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kevler
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Die Probe wurde doch nur zu Versuchszwecken genommen und es wurde nichts angeordnet genau diese Proben zu untersuchen. Niemand wusste wen sie da kontrollieren. Später kam halt heraus das es 6 Proben von Armstrong waren und diese wurden in dem Labor getestet das die EPO Dopingtests erfunden hat und auch dort führend ist. Also ist glaube bewiesen das er gedoped hat!
Meiner Meinung nach soll er den Tour de France Sieg ruhig behalten. Sein Ruf is durch sowas eh ganz weit unten und er wird keine Freude mehr haben. |
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Robert
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@Woody: Du hast Recht! 99 hat sicher mehr als nur ein Fahrer mit Epo gedopt weils ja nicht nachweisbar war. Also gehen wir entweder von der Vermutung aus, dass alle nicht gedopt waren (sehr unwahrscheinlich) oder wir gehen davon aus das alle gedopt haben.
Und wegen Ulle: Tja, der war bei seinem Toursieg von 97 sicher auch mit Epo gedopt, wie jeder Fahrer zu dieser Zeit.
@Maestro: Auch Richtig! Es wurden 12 Proben ausgewertet, alle waren positiv (also 100% Dopingquote), nur 6 davon waren 'angeblich' von Armstrong. Angeblich schreibe ich, weil weder 100%ig sicher sein kann, dass die Proben nicht nachträglich manipuliert wurden, noch dass sie nicht irgendwie ausgetauscht wurden. Ein Komplott würde doch gut passen, vor allem weil die Untersuchungen ja eigentlich anonym zu wissenschaftlichen Zwecken geplant waren. Warum dann plötzlich beim französischen Verband nachgefragt wird, wem 6 dieser Proben gehören, ist schon ziemlich seltsam.
"Das Labor hat zuätzliche Tests durchgeführt. Irgendjemand hat den Auftrag gegeben."
UCI-Präsident Hein Verbruggen
Und es stimmt, endgültig wird man seine Schuld bzw Unschuld wohl nie beweisen können, denn er wurde NIE postiv getestet! (Ohne eine Erklärung dafür zu haben)
Ein Artikel dazu:
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Armstrong nennt Tour-Direktor hirnverbrannt
Washington (dpa) - Der in eine Doping-Affäre verwickelte siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong hat Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc als «hirnverbrannt» bezeichnet. Der Franzose hatte dem Rekordsieger nach Bekanntwerden der positiven Urinprobe aus dem Jahr 1999 vorgeworfen, die Sportwelt betrogen und zum Narren gehalten zu haben. «Es gibt nicht nur eine B-Probe. Es gibt sieben A- und B- Proben, die alle negativ sind», sagte Armstrong am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. |
(www.radsportnews.com)
@Kevler: Aber da wirfst du doch selbst die Frage auf: Warum kommt plötzlich bei anonymen Tests auf, wem die Proben gehören? Ob er gedoped hat oder nicht, ohne Beweis gilt für mich die Unschuldsvermutung.
"Das ist doch kein Scoop. 1999 haben alle EPO genommen."
Der französische Ex-Profi Pilippe Gaumont
Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass der Radsport großteils 'sauber' ist! Zumindest bis man an die Grenze kommt, wo bestimmte Dopingarten (noch) nicht nachzuweisen sind.
mfg Robert |
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Robert
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Dazu noch schnell ein weiterer kurzer Bericht:
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Armstrong vermutet Manipulation
Lance Armstrong tritt im Kampf um seinen Ruf die Flucht nach vorn an. Der 33-Jährige bestreitet nach wie vor jegliche Einnahme verbotener Mittel und vermutet hinter den positiven EPO-Ergebnissen des Pariser Labors sogar Manipulation.
An einer Pressekonferenz in Washington kündigte Armstrong rechtliche Schritte gegen die französische Sportzeitung "L´Equipe" und möglicherweise auch gegen das Labor an. Der Tour-Rekordsieger sprach den positiven Epo-Befunden jede rechtliche wie auch medizinische Relevanz ab. Zum Ergebnis der Tests meinte Armstrong: "Es gab sieben Jahre lang A-Proben und B-Proben. Sie waren alle negativ. Ich garantiere, dass auch im Jahre 1999 bei der Abgabe der Proben kein EPO in meinem Körper war." Niemand wisse, wie diese Proben in der Zwischenzeit behandelt worden seien.
Das Pariser Labor habe zudem die vorgeschriebene Geheimhaltung der B-Proben nicht gewährleistet und damit gegen die Richtlinien der Welt-Antidoping-Agentur WADA verstossen.
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kevler
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Die Tests wurden für Forschungszwecke durchgeführt. Die haben einfach de Proben mit Nummern gekriegt und diese dann Untersucht. Als der Befund positiv war haben se die Proben an irgend eine Behörde geschickt welche wusste welche Nummer zu welchem Fahrer gehört und genau deshalb nehme ich an das die schuld bewiesen ist. Natürlich ist es Schade das so die Probe "zerstört" wurde und Armstrong nicht nochmal Prüfen kann. Aber man muss auch sagen das EPO bei ihm gefunden wurde und das is wohl der Beweis das er gedoped hat. Ob das Sanktionen mit sich zieht weiss ich nicht. wird sich wohl die Tage rausstellen.
Aber mit Sicherheit kann man wohl sagen: Armstrong hat 1999 gedoped (Wie einige andre auch) |
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Robert
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| kevler wrote: |
| Aber mit Sicherheit kann man wohl sagen: Armstrong hat 1999 gedoped (Wie einige andre auch) |
Wie schon gesagt, das ist durchaus gut möglich! |
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60.Spanien-Rundfahrt ab Samstag
Heras peilt Rekordsieg an
MADRID, 26.08.05 (rsn) - Der Spanier Roberto Heras (Liberty) will als erster Rennfahrer in die Annalen eingehen, der die Spanien-Rundfahrt vier Mal gewann. Bei der am Samstag beginnenden 60.Ausgabe der "Vuelta" ist der Kapitän des Manolo Saiz-Teams der Favorit. "Der Sieg ist das wichtigste, aber es wäre natürlich auch wunderbar, mit einem Rekord Geschichte zu schreiben. Die Straße wird entscheiden", sagt Heras.
Heras gewann seine Heimatrundfahrt im vergangenen Jahr zum dritten Mal nach 2000 und 2003. Er zog damit gleich mit dem Schweizer Tony Rominger, der in Spanien zwischen 1992 und 1994 erfolgreich war. Heras, der lange Jahre Leutnant von Lance Armstorng bei US Postal war, ist der Favorit, wenngleich er nicht unter optimalen Umständen in den andalusischen Startort Granada kommt. Bei der Tour de France war er für die spanischen Fans eine herbe Enttäuschung. Statt ums Podium mitzufahren erreichte Heras lediglich den 45. Rang mit 1.38:33 Stunden Rückstand auf seinen einstigen Kapitän.
"Im Training habe ich mich aber sehr gut gefühlt. Deshalb bin ich optimistisch", sagt Heras aber vor dem Start der Vuelta. Der Sieger der letzten beiden Ausgaben hat in seinem Landsmann Francisco Mancebo (Balears), Vierter der letzten Tour, seinen größten Rivalen. Dessen junger Teamkollege Alejandro Valverde, das größte Rundfahrt-Talent Spaniens seit Miguel Indurain, fehlt dagegen. Der laboriert noch immer unter der Knieverletzung, wegen der er die Tour wenige Tage nach seinem vielumjubelten Etappensieg vorzeitig aufgeben musste. Valverde konzentriert sich jetzt auf seine Vorbereitung auf die WM in Madrid am 25.September und sagte die Vuelta ab.
Auch bei den großen internationalen Stars stieß die Vuelta wieder einmal auf Desinteresse. Von den drei "großen" Rundfahrten ist sie seit jeher die kleinste und Jahr für Jahr muss sie um die Zuschauergunst ein bißchen mehr kämpfen. Von der ProTour profitierte das Rennen auch nur bedingt. Zwar müssen jetzt alle 20 Topteams in Spanien antreten, doch tun sie das oft nur mit der zweiten Garde. Von den ersten Zwanzig der Tour de France sind bei der Vuelta nur vier Fahrer am Start. Für den deutschen ProTour-Rennstall Gerolsteiner, der die am Dienstag in Bonn zu Ende gegangene Deutschland-Rundfahrt dominierte, ist die Spanien-Rundfahrt wie für viele andere Teams ein Pflichttermin. "Wir fahren mit", antwortete Team-Manager Hans-Michael Holczer auf die Frage nach den eigenen Erwartungen.
Sportlich braucht sich die 60. Ausgabe der Vuelta derweil nicht zu verstecken. Der 3368,5km lange Kurs der 21 Etappen ist sehr anspruchsvoll. Drei Zeitfahren stehen im Programm, 50 Berge, darunter vier der Ehrenkategorie und zehn der ersten Kategorie erwarten die Fahrer. Zu den Höhepunkten zählt das erste große Zeitfahren über 48km am Sonntag in acht Tagen im Touristen-Ort Lloret de Mar (9.Etappe). Die beiden folgenden Tage stehen im Zeichen der Kletterer. Das schwere 10. Teilstück endet im Pyrenäen-Skiort Ordino-Arcalis mit einer Bergankunft in 2220m Höhe. Auch bei der 11.Etappe gibt es reichlich Anstiege und eine Ehrenkategorie-Bergankunft in Cerler. Die 14.Etappe ist nicht ganz so schwer, endet aber nach einem einem harten Schlussanstieg am bekannten See von Covadonga. Am vorletzten Tag haben die Rouleurs noch einmal eine letzte Chance, eventuell verlorenen Boden gutzumachen beim 38km langen Zeitfahren zwischen Guadalajara und Alcala de Henares. Die Schlussetappe in Madrid am Sonntag, dem 18.September gehört schließlich wie die ersten den Sprintern, von denen der Belgier Tom Boonen sowie der Italiener Alessandro Petacchi und Erik Zabel, die künftig Teamkollegen sein werden, die prominentesten im Feld sind. Sie nutzen die Vuelta vor allem als Vorbereitung auf die sprinterfreundliche WM in Madrid.
Am (morgigen) Samstag gehen 197 Fahrer aus 22 Teams an den Start des Auftaktzeitfahrens in Granada. Normalerweise wären es 198 gewesen, doch der Spanier Oscar Laguna fehlt. Der Fahrer aus dem Relax-Team, neben Valencia das einzige Nicht-ProTour-Team im Feld, fiel bei den medizinischen Untersuchungen mit einem erhöhten Hämatokritwert auf und erhielt ein Startverbot. Im vergangenen Jahr durften zwei Fahrer (Francesco Casagrande und der Spanier Carlos Roman Golbano) nicht starten. |
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Armstrong baut seine Verteidigungslinien
Ein texanischer Held gegen die bösen Franzosen
LOS ANGELES/BERLIN, 25./26.08.05 (rsn) - Der Tour de France-Sieger 1999 soll EPO genommen haben! Schockierend - schockierend! - fanden das die europäischen Zeitungen. Auch solche, die seit einem halben Jahrhundert jedem halbwegs erfolgreichen Radrennfahrer automatisch Doping unterstellten. In den USA reagierten die Medien dagegen von Beginn an höchst skeptisch auf die Enthüllungen der Pariser Sportzeitung L'Equipe. Lance Armstrong, der zunächst nur mit einer lakonischen Pressemitteilung auf die Berichte reagierte, hilft das. Der siebenfache Toursieger hat seine Verteidigungslinien inzwischen in Stellung gebracht. Tenor: Die bösen, neidischen Europäer wollen bloß einmal mehr einem amerikanischen Helden ans Zeug flicken.
Nachdem die Sportzeitung L'Equipe in ihrer Dienstagsausgabe berichtete, dass in Armstrongs Urinproben von der Tour de France 1999 bei angeblich nur zu wissenschaftlichen Zwecken nachträglich durchgeführten Untersuchungen im letzten Jahr EPO-Spuren gefunden wurden, hüllte sich Armstrong zunächst in Schweigen. Und - ganz im Gegensatz zu den europäischen - überschlugen sich die amerikanischen Medien nicht gerade. Es dauerte bis zum Nachmittag nach Ostküstenzeit, bis überhaupt die ersten zaghaft vorgetragenen Meldungen auf den großen Sportsendern wie ESPN auftauchten. Die US-Zeitungen am Mittwochmorgen behandelten das Thema auch nicht wie eine Bombe, während etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Armstrong-Story auf der ersten Seite mit Bericht und Leitartikel laufen ließ. In den USA wartete man lieber; einem Pariser Sportblatt, das seit Jahren kritisch über Armstrong berichtet und Fragen stellt, traute man nicht. Armstrongs erste Reaktion ("Hexenjagd") fiel auf fruchtbaren Boden. "They have had an attitude and that in itself attacks its credibility", tönte etwa John Eustice, der Radsport-Experte des Sportsender ESPN. Das sei alles "sour grapes", also Neid.
Lance gegen Europa
Die doch schon halbwegs wieder überwunden geglaubten transatlantischen Verstimmungen der letzten Jahre zwischen USA und dem "alten Europa" (Donald Rumsfeld) kommen in der Armstrong-Affäre wieder hoch und der Radstar spielt damit geradezu. Armstrong braucht Frankreich und Europa, wo er ohnehin noch nie beliebt war, nach dem Ende seiner Radkarriere sowieso nicht mehr. Seine zweite Karriere als öffentliche Figur macht er in den USA. Und seinen Landsleuten, bei denen der siebenfache Toursieger in erster Linie wegen seiner Lebens- und Krankheitsgeschichte populär wurde, will Armstrong weis machen, dass hinter all den Vorwürfen nichts weiter als Neid steckt. Die verknitterten Europäer wollen mit Tricks und Intrigen den großen amerikanischen Helden stürzen. In Talkshows wie der von Larry King bei CNN, dem harmlosesten Fragesteller im US-Fernsehen, kommt sowas gut an. Am Donnerstagabend (US-Ortszeit) reagiert Armstrong hier erstmals öffentlich auf die Vorwürfe. Armstrong lächelte viel, strahlte Selbstgewissheit aus und sagte Sätze wie: "Wir alle wollen einen sauberen Sport".
"Die Story war (für die französische Presse) von Anfang an zu gut, um nicht wahr zu sein. Berücksichtigen Sie meine Situation: Hier ist ein Kerl, der von einem Todesurteil zurückkommt. Warum sollte ich dopen?"
Armstrong bei Larry King Live (CNN)
"Ich hatte mal einen französischen Teamkollegen, der sagte zu mir: 'Schau, Lance, die Franzosen mögen keine Sieger'"; sagte Armstrong bei Larry King Live. "Wir könnten eine Menge Dinge anschauen. Wenn man die Landschaft zwischen Amerikanern und Franzosen derzeit anschaut, sind die Beziehungen offensichtlich angespannt. Lassen Sie uns nicht vergessen, dass das (die Doping-Verdächtigungen) alles begann, als ich 1999 meine erste Tour gewann. Eine Menge an Andeutungen und slimey journalism." Der Radsport in Frankreich stecke in einer tiefen Krise, auch das trage zu seiner Verfolgung bei, glaubt Armstrong. "Ich erinnere mich an eine Umfrage, wer der meist gehasste Sportler in Frankreich ist. Ich bin froh, dass ich nicht gewonnen habe und nur Dritter wurde." Nach Frankreich werde er nach seiner Karriere nie mehr zurückkehren. "Ich muss nicht mehr dahin und mich mit den Leuten da abgeben", so der Amerikaner, der vor der letzten Tour groß angekündigt hatte, er wolle die "Herzen der Fans" gewinnen.
In einer Telefon-Pressekonferenz mit ausgewählten Journalisten aus einem Hotelzimmer in Washington hatte Armstrong bereits am Mittwoch Vorwürfe von Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc als "absurd" bezeichnet. Der Franzose hatte dem erfolgreichsten Radprofi der Gegenwart nach Bekanntwerden der positiven Urinprobe aus dem Jahr 1999 vorgeworfen, die Sportwelt betrogen und zum Narren gehalten zu haben. "Es gibt nicht nur eine B-Probe. Es gibt sieben A- und B- Proben, die alle negativ sind. Alle Proben, die ich während meiner Tour-Jahre abgegeben habe, enthielten definitiv kein EPO", sagte Armstrong. Das Urin-Nachweisverfahren, mit dem 2004 nachträglich die 99er Proben überprüft wurden, wurde allerdings erst bei der Tour 2001 eingeführt. L'Equipe warf Armstrong vor, die Veröffentlichungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lanciert zu haben: "Das verkauft sich sehr gut." Das bedeutet allerdings ja nicht automatisch, dass es falsch ist. Rechtliche Schritte gegen L'Equipe scheut der ansonsten sehr klagefreudige Armstorng bezeichnenderweise. "Wenn man einen Prozess anstrebt, muss man der Sache wirklich auf den Grund gehen. Das kostet eineinhalb Millionen Dollar und zwei Jahre meines Lebens. Mit meinem Geld und meiner Zeit kann ich besseres anfangen", sagte Armstrong.
In seinem Talkshow-Auftritt bei CNN wiederholte Armstrong diese Äußerungen fast wörtlich. Der US-Star attackierte die WADA, der er vorwarf, die eigenen Regeln zu brechen. Sanktionen befürchte er aus formalen Gründen nicht. "Ein Kerl in einem Pariser Labor öffnet deine Probe. Er testet sie. Keiner ist dabei, kein Protokoll wurde befolgt. Dann bekommst Du einen Anruf von einer Zeitung und es heißt: Wir haben rausgefunden, dass Sie sechs Mal positiv auf EPO waren. Seit wann regieren Zeitungen den Sport? Seit wann entscheidet eine Zeitung, dass ein Fahrer bestraft werden muss? So funktioniert das nicht", sagte Armstrong.
Substantielleres muss der Amerikaner zu seiner Verteidigung wohl auch gar nicht sagen, denn die ganze Affäre dürfte eine PR-Schlacht werden, bei der die Zeit für Armstrong läuft. Nächste Woche ist das Thema auch in Europa durch. Sportrechtliche Sanktionen, gar eine Aberkennung seines Toursiegs von 1999, muss Armstrong nicht befürchten. Der französische Sportminister Jean-Francois Lamour bekräftigte die Ansicht vieler Experten, dass eine Bestrafung Armstrongs unmöglich erscheint, weil die Gegenkontrolle durch eine zweite Probe nicht stattfinden kann. "Ich habe die in L'Équipe abgedruckten Laborprotokolle nicht im Original gesehen. Aber, wenn es stimmt, was in der Zeitung steht, ist das ein schwerer Schlag gegen den Radsport", sagte Lamour.
Gegenwind bekommt Armstrong inzwischen auch aus dem Kollegenkreis, nachdem ihm aktive und ehemalige Profis bislang eher Rückendeckung im Sinne einer Unschuldsvermutung gegeben hatten. "Die Fakten sprechen für sich. Es ist enttäuschend, auch wenn es sich um 1999 handelt. Das wirft ein neues Licht auf all seine Siege, zitiert L'Equipe am Donnerstag den französischen Nachwuchsstar Thomas Voeckler, der bei der Tour 2004 10 Tage im Gelben Trikot gefahren war. "Der Fall zeigt nur, dass ich immer die Wahrheit gesagt habe"; meinte Armstrongs Intimfeind Fillippo Simeoni, der in einem Prozess Armstrongs berüchtigten Betreuer Michele Ferrari belastet hatte, woraufhin sich Armstrong bei der Tour 2004 und danach mit Mobbingmethoden rächte.
Moralische Sieger
Das "USA gegen Europa"-Motiv ist derweil auch in der anderen Richtung genauso sinnleer. Rudolf Scharping, der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), sagt in der Bild-Zeitung (Freitag-Ausgabe) über die Armstrong-Enthüllungen: "Wenn das stimmt, ist Jan Ullrich für mich der moralische Sieger der Tour de France." Der frühere Verteidigungsminister sieht es als zulässig an, Urinproben erst Jahre später mit neuen Methoden noch einmal zu testen. Und genau da drohen noch mehr Enthüllungen: Neben den zwölf positiven Dopingproben der Tour de France 1999 ("nur" sechs davon stammen von Armstrong) weisen weitere 40 Proben aus dem Jahr 1998 Spuren des Dopingmittels Epo auf, wie der Leiter des französischen Anti- Doping-Labors in Chatenay-Malabry, Jacques de Ceaurriz, der Süddeutschen Zeitung sagte. Wer sich letztendlich als moralischer Sieger fühlen darf, muss man mal abwarten. "Wer weiß, was rauskäme, wenn man Ullrichs Proben von 1997 untersuchen würde", meint Rudi Altig, der sich mit Doping auskennt wie die meisten Altstars. Radsport und Moral hat, was das Thema Doping betrifft, keine große Tradition. Der Beliebtheit des Sports hat das aber nie geschadet. Auch und gerade nicht in Europa. (kv)
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"Der Mythos bleibt unberührt"
US-Radsportverband steht hinter Armstrong
COLORADO SPRINGS/BERLIN, 27.08.05 (rsn) - Der unter Dopingverdacht stehende siebenfache Tour de France-Sieger Lance Armstrong hat Rückendeckung erhalten vom US-amerikanischen Radsportverband. Steve Johnson, der Geschäftsführer von "USA Cycling" nannte die Vorwürfe der Pariser Sportzeitung L'Equipe, wonach Urinproben des Radstars von 1999 Spuren von künstlichem EPO enthielten, "preposterous" (absurd).
"Ich denke nicht, dass das alles den Mythos Lance Armstrong beeinträchtigen wird", erklärte Johnson. "Die Sponsoren haben keine Fragen gestellt. Es wird die amerikanische Perspektive auf den Mann und auf das was er getan hat, nicht verändern", so der Verbandschef, der die französische L'Equipe für nicht glaubwürdig hält. Das Blatt habe eine "Agenda" und jeder käme zu der Schlussfolgerung, dass Neid auf den erfolgreichen Amerikaner im Spiel sei: "There's some sort of sour grapes going on", sagte Johnson.
"Diese Vorwürfe sind lächerlich. Sie kommen nur von einer französischen Zeitung. Außerdem muss man nur sehen, woher die Informationen kamen, um zu verstehen, dass es sich um eine Schmutzkampagne handelt", sagte Johnson mit Hinweis darauf, dass L'Equipe und Tour de France-Organisation zur gleichen Unternehmensgruppe gehören. Johnson attackierte auch den Präsidenten des Welt-Antidopingagentur Richard Pound, der von einem "ernsten Fall" gesprochen hatte.
"(Pound) sollte ein bisschen besser informiert sein. So funktioniert der Anti-Dopingprozess nicht. Lance steht in keinem normalen Untersuchungsverfahren. Wie das alles gemacht wurde, ist lächerlich. Es müssen Protokolle respektiert werden, Methoden, wie man die Proben behandelt, sie analysiert. All das ist nicht geschehen in diesem Fall", bedauerte der "chief operating officer" des US-Radsportverbands.
Am vergangenen Dienstag hatte die Sportzeitung L'Equipe berichtet, in sechs Urinproben von Lance Armstorng, die während der Tour 1999 genommen wurden, sei bei zu wissenschaftlichen Zwecken im letzten Jahr durchgeführten Analysen künstliches EPO gefunden worden. Armstrong wirft den Franzosen "Hexenjagd" vor und versucht seither die Affäre als eine nationale Auseinandersetzung zwischen Frankreich und den USA darzustellen.
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60.Spanien-Rundfahrt
Menchov gewinnt Auftaktzeitfahren
GRANADA, 27.08.05 (rsn) - Der Russe Denis Menchov (Rabobank) gewann am Samstag im andalusischen Granada das 7km lange Zeitfahren zum Auftakt der 60.Spanien-Rundfahrt und übernahm damit als erster das Gelbe Trikot des Gesamtbesten. Menchov verwies auf dem schweren Kurs in der Alhambra-Stadt den Belgier Rik Verbrugghe (Quick Step) und den Australier Bradley McGee (Française des Jeux) auf die Plätze. Der spanische Favorit und Vorjahressieger Roberto Heras (Liberty) kam auf einen guten siebten Rang.
Dem 27 Jahre alten Menchov, der bei der Tour de France (85.) enttäuschte, gelang beim Vuelta-Auftakt eine schöne Revanche. "Ich habe nicht erwartet, dass ich gewinne. Ich wollte eigentlich nur so wenig Zeit wie möglich verlieren", sagte Menchov. Der im nordspanischen Pamplona lebende Rabobank-Profi war nach der Tour nach Russland heimgekehrt, um sich dort auf die Vuelta vorzubereiten. Bei der Rundfahrt durch seine Wahlheimat hatte Menchov bereits letztes Jahr eine Etappe gewonnen.
Auf dem schweren Kurs bei großer Hitze von 38 Grad fuhr Menchov mit 9:45 Minuten die Bestzeit. Rik Verbrugghe war eine Sekunde langsamer, McGee hatte drei Sekunden Rückstand. CSC-Leader Carlos Sastre war als Vierter bester Einheinmischer. Favorit Roberto Heras, der an sich keine Zeitfahren mag, begrenzte seinen Rückstand auf 15 Sekunden. Sein Rivale Francisco Mancebo (Balears), Vierter der letzten Tour, wurde 21. mit 26 Sekunden Rückstand.
Der kurze Kampf gegen die Uhr war durch zwei Stürze überschattet worden: Die Spanier Ivan Gutierrez (Balears) und Joseba Beloki (Liberty) kamen zu Fall. Während Gutierrez sogleich weitermachen konnte und kaum Zeit verlor, musste Beloki das Rad wechseln Der Baske kam nach nur wenigen Metern ausgangs einer S-Kurve zu Fall. Beloki, der drei Mal auf dem Podium der Tour de France stand und seit seinem Sturz bei der "Großen Schleife" 2003 nie mehr seine alte Form erreichen konnte, verletzte sich an Ellbogen und Schlüsselbein. Er beendete das Rennen mit mehr als anderthalb Minuten Rückstand. "Der Asphalt war sehr glatt. Mein Rad ist einfach weggerutscht. Ich denke aber, ich habe mich nicht weiter verletzt", sagte Pechvogel Beloki.
Nichts mit dem Sieg zu tun hatten die deutschen Starter, von denen keiner unter die besten 40 kam. Linus Gerdemann (CSC), der erstmals bei einer großen Rundfahrt am Start ist, war als bester Deutscher 35 Sekunden langsamer als Sieger Menchov. Zeitfahr-Routinier Uwe Peschel vom Team Gerolsteiner büßte auf dem kurvenreichen Kurs noch eine weitere Sekunde ein. Bei dem Einzelzeitfahren, das als erste Etappe gewertet wurde, mussten die Profis bei 38 Grad Hitze einen Anstieg der dritten Kategorie überwinden.
Am besten mit dem Kurs klar kam Menchov, der im vorigen Jahr als Sieger der Baskenland-Rundfahrt seine Qualitäten bei Etappenrennen zeigte und in diesem Frühjahr Zweiter bei der Tour de Romandie wurde. Bei Rabobank ist er Nachfolger des Amerikaners Levi Leipheimer, der inzwischen beim deutschen Gerolsteiner-Rennstall fährt und vor kurzem die Deutschland-Tour gewann.
Die zweite Etappe führt am Sonntag über 189,3 Kilometer von Granada nach Córdoba. Die Rundfahrt endet nach 21 Etappen am 18. September in Madrid, wo eine Woche später auch die Straßen- Weltmeisterschaft stattfinden wird.
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Armstrong-Affäre droht sich auszuweiten
L'Equipe kündigt weitere Enthüllungen an
BERLIN, 28.08.05 (dpa) - Die Doping-Vorwürfe gegen Lance Armstrong durch L'Équipe waren vielleicht nur die Spitze des Eisberges - nun könnten weitere Namensnennungen im Radsport eine Doping-Lawine auslösen. Der Chefredakteur der französischen Sportzeitung kündigte am Samstagabend im ZDF-Sportstudio weitere Veröffentlichungen von Fahrer-Namen an, von denen positive Doping-Proben aus den Jahren 1998 und 1999 vorlägen. «Wir arbeiten daran», sagte Claude Droussent.
Der Namensabgleich mit den Codenummern der im Doping-Kontrolllabor von Chatenay-Malabry bei Paris nachträglich analysierten Proben sei noch nicht «hundert Prozent sicher». 52 positive Proben ohne Zuordnung sollen der Zeitung und auch der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA noch vorliegen.
Zumindest bis zur Skandal-Tour 1998 sei der Konsum des Blutdopingmittels EPO, das auch Armstrong in sechs B-Proben von 1999 bei seinem ersten Tour-Sieg aufwies, im Fahrerfeld weit verbreitet gewesen. Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» präsentierte den Ex-Profi Rolf Järmann als Kronzeugen. In einem Interview erklärte der 39-jährige Schweizer, dass Manipulationen mit EPO «Teil des Wettbewerbes» waren. «In der Zeit, in der ich gefahren bin, war EPO weit verbreitet. Deshalb hatten alle die gleichen Chancen. Ich hatte das Gefühl, meine Konkurrenten nehmen das gleiche», sagte Järmann, der 13 Jahre Profi war, 1999 zurücktrat und EPO bis 1998 nahm: «Danach habe ich es nicht mehr angerührt.»
Der Schweizer, 1993 und 1998 Sieger des damaligen Weltcup-Rennens Amstel Gold Race, fuhr auch in einer Mannschaft mit dem jetzigen CSC- Teamchef Bjarne Riis, der 1996 mit Telekom vor Jan Ullrich die Tour de France gewann. «Es wurde nicht kontrolliert, und man hatte das Gefühl, es nimmt jeder. Das Schuldgefühl wurde erst wieder bei der Tour 1998 geweckt, als die Polizei eingegriffen hat», sagte der heutige Werbefachmann weiter. Järmann sieht die Einführung der Bluttests als lebensrettende Maßnahme an.
Ohne Doping-Kontrollen hätte es nach Überzeugung Järmanns Todesfälle gegeben. «Es wäre eine Bedrohung geworden, wenn wir Radsportler nicht freiwillig Bluttests zugelassen hätten. Dank der Tests konnte man das eindämmen. Wir haben gemerkt, dass es ohne Tests nicht weitergehen kann. Deshalb bin ich froh, dass ich Radsportler war und nicht in eine andere Sportart involviert. Wir waren durch die Blutkontrollen am besten geschützt. Wahrscheinlich hatten wir dadurch auch die meisten Skandale», erklärte er weiter.
Zum Fall Armstrong sagte Järmann: «1999 war eine andere Zeit. EPO konnte nicht nachgewiesen werden. Ich bin überzeugt, er ist nicht besser oder nicht schlimmer als alle anderen auch. Am Schluss hat der gewonnen, der am meisten trainiert hat und der das Rennen cleverer gefahren ist als die anderen.» Er glaube, «dass Armstrong ein absolutes Ausnahmetalent ist, dass er einen extremen Siegeswillen hat und viel mehr Professionalität als die meisten anderen.»
Der in sechs B-Proben nachträglich überführte Rekordsieger aus Texas, der nach Meinung vieler Experten kaum sportrechtliche Konsequenzen zu fürchten hat, erhielt inzwischen von Steve Johnson, dem Geschäftsführer des amerikanischen Verbandes USA Cycling, Rückendeckung. Sportrechtler Michael Lehner (Heidelberg) sieht nur eine Möglichkeit, Armstrong zur Rechenschaft zu ziehen, wenn ein Fahrer «mit reinem Gewissen den Mut hätte, ihn auf Schadensersatz zu verklagen». Dies betonte der Anwalt, der auch Danilo Hondo im Doping- Verfahren vertritt, im ZDF.
Den heutigen Fahren stellt der Schweizer Ex-Profi Järmann («EPO steigert die Leistung enorm») kein besonders gutes Zeugnis aus. Von Läuterung sei kaum eine Spur: «Ich denke nicht, dass ein paar Rennfahrer sauber sind und ein paar nicht sauber sind, sondern es sind meistens alle ein bisschen unsauber und ein bisschen sauber.» Järmann: «Ich hätte viel mehr dopen können und wäre dann auch viel besser gewesen. Aber ich bin froh, dass ich es nicht gemacht habe».
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Tja, der Radsport bewegt sich nunmal an einer Grenze. Und diese Grenze ist kein gerader Strich, sondern verschwimmt mehr und mehr. Legal und Illegal sind nicht mehr zwei Stufen, sondern haben 100 verschiedene Abstufungen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, grau ist angesagt.
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GP Ouest-France
"Lances bester Freund" gewinnt in Plouay
PLOUAY, 28.08.05 (rsn) - Der Amerikaner George Hincapie (Discovery Channel) gewann am Sonntag den Grand Prix Ouest- France im bretonischen Plouay. Nach 212km setzte sich der New Yorker bei dem zur ProTour zählenden Rennen im Sprint durch. Hincapie verwies im Fotofinish den Weißrussen Alexandre Usov (AG2R) und den Italiener Davide Rebellin (Gerolsteiner) auf die Plätze.
Fünf Jahre nachdem die Straßen- Weltmeisterschaften in Plouay ausgetragen wurden, versammelte sich die Elite des Radsports wieder in der bretonischen Kleinstadt beim 23. von 27 ProTour-Rennen. Wie 2000 fiel die Entscheidung am Ende des recht anspruchsvollen Kurses im Sprint. Gewann damals ein weitgehend unbekannter (der Lette Romans Vainsteins), so war an diesem Sonntag ein erfahrener und bekannter Mann vorn. Hincapie, der bei der Tour eine Etappe gewann, fuhr mit zwei Zentimetern Vorsprung vor dem Weißrussen Usov, der sich zuvor etwas einklemmen ließ, über die Ziellinie. Nach seinem zweiten großen Saisonsieg zeigte sich der treue Armstrong-Helfer im französischen "Feindesland" sehr einsilbig.
Auf die Armstrong-Dopingaffäre angesprochen, sagte Hincapie nur, dass er "Lances bester Freund" sei. "(Armstrong) ist für Milliarden Menschen ein Held und ich stehe natürlich hinter ihm", sagte Hincapie, der seinen bisherigen Teamkapitän bei all dessen Toursiegen begleitet hatte.
Der drittplatzierte Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin war zufrieden nach dem Rennen: "Ich wollte heute etwas versuchen, weil ich weiß, dass im Sprint andere schneller sind. Ich war im Finale mit Alexandre Vinokourov an der Spitze, aber das Feld kam schnell wieder heran. Am Ende war es sehr nervös und schwer. Ich wollte heute ProTour-Punkte machen und das ist mir gelungen", sagte Rebellin. ProTour-Leader Di Luca kam als Zwölfter nicht in die Punkte, verteidigte aber das Weiße UCI- Trikot.
Wegmann im Finale aktiv
Das bretonische ProTour-Rennen, das bisher nicht zum Weltcup zählte und erst in allerletzter Minute den Sprung in die Topserie schaffte, begann eher zäh. Erst nach 140km begann es interessant zu werden, als die Favoriten ernst machten. Der Spanier José Luis Arrieta, der Belgier Grégory Habeaux und der Däne Matti Breschel profitierten von der Ruhe im Feld und fuhren als Ausreißer sieben Minutebn Vorsprung heraus. Aber als Liquigas von ProTour-Leader Di Luca Tempo machte, war deren Flucht bald vorbei. 80km vor Schluss begann ein neues Rennen. Es folgte Attacke auf Attacke. Der Kasache Alexandre Vinokourov (T-Mobile) versuchte an der Cote de Ty Marrec, dem schwersten Anstieg in dem Rundkurs, zwei Mal sein Glück. Die Italiener Davide Rebellin und Danilo di Luca sowie der Freiburger Fabian Wegmann (Gerolsteiner) taten es ihm nach. Aber am Ende des nicht allzu selektiven Kurs gab es dann doch einen Massensprint. T-Mobile-Star Jan Ullrich, der als nächstes am kommenden Freitag bei einem Kriterium in Ravensburg an den Start geht, belegte als bester Deutscher Rang 10.
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60.Spanien-Rundfahrt
Bertagnolli Etappensieger - McGee holt Gelb
CORDOBA, 28.08.05 (rsn) - Der Italiener Leonardo Bertagnolli (Cofidis) gewann am Sonntag die 2.Etappe der Spanien-Rundfahrt über 189,3km zwischen Granada und Cordoba in Andalusien. Bei großer Hitze mit Temperaturen von mehr als 40 Grad setzte sich der 27-jährige Italiener im Sprint einer Ausreißergruppe durch vor dem Australier Bradley McGee (Française des Jeux) und dem Spanier Juan Antonio Flecha (Fassa Bortolo). McGee, Dritter im Auftaktzeitfahren am Samstag, übernahm dank der Zeitgutschrift für den zweiten Platz die Führung im Gesamtklassement.
"Ich habe mich gut gefühlt und ich dachte mir, dass McGee vor allem aufs Leadertrikot schaut", sagte Bertagnolli, der im Gesamtklassement jetzt Zweiter ist mit 22 Sekunden Rückstand. "Ich habe wirklich auf die Führung gehofft"; sagte McGee. Der russische Auftaktsieger Denis Menchov kam in der Gruppe mit den Favoriten mit 44 Sekunden Rückstand ins Ziel und hielt sich ebenso wie der dreifache Gesamtsieger Roberto Heras (30./+ 44 Sekunden) alle Optionen im Gesamtklassement offen.
Das Finale war von mehreren Stürzen überschattet worden. 15km vor Schluss kam es zu einem Massensturz, in den die Spanier Ivan Gutierrez (Balears) und Enrique Gutierrez (Phonak), der Portugiese José Azevedo (Discovery Channel) und der Münchner Andreas Klier (T-Mobile) verwickelt waren. Klier stürzte bei einer Abfahrt über eine Leitplanke eine Böschung hinab, konnte seine Fahrt aber nach kurzer Unterbrechung fortsetzen. In der Abfahrt vom San Jeronimo (2.Kategorie) kam auch der Spanier Pablo Lastras (Balears) zu Fall.
Iban Mayo verliert 7 Minuten
Die Etappe war lange von zwei Ausreißern geprägt worden. Der Spanier David de la Fuente und der Franzose Herve Duclos-Lassalle, Sohn des zweifachen Roubaix-Siegers Gilbert Duclos-Lassalle, waren nach der ersten Zwischensprintwertung nach 20km davongefahren. Das Duo fuhr einen Vorsprung von 10:58 Minuten heraus, doch das Feld ließ sie nicht fahren. Nach 115km war Duclos Lassalle gestellt, 16km später auch der Spanier. Einen bemerkenswerten Einbruch erlebte der Baske Iban Mayo. Der Toursechste von 2004, der in diesem Jahr in Frankreich völlig enttäuschte, erreichte das Ziel mit 7:30 Minuten Rückstand. Vorbei ist die Vuelta derweil für den Italiener Giuliano Figueras (Lampre). Der 29-Jährige, der unter gesundheitlichen Problemen leidet, stieg nach 67km vom Rad und war die erste Aufgabe der Rundfahrt.
Die 3. Etappe von Cordoba nach Puertollano über 153 Kilometer führt am Montag wieder über weitgehend flaches Terrain. Die Sprinter dürften erstmals ihre Chance bekommen. Der große Favorit heißt dann Alessandro Petacchi, auch wenn sein künftiger Teamkollege Erik Zabel am Sonntag recht gute Form zeigte und im Sprint der ersten Gruppe um Platz 11 Zweiter wurde hinter dem Norweger Thor Hushovd, dem Gewinner des Grünen Trikots der Tour. Petacchi und der Belgier Tom Boonen sparten ihre Kräfte und kamen abgeschlagen ins Ziel.
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Tja, bin schon mal auf die erste Massensprintankunft (wahrscheinlich morgen) gespannt. Schließlich matchen sich da die beiden Superstars Petacchi und Boonen. Beide haben heuer schon mehrmals eine Superform bewiesen, was das ganze nur noch Spannender macht. Höchstwahrscheinlich hat Petacchi auf den letzten Metern noch den besseren Punch (und die bessere Sprintmannschaft), aber nach der Entwicklung die Boonen in diesem Jahr gezeigt hat, wird der junge Belgier in Zukunft um die Krone im Sprintzirkus mit 'Petacchissimo' mitfighten können.
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Verband leitet eigene Untersuchungen ein
Fall Armstrong: UCI entscheidet in 10 Tagen
BERLIN, 29.08.05 (rsn) - Der Internationale Radsport-Verband (UCI) hat eigene Nachforschungen zu den Dopingvorwürfen der «L'Equipe» über EPO-Missbrauch bei der Tour de France 1999 angekündigt. Der von der französischen Sportzeitung vor einer Woche enthüllte Name des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong (USA) wurde von der UCI am Montag allerdings nicht ausdrücklich genannt. Vielmehr sollen sich die Nachforschungen auf alle von der «L'Equipe» recherchierten Fälle richten. Ihre Schlussfolgerungen wolle die UCI «innerhalb der nächsten zehn Tage» publik machen.
Nach Recherchen der «L'Equipe» sei bei Armstrong bei seinem ersten Tour-Sieg 1999 in sechs B-Proben das Blutdopingmittel EPO enthalten gewesen. Die Substanz war damals noch nicht nachweisbar. Das Kontrolllabor von Chatenay-Malabry bei Paris hatte die eingefrorenen Proben aber nachträglich analysiert. Dabei konnte von der Zeitung zunächst nur der Name Armstrong bestimmten Codes zugeordnet werden.
Der Chefredakteur der «L'Equipe» hatte am Wochenende weitere Veröffentlichungen von Fahrer-Namen angekündigt, von denen positive Doping-Proben aus den Jahren 1998 und 1999 vorlägen. «Wir arbeiten daran», sagte Claude Droussent. 52 positive Proben ohne Zuordnung sollen der Zeitung und auch der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA noch vorliegen. Die UCI bedauerte am Montag, dass bei den Veröffentlichungen das Prinzip der Vertraulichkeit gebrochen wurde.
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60.Spanien-Rundfahrt
Petacchi in WM-Form
PUERTOLLANO, 29.08.05 (rsn) - Der italienische Sprinterstar Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo) wurde einmal mehr seiner Favoritenrolle gerecht bei der 3.Etappe der Spanien-Rundfahrt. Der Ligurier, der im vorigen Jahr vier Vuelta-Etappen gewann, setzte sich bei dem 153,3km langen Teilstück zwischen Cordoba und Puertollano, das wieder von großer Hitze geprägt war, im Massensprint souverän durch vor Erik Zabel (T-Mobile) und dem Belgier Tom Boonen (Quick Step). Der Australier Bradley McGee (Française des Jeux) verteidigte die Führung im Gesamtklassement.
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Gratulation an Alessandro Petacchi und seinen blauweisen Fassa Bortolo Zug. Eindrucksvolle Bestätigung ihrer Sprintdominanz. Besser geht's fast nicht. Nur Zabel und Boonen konnten dem wohl besten Sprinter der Jetztzeit annähernd folgen. Vor allem Zabels Stärke hat mich beeindruckt. Er hat damit gezeigt, dass seine Nichtnomination für die Tour wohl nicht an mangelnder Form gelegen hat. (Was ja auch so schon lange bekannt ist) Tja, die Leistung bringt ihm die verlorenen Touretappen auch nicht wieder zurück, aber zumindest kann er mit guter Hoffnung auf die kommenden Etappen und die Tour im nächsten Jahr schauen. Denn auch wenn das Alter an 'Ete' nicht spurlos vorbeigegangen ist, ZU alt zum Siegen ist das sympathische Sprintidol noch lange nicht!
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60.Spanien-Rundfahrt
Petacchi zum Zweiten
ARGAMASILLA DE ALBA, 30.08.05 (rsn) - Der Italiener Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo) zeigt sich knapp vier Wochen vor der sprinterfreundlichen Straßen-WM in Madrid ist starker Form. Am Dienstag feierte der Ligurier bei der vierten Etappe der Spanien-Rundfahrt seinen zweiten Tageserfolg innerhalb von 24 Stunden. Bei dem mit 232,3 km längsten Vuelta-Teilstück zwischen Ciudad Real und Argamasilla de Alba setzte sich der 31-Jährige im Massensprint durch vor dem Norweger Thor Hushovd und dem Berliner Erik Zabel. Im Gesamtklassement bleibt der Australier Bradley McGee (Française des Jeux) vorn.
"Dieser zweite Sieg heute macht mich nicht automatisch zum WM-Favoriten", sagte Petacchi, der bei subtropischen Temperaturen von über 40 Grad gewann, nachdem sein Team den Sprint einmal mehr mustergültig vorbereitete. Fabia Sacchi fuhr auf den letzten drei Kilometern für seinen Teamkapitän, letzter Anfahrer war Marco Velo, der Petacchi auf die letzten 200 Meter brachte. Petacchis Form ist trotz seiner Verletzung von Hamburg Ende Juli, nach der er nicht richtig trainieren konnte, WM-würdig, auch wenn er die Favoritenbürde natürlich gerne loswerden würde. "Die WM ist ein langes, schweres Rennen auf einem anderen Kurs", meinte Petacchi. Der Italiener wird bei der Vuelta zu Beginn der Schlusswoche aussteigen, um sich auf das Regenbogenrennen am 25.September vorzubereiten.
Für Petacchi war es der insgesamt 14. Tagessieg bei der Vuelta, insgesamt war es sein 101. Profisieg. Der 35 Jahre alte Erik Zabel, der im kommenden Jahr vorraussichtlich Teamkollege des Sprintstars wird, war in seiner letzten Rundfahrt für den T-Mobile-Rennstall wieder chancenlos, zeigte aber ansteigende Form und distanzierte unter anderen die sprintstarken Belgier Tom Steels und WM-Mitfavorit Tom Boonen. Sie landeten auf den Plätzen fünf beziehungsweise acht.
Das Renngeschehen bestimmte zunächst ein Ausreißerquartett, das sich nach 24 Kilometern gebildet hatte. Die Franzosen Sébastien Joly, Christophe Edaleine und Fréderic Finot sowie der niederländische Meister Leon van Bon, der jedoch später wieder zurückfiel, fuhren zeitweise elfeinhalb Minuten vor dem Feld. Dann machten im Feld Fassa Bortolo und Quick Step Tempo. Nach 186km waren die Ausreißer wieder gestellt.
Bei erneut glühender Hitze forcierten die Mannschaften der stärksten Sprinter rechtzeitig das Tempo. Gut 20 Kilometer vor dem Ziel formierte sich nach einer Attacke von Torsten Schmidt vom Team Gerolsteiner noch einmal ein Flucht-Trio, zu dem noch der Luxemburger Benoit Joachim und der Spanier Luis Pasamontes gehörten. Der Vorsprung von einer halben Minute genügte auf den letzten zehn Kilometern aber ebenfalls nicht.
Die fünfte Etappe führt am Mittwoch über 176 Kilometer vor Alcázar de San Juan nach Cuenca. Bevor am Donnerstag mit der ersten Bergankunft die Favoriten erstmals gefordert sind, haben die Sprinter eine weitere Chance. Petacchi peilt seinen dritten Sieg an.
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60.Spanien-Rundfahrt
Hushovd gewinnt 5.Etappe
CUENCA, 31.08.05 (rsn) - Der Norweger Thor Hushovd (Crédit Agricole) gewann am Mittwoch die 5.Etappe der Spanien-Rundfahrt über 176km zwischen Alcazar de San Juan und Cuenca. Der Gewinner des Grünen Trikots der letzten Tour setzte sich im Spurt des ersten Feldes durch, in dem Topsprinter wie Petacchi, Boonen und Zabel fehlten. Im Finale mit einem Berg der 3.Kategorie mussten sie reißen lassen. Der seit dem zweiten Teilstück im Gelben Trikot fahrende Australier Bradley McGee (Française des Jeux) verteidigte seine Führung im Gesamtklassement vor der ersten Bergankunft der Vuelta am Donnerstag.
Bei bedecktem Himmel und nicht mehr ganz so heißen Temperaturen von "nur" 35 Grad verwies Hushovd im Sprint eines 35 Mann starken Feldes die Spanier Miguel Angel Perdiguero und Josep Jufre auf die Plätze. Das zweite große Peloton mit Zabel und Petacchi folgte mit 51 Sekunden Rückstand. Im Gesamtklassement bleibt McGee weiter vorn vor dem Italiener Leonardo Bertagnolli (+ 32 Sekunden). Der Spanier Juan Antonio Flecha verlor aufgrund eines Sturzes seinen dritten Gesamtrang, den nun sein Landsmann Joaquin Rodriguez (+ 41 Sekunden) einnahm. Flecha rutschte auf Platz 16. Der Amerikaner Floyd Landis (Phonak) büßte infolge eines Defekts 9:30 Minuten ein und damit seine Chancen auf einen vorderen Gesamtrang.
"Das ist ein großer Sieg, wenngleich nichts mit einem Erfolg bei der Tour vergleichbar ist", meinte Hushovd, der in Frankreich die Punktewertung gewann. Auch in der Vuelta-Sprinterwertung führt er jetzt nach 5 Etappen vor Petacchi. "Ich hatte gute Beine und ich habe gestern schon gezeigt, dass ich einen Sieg in Reichweite habe. Der Sprint war nicht schwer, aber ich habe mächtig gelitten, um in der Spitzengruppe zu bleiben", sagte Hushovd, der sich einiges vorgenommen hat bei der Straßen-WM in Madrid am 25.September. Allerdings hat der Norweger im Gegensatz zu Petacchi oder Boonen beim Regenbogenrennen keine Teamunterstützung.
Die vom Start weg nervöse und schnelle Etappe war durch die Aufgabe des Basken Iban Mayo (Euskaltel) überschattet worden. Der 28-jährige, Tour de France-Sechster 2003 und Dauphiné-Sieger von 2004, stieg nach 93km vom Rad. Der Spanier Quique Gutierrez (Phonak), der sich bei einem Sturz am Montag eine Rippe brach, stieg ebenfalls aus. Mayo lag im Gesamtklassement bereits abgeschlagen auf dem 108. Platz, nachdem er bei der Etappe am Sonntag mehr als sieben Minuten verloren hatte. Der Baske hatte in diesem Jahr auch bei der Tour völlig enttäuscht. Euskaltel-Sportdirektor Julian Gorospe sagte, die Saison von Mayo sei damit vorbei.
"Wir wussten ja von seinen Gesundheitsproblemen. Es sind die gleichen wie bei der Tour de France. Wir dachten, er könnte es trotzdem schaffen. Aber die Schmerzen im Rücken und Nacken sind hartnäckig und heute fand er einfach nicht mehr seine Moral", sagte Gorospe. Euskaltel und die Kapitäne Mayo und Haimar Zubeldia (Tourfünfter 2003) haben interesssanterweise seit der Tour 2004, seit dem Rauswurf eines umstrittenen Teamarztes Jesus Losa, nur noch schwache Resultate erzielen können.
Am Donnerstag steht bei der Vuelta die erste richtige Bergetappe auf dem Programm. Bei dem 6.Teilstück zwischen Cuenca und Valdelinares (217 km) ist zunächst ein Anstieg der dritten Kategorie, zwei der zweiten und eine Bergankunft der ersten Kategorie zu absovieren.
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Na dann geht's ab morgen wohl richtig los. Erste Möglichkeit für Heras und Co zu zeigen, was sie heuer wirklich drauf haben!
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60.Spanien-Rundfahrt
Roberto Heras nach erster Bergetappe in Führung
VALDELINARES, 01.09.05 (rsn) - Der Spanier Roberto Heras (Liberty), dreifacher Vueltasieger und großer Favorit auch in diesem Jahr, gewann am Donnerstag als Solist die erste Bergetappe der Spanien- Rundfahrt über 217km zwischen Cuenca und Valdelinares nach einer Attacke am Schlussanstieg wenige Kilometer vor dem Ziel. Der Russe Denis Menchov (Rabobank), Sieger des Auftaktzeitfahrens am Sonntag, wurde Zweiter mit 13 Sekunden Rückstand. Heras führt nach seinem überzeugenden Sieg auch im Gesamtklassement vor Menchov.
Die erste Bergetappe mit einem Anstieg der dritten Kategorie, zwei der zweiten und dem Schlussanstieg der 1.Kategorie wirbelte das Gesamtklassement erwartungsgemäß durcheinander. Heras nahm dem Australier Brad McGee das Gelbe Trikot ab und führt im Gesamtklassement jetzt mit 6 Sekunden vor Menchov. Sein Landsmann Carlos Sastre ist Dritter mit 1:01 Minuten Rückstand. McGee kämpfte, verlor aber am Ende über 11 Minuten.
"Ich hatte keinen Plan im Kopf. Ich dachte mir nur am Ende: 'Auf gehts!' Ich habe mich gut gefühlt und mein Team war sensationell", sagte Heras nach seinem Sieg. Liberty-Teamkollege und Landsmann Marcos Serrano hatte sich vor allem für Heras aufgeopfert. "Die Vuelta ist noch lang", warnte Heras, der aber dennoch nun erst recht als der große Favorit gelten muss. Menchov sei heute sein härtester Gegner gewesen, aber auch der Spanier Joaquin Rodriguez, der Vierte im Gesamtklasseemnt mit 1:03 Minuten Rückstand, sei sehr gefährlich, so Heras.
Den Tagessieg auf der Etappe von Cuenca in die 1980 Meter hoch gelegene Skistation Valdelinares sicherte sich der ehemalige Lance- Armstrong-Helfer Heras als Solist. 1500 Meter vor dem Gipfel hatte er sich abgesetzt. Eine ursprünglich dreiköpfige Ausreißergruppe mit dem Dänen Jakob Piil an der Spitze wurde von den Verfolgern erst auf dem Schlussanstieg gestellt. Piil widerstand bis zwei Kilometer vor dem Ziel allen Attacken. Dann kam der große Auftritt des kleinen Heras, der bei der Tour de France untergangen war. Den enormen Unterschied seiner Form bei Tour und Vuelta könner er sich selbst nicht erklären, sagte Heras.
Der Spanier Francisco Mancebo war dagegen bei der Tour stark (Vierter) und bei der Vuelta vergleichsweise schwach: Am Donnerstag verlor der künftige Ag2r-Kapitän 49 Sekunden auf Heras. Für einen anderen Favoriten der Vuelta ist das Rennen derweil vorbei. Der Amerikaner Floyd Landis (Phonak) hat am Donnerstag aufgegeben. Landis, Neunter der letzten Tour de France, stieg bei der ersten Bergetappe nach 138km vom Rad. Bereits am Mittwoch hatte er fast acht Minuten verloren und lag im Gesamtklassement nach der 6.Etappe auf dem 92. Rang mit 9:33 Minuten Rückstand.
Die 7.Etappe am Freitag führt über 212,5km von Teruel nach Vinaros. Im Profil stehen vier Berge der dritten Kategorie.
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60.Spanien-Rundfahrt
Van Heeswijk fühlt sich wohl in Spanien
VINAROS, 02.09.05 (rsn) - Der Holländer Max van Heeswijk (Discovery Channel) gewann am Freitag die 7.Etappe der Spanien-Rundfahrt über 212,5km zwischen Teruel und Vinaros. Van Heeswijk verwies im Massensprint Erik Zabel, der bei dieser Vuelta auf "Ehrenplätze" abonniert zu sein scheint, und den Italiener Alberto Ongarato auf die Plätze. Sprinterstar Alessandro Petacchi verpasste seinen dritten Etappensieg nach einem Defekt auf den letzten Kilometern. Im Gesamtklassement verteidigte der Spanier Roberto Heras (Liberty) die Führung.
"Ich habe eine besondere Beziehung zu Spanien", sagte der 32 Jahre alte Van Heeswijk, der seit 1996 Profi ist und auf der iberischen Halbinsel viele Erfolge feierte. 1997 gewann er die Schlussetappe der Vuelta, er stand bereits oft bei Andalusien-, Murcia- und Katalonien-Rundfahrt auf dem Podium. "Ich fühle mich einfach wohl hier", sagte er am Freitag, als ihn weder Hitze ("Macht mir nichts aus") noch ein Platten 17km vor Schluss aufhalten konnten.
"Ich habe in den letzten Jahren als Teamkollege von Lance Armstrong viel gelernt. Vor allem, dass man immer kämpfen muss", sagte Van Heeswijk, der sich ebenso wie Petacchi, Hushovd, Zabel und Boonen bei der Vuelta für die sprinterfreundliche Straßen-WM in Madrid am 25.September einrollt. Der Sprint am Freitag war ziemlich ungeordnet verlaufen, nachdem Fassa Bortolo nicht wie üblich alles kontrollierte. Alessandro Petacchi, der zwei Etappen überlegen gewonnen hatte, konnte nicht in die Entscheidung eingreifen, nachdem er 6km vor Schluss einen Platten hatte. Van Heeswijk schien zu früh im Wind, doch der Holländer hielt sich vorn.
Olympiasieger Paolo Bettini (Quick Step) versuchte es bei dem Teilstück im Finale mit einer Solo-Atacke. 10km vor Schluss löste er sich aus dem Feld, doch er wurde 5km vor dem Ziel wieder gestellt. Den Großteil der Etappe bestimmte eine sechsköpfige Ausreißergruppe um den Belgier Rik Verbrugghe, die sich schon bei Kilometer sieben gelöst und zwischenzeitlich einen Vorsprung von 3:20 Minuten herausgefahren hatte. Das Sextett wurde 20 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld geschluckt.
Roberto Heras, der am Vortag die erste schwere Bergetappe gewonnen hatte, sicherte sich bei der letzten Sprintwertung eine Zeitgutschrift und baute damit seinen Vorsprung auf den zweitplatzierten Russen Denis Menchov von sechs auf 12 Sekunden aus.
Die 8.Etappe führt am Samstag über 189km von Tarragona in die berüchtigte Touristenhochburg Lloret de Mar. Das Teilstück ist flach und eine weitere Sprintankunft scheint vorprogrammiert.
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Tja, bin ja schon dafür bekannt das ich ein Fan von Van Heeswjik bin. Ein klasse Sprinter mit hervorragender Entwicklung obwohl er bekanntlich nicht das Supertalent ist. Okay, Sprintwertung bei der Tour oder einer anderen großen Rundfahrt wird er nie werden. Weltmeister oder gar Olympiasieger auch nicht, aber dennoch fasziniert er irgendwie. Hey, er ist der einzige wirkliche Sprinter in dieser Tourmannschaft, also was will man mehr wenn der dann noch mengenweise Etappen im Frühjahr gewinnt und dann auch noch bei der Vuelta zuschlägt. Einmal zumindest!
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60.Spanien-Rundfahrt
Petacchi eine Klasse für sich
LLORET DE MAR, 03.09.05 (rsn) - Nachdem er im Massensprint am Vortag wegen eines Defekts im Finale fehlte, war der Italiener Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo) am Samstag am Ende der 8.Etappe der Spanien-Rundfahrt wieder zur Stelle. Der ligurische Sprinterstar setzte sich nach 189km in der berüchtigten Touristenhochburg Lloret de Mar im Sprint durch vor dem Norweger Thor Hushovd und feierte seinen dritten Sieg bei dieser Vuelta. Bester Deutscher auf Platz 6 war der junge Heinrich Haussler (Gerolsteiner), der erstmals eine große Rundfahrt bestreitet. Im Gesamtklassement gab es keine Veränderungen, Roberto Heras (Liberty) verteidigte das Gelbe Trikot.
T-Mobile-Sprinter Erik Zabel verlor im Ferienort am Mittelmeer in der letzten, scharfen Kurve vor der Zielgeraden entscheidend an Boden, während Petacchi zwei Wochen vor der sprinterfreundlichen Straßen-Weltmeisterschaft in Madrid souverän den 15. Vuelta-Tagessieg seiner Karriere herausfuhr. Hinter Hushovd sicherte sich Olympiasieger Paolo Bettini aus Italien Rang drei. In der Schlussphase des Sprints zog der 21 Jahre alte Cottbuser Haussler noch an Zabel vorbei. T-Mobile-Youngster Marcus Burghardt wurde Neunter und landete als dritter Deutscher unter den ersten Zehn des Tagesklassement.
"Ich fühle mich sehr gut, auch wenn es heute ziemlich heiß war", sagte Petacchi. Der Sprinter-Star gehört natürlich zu den Topfavoriten bei der WM in Madrid, wenngleich der 31-jährige San Remo-Sieger davon noch nichts wissen will. "Erst einmal kommen hier noch schwere Etappen und ich werde mein Bestes geben. Über die WM will ich noch nicht nachdenken. Das ist ein anderes Rennen. Noch bin ich bei der Vuelta", so Petacchi.
Die Etappe bestimmten lange Zeit drei Ausreißer. Schon nach sechs Kilometern setzten sich der Belgier Bart Dockx (Davitamon) und der Spanier Angel Gomez (Saunier) ab, später stieß der Spanier Xavier Florencio (Relax) dazu. Das Trio besaß auf der insgesamt flachen Etappe mit nur einer Bergwertung zeitweise einen Vorsprung von zehneinhalb Minuten (KM 65), ehe das Hauptfeld reagierte und Fassa Bortolo erfolgreich die Verfolgung aufnahm. Das Petacchi-Team sorgte auf den letzten Kilometern dafür, dass Angriffsversuche im Versuchstadium blieben.
Nach zwei Tagen im Zeichen der Sprinter gibt es am Sonntag den nächsten Test für die Favoriten. Dann steht in Lloret de Mar ein Einzelzeitfahren über 48 Kilometer auf dem Programm, bevor zwei ganz schwere Pyrenäenetappen folgen. Gesamtleader Roberto Heras, der wie alle Favoriten im langgezogenen Feld mit 5 Sekunden Rückstand ins Ziel kam und seine Führung vor Denis Menchov (+ 12 Sekunden) und Carlos Sastre (+1:07 Min) verteidigte, hofft, auch am Sonntag das Gelbe ("Goldene") Trikot überstreifen zu können. "Das wird eine harte Aufgabe, aber ich fühle mich gut und wenn ich voll fahre, kann ich es schaffen", meinte der dreifache Vueltasieger.
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60.Spanien-Rundfahrt
Menchov nach Zeitfahrsieg wieder in Gelb
LLORET DE MAR, 04.09.05 (rsn) - Der Russe Denis Menchov (Rabobank) gewann am Sonntag die 9.Etappe der Spanien-Rundfahrt, ein Zeitfahren über 48km rund um den katalanischen Ferienort Lloret de Mar. Er verwies die Spanier Ruben Plaza (Valencia/+ 9 Sekunden) und Francisco Mancebo (Illes Balears/+ 37) auf die Plätze. Der 27-Jährige, der bereits das Auftaktzeitfahren vor einer Woche gewonnen hatte, eroberte damit erneut das Gelbe Trikot des Gesamtbesten. Der bisherige Gesamtleader Roberto Heras (Liberty) hielt sich als Kletterer gut und büßte als Fünfter nur 49 Sekunden ein. "Jetzt kommen vier Bergetappen. Wir werden sehen. Das Rennen ist eröffnet", sagte Menchov nach seinem zweiten Tagessieg.
Bereits an diesem Montag könnte sich das Blatt wieder zugunsten des kletterstarken Heras wenden, der die Vuelta 2000, 2003 und 2004 gewonnen hatte. Der zehnte Tagesabschnitt führt hinauf nach Andorra. Bei der ersten Bergetappe am vergangenen Donnerstag hatte Heras seinen Rivalen Menchov am Ende abgehängt. Am Dienstag steht eine weitere schwere Etappe durch die Pyrenäen auf dem Programm.
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Heras fünfter im Zeitfahren. Da sieht man wieder mal den Unterschied zwischen Tour und den anderen beiden großen Rundfahrten. Bei der Tour käme er in Topform bestenfalls unter die ersten 30, wenn alles gut läuft. Aber zumindest hat er gezeigt, dass er die diesjährige Vuelta wirklich gewinnen will und vor allem auch kann.
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"Merkwürdige Dinge"
Noch ein Armstrong-Betreuer spricht von Doping
BERLIN, 04.09.05 (rsn) - Ein ehemaliger Betreuer des US Postal-Teams wirft dem siebenfachen Tour de France-Sieger Lance Armstrong Doping vor. Der Niederländer Ron Jongen sagte in einem am Sonntag bekannt gewordenen Interview, bei der Tour 1999 seien "sehr merkwürdige Dinge" passiert.
Jongen, der von 1992 bis 2000 als Betreuer bei US Postal arbeitete, sagte der niederländischen Tageszeitung Limburgsdagblad, dass während der Frankreich-Rundfahrt 1999 drei spanische Ärzte regelmäßig unter konspirativen Bedingungen Armstrong besucht hätten. Sie seien "in einem grünen Auto ohne US Postal-Markierungen" unterwegs gewesen, erinnert sich Jongen. "Während die Teamfahrzeuge vor dem Hotel geparkt waren, haben diese Ärzte immer hinten geparkt und sie haben nie auf dem gleichen Stockwerk übernachtet wie die Fahrer", so der Holländer. Bei der Spanien-Rundfahrt 1999 seien diese Ärzte auch gewesen, dort jedoch "haben sie nicht solche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen", sagt der Betreuer aus Kerkrade, der betont, er habe keinerlei Groll gegen Armstrong.
Ron Jongen, 42 Jahre, schildert ein weiteres Detail aus dem Alltag bei US Postal. Sportdirektor Johan Bruyneel habe bei einer letzten Besprechung vor dem Tour-Prolog 1999 freudig erklärt: "Alle genau unter 50 Prozent!". Damit war der Hämatokritwert gemeint, der nach dem Reglement ab 50 Prozent zu einer Gesundheitssperre führt. Durch EPO-Doping erhöht sich der Hämatokritwert. "Als Bruyneel sah, dass ich das mitbekommen habe, hat er den Finger auf die Lippen gelegt. Ich sollte davon nichts erzählen", erinnert sich Jongen, der nicht der erste frühere Betreuer ist, der Armstrong Doping vorwirft.
Am 23. August hatte die französische Sportzeitung L'Equipe enthüllt, dass in einem Pariser Labor 2004 zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken Armstrongs Dopingproben aus dem Jahr 1999 nachträglich analysiert wurden mit dem EPO-Nachweisverfahren, das erst bei der Tour 2001 eingeführt wurde. Dabei waren Spuren von künstlichem EPO in Armstrongs Urinproben gefunden worden.
Bis spätestens kommenden Mittwoch ist mit einer UCI-Stellungnahme zur Doping-Affäre Armstrong zu rechnen. Diesen Zeitrahmen hat der Radsport-Weltverband selbst festgelegt. Die gescheiterte BDR-Präsidentin Sylvia Schenk, die bis 23. September noch einen Sitz im Direktions- Komitee hat, warf UCI-Chef Hein Verbruggen vor, es gehe ihm aber nur um die Bekanntmachung des Informanten, der die Affäre ins Rollen brachte. Mit einer kompletten Aufarbeitung und möglichen Sanktionen gegen den Tour de France-Rekordsieger aus Texas sei nicht zu rechnen. Ihre Äußerungen sind allerdings auch vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Frau Schenk , deren Karriere als Verbandsfunktionärin eigentlich schon vorbei ist, eine Art Privatfehde gegen Verbruggen führt, gegen den sie jüngst bei der Ethikkommission des IOC wegen Regelverstößen Beschwerde einreichte. Die Leitungskommission der UCI warf der früheren SPD-Politikerin eine "Kampagne" vor.
"Ich lege für keinen mehr die Hand ins Feuer. Ich habe allerdings ein paar Fahrer, bei denen ich keine Zweifel habe. Die nenne ich aber nicht", hatte Schenk in der vergangenen Woche in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen erklärt. Damit nahm sie Bezug auf die Bekanntmachungen des Anti-Doping-Labors Chatenay-Malabry, neben den positiven Armstrong-Proben von 1998 und 1999 zusammen noch 46 weitere positive Doping-Proben vorliegen zu haben. Befürchtungen, dass deutsche Profis verwickelt sein könnten, hat Rudolf Scharping, Schenks Nachfolger als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nicht. "Ich habe keinen Grund zu solchen Spekulationen", hatte der frühere Verteidigungsminister erklärt. |
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60.Spanien-Rundfahrt
Menchov verteidigt Führung
ORDINO-ARCALIS, 05.09.05 (rsn) - Der Spanier Francisco Mancebo (Balears) gewann am Montag im Sprint eines Spitzentrios die 10.Etappe der Spanien-Rundfahrt über 206,3km von La Vall d'En Bas in die Skistation Ordino-Arcalis. Denis Menchov (Rabobank) verteidigte bei der ersten von zwei schweren Pyrenäenetappen seine Führung im Gesamtklassement. Der Russe belegte bei der 2220 Meter hoch gelegenen Bergankunft in Andorra Platz drei hinter dem spanischen Topfavoriten Robert Heras (Liberty), der im Gegensatz zur ersten Kletteretappe in der ersten Woche diesmal keinen Boden gut machen konnte.
Auf der ersten Pyrenäen-Etappe der Vuelta hat sich Spitzenreiter Menchov nicht von Roberto Heras abhängen lassen und die im Zeitfahren am Vortag eroberte Führung in der Gesamtwertung verteidigt. Der in Pamplona lebende russische Radprofi fuhr in Andorra als Tages-Dritter direkt hinter dem dreifachen Vueltasieger über die Ziellinie und verteidigte seinen Vorsprung von 47 Sekunden. In der Gesamtwertung ist Mancebo, Vierter der letzten Tour de France, nun Dritter mit 1:53 Minuten Rückstand.
Auf der schweren Etappe mit vier Bergwertungen fiel die Entscheidung erwartungsgemäß erst am gut 17 Kilometer langen letzten Ehrenkategorie-Anstieg. Dort fand sich zunächst ein spanisches Spitzen-Duo mit Juan Miguel Mercado und Carlos Quesada zusammen. Heras, Menchov und Mancebo schlossen auf, sodass auf den letzten Kilometern vor dem Ziel ein Quintett um den Tagessieg kämpfte.
Bereits nach acht Kilometern hatte sich eine erste Spitzengruppe gebildet, aus der vor dem letzten Anstieg nur noch der Belgier Rik Verbrugghe übrig blieb. Pechvogel des Tages war zuvor Aitor Osa: Der Baske stürzte auf der Abfahrt nach dem vorletzten Anstieg und musste mit einer Verletzung am Schlüsselbein aufgeben. Das Rennen aufgegeben haben auch der Vueltasieger von 2000, Angel Casero, und sein spanischer Landsmann Isidro Nozal, der Überraschungszweite von 2003. Casero, der seit seinem (weitgehend unbezahlten) Abenteuer beim Essener Pleiteteam Coast nie mehr an seine alte Klasse anknüpfen konnte, belegte zuletzt Platz 51 mit 12:37 Minuten Rückstand auf Menchov. Casero stieg nac h 110k vom Rad. Nozal, der noch weiter zurücklag, warf nach 166km das Handtuch.
Vor dem späten ersten Ruhetag müssen sich die Fahrer auch am Dienstag noch einmal durch die Pyrenäen quälen. Dann geht es über 186,6 Kilometer von Andorra zur Ski-Station Aramón Cerler.
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"Just to piss them off"
Armstrong droht mit weiterem Tourstart
BERLIN, 06.09.05 (rsn) - Lance Armstrong, der sich nach seinem Rücktritt neuen Dopingvorwürfen aus Frankreich ausgesetzt sieht, "droht" mit einem erneuten Tourstart, wie der siebenfache Toursieger jetzt seiner Heimatzeitung in Austin/Texas sagte.
"Ich denke darüber nach", sagte Armstrong der Zeitung American-Statesman. "Ich denke, das wäre der beste Weg, um die (Franzosen) zu ärgern (It's the best way to piss (the French) off)", wird der Texaner zitiert. Armstrong sagte dem Blatt, er spiele erst seit zwei Wochen mit dem Gedanken an ein Comeback, seit die Pariser Sportzeitung L'Equipe am 23. August enthüllt hatte, dass in Urinproben des Amerikaners von 1999, dem Jahr seines ersten Toursiegs, Spuren künstlichen EPOs gefunden wurden. Armstrong weist die Dopingvorwürfe zurück. Er wirft den Franzosen eine Kampagne gegen ihn vor.
Auf die Frage, wie ernst er es meine mit dem Comeback, sagte Armstrong: "Ich trainiere jeden Tag." Der 33-Jährige war Ende Juli nach seinem siebten Toursieg zurückgetreten. Armstrongs ehemaliger Teamchef und Geschäftspartner bei Discovery Channel, Johan Bruyneel, bestätigte dessen Aussagen. Der Belgier sagte nach der 11. Etappe der Vuelta im spanischen Fernsehen: "Ich wäre nicht überrascht (über ein Comeback). Das wäre super."
"Wir sprechen jeden Tag 15 Minuten am Telefon und 13 Minuten davon über Radsport. Er vermisst die Rennen und alles, was damit zusammenhängt. Das ist normal. Vielleicht will er auch eine Art sportliche Revanche für die Dopingvorwürfe", sagte Bruyneel am Dienstag der belgischen Agentur Belga. "Wir könnten eine Entscheidung im Trainingslager im Dezember treffen. Da werden die Entscheidungen (für die nächste Tour) getroffen. Für Lance wäre immer ein Platz im Team und er hat schließlich eigentlich noch Vertrag bis 2006", sagte der Discovery-Teamchef.
Nach der Tour hätte sein Schützling «einige Abschieds-Parties in Nizza» gefeiert. «Danach fuhr Lance zurück in die Staaten. Drei Wochen später meldete er sich bei mir und sagte: Ich bin wieder auf dem Rad. Mir ist langweilig - mir fehlt der Wettbewerb», erzählte Bruyneel von der letzten Wortmeldung seines früheren Kapitäns, der eine Rückkehr nach seinem siebten Sieg im vergangenen Juli ausgeschlossen hatte.
Tour de France-Direktor Jean-Marie Leblanc, der Armstrong nach den L'Equipe-Enthüllungen schwer angegangen war ("Schockiert und enttäuscht"), wollte die Comeback-Spelulationen am Dienstag nicht kommentieren. "Ich würde dazu etwas sagen, wenn es sich um ein offizielles Statement handelte", sagte Leblanc am Rande der Zukunfts-Tour.
«Das ist keine Nachricht, mit der wir uns jetzt beschäftigen. Ich kann deshalb nicht sagen, das ist toll oder nicht. Auf jeden Fall hätte es keinerlei Auswirkungen auf unsere Planungen oder unsere Vorgehensweise in der nächsten Saison, wenn er zurückkommen sollte. Warten wir ersteinmal ab», riet am Dienstag T-Mobile-Manager Olaf Ludwig, dessen Team-Kapitän Jan Ullrich nach der Frankreich-Rundfahrt erklärt hatte, noch so lange weiter fahren zu wollen, «bis ich die Tour noch ein Mal gewonnen habe». Ullrich war von Armstrong fünf Mal geschlagen worden.
Geradezu euphorisch zeigte sich Armstrongs spanischer Teamkollege Manuel Beltran. "Ich fände es fantastisch, wenn er zurückkäme. Ich mag ihn sehr, man muss ihn persönlich kennen, um seinen menschlichen Wert zu schätzen. Kein Champion hat je für sein Team getan, was Lance für uns getan hat. Wenn er zurückkäme, und ich ihm helfen könnte, die Tour nochmal zu gewinnen, wäre das das beste, was mir passieren kann", so der 34 Jahre alte Beltran. Auch Vuelta-Favorit Roberto Heras, früher bei US Postal ein Helfer von Armstrong zeigte sich angetan von der Aussicht eines Armstrong-Comebacks. Auf diese Weise sich den Dopingvorwürfen zu stellen, beweise eine "sportliche Haltung", sagte Heras. Allerdings gab der Liberty-Kapitän zu bedenken: "Wenn Armstrong dann nächstes Jahr aufhört und die Franzosen das gleiche machen, wird die Situation so sein wie heute."
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Glaub nicht so recht daran, dass er diese Idee wirklich Realität werden könnte. Aber dennoch: Möglich ist alles, vor allem bei einem Mann wie Armstrong. Auch wenn er's nur noch mal macht, um die Franzosen zu 'ärgern'. Naja, wir werden ja sehen!
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60.Spanien-Rundfahrt
Laiseka kann's noch
CERLER, 06.09.05 (rsn) - Das baskische Euskaltel- Urgestein Roberto Laiseka, dessen Mannschaft in diesem Jahr völlig enttäuschte, feierte am Dienstag seinen dritten Etappentriumph bei der Spanien- Rundfahrt, bei der er bereits 1999 und 2000 erfolgreich war. Der 36-Jährige gewann das schwere 11.Teilstück durch die Pyrenäen über 192,6km zwischen Andorra und Cerler in Nordspanien als Solist nach einer Attacke drei Kilometer vor Schluss. Der Russe Denis Menchov (Rabobank) verteidigte seine Führung im Gesamtklassement nach der Etappe, bei der es zahlreiche Aufgaben zu verzeichnen gab.
Einen Tag vor dem ersten Ruhetag der 60. Spanien- Rundfahrt hat Denis Menchov das Gelbe Trikot des Gesamtbesten verteidigt. Die Chancen des spanischen Liberty-Kapitäns Roberto Heras sind damit gesunken, sich als erster Fahrer zum vierten Mal nach 2000, 2003 und 2004 in den Vuelta-Palmares zu verewigen. Auf der dritten schweren Bergetappe konnte Heras den Russen Menchov am Dienstag auf den 192,6 Kilometern zwischen Andorra und Cerler nicht abschütteln. Bei den drei Bergetappen von Freitag bis Sonntag hat der Vorjahressieger weitere Gelegenheiten zum Angrif, der abschließende Kampf gegen die Uhr am vorletzten Tag der Vuelta spricht für Menchov, der bei den zwei bisherigen Zeitfahren dieser Vuelta Schnellster war.
Den Tagessieg im Ziel der 11. Etappe sicherte sich am Dienstag auf 1920 Meter Höhe in den Pyrenäen der Baske Roberto Laiseka, der der auch bei der Tour de France schon einmal erfolgreich war, mit 15 Sekunden Vorsprung vor der Favoritengruppe mit Carlos Sastre, Roberto Heras, Francisco Mancebo, Denis Menchov und Carlos Garcia Quesada. Der in den Diensten des niederländischen Rabobank-Teams stehende Menchov geht mit 47 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Heras in den Ruhetag. Dritter bleibt der Tourvierte Mancebo (Balears), der auch im letzten Jahr auf dem Podium in Madrid stand.
Der Kurs der Etappe am Dienstag wurde von den Organisatoren kurzfristig verändert. Ein Erdrutsch verhinderte die Passage des Bretui, ein Anstieg der 2.Kategorie. Der Berg musste umfahren werden, wodurch sich die Renndistanz um 6km auf 192,6 km verlängerte.
Bei dem zweiten Pyrenäenteilstück lichtete sich das Peloton. Zahlreiche Fahrer gaben auf. Nach 35 km stieg der Australier Bradley McGee (FdJeux) aus, der in der ersten Woche drei Tage das Gelbe Trikot getragen hatte, vom Rad Der norwegische Sprinter Thor Hushovd (Crédit Agricole), Sieger der 5.Etappe warf nach 100km das Handtuch. Vorbei ist das Rennen auch für den Kolumbianer Santiago Botero, die Franzosen Christophe Edaleine und Frederic Guesdon, die Spanier Markel Irizar und Luis Perez sowie für den Australier Mathew Hayman. Die Vuelta geht nach dem ersten Ruhetag am Donnerstag weiter mit einer kurzen Etappe zwischen Logrono und Burgos (148km).
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"Vorwürfe wird er so nicht los"
Armstrong-Comeback: US-Kolumnisten skeptisch
NEW YORK/ BERLIN, 07.09.05 (rsn) - Lance Armstrongs mögliches Comeback und der Versuch, mit einem achten Tour de France-Triumph die jüngsten Dopingvorwürfe verstummen zu lassen, trifft auf Skepsis in den US-Medien. TV-Kommentatoren und Zeitungskolumnisten sind sich einig, dass Armstrong bei einem Comeback nur verlieren könne.
Armstrong erklärte am Dienstag, die jüngste "Verleumdungskampagne" habe ihn veranlasst, über ein Comeback nachzudenken, ein achter Toursieg wäre genau das richtige, um die Franzosen zu ärgern: "Just to piss them off", sagte er laut seiner in Austin/Texas erscheinenden Heimatzeitung American Statesman zu seinen Comeback-Motiven. In einem offiziellen Statement am Dienstagabend bekräftigte Armstrong dies - mit gesetzteren Worten. Die französischen Sportzeitung L'Equipe, hatte am 23. August enthüllt, dass bei angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken durchgeführten Untersuchungen 2004 in Urinproben Armstrongs von 1999 Spuren von künstlichem EPO gefunden wurden.
"Lance hat versprochen: Keine leistungs- steigernden Mittel in der Hochzeitsnacht"
Late Night-Talker David Letterman
"Wenn sein einziges Ziel ist, die Franzosen zu ärgern, dann könnte er Erfolg haben", kommentierte Phil Hersh, Kolumnist der Chicago Tribune. "Das Problem ist, dass Armstrong nichts beweisen kann dadurch, dass er wieder Rennen fährt, egal ob er das Gelbe Trikot zum achten Mal trägt oder nicht." Indem er wieder auf die große Bühne zuirückkehre, halte Armstorng lediglich die Kontroverse am Leben, die "Millionen von liebenden Fans bereits als Boulevard-Journalismus abgeschrieben haben", so Hersh.
Für den größten US-Sportsender ESPN war die mögliche Armstrong-Rückkehr am Dienstagabend (Ortszeit) ein großes Thema. Kommentator Tony Kornheiser bezweifelte, dass Armstrong mit einem weiteren Tour de France-Sieg die Zweifler verstummen lassen würde. "Wenn Lance Armstrong zurückkommt, wird er zehn Mal am Tag getestet, Das wird immer und immer wieder passieren und sogar wenn er nochmal gewinnt, wird das die Zweifler, von denen die meisten bei L'Equipe arbeiten, nicht überzeugen", so Kornheiser, der auch für die angesehene Washington Post eine Kolumne schreibt. Kornheiser fragt sich, woher der Ärger käme: "Er war immer unerschütterlich. Und plötzlich will er zurückkommen, weil er wütend auf L'Equipe ist? Come on", so Kornheiser, "wenn er die Franzosen so hasst, warum hat er denn die französische Olympiabewerbung (2012, gegen New York, die Red.) unterstützt."
Bill Plaschke von der Los Angeles Times äußerte sich derweil positiv. "Warum hält er (ein erfolgreiches Comeback) nicht allen unter die Nase, die sagen, er sei nicht sauber", sagte er im US-Fernsehen. "Er hat jedes Recht, seinen Ruf zu verteidigen", meint auch Jackie MacMullan vom Boston Globe: "Der einzige Weg, es den Franzosen zu beweisen, ist dorthin zurückzugehen und das Rennen wieder zu gewinnen."
Hersh von der Chicago Tribune ist einer der wenigen Kommentatoren in den USA, die die Dopingvorwürfe nicht einfach so als Neid der Franzosen beiseite wischen. Armstrong solle sich doch auf juristischem Weg zur Wehr setzen, meint der Journalist. "Seine Anwesenheit (bei der Tour de France) 2006 würde genausowenig Wirkung haben auf die Debatte wie sein wiederholtes Leugnen, jemals verbotene Substanzen genommen zu haben oder dass er niemals positiv war seit 1999", schreibt Hersh. "Die Fälle Ben Johnson und BALCO sollten doch reichlich klar gemacht haben, dass es nicht schwer ist, Dopingtests zu umgehen. Armstrong wird diese Story nicht abschütteln, indem er sie in Frankreich drei Wochen mit sich rumschleppt, wenn sich jeder Bericht vom Rennen zweifellos konzentriert auf seine Gründe, warum er da ist. Er wäre weiser, wenn er seine Vergeltung in den Gerichten suchen würde."
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