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Robert
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Deutschland-Tour: Voigt in Gelb
Leipheimer ist noch da
SEEFELD, 06.08.06 (rsn) - Publikumsliebling Jens Voigt als neuer Gelbträger, Gerolsteiner-Kapitän Levi Leipheimer mit einem brillanten Comeback und dem Tagessieg: Die Deutschland-Tour schreibt weiter positive Schlagzeilen – und zwar nicht nur durch die deutschen Radsport-Funktionäre, die sich am Rande der Tour zu Vorreitern im Kampf gegen das Doping gemacht haben, sondern eben auch durch die Akteure. Nur das Wetter macht weiterhin nicht mit. Die Königsetappe zwischen Bad Tölz und Seefeld fiel deshalb nicht ganz so königlich aus wie geplant.
Vor dem Start hatte vieles an die – vermeintlich – spektakulärste Etappe des diesjährigen Giro d'Italia erinnert: Da hätte es zuerst über einen Dolomitenriesen und dann auf den Kronplatz gehen sollten, weit über die Schneefallgrenze von 1800 Metern, und das hatten die Rennfahrer partout nicht mit sich machen lassen. Mittlerweile ist es zwar August und nicht mehr Mai, aber im Hochgebirge schlägt das Wetter quasi ganzjährig Kapriolen: Nicht einmal fünf Grad und ein grausliges Regenwetter herrschten auf dem 2020 Meter hohen Kühtai-Sattel, der eigentlich zum Dach der diesjährigen Deutschland-Tour hätte werden sollen.
Wurde er aber nicht. Denn als in Bad Tölz der Startschuss durch den Oberbürgermeister erfolgte, blieben die Fahrer stehen – Streik. Zuvor hatten schon Sportliche Leiter wie Hans-Michael Holczer (Gerolsteiner) bei der Organisation angeklopft, ob die Hatz über den Kühtai denn wirklich sein müsse angesichts der Gefahren auf der ohnehin schon kniffligen Abfahrt. Ja, der Pass werde gefahren, hatte es geheißen, und so gingen alle Beteiligten davon aus, dass das Rennen stattfinden würde wie geplant. Alle – nur die Fahrer nicht. Die waren sich einig, dass die Abfahrt zu viele Risiken mit sich bringen würde: Erkältungsgefahr durch die nasskalte Witterung, Sturzgefahr in den glitschigen Kurven.
Also wurde – wie einst im Mai beim Giro d'Italia – verhandelt und debattiert, mehr als eine halbe Stunde lang. Zwischendurch machte der Vorschlag die Runde, die Rennfahrer auf den Kühtai zu schicken, dort die Zeiten zu stoppen, den Wettkampf bis ins Tal auszusetzen und neu aufzunehmen. "Die Idee war nicht wirklich gut", sagte Erik Zabel – am Start noch im Gelben Trikot und damit ganz automatisch einer der Wortführer – hinterher. Also kam es zum bekannten Ergebnis: Der Kühtai wurde aus dem Programm gestrichen, die Etappe um 30 Kilometer verkürzt. "Eine so kurzfristige Streckenänderung ist nicht einfach", sagte Roland Hofer, der Sportliche Leiter der D-Tour, "aber nach dem Streik der Rennfahrer haben wir schnell umdisponiert; die österreichische Polizei und unser Streckendienst haben gute Arbeit geleistet." Schlussendlich, so betonte im Nachhinein auch Hofer, war dies "eine weise Entscheidung" – und im übrigen kein Fingerzeig auf die Etappe am Montag von Seefeld auf den Arlberg bei St. Anton: "Wenn es nicht gerade Katzen hagelt, wird die Etappe gefahren. Da werden wir hart bleiben."
Auf Beifall stieß die Entschärfung der Etappe natürlich auch auf Seiten der Teams. Jan Schaffrath, der Sportliche Leiter von Milram, verwies auf die "sehr, sehr gefährliche" Abfahrt, Hans-Michael Holczer merkte mit Blick auf die aktuelle Doping-Diskussion an, dass es im Radsport auch eine gewisse Ambivalenz im Auge zu behalten gebe: "Einerseits wollen wir Höchstleistungen von den Fahrern, wie wir sie sonst niemand zumuten würden, andererseits ist beim Thema Doping das Entsetzen groß." Dass das nicht recht zusammenpasst, ist nicht zu bestreiten – der Radsport wird umdenken müssen; das zeigte auch dieser Tag bei der Deutschland-Tour.
Jens Voigt, einer der großen Protagonisten dieser Etappe, hielt hinterher fest: "Das Rennen war auch so schon kalt und gefährlich. Es war also die richtige Entscheidung, bloß hätte man sie mit einer besseren Kommunikation etwas glatter über die Bühne bringen können." Schließlich war selbst er, der Aktivensprecher der Berufsradfahrer, vom Streik in Bad Tölz überrascht worden.
Irgendwie hatte Voigt allerdings auch Glück, dass das Wetter so miserabel war – denn das spielte ihm in die Karten: "Alles, was das Rennen schwer und eklig macht, ist gut für mich. Keiner mag so ein Wetter und ich ja eigentlich auch nicht. Aber: Mein Körper funktioniert ganz gut im Regen." Und ob er funktionierte. Die Entscheidung auf dieser nun nur noch 163 Kilometer langen Etappe fiel auf dem Anstieg nach Mösern, also auf eine Höhe von 1242 Metern, zehn Kilometer vor der Ziellinie. Und da machte Voigt eine ausgezeichnete Figur. Die sechsköpfige Führungsgruppe mit Christian Knees (Milram), Robert Retschke (Wiesenhof-Akud), Laszlo Bodrogi (Crédit Agricole), Jan Boven (Rabobank), Sébastian Rosseler (Quick Step) und Paolo Fornaciari (Lampre) wurde von ihren jagenden Verfolgern eingeholt; besonders Andrej Kashechkin (Astana) und Bergfloh Leonardo Piepoli (Saunier Duval) zogen eine exzellente Show ab. Dann kamen aber schon "Voigte" und Levi Leipheimer, der US-amerikanische Vorjahressieger aus dem Gerolsteiner-Rennstall, der am Saisonende zu Discovery wechseln wird.
Und Leipheimer, von dem einige der TV-Experten nach dem Prolog vermutet hatten, er werde wegen seines bevorstehenden Wechsels "lustlos mitrollen", machte es dann wie im vergangenen August, als er der Deutschland-Tour mit seinem Tagessieg im österreichischen Sölden den Stempel aufdrückte: Er attackierte und holte einen glanzvollen Solosieg in der Tiroler Bergwelt. "Levi hat eine Menge gearbeitet, war stark am Berg und taktisch clever. Er hat verdient gewonnen", sagte Jens Voigt hinterher. Er selbst kam zeitgleich mit Kashechkin, Piepoli und Lampre-Mann Marzio Bruseghin als Vierter ins Ziel, zwei Sekunden hinter Leipheimer und fünfzehn Sekunden vor Vladimir Gusew, der dem langen Mecklenburger im Gesamtklassement nun extrem dicht auf den Fersen ist. Nur drei Sekunden beträgt die Differenz zwischen Voigt und Gusev; dahinter sind Bruseghin (13 Sekunden), und Leipheimer (18 Sekunden) in Lauerstellung.
Skeptischer "Tiefstapler"
Voigt zeigte sich bei der Pressekonferenz "mehr als glücklich" darüber, dass er nun einen Tag lang das Leadertrikot tragen dürfe. Wirklich nur einen Tag? Oder darf's auch ein bisschen länger sein? "Wenn ich die Tour gewinnen will, muss ich auf jeden Fall noch Zeit auf Gusev rausholen, denn der ist ein sehr guter Zeitfahrer", erklärte der CSC-Profi mit Blick auf den langen Kampf gegen die Uhr am Dienstag in Bad Säckingen. Kurz zuvor hatte sich Voigt übrigens noch als "traditionellen Tiefstapler" bezeichnet. Wer weiß, was diese Deutschland-Tour noch alles bringen wird. (kh)
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(www.radsportnews.com)
Als erstes muss ich mal sagen bin ich sehr enttäuscht, was hier vom Feld verantstaltet wurde. Hätte es am Kühtai geschneit oder wäre Schnee auf der Straße gelegen hätte ich die Proteste natürlich verstanden, aber Kälte und Nässe sind für mich keine Ausrede für eine solche Aktion. Anstelle der Rennleitung wäre ich wohl nicht so nachgibig gewesen, denn so geht das einfach nicht.
Ansonsten kann ich nur Jens Voigt zu seinem Gelben gratulieren, Leipheimer für seine Wiederauferstehung.
Das Wochende hat auch gravierende Änderungen für den Kampf gegen Doping eingegangen, die teilweise von den Dopingverantwortlichen der UCI vor kurzem noch als Menschenverachtend den Fahrern gegenüber und unmöglich durchzuführen betitelt wurden. (Dazu kommt noch ein weiterer Bericht)
mfg Robert |
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Robert
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"Runder Tisch"-Gespräch in Bad Tölz
Deutscher Radsport will effektivere Kontrollen
BAD TÖLZ, 06.08.06 (dpa) - Die erst in höchster Not geschmiedete Anti- Doping-Koalition des deutschen Radsports unter Rudolf Scharping drückt aufs Tempo. Fünf Wochen nach der Suspendierung Jan Ullrichs und eine Woche nach dem ersten «Runden Tisch» erarbeitete ein Gremium aus Teamchefs, Ärzten, Veranstaltern und Sponsoren einen beschlussfertigen Katalog von Maßnahmen. Er umfasst mehr und effektivere Doping-Kontrollen im Training und die Verpflichtung aller in Deutschland lizenzierten Fahrer, genetische Fingerabdrücke vorzulegen. Dazu soll spätestens mit Beginn der kommenden Saison ein ein vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eingesetzter Vertrauensarzt die oberste medizinische Instanz bilden. Der Verband behält sich laut Scharping Sanktionen bei Verstößen gegen die neuen Richtlinien vor.
«Auf der Präsidiumssitzung am 31. August beschließen wir die gemeinsam beschlossenen Maßnahmen, ab 1. September treten sie in Kraft», sagte Verbandspräsident Scharping am Samstagabend in Bad Tölz und demonstrierte erneut Entschlossenheit. Allerdings beschränkt sich die begrüßenswerte Initiative bisher auf den nationalen Bereich, auch wenn Scharping und die Beteiligten die Hoffnung hegen, dass «Deutschland zum Vorreiter im Anti-Doping-Kampf» wird, wie Hans- Michael Holczer, der Manager des Gerolsteiners Teams, erklärte. WDR- Intendant Fritz Pleitgen kündigte am Sonntag an, ermutigt durch die Ergebnisse des «Runden Tisches», dass die ARD weiter Radsport im Fernsehen übertragen werde.
«Wir wollen erreichen, dass es bei uns anfängt und weitergeht. Unsere Beschlüsse gehen an den Weltverband und es gibt Hinweise auf Kooperation: Italiener und Franzosen wollen mitziehen», sagte Scharping, der flankierend erneut ein Anti-Doping-Gesetz forderte: «Mir ist egal, ob es so heißt, Hauptsache es ist wirksam.» Zum Finale der Deutschland-Tour am kommenden Mittwoch in Karlsruhe wird der UCI- Präsident Pat McQuaid erwartet.
Die beiden deutschen ProTour-Teams T-Mobile (zahlt bereits) und Gerolsteiner sowie die mit italienischer Lizenz, aber deutschem Geld fahrende Milram-Mannschaft sagten der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) finanzielle Unterstützung zu. Die NADA nimmt die Trainings- Kontrollen vor. «Ich schätze mit 500 000 Euro mehr könnten unsere beiden Labore in Köln und Kreischa mehr und intensivere Kontrollen vornehmen», sagte der ehemalige Verteidigungsminister, der ein Treffen mit DOSB-Präsident Thomas Bach, der als Gegner gesetzlicher, die Sportler sanktionierende Doping-Regelungen gilt, vereinbarte. «Die Finanzierung ist geklärt», sagte Holczer.
Am nächsten «Runden Tisch» nach der WM in Salzburg im September soll auch die NADA Platz nehmen. Scharping will erreichen, dass «50 Prozent mehr Kontrollen in der Trainingsphase» vorgenommen werden. Das System der Tests ist noch längst nicht flächendeckend. Die neue deutsche Radsport-Hoffnung Linus Gerdemann (23) vom T-Mobile-Team erklärte vor verdutzten Zuschauern im ZDF-Sportstudio, dass er in diesem Jahr noch nicht einmal in der Trainingsphase kontrolliert worden sei.
Die obligatorischen Kontrollen nach den Rennen sollen insofern verbessert werden, dass der zu testende Fahrer von Zieldurchfahrt bis Urin-Abgabe ständig von einem Aufpasser begleitet werden soll. Außerdem wollen die Team-Ärzte interne Blutvolumen-Kontrollen einführen, um Anhaltspunkte auf Eigenblut-Doping zu erhalten, das bisher noch nicht nachgewiesen werden kann. Bekanntlich soll Ullrich auch auf diese Weise manipuliert haben. «Wir stellen die Werte der Fahrer unabhängigen, internationalen Experten zur Verfügung und lassen uns auf diese Weise selbst kontrollieren», sagte am Sonntag T- Mobile-Teamarzt Lothar Heinrich, der nur «weiter machen will, wenn sich wirklich etwas ändert».
Scharping stellte sich vor die Teamärzte, denen - im Fall T-Mobile - womöglich systematisches Dopen von Ullrich und Oscar Sevilla verborgen blieb. «Der Generalverdacht hilft nicht. 'Wir wollen einen offenen Informationsaustausch' haben die Ärzte zugesagt», erklärte Scharping, der sich an der internationalen Durchsetzbarkeit seines Maßnahmen-Katalogs und an der tatsächlichen Umsetzung im nationalen Maßstab messen lassen muss.
Erik Zabel, der am Sonntag zum Start der 5. Etappe der Deutschland-Tour das Gelbe Trikot trug, fühlt sich den «Fans verpflichtet. Wir sehen die Plakate am Straßenrand». Auf dem Weg nach Bad Tölz stand am Samstag auf einem Transparent «Doper ins Gefängnis.»
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(www.radsportnews.com)
Durchaus sinnvolle Änderungen dabei, ich bin sehr begeistert davon wie energisch damit vorgegangen wird. Es wird Doping bestimmt nicht ganz aus dem Radsport vertreiben können, aber zumindest verringern, so hoffe ich. Bleibt bloß abzuwarten ob die restlichen Verbände da auch mitziehen werden. Wenn wirklich Frankreich und Italien schon inoffiziell zugesagt haben, dann wird den übrigen Nationen auch nichts Anderes mehr übrig bleiben.
mfg Robert |
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Robert
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Die Voigtmania nimmt inzwischen (nicht nur bei mir) schon fast unvorstellbare Ausmaße an. Der Mann für Fluchtgruppen und Etappensiege bei großen Rundfahrten sowie der Mann für 4-5 Tage Rundfahrten im Mittelgebirge schlägt bei der heurigen Deutschlandtour auch in einer ganz neuen Rolle zu. Als Topfavourit für das Gesamtklassment eines harten Pro Tour Rennens, dass durch zwei recht schwere Alpenetappen gekenntzeichnet ist. Unvorstellbar und unvergleichlich sein Kampfgeist, der dem vom Dopingskandal gebeutelten Raddeutschland wieder reichlich neues Leben einhaucht. Die sympathische Voigtmania hat das Land inzwischen überschwemmt. Gut so!!!!!!!
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Deutschland-Tour - 6.Etappe
Voigt siegt in Gelb
ST.ANTON, 07.08.06 (rsn) - Kampf, Kampf, Kampf – mit anderen Worten lässt sich nicht beschreiben, was Jens Voigt bei der sechsten Etappe der Deutschland-Tour vollbracht hat. Beim Schlussanstieg auf den Arlberg schien der deutsche Publikumsliebling schon geschlagen, schien sein Gelbes Trikot schon an den fulminant attackierenden Levi Leipheimer verloren zu haben. Doch Jens Voigt biss. Biss und kämpfte. Kämpfte sich heran und verteidigte nicht nur seine Führung im Gesamtklassement, sondern holte sich sogar den Etappensieg im österreichischen St. Christoph. "Ich habe Jens noch nie so stark gesehen. Jetzt ist er der Favorit auf den Gesamtsieg", sagte Leipheimer. "Es kann morgen reichen - es ist ein flacher Kurs", meinte Voigt im Hinblick auf das entscheidende Zeitfahren am Dienstag.
"Nur fair"
"Es ist nur fair, dass mich Jens diesmal zurückgeholt hat. Wie oft habe ich ihn noch zu T-Mobile-Zeiten kurz vor dem Ziel geschnappt und seine Ausreiß-Versuche zunichte gemacht." Erik Zabel
Die emotionalste Szene des Tages hatte sich schon vor der finalen Steigung abgespielt, kurz vor dem Ortsschild des Wintersportortes St. Anton: Erik Zabel und Sebastian Lang reichten sich die Hand und lachten. Ja, sie lachten. Aller Schmerzen in den Beinen zum Trotz – und die müssen gewaltig gewesen sein. 186 Kilometer lang fuhren Zabel und Lang an der Spitze des Rennens. Und wohlbemerkt: Es war eine veritable Alpenetappe zwischen Seefeld in Tirol und St. Christoph am Arlberg – und es waren zwei Gesichter, die auf solchen Parcours selten vorne zu sehen sind: Zabel und Lang, der Kapitän der Milram-Mannschaft und der Gerolsteiner-Crack, ein routinierter Sprinter und der amtierende deutsche Zeitfahrmeister. Sie waren zunächst – zusammen mit dem Rabobank-Australier Mathew Hayman – in einem Spitzentrio unterwegs und schließlich als deutsch-deutsches Tandem. Zu zweit meisterten sie das 1873 Meter hohe Hahntennjoch nach 128,7 von 196,6 Kilometer, das Dach dieser Deutschland-Tour (die Hatz auf den deutlich höheren Kühtai ist am Vortag bekanntlich dem Wetter zum Opfer gefallen).
"Seppel" Lang verbrauchte dabei zweifellos jede Menge Kraft, die ihm beim 38,2 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr am Dienstag womöglich fehlen könnte. Doch dafür wurde er reichlich belohnt: nicht nur mit jeder Menge Anerkennung, sondern auch mit dem Trikot des Bergbesten. Ein ungewohntes Kleidungsstück für den sympathischen Thüringer. "Mein Job war es, das Rennen schwer zu machen, daher die frühe Aktion. Dass dabei jetzt auch noch das Bergtrikot für mich heraus gekommen ist, sehe ich als sehr schönes Zubrot", sagte Lang.
Erik Zabel trägt derweil weiterhin das Punktetrikot – und dieses Textil war es auch, das ihn überhaupt erst zu seiner offensiven Fahrweise animierte. Er wollte seinen Vorsprung auf den ersten beiden Sprintwertungen in Garmisch-Partenkirchen und Reutte ausbauen – was ihm auch gelang – und stellte dann fest, dass er aus der Nummer namens Spitzengruppe so einfach nicht mehr rauskam: "Einmal angefangen, mussten wir die Aktion einfach durchziehen", schmunzelte der Milram-Routinier im Ziel. Und konstatierte: "Das war zwar ein bisschen ungewohnt, aber es hat Spaß gemacht!" Zumal er in Sebastian Lang einen "hervorragenden Partner" gehabt habe.
Spaß konnte das Radfahren im Übrigen nur machen, weil sich das Wetter im Tagesverlauf beruhigte. Die ganze Nacht hindurch hatte er dermaßen geschüttet, dass sich Gerolsteiner-Profi Ronny Scholz an die Hoffnung klammerte, neben dem Hotel könne ein Bach fließen. Doch das plätschernde Nass kam freilich von oben, wieder einmal. Und wieder einmal war es unangenehm kalt. "Nach all der Hitze bei der Tour de France haben wir gar nicht genügend Langarmtrikots dabei und müssen ganz schön improvisieren", sagte Scholz zu den widrigen Witterungsbedingungen bei dieser Rundfahrt – und freute sich zweifellos, dass es weitgehend trocken blieb auf dieser Schleife durch das nördliche Tirol und das angrenzende Bayern. Auf dem Arlberg lachte dann sogar die Sonne.
Sie strahlte wohl vor allem für Jens Voigt, das Sonnenkind dieser verregneten Deutschland-Tour. Auf dem gut sieben Kilometer langen Schlussanstieg machten die Klassement- und Bergfahrer die Musik, allen voran Gerolsteiner -Kapitän Levi Leipheimer. Der Mann aus Kalifornien attackierte so vehement, dass nur der Kasache Andrej Kashechkin (Astana) folgen konnte. Voigt und Lampre-Profi Evgeni Petrov (Russland) schienen geschlagen.
Dann kam der Tunnel, gut 1000 Meter vor dem Zielstrich. Kashechkin trat an, Leipheimer ließ sich nicht abschütteln. Und plötzlich waren zwei Schatten hinter ihnen zu sehen, erst schemenhaft, dann immer deutlicher: Im Dunkel der Tunnelröhre schoben sich Voigt und Petrov wieder heran. Nun fuhr Voigt wie entfesselt. Spurtete bis zur Ziellinie und nahm Leipheimer, seinem schärfsten Konkurrenten im Gesamtklassement, eine Sekunde ab. Hinzu kamen zehn Sekunden Bonifikation, während Leipheimer nur deren sechs einstrich. So summiert sich Voigts Vorsprung in der Gesamtwertung auf 24 Sekunden. Damit ist der Mecklenburger aus der dänischen CSC-Equipe nicht nur für Leipheimer ("Mein Ziel ist nun ein Platz auf dem Podium") der große Favorit auf den Gesamtsieg. Klar ist jedoch: Die Entscheidung fällt im Zeitfahren in Bad Säckingen. "Das ist fast 40 Kilometer lang", weiß Voigt, "da kann man auch mal drei Minuten verlieren. Es kann reichen – aber es kann auch schief gehen."
Die Moral für seinen Parforceritt am Arlberg hat sich der 35-Jährige übrigens aus einer ganz simplen Erkenntnis geholt: "Die anderen sind auch bloß Menschen." Das sagte sich Voigt, als am ersten Anstieg seine Beine schmerzten. Doch die Beine der Konkurrenz waren, ganz offensichtlich, auch nicht schmerzresistent - Voigt war an diesem Tag nicht zu schlagen. (kh)
T-Mobile fährt hinterher
Wie im Vorjahr ist bei der Deutschland-Tour vom T-Mobile-Team, das ohne seine Tour de France-Helden Andreas Klöden, Matthias Kessler und Sergej Hontchar antrat, wenig zu sehen. Bereits am Vortag hatten die mit Hoffnungen gestarteten Patrik Sinkewitz und Linus Gerdemann ihre Chancen auf den Gesamtsieg durch große Rückstände auf der einzigen Steigung des Tages eingebüßt. Auch am Montag fuhren die beiden hinterher. "Unsere Leistungen hängen sicher auch mit gewissen Unsicherheiten im Team zusammen", sagte (Noch-)Manager Olaf Ludwig, der im Zuge der radikalen Umwälzungen zum 31. Oktober vom Bonner Unternehmen gekündigt wurde.
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(www.radsportnews.com)
Eine Meldung am Rande: Die österreichische Topnachwuchshoffnung Bernhard Kohl wechselt mit Saisonende vom T-Mobile zu Gerolsteiner. Der Weg zur Tour sollte für den jungen Rundfahrer damit mit ziemlicher Sicherheit geebnet sein.
mfg Robert |
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Deutschland-Tour: Entscheidung im Zeitfahren
Voigt macht alles klar
BAD SÄCKINGEN, 08.08.06 (rsn) - Die Deutschland-Tour 2006 ist die einsame Show eines 34-jährigen Mecklenburgers: Jens Voigt hat auch die siebte Etappe gewonnen, das 38,2 Kilometer lange Zeitfahren mit Start und Ziel in Bad Säckingen – und er hat seine Gegner nicht nur geschlagen, sondern beinahe gedemütigt. In 45:03 Minuten, das entspricht einem brachialen Schnitt von 50,88 Stundenkilometern, zementierte Voigt seine Führung im Gesamtklassement. Und dass ihm das Gelbe Trikot auf der Schlussetappe zwischen Bad Krozingen und Karlsruhe nicht mehr zu nehmen sein wird, weiß er nun selbst – auch wenn er sich noch betont vorsichtig ausdrückt: "Wenn ich nicht stürze, sieht es wirklich sehr gut aus."
Voigt gewann vor dem Ungarn Laszlo Bodrogi (Crédit Agricole) und dem deutschen Zeitfahrmeister Sebastian Lang, der wertvolle Sekunden hinter einem Begleitfahrzeug der Tour-Organisation verlor. Gegen diesen Jens Voigt aber hätte Lang auch unter normalen Umständen keine Chance gehabt: Wie auch Bodrogi büßte er mehr als eine Minute auf den neuen und alten Gesamtleader ein. Zwischen den beiden überzeugenden Astana-Piloten Alexander Vinokourov und Andrej Kashechkin kam Levi Leipheimer auf den fünften Platz, 1:14 Minuten hinter Voigt. Dabei hätte er dem CSC-Crack Zeit abnehmen müssen, um ihm das Gelbe Trikot abzuluchsen. Das ging schief – gründlich, aber nicht unerwartet. "Nach Jens' Vorstellung im Hochgebirge war zu erwarten, dass er auch bei diesem Zeitfahren groß auftrumpft", sagte Christian Henn, der Sportliche Leiter von Leipheimers Gerolsteiner-Team.
Ziel (38,2 km)
1. Jens Voigt 45'03''
2. Laszlo Bodrogi +1'03''
3. Sebastian Lang +1'04''
4. Alexandre Vinokourov +1'05''
5. Levi Leipheimer +1'15''
...
9. Stefan Schumacher (GER) +1'38'
Recht hat er: Der Kurs am in dieser entlegenen Ecke Deutschlands – Bad Säckingen liegt zwischen Basel und dem Bodensee an der Grenze zur Schweiz – war Voigt auf den Leib geschneidert. Nach zwei Kurven in der Bad Säckinger Altstadt ging es schnurstracks in die Schweiz und nach 10,2 Kilometern auf eidgenössischem Terrain zurück auf die deutsche Rheinseite, größere Hindernisse standen den Profis nicht im Weg. Ein Parcours für powervolle Roulleure, fast vollkommen flach und – abgesehen von der Spitzkehre am Wendepunkte bei Albbruck – ohne größere Kurven, das war ganz nach Voigts Geschmack. "Die Kraft spielte die Hauptrolle", sagte er selbst. Wissend, dass er Kraft hat wie nur wenige im Peloton. Aber auch wissend, dass sein Rivale Leipheimer "sowas auch kann". Voigts Schlachtplan war trotzdem denkbar simpel: "Kopf runter und trampeln, trampeln, trampeln." Das funktionierte. Schon nach der Hälfte des Zeitfahrens lag er in Führung. "Wenn kein Reifen platzt und mein Rad nicht explodiert, habe ich die Sache wohl im Griff", dachte er da. Genau so war es. Sein Vorsprung wuchs sogar noch weiter.
"Trampeln, trampeln, trampeln" war also der eine Schlüssel zum Erfolg. Der andere, so scherzte ein blendend aufgelegter "Voigte" nach dem Rennen: Milchreis. CSC-Betreuerin Sabine Lüber – eine Bad Säckingerin, übrigens – fragte ihren deutschen Star demnach am Nachmittag, was er denn gerne essen würde vor dem Zeitfahren. Nudeln wahrscheinlich, so wie immer? "Nee", entfuhr es Voigt, der seit einem Vierteljahrhundert Radrennen fährt und sozusagen mit der Nudel groß geworden ist, "kann ich nicht Milchreis haben?" Sein Wunsch war für Sabine Lüber Befehl und ihr Milchreis, so Voigt, "sehr lecker". Und: "Vielleicht hat er ja den Ausschlag gegeben."
Auf jeden Fall hat das Zeitfahren den Ausschlag dafür gegeben, dass Jens Voigt diese Deutschland-Tour mit ziemlicher Sicherheit gewinnt. Der gebürtige Dassower, der seit Jahren in Berlin heimisch ist, kann seine Vorfreude auf die finale Trikotübergabe am Mittwoch kaum verbergen. Zwar betont er immer, dass der Coup erst in Karlsruhe perfekt sein wird. Aber schon jetzt zeigt er sich "stolz und froh darüber, dass ich als Deutscher diese Deutschland-Tour gewinnen kann". Es wäre sein größter Rundfahrtsieg, und das auch noch auf heimischem Boden. "Ein bisschen Patriot" sei man ja immer.
Drittbester Deutscher hinter Voigt und Lang wurde in Bad Säckingen Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner als Neunter; Christian Müller von Voigts CSC-Team verausgabte sich völlig und fuhr auf Rang dreizehn. "Dabei hätte ich gar nicht gedacht, dass ich heute ein ordentliches Zeitfahren hinlegen kann", wunderte sich der in Südbaden wohnende Thüringer. Warum denn so skeptisch, Herr Müller? Das hat mit dem Vortag zu tun. 100 Kilometer lang hatten Müller und sein Teamkollege Luke Roberts das Hauptfeld mit Teamkollegen und Gelbträger Jens Voigt angeführt, 100 Kilometer Muskelarbeit, um den Vorsprung der Ausreißergruppe nicht zu groß werden zu lassen. "Das war fast schon pervers, wir haben tierisch viel zu tun gehabt. Als danach der erste große Berg kam, habe ich richtig böse Momente durchlebt. Ich hatte Mühe, im Grupetto zu bleiben. Das fühlte sich an, als würde ich ins Leere treten." Aber diese Qualen haben sich letztlich bezahlt gemacht. "Zehn Kilometer vor dem Ziel auf dem Arlberg habe ich gehört, dass Jens gewonnen hat. Danach lief's wie von selbst." Ein "erhabenes Gefühl" sei es, ein Teil so eines Teamerfolgs zu sein.
So kurios es klingt: Einer der Geschlagenen war am Ende sogar noch froh, dass der Abstand so groß war. Sonst hätte sich Sebastian Lang bloß noch mehr geärgert – denn sonst wäre er womöglich nur durch sein Pech um den Tagessieg gebracht worden. Der Erfurter war rasch zu dem vor ihm gestarteten Charles Wegelius aufgefahren und wollte ihn auf einem schmalen Sträßchen überholen. Das klappte aber nicht, weil vor ihm ein Auto der Tour-Organisation unterwegs war, dessen Fahrerin Lang offenbar nicht kommen sah; der Wagen wich nicht aus. Also musste der amtierende deutsche Zeitfahrmeister sogar abbremsen und schimpfte danach wie ein Rohrspatz. Das ist verständlich. Zum einen war Laszlo Bodrogi tatsächlich nur eine Sekunde schneller als er – ein Hauch von Zeit, den Lang wohl hinter dem Organisationsauto liegen gelassen hatte. Und zum anderen war es bei dieser D-Tour bereits das zweite Mal, dass der Gerolsteiner-Mann wegen eines motorisierten Rennteilnehmers aus dem Rhythmus kam: Auf der Etappe nach Bielefeld war er von einem Fernsehmotorrad ausgebremst worden.
Kein Wunder, dass Jens Voigts Fazit weitaus euphorischer daherkam: "Ideales Radsportwetter, massig Zuschauer – ein wunderbarer Tag." Mit seinem dritten Etappensieg präsentierte sich Voigt übrigens nicht nur als äußerst erfolgreicher, sondern auch als ungemein flexibler Rennfahrer: Erst sein Sieg bei der Flachetappe nach Goslar, dann sein Überraschungscoup auf dem Arlberg, nun ein Triumph im Kampf gegen die Uhr und morgen – so alles gut geht – ein erster Platz bei einer neuntägigen Landesrundfahrt. Dieser wird dann als 50. Profisieg in Voigts Palmares eingehen. (kh)
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Voigt sensationalis!!!!! Ich hoffe man verzeiht mir diesen Sprachenmix bei meinem momentanen Enthusiasmus über Voigts unglaubliche Leistungen.
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"Emotionalste Deutschland-Tour"
Tour de Voigt
KARLSRUHE, 09.08.06 (rsn) - Jens Voigt: Für die Deutschland- Tour und den deutschen, ja internationalen Radsport ist dies der richtige Sieger zur richtigen Zeit. Ein Typ wie Jens Voigt tut der Velo-Branche gut, gibt ihr Halt im immer noch tobenden Dopingsturm. Kein Wunder, dass sich Experten und Kollegen schier überschlugen, wenn sie dem 34-Jährigen verbal auf die Schulter klopften.
"Jens Voigt hat oft gekämpft und doch verloren. Das hat ihm viele Sympathien eingebracht. Nun hat er souverän gewonnen - und bleibt genauso sympathisch", sagte etwa Gerolsteiner-Sportchef Hans-Michael Holczer. BDR-Präsident Rudolf Scharping meinte: "In Jens Voigt hat ein Rennfahrer gewonnen, der es so richtig verdient hat", und sein Pendant beim Weltverband UCI, Pat McQuaid, kam auf Voigts Verdienste als Anti-Doping-Recke zu sprechen: "Jens Voigt macht den Radsport glaubwürdig – und Glaubwürdigkeit ist das Wichtigste in unserem Sport."
Voigt selbst ist der ganze Trubel um seine Person scheinbar noch ein bisschen unheimlich: "Manchmal kommt es mir so vor, als hätte ich 'Deutschland sucht den Superstar' gewonnen", sagte der gebürtige Mecklenburger schmunzelnd, "ich komme aus dem Bus, habe noch nichts geleistet – und trotzdem kreischen die Leute". Doch natürlich hat er Großes geleistet. Er hat den Fans bewiesen, dass Radrennen auch ohne Jan Ullrich Spaß machen können. Mit einer kühner Fahrweise, seinem gewohnt unterhaltsamem Umgangston und ohne jede Allüren hat Voigt bei dieser Deutschland-Tour die Herzen der Fans erobert. Und die halten dem Radsport die Treue. 4,5 Millionen Menschen haben die neun Renntage an den Straßenrand gelockt; das sind nach Angaben der Veranstalter sogar mehr als im vergangenen Jahr.
Unter dem Eindruck dieser Zahlen sprach Tourdirektor Kai Rapp gestern von der "emotionalsten Deutschland-Tour seit dem Neubeginn 1999" – an einen solchen Erfolg hatte er vor dem ersten Startschuss wohl nicht zu denken gewagt angesichts des mächtigen Dopingschattens, der nach dem tiefen Fall von Tour-de-France-Siegern wie Ullrich und Landis über dem Radsport liegt.
"Das war eine Wahnsinnskulisse, Tag für Tag", freute sich der Thüringer Bergpreissieger Sebastian Lang, "und wir haben mit fairem, gutem und sauberem Sport gezeigt, dass der Radsport weitergeht." Erik Zabel, der Gewinner der Sprintwertung, konnte seinem Fluchtgefährten der zweiten Österreich-Etappe da nur beipflichten: "Das war eine tolle Rundfahrt. Es hat wirklich Spaß gemacht. Die Zuschauer sind mitgegangen und dazu gab es offenbar auch gute Einschaltquoten im Fernsehen – das konnte man so nicht erwarten." Auch BDR-Präsident Scharping gab offen zu, dass ihm "ein Stein vom Herzen gefallen" sei angesichts der Begeisterung am Streckenrand: "Vor der Rundfahrt gab es große Befürchtungen, dass das Zuschauerinteresse zusammenbrechen könnte. Ich hatte die kühne Hoffnung, dass die Radsportfans treu bleiben. Und genau dies kann man nun mit einem Ausrufezeichen versehen."
Wie gemalt scheint es da, dass der Gesamtsieg nun an einen Wortführer im Anti-Doping-Kampf geht. Doch auch Voigts dänischer CSC-Rennstall ist gewiss nicht unberührt von Dopingverdächtigungen, und so wurde der D-Tour-Sieger gefragt, wie er denn damit umgehe, dass auch seine Leistung in Frage gestellt werden könnte. Da zuckte Voigt nur mit den Schultern. "Solche Unterstellungen sind normal in diesen Tagen. Aber ich weiß, dass ich erhobenen Hauptes durch die Straßen gehen kann – und das ist das Wichtigste."
Also genoss "Voigte" die Abschlusszeremonie von Karlsruhe und sprach von "einen der schönsten Tage meines Lebens" (später ruderte er ein bisschen zurück und sagte, dass die Geburten seiner vier Kinder natürlich an erster Stelle stünden...). "Die Deutschland-Tour ist die größte deutsche Radsportveranstaltung – und ich bin froh, dass ich meinen kleinen Namen in die Siegerliste eintragen darf", schwelgte der sichtlich bewegte Radprofi in Glückseligkeit.
Als nächste große Events stehen das Hainleite-Rennen in Erfurt, die Polen- und die Hessen-Rundfahrt auf seinem Rennprogramm – und vielleicht, wer weiß, sogar noch die Weltmeisterschaft in Salzburg. "Doch wenn ich da fahre, will ich gut fahren. Wenn ich also spüre, dass mein Tank dann langsam leer ist, bleibe ich besser daheim – sonst nehme ich noch einem Jüngeren den Platz weg." So ist er, der Sieger der Deutschland-Tour 2006: Motiviert bis in die Haarspitzen – und trotzdem mit einem ausgeprägten Gefühl für das Wichtigste im Sport: für Fairness. (kh)
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Der Radsport lebt also noch wie eh und je, jetzt auch gewiss wieder in Deutschland. Dopingskandal hin, Dopingskandal her, Leute wie Jens Voigt tun dem Radsport einfach gut und ich freue mich einfach riesig dass diesmal der Fahrer gewonnen hat, der es wohl am Meisten vom gesamten Starterfeld verdient hat.
mfg Robert |
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Nach dem Landis-Skandal
Aus für Phonak
ZÜRICH, 15.08.2006 (rsn) - Vor etwas mehr als drei Wochen, am 23. Juli feierte Andy Rihs in Paris mit 300 Gästen ein rauschendes Fest, um den Tour-Triumph von Floyd Landis zu begiessen. Drei Tage später wandelte sich der Traum in einen Alptraum um, als die Teamverantwortlichen vom positiven Dopingbefund des Amerikaners in Kenntnis gesetzt wurden. Er sei konsterniert und geschockt gewesen, sagte Rihs bei der Pressekonferenz am Dienstag in Opfikon bei Zürich, wo er die absehbare Konsequenz bekanntgab: Sein Rennstall wird aufgelöst Die laufende Saison wird die Mannschaft noch zu Ende fahren und unter anderem noch an der Spanien-Rundfahrt teilnehmen. Dann ist Schluss: 55 Angestellte müssen sich nach neuen Arbeitsstellen umsehen.
Der Name Phonak wäre nach sieben Jahren im Profiradsport sowieso kleiner geschrieben worden. Rihs hatte mit dem US-Fondsverwalter iShares einen neuen, potenten Hauptsponsor gefunden, der sein Signet auf den Trikots der Rennfahrer prangen sehen wollte. Rihs hätte mit seiner ARcycling AG die Infrastruktur gestellt. Doch nach dem «Fall Landis» einigte man sich mit iShares über eine vorzeitige Vertragsauflösung. Den Bemühungen, andere Sponsoren zu finden, die das Budget von 15 bis 17 Millionen Franken gedeckt hätten, war kein Erfolg beschieden. Dabei spielte auch die Unsicherheit hinsichtlich der Erneuerung der Ende des Jahres auslaufenden ProTour-Lizenz eine Rolle.
Bis zum Ende der Saison wird Andy Rihs seine Verpflichtungen einhalten und das Team alle Rennen bestreiten. Rihs macht das unter anderem auch deshalb, um seinen Fahrern die Gelegenheit zu bieten, sich für andere Sportgruppen zu empfehlen. Jenen Helfern von Landis, die schon vor Ablauf der Tour de France neue Verträge bei Phonak unterschrieben haben, will Teammanager John Lelangue in den kommenden Wochen bei den ProTour-Rennen zu einem neuen Arbeitgeber verhelfen. Und die Begeisterung von Andy Rihs für den Radsport ist und bleibt so gross, dass er gewisse Nachwuchsprojekte und Vorhaben des nationalen Verbandes Swiss Cycling auch künftig unterstützt.
Es sei jammerschade, dass es so habe kommen müssen. Allen internen Kontrollen zum Trotz sei der Alleingang einzelner Fahrer nicht zu verhindern gewesen. Deshalb müsse man der Wahrheit ins Auge schauen, sagte Rihs am Dienstag: «Ich gebe auf. Es macht keinen Sinn mehr.» Nachdem er erfuhr, dass Landis bei der Tour de France positiv auf Testosterondoping war, sei sein erster Impuls gewesen, den "Laden dicht zu machen". Er habe "einfach genug" gehabt. In den letzten drei Wochen verscuhte Rihs dann doch noch einmal, das Team zu retten. "Wir haben Tag und Nacht diskutiert", sagt er. Doch die Suche nach einer Lösung war vergeblich.
Weshalb ausgerechnet seine Sportgruppe mehr als alle anderen Mannschaften von Dopingfällen betroffen war, konnte der Phonak-Boss nicht begründen. Aus der langen Liste ragt neben Landis zum Beispiel Oscar Camenzind heraus, der im August 2004 während einer Trainigsfahrt Wasser lassen musste und dem danach EPO-Missbrauch nachgewiesen werden konnte. Wenige Wochen später folgte der «Fall Tyler Hamilton». Landis' Landsmann manipulierte seine Leistungen mit Blutdoping. Hamilton blieb nur deshalb Olympiasieger im Zeitfahren, weil die B-Probe nach einer unsachgemässen Lagerung nicht ausgewertet werden konnte. Auch in die Fuentes-Affäre war Phonak verwickelt: Den früheren Zeitfahr- Weltmeister Santiago Botero (Kolumbien) und den Giro-Zweiten Jose Enrique Gutierrez sowie dessen Bruder José Ignacio (beide Spanien) musste das Team im Zusammenhang mit dem Skandal um den spanischen Arzt Anfang Juni aus dem Rennbetrieb nehmen.
Im Jahr 2000 war Andy Rihs, getrieben von seiner Begeisterung und der Vision, eine ausgezeichnete Plattform für die Promotion seiner Hörgeräte gefunden zu haben, mit einer bescheidenen Truppe von 13 Fahrern in einem Zweitdivisions- Team in den Profiradsport eingestiegen. Am 12. Juni jener Saison resultierte durch Pierre Bourquenoud in Winterthur der erste Sieg. Der Traum vom Tour- Triumph motivierte Rihs, seine Investitionen ständig zu vergrössern. Die Dopingfälle bildeten allerdings nur einen Teil der Probleme seines Teams. Die Teilnahme an der Tour de France musste erdauert werden. Und die Zulassung zur ProTour kam erst nach einem Entscheid des Internationalen Sportgerichts (CAS) in Lausanne zustande. Die UCI hatte Phonak die Lizenz verweigert wegen des zögerlichen Umgangs mit dem Dopingfall Hamilton.
Er sei enttäuscht, dass "der Radsport offenbar zu einem Synonym für Doping geworden ist", erklärte Rihs in einer Pressemitteilung, die am Dienstag vor der Pressekonferenz verbreitet wurde. Doch das Problem war auch, dass noch viel mehr als alle anderen Phonak zum "Synonym für Doping" geworden war. Schon vor dem Fall Landis.
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Tja, es wurden halt seit Jahren wirklich sämtliche Stars von Phonak in Dopingskandale verwickelt bzw Doping nachgewiesen, da blieb früher oder später einfach nichts Anderes mehr übrig.
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Ausverkauf bei T-Mobile. Nach Vinos letztjährigem Abgang, Dopingfall Ullrich und Sevilla und dem Abgang von Jungtalent Bernhard Kohl verlassen nun auch Andreas Klöden und Matthias Kessler die Magentatruppe. Beide wechseln für 2007 zu Astana, wo ihre zukünftigen Teamkollegen (Vinokourov, Kashevskin) heute beim Start der Spanienrundfahrt am Start sein werden.
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Transfermarkt
Klöden und Kessler zu Astana
BERLIN, 25.08.06 (rsn) - Andreas Klöden, Dritter der letzten Tour de France, wird am Saisonende die T-Mobile-Mannschaft verlassen und zum kasachischen Astana-Team wechseln.
Der 31 Jahre alte Klöden unterschrieb bei Astana einen Zweijahresvertrag. Zusammen mit dem in der Schweiz lebenden Sachsen wird auch der Franke Matthias Kessler, der bei der letzten Frankreich-Rundfahrt eine Etappe gewann und diese Jan Ullrich widmete, von T-Mobile zum Vinokourov-Rennstall wechseln, der aus den Trümmern des Skandal-Teams Liberty neu formiert wird.
Bereits während der Tour zeichnete sich ab, dass sich die Wege von Klöden, ein Freund von Jan Ullrich, und der Magentatruppe, die nach dem Skandal um den einzigen deutschen Toursieger einen Schnitt macht, trennen werden. Bis vor drei Wochen hatte Klöden noch immer kein Angebot von T-Mobile, das an der Weiterverpflichtung offenbar kein Interesse hatte. Manager von Klöden ist Tony Rominger, der auch enger Berater von Astana-Chef Marc Biver ist. Der ehemalige Tour-de- Suisse-Direktor Biver (55) ist im August Generaldirektor des kasachischen Profi-Radteams geworden.
Bei Astana wird Klöden wieder an der Seite seines früheren T-Mobile-Teamkollegen Alexandre Vinokourov, der vom Toursieg träumt, fahren. Nach seinem zweiten Podiumsplatz bei der Tour dürfte Klöden künftig deutlich über eine Million Euro pro Jahr verdienen.
Unterdessen hat Astana-Teamchef Biver weitere Verpflichtungen getätigt: Der Schweizer Meister Gregory Rast (Phonak) und der Österreicher René Haselbacher (Gerolsteiner) unterschrieben ebenfalls für zwei Jahre.
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(www.radsportnews.com)
mfg Robert |
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Staatsanwalt ermittelt
Ullrich akzeptiert Kündigung
HAMBURG/MÜNCHEN, 26.08.06 (dpa) - Der in die Doping-Affäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes verstrickte deutsche Radprofi Jan Ullrich hat nach Informationen des Nachrichten-Magazins Der Spiegel die Kündigung durch das Team T-Mobile akzeptiert. Das Magazin Focus berichtet derweil, der Bonner Staatsanwalt ermittele gegen Ullrich.
In der Radsport-Doping-Affäre ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen Jan Ullrich sowie dessen sportlichen Betreuer Rudy Pevenage und den spanischen Radprofi Oscar Sevilla. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Fred Apostel dem Nachrichtenmagazin «Focus». Unter dem Aktenzeichen 430 Js 936/06 hätten die Ermittler demnach ein Verfahren wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil des Rennstalls T-Mobile eingeleitet.
Damit reagierten die Staatsanwälte laut «Focus» auf eine Strafanzeige der ehemaligen Leichtathletin Britta Bannenberg. Die heutige Professorin für Strafrecht und Kriminologie in Bielefeld hatte die beiden Radprofis und den Berater angezeigt, weil «der Sport in Deutschland sauber bleiben» müsse. Die Radsportler hätten ihr Team betrogen und damit Vertragsbruch begangen, begründete Bannenberg, die keinen der drei Angezeigten persönlich kennt, ihre Anzeige.
«Ob unsere Prüfungen zu weiteren Maßnahmen Anlass geben, dazu will ich mich nicht äußern», sagte Oberstaatsanwalt Apostel weiter. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins warten die Ermittler derzeit auf Telefon-Überwachungsprotokolle aus Spanien, die eine Verbindung zwischen Ullrich und der Schlüsselfigur in der Doping-Affäre, dem spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes, belegen sollen.
Spiegel: Strohband kostet Ullrich Millionen
Derweil hat Ullrich nach Informationen des Spiegel die am 20. Juli ausgesprochene Kündigung durch das Team T-Mobile akzeptiert. Damit verzichte er auf eine Abfindung in Millionenhöhe nach Ansicht von Arbeitsrechtsexperten allerdings nicht freiwillig. Schuld daran sei eine Äußerung seines Managers Wolfgang Strohband, berichtet das Nachrichten-Magazin. Strohband hatte erklärt, Jan Ullrich werde für T-Mobile mit Sicherheit nicht mehr in den Sattel steigen, dieses Kapitel sei endgültig abgeschlossen.
Damit habe Strohband den finanziellen Forderungen seines Klienten die Grundlage entzogen, heißt es in dem Bericht weiter. Denn um den Anspruch auf eine Abschlusszahlung zu wahren, hätte Ullrich sich T- Mobile vorerst weiter für Renneinsätze anbieten müssen, weil sein Vertrag noch bis Ende 2006 lief. Anwälte des deutschen Radprofis und des Bonner Mobilfunkunternehmens hätten sogar bereits Gespräche über die Höhe einer möglichen Abfindung geführt. Ullrich hatte bei seinem Rennstall jährlich 2,5 Millionen Euro verdient.
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(www.radsportnews.com)
Ungeschickt ungeschickt von Strohband, aber das mit der Anzeige ist doch echt lächerlich. Wenn er gedopt hat soll er gesperrt werden, aber das geht nun echt zu weit. So frei nach dem Motto 'Britta will Ullrich hinter Gitter'. Meine Meinung dazu: Lasst den Ulle doch endlich in Ruhe, so ein Vorgehen macht die Situation im Leistungssport auch nicht besser.
mfg Robert |
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Auftakt zur 61.Spanien-Rundfahrt
CSC eine Klasse für sich
MALAGA, 26.08.06 (rsn) - Der CSC-Rennstall um den spanischen Tour de France-Vierten Carlos Sastre fuhr am Samstag im andalusischen Malaga beim kurzen 7,3km-Mannschaftszeitfahren zum Auftakt der Spanien- Rundfahrt in einer eigenen Liga: Mit sieben Sekunden Vorsprung vor Alejandro Valverdes Caisse d'Espargne-Team gewannen die Mannen von Teamchef Bjarne Riis die erste Vuelta-Etappe und Sastre übernahm als erster das Gelbe Trikot des Gesamtbesten. Die drittbeste Zeit fuhr die Milram- Mannschaft um Erik Zabel. Von den Favoritenteams enttäuschte Rabobank von Vorjahressieger Denis Menchov, das nicht über Platz 12 hinauskam.
CSC gewann den flachen "Teamprolog" mit sieben Sekunden vor Caisse d'Epargne und acht Sekunden vor Milram. Vor allem die starken Rouleurs Fabian Cancellara (Schweiz) und Kurt Asle Arvesen (Norwegen), die nationalen Zeitfahrmeister ihrer Heimatländer, machten viel Tempo und führten das Team zu einem überlegenen Sieg. CSC-Kapitän Carlos Sastre aus Spanien geht im Gelben Trikot des Gesamt-Spitzenreiters am Sonntag auf den ersten Tagesabschnitt über 176 Kilometer von Malaga nach Cordoba.
"Das ist das erste Mal, dass ich bei einer großen Rundfahrt das Leadertikot trage. Ich bin sehr glücklich. Ich muss mich bei den 'Motos' unserer Mannschaft (Cancellara und Arvesen) sehr bedanken, dank ihnen haben wir heute gewonnen", sagte Sastre, der das Trikot auf den Flachetappen nicht verteidigen will. "Das wäre verrückt. Wir warten jetzt in Ruhe auf die ersten Bergetappen", sagte der 31 Jahre alte Kletterspezialist, der in diesem Jahr auch schon den Giro fuhr. Dort gewann Sastre an der Seite seines inzwischen wegen Dopingverdachts gesperrten Teamkapitäns Ivan Basso ebenfalls das Teamzeitfahren.
Menchov, dem im vergangenen Jahr der Vueltasieg wegen der Heras-Dopingdisqualifikation zuerkannt wurde, bekam vor dem Vueltastart das "Goldene" Trikot von letztem Jahr überreicht, doch sein Auftakt war nicht glänzend. Der Rabobank-Kapitän, der mit seinem Team als letzter auf die Strecke ging, gab schon wertvolle Sekunden auf alle seine Rivalen ab. Von Anfang an kamen Menchov und Co. nicht in Tritt und bereits bei der Zwischenzeit zeichnete sich ab, dass sie die Top 10 verpassen würden. Besser lief es für Mitfavorit Alexandre Vinokourov und sein kasachisches Astana-Team, die den sechsten Rang belegten hinter T-Mobile. Die Magentatruppe hofft im Gesamtklassement auf eine vordere Platzierung durch den jungen Österreicher Bernhard Kohl.
Pech hatte das deutsche Team Gerolsteiner. In einem Kreisverkehr war der italienische Mannschaftskapitän Davide Rebellin am Straßenrand gestürzt. Aus dem Rhythmus geraten landeten die verbliebenen sieben Fahrer mit 19 Sekunden Rückstand auf CSC auf Platz 13. "Nach dem Sturz von Davide mussten wir erstmal unseren Rhythmus wieder finden, zumal Marcel Strauss, der hinter Davide fuhr, ebenfalls den Anschluss verloren hatte. Letztlich können wir mit dem Ergebnis unter diesen Umständen zufrieden sein. Wir haben noch das Beste herausgeholt", erklärte Gerolsteiner-Sportdirektor Reimund Dietzen. Rebellin, der Schürfwunden an Knie und Hüfte davon trug, und Strauss wurden schließlich mit einem Rückstand von 2:50 Minuten auf Sastre gewertet. An ein vorzeitiges Aus seines italienischen Kapitäns glaubt Dietzen nicht: "Sicher hat er Schmerzen. Aber ich denke mal, dass Davide weiterfahren kann und wird."
21 Mannschaften hatten am Samstag das Rennen aufgenommen. Das als erstes gestartete Team Relax landete am Ende auf dem letzten Platz. Das einzige eingeladene Zweitdisvisionsteam war 37 Sekunden lansgamer als CSC. Die Vuelta, bei der es nach den vielen spanischen Dopingskandalen auch um die Zukunft des bezahlten ciclismo geht, endet nach 3213 Kilometern und 20 Etappen am 17. September mit einem 142 Kilometer langen Rundkurs um die spanische Hauptstadt Madrid.
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61.Spanien-Rundfahrt - 2.Etappe
Die "Grille" narrt die Sprinterstars
CORDOBA, 27.08.06 (rsn) - Der Italiener Paolo Bettini (Quick Step) gewann am Sonntag in Cordoba den ersten Massensprint der 61.Spanien-Rundfahrt. Die "Grille", die sich für die Straßen- Weltmeisterschaften in Salzburg einrollt, bewies schnelle Beine und gute Übersicht, als er sich nach 176km durchsetzte vor Thor Hushovd (Credit Agricole). Der Norweger, der unterwegs Zeitgutschriften sammelte, konnte sich aber mit dem Gelben Trikot trösten, das er dem Spanier Carlos Sastre, der mit seinem CSC-Team das Auftaktzeitfahren gewonnen hatte, abnahm. Erik Zabel, der mit seinem Milram-Team im Finale sehr präsent war, blieb im Sprint nur Rang zehn.
Milram-Star Erik Zabel, für den sein Teamkollege Alessandro Petacchi den Sprint angefahren hatte, war zu früh angetreten und hatte keine Chance auf eine vordere Platzierung. Nach dem dritten Platz im Teamzeitfahren am Samstag konnten Zabel und Co. auf das Leadertrikot spekulieren, doch dafür reichte es dann nicht. Für Petacchi ist die Spanien-Rundfahrt das erste große Rennen nach seiner Knie-Operation. Im Mai hatte sich der Sprinterstar beim Giro d'Italia die Kniescheibe gebrochen und war lange ausgefallen. In Spanien will er langsam zu alter Form zurückfinden für sein letztes großes Saisonziel, den Sprinterklassiker Paris-Tours im Oktober. Der Sprint am Sonntag kam für Petacchi aber noch zu früh und Zabel macht mehr und mehr Eindruck, als ob seine ganz große Zeit nun doch langsam zu Ende geht.
Bettini gewann die zweite Etappe zwischen Malaga und Cordoba in 4:19:31 Stunden vor Hushovd und seinem italienischen Landsmann Luca Paolini. Im Gesamtklassement führt Hushovd, der bei zwei Zwischenspurts Sekundengutschriften ergatterte, jetzt mit zwei Sekunden Vorsprung vor Bettini. Der Australier Stuart O'Grady (CSC) folgt auf Platz 3 mit 7 Sekunden Rückstand.
Hushovd in Gelb
Der 26 Jahre alte Spanier Mario de Sarrago vom Relax-Team, dem einzigen Zweitdivisionär im Peloton, hatte das Rennen bei fast 40 Grad lange mit einer Soloflucht bestimmt. Er war bereits nach 3 Kilometer ausgerissen und hatte seinen Vorsprung auf maximal 13:05 Minuten ausgebaut. 30 Kilometer vor dem Ziel war seine Flucht beendet und die Teams der Sprinter rüsteten zum Finale. Aber der kleine Bettini ließ am Ende der geballten Sprinterkonkurrenz um Petacchi, Zabel, Hushovd, McEwen, Napolitano keine Chance. "Er hat uns alle überrascht", sagte Hushovd.
"Ich bin schnell, aber ein echter Sprinter bin ich eigentlich nicht. Meine Rennen sind die Klassiker, aber wenn meine Form gut ist und sich die Gelegenheit bietet, versuche ich mich auch im Massensprint. Aber ich glaube, bei den nächsten Flachetappen der Vuelta halte ich mich raus", sagte Bettini nach seinem siebten Saisonsieg. "Ich freue mich, das ist ein besonderer Sieg, da es mein erster im italienischen Meistertrikot ist. Ich werde vielleicht bei den etwas schwereren Etappen was versuchen", so Bettini im Hinblick auf die nächsten Vueltaetappen. Natürlich denkt der Italiener auch bereits an die WM. "Jeder sagt, der Kurs in Salzburg ist perfekt für mich. Das macht mich froh, denn es zeigt ja, dass man Respekt vor mir hat. Aber ich denke, es gibt auch viele andere Fahrer mit sehr guten Chancen. Mein Ziel ist es jetzt, bis zur WM 100 Prozent in Form zu kommen", sagte Bettini, der schon soviel Pech bei Regenbogenrennen hatte.
Pech mit dem Material hatte am Sonntag auf den letzten Kilometern der Spanier Carlos Sastre, als er einen Platten hatte. Das blieb im Gesamtklassement allerdings ohne Auswirkungen, da es auf den letzten drei Kilometern passierte und Hushovd ohnehin zu diesem Zeitpunkt wegen der Zeitgutschriften im Gesamtklassement bereits an ihm vorbeigezogen war. Sastre war nicht unglücklich darüber, sein erstes Leadertrikot bei einer großen Rundfahrt nach einem Tag wieder loszusein. Der Tour de France-Vierte würde das Trikot allerdings gerne in drei Wochen in Madrid tragen. Der CSC-Kapitän belegt nun Platz 10 mit sieben Sekunden Rückstand auf Hushovd. Di anderen Favoriten folgen mit geringem Abstand: Alejandro Valverde ist 15.(+ 14 Sekunden), Oscar Pereiro 16. (+ 14), der Russe Denis Menchov, der als Vorjahrssieger die Startnummer 1 trägt, ist 84., aber auch nur mit 25 Sekunden Rückstand.
Am Montag machen sich die 189 Rennfahrer des Vuelta-Pelotons auf zur längsten Etappe über 219km zwischen Cordoba und Almendralejo.
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Erik kanns doch noch!
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61.Spanien-Rundfahrt - 4.Etappe
Zabel kann's noch
CACERES, 29.08.06 (rsn) - Lange sieben Monate musste Erik Zabel auf seinen ersten großen Saisonsieg warten, am Dienstag klappte es nun endlich: Der Milram-Star gewann die 4.Etappe der Spanien-Rundfahrt. In Caceres setzte sich der 36-jährige "Ete" nach 142 km in einem hektischen Massensprint klar durch vor dem Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole), dem Franzosen Jean-Patrick Nazon, dem Australier Stuart O'Grady und dem spanischen Vortagessieger Francisco Ventoso. Hushovd wurde um dritten Mal Zweiter und verteidigte das Gelbe Trikot noch einmal vor der ersten Bergetappe, bei der das Gesamtklassement völlig neu gemacht werden wird.
Endlich ist der Knoten geplatzt: Nach zahlreichen knappen Niederlagen in diesem Jahr hat Zabel am Dienstag seinen ersten großen Saisonsieg gefeiert. Der gebürtige Berliner, der bisher nur einen Etappensieg bei der Bayern-Rundfahrt im Mai verzeichnen konnte, gewann bei der Spanien-Rundfahrt den Massenspurt in Caceres mit einer Länge Vorsprung vor Hushovd. Für Zabel war es insgesamt der sechste Vuelta-Etappenerfolg seiner Laufbahn. 2004 hatte Zabel in Spanien die Punktewertung gewonnen, aber keine Etappe holen können.
"Meine Motivation ist einfach der Adrenalinstoß, den man auf den letzten Metern im Sprint bekommt", so Zabel lachend auf die Frage, was ihn trotz vieler Niederlagen dazu treibt, es wieder und wieder und wieder zu versuchen und den Glauben nicht zu verlieren. "Endlich lief es bei uns heute mal wie am Schnürchen", sagte der Milram-Star nach dem heiß ersehnten Sieg auf der vierten Vuelta-Etappe. Bei der Sprint-Vorbereitung half Zabel auch Kapitän Alessandro Petacchi, der nach überstandener Knie-Operation noch im Formaufbau ist.
Der bullige Hushovd, der bei der Tour de France die erste und letzte Etappe gewann, verteidigte bei der 61. Spanien-Rundfahrt das Gelbe Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement. Er führt jetzt mit sieben Sekunden vor Zabel. Diese Reihenfolge dürfte sich aber bereits am (morgigen) Mittwoch ändern, wenn die erste Bergetappe ansteht. Die Topfavoriten auf den Vuelta-Gesamtsieg, Alejandro Valverde, Carlos Sastre (beide Spanien) und Vorjahressieger Denis Menchov (Russland), hatten noch einmal einen ruhigen Tag. Sie hoffen auf ihre Möglichkeiten in den Bergen.
Raul Garcia de Mateo war lange der Mann des Tages. Der Spanier war bereits zwei Kilometer nach dem Start ausgerissen. Er fuhr einen Vorsprung von 6:33 Minuten heraus, aber neun Kilometer vor dem Ziel war seine anstrengende Flucht unter der Sonne bei wieder annähernd 40 Grad beendet. Auch eine Attacke seines Relax-Teamkollegen Jorge García hatte ebensowenig Chancen wie die des Basken Markel Irizar kurz darauf. Die Sprinter und ihre Teams wollten sich ihre vorerst letzte Chance, sich in Szene zu setzen, nicht entgehen lassen. Am (morgigen) Mittwoch folgt die erste Hochgebirgsetappe in den 1960 Meter hoch gelegenen Skiort Covatilla.
Zabel peilt bei seiner zweiten großen Rundfahrt nach der Tour de France wieder das Sprinter-Trikot an, das derzeit aber noch Hushovd trägt. Außerdem dient ihm die Vuelta als Vorbereitung auf die Straßen-Weltmeisterschaft am 24. September in Salzburg. Zabel, schon einmal WM-Dritter und einmal Vize-Weltmeister, geht dort als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft an den Start. "Die beste WM-Vorbereitung it es, die Vuelta zu Ende zu fahren", sagte Zabel am Dienstag.
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61.Spanien-Rundfahrt: Di Luca gewinnt 5.Etappe
Erste Bergankunft findet erste Opfer
LA COVATILLA, 30.08.06 (rsn) - Der Italiener Danilo Di Luca (Liquigas), der bei Giro und Tour de France enttäuschte, hat am Mittwoch bei der Spanien- Rundfahrt seine bisher düstere Saisonbilanz mit einem Etappensieg bei der ersten Bergankunft, nach der er auch das Gelbe Trikot übernahm, etwas aufgehellt. Beim ersten anspruchsvollen Teilstück der Vuelta lichtete sich Feld der engeren Sieganwärter bereits. Während die Spanier Alejandro Valverde und Carlos Sastre ihre Favoritenstellung untermauerten, enttäuschten der russische Vorjahressieger Denis Menchov und der Kasache Alexandre Vinokourov.
Nach einem vermasselten Giro d'Italia und einer abgebrochenen Tour de France holte sich Danilo di Luca, der wegen seiner Rundfahrtambitionen es im Frühjahr diesmal langsamer hatte angehen lassn, im Ziel der 5. Etappe in Covatilla nach 178 Kilometern den Tagessieg vor dem Slowenen Janez Brajkovic (Discovery) und übernahm das Gelbe Trikot vom Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole).
"Im Gesamtklassement habe ich keine Ambitionen. Mein Ziel war ein Etapensieg und ich bin glücklich, das so schnell geschafft zu haben. Ich will nun in Topform zur WM gehen", sagte Di Luca. Der Italiener siegte im 1960 Meter hoch gelegenen galizischen Skiort 22 Sekunden vor den hoch gehandelten Topfavoriten Alejandro Valverde und Carlos Sastre (beide Spanien), die das Rennen auf den Plätzen 5 und 6 beendeten und allen Rivalen Zeit abnahmen. Im Gesamtklassement hat di Luca vier Sekunden Vorsprung vor Brajkovic. Die Topfavoriten Sastre und Valverde schoben sich auf die Ränge 4 und 6.
Sastre meinte, er sei sehr damit zufrieden gewesen, Valverde folgen zu können. Der Caisse d'Espargne-Star, der die Tour de France wegen einer Verletzung aufgeben musste, ist mehr denn je der Topfavorit dieser Vuelta, auch wenn er gleich nach dem Rennen vor den Mikrofonen eines spanischen Radiosenders sich eher unzufrieden zeigte: "Es war sehr hart heute, es lief nicht so gut wie ich erhofft hatte."
Die Etappe endete wenige Kilometer oberhalb des Geburtsortes von Roberto Heras, des disqualifizierten Vorjahressiegers der Spanien-Rundfahrt, der wegen Dopings eine Zwei-Jahres-Sperre abzusitzen hat. Am Grünen Tisch war Denis Menchov zum Vuelta-Sieger 2005 erklärt worden. Der Russe spielte am Mittwoch keine Rolle und verlor auf di Luca über dreieinhalb Minuten. Auch Alexander Vinokourov schied als 21. mit 2:13 Minuten Rückstand wohl aus dem Kreis der Sieganwärter der diesjährigen Vuelta aus. Der Baske Iban Mayo (17./+ 1:44 Min) enttäuschte ebenso, der Spanier Oscar Pereiro, der nach der zu erwartenden Dopingdisqualifikation von Floyd Landis nachträglich zum Toursieger erklärt werden wird, ging sang und klanglos unter.
Erwartungsgemäß wurde das Gesamtklassement umgekrempelt. Hushovd verschwand ebenso von der Spitze wie Sprinterkollege Erik Zabel, der nach seinem Etappensieg am Vortag in Caceres auf den zweiten Rang vorgerückt war. Dem Milram-Kapitän war das aber egal. Seinen heiß ersehnten, ersten großen Saisonsieg beging er am Abend im Teamhotel bei Rotwein und einem Glas Champagner. "Im Finale hatten wir eine etwas andere Taktik versucht und sind nicht bis zuletzt in einer geschlossenen Formation gefahren. Das war das richtige Rezept. Vielleicht klappt es noch einmal", meinte Zabel, der sich bei der Vuelta auch für die Straßen- WM am 24. September in Salzburg "warm fahren" will. "Die beste WM-Vorbereitung ist es, die Vuelta zu Ende zu fahren", sagt Zabel.
Die 18 Kilometer lange Schlusssteigung am Mittwoch hatte der Baske Inigo Landaluze mit einem kleinen Vorsprung vor einer siebenköpfigen Gruppe mit dem zweifachen Tour-«Bergkönig» Michael Rasmussen (Dänemark) in Angriff genommen. 14 Kilometer vor dem Ziel war Landaluze eingeholt und fiel entkräftet weit zurück. Die Spitzengruppe zerfiel, nur der Portugiese Sergio Paulhino und David Arroyo (Spanien) hielten dem Verfolgerfeld - angeführt von Alejandro Valverde - bis 5 Kilometer vor dem Zielstrich stand.
Die Schlussattacke von di Luca und Brajkovic vom Discovery-Team konnten aber weder der ProTour-Spitzenreiter Valverde, der die Tour de France nach einem Schlüsselbeinbruch aufgeben musste, noch CSC- Profi Sastre parieren.
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Mehr als nur ne Talentprobe des jungen Discovery Fahrers Brejkovic. Sehr stark!
Der österreichische T-Mobile Kapitän Bernhard Kohl liegt nun mit einem 10ten Etappenplatz an der 9ten Stelle im Gesamtklassement.
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61.Spanien-Rundfahrt - 6.Etappe
Hushovd vor Greipel
LEON, 31.08.06 (rsn) - Der 24 Jahre alte Andre Greipel (T-Mobile) verpasste am Donnerstag knapp seinen ersten ganz großen internationalen Erfolg. Bei der sechsten Etappe der Spanien-Rundfahrt musste sich der junge Rostocker, der vor der Saison von Wiesenhof zur Magentatruppe gewechselt war, im Massensprint nur dem Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole) geschlagen geben, der nach drei zweiten Plätzen erstmals ganz vorne landete. Milram-Star Erik Zabel, der die Etappe am Dienstag gewonnen hatte, wurde Dritter. An der Spitze des Gesamtklassements gab es keine Veränderungen, der Italiener Danilo di Luca (Liquigas) fährt weiter im Gelben Trikot.
In einem spannenden Endkampf hatte Hushovd, der bei der zweiten, dritten und vierten Etappe den Sieg knapp verpasst hatte, auf dem flachen Teilstück von Zamora nach Leon nach 177 Kilometern im Spurt des kompletten Feldes knapp die Nase vorn vor den beiden Deutschen und baute seine Führung im Punkteklassement aus. Zabel, der vor fünf Jahren schon einmal eine Vuelta-Etappe in Leon gewonnen hatte, war u.a. von seinem Teamkollegen Alessandro Petacchi (4.) in eine ideale Ausgangsposition gebracht worden, konnte aber auf den letzten Metern seine Spurtstärke nicht so ausspielen wie bei seinem Sieg vor zwei Tagen in Caceres. Der Österreicher Bernhard Eisel, der nächstes Jahr bei T-Mobile fährt, wurde Sechster. Im Massensprint von Leon fehlte der Australier Robbie McEwen, der am Vortag das Zeitlimit verpasst hatte.
"Ich habe gesehen, dass sich Zabel und Petacchi auf den T-Mobile-Fahrer (Greipel) konzentriert haben. Da bin ich links an ihm vorbei", sagte Hushovd, der nun endlich zum erhofften Sieg kam. "Im Gelben Trikot fährt einfach man anders", sagte der Norweger, der nach der zweiten Etappe vorübergehend wie schon bei der Tour de France Gesamtleader der Vuelta war. "Nun werde ich von Etappe zu Etappe schauen und versuchen, noch einen Sieg zu holen", so Hushovd, der bei der letzten Tour zwei Etappen gewann. Bei der Vuelta war er auch bereits 2005 einmal erfolgreich.
In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen bei der Flachetappe. Danilo di Luca, der tags zuvor bei der ersten Bergankunft die Spitze übernommen hatte, verteidigte das Gelbe Trikot mit einem Vorsprung von vier Sekunden auf den Slowenen Janze Brajkovic (Discovery). Bester Deutscher ist weiter der Erfurter Daniel Becke (Milram) auf Platz 34.
Lange Zeit hatte den sechsten Tagesabschnitt der Franzose Mathieu Claude geprägt, der sich bereits nach zehn Kilometern vom Hauptfeld abgesetzt hatte und zeitweise mehr als elf Minuten Vorsprung herausfuhr. Seine 145 Kilometer lange Alleinfahrt endete rund 20 Kilometer vor dem Ziel, als die Sprinterteams vor der zweiten Spurt-Wertung des Tages das Tempo forcierten.
Am Freitag folgt eine weitere Bergetappe: Das siebte Teilstück endet nach 154,2km mit einer Kategorie-1-Bergankunft am El Morredero in Ponferrada.
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Robert
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Nachtrag für gestern:
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61.Spanien-Rundfahrt - 7.Etappe
Valverde meldet seine Ansprüche an
PONFERRADA, 01.09.06 (rsn) - Der Spanier Alejandro Valverde (Baleares-Caisse d'Epargne), der große Favorit dieser Spanien-Rundfahrt, schien bei der zweiten Bergankunft der Vuelta am Freitag zunächst zu wackeln, doch im Finale fand der Jungstar dann doch noch seine Kräfte wieder und gewann das siebte Teilstück über 154,2 km zwischen León und dem Alto de El Morredero nahe Ponferrada in Nordwest-Spanien. Der junge Slowene Janez Brajkovic (Discovery) wurde Vierter und übernahm die Führung im Gesamtklassement. Valverde rückte auf den zweiten Gesamtrang vor.
Valverde hat am Freitag seine Ansprüche auf den Vuelta-Gesamtsieg angemeldet. Auf dem 154 Kilometern langen Abschnitt von Leon nach Ponferrada auf den Col de El Morredero siegte Valverde vor seinem Landsmann Carlos Sastre und hat nur noch fünf Sekunden Rückstand auf das Trikot des Spitzenreiters. Die Führung in der Gesamtwertung übernahm der Slowene Janez Brajkovic von dem zurück gefallenen Italiener Danilo de Luca. Brajkovic, dieses Jahr Fünfter der Tour de Suisse und der Katalonien-Rundfahrt, ist ein starker Zeitfahrer, der sicherlich die Top 10 der Vuelta anpeilen kann, wenn nicht sogar mehr.
Die zweite Bergankunft der Vuelta riss das zuvor lange geschlossen fahrende Hauptfeld völlig auseinander. Auf den letzten 18 Kilometern zur Bergankunft in 1750 Metern Höhe waren Steigungen bis zu 15 Prozent zu überwinden. Die schwersten Abschnitte der 1200 zu erkletternden Höhenmeter bis auf ein Plateau in Zentralspanien lagen jedoch auf dem ersten Teil des Schlussanstiegs.
Wie auf den Etappen zuvor hatten zunächst Ausreißer den Verlauf zwischen Start und Ziel geprägt. Diesmal ließ das Feld mit Laszlo Bodrogi (Ungarn), David Loosli (Schweiz) und Staf Scheirlinckx (Belgien) nach 24 Kilometern ein Trio ziehen. Keiner der Fahrer befand sich unter den ersten Hundert der Gesamtwertung und alle wiesen eine knappe halbe Stunde Rückstand auf die Spitze auf. Trotz eines großen Vorsprungs von zwischenzeitlich mehr als zwölf Minuten wurde die Gruppe während des Anstiegs gestellt. Loosli wurde zwei Kilometer vor dem Ziel als Letzter eingeholt.
Brajkovic: Valverdes größter Rivale?
Auf den letzten Kilometern schien der bei der ersten Bergetappe enttäuschende Kasache Alexandre Vinokourov nach einer Tempoverschärfung auf dem Weg zum Tagessieg, doch Valverde stieg nach und ließ den Astana-Star geradezu stehen. "Das war ein phänomenales Finish. Ich habe wieder ein bisschen Zeit gutgemacht", freute sich Valverde, der bei seiner vierten Vuelta auf dem Weg zu seinem ersten Gesamtsieg ist. 2003, in seinem zweiten Profijahr, hatte der junge Mann aus Murcia bereits auf dem Podium seiner Heimatrundfahrt gestanden. Im Jahr drauf war er Vierter.
Zu den Männern der Stunde gehört derweil auch der 22 Jahre alte Brajkovic. Der U23-Zeitfahr-Weltmeister von 2004 war letztes Jahr erst im Sommer zu Discovery gewechselt und fährt seine erste komplette Profisaison. "Das Gelbe Trikot zu tragen ist ein Traum", freute sich der Slowene, der bei Discovery zum Leader avancierte. Eigentlich sollte er für den Amerikaner Tom Danielson fahren, doch der liegt inzwischen auf Rang 18 mit einem Rückstand von 4:15 Minuten. Nachdem Menchov und Pereiro aus dem Spiel sind, Vinokourov nicht in Topform ist und Sastre bei seiner dritten großen Rundfahrt mehr oder weniger schon auf Reserve fährt, könnte Brajkovic noch zum unerwarteten Rivalen von Valverde werden. "Das ist ein guter Zeitfahrer", meinte der Spanier schon ein bisschen besorgt.
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T-Mobile-Profi Bernhard Kohl rückte dabei um einem Platz im Gesamtklassement von Rang 9 auf Rang 8 vor.
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61.Spanien-Rundfahrt - 8.Etappe
Vinos Lebenszeichen
LUGO, 02.09.06 (rsn) - Der Kasache Alexandre Vinokourov, einer der großen Favoriten der Spanien- Rundfahrt, enttäuschte bei den ersten beiden Bergetappen. Am Samstag fuhr sich der Astana-Star ein wenig den Frust aus den Beinen und holte sich im galizischen Lugo den Sieg bei der weitgehend flachen 8.Etappe der Vuelta. "Vino" attackierte 300 Meter vor Schluss und setzte sich nach 173 km im Sprint durch vor dem Italiener Ruggero Marzoli (Lampre). Der Slowene Janez Brajkovic (Discovery) verteidigte die Gesamtführung und geht im Gelben Trikot in die ganz schwere Bergetappe am Sonntag.
Vinokourov, Zehnter im Gesamtklassement, konterte auf der ansteigenden Zielgeraden einen Angriff des Italieners Luca Paolini (Liquigas) , als sich das Peloton gerade auf einen Massensprint vorbereitete. Nach 4.02:11 Stunden überquerte er die Ziellinie vor Marzoli und dem Slowenen Uros Murn, während die Sprintspezialisten wie Thor Hushvod (4.), Paolo Bettini (5.) und Erik Zabel (6.) das Nachsehen hatten.
"Gestern war ich enttäuscht. Ich wollte den Sieg, aber Valverde hat mich geschlagen. Ich sagte mir: Du musst es heute wieder versuchen", so Vinokourov, der seinen Traum vom Vueltasieg auch noch nicht aufgeben mag. "Ich habe noch meine Chancen. Die Rundfahrt ist drei Wochen lang. Die Etappe morgen wird sehr hart. Mal schauen, was da passiert. Meine Moral ist intakt", so der Kasache, der bei der Tour de France nicht starten durfte wegen der Verwicklung seiner Mannschaft in die Fuentes-Affäre. "Aber ich wurde ja nicht ausgeschlossen wie die anderen Fahrer (wie Ulrich und Basso, die Red.). Wir hatten nur noch vier Mann zur Verfügung. Das war die Schuld der Mannschaft. Mit Manolo Saiz (den Teamchef von Astana-Vorgängerteam Liberty) rede ich nicht mehr und auch nicht mehr über ihn", so Vinokourov. Er schaue jetzt nach vorn, sagte der Astana-Star, dessen Team künftig vom Schweizer Marc Biver geleitet wird. Unter den starken Neuverpflichtungen befindet sich T-Mobile-Star Andreas Klöden.
Im Gesamtklassement gab es keine Veränderungen bei der Etappe, bei der ein Anstieg der dritten Kategorie zur Hälfte der Distanz die einzige Schwierigkeit darstellte. Vuelta-Favorit Alejandro Valverde, der am Vortag auf dem letzten Kilometer der Bergankunft in El Morredero (1.Kategorie) eine Demonstration seiner Stärke abgeliefert hatte, bleibt in Lauerposition mit fünf Sekunden Rückstand auf den 22 Jahre alten Brajkovic. Gesamtdritter ist Valverdes spanischer Landsmann Carlos Sastre (CSC). Vinokourov bleibt auf dem zehnten Rang mit 2:07 Minuten Rückstand auf das Gelbe Trikot. Der bisherige Gesamtzwölfte Josep Jufre schied derweil am Samstag nach einem schweren Sturz, bei dem er sich eine tiefe Wunde am Arm zuzog, aus.
Am Sonntag wird eine Vorentscheidung über den Gesamtsieg fallen. Die neunte Etappe zwischen Fonsagrada und der Bergankunft (1.Kat.) am La Cobertoria ist 207 km lang und führt über fünf Berge, darunter drei der ersten Kategorie und einer der Ehrenkategorie.
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61.Spanien-Rundfahrt - 9.Etappe
Vinokourov meldet sich zurück
LA COBERTORIA, 03.09.06 (rsn) - Alexandre Vinokourov, hat sich am Wochenende mit zwei Etappensiegen nach einer enttäuschenden ersten Woche bei der Vuelta eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach seiner Frustbewältigung bei der Flachetappe am Samstag setzte sich der kasachische Astana-Star auch bei der 207,4km langen Königsetappe über 207,4 km zwischen A Fonsagrada und der Bergankunft am La Cobertoria durch. Der spanische Favorit Alejandro Valverde (Caisse d'Espargne) wurde mit 16 Sekunden Rückstand Zweiter und eroberte das Gelbe Trikot.
"Das war eine schwere Etappe", sagte "Vino" nach dem fast sechstündigen Rennen. "Es war eine günstige Gelegenheit für mich und (Andrey) Kashechkin. Wir hätten gerne einen Doppelsieg geholt, aber das hat nicht geklappt", so der Kasache, der sich "viel besser" fühlt als zu Beginn der Rundfahrt. Vinokourov verbesserte sich im Gesamtklassement auf den fünften Platz. Von Valverde trennen ihn 1:38 Minuten.
Am Ende des fünften und letzten Anstiegs der galizischen Bergetappe setzte sich Vinokourov mit seinem Landsmann und Teamkollegen Andrey Kashechkin sechs Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe ab. Wenig später verschäfte Valverde das Tempo und machte sich auf die Verfolgung. Seine Landsmänner Carlos Sastre und Gomez Marchante und der Italiener Danilo Di Luca konnten zunächst mitgehen, mussten aber später Valverde ziehen lassen. Der junge Spanier konnte an Vinokourov nicht mehr herankommen, ließ aber Kashechkin noch hinter sich und übernahm mit dem zweiten Tagesrang die Führung und geht mit dem Gelben Trikot in den ersten Ruhetag am Montag.
"Ich habe ungeduldig auf dieses Trikot gewartet, denn 2003 und 2004 war ich schon nicht weit davon weg", sagte Valverde, der sich aber verständlicherweise noch vorsichtig gab, was seine Chancen auf den ersten Gesamtsieg bei einer großen Rundfahrt angehen: "Das Rennen ist noch lang Meine Hauptrivalen sind offensichtlich die beiden Kasachen, aber Sastre ist auch weiterhin gefährlich", so der Spanier, für den der Ruhetag "wie gerufen" kommt. "Ich glaube, bei der Tour gibt es keine so harten Etappen wie die heute", meinte Valverde.
Der im Moment populärste Radprofi Spaniens unterstrich einmal mehr seine Anwartschaft auf den Gesamtsieg am übernächsten Sonntag in Madrid. Der 26-jährige Valverde, der die Tour de France vor knapp zwei Monaten mit einem gebrochenen Schlüsselbein verlassen musste, führt in der Gesamtwertung der 61. Auflage der Vuelta jetzt mit 27 Sekunden Vorsprung vor Kashechkin, der bei der letzten Deutschland-Tour auf dem Podium stand. Carlos Sastre (4.) konnte seinen Rückstand in Grenzen halten und ist mit 44 Sekunden Rückstand Gesamtdritter. Der große Verlierer des Tages war der 22-jährige Janez Brajkovic, der das Gelbe Trikot trug. Der slowenische Discovery-Profi verlor am Sonntag mehr als zwei Minuten und ist im Gesamtklassement jetzt Sechster hinter Vinokourov.
Am Fuß des Schlussanstiegs griff zunächst Olympiasieger Paolo Bettini aus der Gruppe der Favoriten an, wurde aber bald danach gestellt. Dann attackierten Vinokourov und sein Team-Kollege. Im Finale konnte sich Valverde durch einen Konter auf dem letzten Kilometer noch zwischen die beiden Kasachen schieben. Einen rabenschwarzen Tag erlebte das T-Mobile-Team: Nachdem die Sprinter André Greipel und Thomas Ziegler aufgegeben hatten, musste auch Team-Kapitän Bernhard Kohl passen. Der Österreicher, der bei der letzten Dauphine Gesamtdritter war und nächstes Jahr bei Gerolsteiner fährt, stürzte auf der letzten Abfahrt und kam ins Krankenhaus.
Vinokourov hatte am Sonntag bei dem Ritt über das galizische Bergland einen besonderen Fan: Der Silbermedaillengewinner von Sydney, der am Samstag die 8. Etappe in Lugo mit einer Attacke 200 Meter vor dem Ziel gewann, begrüßte Kasachstans Premierminister Danial Achmetow als Gast. Der Staatschef, der auch Präsident des Radsportverbandes des asiatischen Landes ist, hatte Vinokourov nach dem Tour-Aus geholfen, eine neue Mannschaft aus dem Boden stampfte.
Die fünf mächtigsten Industrie-Unternehmen des Landes garantieren der neuen Astana-Mannschaft - benannt nach der boomenden Hauptstadt - für die kommenden drei Jahre einen üppigen Finanz-Haushalt von geschätzten zwölf Millionen Euro pro Saison. Das Team unter der Regie des Schweizers Marc Biver und des Belgiers Walter Godefroot verstärkte sich namhaft, unter anderen mit dem Tour-Dritten Andreas Klöden von T-Mobile, und peilt die Führungs-Position im Peloton an.
"Wir haben zur Zeit keine ProTour-Lizenz, weil wir uns von Manolo Saiz komplett getrennt haben. Aber auch wenn wir keine erhalten sollten, ist uns bei der Team-Besetzung die Tour-Nominierung 2007 sicher", sagte Vinokourov, der im kommenden Jahr im Alter von 33 Jahren noch einen erneuten Anlauf auf seinen ersten Toursieg starten will. Astana ging aus der Liberty Seguros-Mannschaft hervor. Deren Manager Saiz gilt als einer der Schlüsselfiguren des spanischen Doping-Skandals um den Mediziner Fuentes.
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Schade für Kohl, super Leistung von Vino der nun langsam aber sicher wieder im Rennen um den Gesamtsieg ist. Mal weitersehen.
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61.Spanien-Rundfahrt
Zabel setzt Schlusspunkt bei Vinos Vuelta
MADRID, 17.09.06 (rsn) - Erik Zabel gewann am Sonntag die Schlussetappe der Spanien-Rundfahrt und holte seinen zweiten Tagessieg bei der 61.Vuelta. In Madrid setzte sich der Milram-Star aus Berlin im Massensprint durch vor dem Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole), dem Schweizer Aurelien Clerc (Phonak) und Gerolsteiner-Sprinter Robert Förster, der die Etappe vor einer Woche gewonnen hatte. Im Gesamtklassement gab es bei der "Ehrenrunde" um die spanische Hauptstadt erwartungsgemäß keine Veränderungen mehr. Alexandre Vinokourov geht als erster kasachischer Sieger einer großen Rundfahrt in die Annalen ein.
Der sonst stets nüchtern wie ein kasachischer Armee-Oberst dreinschauene Vinokourov stand am Sonntag mit strahlendem Lächeln auf dem Sieger-Podium in Madrid. Für "Vino", der neben dem Gesamtsieg drei Etappen gewann, war die Vuelta ein versöhnlicher Abschluss eines turbulenten Jahres. Der 33-Jährige hatte sich ganz auf die Tour de France konzentriert, war von T-Mobile eigens zu Liberty gewechselt, um nicht mehr im Schatten von Jan Ullrich zu stehen und Team-Kapitän zu sein. Doch die Mannschaft des im Rahmen der Fuentes-Affäre verhafteten Manolo Saiz war zu tief in den spanische Dopingskandal verstrickt und durfte in Frankreich nicht starten. Vinokourov, der selbst nicht verdächtigt wird, war der Hauptleidtragende. Der Kasache bewies trotzdem Macher-Qulitäten, suchte in seiner Heimat neue Sponsoren und zimmerte aus den Trümmern von Liberty den neuen kasachischen Astana-Rennstall, der bei der Vuelta Platz 1 und 3 (Andrej Kashechkin) belegte.
"(Der Vueltasieg) ist eine Revanche, aber ich hätte lieber die Tour de France gewonnen", sagte Vinokourov, der bereits die Zukunft im Blick hat. "Jetzt konzentriere ich mich 100 Prozent auf meine Vorbereitung auf die Tour 2007. Ich
kann auch dort gewinnen - Armstrong hat das auch mit 33 Jahren geschafft. Der Toursieg bleibt mein Traum", sagte Vinokourov. Im Anschluss an die bescheidene Siegesfeier reiste er gleich nach Salzburg weiter. Dort zählt der Astana- Kapitän am kommenden Sonntag bei der Straßen-WM zu den Favoriten neben dem spanischen Vueltazweiten Alejandro Valverde und dem Italiener Paolo Bettini, der die Vuelta als WM-Vorereitung gefahren war
Zunächst hatte es gar nicht danach ausgesehen, als ob Vinokourov bei der Vuelta seiner Favoritenstellung gerecht werden könnte. Die erste Hälfte des Rennens gehörte Alejandro Valverde (Caisse d'Espargne), der nach zwei Podiumsplätzen den Zeitpunkt des großen Sieges gekommen sah. Nach einem schwachen Start berappelte sich Vinokourov jedoch und setzte mit einem Sprintsieg bei der 8.Etappe ein erstes Ausrufezeichen. Einen Tag später meldete sich der Astana-Kapitän mit seinem Sieg bei der Königsetappe auch im Gesamtklassement zurück. In der letzten Woche dominierte Vino auch dank hervorragender Unterstützung durch Kashechkin die Rundfahrt und Valverde konnte der kasachischen Überlegenheit nichts entgegensetzen. Valverdes Team, darunter der Tour-Zweite Oscar Pereiro, konnte seinen Kapitän nicht optimal unterstützen. Gerade Pereiro, der nach einer wahrscheinlichen Dopingdisqualifikation von Floyd Landis am grünen Tisch zum Toursieger erklärt wird, enttäuschte bei der Vuelta, landete im Gesamtklassement weit abgeschlagen und war für Valverde keine Stütze.
Ein anderer Favorit ging ebenfalls sang- und klanglos unter. Der Russe Denis Menchov, der nach dem Dopingfall Roberto Heras als Vueltasieger 2005 in die Annalen eingeht, hatte fast 50 Minuten Rückstand, als er vor der 11.Etappe aus dem Rennen ausschied. Offiziell wurden "Magenschmerzen" als Grund der Aufgabe angegeben, doch Menchov wirkte vom Start weg sehr erschöpft und machte nie den Eindruck, als könne er ernsthaft die Verteidigung seines Titels anstreben.
Den Vuelta-Schlusspunkt in Madrid, wo nach Veranstalterangeben eine Million Zuschauer an der Strecke waren - darunter Floyd Landis - setzte am Sonntag derweil Erik Zabel. Der Berliner Sprinterstar, der nach den Absagen von Klöden und Jens Voigt zum zweiten Kapitän der deutschen WM-Nationalmannschaft (neben Stefan Schumacher) avancierte, wittert nun Morgenluft beim Regenbogenrennen. Trotz der langen Saison fühlt sich der 36-Jährige noch frisch genug: "Ich bin immer viele Rennen gefahren. Ich fühle mich jetzt sogar besser als am Anfang der Saison, was auch meine Etappensiege bei der Vuelta gezeigt haben."
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Dicke Gratulation an Vinokourov, super Leistung von ihm bei der heurigen Vuelta. Nächstes Jahr peilt er nun wohl den Tourtriumph an und wäre bei einem Starterfeld ohne Basso und Ullrich (wovon atm auszugehen ist) da wohl der größte Favourit.
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Basso unterschreibt bei Discovery
Riis sieht sich als Verlierer der Fuentes-Affäre
MAILAND, 08.11.06 (rsn) - CSC-Teamchef Bjarne Riis, der sich von seinem in die Fuentes-Affäre verwickelten italienischen Star Ivan Basso getrennt hatte, sieht sich als einer der Verlierer des Skandals, der ansonsten ziemlich folgenlos zu bleiben scheint.
Ivan Basso wird nächstes Jahr die Farben des Discovery-Teams tragen. Der 28-jährige Girosieger unterschrieb bei dem amerikanischen ProTour-Rennstall einen Zwei-Jahresvertrag, wie dessen Sportdirektor Johan Bruyneel am Mittwoch bekanntgab. Bei Discovery, das bei seiner ersten Tour de France ohne Armstrong völlig unterging, wird Basso der neue Kapitän werden. "Wir freuen uns sehr, dass Ivan zu uns kommt und wir hoffen, dass er bereits an unserem Trainingslager am 3.Dezember in Austin (Texas/USA) in unserer Mitte ist", sagte Bruyneel. Teammanager Bill Stapleton sagte, er sei "glücklich" über den Neuzugang. "Bei unseren letzten beiden Tours mit Lance hat uns Ivan (3./2004, 2./2005) Sorgen bereitet und wir erwarten 2007 viel von ihm", so Stapleton.
Während die Verantwortlichen von Discovery strahlten, war CSC-Teamchef Bjarne Riis bitter. Er hatte sich am 18.Oktober "einvernehmlich" von seinem - weiterhin! - unter Dopingverdacht stehenden Star getrennt. Das Verfahren gegen Basso wegen der Doping-Verstrickungen war zuvor von den italienischen Sportverbänden bis auf weiteres wegen Mangels an Beweisen eingestellt worden. "Wie immer am Ende die Fuentes-Affäre ausgeht, ich habe dabei verloren", sagte Riis am Mittwoch. "Ich habe den besten Rennfahrer der Welt nicht mehr im Team und beinahe wäre die Mannschaft, für die ich seit Jahren arbeite, verschwunden", so der Däne, der "befürchtet, dass die Ermittlungen in der Fuentes-Affäre zu nichts führen".
"Wenn Ivan bei uns geblieben wäre, hätte ich alle meine Zeit ihm widmen müssen und meine Familie, die mir über alles geht, hätte darunter gelitten", sagte Riis. "Unter diesem Gesichtspunkt war ich überzeugt davon, zu sagen: Es reicht." Dass nun sein Star, der seit 2004 für ihn fuhr und große Erfolge für CSC holte, zur Konkurrenz wechselte, macht Riis besonders bitter. "Die ProTour-Mannschaften haben gemeinsam erklärt, keinen Fahrer, der in die Fuentes-Affäre verwickelt ist, zu verpflichten. Aber am Ende überwiegen doch die Einzelinteressen", so Riis resigniert. Bei CSC wolle man einen Neuanfang. "Ich glaube an sauberen Radsport", auch wenn das bedeute, dass man weniger Siege hole, so der Toursieger von 1996.
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Wiedermal haben der wohl beste Rundfahrer und das beste Team zusammengefunden.
Und noch ein paar allgemeine Worte zur Fuentes Affaire: Endlich kommt der Mist langsam aber sicher vom Tisch. Eigentlich hätte es niemals soweit kommen dürfen, dass das halbe Fahrerfeld (etwas überspitzt gesagt )fast eine gesamte Saison aus dem normalen Rennbetrieb ausgeschlossen wird, ohne das es wirklich was Handfestes gibt.
Und noch ein paar Worte an alle Verantwortlichen: BITTE STOPPT ENDLICH DIE HEXENJAGD, IHR MACHT BLOß den SPORT KAPUTT!
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Einladungen an 18 Mannschaften
Tour, Giro und Vuelta beerdigen ProTour
PARIS, 12.12.06 (rsn) - Die Organisatoren der drei großen Rundfahrten haben einen weiteren Schritt hin zur de facto-Auflösung der ProTour gemacht. Tour-, Giro- und Vuelta-Veranstalter erklärten am Dienstag, sie wollten künftig selbst entscheiden, wer an ihren Rennen teilnimmt.
Die drei großen Rundfahrten luden 18 Mannschaften ein für die nächsten Ausgaben in der Saison 2007. Auch für die anderen acht ProTour-Rennen, die die großen Organisatoren veranstalten (s.Kasten), darunter die großen Klassiker wie Mailand-San Remo und Paris-Roubaix, sollen diese Einladungen gelten, teilten die Organisatoren am Dienstag in einer Erklärung mit. "Die Teilnahme (der 18 Teams) ist fakultativ", hieß es in dem Statement. ASO (Tour de France), RCS (Giro) und Unipublic (Spanien-Rundfahrt) baten die eingeladenen Mannschaften bis zum 31.Dezember mitzuteilen, ob sie die Einladung annehmen.
Elf von 27 ProTour-Rennen gehören ASO, RCS und Unipublic: Dies sind Paris-Nizza, Tirreno-Adriatico, Mailan-San Remo, Paris-Roubaix, Wallonischer Pfeil, Lüttich- Bastogne- Lüttich, Giro, Tour de France, Vuelta, Paris-Tours, Lombardei-Rundfahrt
Nach dem ProTour-Reglement der UCI haben alle Mannschaften Startrecht und -pflicht für alle Rennen der Serie, die die großen Veranstalter jedoch seit Einführung der Reform ablehnten. In der Erklärung vom Dienstag betonten die großen Rundfahrten erneut, dass sie nicht "an dem geschlossenen System namens UCI ProTour" teilnehmen wollten. Neben den 18 aktuellen ProTour-Teams (über zwei Lizenzen ist noch keine Entscheidung gefallen) wollen die Veranstalter unabhängig voneinander weitere Mannschaften einladen. Bei den großen Rundfahrten im kommenden Jahr sollen maximal 22 Teams starten dürfen, ab dem Jahr darauf 20.
Die UCI hatte bisher die Weigerung der großen Rundfahrten, Teil der ProTour zu sein, praktisch ignoriert und einen ProTour-Kalender für 2007 veröffentlicht, in dem wie bisher alle Rennen von ASO, RCS und Unipublic stehen. UCI-Präsident McQuaid hatte zuletzt den Organisatoren gedroht, sie vor dem internationalen Sportschiedsgericht TAS zur Teilnahme an der ProTour zu zwingen. Die großen Rundfahrten hatten mit der Unterstützung u.a. der nationalen Radsportverbände Frankreichs, Spaniens, Italiens und Belgiens jüngst die Europäische Kommission um Hilfe gebeten, um die ProTour abzuschaffen.
"Wir sind nicht in der ProTour, das haben wir immer gesagt", stellte am Dienstag Tour de France-Chef Christian Prudhomme noch einmal die Haltung der ASO klar. 2007 sehen die großen Organisatoren als "Übergangsjahr". Um den Spitzenmannschaften, die ihre Planungen für die kommende Saison lange abgeschlossen haben, entgegenzukommen, luden die großen Rundfahrten alle 18 aktuellen ProTour-Teams (AG2R, Bouygues Telecom, Caisse d'Epargne, Cofidis, Crédit Agricole, Discovery Channel, Euskaltel, Française des Jeux, Gerolsteiner, Lampre, Liquigas, Predictor-Lotto, Quick Step, Rabobank, Saunier Duval, T-Mobile, CSC, Milram) ein. Astana um Vinokourov und T-Mobile-Abwanderer Andreas Klöden, das noch auf eine ProTour-Lizenz hofft, wäre demnach so oder so auf Einladungen angewiesen, um an den wichtigsten Rundfahrten und Klassikern teilzunehmen.
Neues Einladungssystem ab 2008
Ebenso wie die UCI ignorieren die großen Veranstalter ihren Widerpart und gaben bereits konkrete Schritte für 2008 bekannt. Ab übernächster Saison sollen 16 Mannschaften aufgrund der sportlichen Leistungen der zwei vorangegangenen Jahre automatisch eingeladen werden. Die genauen Kriterien wollen die großen Rundfahrten vor dem 1.März festlegen und bekanntgeben.
Betont wurde in dem offiziellen Statement der drei großen Rundfahrten, dass kein Rennfahrer oder Teamfunktionär akzeptiert würde, der "das Image des Rennens schädigen würde". Im aktuellen Zusammenhang bezieht sich dies natürlich vor allem auf die weiter schwelende spanische Dopingaffäre, in der es bisher noch keinerlei sportdisziplinarischen Konsequenzen gab und die meisten Verfahren ruhen. "Die 'Operacion Puerto' ist noch nicht vorbei. Vielleicht erfahren wir in den nächsten Wochen mehr. Wir werden dann dementsprechend reagieren", sagte Prudhomme |
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Ja, was sich schon ne Weile angekündigt hat ist jetzt wohl Wirklichkeit geworden, die Pro Tour muss vor den großen Radsportmächten, den Veranstaltern der großen Rennen und Rundfahrten, endgültig in die Knie gehen.
Desweiteren scheinen Prudhomme und Co nicht sonderlich vom jüngsten Ausraster der Teams beeindruckt zu sein. Der Verband der führenden Radsportteams wollte nämlich einen Rausschmiss des Discovery Teams aus der Pro Tour beantragen, weil diese den (zur Anmerkung von Dopingvorwürfen freigesprochenen) Superstar Ivan Basso verpflichtet haben.
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Attacken gegen Medien und Verbände
Ullrich wirft das Handtuch
HAMBURG, 26.02.07 (dpa) - Mit einer beispiellosen Generalabrechnung mit Verbänden, Funktionären und Medien hat Jan Ullrich einen Schlussstrich unter seine Radsport-Laufbahn gezogen. Acht Monate nach seiner Suspendierung unmittelbar vor der Frankreich- Rundfahrt brach der unter Dopingverdacht stehende Toursieger von 1997 sein Schweigen und wies die Anschuldigungen erneut zurück. «Ich habe in meiner Karriere nicht betrogen und niemanden geschädigt», betonte der 33-Jährige am Montag in Hamburg. "Ich beende heute meine aktive Karriere. Ich habe auf meine innere Stimme gehört", sagte Ullrich.
Nach seinem Sieg bei der Tour de France 1997 war Ullrich zum deutschen Sport-Idol der Qualität von Boris Becker oder Michael Schumacher aufgestiegen. Nun zieht er sich vom Leistungssport zurück, den er seit seiner Suspendierung am 30. Juni 2006 nicht mehr ausgeübt hatte.
Eine Überraschung war die Mitteilung seines Rücktritts, die Ullrich im Ballsaal II des Intercontinental-Hotels von Karteikarten las, nicht. Bei seinem letzten Auftritt vor großer Journalisten- Schar, seinen Entdeckern Peter Sager und Peter Becker und seiner Familie kam Ullrich noch einmal ins Schwitzen, nahm die Hürde aber ziemlich souverän und wirkte bei seinen Ausführungen («Gott weiß, das sind meine Gedanken») sogar zeitweise charmant.
Seine angeblichen Doping-Verwicklungen thematisierte er während des 45-Minuten-Auftritts nicht näher: «Wie es zum Tour-Ausschluss kam, weiß ich bis heute nicht. Es war der schwärzeste Tag meiner Karriere. Es gab eine beispiellose Vorverurteilung durch einen Teil der Presse und der Verbände». Die Suspendierung und spätere Kündigung durch T-Mobile nannte er «überzogen». Konkret attackierte er Verbands-Präsident Rudolf Scharping, den gegen ihn prozessierenden Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke («zerstreuter Professor»), «einige schwarze Schafe» der Presse sowie die UCI. «Der große Weltverband hat die Verantwortung, die Drecksarbeit auf die Landesverbände abgeschoben», sagte Ullrich. «Man konnte kein anderes Verhalten von Jan Ullrich erwarten wie jenes, das er heute bei seinem Auftritt gezeigt hat. Das ist Schadensbegrenzung», sagte Franke.
«Mit der Erklärung von heute hat er wohl auch die letzte Chance verpasst, für Aufklärung zu sorgen», sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach. Auch Scharping kritisierte den Auftritt, würdigte aber zugleich Ullrichs Verdienste: «Ein großes Talent, so große Möglichkeiten und Erfolge - das alles könnte ohne Schatten strahlen, wären da nicht mindestens das letzte Jahr, die schwerwiegenden Indizien und eine verwirrende Verzögerungstaktik. Das ist ein Schlusspunkt hinter einer sportlichen Karriere, der alle ein besseres Ende gewünscht hätten.»
Zuvor hatte Ullrich mit dem früheren Verteidigungsminister abgerechnet: «Er war einer der größten Schulterklopfer. Es ist wahnsinnig schlecht für den deutschen Radsport, wenn solche Leute ohne Leidenschaft und Liebe für den Sport bestimmen können, was läuft.» Scharping hatte von «dem großen Schaden» gesprochen, den Ullrich der Sportart zugefügt habe. «Wo war denn der deutsche Radsport vor zehn Jahren?», fragte Ullrich provozierend.
Nach seiner Erklärung verließ der Ex-Profi das Hotel an der Alster. Ohne Fragen zu beantworten, wurde er von seinem langjährigen Manager Wolfgang Strohband an 150 Journalisten und Kameraleuten vorbei hinaus eskortiert. Einen weiteren Auftritt hatte er am Abend in der ARD-Talkshow Beckmann (22.45 Uhr) - gegen Honorar. Auf seine Zukunft freue er sich: «Für mich fängt das Leben erst richtig an. Ich bin ein glücklicher, gesunder und hoffentlich auch junger Mann, der weiß, was er will.»
Ullrich wird sich künftig als «Berater, Werbeträger und Repräsentant» des österreichischen Zweitliga-Teams Volksbank verdingen. Dazu promotet er zwei Sportartikel-Firmen und kümmert sich um seine eigene Fahrrad-Produktion.
Dem einzigen deutschen Gewinner der Tour de France war wegen Doping-Verdachts von seinem T-Mobile-Team am 21. Juli 2006, zwei Tage vor Beginn der Tour, die er nicht mehr fahren durfte, fristlos gekündigt worden. Die Indizien waren erdrückend. Ullrich soll sich über Jahre bei dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes mit manipulierten Blutkonserven und diversen Doping-Mitteln eingedeckt haben. Durch die Abgabe einer Speichelprobe, die einen DNA-Abgleich mit dem Ullrich zugerechneten Blut aus dem Fuentes-Labor in Madrid ermöglicht, schien zuletzt Bewegung in die festgefahrenen Ermittlungen gegen den zweifachen Zeitfahr-Weltmeister gekommen zu sein, der 1995 seine Profilaufbahn bei Telekom begann.
Am Wochenende hatte der spanische Gerichtshof Grünes Licht gegeben für die Weitergabe der Blutbeutel. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ullrich wegen Betrugsverdacht zum Nachteil seines früheren Arbeitgebers T-Mobile. An seinem Wohnort droht ihm weiter ein Sportgerichtsverfahren des Schweizer Radsport-Verbandes Swiss Cycling wegen der Doping-Anschuldigungen.
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(www.radsportnews.com)
Es ist bekannt, ich bin kein Ullrich Fan. Dennoch, der Vorwurf er hätte dem deutschen Radsport geschadet ist der größte Schwachsinn den ich je gehört habe. Ohne Ullrich gäbs keinen deutschen Radsport, sicher Zabel war ein Weltsprinter, Voigt ein Weltkämpfer, aber Ullrich stand für das personifizierte große Ziel aller die mit dem Radsport beginnen: Die Tour zu gewinnen!
Ein großer Radheld tritt nun offiziell ab, da heißt es einfach nochmal schnell den Hut zu ziehen. Danke Jan für eine Menge spannende Etappen, elektrisierende Momente und großartige Duelle.
mfg Robert |
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Maestro
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Ich habe die PK gesehen und glaube nicht das er sich damit einen gefallen getan hat.
Dem Radsport geschadet hat er mit seinen Erfolgen nicht, aber seit der Tour 2006
kann man nicht unbedingt davon sprechen das er dem Radsport geholfen hat. Die PK
hätte er dazu nutzen sollen um Fakten zu präsentieren ...
MfG
Maestro |
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Robert
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| Maestro wrote: |
Ich habe die PK gesehen und glaube nicht das er sich damit einen gefallen getan hat.
Dem Radsport geschadet hat er mit seinen Erfolgen nicht, aber seit der Tour 2006
kann man nicht unbedingt davon sprechen das er dem Radsport geholfen hat. Die PK
hätte er dazu nutzen sollen um Fakten zu präsentieren ...
MfG
Maestro |
Was für Fakten? Dass er des Dopings schuldig war, ist inzwischen wohl ziemlich klar. Neues, was in eventuell entlasten könnte, hat er nicht mehr, sonst hätte er es sicher vorgebracht. Aber ganz ehrlich, was hat er sich zu Schulden kommen lassen außer dass er versucht hat der Beste zu sein!? Mit allen verfügbaren, NICHT nachweisebaren Mitteln. (Dass die Fuentesaffaire aufgeflogen ist war ja außschließlich Fuentes Arroganz zuzuschreiben)
Ich spar mir an dieser Stelle abwechslungsweise mal genauer auszuführen, warum Doping im Radsport standard ist (und leider sein muss), möcht mich nicht wiederholen.
Was ich persönlich interessant finde ist wie unterschiedlich man in den USA, Italien und Deutschland auf solche 'Skandale' reagiert. Die USA stand gänzlich hinter Armstrong trotz einer regelrechten Hexenjagd der französischen Presse (auch wenn da natürlich die Dopingverdächtigungen nie sooo extreme Ausmaße angenommen haben wie bei Ulle), Pantani und Basso genossen/genießen immer noch das italienische Vertrauen, und Ullrich wurde in Deutschland beinahe ausnahmslos zum Buhmann.
mfg Robert |
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Maestro
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Ich weiß nicht ob du die PK gesehen hast, aber die war einfach grausam. Und das er
schuldig ist gedopt zu haben steht ja nicht fest, er bestreitet es ja noch immer. Würde
er endlich sagen das er es getan hat, dann würden viele sicher anders denken, aber
was er da veranstaltet, dafür habe ich kein Verständnis.
MfG
Maestro |
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Robert
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| Maestro wrote: |
Ich weiß nicht ob du die PK gesehen hast, aber die war einfach grausam. Und das er
schuldig ist gedopt zu haben steht ja nicht fest, er bestreitet es ja noch immer. Würde
er endlich sagen das er es getan hat, dann würden viele sicher anders denken, aber
was er da veranstaltet, dafür habe ich kein Verständnis.
MfG
Maestro |
Nein, die Konferenz hab ich nicht gesehen, nur kurze Ausschnitte in ner Zusammenfassung. Indem er weiter bestreitet gedopt zu haben hält er weiter die Unschuldsvermutung in der Öffentlichkeit offen (auch wenn sie im Moment offensichtlich nicht gilt). Aber in 10 Jahren interessiert das keinen mehr, wenn man über Ulle und seine Erfolge redet. Wenn ers jetzt gesteht wird in 10 Jahren aber auf gleiche Stufe gestellt werden, dass er ein notorischer Doper war. Das lässt sich durch bestreiten verhindern, solang es ihm auf andere Weise nicht 100%ig nachgewiesen werden kann.
mfg Robert |
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Donald Lydecker
Tontechniker
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Da wär ich mir nicht so sicher, den Ruf das er gedopt hat den kriegt er nur dann weg wenn er das Gegenteil beweist, und daran ist er in nicht minderen Maße selber Schuld durch seine Taktik an die Sache ranzugehen das war verzögern untertauchen leugnen aber ohne Argumente für sich zu präsentieren das macht jeden unglaubwürdig. Für mich hat er gedopt bis er das Gegenteil belegen kann.
Und jetzt kommt etwas was ich wichtiger finde als das oben geschriebene, wenn er sich nicht reinwaschen kann weil er schuldig ist dann sollte er doch die Größe haben es zu gestehen sich zu entschuldigen und mithelfen es zu bekämpfen denn ob das nun Standard ist im Radsport das man dopt ist ja nichts was man noch zusätzlich dadurch begünstigen muss indem man es beschönigt oder die Wahrheit leugnet. Dann würde Ullrich für mich auch nicht als der Doper in Erinnerung bleiben sondern als jemand der einen Fehler gemacht hat ihn eingesehn hat und dafür eingetreten ist damit andere diesen nicht machen. Aber sich auf diese Art und Weise zu verabschieden und dann noch mit der Ankündigung im Jugendbereich aktiv sein zu wollen ist feige und niederträchtig. |
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