Suisse
McEwen gewinnt Massensprint
BAD ZURZACH, 14.06.05 (rsn) - Der Australier Robbie McEwen (Davitamon) gewann am Dienstag die 4.Etappe der Tour de Suisse über 208km zwischen Liechtenstein und Bad Zurzach. Der 32-Jährige, der auch in den letzten beiden Jahren in der Schweiz Erfolge feierte, setzte sich im Massensprint durch vor dem Italiener Daniele Colli (Liquigas) und dem Schweizer Aurelien Clerc (Phonak). Der Belgier Tom Boonen (Quick Step), der bereits beim Auftakt am Samstag geschlagen wurde, kam auf den 4.Platz. Bei der langen Flachetappe verteidigte Jan Ullrich (T-Mobile) seine Spitzenposition im Gesamtklassement.
"Alles lief gut für uns heute", sagte McEwen nach seinem zehnten Saisonsieg. "Ein Sieg ist nie leicht, aber das war okay. Ich bereite mich hier auf die Tour de France vor. Ein Sieg bei einem ProTour-Rennen ist ein gutes Zeichen. Meine Form ist da, ich bin auf dem richtigen Weg", sagte der in Belgien lebende Australier, der nach seinem vorzeitigen Giro-Ausstieg erst einmal ein bißchen rausnahm und Zeit mit der Familie verbrachte. Jetzt ist er wieder voll da. Der Sprinter-Star aus Brisbane nahm die Kurven auf dem Schlusskilometer optimal hinter dem 23 Jahre alten lombardischen Neuprofi Daniele Colli. 150 Meter vor Schluss trat er auf der vor dem einsetzenden Regen noch trockenen Zielgeraden an und hatte 50 Meter vor Schluss noch die Ruhe, sich nach seinen Gegnern umzuschauen.
Das längste Teilstück der diesjährigen Schweiz-Rundfahrt war von einer Ausreißer-Gruppe mit dem Belgier Bart Dockx, einem Teamkollegen von McEwen, sowie dem Dänen Allan Johansen und dem Italiener Lorenzo Bernucci geprägt worden. Nachdem es zu Beginn des Rennens zunächst zahllose vergebliche Attacken gab, gelang es dem Trio nach 66km schließlich, sich abzusetzen. Die Ausreißer kamen auf 7:30 Minuten Vorsprung. Damit kam Bernucci, der im Gesamtklassement 7:53 Minuten Rückstand auf Ullrich hatte, der virtuellen Führung nahe. Dennoch hielt sich T-Mobile bei der Nachführarbeit zurück. Ullrich betont, dass für ihn die Wiederholung seines Vorjahressiegs in der Schweiz nicht im Vordergrund stehe, sondern der weitere Formaufbau für die am 2.Juli beginnende Tour de France.
Die Ausreißer des Tages fuhren 130km an der Spitze, doch am Ende waren sie chancenlos, als die Sprinterteams Tempo im Feld machten. 18km vor Schluss betrug der Vorsprung noch 2:20 Minuten, auf dem Schlusskurs in Bad Zurzach war es um sie geschehen. 5km vor dem Ziel war das Peloton wieder geschlossen. Die Entscheidung fiel im Massensprint, in dem sich McEwen, der beim letzten Giro drei Etappen gewann, klar durchsetzte. Der australische Meister, der am 24.Juni seinen 33.Geburtstag feiert, hat bei der nächsten Tour de France Etappensieg und das Grüne Trikot im Visier. Für McEwen war es der vierte Etappensieg bei der Tour de Suisse. Bester Deutscher war am Dienstag der Freburger Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner als Achter hinter seinem österreichischen Teamkollegen Rene Haselbacher, der sich in der Schweiz noch empfehlen muss für einen Tour de France-Startplatz.
Am Mittwoch folgt die 4.Etappe über 172,4 km von Bad Zurzach nach Altdorf am Vierwaldstätter See. Auf den letzten 55km stehen zwei kleinere Anstiege im Profil, bevor es ins Etappenziel im "Urschweizer" Wilhelm-Tell-Kanton Uri geht.
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