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Robert
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10.Cyclassics in Hamburg
Quick Step an der Waterkant
HAMBURG, 31.07.05 (rsn) - Die Hamburger "Cyclassics" mit ihrem sommerlichen hanseatischen Schmuddelwetter sind ein gutes Terrain für Italiener. Am Sonntag gewann bei der 10. Auflage des Rennens mit Fillipo Pozzato zum fünften Mal ein Fahrer aus der großen Radsport-Nation. Der 24-Jährige setzte sich nach 250,3km im Sprint einer 15-köpfigen Spitzengruppe vor seinem Landsmann und Quick Step-Teamkollegen Luca Paolini durch. Unter den Ausreißern, die sich bei der letzten Passage am Blankeneser Waseberg 15 km vor dem Ziel abgesetzt hatten, war auch ein gut aufgelegter Jan Ullrich, dem aber am Ende im Sprint die Spritzigkeit fehlte.
"Heute hat sich das Blatt mal zu meinen Gunsten gewendet. Mein Sieg gehört auch dem ganzen Team, insbesondere Paolini und Tankink", freute sich Pozzato nach dem 23.Sieg seiner Karriere. "Ich habe in den letzten Wochen hart trainiert, um in Topform zu kommen. Ich habe sogar etwas Höhentraining gemacht. Endlich beginnt sich die harte Arbeit auch mal auszuzahlen", sagte der Hamburg-Sieger, dessen Mannschaft am Sonntag ihren Ruf als eines der besten Klassiker-Teams untermauerte.
Pozzato und der zweiplatzierte Paolini, die nur Zentimeter trennte, umarmten sich nach dem Überqueren der Ziellinie herzlich in der Freude über den Doppelsieg. "Ich habe mich heute während des ganzen Rennens wirklich gut gefühlt. Pippo (Pozzato) und ich sind ein paralleles Rennen gefahren und haben uns auf die Unterstützung des Teams verlassen können, insbesondere auch auf Paolo Bettini", sagte Paolini. Der Olympiasieger stieg 10km vor Schluss aus. "Es ging besser, als ich dachte. Ohne den Regen wäre sicherlich noch mehr drin gewesen", so Bettini. Quick Steps-Jungstar Tom Boonen spielte am Sonntag keine Rolle. "Nach meinem Tourausstieg konnte ich mich nicht richtig vorbereiten. Und ohne Vorbereitung kann man bei einem schweren
Rennen wie heute nichts machen. Ich habe mich heute in den Dienst einer perfekten Mannschaft gestellt", sagte Boonen.
Beim deutschen ProTour-Heimspiel in Hamburg hatte die einheimische Prominenz mit der Entscheidung nichts zu tun. Weder T-Mobile noch Gerolsteiner waren auf dem Podium vertreten, weder Jan Ullrich noch Erik Zabel konnten eine Woche nach dem Ende der Tour de France den Quick Step-Doppelsieg verhindern. Ullrich hatte schon vor dem Schlussspurt resigniert. "Das war sehr hart heute mit dem Regen. Am Schluss waren meine Beine ein bisschen lahmarschig - schade fürs Team, dass keiner auf das Podest kam. Ich habe am Ende noch ein bisschen auf Erik (Zabel) gehofft, aber das hat ja leider nicht mehr geklappt", sagte Ullrich.
Mit Volksfesten an der Strecke, die erstmals nicht gen Osten nach Bergedorf, sondern nach Süden durch die Nordheide bis Buchholz und zurück führte, wurde die Durchfahrt des Pelotons mit dem deutschen Tour-Star in den einzelnen Orten gefeiert. Mehrere hunderttausend Zuschauer säumten die Straßen und jubelten den Fahrern zu.
Lange war das Hamburger Rennen, dessen ProTour-Status in Deutschland umstritten ist, von Jörg Ludewig aus Steinhagen geprägt worden. Der Profi vom italienischen Domina Vacanze-Team war nach 34 Kilometern ausgerissen und wurde zusammen mit dem Belgier Leif Hoste (Discovery) erst 19 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Der Italiener Danilo di Luca ging in Hamburg zwar leer aus, behauptete aber die Führung in der ProTour-Wertung, während Gerolsteiner-Star Davide Rebellin nach dem vierten Platz im Gesamtklassement der Serie wieder unter den ersten Sechs rangiert.
Ludewig, der im kommenden Jahr die Mannschaft wechseln wird empfahl sich noch einmal nachdrücklich bei allen potenziellen neuen Arbeitgebern und war zunächst allein davongefahren. Bei der ersten von vier Bergwertungen über den 600 Meter langen Waseberg hatten sich zwei weitere Fahrer zu ihm gesellt. Bei der zweiten Überquerung blieb nur noch Hoste als als Ludewig-Begleiter. Inzwischen hatte es begonnen, heftig zu regnen. Ziemlich spät hatten sich T-Mobile, Gerolsteiner und das Alessandro Petacchi-Team entschlossen, im Feld Tempo zu machen. Die beiden «Flüchtlinge» hatten 75 Kilometer vor dem Ziel noch fast 15 Minuten Vorsprung. Aber in der Folge verringerte sich der Abstand enorm schnell.
Weder Ullrich, der sich redlich mühte, für den das Profil des Rennens aber zu anspruchslos war, noch Zabel spielten eine Rolle. Der Tour-Dritte bestreitet am (morgigen) Montag noch ein Kriterium am Stadtrand Mannheims, dann beginnt er mit der Vorbereitung auf die am 15. August beginnende Deutschland-Rundfahrt. Dabei strebt Ullrich den Gesamtsieg an. Zabel, der in Hamburg 2001 siegte, will auf die Deutschland-Tour verzichten und sich bei der Spanien-Rundfahrt auf die Straßen-WM am 25. September in Madrid vorbereiten.
Das vorher gestartete Jedermann-Rennen, bei dem 20 000 Teilnehmer am Start waren, wurde von zahlreichen Stürzen überschattet. 40 Hobby- Fahrer mussten ins Krankenhaus gebracht werden, eine Hobbyfahrerin erlitt auf der Köhlbrandbrücke einen Herzinfakrt, ein Starter erlitt bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen.
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Ludwig findet keinen "Knaller"
T-Mobile wird zum Ullrich-Team
HAMBURG, 01.08.05 (dpa) - Die Opposition geht - T-Mobile wird immer mehr zum Jan Ullrich-Team. Mit dem alt gedienten Erik Zabel sucht der zweitgrößte Fan-Magnet und Image-Träger, der als Gegenentwurf zu Ullrich das ganze Jahr professionelle Präsenz zeigt, das Weite. In diesem Jahr musste der 35-jährige Berliner zum ersten Mal nach 12 Jahren auf die Tour de France verzichten, um die Kreise des Kapitäns nicht zu stören. Daraus zog Zabel die Konsequenz und heuerte im Ausland an - genau wie Alexander Vinokourov, der bei der Tour trotz seiner Freundschaft zu Ullrich offen eigene Interessen vertrat. In Zukunft will er als Kapitän von Liberty Seguros in Spanien selbst auf den Toursieg zusteuern.
Dazu geht zum Saisonende Team-Manager Walter Godefroot in Rente, der als einziger öffentliche Kritik an Ullrich nicht scheute. Mit seinem Abgang dürfte Ullrich-Intimus Rudy Pevenage, der unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung mit T-Mobile steht, wieder an Einfluss im Team gewinnen. Das Feld scheint also bestellt für den 31-jährigen Rostocker, der auch ohne Lance Armstrong weiter versuchen wird, seinen großen sportlichen Traum vom zweiten Toursieg doch noch zu verwirklichen. Je nach Standpunkt könnte die neue Politik im Team als fast fahrlässige Einseitigkeit oder Konzentration der Kräfte gewertet werden.
Zabel nahm am Sonntag in Hamburg nach 13 Jahren und 192 Profisiegen im Magenta-Trikot öffentlich Abschied von T-Mobile. Seinen neuen Arbeitgeber nannte er noch nicht. Wahrscheinlich fährt Zabel die letzten drei Jahre seiner Karriere an der Seite des italienischen Super-Sprinters Alessandro Petacchi bei Domina Vacanze. Sein neues Team habe ihm die Tour-Start-Garantie zugesichert, erklärte Zabel, der keinen Zusammenhang zwischen seiner Enttäuschung und dem Teamwechsel hergestellt wissen wollte: «Der neue Vertrag und die diesjährige Nicht-Nominierung sollten nicht miteinander verknüpft werden», sagte Zabel, der das Verlängerungs-Angebot der Bonner ausschlug, wahrscheinlich auch, weil es seiner Meinung nach zu gering dotiert ausfiel.
Der neue Manager Olaf Ludwig ist in einer Zwickmühle. Er muss die Ansprüche Ullrichs sichern, gleichzeitig in die Zukunft investieren für die Zeit nach dem Karriere-Ende des Toursiegers von 1997, und er muss möglichst noch Ersatz für die prominenten Abgänger besorgen. Das für Zabel und Vinokourov gesparte Geld - zusammen geschätzte drei Millionen pro Jahr - könnte laut Ludwig reinvestiert werden. Aber der Markt ist fast leer. «Wir sind noch dran an neuen Leuten, aber ein 'Knaller' wird wohl nicht dabei sein», sagte der einstige Zabel- Lehrmeister Ludwig, der die Geschäfte von Godefroot übernommen hat.
Die bisher verpflichteten, namhaften Neulinge können sich sehen lassen. Aber der zweifache Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers (Australien) und Deutschland-Tour-Gewinner Patrik Sinkewitz aus Fulda sind in erster Linie der Rundfahrer-Fraktion gutzuschreiben und damit wohl nicht mehr als Ullrich-Helfer. Für die wichtigen, klassischen Ein-Tages-Rennen im Frühjahr bleiben zwar die bewährten Andreas Klier und Steffen Wesemann die Trumpfkarten. Aber die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, dass das bisher mit rund 12 Millionen Euro pro Saison gesponserte Team ab 2006 von der großen Öffentlichkeit nur noch im Tour-Monat Juli und davor durch die Meldungen über Ullrichs Formzustand wahr genommen werden könnte.
Im Zabel-Sog könnte auch Rolf Aldag T-Mobile verlassen und seinem Freund folgen. «Ich habe noch nirgends unterschrieben und mehrere Optionen. In dieser Woche wird sich entscheiden, ob ich bleibe, woanders hingehe oder meine Karriere zum 31. Dezember beende», sagte Aldag am Montag.
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Große Rundfahrten und die ProTour
Der Eiertanz geht weiter
PARIS, 02.08.05 (rsn) - Die Organisatoren der drei großen Rundfahrten (Tour, Giro. Vuelta) stehen der ProTour weiterhin ablehnend gegenüber. Jetzt legten die mächtigen Veranstalter der UCI eine Liste von Vorschlägen vor. Danach wollen Tour und Co. auch künftig nicht formell der Serie angehören, ihnen schwebt ein Sonderstatus vor.
Der Eiertanz der drei großen Rundfahrten um die Zugehörigkeit zur ProTour geht nun schon in das zweite Jahr. Rein praktisch gesehen zählen Tour, Giro und Vuelta sowie auch die anderen großen Rennen, die deren Veranstalter gehören (Mailand-San Remo, Paris-Nizza, Lüttich, Paris-Roubaix etc.), natürlich zur ProTour. Die Veranstalter haben sich bereiterklärt, die 20 ProTour-Teams einzuladen. In der Punktewertung der Serie genießt die Tour de France die größte Bedeutung (wenngleich sich deren Protagonisten überhaupt nicht um die Wertung scheren). Aber formal sind Tour, Giro und Vuelta eben gerade nicht ProTour-Rennen. Und das dürfte vorerst so bleiben.
In der vergangenen Woche gab es zwei Treffen der Spitzenvertreter der Hauptbeteiligten. Am letzten Freitag traf sich in Paris UCI-Präsident Hein Verbruggen mit Martin Desprez, der rechten Hand von Philippe Amaury, dem Eigner der gleichnamigen Organisation, der die Tour de France gehört, und Patrice Clerc, dem Präsidenten der Amaury Sport Organisation (ASO). Gesucht wird nach einem Ausweg aus dem Streit, der im letzten Jahr begann, als sich ASO, Giro-Veranstalterin RCS und Vuelta-Organisation Unipublic weigerten, der ProTour beizutreten. Die ProTour-Debütsaison wurde später nur durch einen Minimalkonsens gerettet. Der merkwürdige Status Quo könnte nun einen Namen bekommen.
"Assoziierte Organisatoren"
Der Vorschlag der Organisatoren sieht nun vor, dass es auch künftig "nur einen Elite-Kalender gibt. Der Name dieses Kalender wird 'UCI ProTour' sein. Dieser Kalender umfasst die Rennen der lizensierten Organisatoren (nach dem 2004 etablierten Statut) und assoziierten Organisatoren", heiß es in dem Vorschlag der ASO an die UCI. Als organisateur associé wollen sich die drei großen Rundfahrten auch künftig bereiterklären, allen 20 ProTour-Teams Startrecht zu gewähren. Die Teams wiederum hätten auch eine Startverpflichtung, was vor allem Giro und Vuelta betrifft, da sowieso kein Team eine Einladung zur Tour ausschlägt.
In einem offiziellen Statement hieß es, ASO, RSC und Unipublic wollten mit der UCI "und allen in der Familie des Radsports" weiterarbeiten an den Reformen. Die Organisatoren sind insbesondere für eine Reduzierung der ProTour-Teams von derzeit 20 auf 18. Einen Beitritt zur ProTour noch in diesem Jahr schloss man nicht aus, wenn man zu einer einvernehmlichen Lösung käme. Doch bisher waren beide Seiten wenig kompromissbereit.
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Benelux-Rundfahrt
"Alles wieder normal" bei Van Heeswijk
MIERLO, 04.08.05 (rsn) - Der Holländer Max Van Heeswijk (Discovery Channel) gewann am Donnerstag im Massensprint die erste Etappe der neuen Benelux-Rundfahrt über 189,4 Kilometer zwischen dem belgischen Geel und Mierlo in den Niederlanden. Der 32-Jährige, der im letzten Jahr bei den ersten beiden Etappen der Holland- Rundfahrt, aus der die Tour hervorging, erfolgreich war, setzte sich durch vor dem Italiener Marco Zanotti (Liquigas) und seinem Landsmann Steven de Jongh (Rabobank). T-Mobile-Sprinter Erik Zabel konnte die gute Vorarbeit seines Teams nicht krönen und kam auf Platz 5. An der Spitze des Gesamtklassements löste Van Heeswijk den belgischen Prologsieger Rik Verbrugghe ab.
Für den Holländer Van Heeswijk war es in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Heimsieg: Das Rennen zwischen Belgien und den Niederlanden führte durch die flämische Gemeine Weelde, wo Van Heeswijk zuhause ist. Im Zielsprint gewann er unter den Augen seines kleinen Sohns, der seinen sechsten Geburtstag feierte. "Endlich!", rief Van Heeswijk nach seinem ersten Saisonsieg. Das Jahr hatte für den Sprint-Routinier turbulent begonnen mit familiären Problemen, die inzwischen bereinigt sind. "Alles ist wieder normal", meinte Van Heeswijk, der bei Gent-Wevelgem im Frühjahr nach wenigen Kilometern weinend vom Rad gestiegen war.
Das flache Teilstück am Donnerstag zwischen Geel und Mierlo war durch einige vergebliche Attacken geprägt worden. Der Kolumbianer Victor Hugo Pena versuchte es gleich nach dem Start, kam aber nicht weg. Auch die Ausreißversuche von einer Gruppe um Erik Dekker und die des Belgiers Jurgen van den Broeck waren nicht erfolgreich. Die Etappe endete im Massensprint. Am Freitag folgt ein weiteres sprinterfreundliches Flachteilstück über 178km zwischen Geldrop und Sittard/Geleen in den südlichen Niederlanden.
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(www.radsportnews.com)
Naja, zumindest einen guten Sprinter gibt es ja im Armstrong-, oops, meinte natürlich Discoveryteam!
mfg Robert
PS: Jörg Ludewig wechselt übrigens anfang der nächsten Saison zu T-Mobile, nachdem er noch vor wenigen Tagen öffentlich über deren Teampolitik geschimpft hatte.  |
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T-Mobile klärt weitere Personalien
Kessler wird gehen müssen
BERLIN, 10.08.05 (dpa) - Der Radsport befindet sich nicht nur durch den Rücktritt von Lance Armstrong weltweit im Umbruch. Bei den beiden größten deutschen Rennställen dreht sich das Personal-Karussell in rasantem Tempo. Der neue T-Mobile-Manager Olaf Ludwig arbeitet mit Hochdruck am Umbau seines Teams. Mindestens auf zehn Positionen wird es in der Saison 2006 Veränderungen geben. Auch die Konkurrenz vor der Haustür, Gerolsteiner, steht längst in den Startlöchern.
«Wir haben zwei, drei Plätze, die neu besetzt werden. Dazu gehört nicht Matthias Kessler von T-Mobile. Dieses Thema ist nicht heiß». Das sagte Team-Manager Hans-Michael Holczer fünf Tage vor dem Start der Deutschland-Tour am kommenden Montag in Altenburg, bei der die einheimischen Stars gegen namhafte ausländische Konkurrenz zur Leistungs-Schau antreten.
Kessler, seit Jahren wertvoller Edel-Helfer der T-Mobile-Prominenz um Jan Ullrich und Alexander Vinokourov, steht im Moment ein wenig im Abseits. Ludwig überlegt, ob er dem 26-jährigen Nürnberger ein neues Angebot unterbreiten soll. Das erste hatte der Profi zu Beginn der Tour de France abgelehnt. Andere Personalien sind beim deutschen Branchenführer geklärt. Vinokourov geht zu Liberty Seguros nach Spanien, Zabel mit Jan Schaffrath (Berlin) wahrscheinlich zu Domina Vacanze nach Italien. Tomas Konecny (Tschechien) und der Russe Sergej Iwanow erhalten laut Ludwig keine Vertragsverlängerung. Und der fast 37-jährige Rolf Aldag (Ahlen), den Ludwig gerne halten würde, steht vor dem Karriereende.
Als Zugänge verbuchten die Bonner bisher Deutschland-Tour-Gewinner Patrik Sinkewitz (Fulda), den zweifachen Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers (Australien), Thomas Ziegler (Erfurt) und Jörg Ludewig (Steinhagen). In der vorigen Woche unterschrieb Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage seinen Vertrag für 2006, der keine weiterreichenden Kompetenzen im Team vorsehe. «Ich bin kein Sportlicher Leiter und werde deshalb wie bisher nicht im Begleitwagen sitzen. Wir wollen probieren, dass die Zusammenarbeit zwischen Management, Teamleitung und mir noch besser klappt, um Jan die optimale Unterstützung zu bieten, 2006 die Tour zu gewinnen», sagte Pevenage, der sich mehr ausgerechnet hatte, bevor sich sein Intimfeind Walter Godefroot zur Ruhe setzen wird.
Ludwig arbeitet an weiteren Verpflichtungen und widersprach Mutmaßungen, dass der Etat von geschätzten 12 Millionen Euro pro Saison schrumpfen würde: «Ich habe das gleiche Budget wie Godefroot». Dem 62-jährigen Ludwig-Vorgänger, der am Jahresende in Rente geht, hatte T-Mobile das weitere Engagement für das Team bis 2008 zugesichert. Auf diese Verpflichtung kann sich natürlich auch Ludwig berufen, nur schien bisher unklar, in welchen finanziellen Umfängen. «Wir legen unser Hauptaugenmerk weiter auf die Klassiker und die Tour und arbeiten gleichzeitig an einer gewissen Verjüngung», erläuterte Ludwig seine Philosophie als neuer Chef. «Wir müssen als ProTour-Team 25 Fahrer unter Vertrag haben, können aber 28 anstellen. In diesem Jahr waren es 27. In diesem Rahmen wird sich unser Team 2006 bewegen», kündigte der Ex-Profi an.
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Hartnäckige Rückenverletzung
Weltmeister Freires WM-Start sehr fraglich
BERLIN, 09.08.05 (rsn) - Der Spanier Oscar Freire, der letztes Jahr zum dritten Mal das Regenbogentrikot errang, hat kaum noch Hoffnung auf einen Start bei der WM in Madrid am 25.September aufgrund einer Rückenverletzung, wegen der er seit Monaten nicht richtig trainieren kann.
In der spanischen Presse war am Dienstag berichtet worden, dass Freire, der in Form zu den großen Favoriten auf dem sprinterfreundlichen Kurs in Madrid gehören würde, seinen WM-Start bereits abgeschrieben habe. "Es hat keinen Zweck, ich kann immer noch nicht trainieren", wurde er in der Sportzeitung AS zitiert. Bei seinem Rabobank-Team wollte man das am Dienstag zunächst nicht bestätigen. Theo de Rooij, der Manager des nierderländischen Rennstalls, sagte: "Was in Spanien berichtet wird, ist reine Spekulation." Freire reiste am Dienstag nach Holland, wo er sich weiteren Untersuchungen unterzieht. "Wir warten die Testergebnisse ab und werden erst danach eine Entscheidung verkünden. Für uns ist er noch nicht aus der WM draußen", sagte de Rooij am Dienstag.
Der WM-Start des dreifachen Weltmeisters ist dennoch sehr gefährdet. Freire leidet unter starken Rückenschmerzen. "Das Problem ist im inneren des Knochens. Das ist eine sehr empfindliche Stelle, wo viele Nervenenden und Sehnen zusammenlaufen. Wenn ich mein Gewicht auf den Sattel bringe, ist es sehr unangenehm", sagt Freire. Die Karriere des 29-jährigen Kantabrier war in den letzten Jahren oft von Verletzungen durchzogen. Nach einem starken Frühjahr stellte sich auch in diesem Jahr wieder Verletzungspech bei ihm ein. Im Juni musst er die Tour de Suisse aufgeben. Danach unterzog er sich einer Operation am Rücken. Seitdem hat Freire kein Rennen mehr bestritten.
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Deutschland-Rundfahrt ab Montag
Ullrich: "Dieser Sieg fehlt mir noch"
BERLIN, 12.08.05 (dpa) - Jan Ullrich will ein Tour-Trostpflaster, Patrik Sinkewitz die Bestätigung für seinen Vorjahressieg: Die Deutschland-Rundfahrt, die am Montag im thüringischen Altenburg beginnt und am 23. August nach 1530 Kilometern in Bonn endet, bietet allerdings mehr als dieses Duell. Auf heimischer Bühne wollen mehr Nachrücker als nur Sinkewitz gegen die einheimischen Platzhirsche Ullrich, den mit bisher zehn Saisonsiegen erfolgreichsten deutschen Radprofi Jens Voigt und Jörg Jaksche aufmucken. Auch der kurzzeitige Träger des Bergtrikots bei der Tour, Fabian Wegmann, und vor allem Landwirts- Sohn Markus Fothen, überraschend 12. des Giro d'Italia, wollen das Rampenlicht nutzen. Auch wenn deren Team-Manager Hans-Michael Holczer von Gerolsteiner zu bedenken gibt: «An die 'Alten' werden sie noch nicht herankommen.»
Drei Fragen an Jens Voigt
Tut der Ausstieg bei der Tour de France noch weh?
Jens Voigt: «Nein. Nach meinem Ausscheiden in der Tour war ich zuerst völlig kaputt. Ich habe mich elend und kraftlos gefühlt. Aber das ist schon wieder Jahrhunderte her. Ich bin jetzt wieder richtig fit und habe keinerlei Beschwerden.»
Im Vorjahr wurden Sie bei der Deutschland-Tour Zweiter. Was haben Sie sich in diesem Jahr vorgenommen?
Voigt: «Es gibt zwei Bergankünfte, da wird es für mich sehr schwer, die Deutschland-Tour wieder auf dem Podium zu beenden. Ich habe drei mögliche Strategien. Vielleicht konzentriere ich mich auf einen Etappensieg. Denn für mich ist es ein Extra-Kick, vor den eigenen Fans zu fahren. Aber alle deutschen Fahrer sind top motiviert. Es ist schließlich unser Rennen zu Hause.»
Wen sehen Sie als Favoriten?
Voigt: «Jan Ullrich ist gut in Form und wird sich einiges vorgenommen haben. Aus unserem Team kann Bobby Julich ganz vorne landen. Aber die Deutschland-Tour ist jetzt ein ProTour-Rennen, da kommen einige Fahrer für den Gesamtsieg in Frage.»
«Die Deutschland-Tour und der Giro d'Italia fehlen mir noch in meiner Sammlung an Rundfahrt-Siegen», sagte Ullrich, der nach Platz drei bei der Tour de France den Erfolg auf heimischem Terrain fest im Visier hat. Nach einer Reihe von Kriterien bereitete er sich zu Hause in der Schweiz auf die von Jahr zu Jahr anspruchsvoller werdende Rundfahrt vor. Seine Tour-Form sollte ihm helfen, auch die größte Schwierigkeit, den 2684 Meter hohen Rettenbachferner in Sölden/Österreich auf der 4. Etappe wegzustecken. Ullrich: «Vor allem dort und beim Zeitfahren in Weinheim fällt die Entscheidung.»
«Das ist der schlimmste Pass, den ich je gefahren bin. Da kommen sämtliche Steigungen der Tour nicht mit», sagte Vorjahressieger Sinkewitz, der Ullrich kräftig zusetzen will, bevor er ihm ab 1. Januar 2006 als neuer Team-Kollege untersteht. «Ich bin besser drauf als bei meinem diesjährigen Tour-Debüt», meinte Sinkewitz, der sich mit Teamchef Patrick Lefèvere überworfen hat und seine belgische Mannschaft Quick-Step Richtung T-Mobile im Groll verlässt.
Aber der 21. von 27 ProTour-Terminen ist alles andere als eine rein deutsche Angelegenheit. Vor allem der zweifache Tour- Etappengewinner Alexander Vinokourov, vor seinem Abgang zu Liberty Seguros nach Spanien ein letztes Mal an Ullrichs Seite, der ProTour- Spitzenreiter Danilo di Luca aus Italien, der Tour-Sechste Levi Leipheimer (USA) und Tour-Etappensieger Georg Totschnig (Österreich) wollen im Kampf um den Gesamtsieg ein gewichtiges Wörtchen mitreden.
Für T-Mobile ist die vom Mai in den August verlegte Rundfahrt von hohem Prestige-Wert. Ullrich hat mit seinem Erfolg beim Zeitfahren der Tour de Suisse erst einen hochkarätigen Saisonsieg vorzuweisen und nähert sich bereits dem Ende seiner diesjährigen Schaffenskraft. Wegen des sprinterfreundlichen WM-Kurses in Madrid wird er auf die Titelkämpfe am 25. September wohl verzichten. Die neun Etappen zwischen Altenburg und Bonn werden wie in Frankreich auch noch einmal die Freundschaft zwischen Ullrich und Vinokourov auf den Prüfstand stellen. Der Olympia-Zweite von Sydney weiß, wie man die Deutschland- Tour gewinnt: Vinokourov holte 2001 das Weiße Trikot und hätte sicher gegen eine Wiederholung nichts einzuwenden.
Der Etappenplan der Deutschland-Rundfahrt
Montag, 15. August: 1. Etappe: Altenburg - Plauen (170 km)
Dienstag, 16. August: 2. Etappe: Pegnitz - Bodenmais (180 km)
Mittwoch, 17. August, 3. Etappe: Bodenmais - Kufstein (232 km)
Donnerstag, 18. August: 4. Etappe: Kufstein - Sölden (175 km)
Freitag, 19. August: 5. Etappe: Sölden - Friedrichshafen (215 km)
Samstag, 20. August: 6. Etappe: Friedrichshafen - Singen (175 km)
Sonntag, 21. August: 7. Etappe: Singen - Feldberg (173 km)
Montag, 22. August: 8. Etappe: Ludwigshafen - Weinheim (30 km/Zeitfahren)
Dienstag, 9. Etappe: 9. Etappe: Bad Kreuznach - Bonn (170 km)
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(www.radsportnews.com)
Einfach nur cool! Der diesjährige Höhepunkt der Deutschlandrundfahrt in Österreich! Noch dazu am Rettenbachferner in Sölden! Ein absolutes Radsporthighlit Österreichs! Mit seinen durchgehenden über 10% Steigung wird er wohl DIE Prüfung für Ullrich und Co während der diesjährigen Rundfahrt. Weiß gar nicht, warum Sinkewitz den Pass als 'die Hölle' bezeichnet , mein Cousin schwärmt geradezu das ganze Jahr von diesem Berg!
mfg Robert |
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Cunego startet in San Sebastian
MAILAND, 11.08.05 (rsn) - Der Italiener Damiano Cunego, letztes Jahr Sieger beim Giro d'Italia und der Lombardei-Rundfahrt, wird am Samstag am Start sein bei der baskischen Clasica San Sebastian, die zur ProTour-Seire zählt. Der 23-Jährige war beim letzten Giro durch eine Viruserkrankung geschwächt, wegen der er auch sein geplantes Tour de France-Debüt absagen musste. Anfang Juli kehrte er bei der lombardischen Brixia-Tour ins Renngeschehen zurück. "Damiano ist bei seinen letzten Rennen wirklich gut gefahren und wir haben große Hoffnungen für seine nächsten Starts", sagte Lampre-Sportdirektor Giuseppe Martinelli am Donnerstag.
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(www.radsportnews.com)
Endlich ist der Wunderknabe wieder back! Ich freue mich schon auf seinen Auftritt in San Sebastian. Der 'Kleine' ist ja immer für ne Überraschung (wenn man das überhaupt so nennen kann) gut.
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Jungstar laboriert an Knieverletzung
Valverde nicht zur Vuelta
MADRID, 12.08.05 (rsn) - Der spanische Jungstar Alejandro Valverde, der die Tour de France wegen einer Knieverletzung vorzeitig aufgeben musste, steht nicht im Aufgebot seines Illes Balears-Team für die Spanien-Rundfahrt (27.August- 17.September).
Die Madrider Sportzeitung Marca berichtete am Donnerstagabend, Valverde laboriere noch immer an der Knieverletzung. Aus diesem Grunde könne er nicht die Vuelta bestreiten. Der 25-Jährige, der in Spanien bereits als Nachfolger von Miguel Indurain gefeiert wird, wäre in Form einer der Favoriten gewesen. 2003 war Valverde bereits Dritter der Spanien-Rundfahrt, letztes Jahr trotz eines Sturzes noch Vierter.
Valverde verletzte sich, als er beim Teamzeitfahren in der ersten Tourwoche sich das Knie an seinem eigenen Lenker stieß. Die Schmerzen nahmen im Laufe des Rennens immer mehr zu, bis er schließlich bei der 13. Etappe das Handtuch warf. Zwei Tage vorher hatte er die schwere Alpenetappe in Courchevel gewonnen.
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Auf ne gute Nachricht folgt gleich ne schlechte, wie es scheint!
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Deutschland-Tour mit Handicap
Krankenakte Ullrich wird dicker
ALTENBURG, 15.08.05 (dpa) - Die Krankenakte Jan Ullrich wird immer dicker. Eine gerade erst abgeklungene Erkältung mindert die Chancen des T- Mobile-Kapitäns bei der Deutschland-Tour und damit auf den ersten großen Sieg des Jahres 2005 bei seinem letzten Rundfahrt-Start in diesem Jahr. Schnupfen und Husten, wenigstens ohne Fieber, aber unter Einsatz von Antibiotika haben seine Vorbereitung auf den zweiten Saisonhöhepunkte nach Rang drei bei der Tour de France behindert.
«Ich konnte dadurch weniger trainieren, aber ich gehe voll rein und kämpfe um den Sieg», versprach Ullrich vor dem Start der anspruchsvollen Neun-Etappen-Fahrt über insgesamt 1520 Kilometer von Altenburg/Thüringen bis Bonn. Leichter Nieselregen und Temperaturen um 15 Grad hatten Ullrichs Laune am Start in Altenburg am Montag nicht unbedingt verbessert.
Seit drei Jahren begleiten ihn bei wichtigen Starts gesundheitliche Probleme oder Sturzfolgen machen ihm zu schaffen. Unmittelbar vor dem Tour-de-France-Start in diesem Jahr verletzte er sich durch einen Sturz durch die Heckscheibe seines Begleitwagens am Hals. Danach kam er im Rennen zu Fall und zog sich eine schmerzhafte Rippenprellung zu, die inzwischen abgeklungen ist.
Wegen einer Magen-Darm-Infektion hatte Ullrich die vergangene WM in Italien absagen müssen, bei den Olympischen Spielen in Athen plagten ihn im Zeitfahren Sitzprobleme. Die Tour de France 2004 hatte der 31-Jährige ebenfalls mit einer schweren Erkältung in Angriff nehmen müssen, bei der Tour davor verhinderte eine Medikamenten- Vergiftung womöglich den zweiten Sieg nach 1997.
Aber Ullrich will sich auch diesmal durchkämpfen, auch wenn es wieder nicht zum Sieg reichen sollte. Denn die Konkurrenz ist groß und die Anforderungen drei Wochen nach der großen Tour enorm. Auf der 4. Etappe am Donnerstag von Kufstein nach Sölden liegt die Bergankunft auf dem Rettenbachferner auf 2687 Metern - so hoch wie bei keiner anderen Rundfahrt. «Ich kenne den Berg nur vom Skifahren. Ich bin ihn ein paar Mal mit dem Auto hoch gefahren. Mit dem Rad noch nie», sagte Ullrich, der bei der Frankreich-Rundfahrt im Hochgebirge im Vergleich zur Elite um Lance Armstrong und Ivan Basso leichte Schwächen erkennen ließ. Beide fehlen bei der Deutschland-Tour.
Ullrichs ehemaliger Team-Kollege Jörg Jaksche (Ansbach), der neben Vorjahressieger Patrik Sinkewitz (Fulda), Bobby Julich (USA) und Georg Totschnig (Österreich) zu seinen wahrscheinlich größten Herausforderern zählt, hat den steilen Pass in Tirol im Training bezwungen: «Ich bin 52 Minuten hoch gefahren und 8 Minuten runter.»
T-Mobile und Ullrich wären an einem Prestige trächtigen Sieg in dem so wichtigen Heimspiel sehr interessiert. Zumal der Kapitän in dieser Saison kaum noch viele Gelegenheiten zum Glänzen erhalten wird. Die Meisterschaft von Zürich am 2. Oktober habe er sich noch vorgenommen. Zu einem möglichen Weltmeisterschafts-Start sei es noch zu früh etwas zu sagen, meinte Ullrich. Sein Manager Wolfgang Strohband hat schon signalisiert, dass ein Start auf dem für Sprinter freundlichen Kurs in Madrid am 25. September wohl keinen Sinn macht.
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Deutschland-Rundfahrt
Tankink als Ausreißer
PLAUEN, 15.08.05 (rsn) - Der Niederländer Bram Tankink (Quick Step) gewann am Montag als Solist die 1. Etappe der Deutschland-Rundfahrt über 164,2 Kilometer von Altenburg nach Plauen. Der 26-Jährige, der auch das erste Gelbe Trikot überstreifte, hatte sich 15 Kilometer vor dem Ziel von seinen beiden Mitausreißern José Cobo (Spanien) und Bernhard Eisel (Österreich) abgesetzt und feierte seinen ersten großen Profisieg. Der durch eine Erkältung geschwächte Jan Ullrich und die anderen Favoriten auf den Gesamtsieg erreichten das Ziel bei Regen und wenig sommerlichen Temperaturen um 15 Grad mit mehr als vier Minuten Rückstand.
Ullrich hofft auf besseres Wetter
Nach dem ersten Zwischensprint nach 23km waren Tankink, Eisel (FdJeux) und Cobo (Saunier Duval) dem Feld davongefahren. Das Trio harmonierte gut, während im Peloton zunächst kein Team richtig Tempo machte. Der Vorsprung wuchs schnell an bis auf 7:30 Minuten. Dies rief T-Mobile und Gerolsteiner auf den Plan, die mit Nachführarbeit begannen. Trotzdem gerieten die Ausreißer nie in Gefahr, gestellt zu werden. 16km vor Schluss attackierte Tankink, der es nicht auf einen Sprint mit dem schnellen Eisel ankommen lassen wollte.
Rund zehn Kilometer vor dem Ziel war der 26-jährige Tagessieger in einer Kurve weggerutscht. Blitzschnell saß er jedoch wieder im Sattel und konnte seinen Vorsprung danach sogar noch ausbauen. Das Hauptfeld mit allen Favoriten rollte 4:15 Minuten hinter Tankink über die Ziellinie. Der Niederländer, der sich auch das erste Gelbe Trikot und die Führung in der Bergwertung holte, feierte damit seinen ersten Profisieg. Den Sprint des Hauptfeldes um Platz 4 gewann der Franzose Sébastien Hinault.
Die Kandidaten für den Gesamtsieg am 23. August in Bonn wurden bei Herbsttemperaturen im Hochsommer zeitgleich registriert: Neben Ullrich der ambitionierte Vorjahressieger Patrik Sinkewitz (Fulda/Quick Step), im nächsten Jahr Ullrichs Team-Kollege, der Amerikaner Bobby Julich (CSC), gerade Gewinner der Benelux-Rundfahrt, der Ansbacher Jörg Jaksche (Liberty), Alexander Vinokourov (Kasachstan/T-Mobile) und der Österreicher Georg Totschnig vom Team Gerolsteiner. «Ich hoffe, ich kann noch von meiner guten Form der Tour de France profitieren. Die Entscheidung fällt am Donnerstag auf der schwersten Etappe bei der Zielankunft in Sölden», sagte der in spanischen Diensten fahrende Jaksche.
Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad, zum Teil Dauerregen: Alles andere als optimale Bedingungen für einen wie Ullrich, der eine Erkältung nahezu auskuriert hat. «Die Frage ist, wie er die Folgen seiner erneuten Erkrankung, die ihn am vergangenen Mittwoch zu einem Trainings-Stopp zwang, wegsteckt. Da wäre jetzt schönes Wetter natürlich Gold wert», meinte Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage, der diesen und dessen Team-Kollegen Tobias Steinhauser zum Deutschland- Tour-Training in die Schweizer Alpen begleitet hatte. Der T-Mobile- Kapitän versuchte sich, mit Spezialkleidung dick verpackt vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen.
Die Witterungsbedingungen mit seifenglattem Straßen-Belag auf dem welligen Streckenprofil mit zwei Steigungen der 3. Kategorie sorgten auch für frühe Ausfälle. Der Schweizer David Loosli stürzte schwer und schied ebenso aus wie vor ihm der Norweger Kurt-Asle Arvesen aus der CSC-Mannschaft.
«Da es das Profil der Rundfahrt vor allem am Donnerstag auf der Königsetappe nach Sölden und am Sonntag auf dem Feldberg noch in sich hat, dürfte der herausgefahrene Vorsprung der drei noch keine große Bedeutung haben. Die Entscheidung fällt erst später», sagte Hans- Michael Holczer, Manager des Gerolsteiner-Teams, das zusammen mit der T-Mobile-Mannschaft lange die Verfolgungsarbeit des Hauptfeldes organisierte.
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Deutschland-Rundfahrt
Filippo Pozzato schnappt Jaksche den Sieg weg
BODENMAIS, 16.08.05 (rsn) - Der Italiener Filippo Pozzato gewann am Dienstag die 2. Etappe der Deutschland-Rundfahrt über 199,3 Kilometer von Pegnitz nach Bodenmais im Bayrischen Wald. Der 24 Jahre alte Quick Step-Profi, der vor 14 Tagen auch das ProTour-Rennen in Hamburg gewonnen hatte, setzte sich in einer Millimeter-Entscheidung vor dem Franken Jörg Jaksche (Liberty) durch und holte den zweiten Tagessieg für seine Mannschaft. Die Favoriten auf den Gesamtsieg lieferten sich bei Nieselregen auf den ersten Steigungen der Tour ein erstes Scharmützel. Trotzdem konnte der niederländische Auftaktsieger Bram Tankink das Gelbe Trikot des Gesamtbesten verteidigen.
"Ich habe am Schluss im Spurt extra die Innenbahn gewählt, aber leider war Pozzato außen ein ganz klein bisschen schneller. Das war sehr ärgerlich, ich hatte gehofft, gewonnen zu haben", sagte Jaksche, der ein großes Lob vom Etappensieger kassierte. "Mein Sieg heute war auch ein bisschen Glück. Jaksche wirkt sehr stark - ich glaube, er kann die Deutschland-Tour gewinnen", sagte Pozzato. Der junge Italiener, bereits in Hamburg und bei der Latium-Rundfahrt erfolgreich, feierte am Dienstag seinen dritten Sieg innerhalb von zwei Wochen. Im Gesamtklassement ist Pozzato jetzt Zweiter mit 13 Sekunden Rückstand auf Tankink. Jaksche folgt auf Platz 3 (+ 17).
Der abrupten Temposteigerung 25 Kilometer vor dem Ziel fiel eine dreiköpfige Ausreißergruppe zum Opfer, die anders als das Trio am Vortag nicht das Glück hatte, durchzukommen. 29 Fahrer, unter ihnen sämtliche Kandidaten für den Gesamtsieg einschließlich Jan Ullrich, beendeten das Rennen zeitgleich. Jaksche zählte in der Schlussphase zu den aktivsten Fahrern und unterstrich eindeutig seine Anwartschaft auf den Gesamtsieg, auch wenn seine Schlussattacke nicht erfolgreich war.
Trotz seines leichten Erkältungs-Handicaps machte Ullrich einen guten Eindruck. Im Finale war der T-Mobile-Kapitän auf sich gestellt. Auch ein Alexandre Vinokourov musste am Schluss reißen lassen. "Die Rundfahrt ist sehr schwer und die Konkurrenz sehr stark. Aber ich bin heute zufrieden, das Tempo war meist gleichmäßig. Körperlich geht es mir schon besser als gestern", sagte der 31-jährige Ullrich.
Die 2. Etappe hatte mit einer ähnlichen Konstellation wie die am Vortag begonnen. Nach bereits 20 Kilometern hatten sich drei Fahrer abgesetzt. Neben dem Spanier Carlos Barredo und dem Italiener Mauro Facci war der 35-jährige Görlitzer Enrico Poitschke vom Team Wiesenhof dabei. Allerdings kam das Terzett nicht durch. 27 Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreißer nach 100km wieder gestellt. Die erste der beiden Schlusssteigungen der 2. Kategorie im Bayerischen Wald waren ihnen zum Verhängnis geworden.
Neben den erkälteten Ullrich und Jens Voigt hatte auch ein weiterer zum größeren Favoritenkreis zählender Teilnehmer gesundheitliche Probleme. Markus Fothen (Gerolsteiner) aus Kaarst klagte vor dem Start in Pegnitz über Magenprobleme. Der Gesamtzwölfte des Giro d'Italia überstand die knapp 200 Kilometer aber ohne Zeiteinbußen. Ullrich geht es derweil besser. «In ein, zwei Tagen ist es hoffe ich überwunden», sagte der T-Mobile-Kapitän, der trotz lediglich 15 Grad schon wieder kurzärmelig unterwegs war. Auf dem mit 1118 Meter höchsten Punkt des Bretterschachten wurden am Montag sogar nur sieben Grad gemessen.
Auch Ullrichs Team-Kollege Alexander Vinokourov, der in der nächsten Saison für das spanische Liberty-Team fahren wird, hatte vor der Deutschland-Rundfahrt mit einer schweren Erkältung zu kämpfen und traut sich deshalb seinen zweiten Sieg nach 2001 nicht zu. «Die Kondition dazu reicht nicht. Deshalb nutze ich die Deutschland-Tour, um mich auf die WM in Madrid vorzubereiten», sagte der zweifache Tour-de-France-Etappengewinner.
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Deutschland-Rundfahrt
Bennati gewinnt in Kufstein
KUFSTEIN, 17.08.05 (rsn) - Daniele Bennati (Lampre) gewann am Mittwoch die dritte Etappe der Deutschland-Rundfahrt über 227km zwischen Bodenmais und Kufstein in Österreich. Der 24 Jahre alte Italiener setzte sich in der "Perle Tirols" im Massensprint vor seinem Landsmann Filippo Pozzato (Quick Step) durch, der die Etappe am Vortag gewonnen hatte. Dritter wurde der Erfurter Sebastian Siedler (Wiesenhof). Der Holländer Bram Tankink (Quick Step), Sieger der Auftaktetappe, verteidigte noch einmal seine Führung im Gesamtklassement vor der Königsetappe nach Sölden, die am Donnerstag auf dem Programm steht.
Ruhiger Tag für Ullrich und auch Tankink
Auf der längsten Etappe der Deutschland-Tour schlug die Stunde der Sprinter aus der zweiten Reihe. Bennati, der im Mai die Toskana -Rundfahrt gewann und schon vor drei Jahren als 21-Jähriger bei einer Etappe der Österreich-Rundfahrt in der Alpenrepublik erfolgreich war, profitierte davon, dass die ganz großen Sprinter bei der Deutschland-Rundfahrt fehlen. Die Konkurrenz der schnellsten Männer für den letzten Kilometer ist sehr übersichtlich, zumal am Mittwoch auch noch der Australier Stuart O'Grady ausstieg. Der Etappen-Rekordsieger der Deutschland-Tour, Erik Zabel, bereitet sich auf Mallorca auf die Spanien-Rundfahrt vor.
Die Etappe, die im Regen gestartet wurde und im lang ersehnten Sonnenschein am Fuß der Alpen endete, stand wieder im Zeichen eines Ausreißers. Der baskischstämmige Venezolaner Unai Etxebarria vom Euskaltel-Team hatte sich nach 53 Kilometern aus dem Staub gemacht und erarbeitete sich einen Maximalvorsprung von 15:40 Minuten. Aber 25 Kilometer vor dem Ziel war seine Flucht beendet. Auf den letzten zehn Kilometern hatten es auch der Freiburger Fabian Wegmann (Gerolsteiner) und der Schweizer Fabian Cancellara (Fassa Bortolo) mit einer Flucht versucht. Auf dem letzten Kilometer kam das rasende Feld wieder heran. Immerhin konnte sich Wegman, der bereits am Vortag sehr offensiv fuhr, wieder über das Bergtrikot freuen, das er schon bei der Tour de France für einen Tag tragen durfte
Am (morgigen) Donnerstag wird eine Vorentscheidung der Rundfahrt erwartet, die am kommenden Dienstag in Bonn endet. Die Königsetappe von Kufstein nach Sölden auf den 2670 Meter hohen Rettenbachferner dürfte einen Wechsel an der Spitze bringen. "Drei Tage in Gelb sind auch schön", sagte Tankink im Ziel in Kufstein.
Vor dem 14,6 Kilometer langen Schlussanstieg ins Tiroler Skiparadies Sölden zittern die meisten Fahrer. Der wie Ullrich erkältete Berliner Jens Voigt wünschte sich am Mittwoch für die Königsetappe "Schneefall ab 1300 Meter, so das wir nicht hoch müssen". Der ortskundige Österreicher Georg Totschnig, Tour de France-Etappensieger in in den Pyrenäen, Vorjahressieger Patrik Sinkewitz (Fulda), Jörg Jaksche (Ansbach), Cadel Evans (Australien) und Tour-Bergkönig Mickael Rasmussen (Dänemark) gelten als Favoriten. "Ich rechne mir nichts aus, weil wir Totschnig für das Gesamtklassement haben, und ich für ihn arbeiten werde", sagte Wegmann.
Jan Ullrich muss sehen, wie viel Kraft er durch seine knapp überstandene Erkältung verloren hat. «Ich glaube, er wird eine gute Rolle spielen. Er kommt mir dünner als bei der Tour de France vor. Das spricht für eine gute Vorbereitung», vermutete sein Ex-Team- Kollege Jaksche, der in spanischen Diensten bei Liberty Seguros fährt und sich am Vortag in Bodenmais in Superform präsentierte. Er liegt auf Rang drei im Gesamtklassement 17 Sekunden hinter Tankink am aussichtsreichsten der Topfavoriten. «Das Wetter scheint sich langsam zu machen. Hoffentlich wird es jetzt endlich ein bisschen wärmer», sagte Ullrich nach der 3. Etappe, die ihn wegen des hohen Tempos Kraft kostete: «Die Beine tun weh.»
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Deutschland-Rundfahrt
Alle zittern vor Sölden
Jaksche weiß, wie steil der Rettenbachferner-Pass ist.
BODENMAIS, 17.08.05 (dpa) - Jan Ullrich kennt den 2670 Meter hohen Rettenbachferner-Pass nur als Autofahrer. Jörg Jaksche, Georg Totschnig und Vorjahres-Gesamtsieger Patrik Sinkewitz haben die im Schlussteil 12 Kilometer lange und durchschnittlich fast zwölfprozentige Steigung in Tirol schon im Training mit dem Rad bezwungen. Der Kulminationspunkt der diesjährigen Deutschland-Tour bildet am Donnerstag das Finale der Königsetappe. Gut möglich, dass aus dem Kreis dieser vier Profis - dazu vielleicht noch Cadel Evans oder Tour de France-Bergkönig Mickael Rasmussen - der Sieger von Sölden und vielleicht der gesamten Deutschland-Tour kommt.
Dem Berg, den viele Skifahrer lieben, eilt aus Radfahrer-Sicht ein schrecklicher Ruf voraus. «Das Schlimmste, was ich je gefahren bin», meinte Sinkewitz. «52 Minuten hoch, acht Minuten runter», fand Jaksche kurze Worte, um die Steilheit des Anstiegs zu beschreiben. «Einer der anspruchsvollsten Pässe Europas», urteilte der ortskundige Georg Totschnig, der seinem Husarenstück der vergangenen Tour de France auf dem Pyrenäen-Anstieg Ax-3-Domaines ein weiteres Highlight hinzu fügen will. «Ein Etappensieg in Sölden wäre das Größte», meinte der Gerolsteiner-Profi, der nach der Tour durch Frankreich Helicobakter-Bakterien im Darm mit Antibiotika bekämpfen musste.
Den bisher vielleicht besten Eindruck der Topfavoriten hinterließ der beim zukünftigen Vinokourov-Arbeitgeber Liberty Seguros fahrende Jörg Jaksche. Obwohl der in Kitzbühel lebende Ansbacher am Dienstag dem Italiener Filippo Pozzato um Millimeter unterlag, hatte er durch Dauerattacken seine Anwartschaft auf die Führungs-Position im Peloton untermauert. Der 29-jährige Arztsohn, der im Vorjahr bei Bjarne Riis den großen Durchbruch schaffte, gilt als Tiefstapler, «den größten, den ich kenne», meinte Jörg Ludewig, der im nächsten Jahr an der Seite Ullrichs fahren wird.
«Ich setze mir im Leben keine Ziele, weder sportlich noch privat. Das setzt dich nur unter Druck. Ich tue im Vorfeld hundertprozentig alles, um mir nichts vorwerfen zu können. Der Rest kommt dann - oder nicht. Man muss locker bleiben», lautet Jaksches Devise. So ist auch seine Selbsteinschätzung im Hinblick auf die Königsetappe am Donnerstag zu bewerten: «Eigentlich liegt mir die Steigung nicht so. Das ist eher etwas für reine Bergfahrer wie Totschnig oder Evans.» Die Vorstellung des Franken beim leichten alpinen Vorgeschmack im Bayerischen Wald machte genau den gegenteiligen Eindruck.
Zum ersten Mal setzte sein spanischer Teamchef Manolo Saiz auch voll auf seinen «Aleman». Bei der Deutschland-Tour vor zwei Jahre pfiff er den führenden Jaksche beim Aufstieg auf den Feldberg noch zurück, um die Teamkollegen Azevedo und Galdeano vor zu lassen. Bei der Tour de France träumte Saiz noch immer von einem Etappensieg seines längst desillusionierten Landsmannes Roberto Heras. Darüber vernachlässigte er Jaksche ein wenig, der in der Endabrechnung in Paris immerhin 16. wurde.
Aber der Ansbacher, der aus Rücksicht auf die 2004 klammen Finanzen seines Teamchefs Riis nach Spanien zurückkehrte, nimmt Saiz in Schutz: Er sei Vollprofi und denke weder in Kategorien «Bester Deutscher», noch interessiere ihn eine Platzierung unterhalb des Podiums. «Ich habe keine Probleme damit, das komplette Team für Jörg fahren zu lassen, wenn er sich als Bester erweist, und im Moment sieht es so aus», sagte der Jaksche-Boss.
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Bäh, alle zittern vor dem Rettbachferner. Die sollten mal ne Ankunft auf der Sobot machen. Nach Meinung von fast allen ortskundigen Profis der schwerste Berg Österreichs. (PS: War leider noch auf keinem der beiden oben, also muss ich mich auf die Angaben anderer verlassen! )
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Leipheimer gewinnt Königsetappe in Sölden
Gerolsteiner-Triumph im Alpe d'Huez der D-Tour
SÖLDEN, 18.08.05 (rsn) - Epische Etappe, sportliches Spektakel: Der vierte Tagesabschnitt der Deutschland-Tour wurde den Erwartungen von Fans und Organisatoren gerecht. Die nämlich waren hoch - gewiss so hoch wie der Rettenbachgletscher, an dessem Fuß die Jagd über zwei Alpenpässe endete. Für die Equipe Gerolsteiner wurde sie zum Höhenflug: Gerolsteiner demontierte die Konkurrenz, triumphierte total. Tagessieg, Gesamtführung und Bergtrikot für Levi Leipheimer, Platz zwei für Georg Totschnig, offensive Winkelzüge von Fabian Wegmann und Markus Fothen. Viel mehr geht nicht.
Jörg Jaksche fuhr mit schlecht eingestelltem Ersatzrad: "Ich bekam Krämpfe", sagte er nach dem Rennen.
Patrik Sinkewitz: "Alles gegeben"
171,6 Kilometer: Das klingt nicht gerade wahnwitzig. Doch 171,6 Alpenkilometer, gespickt mit zwei Anstiegen der steilsten und längsten Art: Das ist ein Statement. Zunächst ging es auf den Kühtai-Sattel hinauf, eine fast 20 Kilometer lange Kletterei. Was sich hier abspielte, kann getrost als Vorgeplänkel bezeichnet werden. Die Ausreißer der Einrollphase wurden eingeholt, auch die Attacke von Fabian Wegmann war vergebens. Der Gerolsteiner-Profi aus Freiburg zeigte zwar Zähne und sein gepunktetes Bergtrikot, kam aber nicht ganz vorne über den Pass. Das tat sein Teamgefährte Markus Fothen. Der Youngster aus Kaarst griff an, als Wegmann wieder eingeholt war, überquerte den Kühtai in Solomanier und bildete danach ein Spitzenquartett mit dem Portugiesen Paulinho (Ligerty Segurus), dem US-Amerikaner Raisin (Crédit Agricole) und dem Italiener Righi (Lampre). Eine schöne Gruppe, aber: Dass sie am Schlussanstieg gefressen würden, wussten die vier Rennfahrer selbst. Da sollten dann doch andere Kaliber den Ton angeben.
Nach der Abfahrt fand sich das bereits zerfledderte Peloton im Ötztal wieder. Alexander Vinokuorov und Jörg Ludewig, beide von Krankheiten gebeutelt, zählten hier bereits zu den zahlreichen Abgehängten und mussten später aufgeben. Knapp 30 Kilometer ging's im Ötztal bergauf, ein schleichender Anstieg. Die Straße folgt hier dem Wasserlauf der Ötztaler Ache - was signalisiert, dass das Protzen mit Steigungsprozenten noch nicht begonnen hatte. Erst in Sölden verließen die Rennfahrer die Talstraße und kamen in ein Terrain, in dem Gewässer nicht mehr dahinfließen. Hier gibt es nur noch Sturzbäche und Wasserfälle. Hier prägen Felsklötze und Steinbrocken das Landschaftsbild - und natürlich der mächtige Rettenbachgletscher, der sich von rund 3200 auf 2700 Meter einen Alpenrücken herunterwälzt. Eine königliche Kulisse für eine Königsetappe. Der Aufstieg zum Rettenbachferner ist 14 Kilometer lang; hier werden richtig Höhenmeter gemacht. Das Skidorf Sölden liegt auf 1354 Metern über dem Meer, das Ziel auf 2670 Metern. Schon die untere Passage hat es in sich; eine Rampe nach der anderen. Auf eine kleine Abfahrt folgt prompt eine Gegensteigung und weitere Serpentinen, die supersteil in den Fels gehauen wurden. Maximal 16,2 Steigungsprozente, durchschnittlich 12. Da musste selbst ein Jan Ullrich das ein ums andere Mal in den Wiegetritt.
Hier zeigte sich, wer diese Etappe - und die Tour - nicht gewinnen würde. Wegmann zum Beispiel fiel zurück, Danilo di Luca, Bobby Julich und Patrik Sinkewitz ebenso. "Ich wollte dranbleiben, aber es hat einfach nicht geklappt", sagte der Vorjahressieger traurig, ohne aber zu vergessen: "Ich habe alles gegeben." Was gar nicht so einfach ist in der dünnen Luft. Deren geringen Sauerstoffgehalt habe er durchaus bemerkt, erklärte Sinkewitz - allerdings nur indirekt: "Je höher man kommt, desto schwerer wird es. Und man wird immer langsamer." Und die Kopfgruppe wurde immer kleiner.
Zehn Kilometer vor dem Ziel trat Jan Ullrich an. In gewohnter Manier. Sitzend. Nicht ruckartig. Doch was schwerfällig aussah, war schnell, verdammt schnell. Seine Temposteigerung dezimierte die Spitze. Plötzlich waren nur noch Ullrich, Totschnig, Leipheimer, Jaksche, Evans und Valjavec zusammen. Domina-Vacanze-Mann Fertonani, der noch weiter vorne fuhr, war kein Faktor im Spiel der Großen. Er wurde rasch gestellt.
Dann, in einem kurzen Flachtück, attackierte Ullrich erneut. Dieses Mal ganz untypisch. Er ging aus dem Sattel und beschleunigte mit Verve. Das zermürbte seine Begleiter. Die mussten zwar nicht gleich abreißen lassen, kamen aber in arge Probleme und mussen kurz darauf abreißen lassen. Erst Valjavec, dann Jaksche, dann Evans. Ein Ausscheidungsfahren.
Dessen nächstes Opfer war Ullrich selbst. "Mein Motor ist explodiert", sagte der Tour-de-France-Sieger des Jahres 1997 zu der Szene drei Kilometer vor Ultimo, in der er den Anschluss zu Leipheimer und Totschnig verlor. Letztlich büßte er 50 Sekunden auf den amerikanischen Tagessieger ein, auf den er im Gesamtklassement nun 56 Sekunden Rückstand hat. Zufrieden war er trotzdem - nämlich darüber, dass es nach seiner Erkrankung schon wieder so gut lief und dass er Könner wie Jörg Jaksche abgehängt habe.
Totschnig kann Leipheimers Freude nicht teilen
Der 31-jährige Leipheimer hielt sich derweil zurück mit Spekulationen, ob er die Deutschland-Tour gewinnen könne. Diesen Strauß fochten die beiden sportlichen Leiter von Gerolsteiner und T-Mobile aus - wenn auch mit dem Duktus der Bescheidenheit. Hans-Michael Holczer und Mario Kummer scheinen partout vermeiden zu wollen, dass ihr Schützling die Favoritenbürde trägt. "Ullrich ist der beste Zeitfahrer. An ihm wird kein Weg vorbeiführen", sagte Gerolsteiner-Chef Holczer. "Levi ist auch ein guter Zeitfahrer und 56 Sekunden sind schon recht viel", entgegnete Mario Kummer. Entscheidend seien, so Holczer, nun noch zwei Etappen: Jene am Sonntag auf den Feldberg und das Zeitfahren in Weinheim. Da ist Kummer anderer Auffassung: Die Favoriten würden sich im Schwarzwald belauern; stattdessen dürften sich am Sonntag Leute "aus der zweiten Reihe" in Szene setzen, prognostiziert der sportliche Leiter von T-Mobile.
Einig waren sich die beiden über den Stellenwert dieses Tirol-Abstechers. "Das ist einer der schwersten Anstiege, die man kennt. Ein echter Hammer", sagte Holczer. Kummer sprach von einer "echten Königsetappe" und einem "ganz großen Format." Und Kai Rapp, der Tourchef, legte angesichts der hochkarätigen Hatz bei Traumwetter und großem Zuschauerzuspruch sogar noch einen drauf: "Wir haben das L'Alpe d'Huez der Deutschland-Tour gefunden." Für die Rennfahrer war es hingegen eine Plagerei der besonderen Art. "Am Schlussanstieg war ich die ganze Zeit über am Limit, total am Limit", sagte Cadel Evans. Jan Ullrich sprach gar von "Tierquälerei", und Markus Fothen fand, dass keine Etappe beim diesjährigen Giro d'Italia so anspruchsvoll gewesen sei wie die 171,6 Kilometer zwischen Kufstein und dem Rettenbachferner bei Sölden. (kh)
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Ja, ich stimme da voll zu! Das war ne Quälerei der besonderen Art! Dennoch muss ich den Artikel hier korrigieren, denn Jan Ullrich war bei weitem nicht der aktivste Mann im Schlussanstieg. Beinahe ausschließlich wurde die Spitzengruppe nämlich von Sieger Leipheimer geführt, der eigentlich seinen Kapitän Totschnig zum Sieg ziehen wollte. Doch der war schlussendlich nicht stark genung und riss einen Kilometer vor Schluss ab. Levi hätte warten können, der Doppelsieg war nie mehr gefährdet. Dennoch tat er es im Hinblick auf das Gesamtklassement nicht. Totschnig ist nun sauer, weil ihm Levi zuvor absolute Teamhelfertreue zu Totschnigs Gunsten geschworen hatte. Der gebürtige Tiroler wollte um jeden Preis seine Heimetappe gewinnen.
Dennoch war's ne tolle Leistung und Levi war der Stärkere. Platz 2 ist auch gut. Wenn ich Teamchef von Gerolsteiner gewesen wäre, hätte ich im Finish auch auf Levi gesetzt.
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Totschnig kann Leipheimers Freude nicht teilen
SÖLDEN, 18.08.05 (rsn) - "Hat der Richtige gewonnen?", wurde Gerolsteiner-Macher Hans-Michael Holczer nach Levi Leipheimers Sieg auf der der vierten Etappe der Deutschland-Tour gefragt. "Rational ja, emotional nein. Aber die Sache ließ sich heute nicht emotional steuern."
Emotional - da hatte Holczer Georg Totschnig im Hinterkopf, der hinter seinem amerikanischen Teamkollegen auf Rang zwei geklettert war. "Alles für Totschnig", lautete Holczer zufolge die Gerolsteiner-Maxime zwischen Kufstein und dem Rettenbachferner; dem Österreicher sollte ein Heimsieg beschert werden. Doch bei Gerolsteiner hat man natürlich auch die Gesamtwertung im Visier. Und die hat zweifellos Priorität.
Also schlugen zwei Herzen in Holczers Brust, als Leipheimer zwei Kilometer vor dem Ziel alleine davon fuhr; davor hatte er ein bärenstarkes Gerolsteiner-Duo mit Totschnig gebildet. Bei aller Freude über Leipheimers Stärke: In dieser Szene habe er seinen Kollegen Christian Henn angesehen, und beide hätten einen Fluch auf den Lippen gehabt. Nicht, weil sie es Leipheimer nicht gegönnt hätten. Sondern nur, weil sie gehofft hatten, dass Totschnig bis zum Ziel mithalten könne.
Totschnig hatte dies auch gehofft - und vor allem hatte er darauf spekuliert, dass sein Teamgefährte ihm den Vortritt lassen würde. Im Ziel freute sich der 33-Jährige jedenfalls nicht über den Triumph seiner Mannschaft, sondern nörgelte und nörgelte. "In so einer Situation kann man so fahren, dass der Rennfahrer gewinnt, der hier zu Hause ist", stichelte er gegen Leipheimer.
Der sympathische Amerikaner konnte Totschnigs Ärger nicht nachvollziehen. Schließlich ging es ihm darum, die Gesamtwertung im Blick zu behalten und wertvolle Sekunden auf Jan Ullrich herauszufahren - was ganz den Segen der sportlichen Leitung hatte. "Wir konnten hier nicht mit der Zeit spielen", sagte Holczer. Zudem hatte Leipheimer ohnehin Rücksicht genommen auf seinen österreichischen Teamkollegen: "Ich weiß, dass er gerne gewonnen hätte", sagte der neue Leader der Deutschland-Tour und schilderte die Schlussphase der Etappe: "Ich fuhr die letzten sechs Kilometer von vorne, gab mein Bestes. Georg fragte mich ab und zu, ob ich etwas langsamer machten könnte, und das tat ich natürlich. Doch als ich mich das nächste Mal umblickte, war er gar nicht mehr an meinem Hinterrad. Er hatte gar nichts gesagt - und deshalb ging ich davon aus, dass alles okay sei."
In einem "vernünftigen Gespräch" will Holczer den Burgfrieden nun wieder herstellen - und sich über das Erreichte freuen. Denn das ist gewaltig. "Wir hatten gehofft, dass wir die stärkste Mannschaft bei dieser Tour sein würden", sagte Holczer, "nun sind wir es." (kh)
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kevler
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Naja der aktivste Fahrer war Ulle wohl nicht aber 2 kleinere Antritte waren drin. Das er so explosive wie ein Vinokourov net fahren kann is ja bekannt. Aber er versuchte es und das fand ich eigentlich schon sehr gut und wenn man sich dazu noch das Profil des letzten Anstieges anschaut... Holladiho das is wahrlich nix fuer Ulle. Aber mitgehalten hat er trotzdem =). Mein Tip fuern Gesamtsieg is Ullrich da er im Schlusszeitfahren was "nur" 31km lang ist wohl die gute Minute auf Levi aufholen koennte/sollte. |
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Robert
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Deutschland-Rundfahrt
Wiesenhof nicht belohnt: Bennati zum Zweiten
FRIEDRICHSHAFEN, 19.08.05 (rsn) - 500 Meter auf einer 219 Kilometer langen Etappe: Das ist ein Wimpernschlag. Auf der fünften Etappe der Deutschland-Tour war es ein Wimpernschlag der entscheidenden Art. 500 Meter fehlten einer Fluchtgruppe um Jens Voigt, um vor dem jagenden Feld ins Ziel zu kommen. Ausreißersieg oder Massensprint, das war die Frage auf der Wegstrecke zwischen Sölden im Tirol und Friedrichshafen am Bodensee - und so kam es kam es also doch noch zum Massensprint. Sehr zur Freude von Daniele Bennati, der seinen zweiten Tagessieg bei dieser Rundfahrt feierte.
Publikumsliebling Voigt hatte bei der gestrigen Klettertour zum Rettenbachgletscher mehr als 34 Minuten verloren und rangierte vor der Hatz nach Friedrichshafen auf Rang 77 des Generalklassements, jenseits von Gut und Böse. Dies brachte ihn in eine Position, die ihm liegt: Er hatte alle Freiheiten, konnte, durfte, sollte attackieren. "Voigte" ließ sich nicht zweimal bitten. Der Berliner CSC-Profi war der Motor einer sechsköpfigen Ausreißergruppe, die sich bereits nach rund 30 Kilometern am Ausgang des Ötztals gebildet hatte. Seine Begleiter waren Cristian Moreni (Quick-Step), Dario Cioni (Liquigas), Alessandro Bertolini (Domina Vacanze), Johann Tschopp (Phonak) und Carlos Barredo (Liberty Seguros), dem noch eine entscheidende Rolleauf dieser Etappe zukommen sollte.
Etwas weiter oben im Tal, in Sölden, hatte der Tagesritt seinen Auftakt genommen; auf dem Weg zum Bodensee wartete nur ein Hindernis auf die Rennfahrer. Das war zwar mächtig, aber sorgte für keine größeren Komplikationen: Der Arlberg-Pass wurde von den Rennfahrern zügig, aber in einem gleichmäßigen Rhythmus gefahren. Keine Attacken, kein großes Kraftvergeuden. Er war ja weit weg vom Ziel entfernt, mehr als 120 Kilometer. Auch die sechsköpfige Ausreißergruppe riss er nicht auseinander.
Hinter dem Pass, im österreichischen Bundesland Vorarlberg, ergriff ein das deutsche Team Wiesenhof die Initiative. Die Nachführarbeit sollte natürlich dem Thüringer Sebastian Siedler dienen, der bei dieser Deutschland-Tour bereits mit seinem Bronzerang in Kufstein auf sich aufmerksam gemacht hatte. Doch sie erfüllte sicher auch einen zweiten Zweck: Die deutsche Equipe der zweiten Profi-Kategorie zeigte, dass sie ein ernst zu nehmender Faktor im Feld der Pro-Tour-Mannschaften ist. Davon ist Wiesenhof-Profi Björn Schröder so oder so überzeugt. "Wir sehen uns nicht als zweitklassiges Team, wir brauchen uns nicht zu verstecken." In der Tat war es vor allem Wiesenhof zu verdanken, dass die Ausreißergruppe doch noch gestellt wurde. Mitunter arbeitete zwar auch Lampre mit, am Ende waren plötzlich auch die Farben von Discovery Channel ganz vorne zu finden. In erster Linie aber waren es Namen wie Martin Müller, Ralf Grabsch, Christian Knees, Björn Schröder und Steffen Radochla, die an der Spitze des Hauptfelds präsent waren. "Die Jungs sind heute hammermäßig gefahren. Auf den letzten Kilometern hatte ich ständig 70 Sachen auf dem Tacho stehen", erzählt Schröder, "richtig brutal" sei es gewesen. Die Wiesenhof-Crew rackerte vorbildlich, war am Ende aber genauso enttäuscht wie Jens Voigt. Denn ihr Sprinter Siedler wurde Vierter, knapp geschlagen von Daniele Bennati, Roger Hammond und Baden Cooke.
Knapp: Mit Worten wie diesem wurde nach dem Rennen auch Jens Voigt immer wieder konfrontiert. Es war ja auch wirklich hauchdünn. Mehr als fünf Minuten Vorsprung hatten Voigt und seine fünf Co-Flüchtlinge zwischenzeitlich aufs Feld herausgeholt, an den Gestaden des Bodensees bei Bregenz und Lindau waren es immerhin noch deren zwei, kurz vor Friedrichshafen dann nur noch 20 Sekunden. Doch erst auf der Zielgeraden war das Polster gänzlich dahin. Es sei natürlich immer bitter, wenn eine Ausreißergruppe derart gestellt werde, meinte Voigt - und wusste auch, woran es gelegen hatte. Oder besser: an wem. Voigt schob den schwarzen Peter dem Liberty-Seguros-Profi Barredo zu, der keinen Beitrag zum Gelingen des Fluchtunternehmens geleistet habe. Ob der Spanier Voigts englische Schimpftiraden im Ziel verstanden hat?
Für das Team Gerolsteiner mit seinem Gelb-Träger Levi Leipheimer war es ein vergleichsweise geruhsamer Tag. Die Konstellation war wie gemalt für den cyanblauen Express. Die Ausreißer waren ungefährlich, die Arbeit im Feld leisteten die Sprintermannschaften, allen voran Wiesenhof. So bleibt Leipheimer vor der Samstagetappe zwischen Friedrichshafen und Singen (171 Kilometer) an der Spitze des Tableaus; auch die Bergwertung führt der Amerikaner weiterhin an. Neuer Träger des Sprinttrikots ist der 24-jährige Bennati, der bei dieser Deutschland-Tour weiterhin an seinem Status als kommendem Meisterspurter arbeitet. Den Fleißpreis an diesem Tag haben sich allerdings andere verdient. (kh)
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Deutschland-Tour: Iglinskiy gewinnt 6.Etappe
"Unangenehmer Tag" und Spannung vor dem Feldberg
SINGEN, 20.08.05 (rsn) - Im uralten Vulkangestein des Hegaus hatte ein junger Kasache am meisten Feuer in den Beinen: Maxim Iglinskiy gewann den Sprint einer Fluchtgruppe, die auf der sechsten Etappe der Deutschland-Tour zwischen Friedrichshafen und Singen den Sieger unter sich ausmachte. Das wellige Terrain rund um den Bodensee ist wie geschaffen für Ausreißerunternehmen, ebenso wie die das Timing der Tour. Nach der Sprintankunft am Freitag und vor der schweren Schwarzwaldetappe am Sonntag durften nun die Allrounder den Ton angeben.
Für Fernsehzuschauer mag es den Anschein gehabt haben, dass das Team Gerolsteiner mit seinem Gelbträger Levi Leipheimer einen geruhsamen Tag hatte. Doch Radrennen haben bekanntlich ein Innenleben, das von außen nicht immer zu erkennen ist. "Das war einer der brutalsten Tage dieser Rundfahrt", offenbarte Gerolsteiner-Crack Ronny Scholz hinterher; nur der Ritt auf den 2670 Meter hohen Rettenbachferner sei noch härter gewesen. In der Tat musste die Gerolsteiner-Combo in der hektischen Startphase des 171-Kilometer-Rittes arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten. Eine Gruppe nach der anderen suchte ihr Heil in der Flucht, und keine davon war nach dem Geschmack der cyanblauen Crew mit ihrem grellgelben Ausrufezeichen. Immer war irgendein Störenfried unter den Ausreißern, der dem Leader Leipheimer im Gesamtklassement womöglich auf die Pelle gerückt wäre. Erst nach der Hälfte der Distanz bildete sich eine Spitzengruppe, die den Segen der Gerolsteiner hatte. Scholz: "Als die weg waren, waren wir ganz schön froh." Nun war vor allem die Phonak-Mannschaft darum besorgt, den Abstand zum Hauptfeld nicht zu groß werden zu lassen. Die Schweizer Equipe war vorne nicht vertreten und fürchtete letztlich um den sechsten Gesamtrang ihres Slowenen Tadej Valjavec.
Die drei angriffslustigen Akteuren des Renntages waren Björn Schröder vom Team Wiesenhof, der amerikanische CSC-Profi Bobby Julich und der Niederländer Maarten den Bakker aus der Rabobank-Mannschaft. Alle drei unternahmen gleich mehrfach den Versuch, in einer Spitzengruppe Unterschlupf zu finden, und alle drei waren dann auch in jenem Express dabei, der letztlich freie Fahrt hatte. Hartnäckigkeit zahlt sich also aus - manchmal zumindest. Die Spitzengruppe bestand zunächst aus elf Fahrern; etwas später bekam sie Zuwachs durch den Basken Iker Camano. Den Euskatel-Mann konnte auch ein Sturz nicht aus dem Rhythmus bringen; er rutsche auf dem nassen Asphalt weg, fand aber den Weg zurück in die Spitze. Drei Fahrer verloren derweil auch ohne Sturz den Anschluss: Der Belgier Nico Mattan und ausgerechnet die beiden Aktivposten Schröder und den Bakker. Auf der zweiten und letzten 41-Kilometer-Runde, die in einem großen Bogen um den Zielort Singen und dessen Hausberg Hohentwiel führte, wurden sie abgehängt. Chris Horner, David Etxebarria und Jurgen van der Broeck hatten das Tempo erhöht.
Überhaupt fuhr dieser van der Broeck, ein 22-jähriger Belgier aus dem Discovery-Channel-Team, ein großes Rennen. Er gilt als Mann mit einem ähnlichen Profil wie Cristian Moreni, der ebenfalls in der Spitzengruppe kurbelte: Nicht schnell genug für Massenankünfte, aber fix bei kleineren Sprints. Und während Moreni auf der Zielgeraden entkräftet den Zug verpasste, gab van der Broeck mächtig Gas, spurtete mutig von vorne - und wurde knapp geschlagen: Auf den letzten Metern flog Maxim Iglinskiy noch an ihm vorbei. Für den 24 Jahre alten Kasachen bedeutete dies den größten Sieg seiner Karriere, für sein Team Domina Vacanze war es die bisher schönste Szene auf der Deutschland-Tour, bei der ihr Lokalmatador Jörg Ludewig krankheitsbedingt aussteigen musste. Verständlich, dass Iglinskiy die Freude ins Gesicht geschrieben war.
Dabei hätte nicht viel gefehlt, und es hätte weder ein Belgier noch ein Kasache triumphiert, sondern ein Amerikaner: 2700 Meter vor dem Ziel hatte Bobby Julich attackiert - und beinahe davon profitiert, dass bei seinen Fluchtkollegen das große Zögern einsetzte. Erst auf Initiative von Alessandro Ballan (Lampre) kam wieder Speed in die Sache, und Julich wurde 900 Meter vor dem Zielstrich gestellt.
Erneut stand eine Etappe der diesjährigen D-Tour im Zeichen des Schmuddelwetters: Zwar war es sowohl beim Start in Friedrichhafen als auch in der Schlussphase im Hegau trocken, doch dazwischen hatte Petrus ganz andere Saiten aufgezogen: Wahre Wolkenbrüche suchten den tiefen Süden der Republik heim, Regencapes waren das gefragteste Gut im Peloton. "Manche Fahrer haben sich gleich zwei Jacken übergezogen, das sieht man in dieser Jahreszeit wirklich selten", berichtete Ronny Scholz und sprach von einem "unangenehmen Tag". Angesichts der Nässe und der relativ niedrigen Temperaturen gab es sogar Akteure, die sich mit dicken Handschuhen gegen die Unbilden des Wetters wappneten - etwa Levi Leipheimer. (Edit by me: Nett hat das ausgesehen, wie er die während der Fahrt angezogen hat! )
Das Wetter sieht Ronny Scholz auch als einen wichtigen Faktor auf der mit Spannung erwarteten Schwarzwaldetappe. "Wenn es kalt ist, machen bei dem einen oder anderen Rennfahrer am Berg die Muskeln zu", erklärt der stets zuverlässige Gerolsteiner-Mann - und am Sonntag stehen zwei Berge und jede Menge Hügel auf dem Programm. Trotzdem ist Scholz zuversichtlich, dass seine Equipe das Geschehen kontrollieren, durch Leipheimer oder Totschnig womöglich sogar attackieren kann. Blinder Optimismus ist das nicht, schließlich verfügt Gerolsteiner ganz klar über die beste Mannschaft dieser Deutschland-Tour. Doch auch ein anderer hat sich etwas vorgenommen für die Hatz durchs Mittelgebirge: Jan Ullrich. "Ich habe die allerbesten Vorsätze für den Feldberg", sagte der T-Mobile-Kapitän, der im Gesamtklassement 56 Sekunden hinter Leipheimer und 38 Sekunden hinter Totschnig rangiert. Ein Radsportfest scheint garantiert. (kh)
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(www.radsportnews.com)
Die wichtigsten Fragen sind: Wer wird mit dem gewiss unwirtlichen Wetter morgen am besten zurecht kommen? Kann Gerolsteiner mit einer Zermürbungstaktik am letzten Anstieg (Leipheimer und Totschnig attackieren Ullrich abwechselnd) zum Erfolg kommen? Und wieviel Vorteil hat Ulle, das dieser letzte Anstieg sein 'Hausberg' ist?
Also meine Meinung dazu: Der flachere Anstieg kommt sicher Ullrichs kraftvollem Stil sehr zu Gute. Dennoch glaub ich nicht, dass er was auf Levi und Totsch wird gutmachen können. Wenn jemand Sekunden verliert wird es wohl Ullrich selbst sein, dessen 'Schwäche' an kalten Regentagen ja bekannt ist.
mfg Robert |
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Deutschland-Rundfahrt
Ullrich verliert gegen Leipheimer und das Wetter
FELDBERG, 21.08.05 (rsn) - Nach einer Regenschlacht im Schwarzwald sieht Levi Leipheimer wie der sichere Sieger der Deutschland-Tour aus. Der Gerolsteiner-Profi aus den USA machte beim Schlussanstieg der siebten Etappe wertvolle Zeit auf Jan Ullrich gut, der im Gesamtklassement auf Rang fünf zurückfiel. Der tragische Held des Tages - wenn nicht der ganzen Rundfahrt - war indes Jörg Jaksche. Der Ansbacher fuhr ein grandioses Rennen, musste den Tagessieg am Feldberg aber dem Australier Cadel Evans überlassen.
Selten, wirklich nur selten bilden die Zuschauer am Straßenrand eine buntere Schar als das Peloton auf der Straße. Auf den 171 Kilometer zwischen Singen und dem Feldberg war genau dies der Fall. Es lag am Wetter, wie so vieles an diesem unerquicklichen Sonntag. Wer an die Rennstrecke ging, hatte in der Regel einen Regenschirm dabei - und die Schirme flackerten in allen Farben. Die bunten Trikots der Fahrer wurden derweil von dicken Jacken überdeckt, so dass sich zum Beispiel die Rabobank-Renner nicht im gewohnten Orange präsentierten, sondern in dezentem Dunkelblau. Viel genutzt hat all die Schutzbekleidung allerdings nicht.
Nässe und Kälte krochen den Rennfahrern unter die Klamotten und unter die Haut. Es regnete und regnete und regnete; die ganze Strecke zwischen dem Start in Singen und dem höchsten Gipfel des Schwarzwaldes war eine einzige Wasserschlacht. "Bei diesem Scheißwetter ist kein Fleck am Körper trocken geblieben", sagte Wiesenhof-Profi Christian Knees.
Ein anderer junger deutscher Pedaleur zählte zu den Unentwegten der ersten Rennphase. Nass würde er so oder so werden, warum also nicht attackieren?, mag sich Christian Müller gedacht haben. Zusammen mit Carlos Barredo (Liberty Seguros), Rory Sutherland (Rabobank) und Vladimir Gustov (Fassa Bortolo) bildete der Neoprofi aus dem Team CSC ein Quartett, das Kilometer um Kilometer an der Spitze fuhr. Erst bei der Klettertour auf den Notschrei platzte die Spitzengruppe auseinander. Der Ukrainer Gustov hielt sich noch am längsten vorne, doch bei der zweiten schweren Bergprüfung, dem Feldberg, war auch er kein Faktor mehr. Notschrei und Feldberg: Das waren die beiden großen Hindernisse des Tages. Der erste führte von 380 auf 1116 Metern über dem Meer, der zweite von 632 auf 1270. Zwei klassische Schwarzwaldtouren auf den letzten 30 Kilometern. Doch diese Etappe war auch davor nie flach. Das stetige Auf und Ab hätte sie auch bei gutem Wetter zu einer schwierigen Prüfung gemacht. Der Dauerregen und Temperaturen um die zehn Grad wurde sie jedoch brutal.
Am Notschrei setzte Cedric Vasseur das erste Zeichen. Es war ein kerniger Antritt, mit den sich der Franzose vom Feld absetzte. Es folgten Attacken von Steffen Wesemann, Bobby Julich, Alexandre Moos und erneut Bobby Julich. Alle waren sie vergebens. Das lag vor allem an Ronny Scholz. Der Herrenberger fungierte als erstklassiger Edeldomestike von Levi Leipheimer, seinem Gerolsteiner-Kollegen im Gelben Trikot. Mit enormer Power knallte Scholz den Notschrei hinauf. Sein sportlicher Leiter Hans-Michael Holczer attestierte ihm später eine "fast übermenschliche Leistung" und hob gleichzeitig den Einsatz von Georg Totschnig hervor, der sich ebenfalls voll in Leipheimers Dienst stellte.
"Übermenschlicher Scholz": "Ist schöner, wenn man eine Aufgabe hat. Sonst sitzt man ja nur die Zeit ab", meinte der Herrenberger trocken nach dem nassen Rennen.
Unter Scholz' Tempodiktat am Notschrei zerbröselte das Peloton in seine Bestandteile; nur ein überschaubares Häuflein blieb in der entscheidenden Phase der Etappe unter sich. Erfolgreich war nur der Vorstoß von Alberto Contador. Der junge Spanier schloss zum Spitzenreiter Gustov auf, schüttelte später auch den Ukrainer ab und wurde am Feldberg zum Helfer für seinen von hinten kommenden Liberty-Seguros-Kollegen Jaksche. Ein Kniff aus der Taktik-Sammlung von Manolo Saiz, dem Chef der spanischen Equipe.
Dann der Schlussanstieg. Erst ging eine Gruppe um Pieter Weening und Bobby Julich, dann forcierte Fabian Jeker das Tempo; Ullrich klebte an der zweiten Position. Leipheimer geriet kurz in Probleme, blieb aber ebenso dran wie Jaksche und Evans. Und plötzlich meldete Jörg Jaksche Defekt - wie schon in der Schlussphase der Klettertour zum Rettenbachgletscher, wo ihm die Kette gerissen war. Nun war es ein läppischer Vorderraddefekt. Er war fix behoben, Jaksche war rasch zurück in der so bedeutsamen Gruppe. Doch der Spurt dahin hat ihm Kraft gekostet. Kraft, die ihm später fehlen sollte.
Die vielleicht entscheidende Szene der Rundfahrt folgte 4000 Meter vor dem Ziel: Der bärenstarke Jeker forcierte abermals das Tempo - und Ullrich musste passen, konnte nicht folgen, verlor den Anschluss. Leipheimer, Evans, Jaksche blieben an dem Schweizer Routinier dran. Ullrich verlor an Boden und kam schließlich als Elfter ins Ziel, 44 Sekunden hinter dem Sieger. Er habe sich ganz, ganz viel vorgenommen für diese Etappe an seinem Hausberg, sagte Ullrich hinterher, aber letztlich habe ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht: Der ständige Regen auf dieser Rundfahrt habe ihn gehandicapt und auch dafür gesorgt, dass er seiner Erkältung nicht so ganz loswerden konnte. Der T-Mobile-Kapitän machte keinen Hehl daraus, dass er unter dem misslichen Schwarzwaldwetter ganz besonders gelitten hat: "Ich habe die ganze Zeit gefroren. Bei acht Grad im Regen kann ich meine Leistung nicht abrufen."
Ohne Ullrich ging in der Spitze die Post ab. Das Top-Quartett fuhr zu Contador auf, der Jaksche immerhin für kurze Zeit assistieren konnte. Jeker betätigte sich weiterhin als Lokomotive und behielt trotzdem viel Frische fürs furiose Finale. Dieses gestaltete Jörg Jaksche. Der in Österreich wohnende Franke nahm sein Herz in beide Hände, attackierte 700 Meter vor dem Ziel, arbeitete sich einige Meter Vorsprung heraus - und wurde dann von Cadel Evans überspurtet. Jetzt waren Jaksches Kraftreserven endgültig aufgebraucht und seine Moralvorräte wohl auch. Elf Sekunden holte der wie entfesselt sprintente Evans auf den 31-Jährigen heraus, der auch noch Jeker passieren lassen musste. Ein bitteres Finale für Jaksche, der schwer gezeichnet ins Ziel kam.
Levi Leipheimer erreichte als Vierter den Feldberg, 30 Sekunden vor Ullrich. Der Amerikaner zeigte sich verblüfft darüber, dass er den großen deutschen Radsportstar erneut abgehängt hat. "Jetzt sehe ich reelle Chancen, die Rundfahrt zu gewinnen", sagte Leipheimer und zog sich schleunigst zurück - so wie alle anderen Rennfahrer auch. Warm und trocken, andere Wünsche hatte nach diesen 171 Kilometern wohl niemand. So wie Christian Müller ging es schließlich allen im Peloton: "Es war schweinekalt, ich habe unheimlich gefroren." (kh)
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(www.radsportnews.com)
Tja, irgendwie war es vorherzusehen dass es für Ulle bei diesem Wetter nicht so toll laufen würde. Weiterhin Doppelführung für die beiden Gerolsteinerprofis im Gesamtklassement, Leipheimer mit knappen 1:30 Vorsprung auf Ullrich. Was kann man sich mehr wünschen!
mfg Robert
Edit: Das Foto oben sagt wohl alles!  |
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Deutschland-Tour - Zeitfahren
Ullrich gewinnt Trostpreis - Leipheimer die Tour
WEINHEIM, 22.08.05 (rsn) - Jan Ullrich hat das Zeitfahren der Deutschland- Rundfahrt gewonnen, den Kampf um den Gesamtsieg nach seiner enttäuschenden Vorstellung am Feldberg aber erwartungsgemäß verloren. Der T-Mobile-Kapitän fuhr am Montag bei der 8.Etappe die Bestzeit im Kampf gegen die Uhr über 31,1km zwischen Ludwigshafen und Weinheim, während der Amerikaner Levi Leipheimer (Gerolsteiner) mit 55 Sekunden Rückstand Dritter wurde und seine Führung im Gesamtklassement vor der Schlussetappe verteidigte.
"Das ist ein großer Tag für Gerolsteiner - Georg Totschnig wird wohl Dritter werden und mir kann an der Spitze wahrscheinlich nicht mehr viel passieren. Wir sind das stärkste Team hier", freute sich Leipheimer, dem der Gesamtsieg praktisch nicht mehr zu nehmen ist. Am Mittwoch tritt der kalifornische Tour de France-Sechste die Rückreise in die USA an und wird seine erfolgreiche Gerolsteiner-Debütsaison beenden. "Wenn nicht noch die sprichwörtliche Katze über die Straße läuft, dürften wir wohl die Rundfahrt gewinnen", sagte Gerolsteiner- Teamchef Hans Holczer, der hinter Leipheimer im Begleitfahrzeug fuhr. "Nach der ersten Zwischenzeit war eigentlich schon hochrechenbar, dass es reicht. Das ist ein schöner Moment."
Amerikaner sind das Schicksal von Jan Ullrich. Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner behauptete auch nach dem entscheidenden Zeitfahren der Deutschland-Rundfahrt die Führung im Gesamtklassement und wird am Dienstag sein Gelbes Trikot im Finale vor der T-Mobile-Zentrale in Bonn präsentieren. Ullrich, der bei der Tour de France zum fünften Mal an dem inzwischen zurückgetretenen Lance Armstrong (USA) gescheitert war, gelang am Montag in Weinheim aber wenigstens der Tagessieg. Damit schaffte er zumindest den ersten Etappenerfolg bei der Deutschland-Rundfahrt in seiner an Niederlagen reichen Karriere.
Er war auf den 31,1 Kilometern zwischen Ludwigshafen und Weinheim 54 Sekunden schneller als der drittplatzierte Leipheimer und rückte im Gesamtklassement 31 Sekunden hinter den Amerikaner auf Rang zwei vor. An dieser Reihenfolge wird die letzte Etappe am Dienstag über 168 Kilometer von Bad Kreuznach nach Bonn nichts mehr ändern. Leipheimers Team-Kollege Georg Totschnig (Österreich) ist Dritter vor dem Franken Jörg Jaksche, dem tragischen Helden der Rundfahrt, der vor allem wegen viel (Material-)Pech seine offensive und starke Fahrweise nicht in einen Podiumsplatz ummünzen konnte. In Weinheim fuhr Jaksche die viertbeste Zeit.
"Heute war meine letzte Chance. Ich habe sie genutzt, um die Etappe zu gewinnen, aber den Gesamtsieg habe ich nicht geschafft. Trotzdem war dieser Erfolg sagenhaft wichtig für mich. Ich häte gerne gewonnen, aber ich kann auch mit dem zweiten Platz (im Gesamtklassement) zufrieden sein. Ich bin meine Erkältung bei dem schlechten Wetter der vergangenen Tag nie richtig losgeworden", sagte Ullrich. Der gehandicapte Deutsche, der sich nach dem dritten Platz bei der Tour de France den Sieg bei seinem Heimspiel ausdrücklich vorgenommen hatte, hat seine Heimatrundfahrt auf den zwei Bergetappen nach Sölden und auf den Feldberg verloren. Zusammen büßte der T-Mobile-Kapitän dort 1:20 Minuten auf den ehemaligen Armstrong-Teamkollegen Leipheimer ein, der in Paris Platz sechs belegt hatte.
Am Montag holte Ullrich den ersten Sieg eines Einheimischen bei dieser Deutschland-Rundfahrt bei ausnahmsweise günstigen Witterungsbedingungen und feierte damit seinen zweiten Erfolg in diesem Jahr. Der zweifache Zeitfahr-Weltmeister hatte vor der Tour de France auch den Kampf gegen die Uhr bei der Tour de Suisse gewonnen. Auf dem bis auf eine kleine Steigung auf 153 Meter zum Schluss flachen Kurs an der Bergstraße fuhr Ullrich ein Stundenmittel von 50,5 Kilometer.
Am Morgen hatte Ullrich den Kurs zusammen mit seinem Hauptrivalen Leipheimer, dem Sieger der Königsetappe in Sölden, abgefahren. Beide hatten sich zufällig im Training getroffen. "1:26 Minuten Vorsprung für Leipheimer, das war zu viel Holz für Jan", sagte Vorjahressieger Patrik Sinkewitz, der in diesem Jahr im Gesamtklassement keine Chance hatte. Der Italiener Danilo di Luca, Spitzenreiter der ProTour- Wertung, erschien in Ludwigshafen nicht zum Start der 8. Etappe.
Ullrich lag schon bei der ersten Zwischenzeit nach neun Kilometern auf Bestzeit-Kurs. Leipheimer, 2001 WM-Vierter im Zeitfahren, verlor zwar erwartungsgemäß Zeit gegen den zweifachen Weltmeister der Disziplin, seine Führung im Gesamtklassement geriet aber nie in Gefahr. Nach 9,6km lag Leipheimer 13 Sekunden hinter Ullrich, 26 Sekunden waren es nach 19,1 km, 43 Sekunden nach 25,9 km und schließlich 54 Sekunden im Ziel nach 31,1 km. Leipheimer fuhr kontrolliert und ließ sich nie in Gefahr bringen von einem guten, aber nicht übermächtigen Ullrich, dem der Rouleur-Kurs lag.
"Ich freue mich für Jan und das Team. Das war heute wichtig für ihn - er ist ein Superrennen gefahren, auch wenn er den Gesamtsieg nicht mehr geschafft hat", sagte Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage, der nicht im Team-Begleitwagen sitzen durfte. Vor der Etappe hatte Pevenage seinem Schützling Mut gemacht und erklärt, der Gesamtsieg sei durchaus noch drin.
Am Montag wurden unterdessen Passagen der nächsten Deutschland-Rundfahrt bekannt. Das Rennen beginnt neun Tage nach dem Ende der Tour de France am 1. August in Düsseldorf mit einem Zeitfahren und endet am 9. August in Karlsruhe. Bergpassagen sollen der Teutoburger Wald und wieder die Tiroler Alpen bieten.
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Naja, wie vermutet konnte Ullrich sein Ziel doch nicht mehr ganz erreichen. Leipheimer war zu stark, dass er noch eingeholt werden konnte. Seltsam wie ich finde, Ullrichs 'Ami-Drama' finde ich. Zuerst 7 Jahre in Folge an Lance bei der Tour, jetzt an Levi bei seiner Heimrundfahrt. Irgendwie erinnerte mich dieser Levi Leipheimer heute auch an den großen Armstrong, nicht nur weil er ein gelbes Trikot angehabt und Ullrich in die Schranken gewiesen hat. Er besitzt auch etwas, dass langsam aber sicher ein Wahrzeichen der Amis im Radsport zu sein scheint. Leidend bluffen, wenn's noch nicht weh tut und wenn dann die Post abgeht keine Mine verziehen. So war's in den Bergen und so war's auch heute im Finish des Zeitfahrens. Glänzende Schauspieler wären sie wohl nebenbei alle!
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Deutschland-Rundfahrt
Gerolsteiner-Triumph vor der T-Mobile-Zentrale
BONN, 23.08.05 (rsn) - Der 31-jährige Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner hat die schwerste Deutschland-Rundfahrt aller Zeiten gewonnen. Dem mit großen Ambitionen gestarteten Jan Ullrich, der im Gesamtklassement 31 Sekunden hinter dem Amerikaner auf Platz zwei landete, blieb nur das kleine Trostpflaster des Sieges beim Zeitfahren in Weinheim. Der Gerolsteiner-Triumph wurde am Dienstag abgerundet durch Rang drei des Österreichers Georg Totschnig. Den letzten Tagessieg nach 168 Kilometer hatte sich der italienische Sprinter Daniele Bennati gesichert, der seinen dritten Erfolg feierte.
Die Siegerehrung fand ausgerechnet vor der T-Mobile-Zentrale in Bonn statt, aus deren Kasse 110.000 Euro für dieses Vorrecht geflossen waren. «Keine Häme. Man stelle sich vor, eine Tour-de-Fance-Etappe endet vor unserer Firmenzentrale und ein T-Mobile-Fahrer gewinnt», sagte Hans-Michael Holczer, der Manager der nationalen T-Mobile- Konkurrenz aus der Vulkaneifel, die lange im Schatten der Magentatruppe stand.
«Leistungssport ist kein Wunschkonzert», sagte T-Mobile-Manager Olaf Ludwig, der Ullrich und der Mannschaft keinen Vorwurf machte, «obwohl wir unser Ziel Gesamtsieg verpasst haben». Der unterlegene Ullrich erkannte neidlos an: «Die Gerolsteiner waren einfach besser aufgestellt und insgesamt sehr stark. Sie haben offensichtlich die Tour de France besser überstanden. Wir hatten unter Krankheiten und dem Ausfall Vinokourovs zu leiden. Meine persönliche Bilanz fällt den Umständen entsprechend gut aus. Ohne meine Erkältung hätte es sicher anderes ausgesehen.»
Der Tour-de-France-Dritte, der sich mit seinem ersten Sieg auf der neuntägigen Rundfahrt durch Deutschland und Österreich über seine erneute Niederlage in Frankreich hinwegtrösten wollte, musste sich auch in seinem Heimatland einem Amerikaner geschlagen geben. Ullrich verlor die Rundfahrt in den Bergen. Auf der Königsetappe büßte er gegen den überragenden Leipheimer auf 2670 Meter Höhe 56 Sekunden ein. Auf der völlig verregneten Etappe auf den Feldberg kamen noch einmal 30 Sekunden hinzu. Dieser Rückstand war für Ullrich, der am Montag bei seinem Zeitfahrsieg auch nur entfernt an glorreichere Zeiten erinnerte, auch in seiner Spezialdisziplin nicht mehr aufzuholen.
Der im Vorjahr zu Gerolsteiner gewechselte Leipheimer, vor vier Wochen in Paris im Tour-Finale Sechster, wertete seinen Sieg im «Ullrich-Land» als «größten Erfolg meiner Laufbahn». Nach dem Karriereende Armstrongs, dessen bekannt gewordene Doping-Affäre die Schlussetappe überschattete, kündigte der Amerikaner an, sich im kommenden Jahr ausschließlich auf die Tour de France zu konzentrieren.
Die 7. Deutschland-Rundfahrt nach der Wiederbelebung 1999 war nicht nur wegen des Gesamtsiegers fest in ausländischer Hand. Ullrich sorgte für den einzigen Teilerfolg eines Einheimischen. Dass die hohen Zuschauer-Zahlen des Vorjahres (4,2 Millionen) auf insgesamt 1520 Straßen-Kilometern nicht erreicht wurden, lag aber vor allem am schlechten Wetter. An fünf von neun Tagen regnete es. Vorjahressieger Patrik Sinkewitz (Fulda), im kommenden Jahr Team-Kollege von Ullrich, musste mit Rang zehn zufrieden sein.
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Armstrong: "Skandal-Journalismus"
EPO-Spuren in Armstrongs Urinproben von 1999
PARIS, 23.08.05 (rsn) - Lance Armstrong, der nach seinem siebten Tour de France-Sieg im Juli seine Karriere beendet hat, ist von der Vergangenheit eingeholt worden. Die Pariser Sportzeitung L'Equipe fand heraus, dass in den Urinproben des Amerikaners von der Tour 1999 EPO gefunden wurde.
In sechs Urinproben, die während der Tour de France 1999 bei Armstrong genommen wurden, fanden Dopingforscher bei zu wissenschaftlichen Zwecken durchgeführten Tests fünf Jahre später EPO. Dr. Jacques de Ceaurriz, der Direktor des Labors, das diese Tests durchführte, bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht in der Dienstagsausgabe der Sportzeitung L'Equipe. An den Testergebnissen gäbe es keinen Zweifel, sagte Dr. de Ceaurriz. Das Alter der Urinprobe von fünf Jahren sei kein Problem. "Entweder ist das EPO ganz degradiert und nicht mehr nachweisbar oder die Proteine sind intakt", sagte der Mediziner.
Zitat: "Das ist doch kein Scoop. 1999 haben alle EPO genommen."
Der französische Ex-Profi Pilippe Gaumont
"Wieder einmal berichtet eine europäische Zeitung, dass ich positiv war auf leistungssteigernde Medikamente. (...) Ich wiederhole einfach, was ich schon mehrfach erklärt habe: Ich habe nie leistungssteigernde Medikamente genommen", reagierte Lance Armstrong auf seiner Website (www.lancearmstrong.com). Der Amerikaner sprach von "Hexenjagd", L'Equipe betreibe "nichts anderes als Skandal-Journalismus". Die Pariser Sportzeitung überschrieb ihren Bericht am Dienstag mit der Schlagzeile: "Armstrongs Lüge".
Die Tests, mit denen EPO-Doping im Urin nachgewiesen werden kann, wurden erst bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney eingeführt. Mit Zugabe von künstlichem EPO kann eine große Leistungssteigerung um bis zu 30 Prozent erzielt werden durch eine Erhöhung der sauerstofftragenden roten Blutkörperchen. EPO war in den Neunzigern praktisch von allen im Profi-Peloton verwendet worden. Erst 1997 begann man mit den ominösen Hämatokritests den gefährlichen exzessiven EPO-Gebrauch zu begrenzen, doch damit war künstliches EPO noch nicht zweifelsfrei nachweisbar.
Bei der Weiterentwicklung und Verfeinerung des revolutionären Urin-EPO-Tests verwendeten die Wissenschaftler des nationalen französischen Dopinglabors von Châtenay-Malabry Urinproben aus den Jahren 1998 und 1999, als EPO noch immer weitverbreitet war. Die dabei durchgeführten Tests dienten zu rein wissenschaftlichen Zwecken, nicht zur Überführung von Dopingsündern. Doch wurden die Tests nicht anonym durchgeführt. Laut L'Equipe stammten sechs von zwölf Proben von Lance Armstrong.
Zitat: "Das Labor hat zuätzliche Tests durchgeführt. Irgendjemand hat den Auftrag gegeben."
UCI-Präsident Hein Verbruggen
"Wir arbeiten mit anonymen Proben, auf denen nur Nummern stehen. Die Liste mit den Namen der getesteten Fahrern haben nur die Sportverbände", sagte dazu Dr. de Ceaurriz. "Ich kann aber bestätigen, dass wir letztes Jahr einige Proben aus der Tour de France 1999 getestet haben und in einigen EPO festgestellt haben. Wir haben gestern (Montag) unsere Resultate an die WADA weitergegeben, ohne zu wissen, dass einige Ergebnisse Lance Armstrong betrafen."
Lance Armstrong sieht sich seit Jahren Dopingvorwürfen und Gerüchten ausgesetzt. Positiv war er nur einmal 1999. Damals konnte er aber nachweisen, dass ihm das betreffende Produkt aus medizinischen Gründen verschrieben worden war und er es nehmen durfte. Der Amerikaner dementierte stets, gedopt zu haben. Bei seiner pathosgeladenen Abschiedsdrede auf dem Podium im Paris vor vier Wochen sagte Armstrong: "Allen, die nicht an den Radsport glauben, allen Zynikern und Skeptikern sage ich: Schade, dass Ihr nicht an Wunder glaubt."
Die positiven EPO-Tests von 2004 stellen prinzipiell kein Dopingvergehen im eigentlichen Sinn dar, da es keine offiziellen Dopingtests waren. So ist etwa eine erforderliche Gegenanalyse ("B-Probe") nicht möglich. Es wäre zudem merkwürdig, würde man mit Methoden und Tests von heute jahrelang zurückliegende Leistungen von Fahrern nachträglich überprüfen. Kaum noch eine Siegerliste wäre da sicher. Dennoch könnten Untersuchungen der Welt-Antidopingagentur WADA folgen, schreibt L'Equipe. Die Zeitung weist daraufhin, dass die amerikanische Anti-Dopingagentur USADA im Falle des Steroid-Skandals um das Balco-Labor in San Francisco, in den mehrere große Baseball-Stars verwickelt sind und der sogar eine Kongress-Anhörung nach sich zog, auch ohne "offiziellen" positiven Dopingtests Sanktionen gegen Sportler verhängte.
Leblanc schließt Deklassierung nicht aus
Der Radsport-Weltverband UCI hat am Dienstag zunächst keine Stellungnahme zu den neuen Doping-Vorwürfen gegen den siebenmaligen Tour de France-Sieger Lance Armstrong abgegeben. "Zur Zeit gibt es noch keine offizielle Stellungnahme des Weltverbandes zu diesem Vorgang", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani der dpa, "deshalb kann ich auch nicht sagen, ob es überhaupt sportrechtliche Handhaben gegen Armstrong geben könnte." Hein Verbruggen, der Präsident des Internationalen Radsport- Verbandes UCI, forderte die vollständige Aufklärung. Erst dann könne man entscheiden, "ob es rechtliche Schritte geben sollte und ob dies ein weiterer Schlag für den Radsport" sei.
Tour de France-Direktor Jean-Marie Leblanc sagte im französischen Fernsehen, er sei "schockiert" von den Enthüllungen. Er sei von Armstrong "entäuscht". Leblanc schloss nachträgliche Sanktionen nicht aus. "Wenn es sportliche Sanktionen (durch die UCI) geben sollte, dann könnten die Organisatoren diesem Schritt folgen. Ich weiß noch nicht in welcher Form, durch eine Deklassierung, eine Sanktion", sagte Leblanc. 1999 war der Schweizer Alex Zülle Tourzweiter hinter Armstrong. Der in die Festina-Affäre von 1998 verwickelte Zülle war damals ironischerweise gerade von einer EPO-Dopingsperre zurückgekehrt.
Jan Ullrich, der bei der Tour de France 1999 wegen noch nicht auskurierter Sturzverletzungen auf einen Start verzichten musste, wollte sich nicht an den Spekulationen über seinen früheren Dauerrivalen Armstrong beteiligen. «Er ist der Größte seiner Zeit», sagte der T-Mobile-Kapitän nach Abschluss der Deutschland-Tour am Dienstag in Bonn, «vielleicht will man ihm jetzt wieder etwas anhängen.» Wenn es so wäre, «dann wäre ich natürlich enttäuscht», aber das Ganze sei sechs Jahre her und «sehr spekulativ». Über eine nachträgliche Untersuchung seiner Blutproben von der Tour de France 1997 wäre Ullrich wahrscheinlich auch nicht sehr glücklich.
In Frankreich, wo man auch zuletzt wieder eine "Tour de France der zwei Geschwindigkeiten" erkannt haben wollte, herrschte helle Aufregung, in die sich die übliche Heuchelei mischte. Richard Virenque, in dessen Karriere EPO auch eine gewisse Rolle gespielt hatte, sagte, es sei "bizarr", dass sieben Jahre später und just nach dem Karriereende Armstrongs diese Enthüllungen auftauchten. "Das ist ein Donnerschlag", meinte Cofidis-Manager und Armstrong-Kritiker Eric Boyer, der den Radsport-Weltverband UCI kritisierte. "Die Journalisten haben ihre Arbeit getan, doch finde ich es wirklich schade, dass der Internationale Radverband nicht nachträglich die Mittel einsetzt, die ihm zur Verfügung stehen." Der 69 Jahre alte frühere französische Rad-Champion Raymond Poulidor sprach von einer "betrüblichen Sache. Als einziges kann man dazu festhalten, dass er es wie die anderen gemacht hat".
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(www.radsportnews.com)
Das ist jetzt wieder mal vollkommen lächerlich! Man kann nicht einfach sieben Jahre später Proben hernehmen, sagen sie wären von einem bestimmten Sportler und sie dann auf Dopingmittel analysieren lassen. Bei allem was Recht ist, aber das ist übelste Rufschädigung! Und absoluter Unfug!
Und der Punkt mit nachträglichen Saktionen ist noch mehr Blödsinn, das geht gar nicht. Du kannst ja nicht Jahre später die Ergebnisse jedes Rennens annullieren lassen, wenn irgendwelche Vorwürfe auftauchen.
Wer auch immer diese zustätzliche Untersuchung angeordnet und finanziert hat, der wusste ganz genau eine weitere Intrige gegen Armstrong und den gesamten Radsport zu initieren!
mfg Robert |
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Woody
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Wobei man sich aber darüber klar sein muß, daß alles genommen wird, was gerade nicht nachweisbar ist.
Wenn es drin war, was willst Du machen...? Komisch ist das natürlich schon.
Sollte man Ulle Pipi von früher so testen, was käme da raus?
Dopen wohl alle was so geht...
hf Woody  |
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Nur was ist wenn es wirklich stimmt? Und soweit ich das mitbekommen habe wurden nicht nur von Armstrong Proben getestet, sondern von mehreren Fahrern, und nicht nur bei Armstrong soll was gefunden wurden sein. Sollte der wirklich gedopt haben wäre das für mich einer der größten Skandale überhaupt. Nur denke ich das man das nie endgültig wird klären können.
MfG
Maestro |
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