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Robert
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Dritter Zeitfahr-WM-Titel für Rogers
Rich bekommt Höchststrafe - und bereut WM-Start
MADRID, 22.09.05 (rsn) - Das Team T-Mobile wird in der kommenden Saison einen dreifachen Zeitfahrweltmeister in seinen Reihen haben: Der Australier Michael Rogers, der zum Jahreswechsel von der belgischen Quick-Step-Mannschaft zu den Bonnern wechselt, hat in Madrid erneut den Titel gewonnen und damit einen klassischen Hattrick erreicht. Die deutschen Medaillenhoffnungen zerschmolzen derweil in der staubtrockenen Luft der spanischen Hauptstadt: Der Erfurter Sebastian Lang wurde Achter, der dreifache Zeitfahr-Vizeweltmeister Michael Rich kam gar nur auf den 15. Rang. Für Rich ist dies die schwächste WM-Platzierung seiner Laufbahn - und entsprechend enttäuscht gab sich der Routinier aus dem badischen Emmendingen nach dem 44-Kilometer-Ritt.
Schon auf den ersten zehn Kilometern sei ihm klar gewesen, dass er nicht an frühere WM-Auftritte würde anknüpfen können, sagte Rich. Dann sah er auch noch seine Zwischenzeit nach der ersten 22-Kilometer-Schleife - und seine Moral war endgültig im Eimer. "Auf der zweiten Runde habe ich jeden Kilometer gehasst. Jeden einzelnen Kilometer", stöhnte er. Zumal er schließlich auch noch von dem zwei Minuten hinter ihm gestarteten Rogers überholt wurde. Was für ein Gefühl das war, wollte ein Journalist wissen. "Kein schönes", lautete Richs Antwort. Und was er in diesem Moment gedacht habe? "Scheiße."
Doch allem Frust zum Trotz: Michael Rich legte auch im Augenblick der Niederlage gute Manieren an den Tag und gratulierte Rogers zu dessen superber Leistung. "Er war mir heute einfach überlegen, das muss ich neidlos anerkennen", erklärte der Gerolsteiner-Routinier und stellte fest, dass dieses Ergebnis "toll für Rogers" sei - schließlich habe der Australier in dieser Saison nicht seine besten Zeitfahr-Leistungen gezeigt, sei pünktlich zur Weltmeisterschaft aber wieder in Top-Form gewesen. In der Tat: Der 25-Jährige war zwar bei der Tour de France unter den eigenen Erwartungen geblieben ("that's life", sagt er selbst), hat sich ansonsten aber mehr und mehr zum Rundfahrer gemausert. So beeindruckte er etwa bei der Tour de Suisse durch leichtfüßige Berg-Kraxlerei, musste bei seinen Zeitfahrfähigkeiten dafür aber leichte Abstriche in Kauf nehmen. Auf die WM aber hat er sich nun besonders konzentriert vorbereitet, denn: "Ich hatte eine riesige Extra-Motivation: Ich wollte den Hattrick schaffen", sagte Rogers, der gut 23 Sekunden schneller war als José Ivan Gutierrez (Spanien/Silber) und Fabian Cancellara (Schweiz/Bronze), die beinahe zeitgleich ins Ziel kamen. Cancellara freute sich denn auch über die Medaille, war aber ein bisschen traurig, weil er am zweiten Platz nur um läppische zwölf Hundertstelsekunden vorbeigeschrammt war.
Michael Rich übte sich derweil in einer Saison- und Schadensanalyse. Es gibt schließlich einen greifbaren Unterschied zu seinen erfolgreichen, mit Edelmetall belohnten WM-Teilnahmen - einen Unterschied namens Tour de France. In diesem Jahr hat Rich die Frankreichrundfahrt bestritten, und zwar ganz. Das ist ein Markstein in seiner Laufbahn, den er nicht missen möchte: "Vielleicht gehört es zu einer Rennfahrer-Karriere dazu, einmal in Paris anzukommen." Doch die Tour de France hat ihn natürlich Kraft gekostet. Bisher habe er im Juli sogar ein paar Tage Urlaub gemacht und seine Reserven aufgefrischt; in dieser Saison sei dies nicht drin gewesen - und andere Pausen habe er auch nicht gehabt. "Ich bin das ganze Jahr über unter Strom gestanden. Die Saison war voller Rennen, die mir wichtig waren. Ich denke nur an die Bayern-Rundfahrt oder das Mannschaftszeitfahren in Eindhoven." Und so kam es für ihn gar nicht so überraschend, dass sein Tank bei der WM leer war. Das sei ganz natürlich. Er bereue nur, dass er nicht auf seinen Körper gehört habe. Von vielen Seiten sei er zu einer WM-Teilnahme gedrängt worden, "versuch's mal", habe es immer wieder geheißen. Gut gemeinte Aufmunterungen, sicherlich. Und Rich hat schließlich selbst Lunte gerochen und darauf gehofft, dass die Form zurückkehrt. Vergebens. Jetzt bereue er, dass er überhaupt am Start war in Madrid.
Hans-Michael Holczer, der Chef des Gerolsteiner-Teams und bei der WM für "seine" beiden Zeitfahrer zuständig, hatte ebenfalls schnell gemerkt, dass bei Rich "Kraft, Punch und Rhythmus" fehlten. So sei "der Michel" da gelandet, wo er es befürchtet hatte, während Sebastian Lang das erreichte, was er von ihm erwartet habe. Lang dürfte noch viele Weltmeisterschaften vor sich haben. Aber Rich? "Eine WM fährt er auf alle Fälle noch", sagte Holczer ganz ernsthaft - und fügte lachend hinzu: "Auch wenn es die in St. Johann ist." In der österreichischen Kleinstadt messen sich regelmäßig die besten Velo-Senioren.
Hierfür ist Michael Rich aber doch noch eine Spur zu jung. Am Freitag wird er 36 Jahre alt - und lässt sich den Geburtstag von einer verpatzten Weltmeisterschaft nicht verdrießen. Schließlich würden seine beiden Kinder mit einem Geschenk auf ihren Papa warten, da sei doch klar: "Das ist etwas ganz anderes als ein Zeitfahren." Und die WM 2006 hat er sicher auch schon im Visier. Allerdings die in Salzburg, nicht die in St. Johann. (kh)
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(www.radsportnews.com)
Tja, war ja zu erwarten, dass Rich nicht 'explodieren' (postiv gesehen diesmal) würde! Die gesamte Saison war ja nicht so toll, so hat er ja auch schon beim 'Prolog' der Tour maßlos enttäuscht. Naja, mal sehen, vielleicht wird 2006 für den Gerolsteiner Altprofi wieder ein besseres Jahr.
Gratulation an Micheal Rogers, er hat es sich verdient! Und ganz besondere Gratulation auch an José Ivan Gutierrez der wirklich sehr stark positiv überrascht hat. Nicht nur mit famosen Zwischenzeiten!
mfg Robert |
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Robert
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Neues Milram-Team vorgestellt
Zabel und Petacchi machen gemeinsame Sache
MADRID, 23.09.05 (rsn) - Adieu, Magenta: Erik Zabels neue Berufskleidung ist ein cyanblaues Trikot mit hell abgesetzten Längsstreifen und einem großen "Milram"-Schriftzug. Mannschaftsjersey und -konzept der neuen Equipe wurden am Freitag im Rahmen der Weltmeisterschaft in Madrid präsentiert - und vieles wurde offiziell, was bislang nur als Gerücht im Raum stand.
Zum Beispiel, dass das Team Milram quasi die Fortführung der italienischen Mannschaft Domina Vacanze ist - allerdings mit einem deutschen Sponsor. Zum Beispiel, dass Domina-Vacanze-Macher Gian-Luigi Stanga als Teamchef fungieren wird, dem der Leipziger Jörg Strenger und der umtriebige niederländische Radsport-Manager Gerry van Gerwen im Finanzbereich zur Seite stehen. Zum Beispiel, dass die Pro-Tour-Lizenz bei Stangas Firma Cyclosport bleibt, mit der Nordmilch einen Vier-Jahres-Vertrag (plus ein Jahr Option) abgeschlossen hat. Und zum Beispiel, dass das deutsch-italienische Team vor allem aus deutschen und italienischen Rennfahrern bestehen wird.
Die Milram-Zugpferde heißen natürlich Erik Zabel und Alessandro Petacchi; ferner steht jetzt schon fest, dass Marco Velo, Fabio Sacchi, Alberto Ongarato und Matteo Tosatto künftig das Milram-Trikot tragen werden. Von deutscher Seite gibt es noch nicht so viele Namen. Sicher ist lediglich, dass Zabel seinen alten Berliner Kumpel Jan Schaffrath mitnimmt und dass einige heutige Wiesenhof-Akteure wie Sebastian Siedler und Enrico Poitschke zu der Pro-Tour-Equipe stoßen dürften. Auch der Niederländer Maarten den Bakker wechselt wahrscheinlich zu Milram. Offen ist noch, wer - neben Stanga - die sportliche Leitung übernehmen wird.
Offenkundig ist hingegen, wer das illustre Unternehmen finanziert: der Bremer Nordmilch-Konzern mit seiner Top-Marke Milram, deren Logo vor allem auf Joghurts, Käse und anderen Milchprodukten prangt. Nordmilch ist Deutschlands größter Milchverarbeiter und kann mit seinen 15 Molkereien auf einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro (in 2004) verweisen. Geschäftsführer Stephan Tomat will zwar nicht preisgeben, welche Summe Deutschlands größter Milchverarbeiter in den Radsport investiert. Aber klar scheint: Sie dürfte erklecklich sein. Schließlich leistet sich das Team den Luxus zweier Edelsprinter: Neben Zabel schlüpft der Italiener Alessandro Petacchi in den Milram-Dress - das sind glattweg zwei der Top-Favoriten für das WM-Rennen am Sonntag. Im kommenden Jahr Teamkollegen, werden Zabel und Petacchi bei der 273-Kilometer-Hatz erbitterte Rivalen sein. Doch Zabel selbst warnt davor, das Rennen als Duell der Sprinter zu sehen. "Das ist der am meisten unterschätzte WM-Kurs seit vielen Jahren", sagt der 34-jährige und sieht vor allem klassische Allrounder wie Alexander Winokurow (Kasachstan) und Paolo Bettini (Italien) im Vorteil.
Chancenlos sieht sich Zabel indes nicht - wobei er dabei nicht nur auf sich selbst fokussiert ist, sondern das gesamte deutsche Team in der Pflicht sieht. Als Mannschaft könne man auf diesem Kurs das Optimale rausholen, weiß der 34-Jährige und hat dabei auch die tadellos funktionierende BDR-Equipe des Jahres 2004 vor Augen: Vor zwölf Monaten hat nicht zuletzt das deutsche Team dafür gesorgt, dass die Entscheidung erst auf der Zielgeraden von Verona fiel - wo Zabel nur knapp von Oscar Freire Gomez geschlagen wurde. So hofft Zabel nun darauf, dass seine Kollegen auch heuer so offensiv und mit offenen Augen fahren, so dass er selbst bis zum Finish bedeckt halten kann.
Zabel macht keinen Hehl daraus, dass er eine solche Mannschaftsunterstützung bei seinem T-Mobile-Team zuletzt vermisst hat. Das kreidet er allerdings niemandem persönlich an, erst recht nicht seinen Rennfahrerkollegen. "Aber Fakt ist, dass die Orientierung mehr und mehr in Richtung Gesamtklassement ging", erklärt er - sprich: dass er, der Finisher Zabel, bei T-Mobile zuletzt ins zweite Glied gerückt ist. Besonders deutlich wurde dies natürlich im Sommer, als dem Unnaer von Seiten der Teamleitung klar gemacht wurde, dass im Tour-de-France-Kader der Magenta-Truppe kein Platz für ihn war. "Das war schon eine Überraschung für mich", bemüht sich Zabel um eine neutrale Ausdrucksweise und fügt an, dass er dadurch im Juli und August "viel Zeit zum Nachdenken" hatte. Offenbar hat so der Entscheidungsprozess begonnen, der sich nun in einem Drei-Jahres-Vertrag bei der Milram-Mannschaft widerspiegelt: einen Neuanfang zu wagen, nach 13 Jahren im Dienste von Telekom und T-Mobile.
Und Zabel scheint heiß, scheint neuen Elan gewonnen zu haben. Mit funkelnden Augen spricht er von Petacchis berühmtem "Zug". In diesem will er mitmischen, von diesem will er profitieren. Petacchi und Zabel wissen, was ein Sprint ist - und wie ein Sprint präpariert sein will. Von dieser Allianz können beide profitieren, und angesichts von 180 Renntagen in der Pro-Tour sieht Zabel auch keine Interessenskonflikte. Und was ist etwa bei Mailand - San Remo, einem Rennen, in dem beide glänzen können und wollen? Zabel gibt sich diplomatisch und spricht von einer großartigen Ausgangsposition. Alles andere werde die Zukunft zeigen. Und die ist zunächst einmal cyanblau. (kh)
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(www.radsportnews.com)
Zabel will nicht darüber reden, okay dann mach ich's mal! In solchen Rennen ist jetzt schon klar, wie die Rangliste aussehen wird. Zabel wird für Petacchi fahren müssen, auch wenn er das jetzt noch nicht wahrhaben will. Petacchi ist der schnellerere Mann, dass mass Zabel nunmal einsehen. In den großen Rennen wird er nun mehr denn je die zweite Geige spielen.
mfg Robert |
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Regina Schleicher holt WM-Titel
Weltmeisterliche deutsche Frauen mit Wir-Gefühl
MADRID, 24.09.05 (rsn) - Es war ein perfekter Sprint nach einer perfekten Mannschaftsleistung - und er hatte ein perfektes Ende: Regina Schleicher hat sich in Madrid das Regenbogentrikot der Straßenweltmeisterin geholt und konnte ihr Glück kaum fassen: "Es ist eine ganz große Ehre, dieses Trikot zu tragen. Und es wird noch eine Weile dauern, bis ich das richtig glauben kann", sagte die 31-Jährige, die die Nachfolge ihrer aufopferungsvoll kämpfenden Teamkollegin Judith Arndt antritt.
Noch am Abend vor dem Titelrennen hatte sich die deutsche Equipe nicht in die Karten schauen lassen. Bei einer Pressekonferenz sprach Petra Roßner, die die BDR-Frauen gemeinsam mit Bundestrainer Jochen Dornbusch betreut, von einer Vielzahl an Optionen. Die deutsche Mannschaft gleiche einer Auswahl von Weltklassefahrerinnen, und im Frauenradsport gäbe es mehr Raum für Flexibität und Kreativität als bei den Männern. "Es wird nicht von vornherein für die Person XY gefahren", sagte Roßner. Ein klassischer Bluff - und insofern eine kreative Idee der Teamleitung.
Denn auf den 126 Kilometern in der spanischen Hauptstadt war das deutsche Team dann doch auf eine "Person XY" ausgerichtet - auf Regina Schleicher. Die amtierende Deutsche Meisterin aus der Equipe Nürnberger gilt als schnellste Sprinterin der Welt. Ein Ruf, den die sympathisch-stille Schleicher zuletzt mit drei Etappensiegen bei der Holland-Rundfahrt untermauert hat und den es in Madrid zu verteidigen galt. Hierfür spannte sich ihre ganze Mannschaft ein. Ina-Yoko Teutenberg nahm mit einer Attacke in der ersten Rennphase ein bisschen Druck vom deutschen Team, die beiden Youngsters Madeleine Sandig und Luise Keller kümmerten sich danach darum, dass das Feld zusammenblieb. Dann, in der letzten von sechs Runden, schlug die Stunde der arrivierten Fahrerinnen - sie parierten eine Attacke nach der anderen und eskortierten Regina Schleicher zum Regenbogen.
Über mangelnde Arbeit konnten sich die deutschen Asse dabei nicht beklagen. Zuerst suchte die Amerikanerin Christine Thorburn ihr Heil in der Flucht, dann schlüpfte ihre Landsfrau Amber Neben in die Hauptrolle, schließlich setzte die Niederländerin Suzanne de Goede eine Attacke obendrauf. Doch immer waren es die BDR-Frauen, die die Löcher zum Hauptfeld schlossen. Überragend in dieser Phase: Theresa Senff, die an den beiden Anstiegen des Kurses die Rolle der Lokomotive einnahm. Aber auch Judith Arndt zeigte bereits jetzt, dass sie nicht auf eigene Kappe fuhr, sondern für ihr Team. "WIR wollen den Titel verteidigen", hatte sie in den zurückliegenden Tagen immer wieder gesagt, "wir als Mannschaft". Von eigenen Ambitionen war bei der Weltmeisterin von Verona nie die Rede.
Überhaupt scheint es um den Teamgeist bestens bestellt bei den deutschen Frauen. Schon tags zuvor hatte Theresa Senff betont, wieviel es ihr und ihren Kolleginnen bedeuten würde, das deutsche Nationaltrikot tragen zu dürfen. Und nach dem Rennen fügte Regina Schleicher hinzu, dass das gute Klima in der Mannschaft ein wichtiger Faktor für die Erfolgsserie der deutschen Velo-Frauen sei. "Eigentlich verstehen wir uns erst seit drei, vier Jahren so gut - und seither geht es bergauf", sagte die neue Weltmeisterin aus Franken, die mit ihrem italienischen Lebensgefährten in der Toskana wohnt.
Der Zusammenhalt zeigte sich auch auf den letzten Kilometern des WM-Kurses. Judith Arndt und Trixi Worrack geleiteten ihre Sprinterin sauber um die 180-Grad-Kurve 600 Meter vor Schluss und zogen ihr mustergültig den Spurt an. Zuerst Arndt, dann Worrack. Diese realisierte den gelungenen Coup als Erste: Trixi Worrack jubelte bereits, bevor Regina Schleicher die Ziellinie überquerte. Ein schöneres Symbol für einen Mannschaftssieg kann es wohl gar nicht geben.
Was folgte, waren Emotionen pur: Ein deutsches Team in Feierstimmung und eine zu Tränen gerührte Regina Schleicher, als die deutsche Nationalhymne erklang. "Einfach unglaublich" sei das alles, sagte die 20-jährige WM-Debütantin Luise Keller und war sichtlich erleichtert, dass der Geheimplan Schleicher so glanzvoll aufgegangen ist.
Regina Schleicher gewann in einer Zeit von 3:08,52 Stunden vor der Britin Nicole Cooke und der Australierin Oenone Wood, die als Berufsfahrerin das Jersey der Equipe Nürnberger trägt - so wie die neue Weltmeisterin und ihre Vorgängerin Arndt. Die zunehmende Professionalisierung sei sicher mitverantwortlich für die immer deutlicher werdende Ausnahmestellung des deutschen Frauenradsports, analysierte Regina Schleicher hinterher. Doch auch Jochen Dornbusch vergaß sie nicht: "Viel liegt auch an der guten Nachwuchsarbeit des Bundestrainers, der jungen Fahrerinnen bei Rundfahrten immer wieder eine Chance gibt und sie so auf ein hohes Niveau führt."
Am Ende waren also alle happy, auch die Zweit- und Drittplatzierten. "Hinter der schnellsten Frau der Welt Zweite zu werden - darüber kann man doch nur glücklich sein", sagte Nicole Cooke und strahlte. Wobei sie an Regina Schleichers stilles Regenbogenlächeln natürlich nicht herankam. (kh)
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(www.radsportnews.com)
Gratualtion an Regina Schleicher und das deutsche Team für diesen hervorragenden Coup.
mfg Robert |
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Robert
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Mit 24 schon ganz oben! Keinem neuen Weltmeister (außer den drei Österreichern vielleicht ) hätte ich diesen Erfolg mehr gegönnt. Tom Boonen ist der perfekte Sprinter der Neuzeit. Er nimmt kleine Hügel und Kopfsteinpflasterpassagen spielend, als wäre es nichts. Und in seiner wahren Stärke dem Sprint hat er einmal mehr keine Zweifel an seinem Können gelassen. Der sympathische Belgier hätte in einem Massensprint wohl nur von Sprintkönig Petacchi geschlagen werden können, doch der war zu diesem Zeitpunkt ja schon distanziert. Also, Glückwunsch Tom!!!
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Tom Boonen holt das Regenbogentrikot
Der überraschend logische neue Weltmeister
MADRID, 25.09.05 (rsn) - Madrid hat ein außergewöhnliches, ein dramatisches Weltmeisterschafts- rennen erlebt - und verneigt sich vor einem Triumphator, der innerhalb eines Jahres zu einer Ikone des Radsports geworden ist: Tom Boonen versetzte Belgien in einen Freudentaumel und schlug allen anderen Favoriten ein Schnippchen. "Er ist der erwartete Sieger", konstatierte Andreas Klier, der als bester Deutscher auf Platz acht kam.
Tom Boonen (BEL)
Geb. 15.10.1980 in Mol (Bel); 1,92m/79kg
Profi seit 2002
Teams: US Postal (2002), Quick Step (seit 2003)
Größte Erfolge: Weltmeister 2005, Flandern-Rundfahrt 2005, Paris-Roubaix 2005, Gent-Wevelgem 2004, GP E3 2004 und 2005, Scheldepreis 2004, Memorial Van Steenbergen 2004, Tour de Picardie 2004, Belgien-Rundfahrt 2005, Etappensiege Paris-Nizza 2005 (2), Etappensiege Deutschland-Rundfahrt 2004 (2)
Tour de France: 4 Etappensiege (2/2004 in Angers und Paris/Champs-Elysées, 2/2005 in Essarts und Tours)
In der Tat ist Boonen ein logischer Weltmeister. Im Vorfeld der Titelkämpfe hatten die Prognosen nur zwischen zwei Polen geschwankt: Würde ein zäher Sprinter wie Alessandro Petacchi und Erik Zabel die Nase vorn haben oder doch eher ein endschneller Allrounder wie Paolo Bettini und Alexander Vinokuorov? Boonen verkörpert die perfekte Kombination aus den beiden Gattungen: Er ist ein spurtstarker Klassikerjäger, ein auf Eintagesrennen ausgerichteter Sprinter. Das ist ein Cocktail, in dem noch viel, viel mehr Potenzial steckt - schließlich ist Boonen nicht mal 25 Jahre alt und damit einer der jüngsten Weltmeister überhaupt.
273 Kilometer - ein Ritt über eine solche Mammutdistanz ist immer ein Geduldspiel. In dieser Saison mussten die Profis nur einmal länger treten, nämlich beim Frühjahrsklassiker Mailand - San Remo. Bei der "Primavera" stehen Jahr für Jahr fast 300 Kilometer auf dem Programm, und auch da dauert es immer eine ganze Weile, bis die Favoriten aus der Deckung kommen. So war das auch gestern in Madrid. Am Anfang zeigten sich Akteure aus der zweiten Reihe in der ersten Position, so wie der US-Amerikaner Saul Raisin, der Franzose Christophe Kern oder Dmitri Murawjew aus Kasachstan. Oder sogar Pedaleure der dritten oder vierten Garnitur - Krasimir Vasilev etwa ist ein international unbedeutender Bulgare, der in der ersten Phase des Rennens einsam seine Kreise an der Spitze zog. Doch auch wenn die potenziellen Champions zu diesem Zeitpunkt noch unsichtbar sind: Die ersten 150, 200 Kilometer entscheiden bei solch langen Rennen durchaus über Wohl und Wehe. Schließlich kommt es darauf an, in der Schlussphase hellwach und explosiv zu sein - und das gelingt nur Akteuren, die die Strapazen der Eröffnungskilometer wegstecken. Mit Qualitäten wie Härte und Ausdauer und Erfahrung. Mit diesen Pfunden konnten sie alle wuchern: Zabel und Petacchi, Boonen und Boogerd, Vinokourov und Bettini. Es war letztlich die Taktik, das in Madrid den Ausschlag gab - und die Frage, wer auf welches Pferd gesetzt hat. Um es vorweg zu nehmen: Zabel setzte auf Petacchi - und verlor.
Dreizehn Runden á 21 Kilometer waren zu bewältigen, und in der drittletzten explodierte das Feld. Zunächst setzten sich Jakob Piil (Dänemark) und Oscar Pereiro (Spanien) ab - damit war das Rennen scharf geschaltet. Denn jetzt ging plötzlich ein Ruck durch das Peloton, jetzt feuerwerkten die Favoriten. Zumindest jene, die einem Massensprint aus dem Weg gehen wollten und auf diese Chance gelauert hatten. Plötzlich, urplötzlich waren sie da. Piil und Pereiro bekamen Gesellschaft durch die beiden Hochkaräter Alejandro Valverde und Paolo Bettini, durch die beiden Belgier Gilbert und Devolder und durch eine Handvoll weiterer Asse. Auch der Freiburger Fabian Wegmann war mittendrin in dieser Spitzengruppe, die höllisch Dampf machte. Diese Runde wurde mit einem Durchschnittstempo von 46 Stundenkilometern abgespult. Bei der Zielpassage, also 42 Kilometer vor Ultimo, war der Vorsprung der forschen Flüchtlinge schon auf mehr als eine Minute angewachsen.
Sollte das die große Weichenstellung sein, die Entscheidung pro Spitzengruppe und contra Massensprint? Sie hätte es sein können, doch die taktischen Fesseln waren zu starr. Es sei eine "komische Konstellation" gewesen, sagte Wegmann hinterher. "Zum Beispiel Bettini: Der war hin- und hergerissen. Ich hatte den Eindruck: Der wollte weiterfahren, durfte aber nicht", erklärte der Blondschopf aus der Equipe Gerolsteiner. Bettini musste wohl Rücksicht auf Petacchi nehmen. Die Belgier auf Boonen. Und Wegmann selbst? "Hinten hatten wir Zabel", sagte er vielsagend. Kurz und gut: Das Ausreißerunternehmen hätte bessere Chancen gehabt, wenn seine Protagonisten keine Rücksicht auf die Interessen ihrer Teams genommen hätten. Doch das taten sie, und zumindest die beiden Belgier lagen goldrichtig damit.
Also ließ die Spitzengruppe ihre eigenen Bemühung verpuffen. Zwar gab es noch ein paar Vorstöße - einmal waren Bettini und Wegmann Seit' an Seit' vorne -, doch bald war klar, dass sie es nicht bis ins Ziel schaffen würde. Stattdessen überschlugen sich auf den letzten Kilometern die Ereignisse. Die Aktivposten waren jetzt andere, zum Beispiel der Kasache Alexander Vinokuorov, der Niederländer Michael Boogerd und der Neuseeländer Julian Dean. Die Vielzahl der Attacken führte dazu, dass sich das Hauptfeld spaltete. Vorne spurteten 23 Rennfahrer ums Regenbogentrikot, 25 Sekunden hinter ihnen kam ein großer Pulk, in dem sich das Gros der Sprinter befand - Petacchi, Zabel, McEwen. Sie hatten gezockt und spekuliert - und wurden letztlich düpiert. Nicht nur von Boonen und Valverde, die zu Gold und Silber spurteten, sondern auch von allerhand Fahrern, die nicht unbedingt in der Spitze eines Titelrennens erwartet worden waren. So kamen der Franzose Anthony Geslin auf den dritten Platz und der Schwede Marcus Ljungqvist, der Brasilianer Murillo Fischer, der Russe Alexander Kolobnev und der Schweizer Martin Elmiger zu schönen Top-Ten-Plätzen.
Immerhin Achter wurde T-Mobile-Pilot Andreas Klier, der "zufrieden mit dem Rennen, nicht aber mit dem Ergebnis" war. Schon früh im Radsportjahr, bei der Flandernrundfahrt, hatte sich Klier an Boonen die Zähne ausgebissen - und auch nun hatte der Wahl-Belgier gegen den echten Belgier keine Chance. So sah denn auch Rolf Aldag die Sache "zwiespältig": "Andreas ist zwar schnell, aber dass er gegen Boonen gewinnt, ist dann doch eher unwahrscheinlich", konstatierte Aldag nach dem letzten WM-Rennen seiner Karriere. Klar ist: Ein Sprint Boonen gegen Zabel wäre weitaus prickelnder gewesen. Aldag: "Doch Erik hat ganz auf Petacchi spekuliert - irgendwie musste er sich ja entscheiden."
Auch Zabel selbst war bewusst, dass er "zu sehr auf Petacchi geachtet" habe. Er sei ein gutes Rennen gefahren und unter Wert geschlagen worden. "Natürlich bin ich enttäuscht", gab Petacchis künftiger Partner im Milram-Team zu Protokoll. Doch woran hat sich Tom Boonen orientiert? "Am Hinterrad von Valverde", sagte der Belgier und strahlte. Mit der Ausrichtung auf den nimmermüden, wiedererstarkten Spanier hat er alles richtig gemacht, wie so oft in dieser Saison. Die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix hat er im Frühjahr gewonnen, zwei Monumente in der Welt der Pedalritter. Es folgten zwei Etappensiege bei der Tour de France; auf der Jagd ums Grüne Trikot der Frankreichrundfahrt wurde er nur vom Sturzpech gestoppt.
Es sei schwierig gewesen, nach den Verletzungen zur alten Form zurückzukehren, und alle hätten gesagt: "Ach je, dieser Boonen, der schafft das nicht mehr." Doch er hat es geschafft und seine Saison mit dem WM-Titel gekrönt. "Ist doch klar, dass das der schönste Sieg meiner Karriere ist", sagte der 25-Jährige und zupfte an seinem Regenbogentrikot, als würde er es testen wollen. War es das wirkliche Textil des Weltmeisters oder doch nur ein Traum? (kh)
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Robert
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Interview mit Tom Boonen
"...dass ich das mit 24 Jahren geschafft habe!"
MADRID, 25.09.05 (rsn) - Der "neue Museeuw" ist Tom Boonen lange nicht mehr. Spätestens seit seinem vielumjubelten Flandern-/Roubaix-Double im Frühjahr ist er eine Klasse für sich. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Alter von 24 Jahren ist der junge Antwerpener endgültig zu den ganz Großen zu zählen.
Haben Sie am Ende Zweifel gehabt heute?
Boonen: Nein, ich war nie nervös. Heute lief alles für mich. Alle (im Team) haben ihre Arbeit gemacht, haben mich aus dem Wind gehalten, haben attackiert oder Löcher zugefahren. Ich ziehe den Hut vor allen. Mario (Aerts) hat mich bis auf die letzten 300 Meter gebracht. Ich habe die Arbeit dann zu Ende geführt. Aber für diesen Moment musste man den ganzen Tag aufmerksam sein.
Waren Sie sich der Unterstützung einer Fahrerpersönlichkeit wie Peter Van Petegem sicher?
Boonen: Ich habe nie daran gezweifelt. Wir haben hervorragend zusammengearbeitet. Die Kooperation im Team war außergewöhnlich, vor allem im Finale und auf dem letzten Kilometer.
War dieser Titel Ihr großes Saisonziel?
Boonen: Zu Beginn der Saison habe ich von Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix geträumt. Ich habe beides gewonnen. Daher muss jetzt auch niemand groß darüber spekulieren, welche Bedeutung dieses Regenbogentrikot hat. Ich habe Etappen der Tour de France gewonnen. Das Grüne Trikot war mein Ziel, aber ich musste leider aufgeben. Ich blieb konzentriert fürs Saisonende. Es ist nicht so wichtig, vier oder fünf Etappen der Vuelta zu gewinnen. Man muss zur WM in Form sein, nur das ist wichtig.
Waren Sie informiert, dass sich Petacchi im Rennen am Ende müde fühlte?
Boonen: Ich habe Petacchi in den letzten zwei Runden nicht gesehen. Aber ich habe mich sowieso nicht um ihn gekümmert. Ich bin einfach konzentriert geblieben auf mein Rennen und das ist das Beste. War denn Paolo Bettini informiert? Ich habe ihn jedenfalls attackieren gesehen. Aber wieder einmal habe ich mich ganz auf die Stärke und Omnipräsenz der belgischen Mannschaft verlassen.
Wieviele Italiener haben Sie heute bemerkt?
Boonen: (Lacht) 50.
Was bedeutet dieser Sieg für Sie?
Boonen: Ich setze meine schnelle Entwicklung als Fahrer fort. Ich habe große Motivation. Ich bin im Kopf sehr stark. Ich kann lange Zeit diesen Rhythmus halten. Aber es ist schon verrückt und auch irgendwo schwer für mich, wenn ich denke, dass ich dieses alles schon erreicht habe im Alter von 24 Jahren.
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Naja, Ziele gibt's ja immer wieder neue!
Ach Apropos Italiener, vielleicht sollte sich mal das WM-Komitee darum kümmern, dass die Italiener 50 ihrer Sorte an den Start gebracht haben!
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Straßen-Weltmeisterschaften - Nachlese
Starker Jahrgang '80 - und mal wieder Ärger bei "Azzuri"
MADRID, 26.09.05 (rsn) - Die Straßen- Weltmeisterschaften von Madrid hatten ein bemerkenswertes Ergebnis: Alle drei auf dem Podium sind im gleichen Jahr geboren. Der noch junge Jahrgang 1980 hat die Radsport- Welt erobert. Während bei großen Eintagesrennen mit Klassikerdistanzen normalerweise erfahrene Routiniers Vorteile haben, wurde der nicht einmal 25 Jahre alte Tom Boonen zum "König der Welt" gekrönt, wie eine belgische Boulevardzeitung jubelte. Flamen und Wallonen, Quick Step- und Davitamon-Profis harmonierten in der belgischen Nationalmanschaft perfekt. Die Italiener dagegen haben mal wieder einiges zu diskutieren wie so oft nach dem Regenbogenrennen.
Boonen, der spanische Jungstar Alejandro Valverde und der französische Überraschungs-Dritte von Madrid, Anthony Geslin ("Jetzt glaube ich an mich") sind alle drei gleichaltrig. In diesem Sommer reüssierten sogar noch jüngere: Der 1981 geborene Italiener Fillippo Pozzatto fuhr eine bemerkenswerte Saison und gewann das ProTour-Rennen in Hamburg. Und sein Landsmann und Altersgenosse Damiano Cunego war bereits im vorigen Jahr einer der Besten (Giro, Lombardei-Rundfahrt) und muss diese Saison nur wegen einer Viruserkrankung abschreiben. Auch die Holländer haben eine ganze Riege von Jungen (Weening, Posthuma, Thomas Dekker), die in den nächsten Jahren bei Klassikern eine Hauptrolle spielen werden. Kein Zweifel: Der Generationswechsel im Radsport ist längst da.
Der 25-jährige Alejandro Valverde stand in Madrid sogar bereits zum zweiten Mal auf dem Podium bei einer WM. 2003 hatte er mit einem zweiten Platz (hinter Landsmann Astarloa) für einen Paukenschlag gesorgt und dass das kein Zufall war (Zufälle gibt es ohnehin keine bei WM-Rennen über 270km), bestätigte er mit vielen Siegen bei kleineren Rundfahrten und einem eindrucksvollen Tour de France-Etappensieg in Courchevel im Sommer. Valverde ist in Spanien längst ein Star - doch mit dem Superstar-Status, den der junge Antwerpener Tom Boonen nach einer Saison mit zwei Monument-Siegen (Flandern-Rundfahrt, Roubaix), zwei Tour-Etappen und dem WM-Titel in seiner radsportverrückten Heimat erreicht hat, ist das nicht mehr zu vergleichen. Bei "Tornado Tom" (Gazet van Antwerpen) kommen zu einem "grenzenlosen Talent" (Le Soir) jugendliche Frische und Unbekümmertheit sowie gutes Aussehen. Das Wort "Star", das im Radsport manchmal zu inflationär gebraucht wird, trifft auf ihn vollauf zu.
Italienische Momente
In Belgien vergaß in all den Hymnen auf Boonen niemand, dass auch die Nationalmannschaft eine bemerkenswerte Leistung abgeliefert hatte. All der angebliche Streit zwischen den rivalisierenden Mannschaften Quick Step und Davitamon, über den viel im Vorfeld geschrieben wurde, löste sich in Madrid in Luft auf. Bei den Italienern war es dagegen umgekehrt. Vor dem Rennen wurde die große Einigkeit der "Squadra Azzura" beschworen. Schließlich stellte man den großen Favoriten, der "an der Grenze zur Unschlagbarkeit" (Erik Zabel) fuhr. So wie die Italiener 2002 (überraschend) geschlossen für Mario Cipollini fuhren, so war diesmal alles auf Petacchi ausgerichtet. Doch man verrechnete sich gründlich. "Ich habe nichts zu sagen. Ich muss ins Hotel", grummelte Olympiasieger Paolo Bettini unmittelbar nach dem Rennen, das er als bester Italiener auf Platz 13 beendete, nachdem er mehrmals mit Attacken gezeigt hatte, das er eigentlich wohl sogar der Stärkste war an diesem Sonntag. Die "Squadra", die zwei Ferrari-Edelboliden dabei zu haben glaubte, fuhr durchschnittlich wie ein Auto von Verbandssponsor Skoda,
Alessandro Petacchi sieht sich nun unangenehmen Fragen ausgesetzt: Warum hat er sein Team so spät - in der letzten Runde - informiert, dass er sich nicht optimal fühlte? "Ich habe mich doch gut gefühlt, wenn ich auch keinen großartigen Tag hatte wie bei Mailand-San Remo. Und als ich merkte, dass es eng wird, da habe ich es gesagt", rechtfertigte sich der Supersprinter, der in den Wochen vor der WM bei der Vuelta fünf Etappen gewann, während sich dort Boonen zurückhielt und nach seinem WM-Sieg an Petacchis Adresse kühl meinte: "Fünf Vueltasiege sind unwichtig. Wichtig ist nur, bei der WM in Form zu sein."
Der capitaine de route der "Sqadra", der erfahrene Sprintanfahrer Giovanni Lombardi, der mit Cipollini 2002 die WM gewann, gab Petacchi indirekt die Schuld für das letzten Endes schlechte Abschneiden der Italiener. "Als wir dann wussten, dass (Petacchi) sich nicht gut fühlt, hat Bettini attackiert. Aber da war es zu spät." Schließlich war die ganze Teamtaktik durcheinander. Die Italiener, das stärkste Team im Peloton, waren vorne in Unterzahl. In die entscheidende 25-köpfige Spitzengruppe, die den Sieg unter sich ausmachte, kam einzig Bettini. Nationalcoach Franco Ballerini, der ganz auf Petacchi gesetzt hatte, meinte: "Dass wir das Finale verschlafen, hätte ich nicht erwartet."
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(www.radsportnews.com)
Na was soll's, Petacchis Tagesform war halt mal nicht so toll. Wieso ihm deshalb jetzt die Schuld aufbrummen, wo's doch von vornhinein klar war, dass er nicht dabeisein würde, wenn es keinen 'großen' Massensprint geben wird. An die Italiener: Aufhören zu faseln, das Rennen ist nunmal gelaufen, nächstes Mal wird's vielleicht besser!
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Dopingkontrolle bei der Spanien-Rundfahrt
Aitor Gonzalez war positiv
BERLIN, 28.09.05 (rsn) - Der Spanier Aitor Gonzalez, Sieger der Spanien-Rundfahrt 2002, war bei der diesjährigen Vuelta bei einer Dopingkontrolle positiv, wie am Mittwoch aus mehreren Quellen bekannt wurde. Der 30 Jahre alte Euskaltel-Profi hatte drei Tage vor dem Ende der Rundfahrt am 15.September vorzeitig das Rennen aufgegeben.
Um welche Dopingsubstanz es bei Gonzalez geht, ist noch offen. Der Generalsekretär des spanischen Radsportverbandes, Eugenio Bermudez, wollte am Mittwoch auf Anfrage den Fall nicht bestätigen. Der Euskaltel-Rennstall stand zunächst nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.
Gonzalez, der 2002 für das Kelme-Team die Vuelta mit einem starken Zeitfahren am letzten Tag ("Terminaitor") gewann, war vor dieser Saison von Fassa Bortolo zu Euskaltel gewechselt. Bei der Tour de Suisse zeigte er erstmals seit drei Jahren wieder seine alte Klasse. Er dominierte die letzten beiden Etappen und holte den Sieg beim Schlussteilstück und schnappte dem Australier Michael Rogers den Gesamtsieg weg. Trotz dieser starken Leistung war Gonzalez von Euskaltel nicht für die Tour de France nominiert worden. Er bereitete sich auf die Vuelta vor, konnte dort aber keine Rolle spielen.
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92.Meisterschaft von Zürich
Di Luca will ersten ProTour-Sieg perfekt machen
ZÜRICH, 30.09.05 (rsn) - Die 92. Auflage der "Meisterschaft von Zürich" am Sonntag bietet dem Italiener Danilo Di Luca die Gelegenheit, den ersten Gesamtsieg in der neuen ProTour-Serie bereits vor den beiden letzten großen Saisonrennen, Paris-Tours und Lombardei-Rundfahrt, perfekt zu machen. "In Zürich kann ich den Sack zu machen", sagt Di Luca, dessen Zuversicht auch deshalb so berechtigt ist, weil seine verbliebenen Rivalen um den ProTour-Sieg in der Schweiz fehlen: Der frischgebackene Weltmeister Tom Boonen hat seine Saison ebenso beendet wie der Kasache Alexandre Vinokourov. Und auch Jan Ullrich, der Zürich zwischenzeitlich einmal als letztes Saisonziel ausgegeben hatte, ist längst im Urlaub.
Meisterschaft von Zürich
Kurs: 241,8km auf einer großen Schleife im Südosten von Zürich. Nach einer 71 Kilometer langen Schleife zum Anfang des Rennens folgen vier Runden von jeweils rund 42km. Start 11:30 Uhr, Zielankunft am Seefeldquai gegen 17:30 Uhr. Anstieg des 729m hohen Pfannenstiel fünf Mal zu fahren, letzte Passage 16km vor dem Ziel.
21 Teams am Start: Gerolsteiner, T-Mobile, Quick Step, Davitamon, CSC, Euskaltel, Baléares, Liberty, Saunier Duval, Discovery Channel, Bouygues Telecom, Cofidis, Crédit Agricole, Française des Jeux, Domina Vacanze, Fassa Bortolo, Lampre, Liquigas, Rabobank, Phonak (ProTour), AG2R (eingeladen).
Favoriten: *****Paolo Bettini (ITA), ****Juan Antonio Flecha (ESP), ****Danilo Di Luca (ITA), ***Damiano Cunego (ITA), ***Kim Kirchen (LUX), ***Miguel Angel Martin Perdiguero (ESP), **Michael Boogerd (PBS), *Davide Rebellin (ITA)
Di Luca weiß natürlich, dass er beim Sprinterklassiker Paris-Tours am 9.Oktober wenig Chancen hat. Also muss er am Sonntag in Zürich alles klar machen, um beim Saisonfinale beim großen italienischen Herbstklassiker Lombardei-Rundfahrt am 15.Oktober befreit als designierter ProTour-Sieger fahren zu können. "Ein Ehrenplatz dürfte reichen. Aber ich werde nicht nur auf Punkte fahren. Wenn es geht, wird der Sieg mein Ziel, denn ich mag Zürich und meine Form ist gut", sagt Di Luca, der schon im Frühjahr (Siege bei Amstel Gold Race und Wallonischem Pfeil) zu den Stärksten zählte. Ähnlich wie in den Ardennen könnte Di Luca bei der Zürcher "Metzgete" den Pfannenstiel, den schwersten Anstieg des Rennens, zum Antritt nutzen, wenn es 16km vor Schluss zum fünften Mal über den Berg geht. Der größte Favorit auf den Sieg in Zürich ist aber nicht der Liquigas-Kapitän, sondern ein anderer Italiener: Paolo Bettini, Zürich-Sieger von 2001 und letztes Jahr Zweiter, brennt darauf, die herbe Enttäuschung der Straßen-WM in Madrid mit einem Sieg ein bisschen vergessen zu machen.
Beim Regenbogenrennen in der spanischen Hauptstadt hat Paolo Bettini die wohl größte Chance seines Lebens auf den Weltmeistertitel vergeben. Die "Squadra Azzura" setzte zu lange ganz auf Alessandro Petacchi, der erst spät signalisierte, dass er nicht seinen besten Tag hatte. Für Bettini war das zu spät, das Rennen noch taktisch zu gestalten. Der Streit um Petacchis Rolle prägte die Schlagzeilen in Italien. In Zürich ist der Sprinter-Star nicht am Start. Bettini ist dagegen in der Schweiz präsent - wie immer: Seit seinem Sieg 2001 stand er immer auf dem Podium (2./2002, 3./2003, 2./2004). Der kleine Toskaner hat zudem ein starkes Quick Step-Team mit Filippo Pozzato und Luca Paolini als Helfern.
Das Schweizer Traditionsrennen, das neue Organisatoren - nach dem Intermezzo der Hamburger Agentur Upsolut hat es wieder einheimische Veranstalter - und einen neuen Termin (Verschiebung von August auf Oktober) hat, ist nichtsdestotrotz offen. Eine ganze Reihe von Fahrern kommt für den Sieg in Betracht. Die Serie von Anstiegen oberhalb des Zürcher Sees garantiert keine große Selektion. Letztes Jahr sprinteten 30 Fahrer um den Sieg. Vorjahressieger Juan-Antonio Flecha gehört erneut zu den Favoriten, ebenso sein Fassa Bortolo-Teamkollege Kim Kirchen, der vor kurzem die Polen-Rundfahrt gewann. Rabobank (Boogerd, Weening) kommt mit einem starken Team, ebenso CSC (Piil, Basso, Voigt). Und ganz besonderes Augenmerk gilt Damiano Cunego, der erstmals die "Meisterschaft" fährt. Der italienische Jungstar, der wegen einer Viruserkrankung in dieser Saison fast gar nicht in Erscheinung getreten ist, will nun zumindest mit einem guten Herbst die Saison abschließen.
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92.Meisterschaft von Zürich
Bettinis großer Triumph ein kleiner Trost
ZÜRICH, 02.09.05 (rsn) - Die Meisterschaft von Zürich ist schon ein ganz besonderes Rennen für den Italiener Paolo Bettini. 2001 gewann er erstmals den Schweizer Klassiker, seitdem stand er jedes Jahr auf dem Treppchen. Letztes Jahr machte er hier (als frisch gebackener Olympiasieger) mit einem zweiten Platz seinen dritten Weltcup-Triumph perfekt. Am Sonntag spielte die kleine "Grille" aus der Toskana zum zweiten Mal die Hauptrolle bei der "Metzgete". Ein großer Solo- Sieg war für Bettini ein kleiner Trost für die Enttäuschung bei der Straßen- Weltmeisterschaft vor einer Woche. Der Frust saß so tief, dass Bettini in Zürich sogar vom "schönsten Sieg meiner Karriere" sprach.
"Das war mein schönster Sieg, vor allem, weil es eigentlich gar nicht mein Tag zu sein schien. Kaltes Wetter liegt mir nicht und ich dachte sogar ans Aufgeben zur Hälfte des Rennens. Ich war völlig unterkühlt bis auf die Knochen. Meine Teamkollegen haben mir aber meine Moral zurückgegeben", sagte Bettini.
Im Herbstregen am Zürcher See gelang Paolo Bettini einer seiner eindrucksvollsten Klassikersiege am Ende einer Saison, die für ihn zunächst mit einem schlechten Frühling begann. Seit zwei Jahren war Bettini kein großer Klassikertriumph mehr gelungen. Nach anspruchsvollen 240,9km gewann der 31-Jährige mit fast drei Minuten Vorsprung vor dem Luxemburger Frank Schleck (CSC) und dem Italiener Lorenzo Bernucci (FAssa Bortolo), der im kommenden Jahr beim Bonner T-Mobile-Team fährt. ProTour-Spitzenreiter Danilo Di Luca machte den Gesamtsieg in der neuen Serie zwei Rennen vor Schluss perfekt und belegte Rang vier vor dem Basken Samuel Sanchez. Bester Deutscher war der junge Cottbuser Heinrich Haussler vom Team Gerolsteiner auf Platz sieben hinter dem Magdeburger T-Mobile-Profi Steffen Wesemann, der seinen deutschen Pass gegen die Schweizer Staatsangehörigkeit eingetauscht hat.
Der bärenstarke Bettini, der noch drei Saisonrennen (Emilien-Rundfahrt, GP Beghelli, Lombardei-Rundfahrt) bestreiten wird, distanzierte den Rest einer kleinen Spitzengruppe 36km vor dem Ziel und fuhr einen souveränen Solosieg heraus. "Ich will Madrid vergessen und das geht am besten mit einem Sieg", hatte Bettini vor dem Rennen erklärt. Vor einer Woche war er beim WM-Rennen in der spanischen Hauptstadt der große Verlierer gewesen, nachdem die Italiener zu lange auf Sprinterstar Alessandro Petacchi gesetzt hatten, weil der zu spät signalisierte, dass er nicht seinen besten Tag hatte. So lief das Regenbogenrennen an Bettini vorbei, obwohl er da bereits der Stärkste des Tages war. Am Sonntag fuhr er sich zumindest ein bisschen den Frust aus den Beinen.
Oktober statt August: Ungemütliche Schweiz
Keiner mehr da! Bettini fuhr alle in Grund und Boden
Der junge Haussler bester Deutscher
Podium: Schleck, Bettini, Bernucci
Di Luca macht mit Platz 4 ProTour-Sieg perfekt (s.Story)
Fotos: Roth
"Es war heute für mich keine Revanche für die Weltmeisterschaft. Ich habe lediglich gezeigt, zu was ich imstande bin, wenn eine Mannschaft an mich glaubt", sagte Bettini im Hinblick auf Italiens Nationalcoach Franco Ballerini, der in Madrid die Karte Petacchi gespielt hatte. "Heute hatte ich ein außergewöhnliches Team. Ich habe 36km vor Schluss attackiert, weil ich fand, dass die anderen müde wirkten. Ich wollte ihre Reaktion sehen. Die letzten 36km wurden dann sehr lang, unendlich."
Das Zürcher Rennen, das bis letztes Jahr im August stattfand, erlebte eine kühle Herbstpremiere. Ständiger Regen und Temperaturen von 9 Grad machten das Rennen zusätzlich schwer. Nach fünf Runden hatte der größte Teil des 164-köpfigen Pelotons längst nichts mehr mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Bemerkenswert waren angesichts der harten Bedingungen die Leistungen einiger junger Profis. Der 25 Jahre alte Schleck fuhr aufs Podium und zwei 21-Jährige gehörten zu den Protagonisten: Haussler, der bereits bei der Spanien-Rundfahrt mit einem unerwarteten Etappensieg auf sein Riesentalent aufmerksam gemacht hatte, und der Schwede Thomas Lovkvist, ein Schützling von FdJeux-Sportdirektor Marc Madiot, kamen unter die ersten Acht.
Letzten Endes degradierte jedoch Paolo Bettini alle anderen im Feld zu Statisten. Seine genial agierende Quick Step-Mannschaft brachte zunächst drei Mann (Moreni, Sinkewitz, Verbrugghe) in eine elfköpfige Spitzengruppe (mit Moletta, Haussler, Grivko, Barredo, Miholjevic, Devolder, Bernucci, Clerc), die sich 110km vor Schluss formierte. Die Gruppe der Favoriten, in der sich der junge Damiano Cunego, der seine "Virus-Saison" mit einem starken Herbst (Lombardei!) retten will, sehr aktiv zeigte, fuhr bis auf knapp eine Minute an die Ausreießer heran. Da verabschiedete sich Bettini und schloss in Begleitung seines Leutnants Luca Paolini 45km vor dem Ziel zur Spitze auf. Mit fünf Mann war nun Quick Step in der 13-köpfigen Ausreißergruppe vertreten. Als es in die letzte Runde ging, war dahinter das Feld auf 30 Mann geschrumpft, die eine Minute Rückstand hatten. Bettini bereitete sich nun auf seinen großen Auftrit vor. Artistisch entledigte er sich während der Fahrt seine Beinlinge und startete kurz darauf zu seinem unwiderstehlichen Solo.
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Gut gekämpft Paolo!!!
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Skandale erst nach glorreichem Karriereende Teil 2:
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Besitz von EPO
Doping-Anklage gegen Museeuw
BRÜSSEL, 03.10.05 (rsn) - Die belgische Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen den früheren flämischen Radstar Johan Museeuw wegen Besitzes von Dopingprodukten, wie der Staatsanwalt von Kortrijk am Montag bekanntgab.
Die Staatsanwaltschaft von Kortrijk wird die Anklage gegen den Weltmeister von 1996 und zehn weitere Personen am 11.Oktober vor einem Gericht erheben, wie ein Justizsprecher am Montag sagte. Die Entscheidung, ob ein gerichtliches Strafverfahren eröffnet wird, fällt dann frühestens innerhalb eines Monats, hieß es.
Johan Museeuw werfen die Strafverfolgungsbehörden vor, er habe 2003 verschiedene Dopjngprodukte in seinem Besitz gehabt. Dabei handelte es sich um Aranesp, EPO (Erythropoietin) und Dexomethason, wie ein Justizsprecher Berichte der belgischen Tageszeitungen La Dernière-Heure und Het Laatste Nieuws vom Montag bestätigte. In der Anklage heißt es, Museeuw habe "2000 Einheiten EPO im Zeitraum vom 23. bis 25.August 2003" im Besitz gehabt..
Museeuw, der beste Klassiker-Fahrer der letzten zehn Jahre, hatte seine Karriere im Frühjahr 2004 im Alter von 38 Jahren beendet. Wenige Monate später fiel bereits ein großer Schatten auf die glänzende Karriere des "Löwen von Flandern". Sein Landsmann Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitee (IOC), hatte bereits im letzten Dezember am Denkmal Museeuw gerüttelt. "Seine Palmares bleiben bestehen, weil er nie erwischt wurde. Aber den Wert der Siege kann man sicherlich bezweifeln", so Rogge. Wenige Monate nachdem Museeuw seine Karriere beendet hatte, im Oktober 2004, war er vom belgischen Radsportverband mit einer zweijährigen Dopingsperre belegt worden.
Johan Museeuw ist die zentrale Figur in einem der größten Dopingskandale, die der belgische Radsport in den letzten Jahren erlebte. Dieser nahm im September 2003 ihren Lauf, nachdem Ermittler Telefongespräche Museeuws abgehört hatten. Der zweifache Weltcup-Sieger ist in die Affäre um den Veterinär José Landuyt verwickelt, der zugegeben hat, einen Handel mit Hormonpräparaten betrieben und diese an Tauben- und Pferdezüchter sowie auch an Radrennfahrer verkauft zu haben. Im September 2003 waren im Rahmen der Ermittlungen auch die Häuser von Museeuw, sowie der Profis Chris Peers und Jo Planckaert von der Polizei durchsucht worden. Beteiligt in der Affäre ist auch der Belgier Herman Versele, der u.a. als Betreuer von Radstar Museeuw tätig war. Versele hatte nach umfangreichen Razzien der Polizei zunächst erklärt, er habe Radprofis mit Dopinghormonen versorgt. Später widerrief er das Geständnis.
Neben Museeuw will die Staatsanwaltschaft Anklage erheben gegen Landuyt und Versele, denen Handel mit Dopingprodukten vorgeworfen wird, sowie gegen sechs Sportler. Dabei handelt es sich um die Ex-Profis Mario De Clerqc, Jo Planckaert, Chris Peers und die Amateure Vico Henderickx, Birger Donie und Oliver Penney. Insgesamt haben die sieben Rennfahrer zusammen 26 verbotene Substanzen (Wachstumshormone, Stimulanzien, Steroide, Testosteron usw.) im Besitz gehabt. Allein der dreifache Cross-Weltmeister Mario De Clercq hatte 6000 Einheiten EPO und sieben verschiedene Stimulanz-Produkte im Besitz, so die Staatsanwaltschaft.
Am 11.Oktober wird nun eine nichtöffentliche Sitzung vor einem Gericht in Kortrijk stattfinden, in der die Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Strafverfahrens beantragen wird. Die Entscheidung, ob ein Prozess eröffnet wird, könnte sich hinziehen, da etwa die Anwälte der Betroffenen zusätzliche Ermittlungen verlangen können.
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Di Luca steht als ProTour-Sieger fest
Di Luca: "ProTour-Serie bedeutender als Weltcup"
ZÜRICH, 02.10.05 (rsn) - Der Italiener Danilo Di Luca wird als erster Sieger der neuen ProTour-Serie in die Annalen eingehen. Der Liquigas-Profi steht nach seinem vierten Platz bei der Meisterschaft von Zürich am Sonntag bereits zwei Rennen vor Schluss als Gesamtsieger fest. Seine nächsten Verfolger (Boonen, Ullrich, Armstrong, Vinokourov) haben ohnehin ihre Saison bereits beendet.
"Ich bin heute vor allem für die ProTour-Wertung gefahren. Ich musste Vierter werden, um sicher zu sein. Ich bedauere trotzdem ein bisschen, dass ich Bettini und Paolini fahren lassen musste. Ich war überrascht", sagte Di Luca nach dem nasskalten Schweizer Traditionsrennen. "Ich habe noch nie sechseinhalb Stunden bei solchem Wetter im Rennsattel gesessen", meinte Di Luca und freute sich danach um so mehr über den großen Preis: "Die ProTour belohnt den komplettesten Fahrer. Die Wertung ist mehr wert als der Weltcup."
Di Luca wird noch die beiden letzten ProTour-Rennen der Saison bestreiten: "Ich fahre (den Sprinterklassiker) Paris-Tours auf Wunsch meiner Mannschaft. Bei der Lombardei-Rundfahrt (am 15.Oktober) kann ich jetzt befreit fahren und vielleicht ist ja der Sieg drin."
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Interview-Reihe: Die jungen Wilden (1)
Sinkewitz: "Ich zähle schon die Tage"
BERLIN, 06.10.05 (rsn) - Sie sind jung, talentiert und wollen Siege. Vor fünf Jahren bangte die deutsche Radsportwelt noch um die Erben von Jan Ullrich. Heute gibt es eine Vielzahl von hoffnungsvollen Fahrern. RADSPORT-NEWS.COM interviewt sechs von den „jungen Wilden“. Patrik Sinkewitz, Fabian Wegmann, Markus Fothen, Linus Gerdemann, Heinrich Haussler und Christian Müller werden im Oktober Rede und Antwort über Zukunft, Ängste und Hoffnungen stehen.
Patrik Sinkewitz war die Entdeckung 2004. Mit seinem Sieg bei der Deutschland-Tour schien er schon manchem als legitimer Nachfolger Ullrichs. Doch Formschwäche und Ärger mit seinem Manager Levefere machten 2005 zu einem schweren Jahr für ihn.
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RADSPORT-NEWS.COM: Patrik, wie sehr wünscht Du Dir das Ende der Saison bei Quickstep herbei?
Sinkewitz: Ich bin schon froh, dass die Saison in drei Wochen langsam rum ist und freue mich auf die nächsten Jahre. Es ist ja auch nicht optimal gelaufen, aber daran kam man nichts ändern.
RADSPORT-NEWS.COM: Hast Du seit dem Tourstart mal wieder mit Levefere gesprochen?
Sinkewitz: Eigentlich nicht. Generell hatte ich selten mit ihm gesprochen, aber seit der Tour herrscht absolute Funkstille. Ich habe ihm auch nichts mehr zu sagen und er mir sicher auch nicht.
RADSPORT-NEWS.COM: Wie reagierten Deine Teamkollegen auf Leveferes Tourschikanen?
Sinkewitz: Wenn du andauernd jeder Ausreißergruppe folgen sollst oder dir ähnliche Dinge aufgedrückt werden, bekommen die Teamkollegen das natürlich mit. Aber sie standen alle hinter mir, denn ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich werde ja nur das Team wechseln. Jeder andere darf das doch auch. Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen Fahrer und Manager nie so gut wie von Fahrer zu Fahrer. Jeder weiß ja, wie Manager sind.
RADSPORT-NEWS.COM: Ist Dein Verhältnis zu Bettini schlechter geworden seitdem Du bei T-Mobile unterschrieben hast?
Sinkewitz: Nein, natürlich nicht. Paolo kennt das. Er ist auch nur Profi und muss sehen wo er bleibt. Mit Sicherheit hätte er die gleiche Entscheidung getroffen.
RADSPORT-NEWS.COM: Wieso wurde Dein Wechsel schon vor dem Tourstart bekannt?
Sinkewitz: Das weiß ich bis heute nicht, aber ich würde es auch gerne wissen.
RADSPORT-NEWS.COM: Kam T-Mobile auf dich zu?
Sinkewitz: Ja klar. Generell bewegte sich meine Auswahl in einem sehr kleinen Rahmen - zwischen Quickstep, Phonak und T-Mobile. Für mich ist T-Mobile aber das einzige Team, in dem ich hundertprozentig fahren wollte.
RADSPORT-NEWS.COM: Wieso gerade T-Mobile? Aus finanziellen Gründen, oder willst Du am Rundfahrer Ullrich wachsen?
Sinkewitz: T-Mobile ist mit Sicherheit das deutsche Top-Team. Ich werde 25 und habe einen Dreijahresvertrag bekommen. Auf solch einer Basis kann man sicher gut bauen. Die nächsten drei Jahre sind sehr entscheidend für mich. Olaf Ludwig zeigte mir in den Gesprächen die besten Perspektiven auf. Und ich würde auch gerne mal deutscher Meister werden, und dazu muss man eigentlich bei T-Mobile fahren.
RADSPORT-NEWS.COM: Michael Rogers wechselt mit Dir zusammen. Das klingt schon fast nach Absprache...
Sinkewitz: Wir sind sehr oft Zimmerkollegen, und da kriegt man das natürlich mit. Aber sein Wechsel hat mit meinem nichts zu tun. Wir gehen völlig unabhängig dort hin.
RADSPORT-NEWS.COM: Botero, Savodelli, Julich oder Evans konnten nie ihre Fähigkeiten bei T-Mobile beweisen. Hast Du keine Angst vor dem "T-Mobile-Virus"?
Sinkewitz: Nein, natürlich nicht. Man muss vor allen Dingen sehen, dass das alles ausländische Fahrer waren. Die Fahrer konnten sich scheinbar nie richtig in das Team integrieren. Das spielt eine wichtige Rolle. Wer sich nicht wohl fühlt, bringt keine Leistung. Ich zähle ja auch schon die Tage bis ich bei Quickstep aufhöre.
RADSPORT-NEWS.COM: Wer von Euch sechs hat das größte Potential, ein "ganz Großer" zu werden?
Sinkewitz: Ich kenne die Jungs eigentlich nicht so genau, eben nur von den Rennen. Jeder von uns hat schon gezeigt was er kann. Potential haben wir alle, entscheidend ist nur, wer das Beste daraus macht. Es gibt viele Talente, die weit unter ihren Fähigkeiten fahren. Aber ich muss sagen, ich traue mir in den nächsten Jahren schon etwas zu.
RADSPORT-NEWS.COM: Was wird Patrik Sinkewitz 2006 bewegen?
Sinkewitz: Ich möchte im Frühjahr schon die ersten Glanzpunkte setzen, das heißt, Lüttich-Bastogne-Lüttich ganz vorne beenden. Dann will ich bei der Tour eine gute Figur machen und die Deutschlandtour mitbestimmen.
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Tja, wenn man's so sieht. Meiner Meinung nach haben aber nur Sinkewitz, Wegmann und Gerdemann großes Potential für wirkliche Erfolge. Wobei Wegmann eher auf hügelige Klassiker a Lüttich-Bastogne-Lüttich und Co aus sein wird. Sinkewitz ist zwar im Moment am Weitesten in der Entwicklung, dennoch glaub ich nicht dass er das Jahr 2004 nochmal wird wiederholen können. Aber ich lasse mich natürlich auch gern eines Besseren belehren!
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Tour und Giro in der Wallonie
Tour de France 2006 nach Benelux
BRÜSSEL, 06.10.05 (rsn) - Die Tour de France 2006, die in Straßburg beginnt, wird auf den ersten Etappen Station machen in Luxemburg, den südlichen Niederlanden und im wallonischen Huy, wie die belgische Tageszeitung La Dernière Heure/Les Sports am Donnerstag berichtet.
Die nächste "Große Schleife" beginnt am 1.Juli 2006 in Straßburg mit einem Prologzeitfahren. Am folgenden Tag wird die erste Etappe in Straßburg beginnen und dort enden. Der Startschuss zum zweiten Teilstück am 3.Juli fällt ebenfalls in der elsässischen Stadt. Laut La Dernière Heure endet die zweite Etappe in Esch-sur-Alzette in Luxemburg oder in Thionville in der französischen Champagne. Das Peloton soll dann nach Informationen des Brüsseler Blattes am 4.Juli von Esch-sur-Alzette aus nach Valkenburg in den südlichen Niederlanden rollen. Am Tag darauf wird die wallonische Stadt Huy, der traditionelle Zielort des Wallonischen Pfeils, Startort der 4.Etappe, die wahrscheinlich in Saint-Quentin in Nordfrankreich endet.
Die Bürgermeisterin von Huy, Anne-Marie Lizin, bestätigte im wallonischen Fernsehsender RTBF, dass ihre Stadt Etappenort der Tour de France werden wird. Auf die Fans in der Wallonie kommt ein ereignisreiches Jahr zu: Auch der Giro d'Italia beginnt im Mai in der Region.
Die nächste Tour de France wird am 27.Oktober im Pariser Palais des Congrès offiziell vorgestellt.
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Na dann mal gespannt sein auf den 27. Oktober. Mir mal den Wecker stellen!
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Doping weiter an der Tagesordnung
Eigen-Bluttransfusionen im Teambus vor dem Start
PARIS/BERLIN, 06.10.05 (rsn) - Das Thema Doping lässt den Radsport nicht los. Ein früherer Teamarzt des US Postal-Teams behauptet in der Donnerstagsausgabe der Pariser Sportzeitung L'Equipe, dass bei der letzten Tour de France mehrere Teams bei ihren Fahrern kurz vor dem Etappenstart Eigen-Bluttransfusionen durchführten und so die Blut- und Dopingkontrollen umgingen.
Der Sportmediziner Prentice Steffen, der bis 1996 Teamarzt war bei US Postal und entlassen wurde, bevor 1997 Lance Armstrong zu dem Rennstall kam, hat wiederholt schwere Vorwürfe gegen das Armstrong-Team erhoben. In L'Equipe beschreibt er jetzt eine Praxis, die Insider kaum überrascht. "Vor dem Start der letzten Tour de France haben Fahrer aus bestimmten Teams in ihren Trainingslagern EPO genommen, um ihre Hämatokritwerte klettern zu lassen, vielleicht in die Gegend von 60 Prozent. Dann nimmt ihnen ein Arzt Blut ab, konserviert dies in speziellen Verpackungen. Die Blutparameter der Fahrer sinken derweil wieder auf die normalen Werte, sodass sie keine Schwierigkeiten haben bei den medizinischen Kontrollen vor der Tour", so Steffen, der allerdings offen lässt, woher er seine Informationen aus zweiter Hand hat und auch keine Namen nennt.
"Die Teams wissen sehr gut, dass während des Rennens die Vampire (die Dopingkontrolleure, die Blut nehmen) jeden Tag unangekündigt kommen können, aber das ist immer zwischen 7 und 8 Uhr - plus/minus eine halbe Stunde", so Dr.Steffen weiter. "Wenn diese Zeit um ist, kann man sicher sein, dass es keine Kontrollen mehr gibt. Dann können die Fahrer wieder ihr vor dem Start konserviertes Eigenblut reinjizieren. So können sie bei der Etappe mit einem enormen Vorteil starten - während der Etappe haben sie 55-58 Hämatokrit. Nach dem Rennen wird das Blut wieder verdünnt, sodass sie kein Risiko haben beim Schlafen und vor allem auch keines bei Kontrollen am nächsten Morgen."
Diese Praxis werde nur vor Schlüsseletappen durchgeführt, sagt Steffen. "Das ist so einfach zu machen und es gibt gar kein Risiko, sofern es keine polizeilichen Eingriffe gibt. Das Blut wird in einem Kühlbehälter per Motorrad vorbeigebracht", so der Mediziner. Verhindern ließe sich diese Art der Manipulation nur dadurch, dass Blutkontrollen unmittelbar vor dem Start des Rennens "praktisch auf der Startlinie" durchgeführt würden, was durchaus machbar wäre, da ein am Finger genommener Bluttropfen für die Kontrollen bereits ausreicht.
Die Sportzeitung L'Equipe, die zur gleichen Firmengruppe gehört wie die Tour de France-Organisation, hatte am 23.August unter der Titelseiten-Überschrift "Die Armstrong-Lüge" enthüllt, dass nachträglich untersuchte Urinproben Armstrongs von der Tour de France 1999 positiv auf EPO waren. Derzeit druckt das Blatt eine Serie über die derzeitige Lage des Radsports. Eine von L'Equipe in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage hatte vor kurzem ergeben, dass in Frankreich, Spanien und Deutschland der Radsport die Sportart ist, die am meisten mit Doping in Verbindung gebracht wird.
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(www.radsportnews.com)
Klingt zwar recht abenteuerlich, ist aber durchaus möglich. Nur wenn das wirklich so leicht wäre wie der Doktor da oben beschrieben hat, dann würde das inzwischen wohl jeder Profi machen. Mal abwarten, wie's da jetzt weitergeht!
mfg Robert |
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Robert
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85.Paris-Tours am Sonntag
Zabel träumt von glanzvollem Abschied
PARIS, 07.10.05 (rsn) - Paris-Tours, der Herbstklassiker der Sprinter, bietet Erik Zabel am Sonntag die Chance, sich bei seinem letzten Auftritt im Magentatrikot mit einem Triumph zu verabschieden und T-Mobile zu zeigen, was sie an ihm verlieren. Für Zabel, der in dieser Saison zumeist mit Ehrenplätzen zufrieden sein musste, würde sich mit einem dritten Sieg auf der Avenue de Grammont der Kreis schließen: Vor elf Jahren feierte der Berliner hier seinen ersten großen Klassikersieg. Am Sonntag übt Zabel schon einmal die im kommenden Jahr bei Milram geplante Arbeitsteilung mit Sprintstar Alessandro Petacchi. Der Italiener fehlt ebenso wie Weltmeister Tom Boonen. Dennoch gibt es viel Konkurrenz für den deutschen Sprinterstar.
•Der Kurs: 253,5 km. Start in Saint- Arnoult- en-Yvelines um 11:00 Uhr, Zielankunft in Tours gegen 17:20 Uhr. Flacher Kurs mit kleinen Anstiegen im Finale, letzte Cote (Petit Pas d'Ane) 5 km vor dem Ziel.
• 25 Mannschaften: Gerolsteiner, T-Mobile, Quick Step, Davitamon, CSC, Euskaltel, Baléares, Liberty, Saunier Duval, Discovery Channel, Bouygues Telecom, Cofidis, Crédit Agricole, Française des Jeux, Domina Vacanze, Fassa Bortolo, Lampre, Liquigas, Rabobank, Phonak (alle ProTour), AG2R, Agritubel, RAGT, Landbouwkrediet, MrBookmaker.com (eingeladen).
• Favoriten: *****Robbie McEwen (AUS), ****Erik Zabel (ALL), ****Thor Hushovd (NOR), ****Daniele Bennati (ITA), ***Juan Antonio Flecha (ESP), ***Max Van Heeswijk (PBS), ***Jean-Patrick Nazon (FRA), ***Fabian Cancellara (SUI), **Julian Dean (NZL), **Jaan Kirsipuu (EST), **Luca Paolini (ITA)
• Es fehlen: Tom Boonen (BEL), Alessandro Petacchi (ITA), Paolo Bettini (ITA), Oscar Freire (ESP), Stuart O'Grady (AUS), Damiano Cunego (ITA), Erik Dekker (PBS), Jakob Piil (DAN), Alexandre Vinokourov (KZK)
Beim 253,5km langen Rennen der "Windhunde des Herbstes", wie man in Frankreich poetisch die Favoriten des Sprinterklassikers nennt, trifft Zabel auf hochmotivierte Konkurrenten, die nur für dieses Rennen ihre Saison bis in den Oktober verlängert haben. Der Australier Robbie McEwen, der norwegische Gewinner des Grünen Trikots der Tour, Thor Hushovd, der Franzose Jean-Patrick Nazon, der Holländer Max Van Heeswijk und der Italiener Daniele Bennati lauern wie Zabel auf einen Massensprint in Tours, den in den vergangenen zehn Jahren meistens Attackierer verhindert hatten. Als das letzte Mal die Entscheidung im Sprint fiel, setzte sich 2003 Zabel durch - neun Jahre nach seinem ersten Sieg. Damals - wie heute - hatten viele den Berliner schon abgeschrieben. Dann bezwang er auf der unendlich langen Avenue de Grammont doch wieder mal einen Petacchi.
Am Sonntag muss sich Zabel keine Gedanken machen um Petacchi. Der fehlt ebenso wie Weltmeister Boonen und andere schnelle Leute wie die Australier Stuart O'Grady und Baden Cooke oder Zürich-Sieger Paolo Bettini. Dass Boonen und Petacchi, die Referenzmarken im Peloton bei Sprinterrennen, fehlen, macht die Sache für Zabel nicht einfacher. Denn es fehlen auch zwei große Mannschaften, die das Feld kontrollieren und Attacken neutralisieren. Und dass es trotz des flachen Profils bei Paris-Tours viele Angreifer versuchen werden, das lehrt die jüngere Vergangenheit.
Sprinterklassiker ohne Sprints
Seit 1997 hat es bei dem Sprinterklassiker, der seinen Namen gar nicht mehr verdient, nur ein einziges Mal einen Massensprint gegeben auf der 2400 Meter langen Zielgeraden: Das war 2003, als sich Zabel durchsetzte. Ansonsten spielten Attackierer die Hauptrolle. Entweder in Form einer frühen Flucht in der ersten Stunde oder mit Offensiven auf den kleinen Hügeln im Finale. Der kleine Anstieg von Petit Pas d'Ane dient puncheurs gerne als Sprungbrett und wenn im Feld dann nicht konsequent gefahren wird, müssen am Ende die Sprintspezialisten wieder in die Röhre schauen oder um die Ehrenplätze kämpfen wie letztes Jahr hinter Ausreißer Erik Dekker.
Der Italiener Danilo Di Luca, der am letzten Sonntag bei der Meisterschaft von Zürich seinen ProTour-Sieg perfekt machte, ist einer der stärksten puncheurs im Feld. Sechs Tage vor dem letzten Saisonrennen (Lombardei-Rundfahrt) und befreit von taktischen Zwängen zum Punktesammeln könnte er nochmal richtig motiviert sein, einen weiteren ProTour-Sieg zu holen. Seine Landsleute Luca Paolini und Filippo Pozzato, die in Abwesenheit von Boonen und Bettini auf eigene Rechnung fahren können, wollen den Sprintern ein Schnippchen schlagen, genauso der Spanier Juan Antonio Flecha, der Schweizer Fabian Cancellara, die bei Fassa Bortolo ohne Petacchi freie Hand haben, oder auch die Kämpfer bei CSC (Bak, Arvesen, Gusev) und Rabobank (Posthuma, Kroon).
Abschiedsgeschenk
Auf T-Mobile kommt somit reichlich Arbeit zu, denn Sportdirektor Mario Kummer hat Erik Zabel ein "schönes Abschiedsgeschenk" versprochen. Rolf Aldag, der sein letztes Rennen bestreitet, bevor er seine Karriere mit 37 Jahren beendet, Eric Baumann, Marcus Burghardt, Andreas Klier, André Korff, der Italiener Daniele Nardello und der Neu-Schweizer Steffen Wesemann müssen dazu am Sonntag viel Tempo machen. Gegenwind, der Attackierer mehr benachteiligt als das große Feld, wäre ihnen sicher eine willkommene Hilfe.
Während bei einem Routinier wie Erik Zabel der Blick unweigerlich auch immer in die Vergangenheit schweift, schaut einer seiner potenziellen Sprintrivalen vom Sonntag nur in die Zukunft. Der Italiener Daniele Bennati ist etwa in dem Alter, in dem Zabel war, als er vor elf Jahren erstmals in Tours gewann. Der Lampre-Profi, der in Abwesenheit von Damiano Cunego auf die volle Unterstützung seiner Mannschaft zählen kann, ist vielleicht der große Geheimfavorit. Der Toskaner, der im dritten Jahr bei den Profis fährt, gewann in diesem Jahr schon drei Etappen der Deutschland-Rundfahrt und war zuletzt auch bei der zur ProTour zählenden Polen-Rundfahrt zwei Mal erfolgreich. "Ich fühle mich gut", sagt Bennati. "Ich bin Paris-Tours schon als Neuprofi an der Seite von Mario Cipollini gefahren. Ich mag das Rennen und der Sieg ist mein Ziel." Geschenke kann Zabel am Sonntag nur von seinem Team erwarten.
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(www.radsportnews.com)
Na dann wünsch ich dir dafür mal viel Glück Ete!!!
mfg robert |
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Glaubt man an Schicksal, wird man bei dieser Nachricht jubeln. Glaubt man an Hoffnung in schweren Zeiten, wird man sie lieben. Glaubt man an wahre Helden, wird man es sowieso!!!
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85.Paris-Tours
Für Zabel und T-Mobile schließt sich der Kreis
TOURS, 09.10.05 (rsn) - Erik Zabel, heute der nach Siegen gerechnet erfolgreichste Profi im Peloton, hat vor elf Jahren bei Paris-Tours seinen ersten großen Klassikertriumph errungen. Am Sonntag feierte der Berliner T-Mobile-Profi an gleicher Stelle in seinem letzten Rennen im Magentatrikot erneut den Sieg bei dem Herbstklassiker. Nach 253,5km setzte er sich auf der Avenue de Grammont in Abwesenheit seines künftigen Milram- Teamkollegen Alessandro Petacchi im Massensprint durch. Zabel verwies den Italiener Daniele Bennati (Lampre) mit halber Radlänge Vorsprung auf Platz 2. Der Australier Allan Davis (Liberty) war Dritter vor seinem Landsmann Robbie McEwen (Davitamon).
Erik Zabel
Geb. 7.Juli 1970 in Berlin; 1,76m/69 kg
Profi seit: 1993
Teams: Telekom (93-2003), T-Mobile (2004-05), Milram (ab 2006)
Größte Erfolge: Weltcup-Gesamtsieger 2000, Deutscher Meister 1998 und 2003, Mailand-San Remo 1997, 1998, 2000 und 2001, Paris-Tours 1994, 2003 und 2005, Amstel Gold Race 2000, Cyclassics Hamburg 2001, Berner Rundfahrt 1993, Classic Haribo 1994, Rund um Köln 1996 und 2004, Trofeo Luis Puig 1997, 2000 und 2001, Scheldepreis 1997, Rund um Berlin 1997, Henninger Turm 1999, 2002 und 2005.
Tour de France: 12 Etappen 2/1995 (Charleroi, Bordeaux), 2/1996 (Nogent/Oise, Gap), 3/1997 (Plumelec, Bordeaux, Pau), 1/2000 (Troyes), 3/2001 (Boulogne-sur-Mer, Seraing, Evry), 2/2002 (Alençon). Punkteklassement 1996, 1997, 1998, 1999, 2000 und 2001 (Rekordhalter). 2 Tage im Maillot jaune (1998 und 2002); Spanien-Rundfahrt: 6 Etappen 3/2001, 2/2003, 1/2004.
"Für mich geht ein Traum in Erfüllung", jubelte Zabel über seinen Abschied im Triumph. "Ich wollte mit einem Sieg von T-Mobile weggehen und ich bin glücklich, dass es mir gelungen ist. Der Sprint war lang und schwer. Bennati hat mir alles abverlangt", so Zabel nach dem Rennen, bei dem mit Weltmeister Tom Boonen ein zweiter großer Sprinter fehlte. Der Italiener Danilo di Luca (Liquigas), der bereits bei der Meisterschaft von Zürich am letzten Sonntag seinen ProTour-Gesamtsieg perfekt gemacht hatte, stieg 50km vor dem Ziel aus.
Der 35-jährige Zabel begann seine Erfolgskarriere 1993 bei Telekom und blieb der Magentatruppe seitdem treu. Er holte für das Bonner Team 193 Siege, darunter vier Triumphe bei Mailand San-Remo, sechs Grüne Trikots der Tour de France und zwölf Etappensiege bei der Großen Schleife. Dennoch war er dem Bonner Team bei der letzten Tour nicht mehr gut genug, was Zabel so irritierte, dass er - wohl für sich selbst etwas überraschend - sich für einen Teamwechsel nach 13 Jahren entschied.
"Es ist schwer, eine Mannschaft nach 13 Jahren zu verlassen. Es war eine schöne Zeit mit großen Siegen. Diese Saison war nicht so leicht, aber ich bereue nichts. Ich habe auch dieses Jahr einiges gelernt", sagte Zabel am Sonntag. Mit dem Sieg beim großen Sprinterklassiker - es war sein zweiter Saisonsieg nach dem Henninger Turm im Mai - bewies Zabel, dass man sehr wohl noch mit ihm rechnen muss. Beim neuen Milram-Team, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb und einen Tourstart sicher hat, will er 2006 da weitermachen, wo er bei seinem letzten Saisonrennen 2005 aufhörte. Mit dem dritten Sieg in Tours nach 1994 und 2003 zog er gleich mit dem bisherigen Rekordhalter Guido Reybroeck aus Belgien, der das Rennen zwischen 1964 und 1968 drei Mal gewann.
Paris-Tours war in den letzten Jahren immer mehr zum Fluchtklassiker geworden, seit 1997 gab es nur zwei Sprintankünfte - und beide Male gewann Zabel. Auch bei der diesjährigen Ausgabe hätte nicht viel gefehlt zu einem Sieg von Ausreißern. Erst 300 Meter vor Schluss wurden die beiden jungen Belgier Stijn Devolder (Discovery) und Philippe Gilbert (FdJeux) vom Feld gestellt. Nachdem eine lange Flucht eines Trios (Posthuma, Ivan Gutierrez, Bergès) ihr Ende fand, setzten sich 27km vor dem Ziel Devolder und Gilbert an der Côte de Crochu ab, Das Duo fuhr eine Minute Vorsprung heraus. Fünf Kilometer vor Schluss war das Feld bis auf 30 Sekunden heran.
Gilbert war nach dem Rennen wütend auf seinen Mitausreißer: "Devolder wollte auf dem letzten Kilometer einfach nicht mehr Führungsarbeit machen. Sonst wären wir durchgekommen", sagte er. Dirk DeMol, Devolders Sportdirektor bei Discovery, hatte seinem Fahrer die Anweisung gegeben: "Stijn (Devolder) ist langsamer als Gilbert. Daher sagte ich zu ihm: Bleib auf der Zielgeraden an seinem Hinterrad. Das war die einzige Chance. Nur der Sieg zählt, an den Zweiten erinnert sich nachher doch niemand." Auf der 2400 Meter langen Zielgeraden der Avenue de Grammont wurden der Flame und der Wallone so 250 Meter vor Schluss wieder gestellt und auf der "längsten Zielgeraden der Welt" (Zabel) kam es zu einem packenden Massensprint.
Der junge Bennati, der in diesem Jahr bereits bei der Deutschland-Rundfahrt der beste Sprinter war, zog den Sprint an und sah fast schon wie der Sieger aus. Doch Zabel ging an dem Lampre-Profi vorbei, kämpfte Schulter an Schulter mit dem jungen Italiener und feierte schließlich noch einmal einen ganz großen Triumph für T-Mobile, dessen künftiger alleiniger Kapitän Jan Ullrich bereits seit Wochen im Urlaub ist.
Am Vorabend des Rennens am Samstag hatte Zabel mit den Team-Kollegen einen kleinen vorgezogenen Abschied mit ein wenig Champagner gefeiert. Mit dabei war auch der in Rente gegangene Ex-Manager Walter Godefroot, der Zabels Erfolge über Jahrzehnte begleitet hat. Zabel: "Es war ein emotionaler Moment, gerade auch weil Godefroot nochmal da war. Aber eigentlich bin ich noch so im Renn-Trott, dass ich noch gar nicht richtig merke, dass ich zum letzten Mal in Magenta gefahren bin."
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Glückwunsch Ete!!!
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Leider etwas verspätet (Grund dafür im Abwesenheitsthread ) aber jetzt doch: Paolo Bettini hat vor ein paar Tagen die Lombardeirundfahrt, den letzten Klassiker der aktuellen Saison für sich entschieden. Hier ein Interview dazu:
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Interview mit Paolo Bettini
"Ich hatte viel Spaß"
COMO, 15.10.05 (rsn) - Die Lombardei- Rundfahrt schien immer einen Tick zu schwer zu sein für Paolo Bettini. Am Samstag triumphierte der Toskaner nun zum ersten Mal bei dem Monument nach einem großartigen Rennen. Er spielte geradezu mit der Konkurrenz und attackierte in der Spitzengruppe, obwohl er wusste, dass er in einem Sprint der Schnellste sein würde.
Sie fuhren viel stärker heute als im letzten Jahr.
Was macht den Unterschied aus?
Bettini: Dieses Jahr fuhr ich ganz auf Sieg, während ich letztes Jahr vor allem auf Weltcup-Punkte gefahren bin.
Schildern Sie Ihr Rennen.
Bettini: Ich hatte viel Spaß. Ich habe attackiert, auch wenn ich der Favorit war in einem Sprint. Ich wollte die Gruppe so klein wie möglich haben. Es war wichtig, dass nach Ghisallo nicht noch 40 Mann vorne sind, denn sonst wäre da alles möglich gewesen am Schluss. Den Sprint habe ich ein bisschen früh, 200 Meter vor Schluss, angezogen.
...das war aber noch ein bisschen früher als 200 Meter.
Bettini: Ach ja? Ich wollte unbedingt den Sieg. Bei mir wurde es dunkel bei 200 Metern. Wie meistens, bin ich einen trockenen Antritt gefahren und habe versucht, weiter durchzuziehen. Simoni ist nicht schlecht im Sprint und nach 246km sieht immer alles anders aus als nach 200km. Trotzdem bin ich normalerweise schneller.
Paolo Bettini
Geb. 1.April 1974 in Cecina (Italien); 1,69m/58 kg
Profi seit 1997
Teams: MG (1997), Asics (1998), Mapei (1999 - 2002), Quick Step (seit 2003)
Größte Erfolge: Weltcup 2002, 2003 und 2004, Olympiasieger Athen 2004 (Straßenrennen), Italienischer Meister 2003, Lombardei- Rundfahrt 2005, Lüttich- Bastogne- Lüttich 2000 und 2002, Meisterschaft von Zürich 2001 und 2005, Mailand-San Remo 2003, Weltcuprennen Hamburg 2003, Clasica San Sebastian 2003, Coppa Placci 2001, Latium-Rundfahrt 2002, Coppa Sabatini 2002, GP Camaiore 2004
Etappenrennen: Etappensieger Tour de France 2000 (Dax), Etappensieger Giro d'Italia 2005, Etappensieger Vuelta 2005, Lucca-Rundfahrt 1999 (+ 1 Etappe), Internationale Woche 2000 (+ 2 Etappen), Ligurien-Rundfahrt 2002 (+ 2 Etappen), Mittelmeer-Rundfahrt 2003, Tirreno-Adriatico 2004 (+ 2 Etappen)
Jetzt fehlen nur noch Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix in ihren Palmares...
Bettini: Flandern bleibt ein Traum von mir und ich werde weiter alles versuchen, dort mal zu gewinen. Roubaix? Ich weiß nicht, ob ein solches Wunder möglich ist...
Welche Bedeutung hat dieser Lombardei-Sieg für Sie?
Bettini: Jeder einzelne Sieg hat seinen Wert. Der wichtigste ist sicherlich der Olympiasieg von Athen. Mein erster Lüttich-Sieg hat meine Karriere verändert. Damals habe ich gemerkt, dass ich große Rennen gewinnen kann. Und Zürich vor zwei Wochen war wichtig wegen der Bedingungen. Trotz Kälte und Regen habe ich eine Show abgeliefert.
Werden Sie nächstes Jahr auf die ProTour-Wertung fahren?
Bettini: Dieses Jahr bin ich spät in Tritt gekommen wegen meiner gesundheitlichen Problemen zu Beginn des Jahres. Das Frühjahr habe ich verpasst, da brauchte ich nicht mehr auf Punkte zu fahren. Nächstes Jahr? Mal schauen.
Wie sehen Sie sich im Vergleich zu Ihrem früheren Leader Michele Bartoli?
Bettini: Ich vergleiche mich nicht mit Michele. Ich habe viel von ihm gelernt. Ich ziehe eher Vergleiche mit Johan (Museeuw). Er hat mir mal gesagt: Du wirst eines Tages meinen Rekord schlagen. Er hat elf Klassiker gewonnen und eine Weltmeisterschaft. Ich habe jetzt acht und den Olympiasieg. Das Spiel geht weiter...
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Der Giro war sein Rennen
Pavel Tonkov beendet seine Karriere
MAILAND, 19.10.05 (rsn) - Der Russe Pavel Tonkov beendet im Alter von 36 Jahren seine Karriere, zu deren Höhepunkten der Sieg beim Giro d'Italia 1996 gehörte. "Die Lombardei- Rundfahrt (am letzten Samstag) war mein letztes Rennen als Rennfahrer. Der Abschied fällt mir nicht leicht", sagte Tonkov jetzt.
Der Giro war oft Tonkovs Bühne, seit er 1992 hier als Jungprofi Gesamtsiebter und bester Nachwuchsfahrer wurde. Sieben Mal kam er unter die ersten Fünf (1./1996, 2./1997, 2./1998, 4./1994, 5./1993, 5./2000, 5./2002). Bei den anderen großen Rundfahrten konnte Tonkov dagegen weniger glänzen. Bei der Tour de France war er 1999 in Alpe d'Huez Zweiter. Bei der Vuelta fuhr er 2000 aufs Podium. Zu seinen größten Erfolgen zählen Siege bei der Tour de Suisse (1995) und der Tour de Romandie (1997).
Tonkov, der am 9.Februar 1969 in der geheimen Stadt Ishevsk geboren wurde, die aus militärischen Gründen (die Kalaschnikov wurde hier gebaut) auf keiner Landkarte der damaligen Sowjetunion auftauchte, war einer der ersten erfolgreichen Profis aus dem früheren Ostblock. Der introvertierte Mann war ein kletterstarker Rouleur, der seine erfolgreichsten Jahre bei Panaria, dann bei Mapei und Lampre hatte. Im Herbst seiner Karriere fuhr Tonkov bei bescheidenen Teams. Beim Giro d'Italia 2004 gelang es ihm noch einmal, auf seiner Bühne zu glänzen. Bei seinem Etappensieg, seinem siebten beim Giro, machte er damals eine merkwürdige abfällige Geste an die Adresse derer, die ihn bereits abgeschrieben hatten.
Seinen letzten Sieg als Profi feierte Tonkov im letzten Mai bei der Clasica Alcobendas in seinem Trainingsrevier. Der Russe lebt mit seiner Frau Daria und seinen zwei Söhnen seit langem in Spanien. "Ich habe schon viele Ideen im Kopf über das, was ich künftig machen werde. Ich denke daran, ein Team aufzubauen, um die Erfahrung, die ich über die Jahre gesammelt habe, an andere weiterzugeben", sagt Tonkov zu seinen Zukunftsplänen.
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Gerdemann wechselt zu T-Mobile
"Linus hat sich fürs Geld entschieden"
BERLIN, 21.10.05 (rsn) - Linus Gerdemann, den der BDR wegen seines nicht immer ganz einfachen Charakters letztes Jahr nicht mit zur WM nahm, musste lange geradezu betteln um einen Profivertrag. Dann bewies der 23-Jährige als Neuprofi bei CSC, dass ihn viele zurecht für ein Riesentalent halten. Nun kehrte Gerdemann den Spieß um und ließ zwei ProTour-Teams um ihn kämpfen.
Trotz bis Ende 2006 gültigen Vertrags bei CSC-Teamchef Bjarne Riis wechselt Gerdemann nächste Saison zum Bonner T-Mobile-Team. Der dänische Toursieger von 1996 und Ex-Telekom-Profi entließ den Youngster aus dem Vertrag, bezeichnete den Transfer aber als "nicht korrekt und nicht seriös". Er wolle aber "einen großen Krach vermeiden", wie er am Freitag der dpa sagte. Christian Frommert, T-Mobile-Teamsprecher, hält den Wechsel für "absolut sauber" und wehrte sich gegen den Vorwurf, "wir würden alles mit Geld erschlagen".
Das Zustandekommen des überraschenden Wechsels ist zwischen den Parteien unstrittig: Gerdemann, der im Juni, wenige Wochen nachdem er das Akud- gegen das CSC-Trikot eintauschte, mit einem Etappensieg bei der Tour de Suisse aufhorchen ließ, unterschrieb zu Jahresbeginn bei CSC einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2006. Im August hatte es ein Gespräch mit T- Mobile-Manager Olaf Ludwig über eine Verpflichtung ab 2007 mit konkreten Angeboten gegeben. Darüber informierte Gerdemann seinen Chef Riis, der dem "größten deutschen Talent seit Ullrich" (Riis) seinerseits einen Folgevertrag für 2007 und 2008 anbot. Riis: "Aber Linus wollte viel mehr haben. Das wollte ich ihm nicht bieten. Dafür hat er noch zu wenig gezeigt. Das ist keine gesunde Entwicklung."
Riis stellte ihn frei - T-Mobile schnappte zu. "Gerdemann hätte seinen Vertrag bei mir im kommenden Jahr natürlich erfüllen müssen. Aber ich bilde doch nicht einen Fahrer weiter aus und mache ihn noch besser, damit er dann zur Konkurrenz wechselt. Linus hat sich für's Geld entschieden. Darüber bin ich ihm nicht böse - das ist sein gutes Recht. Aber man hätte von T-Mobile-Seite mit mir sprechen müssen", sagte Riis, der große Stücke auf Gerdemann hält. "An unserer Vorgehensweise ist nichts Unrechtes, zumal es mit Linus für 2007 nur eine mündliche Vereinbarung und keinen Vertrag gab", sagte Frommert.
"Ich freue mich, dass wir uns mit Linus auf einen längerfristigen Vertrag einigen konnten. Er hat in der abgelaufenen Saison eindrucksvoll bewiesen, dass er eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Radsport ist. Ich bin sicher, dass wir in Zukunft noch viel Freude an ihm haben werden", sagte Ludwig, der den diesjährigen Dritten der Bayern-Rundfahrt "behutsam aufbauen" will. Ludwig hatte zuvor auch bereits den Deutschland-Rundfahrt-Sieger von 2004, Patrik Sinkewitz, neuverpflichtet. T-Mobile, das sich nach den Weggängen der Stars Erik Zabel und Alexcandre Vinokourov neu ausrichtet und verstärkt auf junge Deutsche setzt, hätte u.a. auch gern den 23 Jahre alten Giro-Zwölften Markus Fothen von Gerolsteiner weggelotst. Der blieb aber bei der Mineralwassertruppe.
Der neue Kader von T-Mobile um Tour de France-Hoffnung Jan Ullrich ist nun mit 29 Fahrern endgültig komplett. Wichtigste Neuzugänge sind neben Gerdemann und Sinkewitz der Luxemburger Kim Kirchen, der Italiener Lorenzo Bernucci und der dreifache Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers aus Australien.
T-Mobile 2006:
Neuzugänge: Lorenzo Bernucci und Eddy Mazzoleni (ITA), Kim Kirchen (LUX), Linus Gerdemann, André Greipel, Jörg Ludewig, Patrik Sinkewitz und Thomas Ziegler (ALL), Scott Davis und Michael Rogers (AUS), Serhiy Honchar (UKR).
Abgänge: Alexandre Vinokourov und Serguei Yakovlev (KZK), Paco Lara (ESP), Tomas Konecny (TCH), Rolf Aldag, Torsten Hiekmann, Jan Schaffrath, Tobias Steinhauser, Christian Werner und Erik Zabel (ALL)
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Naja, ich bin nicht so begeistert. Halte Gerdemann für ein Megatalent, aber er hätte bei der Riis Truppe wohl mehr Chancen gehabt zu einem wirklich Großen heranzureifen. Befürchte, dass er im T-Mobile Team untergehen wird und sein rießiges Talent ungenützt bleibt. Das wäre wirklich sehr schade. Auch finde ich es von Linus den Vertrauensbruch nicht so toll, vor allem weil Riis vor einem Jahr der Einzige war der an ihn geglaubt hat. Auch T-Mobile hätte Linus damals um keinen Preis verpflichtet.
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"Ich träume von Alpe d'Huez"
Simoni wechselt zu Saunier-Duval
BERLIN, 21.10.05 (rsn) - Nachdem er auf der Suche nach einem neuen Team zunächst Opfer eines unseriösen Sponsorvermittlers wurde, das geplante Team von Giancarlo Ferretti nicht zustande kam, hat der Italiener Gilberto Simoni nun beim spanischen Saunier Duval-Team unterschrieben.
Simoni, zuletzt Zweiter bei der Lombardei-Rundfahrt, wollte das Lampre-Team unbedingt verlassen, weil ihm dort der junge Damiano Cunego, der Giro-Sieger 2004, die Rolle als Kapitäns streitig macht. Der Tessiner Mauro Gianetti, Manager der neuen Equipe des 34-jährigen Girosiegers von 2001 und 2003, gab Simoni einen Einjahresvertrag. Bei Saunier bekommt Simoni mit Pietro Algeri den Sportlichen Leiter, der im Begleitfahrzeug saß, als er vor vier Jahren seinen ersten Giro-Sieg holte. "Ich werde meine Karriere 2007 beenden und es wäre schön, wenn ich das in diesem Team machen könnte", so Simoni.
Sein Rennprogramm für 2006 stehe noch nicht fest, sagte Simoni am Freitag in Mailand bei der Vertragsunterschrift "Vielleicht fahre ich die Tour de France, ich weiß noch nicht. Ich werde nächste Woche bei der Tour-Präsentation sein und danach mal schauen. Ich habe einen Traum: Ich würde gerne einmal in Alpe d'Huez gewinnen", so der Trentiner aus Palu di Giove.
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Sollt' ich jemals anzeichen zeigen so zu werden dann tötet mich!
(Prinz Pi - Höhlenmensch)
London, Berlin und New York sind Fassaden/
da hinter stapeln sie Berge von Menschen die starben/
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Robert
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Tour de France 2006 in Paris vorgestellt
Klassische "Große Schleife" mit Vorteilen für Rouleurs
PARIS, 27.10.05 (rsn) - Die Tour de France schlägt nach dem Ende der Ära Armstrong ein neues Kapitel auf, bleibt aber bei ihren traditionellen Rezepten. Die nächste "Große Schleife", die der neue Direktor Christian Prudhomme am Donnerstag in Paris vorstellte, beginnt am 1.Juli 2006 mit einem Prologzeitfahren in Straßburg und endet nach drei Wochen und 3639 Kilometern auf den Pariser Champs Elysées. Die 93. Frankreich-Rundfahrt, die auch in Luxemburg, den Niederlanden, der Wallonie und in Spanien Station macht, verläuft entgegen des Uhrzeigersinns. Das Gros der Kletteretappen fällt damit auf die Alpen, wo in der letzten Woche die Entscheidung fallen wird.
Stimmen
"Mein Favorit ist Vinokourov. Dahinter Basso and Ullrich." Richard Virenque
Gerolsteiner- Teamchef Hans-Michael Holczer: "Dies ist sicherlich keine Tour für reine Kletterer. Mit zwei langen Zeitfahren sehe ich da Zeitfahrer, die auch mal einen Berg ganz gut hochkommen, eher im Vorteil."
T-Mobile-Manager Olaf Ludwig: "Der Wegfall des Team-Zeitfahrens war auch für uns eine Überraschung. Wir haben uns in den letzten Jahren dort kontinuierlich verbessert. Aber es ist für uns weder ein Vor- noch ein Nachteil."
Discovery-Teamchef Bruyneel: "Die Tour bleibt unser großes Ziel. Wir kommen mit Popovych, Azevedo und Hincapie und haben große Ambitionen."
Rabobank-Chef De Rooy: "Eine traditionelle Tour mit Vorteilen für Zeitfahrer. Wir setzen auf Menchov."
Das Peloton der Tour mit 21 oder 22 Mannschaften a 9 Fahrern rollt nach dem Auftakt im Elsass im kommenden Jahr durch Luxemburg (Esch-sur Alzette), die Niederlande (Valkenburg), Belgien (Huy) und Spanien (Pla-de-Beret). Deutschland ist den Veranstaltern im kommenden Jahr einen Abstecher von "etwa 30km" (Prudhomme) auf der 1. Etappe, die rund um Straßburg ausgefahren wird, wert. Das Auftaktzeitfahren wird im nächsten Jahr nicht erst abends enden, sondern bereits nachmittags, da am gleichen Tag bei der Fußball-WM in Deutschland abends ein Viertelfinal-Spiel stattfindet. Neben dem 7km-Prolog, gibt es weitere zwei Zeitfahren mit einer Gesamtdistanz von 115km; seit 1999 gab es nicht mehr soviele Zeitfahrkilometer. Der erste große Kampf gegen die Uhr steht in der ersten Woche vor den ersten Bergen an, ein zweiter auf einem welligeren Kurs am vorletzten Tag. Auf ein Mannschaftszeitfahren verzichteten die Organisatoren vor allem aus geographischen Gründen.
Die Kletterer können sich auf fünf Bergetappen freuen, bei denen die großen Pässe der Pyrenäen (Tourmalet, Aspin, Peyresourde) und der Alpen (Izoard, Galibier, Glandon, Joux-Plane) im Profil stehen. Spannung verspricht aber auch bereits die Ardennen-Etappe: Das dritte Teilstück führt über die von Frühjahrsklassikern bekannten Anstiege Haute-Levée (Lüttich- Bastogne) und Cauberg (Amstel Gold Race), der 2km vor dem Ziel in Valkenburg überquert wird. Es gibt drei große Bergankünfte, davon sind zwei zum ersten Mal im Programm der Tour. In den Pyrenäen ist die von der Vuelta bekannte Bergankunft in Pla-de-Beret im spanischen Aran-Tal neu, in den Alpen wird La Toussuire erstmals Gastgeber der Tour. Am Tag davor ist das legendäre Alpe d'Huez, das in diesem Jahr im Etappenplan der Tour fehlte, Zielort der ersten Alpenetappe. Auch der mythische Ort der Sprinter ist wieder dabei: Nach drei Jahren kehrt Bordeaux zurück, allerdings nur als Startort der 9.Etappe. In der berühmten Weinstadt verbringen die Profis auch den ersten Ruhetag vor den Pyrenäenetappen.
"Wir haben eine Neuverteilung der Rollen. Die kommende Tour wird wieder spannend", sagte der neue Tour-Direktor Christian Prudhomme zum sportlichen Wert der Nach-Armstrong-Ära. Der 2006 nach 17 Jahren scheidende Tour-Chef Jean-Marie Leblanc nahm zur immer währenden Doping-Problematik Stellung: "Wir sind beim Kampf gegen Doping an einer Wegkreuzung zwischen Ethik und dem K.o. Ich hoffe, die Fahrer und ihre Ärzte irren sich nicht in der Richtung. Die Enthüllungen über Armstrong von 1999 werfen einen Schatten auf seine Karriere." Der amerikanische Rekordsieger kam bei der Präsentation ansonsten nur ganz kurz in einem Einspielfilm vor. Die Organisatoren sprachen dagegen so über die Dopingproblematik, dass sich Armstrongs Sportdirektor Bruyneel angesprochen fühlte. Ansonsten schaute man nicht zurück, sondern lieber nach vorn. "Die Tour hat nichts von ihrer Magie eingebüßt", sagte Leblanc.
"Das ist eine Tour für Zeitfahrer wie Jan Ullrich. Aber, obwohl es weniger Berge als zuletzt gibt, wird das für mich keine Schwierigkeit, weil ich mich im Zeitfahren verbessert habe", sagte der italienische Tour-Zweite Ivan Basso (CSC), der erwägt, für die volle Tour-Konzentration 2006 auf den Giro d'Italia zu verzichten.
"Eine schöne Tour. Aber ich glaube, das sagen jedes Jahr alle am Tag der Präsentation."
FdJ-Sportdirektor Marc Madiot
"Es gibt vielleicht zehn Fahrer, die die Tour gewinnen können: Ullrich, Vinokourov, ich und einige andere", sagte der Lombarde in Paris. CSC-Sportdirektor Allain Gallopin bedauerte die Streichung des Teamzeitfahrens: "Wir wären die Favoriten gewesen."
Ullrich, der seine Saison wie immer spät begann und sie dafür früher beendete, wird die Neuigkeiten der Präsentation wahrscheinlich erst bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub erfahren. "Es bringt ihm doch nichts, ob er es heute um eins, um fünf oder dann erfährt, wenn er zurückkommt. Wir lassen ihn im Urlaub zufrieden", sagte T-Mobile-Manager Olaf Ludwig. "Er kommt am Wochenende zurück und beginnt am 1. November mit einem Fitness-Programm für die kommende Saison. Das erste große Trainingslager werden wir im Dezember wieder in Südafrika beziehen", kündigte sein Betreuer Rudy Pevenage an. Der Belgier der bei T-Mobile im kommenden Jahr nach dem Rückzug seines Intimfeinds Walter Godefroot wieder in offizieller Funktion tätig sein wird, war verhalten optimistisch: "Diese Tour ist weder eine für Jan noch eine gegen ihn. Aber wir sind nicht unzufrieden mit dem Profil."
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(www.radsportnews.com)
Gesamtfazit: Die Streichung des Teamzeitfahrens finde ich schade. War seit der Einführung 2001 immer ein Tourhighlight. Jan Ullrich und Ivan Basso dürften die großen Favouriten auf den Tourtitel 2006 sein und auch wenn das Profil eigentlich eher Ullrich zugute kommen dürfte glaube ich selbst stark an den aufstrebenden Basso.
Highlight der gesamten Tour (nicht nur der Bergetappen die im Moment noch unterschätzt werden) ist natürlich das legendäre Alpe d'Heuz, Zielort der ersten Alpenetappe.
mfg Robert |
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Robert
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Tour de France-Präsentation
Bruyneel sauer auf Organisatoren
PARIS, 27.10.05 (rsn) - Lance Armstrong mag dieses Jahr mit seinem siebten Sieg Tour de France-Geschichte geschrieben haben - doch die Organisatoren hätten die Erwähnung seines Namens am Donnerstag bei der Vorstellung der nächsten "Großen Schleife" wohl am liebsten ganz vermieden.
Nach den Dopingenthüllungen von letztem August und den Comeback-Drohungen Armstrongs ("Just to piss them off") herrscht Eiszeit zwischen Tour de France und dem amerikanischen Rad-Superstar. Bei der Zeremonie zur Vorstellung der Tour 2006 fiel der Name des Rekordsiegers nur beiläufig und kurz in einem Einspielfilmchen. "Das muss jeder für sich beurteilen", meinte Discovery-Sportdirektor Johan Bruyneel auf die Frage, wie er es denn empfände, dass die Organisatoren den siebenfachen Toursieger so ignorierten.
"Armstrong ist der, der er ist, wegen der Tour. Aber man darf nicht vergessen, dass Lance auch der Tour viel gegeben hat. Ohne einen amerikanischen Superstar hätte die Tour heute nicht eine solche weltweite Bedeutung. Einige verstehen das wohl nicht", sagte Bruyneel. Er habe sich angegriffen gefühlt, als die Organisatoren "in der 15 Minuten-Rede zwölf Minuten" über Ethik und Doping sprachen, sagte Armstrongs langjähriger Begleiter.
Für den Discovery-Rennstall wird die nächste Tour de France, die erste ohne ihren Superstar, eine neue Erfahrung. Mit George Hincapie, dem vielversprechenden jungen Ukrainer Yaroslav Popovych und Girosieger Paolo Savoldelli hat das US-Team zwar einige solide Rennfahrer. Doch Discovery wird nicht mehr die Mannschaft sein, die das Peloton kontrolliert und diesem ihre Taktik aufzwingt. "Die Tour bleibt unser erstes Ziel. Ich denke, wir haben eine starke Mannschaft. Aber es ist klar, dass wir eine andere Rolle spielen, wo wir nicht mehr den klaren Favoriten stellen. Wir fahren nicht vorne weg und werden gejagt. Es ist jetzt andersrum. Das wird aber sicher auch ganz spannend", sagte Bruyneel.
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(www.radsportnews.com)
mfg Robert |
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McQuaid "empört" über Rede des Tourchefs
ProTour: UCI bricht Gespräche mit der Tour ab
PARIS, 28.10.05 (rsn) - Der internationale Radsportverband UCI hat am Freitag, einen Tag nach der Vorstellung der Tour de France 2006, die Gespräche mit den Organisatoren des wichtigsten Radrennens der Welt über die ProTour abgebrochen. Die Tour-Verantwortlichen hatten bei der Präsentation in Paris ihre ablehnende Haltung gegenüber der Serie bekräftigt.
Nach dem Wechsel an der Spitze der UCI, die seit September mit dem jovialen Pat McQuaid einen neuen pragmatischeren Präsidenten hat, schien sich eine Entspannung im seit Herbst 2004 schwelenden Streit zwischen UCI und den großen Rundfahrten abzuzeichnen. Die mächtigsten Veranstalter lehnten die Serie von Beginn an ab. Tour, Vuelta und Giro sind nicht Teil der ProTour. Nur ein wackliger Minimalkonsens, den die Tourorganisatoren nicht mal "Einigung" nennen möchten, garantiert, dass alle ProTour-Teams bei der Frankreich-Rundfahrt automatisches Startrecht haben.
Bei der Präsentation der Tour de France am Donnerstag in Paris bekräftigte Patrice Clerc, Chef der Amaury Sport Organisation (ASO), der u.a. die Tour gehört, in einer Rede die ablehnende Haltung gegenüber der ProTour. Er geißelte den Versuch, "eine geschlossene Serie" aufzubauen. Schon der "ProTour-Gala" nach der Lombardei-Rundfahrt waren die Tour-Veranstalter demonstrativ fern geblieben. Die Rede Clercs brachte bei UCI-Präsident McQuaid nun das Fass zum Überlaufen: Er sei "geschockt" über die "radikale Haltung" der Tour-Organisation", schrieb er am Freitag in einem Brief an die ASO.
"Sie haben sich entschieden, die Bedingungen für eine ruhige Debatte um die UCI ProTour wegfallen zu lassen", so McQuaid in dem geharnischten Brief. Der UCI-Chef zeigte sich darin "überrascht" und "empört" über die Führung der Tour de France. McQuaid war erbost darüber, dass Clerc der "Familie des Radsports eine Lektion" speziell über das Thema Doping erteilt hätte - und das "vor der Öffentlichkeit und den internationalen Medien". Vor allem die ausgiebigen Erörterungen zum Thema Doping und die Ankündigung der ASO, Maßnahmen mit Hilfe der Welt-Antidopingagentur mit Umgehung der UCI durchführen zu wollen, erzürnte den Verband. Der UCI-Präsident attackierte die Tour sogar, ihre Anti-Dopingmaßnahmen seien auch in der Vergangenheit mehr auf Öffentlichkeitswirksamkeit bedacht gewesen. Er bereue es nun, nach Paris gekommen zu sein, schrieb McQuaid.
"Unter diesen Bedingungen sehe ich momentan keinen Nutzen darin, die Verhandlungen um die ProTour fortzusetzen", schrieb UCI-Chef McQuaid, der in Kürze den ProTour-Rat einberufen will, um die "notwendigen Entscheidungen für die weitere Entwicklung" zu treffen. Die Tour de France, gegenüber der alle anderen Rennen geradezu winzig erscheinen, hat offensichtlich keine Angst vor den Konsequenzen ihrer Ablehnung. Die UCI hat mehr zu verlieren: Eine ProTour ohne die drei großen Rundfahrten und ohne Rennen wie Paris-Nizza und Tirreno-Adriatico, Mailand-San Remo und Paris-Roubaix, die auch zur Tour- bzw. Giro-Organisation gehören, wäre kaum als "Topserie" zu verkaufen.
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(www.radsportnews.com)
mfg Robert |
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Die Bombe ist geplatzt! Roberto Heras ist des Dopings bei der diesjährigen Spanienrundfahrt überführt worden. Damit steht sein vierter Sieg unter einem sehr schlechten Stern. Liberty Seguros hat ihn gleich suspendiert, nun wartet der arbeitslose Heras auf die B-Probe. Er behauptet standhaft, dass es sich um ein Versehen der Wissenschaftler handeln muss. Aber tun das denn nicht alle Dopingsünder!?
mfg Robert |
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Robert
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So, nachdem www.radsportnews.com ihre Winterpause hinter sich gebracht und nun wieder ihre Berichterstattung aufgenommen habe, werde ich das nun ebenfalls wieder tun.
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B-Probe im Dopingtest
Heras vor seiner letzten Etappe
MADRID, 21.11.05 (dpa) - Für den unter Dopingverdacht stehenden Gewinner der Spanien-Rundfahrt, Roberto Heras, hat die schwerste und vielleicht letzte Etappe seiner Radsport-Karriere begonnen. In Speziallabors in Madrid wurde am Montag die Gegenprobe im Dopingtest vorgenommen. Wenn das positive Ergebnis des ersten Tests von vor zwei Wochen bestätigt wird, droht dem Fahrer des Liberty Seguros-Rennstall nicht nur eine zweijährige Sperre, sondern auch eine Aberkennung des Sieges bei der Vuelta 2005. Der 31 Jahre alte Rekordsieger der Spanien-Rundfahrt war auf der vorletzten Etappe der diesjährigen Vuelta auf das Blutdopingmittel EPO positiv getestet worden. Derselbe Befund in der B-Probe würde für Heras, der seine Unschuld beteuert, wohl das Karriere-Ende bedeuten.
Dritter Fall bei Liberty
Das spanische Liberty-Team von Manolo Saiz ist bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in eine Dopingaffäre verwickelt: Der Portugiese Nuno Ribeiro war beim Giro d'Italia wegen eines erhöhten Hämatokritwertes, der auf EPO-Doping hinweist, ausgeschlossen worden. Der Spanier Isidro Nozal musste bei der französischen Dauphiné Libéré aus dem gleichen Grund die Heimreise antreten.
Sein Anwalt José María Buxeda betonte bei der Öffnung der B-Probe: «Ich hoffe, dass dieser Test die Unschuld von Roberto Heras beweisen wird. Dies wird ein langes Verfahren werden. Es wird einige Zeit dauern, bis man das definitive Ergebnis kennt.» Nach Presseberichten dürfte das Resultat der B-Probe frühestens am Mittwoch feststehen.
Bei der B-Probe steht indirekt auch die Methode des Nachweises von EPO auf dem Spiel. In der Vergangenheit hatte es bei diesem Mittel mehrfach Unstimmigkeiten und Zweifel an der Zuverlässigkeit des Nachweises gegeben. Heras schaltete bei der Öffnung der B-Probe den italienischen Chemiker und Dopingexperten Giuseppe Pierraccini von der Universität Florenz ein.
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Mal sehen, was da schlussendlich rauskommt!
mfg Robert |
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