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Robert
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Sturz bei Paris-Roubaix
Hincapie muss doch nicht operiert werden
GREENVILLE, 13.04.06 (rsn) - Der Amerikaner George Hincapie (Discovery Channel), der sich bei einem Sturz während des Klassikers Paris-Roubaix am Sonntag an der Schulter verletzte, muss nun doch nicht operiert werden, wie seine Mannschaft jetzt bekanntgab.
Hincapie war am Montag zurück in die Vereinigten Staaten gereist und hatte sich dort in medizinische Behandlung begeben. Die Ärzte stellten eine kleinere Fraktur im rechten Schulterblatt fest sowie eine Prellung am Handgelenk. Zunächst war eine Operation erwogen worden. Diese ist aber nun doch nicht notwendig. Hincapie wird den Arm in einer Schlinge tragen müssen, aber schon in gut einer Woche wieder auf dem Rad sitzen können.
"Ich bin sehr froh, dass eine Operation nicht notwendig ist", sagte Hincapie, der noch bis Mitte Mai in den USA bleiben wird, bevor er dann seine Vorbereitung auf Dauphine-Rundfahrt und Tour de France beginnt. Der 32-Jährige aus New York ist der Kapitän der Discovery Channel-Mannschaft bei der nächsten "Großen Schleife", bei der der langjährige Armstrong-Helfer erstmals aufs Gesamtklassement fahren will.
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(www.radsportnews.com)
Das klingt schon wieder ein wenig besser. Eine solche Operation zum jetzigen Saisonzeitpunkt wäre wohl ein herber Rückschlag für die heurige Große Schleife. Gott sei dank scheint es so, als wäre Hincapie weiterhin im Rennen. Kann nur gut für die Spannung sein!
mfg Robert |
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Robert
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41.Amstel Gold Race
Glückloses T-Mobile kann Überlegenheit nicht nutzen
VALKENBURG, 16.04.06 (rsn) - Einen Tag nach seinem 26.Geburtstag machte sich der Luxemburger Frank Schleck (CSC) selbst das größte Geschenk. Der Meister des Großherzogtums, der im letzten Jahr bereits beim Monument Lombardei- Rundfahrt auf dem Podium stand, feierte am Ostersonntag beim Amstel Gold Race seinen ersten großen Sieg. Dem in dieser Saison glücklosen deutschen T-Mobile-Team dagegen blieb das Pech erhalten. Die Magentatruppe bestimmte das Finale des südniederländischen Traditionsrennnens, am Ende musste Steffen Wesemann sich aber mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Dritter wurde Lokalmatador Michael Boogerd (Rabobank), der damit zum siebten Mal auf dem Podium seines Heimrennens stand.
Frank Schleck gewann das 253,1km lange "Bierrennen" zwischen Maastricht und Valkenburg als Solist nachdem er 10km vor dem Ziel aus einer neunköpfigen Spitzengruppe heraus attackiert hatte. Für CSC, das auch bei Paris-Roubaix mit Fabian Cancellara den Sieger stellte, war es der zweite große Sieg in einer Woche. Teamchef Bjarne Riis, der zumeist skandinavisch-spröde dreinschaut, grinste wie ein Honigkuchenpferd... "Wir sind das beste Team der Welt", jubelte Schleck.
T-Mobile, für das bisher zwei kümmerliche Siege im fernen Kalifornien zu Buche stehen, muss dagegen weiter auf seinen ersten ProTour-Sieg warten. Und das tut vielleicht um so mehr weh, als die Magentatruppe am Sonntag nah dran war am Sieg, die Überlegenheit im Finale aber nicht nutzen konnte. "Das ist auch gar nicht so leicht", meinte Patrik Sinkewitz, der nach Platz 6 im Vorjahr diesmal Fünfter wurde. Auch die heimische Rabobank-Mannschaft verkalkulierte sich einmal mehr bei ihem Heimrennen. Zu früh verpulverten die Fahrer im Oranje-Trikot bei zunächst regnerischem Wetter ihre Kräfte. "Es wollte ja keiner die Verfolgung machen hinter der frühen Ausreißergruppe. Rabobank war allein, wir warteten vergeblich auf Unterstützung. Das hat uns aufgerieben", jammerte Boogerd. Der Italiener Paolo Bettini, der im Finale auch ohne Teamunterstützung war und allein viel arbeitete, meinte nach dem Rennen: "Wir waren ja nicht die einzigen, die heute Fehler gemacht haben: Schauen Sie doch Rabobank und T-Mobile an."
Wesemann gehörte am Ostersonntag zu den stärksten Fahrern. Kurz vor dem Schlussanstieg, dem 12 Prozent steilen Cauberg, konterte der Schweizer Staatsbürger aus Wolmirstedt aus einer uneinigen Verfolgergruppe heraus. Der 35-Jährige, der bei seinem Lieblingsrennen Paris-Roubaix vorige Woche nach gerade überstandener Atemwegserkrankung gehandicapt ins Rennen gegangen war und doch Sechster wurde, kam aber nicht mehr an Schleck heran. Bereits 39 Kilometer vor dem Ziel war "Wese" ausgerissen und 25 Kilometer später wieder gestellt worden, als Bettini die Verfolger heranführte. Dennoch fand er auch im Finale die Kraft, um Akzente zu setzen. "Am Ende bin ich aber fast vom Rad gefallen", schilderte der Flandern-Rundfahrtsieger von 2004 seinen Einsatz.
"Als Bettini attackiert hat, war das der einzige Moment, in dem ich nervös wurde. Den darf man nicht wegfahren lassen", sagte Schleck, der aus einer Radsportfamilie kommt. Sein Vater Johnny war dereinst vor 40 Jahren beim Bic-Team Helfer von Luis Ocana. "Ich danke meiner Familie und (Sportdirektor) Kim Andersen, daür, dass sie mich nach meinem Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt wieder motiviert haben", so der frisch gebackene Amstel-Sieger, der nach seinem Sturz in Spanien eine Nacht im Krankenhaus (Gerhirnerschütterung) verbrachte. "Im Radsport darf man nie aufhören zu träumen und muss sich immer sagen: 'Du kannst es'. So habe ich das in den letzten Tagen gemacht", beschrieb Schleck seine Philosophie.
"Es war nur eine Frage der Zeit, bis Frank einen großen Sieg feiert", sagte Bjarne Riis, der erst vor sieben Tagen den Stern von Cancellara aufgehen sah. "Eines Tages wird Frank unter die ersten Zehn der Tour de France kommen", meinte der Däne sogar. Schleck schrieb sich als erster Luxemburger seit Lüttich-Sieger Marcel Einzer 1954 in die Siegerliste eines Klassikers ein. Da kann man im Ziel schon mal Tränen vergießen wie es Schleck am Sonntag tat.
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Irgendwie ganz witzig. Hab heute noch gesagt, wäre doch Hammer wenn nach Chancellara letzte Woche auch diesmal ein CSC Fahrer der lachende Gewinner unter einem Haufen von echten Topfavouriten wäre. Tja, und jetzt war es wirklich so. Auf Frank Schleck als Sieger dieses Amstel Gold Races hätten wohl nur echte Zocker gewettet, verwunderlich das er wirklich schon bereits so weit ist. Er war heute wohl einfach taktisch + am Rad der Beste!
mfg Robert |
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92.Lüttich-Bastogne-Lüttich
Der neue Ardennenkönig heißt Valverde
LÜTTICH, 23.04.06 (rsn) - Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) hat sich als erster Spanier in die Siegerliste des ältesten Klassikers eingetragen. Drei Tage nach seinem Sieg beim Wallonischen Pfeil triumphierte der 25-Jährige am Sonntag auch beim Monument Lüttich- Bastogne- Lüttich und eroberte damit die Führung in der ProTour- Gesamtwertung. Valverde setzte sich nach 262km im Sprint einer illustren kleinen Spitzengruppe durch vor den Italienern Paolo Bettini (Quick Step) und Damiano Cunego (Lampre). T-Mobile-Hoffnung Patrik Sinkewitz fuhr wie bereits bei den anderen Ardennenklasssikern ein starkes Finale, verpasste aber das Podium, nachdem er unfreiwillig für Valverde den Sprint angezogen hatte.
"Ich weiß nicht, alle Siege sind schön, aber dies ist schon etwas sehr besonderes, hier als erster Spanier zu gewinnen", sagte Valverde auf die Frage, ob der zweifellos wichtigste Sieg seiner Karriere auch sein schönster sei. "Der Sieg beim Pfeil am Mittwoch hat mir Ruhe gegeben. Ich habe im Finale nicht jeden Antritt beantwortet. Ich wusse, dass ich der schnellste im Sprint bin, auch wenn man Bettini nicht unterschätzen darf." Valverde war erst der siebte Rennfahrer in der Radsportgeschichte, dem das seltene Ardennendouble (Pfeil/Lüttich in einem Jahr) gelang nach dem Schweizer Ferdi Kübler (1951 und 1952), den Belgiern Stan Ockers (1955), Eddy Merckx (1972) und den Italienern Moreno Argentin (1991) und Davide Rebellin (2004.)
Caisse d'Epargne-Teamchef José Miguel Echavarri war bemüht, die in der spanischen Presse zu erwartenden Jubelarien auf Valverde zu dämpfen. Vergleiche mit seinen früheren Toursiegern Pedro Delgado und Miguel Indurain, die in Lüttich "nur" Vierte waren, drängen sich auf. Im letzten Jahr bereits hatte Valverde eine schwere Touretappe gewonnen und war im Trikot des besten Jungprofis wegen einer Knieverletzung ausgeschieden. "Ich wusste, dass Alejandro einen Klassiker gewinnen kann. Aber wir dürfen jetzt nicht immer mehr von ihm erwarten. Die Tour? Ich bin da vorsichtig. Ihm fehlt noch die Erfahrung. Lassen Sie mich es so ausdrücken: Ich denke, dass Alejandro in Zukunft zu den Besten im Peloton zählen wird." Valverde wird am Dienstag bei der Tour de Romandie, bei der Jan Ullrich sein Debüt geben wird, starten und danach eine Pause einlegen. Bei der Dauphiné im Juni will er sich den letzten Formschliff für die "Große Schleife" holen.
Sinkewitz, wie Valverde Jahrgang 1980, hat seinen Tourstart noch nicht sicher, doch er empfahl sich einmal mehr nachdrücklich für einen Platz an Ullrichs Seite. Ihm fehlte es am Ende nicht an Kraft, wohl aber etwas an taktischer Cleverness. Der Fünfte von Amstel-Race und Wallonischem Pfeil, dessen T-Mobile-Team weiter auf seinen ersten großen Sieg warten muss, fuhr am Schlussanstieg von vorne und Valverde setzte sich im Sprint aus dem Windschatten des Deutschen kommend deutlich durch vor dem zweifachen Lüttich-Sieger Bettini und dem jungen Cunego. "Als Sinkewitz angetreten ist, habe ich sein Hinterrad nicht aus den Augen gelassen und so kamen wir auf die Zielgerade", sagte Valverde.
Valverde profitierte davon, dass die Entscheidung im Sprint einer Gruppe fiel. Trotz des selektiven Kurses waren fast alle Favoriten zusammen auf die Zielgerade gekommen. Weder die knüppelharte Folge von Stockeu und Haute-Levée, noch die steile Côte de la Redoute hatte die Gruppe zerreißen lassen. Bassos CSC-Team hatte das Rennen lange Zeit kontrolliert. Die Bjarne Riis-Mannschaft machte fast blindwütig Tempo hinter einer 26-köpfigen frühen Ausreißergruppe. 26km vor Schluss hatten der Niederländer Michael Boogerd (Rabobank) und Valverdes Landsmann und Teamkollege Joaquim Rodriguez attackiert. Die beiden wurden am Anstieg der Cote de Saint Nicolas sechs Kilometer vor Schluss gestellt. Bettini vor allem hatte in der Verfolgung viel gearbeitet und dabei vielleicht die entscheidenden Körner gelassen. "Ich blieb im Finale allein, wie schon befürchtet. Ich musste zu früh an die Reserven gehen, aber wenn ich nicht gefahren wäre, wären Boogerd und Rodriguez wahrscheinlich durchgekommen", so der Italiener.
Auch die Cote Saint-Nicolas im italienischen Viertel Lüttichs brachte keine Vorentscheidung. Der Spanier Angel Martin Perdiguero und der sehr umtriebige Sinkewitz versuchten sich vergeblich abzusetzen. Auch der Luxemburger Amstel-Sieger Frank Schleck war eindrucksvoll, während der kasachische Vorjahressieger Alexandre Vinokourov hier seine derzeitigen Grenzen aufgezeigt bekam. So bog am Ende erstmals seit 1992, seit der Klassiker im Lütticher Vorort Ans endet, eine Gruppe mit rund einem Dutzend Fahrer auf die ansteigende Zielgerade, auf der Valverde nur noch in aller Ruhe an Sinkewitz' Hinterrad den richtigen Moment zum Antritt abwarten musste
"Ich habe am letzten Berg gesehen, dass ich der Stärkste war, deshalb habe ich angegriffen, weil ich auch wusste, dass ich im Spurt gegen Valverde keine Chance gehabt hätte. Leider hat es nicht ganz geklappt. Im Sprint hatte ich dann nach der Attacke natürlich ganz schlechte Karten. Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, auch weil mir dann noch das Podium durch die Lappen ging. Vielleicht klappt es jetzt nächste Woche am Henninger Turm in Frankfurt - da sind wir wieder hoch motiviert am Start", sagte Sinkewitz, der nach dem Rennen so jugendlich-zart daherkommt, dass man ihm kaum zutrauen mag, wieviel Kraft er in einem der schwersten Radrennen entwickelt.
Die neue Generation der Profis bestimmte die "Doyenne" - wie bereits auch die gesamte Klassikersaison (Pozzato, Boonen, Schleck, Valverde). Auch der drittplatzierte Damiano Cunego gehört dazu. Der junge Italiener, der soeben die Trentino-Rundfahrt gewann, kommt pünktlich in Topform. Am 6.Mai beginnt der Giro d'Italia ein paar Kilometer von Lüttich entfernt in Seraing. Damit tröstete sich auch der zweifache Lüttich-Sieger Bettini: "Meine Form ist zwei Wochen vor dem Giro da", sagte der "Mann mit dem Goldhelm". Das Frühjahr neigt sich dem Ende zu, die Zeit der Rundfahrten beginnt. Die Protagonisten sind aber mitunter die selben.
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(www.radsportnews.com)
Als die Gruppe in dieser Konstellation auf die Ziellinie gebogen kann war mir schon klar, wie das jetzt ausgeht. Große Gratulation an Valverde, der Junge ist einfach Klasse!
mfg Robert |
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60.Tour de Romandie
Contador kann Gesamtsieg einkalkulieren
LEYSIN, 28.04.06 (rsn) - Der junge Spanier Alberto Contador (Liberty Seguros), der bereits im vorigen Jahr bei der Tour de Romandie erfolgreich war, hat am Freitag die schwere dritte Etappe der Westschweizer Traditions-Rundfahrt gewonnen. Nach einer Attacke kurz vor der Bergankunft in 1318 Meter Höhe siegte der 23-Jährige als Solist und eroberte auch das Gelbe Trikot. Zweiter mit 24 Sekunden Rückstand wurde sein Landsmann Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne). T-Mobile-Star Jan Ullrich quälte sich den Schlussanstieg hinauf und hatte im Ziel in Leysin 11:50 Minuten Rückstand auf den Tagessieger "Durchgekommen zu sein, war schon ein Erfolg", meinte Ullrich.
Ullrich strampelt derweil nach der Überwindung seiner Kniereizung, die seinen Saisoneinstieg verzögert hatte, der Konkurrenz vorerst weiter hinterher. "Es ist noch ein langer Weg für mich, aber die Kraft kommt langsam zurück", sagte Ullrich, nachdem er den 15 Kilometer langen Schlussanstieg hinter sich gebracht hatte.
Zwei Youngster, der Spanier José Antonio Redondo Ramos und der Belgier Wouter Weylandt, bestimmten nach 25 Kilometern das Rennen. Beide lösten sich vom Feld und starteten eine Ausreißversuch, der erst auf dem Schlussanstieg zu Ende war. 91 Kilometer vor dem Ziel waren T-Mobile-Profi Eddy Mazzoleni und der Schweizer Sven Montgomery in einem Sturz verwickelt. Der Italiener konnte weiterfahren, Montgomery vom Team Gerolsteiner musste wenig später aufgeben. Im Krankenhaus wurde ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert. Für den Giro d'Italia, für den der Eidgenosse fest vorgesehen war, fällt er damit aus. "Es ist zum Glück ein glatter Bruch. Ich denke, ich kann bei der Tour de Suisse im Juni schon wieder dabei sein", schaute Montgomery nach dem Missgeschick schon nach vorn.
Am Samstag steht die «Königsetappe» rund um Sion über 127 Kilometer mit drei Bergprüfungen der ersten Kategorie auf dem Programm. Insgesamt sind dabei 2360 Höhenmeter zu überwinden. Die Tour de Romandie geht am Sonntag mit einem 20,4 Kilometer langen Zeitfahren in Lausanne zu Ende.
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(radsportnews.com)
DSF überträgt die gesamte Tour (2 Stunden täglich) live. Verfolge sie schon seit dem Prolog, sehr nette Etappen plus kompetenter Co-Kommentator (Steffen Wesemann (Teamkollege von Ulle)) Der enttäuscht allerdings noch mehr als man vermutet hat. 11:50 ist einfach zuviel für diese Etappe. Die momentane Form lässt überhaupt nichts Gutes auf die Tour 06 schließen. In 2 Monaten ist dieser Rückstand für ihn wohl kaum mehr aufzuholen.
mfg Robert |
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60.Tour de Romandie
Valverde gewinnt Königsetappe
SION, 29.04.06 (rsn) - Die spanische Liberty- Mannschaft hat der Königsetappe der Tour de Romandie ihren Stempel aufgedrückt, doch am Ende gewann der Spanier Alejandro Valverde (Caisse d'Espargne). Mit dem gleichen Punch, mit dem er das Ardennen-Double geholt hatte, setzte sich der 26-Jährige auf der ansteigenden Zielgeraden in Sion im Spurt der Spitzengruppe durch. Sein Landsmann Alberto Contador (Liberty) verteidigte die Gesamtführung, doch Valverde rückte vor dem abschließenden Zeitfahren bis auf sechs Sekunden an ihn heran.
Alejandro Valverde gewann das 127,7 km lange Teilstück rund um Sion im Wallis vor dem Schweizer Alexandre Moos (Phonak), dem Australier Cadel Evans (Davitamon), und dem Ansbacher Jörg Jaksche (Liberty). ProTour-Spitzenreiter Valverde verkürzte seinen Rückstand durch die Zeitgutschrift als Etappensieger auf Contador auf sechs Sekunden. Die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt damit erst am Sonntag im abschließenden Einzelzeitfahren über 20,4 Kilometer in Lausanne. Auch Jaksche auf Rang vier (28 Sekunden Rückstand) hat als solider Zeitfahrer noch Chancen. "Contador ist ein starker Zeitfahrer. Wir wollen Gelb unbedingt verteidigen", sagte Jaksche. Beim kurzen Prologzeitfahren in Genf war Contador 12 Sekunden langsamer als Valverde.
Liberty um Spitzenreiter Contador und Jaksche hatte der Etappe seinen Stempel aufgedrückt. Aus einer elf Fahrer starken Spitzengruppe, die 2:22 Minuten Vorsprung besaß, hatte sich bei der letzten Bergwertung der kasachische Liberty-Profi Andrej Kashechkin abgesetzt und strebte als Solist dem Ziel entgegen. Sein zeitweiliger Vorsprung hätte ausgereicht, um Spitzenreiter zu werden. Er hatte nur 53 Sekunden Rückstand auf seinen Teamgefährten Contador. Bei starkem Gegenwind wurde der Paris-Nizza-Etappensieger aber knapp zwei Kilometer vor dem Ziel von den Verfolgern gestellt.
Ullrichs " großer Erfolg"
T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich ist auch auf der vorletzten Etappe der Tour de Romandie hinterhergefahren. Sein für einen Tour de France-Favoriten Ende April bescheidenes Ziel, das Rennen zu beenden, dürfte er aber erreichen. Ullrich, der bereits über 22 Minuten Rückstand hatte, konnte schon frühzeitig vor der ersten von drei Bergwertungen nicht mithalten und lag im Ziel 25:48 Minuten zurück. Trotzdem lag er sich mit seinem Sportlichen Leiter Rudi Pevenage anschließend in den Armen. "Es klingt völlig unsinnig, aber das war heute ein großer Erfolg für mich", gestand der ehemalige Toursieger, wohl glücklich darüber, dass er das Rennen beendet hatte. Viele glaubten schon, er würde aufgeben.
Zur vierten Etappe war Giro-Sieger Paolo Savoldelli (Discovery) wegen einer Durchfallerkrankung nicht mehr angetreten. Unterwegs gaben der Deutsche Bert Grabsch vom Team Phonak und T- Mobile-Profi Lorenzo Bernucci (Italien), den Schmerzen im rechten Bein plagen, auf.
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(sport.ard.de)
Also Valverde im Sprint einer kleinen 'Berggeißen'gruppe ist einfach unschlagbar. So ein Sprint war unglaublich, eigentlich nicht zu gewinnen nachdem er 200 Meter vor dem Ziel von seinen Konkurrenten vollkommen eingeklemmt war. Und dennoch war er schlussendlich total souverän. Einfach unglaublich! Es gibt und gab nie einen so endschnellen Bergfahrer wie Valverde! Seine Strategie bei der heurigen Tour dürfte sein: Mit den Besten mitfahren, dann gewinnt er heuer ca 5 Etappen. Denn so endschnell ist niemand, das musste sogar Armstrong letztes Jahr in Courchevel einsehen, als er von Valverde im Bergsprint in die Knie gezwungen wurde.
Und auch wenn Valverde nicht der Tourfavourit Nummer 1 ist, im Gegensatz zum Ulle macht er schon jetzt einen konstant guten Eindruck. Okay, so früh muss man für die Tour nicht in Form sein, aber Ulles Rückstand ist inzwischen schon fast beängstigend. Ich geb ja zu, ich bin alles andere als ein großer Ullrich Fan, aber ohne ihn in relativ guter Form wäre die Tour 06 unter Umständen doch ein wenig langweilig. Mal sehen, vielleicht kriegt er das ja noch hin, aber ganz ehrlich glaube ich das inzwischen echt nicht mehr.
mfg Robert |
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60.Tour de Romandie
Evans der lachende Dritte
LAUSANNE, 30.04.06 (rsn) - Der Australier Cadel Evans (Davitamon) ist am Sonntag in Lausanne beim abschließenden 20,4km langen Zeitfahren der Tour de Romandie die Bestzeit gefahren und hat sich damit auch an die Spitze der Gesamtwertung geschoben. Der 29-Jährige stellte mit einem überraschend starken contre la montre das vermeintliche Duell der Spanier Alejandro Valverde und Alberto Contador um den Gesamtsieg in den Schatten. Jan Ullrich spielte derweil auch in seiner Spezialdisziplin keine Rolle, konnte sich gleichwohl freuen, bei seinem späten Saisondebüt bei der anspruchsvollen Tour durch die Westschweiz durchgekommen zu sein.
Der als drittletzter gestartete Evans knackte die Zeit des Belgiers Leif Hoste (Discovery), die lange Zeit Bestand hatte. Dritter wurde der Amerikaner Bobby Julich (CSC), während der Träger des Gelben Trikots Alberto Contador (7./+ 51 Sek) und auch Favorit Alejandro Valverde (14./+ 1:02 Min) weit hinter dem schellen Australier landeten, der seinen 24-Sekunden-Rückstand mehr als wettmachte und an den beiden Spaniern vorbeizog. Der Ansbacher Jörg Jaksche (Liberty), der die sechstbeste Zeit (+ 50 Sek) fuhr, belegt im Schlussklassement Platz 4.
Da nur noch 127 Fahrer das Zeitfahren in Angriff nahmen, musste Ullrich, der in der Gesamtwertung nur auf dem siebtletzten Platz lag, frühzeitig auf die Strecke. Wie schon beim Prolog büßte er mit 2:28 Minuten auf den Sieger wieder viel Zeit ein. Bei der Königsetappe am Vortag hatte er an der ersten von drei Bergwertungen reißen lassen müssen und weitere 25:48 Minuten Rückstand kassiert. Der Tourmitfavorit, für den eine Aufgabe einen Rückschlag in der Vorbereitung dargestellt hätte, sprach danach von einem "großen Erfolg" und umarmte seinen Sportlichen Leiter Rudy Pevenage.
"Ich bin zufrieden, dass Jan die Rundfahrt durchgestanden hat. Er ist weiter im Aufwind und wird ab 6. Mai den Giro in Angriff nehmen", sagte Pevenage. Nach Kniebeschwerden präsentierte sich Ullrich bei seinem verspäteten Saisoneinstieg erwartungsgemäß noch weit von der Tour-Form entfernt und nutzte das Traditionsrennen zum weiteren Formaufbau. "Ich bin gut durchgekommen. Es war sehr hart mit den vielen Höhenmetern, aber auch ein sehr gutes Training. Dass ich den schweren Tag geschafft habe, tut mir gut und stimmt mich positiv", hatte Ullrich nach der Königsetappe am Samstag in Sion zu Protokoll gegeben.
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www.radsportnews.com
Überaus überraschend! Cadel Evens so stark im Zeitfahren, das hätte wohl kaum jemand erwartet. Aber manchmal kommts eben unerwartet. Gut so!
mfg Robert |
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45.Rund um den Henninger Turm
Ciolek verpasst seinen zweiten Sensationssieg
FRANKFURT/M., 01.05.06 (rsn) - Der Italiener Stefano Garzelli (Liquigas) gewann am Montag den Frankfurter Klassiker "Rund um den Henninger Turm". Im Sprint eines gut 40 Mann starken Feldes setzte sich der 32-jährige Lombarde nach 190,2km mit Zentimeter-Vorsprung durch vor dem jungen deutschen Meister Gerald Ciolek (Wiesenhof-Akud) Danilo Hondo (Lamonta) holte den dritten Platz vor Vorjahressieger Erik Zabel (Milram), der nach dem Rennen bitter enttäuscht schnell das Weite suchte. Die deutschen Spitzenteams Gerolsteiner und T-Mobile verpassten das Podium bei dem Prestigerennen, das ein Ausreißerduo mit Sinkewitz und Voigt lange geprägt hatte.
Massensprint oder Ausreißercoup? Das ist beim großen Hessenklassiker Jahr für Jahr die große Frage; das Terrain lässt schließlich beide Möglichkeiten offen. Anno 2006 hatte die Frage aber noch mehr Gewicht als sonst – was mit den Ausrichtungen der einheimischen Pro-Tour- Teams zu tun hatte. Denn nur der deutsch-italienischen Milram-Connection war an einer Massenankunft gelegen; Erik Zabel schielte mit seinem Edel-Edel-Edelhelfer Alessandro Petacchi auf seinen vierten Sieg an dem klobigen Brauereigebäude. Gerolsteiner und T-Mobile lag dagegen daran, das Peloton so früh wie möglich zu sprengen. Und das sollte man an der Dynamik dieses Rennens rasch erkennen - auch wenn im Detail einiges schief gehen sollte.
Es waren noch fast 120 Kilometer zurückzulegen, als plötzlich ein Ruck durchs Hauptfeld ging. Noch nicht einmal 14 Uhr war es da; eine Uhrzeit, in der die Weichen eines großen Radrennens selten gestellt werden. Vorne kurbelten noch zwei Ausreißer: der Niederländer Jens Mouris aus der kleinen Equipe Regiostrom-Senges und der tschechische Routinier Lubor Tesar vom Wiesenhof-Akud-Rennstall. Doch das Interesse an diesen Namen sank rapide, als die zweimal zu umrundende Taunus-Schleife in Angriff genommen wurde. Da attackierte Patrik Sinkewitz im Hauptfeld. Ein starker Antritt, der vieles durcheinander wirbelte – und der sogleich noch getoppt wurde. Von Jens Voigt nämlich. Der CSC-Profi übernahm die Regie, drückte großartig aufs Tempo und schnitzte so eine Spitzengruppe, die es in sich hatte. Nur sieben Renners konnten dem CSC-Crack folgen: die beiden T-Mobile-Männer Patrik Sinkewitz und Steffen Wesemann, Fabian Wegmann und Andrea Moletta vom Team Gerolsteiner sowie Laurens ten Dam (Unibet), Björn Glasner (Lamonta) und Lars Wackernagel (Wiesenhof-Akud).
Doch diese Achtergruppe war rasch wieder Geschichte – und überraschenderweise fielen nicht nur die drei Letztgenannten binnen weniger Kilometer wieder zurück, sondern auch Wegmann und Moletta. Das hatte man sich im Gerolsteiner-Lager bestimmt anders vorgestellt. Gerade Fabian Wegmann war mit großen Ambitionen in sein Lieblingsrennen gestartet; nun hatte er ein exquisites Ausreißerunternehmen vor Augen – und konnte offenbar nicht mithalten. Doch genau da lag womöglich auch für Voigt und T-Mobile der Hund begraben.
Voigt, Wesemann, Sinkewitz: Diese drei Rennfahrer setzten nun die Akzente und präsentierten sich als Trio der Spitzenklasse. Der unbedingte Willen zum ersten ganz großen Saisonsieg und die bereits erwähnte taktische Konstellation trieben T-Mobile in die Offensive – und für einen Jens Voigt ist dies ein gefundenes Fressen: Der Mecklenburger Ausreißerkönig konnte sich schon in dieser frühen Rennphase auf zwei hervorragende Fluchtkollegen verlassen – auch wenn die Ausgangssituation mit einem CSC-Legionär und zwei T-Mobile-Profis etwas arg unsymmetrisch war. Ein Umstand, der bald wieder passé war: Steffen Wesemann meldete kurz vor Sulzbach Defekt und verlor den Anschluss. Nun waren Voigt und Sinkewitz zu zweit, und das funktionierte. Der Lange aus dem Norden und der kleine Hesse holten kurz nach dem Mammolshainer Hang den zähen Spitzenfahrer Tesar ein und erarbeiteten sich bis zu zwei Minuten Vorsprung auf die Verfolger. Lange sah es gut aus für die Ausreißer.
Lange, aber nicht lange genug. Je länger es bergab ging zwischen Taunushöhen und Rhein-Main-Ebene, desto kleiner wurde das Polster aufs Peloton. Und auf den drei Schlussrunden am Henninger Turm war eigentlich schon klar: Es würde nicht reichen für Sinkewitz und Voigt. Zu dynamisch war die Nachführarbeit des Hauptfeldes, in dem Gerolsteiner, Milram, Lamonta und die belgische Unibet-Mannschaft den Ton angaben. Und zu kraftraubend war die Gala, die Voigt und Sinkewitz auf 120 Kilometern aufgeführt hatten. Fünf Kilometer vor Ultimo war’s geschehen um das Kämpferduo des Tages.
Jetzt kam es also doch noch zum Massensprint – und Alessandro Petacchi demonstrierte, dass sein Bekenntnis zur Stallorder „pro Zabel“ kein leeres war. Petacchi zog den Sprint an. Früh. Zu früh vielleicht, und zu unkoordiniert. Der geborene Anfahrer ist Petacchi nicht, und im komplizierten Finale mit einer heiklen Kurve und aufsteigender Zielgeraden regierte ohnehin das Chaos. Wie dem auch sei: Nicht Zabel war an Petacchis Hinterrad, sondern Garzelli. Der ist eigentlich alles andere als ein Sprinter, aber er nutzte die Gunst der Stunde – und die Tatsache, dass ihm die bergige Taunus-Hatz vielleicht weniger weh getan hatte als den Jungs, die eigentlich für ihre Endschnelligkeit bekannt sind. So glückte dem 32-jährigen Mailänder ein Coup, mit dem wohl nicht einmal er selbst gerechnet hatte. „Nach einem Jahr ohne Sieg schmeckt so ein Erfolg umso besser“, sagte der Mann, der die Gesamtwertung des Giro d’Italia 2000 für sich entschieden hatte und seither eher durch Unbeständigkeit aufgefallen war.
Die anderen Gewinner des Tages landeten auf den Plätzen zwei und drei: Der amtierende Deutsche Meister Gerald Ciolek kam auf den Silberrang, Danilo Hondo krönte sein überzeugendes Comeback mit Platz drei bei diesem Prestigerennen. Dadurch stahlen zwei kleine deutsche Teams den Arrivierten die Schau: Wiesenhof-Akud und Lamonta grüßten vom Treppchen, während es bei Milram (Zabel Vierter), Gerolsteiner (Schumacher Sechster) und T-Mobile (Korff Elfter) nichts zu feiern gab.
Ciolek fehlten auf der Darmstädter Landstraße nur wenige Zentimeter zum ganz großen Erfolg: Der 19-jährige Shootingstar war im Finale eindeutig der Schnellste, kam aber erst hinterm Zielstrich an Garzelli vorbei. Ein bisschen wurmte das den jungen Kölner auch. Es sei schon etwas traurig, so knapp geschlagen zu werden, sagte er nach dem Ritt. Aber: „Natürlich ist das ein Riesenerfolg in meiner noch jungen Karriere.“
Die tragischen Helden des Tages waren derweil arg geknickt. Patrik Sinkewitz wurde nach dem Rennen gefragt, was ihm sein Heimvorteil genutzt habe. „Nichts“, antwortete er desillusioniert, „denn ich hab’ ja nicht gewonnen“. Und wenn sein Kollege Wesemann keinen Defekt gehabt hätte, so der 25-Jährige, dann wäre das Ausreißerunternehmen vielleicht geglückt.
"Die Geschichte meines Lebens"
Jens Voigts Analyse fiel da ganz anders aus. Der CSC-Profi machte keinen Hehl daraus, dass die T-Mobile-Taktik nicht gerade nach seinem Gusto war. Der Knackpunkt des Rennens sei die Szene gewesen, in der die Gerolsteiner-Männer Wegmann und Moletta aus der Spitzengruppe geflogen sind. „Wir hätten sie mitnehmen sollen“, sagte Voigt mit Blick auf Sinkewitz und Wesemann. „Ich habe gesagt: Jungs, es sind noch 110 Kilometer, lasst uns auf die beiden warten.“ Doch damit stieß er auf taube Ohren. „Mit Wegmann und Moletta wären wir schneller gewesen, und Gerolsteiner hätte sich nicht an der Verfolgungsarbeit beteiligt“, erklärte der 34-Jährige – und musste sich einmal mehr mit dem Titel des Sympathieträgers begnügen. Ein fast schon pathetischer Jens Voigt: „Das ist die Geschichte meines Lebens: viel gearbeitet, heldenhaft gestorben, leider nichts gewonnen. (kh)
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(www.radsportnews.com)
Jens Voigt sympathisch wie immer und er hatte damit wohl Recht. Naja wie auch immer, ich freue mich rießig für den jungen Ciolek, dieser Junge ist einfach große Klasse. Und das mit 19 Jahren wohlgemerkt. Ein Riesentalent! Man sehe sich bloß seine Statur (vor allem die Beine) auf dem Bild oben an. Erinnert mich stark an Michael Rich, der auch mehr wie ein Schwergewichtsboxer aussieht als ein Radfahrer. Das dieser Junge Punch in den Beinen hat sieht man aber nicht nur, er hats nun auch schon zum zweiten Mal bewießen. Glückwunsch!
Und Glückwunsch natürlich auch an Garzelli, das war ne Meisterleistung mit der niemand gerechnet hat!
mfg Robert |
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Robert
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Heute gehts los! Der 89te Giro d'Italia wird gestartet! Cunego, Basso, Savoldelli und Co werden mit dem heutigen Prolog Einzelzeitfahren die erste große Landesrundfahrt des Jahres in Angriff nehmen.
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89.Giro d'Italia
Giro inspiriert die Italiener
LÜTTICH, 05.05.06 (rsn) - "Der Giro in Belgien! Das ist doch völliger Blödsinn", motzte jüngst sogar ein Angestellter der Giro-Organisation RCS und im süditalienischen Mezzogiorno, wo man sich sowieso von den Mächtigen in Rom und den Reichen in Mailand vernachlässigt fühlt, gibt es sicher auch keine Begeisterung für den Start im fernen Lüttich, während der Süden wie so oft ignoriert wird. Und dennoch ist die "Corsa Rosa" weiterhin eine sehr italienische Angelegenheit. Dafür sorgen auch die Favoriten: Der strahlende Jungstar Damiano Cunego will den Giro zum zweiten Mal gewinnen und Ivan Basso schickt sich an, das "Double" zu holen mit Siegen bei Giro und Tour de France in einem Jahr, was erst zwölf Rennfahrern gelang.
Der letzte, der die beiden wichtigsten großen Rundfahrten hintereinander gewann, war Marco Pantani (1998). Nun ist der ruhige, nette Ivan Basso zwar geradezu das Gegenteil des schrillen "Piraten", der bis zu seinem Tod die Extreme suchte und er verzaubert mit seiner Fahrweise die tifosi nicht wie Pantani früher. Dennoch bringt der 28-jährige CSC-Star ein Stück Romantik zurück ins "Rosa Rennen", das in diesem Jahr besonders hochklassig besetzt ist.
Basso hätte es sich einfacher machen können. Nach seinem zweiten Platz hinter Lance Armstrong bei der letzten Tour de France gilt der Lombarde, der seinen Aufstieg bei der Frankreich-Rundfahrt (11./2002, 7./2003, 3./2004, 2./2005) erlebte, als fast schon logischer Nachfolger des fünffachen Toursiegers. CSC-Teamchef Bjarne Riis wollte denn auch zunächst, dass sich Basso wieder ganz auf die Tour konzentriert, sich beim Giro höchstens einrollt wie es Jan Ullrich ("Abgerechnet wird im Juli") macht. Aber der Italiener überzeugte seinen Teamchef von einem anderen Weg. Basso will schon beim Giro auf Sieg fahren und vier Wochen danach auch die Tour gewinnen. Ein Grund für seine Giro-Ambitionen liegt für Basso auch in seinem Pech im vorigen Jahr, als er wegen einer Magenerkrankung in den Dolomiten alles verlor. Schafft er das Double, ist er natürlich der große Held. Schafft er es aber nicht, sagen alle, dass es eben dumm war, schon beim Giro alle Körner zu verschießen. Der immer angriffslustige Jens Voigt verschwendet keinen Gedanken an solchen Defätismus. Der Berliner glaubt an seinen Teamkollegen: "Ich bin überzeugt, dass er das Double holen kann", sagt Voigt, der ebenfalls Giro und Tour bestreiten wird.
Bjarne Riis hält es für ein Märchen, dass man nur eine große Rundfahrt im Jahr ambitioniert fahren kann. "Viele Fahrer - nicht nur in meinem Team - können mehr als nur eine Rundfahrt bestreiten. Das ist eine Frage der Mentalität. Man muss es sich auch in den Kopf setzen, dass man es kann", sagt Riis. Der Däne, der kürzlich Jan Ullrichs "Vorbereitung" scharf kritisierte, glaubt auch, dass Basso nach einem eventuellen Girosieg noch stärker zur Tour kommt. So war das auch 1998 bei Pantani, der nach seinem Girosieg unbeschwerter (soweit das bei seinem schwierigen Charakter möglich war) auftrumpfte. Seit damals hat beim Giro keiner mehr gewonnen, der bei der Tour de France zu den großen Favoriten zählt.
Paolo Savoldelli feierte im vorigen Jahr überraschend seinen zweiten Girosieg und ging danach als Armstrong-Helfer zur Tour. Auch in diesem Jahr ist er in Frankreich nicht als Kapitän seiner Discovery-Mannschaft vorgesehen, auch wenn er beim Giro zu Bassos Hauptrivalen gehört. Savoldelli, der bei der Tour de Romandie den Prolog gewann, dann wegen eines Magenproblems aufgab, sagt, er gehe ohne Druck ins Rennen. "Mein Ziel ist das Podium, auch wenn es auf dem Papier nach einem sehr schweren Rennen aussieht. Aber ich gehe unbeschwert an den Start - die letzten beiden Giros, die ich gefahren bin, habe ich gewonnen." Savoldellis Handicap: Der "Falke" fährt zwar bergab wie der Teufel, berghoch ist er nicht der Stärkste, was ihn angesichts der schweren Schlusswoche nicht zum Topfavoriten macht.
Bassos Herausforderer Nummer 1 ist der junge Lampre-Star Damiano Cunego, der 2004 im zarten Alter von 22 Jahren den Giro gewann. Letzte Saison verlor Cunego wegen einer Viruserkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) fast ganz - umso motivierter ist er jetzt. "Jeder weiß, dass wir beim Giro nur ein Ziel haben: Das Rosa Trikot für Cunego", sagt Lampre-Teamchef Giuseppe Martinelli, (der übrigens dereinst Pantanis Sportdirektor war). Bei seinem ersten Girosieg musste sich Cunego auch teamintern zunächst durchsetzen gegen Gilberto Simoni. Der zweimalige Girosieger wechselte inzwischen zum spanischen Rennstall Saunier Duval, das ganz auf den kletterstarken Trentiner ausgerichtet ist. Simoni, letztes Jahr Zweiter, würde im Erfolgsfall als ältester Girosieger aller Zeiten (34 Jahre, 9 Monate) in die Annalen eingehen. Ein weiterer großer Favorit ist der Italiener Danilo Di Luca (Liquigas), der im letzten Jahr selbst überrascht war, als er entdeckte, dass er bei einer großen Rundfahrt im Gesamtklassement vorne mitmischen kann. Vierter war er damals und in diesem Frühjahr hat Di Luca, der 2005 zwei Klassiker und die Baskenland-Rundfahrt gewann, alles dem großen Ziel Giro untergeordnet. "Letztes Jahr habe ich gezeigt, dass ich eine große Rundfahrt gewinnen kann. (Der Girosieg) wird nicht leicht, aber es ist machbar", glaubt der Italiener.
Die italienische Dominanz ein bisschen durchbrechen könnte der venezuelanische Kletterer José Rujano, der im vorigen Jahr als erster Südamerikaner beim Giro auf dem Podium stand. Doch wo der Bergfloh, der erst sieben Renntage in den Beinen hat, steht, weiß kein Mensch. Im ersten Teil der Rundfahrt, der den Sprintern (Petacchi, McEwen) und Puncheurs wie Gerolsteiner-Star Davide Rebellin gehört, kann er sich vielleicht einrollen für eine weitere Überraschung in den Dolomiten.
Der Mann, an dem beim Giro kein Weg vorbeigehen dürfte, ist aber Ivan Basso. Seine Saison verlief bisher perfekt. Basso, der seine Zeitfahr-Qualitäten weiter stark verbessert hat und den einzigen großen Kampf gegen die Uhr in Pontedera (11.Etappe) nicht fürchten muss, gewann schon im März das Criterium International und bereitete sich seitdem ungestört auf den Giro vor. An das mögliche 13.Double der Radsportgeschichte will Basso aber noch nicht denken: "Ich habe ja nicht mal eine große Rundfahrt gewonnen! Mein Ziel ist erst einmal, den Giro zu gewinnen. Dazu muss ich meine bestmögliche Leitung abliefern. Danach fange ich an, über die Tour de France nachzudenken." Erst der Giro - und dann erst die Tour - das ist ganz nach dem Geschmack der tifosi.
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89.Giro d'Italia - 1.Etappe
Schumacher will jetzt Savoldellis Trikot
SERAING, 06.05.06 (rsn) - Vorjahressieger Paolo Savoldelli (Discovery) gewann am Samstag das Auftaktzeitfahren des Giro d'Italia über 6,2km im Lütticher Vorort Seraing und übernahm damit das Rosa Trikot des Gesamtbesten. Der Mann aus Bergamo, der am Sonntag seinen 33. Geburtstag feiert, begann die Rundfahrt mit einem Ausrufezeichen. Als letzter Starter absolvierte er den anspruchsvollen Kurs mit einem Mittel von 47,489 km/h und nahm seinen Rivalen um den Gesamtsieg schon ein bisschen Zeit ab. Prologspezialist Bradley McGee aus Australien wurde Zweiter mit 11 Sekunden Rückstand vor dem Spanier José Enrique Gutierrez und dem überraschend schnellen Schwaben Stefan Schumacher (Gerolsteiner).
Savoldelli, der vom dritten Girosieg nach 2002 und 2005 träumt, war schnell unterwegs, obwohl er kurz vor dem Giro eine Viruserkrankung, wegen der er die Tour de Romandie aufgeben musste, auskurieren musste und einige Tage nichts machen konnte. Erst seit Donnerstag fühlte er sich wieder richtig fit. Danilo di Luca (10.) gab 19 Sekunden ab, Ivan Basso (13.) 23 Sekunden. Auf dem mit einem kleinen, aber steilen Anstieg gespickten Kurs hielten sich die Kletterer Damiano Cunego (15./+ 25 Sek) und Gilberto Simoni (16./+ 26) fast so gut wie Basso, der eigentlich über wesentlich bessere Rouleur-Qualitäten verfügt. "Die Strecke war wesentlich schwerer, als ich dachte. Ich gebe zu, ich hatte mehr erwartet. Aber in Sorge bin ich deshalb jetzt nicht", sagte Basso.
"Psychologisch ist das natürlich von Vorteil, dass ich meinen Rivalen Zeit abnehmen konnte", sagte Savoldelli, der überrascht war von seinem doch sehr deutlichen Sieg. Am Ende war er sogar fast zu schnell. In der letzten Kurve wäre er fast gestürzt. "(Discovery-Sportdirektor) Bruyneel hat mich super beraten. Er fuhr mit mir die Strecke ab und riet mir zu der 46er-Übersetzung, die ich fuhr. Er hat mir zugeredet, dass ich gewinnen kann." Das Rosa Trikot will Savoldelli nicht verteidigen. "Ich hoffe, auf eine ruhige erste Woche", sagte er am Samstag. Der Giro ist noch lang.
Schumacher Vierter: Rosa Trikot in Reichweite
Stefan Schumacher, beim Auftakt bester Deutscher auf Rang vier, hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn seine erste Woche ein bisschen unruhig würde. "Ein Super-Auftakt", jubelte Schumacher, "es hat sich voll gelohnt, die Strecke genau zu studieren. Ich habe auf einen Platz unter den besten Zehn gehofft. Aber dass es so gut läuft, überrascht mich ja dann schon ein bisschen", sagte der 24-Jährige, der vor zwei Jahren bei Telekom als Neuprofi aussortiert worden war und sich mit Erfolgen bei unterklassigen Teams für höhere Aufgaben empfehlen musste. Seit dieser Saison fährt er bei Gerolsteiner. "Schumi", für den der Giro seine erste große Rundfahrt ist, schielt nun ein bisschen auf das Rosa Trikot, das er mit Zeitgutschriften holen könnte. "Na klar wirft man ein Auge auf das Trikot, wenn man nur so wenig Rückstand hat", sagte Schumacher, der eigentlich noch besser Sprinten kann als Zeitfahren. Eine Ausreißergruppe in den wallonischen Hügeln wäre so recht nach seinem Geschmack. Schumacher, dem sein Sportlicher Leiter Christian Henn auch einen Platz unter den ersten 15 zutraut, träumt von einem Etappensieg.
Doch schon jetzt hat Schumacher das Interesse der internationalen Presse geweckt. Elf Profisiege hat er zwar schon gesammelt, doch gerade den zahlreichen Journalisten aus Italien wurde erst durch Schumachers Parforceritt von Seraing bewusst, was für ein Juwel Gerolsteiner da im Team hat. Und so musste der Schwabe immer wieder erklären, dass er eigentlich gar kein Prologspezialist ist: "Nein, ich bin kein Zeitfahrer. Ich bin eher ein Typ für die Klassiker, ein Allrounder. Aber kein Zeitfahrer!" Auf jeden Fall aber ist er ein hungriger Rennfahrer. Einer, der nur 13 Sekunden Rückstand auf das Rosa Trikot hat...
Jan Ullrich, der den Giro ohne Ambitionen als Tourvorbereitung absolvierten will, belegte am Samstag derweil Platz 80 mit 49 Sekunden Rückstand auf Savoldelli. Selbst der kleine Kletterspezialist Jose Rujano aus Venezuela, der letztes Jahr als erster Südamerikaner auf dem Giro-Podium stand, war 10 Sekunden schneller als der zweifache Zeitfahr-Weltmeister. Aber gemessen an seinen zur Zeit bescheidenden Ansprüchen war Ullrich mit seinem Giro-Auftakt zufrieden. "Das war heute schwer, aber eine sehr schöne Strecke mit nur einer gefährlichen Kurve. Unser Team konnte locker ins Rennen gehen, weil wir keinen für das Gesamtklassement haben. (...) Bei mir lief es schon besser als bei der (Tour de) Romandie. Aber ich kann noch nicht in die obersten Bereiche gehen. Ich freue mich auf die nächsten Tage, obwohl ich weiß, dass es für mich sehr schwer wird, weil ich den Giro zum Training nutze", sagte Ullrich, als er aus dem Mannschaftsbus kletterte, nachdem er sich ausgiebig erholt hatte. Nach seinem kurzen Statement flüchtete der T-Mobile-Star vor Autogrammjägern und Reporterfragen auf dem Rad zurück Richtung Start zum Teamfahrzeug.
Am Sonntag folgt die 2.Etappe über 197km von Mons nach Charleroi/Marcinelle. An der Gedenkstätte für die wallonische Bergbaukatastrophe, die vor 50 Jahren Italien erschütterte, wird eine Sprintentscheidung erwartet. Die Favoriten heißen dann Alessandro Petacchi und Robbie McEwen, doch das Rosa Trikot ist für beide Sprinterstars (35 bzw. 56. Sek. zurück) nicht in Reichweite.
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89.Giro d'Italia - 3.Etappe
Schumi stürmt die Zitadelle und erobert Rosa Trikot
NAMUR, 08.05.06 (rsn) - Der Schwabe Stefan Schumacher (Gerolsteiner) gewann am Montag die dritte Etappe des Giro d'Italia, die nach 202 km an der Zitadelle von Namur endete. Der 24-Jährige bewies an dem zwei Kilometer langen Schlussanstieg seine Puncheur- Qualitäten. 1300 Meter vor dem Ziel attackierte er aus einer Spitzengruppe und fuhr einen überlegenen Sieg heraus, der ganz und gar keine Überraschung war. Nach dem bisher größten Erfolg in seiner jungen, aber turbulenten Karriere eroberte "Schumi" auch die begehrte Maglia Rosa.
"Ich wusste, mit einem Tagessieg hole ich Rosa. Das war das Rennen meines Lebens, ein absoluter Traum. Ich hatte mir das Rennen perfekt eingeteilt und wir hatten heute ein Super- Team", jubelte Schumacher, der mit Platz 4 im Prolog die Grundlage dafür geschaffen hatte, dass er nun im Rosa Trikot voraussichtlich nach Italien reist. Sein Teamchef Christian Henn hatte ihm vor dem Rennen den Schlussanstieg, den Schumacher nicht kannte, im Detail geschildert. Im packenden Finale bekam Henn dann feuchte Hände, als er seinen Schützling antreten sah: "Ich hatte leichte Bedenken, dass seine Kraft vielleicht nicht bis zum Schluss reichen würde. Aber er war phänomenal."
Was für eine Karriere! Als Neuprofi wurde Schumacher bei Telekom Ende 2003 rausgeschmissen, weil man ihn für nicht gut genug hielt. Über den Drittdivisionär Lamonta und den Zweitligisten Shimano diente er sich quasi auf dem zweiten Bildungsweg hoch und bewies mit vielen Siegen, dass die kühle Magentamannschaft wie so oft keinen Blick für Talente hatte. Doch ein Happy End hatte die Geschichte des Jungprofis noch nicht: Letztes Jahr gewann er drei Rundfahrten - dann stand er plötzlich vor dem Aus wegen einer angeblichen Dopingaffäre. Nach nervenzehrenden Monaten wurde er schließlich wegen erwiesener Unschuld (er konnte gar nicht wissen, dass das betreffende Medikament auf der Dopingliste stand) freigesprochen. Endlich bekam er daraufhin wieder einen Vertrag bei einem Topteam und nun bedankte er sich bei Gerolsteiner mit einem Giro-Etappensieg und dem Rosa Trikot. In der Laufbahn des erst 24-Jährigen, der mehr Aufs und Abs erlebt hat als mancher Veteran, wurde ein neues Kapitel eröffnet. "Wahnsinn. Ich kann es noch gar nicht fassen und werde sicherlich nach all den Interviews und Pressekonferenzen noch ein wenig brauchen, bis ich kapiere, was heute passiert ist", sagte der sympathisch- bescheidene Schwabe.
Schumacher, der zum ersten Mal eine große Rundfahrt bestreitet, siegte in Namur mit zwei Sekunden Vorsprung vor dem spanischen Routinier Luis Rubiera, der als erster einen Antritt versucht hatte. "Ich habe im Sprint nicht lange gewartet, ich hatte Angst, dass die Verfolger rankämen", sagte Schumacher. Eine erste Verfolgergruppe führte sechs Sekunden nach ihm sein Teamkollege Davide Rebellin über die Ziellinie. Der Italiener Paolo Bettini, der große Favorit an einer Zielankunft wie der in Namur, wurde Vierter und die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Als ich angetreten bin, um Rubiera zu kontern, wurde ich durch ein Motorrad der Organisatoren behindert", sagte Bettini, dessen Quick Step-Team das Rennen bis dahin kontrolliert hatte. "Ich bin aus dem Rhythmus gekommen und Schumacher hat in dem Moment attackiert. Ich hatte den falschen Gang und konnte nicht reagieren", bedauerte die "Grille" und fügte trotzig hinzu: "Aber der Giro endet erst in Mailand."
Paolo Savoldelli beendete das Rennen in der Bettini-Gruppe, in der auch Jens Voigt dabei war. Der italienische Discovery-Kapitän, jetzt Gesamtzweiter, verlor das Rosa Trikot zwar, aber er konnte sich dennoch als Gewinner fühlen. Erstens wollte er das Trikot ohnehin noch nicht verteidigen und zweitens konnte er seinen direkten Rivalen Damiano Cunego, Danilo Di Luca und Ivan Basso, die nicht in der ersten Gruppe dabei waren, weitere sieben Sekunden abknöpfen. Gilberto Simoni büßte sogar 23 Sekunden ein. Während Basso solche Anstiege nicht liegen, musste man von Cunego und Di Luca, zwei echten Puncheurs, mehr erwarten.
Bei Cunego jedoch war es einfach nur Pech. "Bei dem Regen musste man unheimlich aufpassen. 3km vor dem Ziel stürzte einer vor mir. Ich konnte bremsen, aber ich wurde zurückgeworfen", schilderte der Mitfavorit sein Ungemach. "Den Schlussanstieg habe ich von hinten in Angriff genommen und ich war am Ende froh, dass ich in der Gruppe um Di Luca und Basso das Rennen beendete."
Die Etappe hatte lange ein Ausreißerquartett (Aldape, Moinard, Irizar, Illiano) bestimmt, das aber nach 165km an der Spitze 19km vor Schluss eingeholt wurde und deren Flucht eine Randepisode blieb. Bei ständigem Regen und nassen Straßen ereigneten sich viele Stürze. Das prominenteste Opfer war Sprint-Star Alessandro Petacchi, der in der Abfahrt von der Cote d'Ahin mit einem Fahrer (Cioni) kollidierte und aufs linke Knie stürzte. Fünf Helfer aus seinem Milram-Team warteten auf ihren Kapitän und fuhren ihn wieder ans Hauptfeld heran. Kurz danach stoppte Petacchi, ließ sich vom Giro-Arzt behandeln, stieg aber wieder auf sein Rad. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht erreichte er das Ziel mit 15 Minuten Rückstand. Im Petacchi-Lager schien man sehr besorgt, ob der Sprinterstar das Rennen fortsetzen kann. Petacchi begab sich am Abend ins Krankenhaus von Namur zum Röntgen, wie aus seiner Mannschaft verlautete. "Das Knie ist geschwollen. Ich hoffe, ich kann morgen starten", sagte Petacchi. Seine Hoffnung ging aber nicht in Erfüllung. Im Krankenhaus die bittere Diagnose: Kniescheibenbruch. Für den Milram-Star ist der Giro zu Ende (s.Story).
Die Etappe am Dienstag zwischen Wanze und Hotton (193 km) ist die letzte auf belgischem Boden und verspricht ein weiteres Sprintfinale, auch wenn zur Hälfte des Rennens zwei Anstiege von Lüttich-Bastogne (Wanne und Haute-Levée) im Profil stehen. Nach dem Rennen wird sich der Giro-Tross auf den Weg nach Italien machen. Die Rennfahrer werden am Abend (21:30 Uhr und 22:30 Uhr) mit zwei Maschinen nach Parma fliegen. Am Mittwoch kann sich das Peloton von den Reisestrapazen erholen, denn der erste Ruhetag steht auf dem Programm.
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Gratualtion an Stefan Schumacher! Klasse Leistung in einem wohl ziemlich packenden Finale! Echt schade für Petacchi, der damit für heuer möglicherweise gleich zwei seiner großen Ziele (Giro und wohl auch Tour) verloren hat.
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NAMUR, 08.05.06 (rsn) - Der Schwabe Stefan Schumacher (Gerolsteiner) gewann am Montag die dritte Etappe des Giro d'Italia, die nach 202 km an der Zitadelle von Namur endete. Der 24-Jährige bewies an dem zwei Kilometer langen Schlussanstieg seine Puncheur- Qualitäten. 1300 Meter vor dem Ziel attackierte er aus einer Spitzengruppe und fuhr einen überlegenen Sieg heraus, der ganz und gar keine Überraschung war. Nach dem bisher größten Erfolg in seiner jungen, aber turbulenten Karriere eroberte "Schumi" auch die begehrte Maglia Rosa.
"Ich wusste, mit einem Tagessieg hole ich Rosa. Das war das Rennen meines Lebens, ein absoluter Traum. Ich hatte mir das Rennen perfekt eingeteilt und wir hatten heute ein Super- Team", jubelte Schumacher, der mit Platz 4 im Prolog die Grundlage dafür geschaffen hatte, dass er nun im Rosa Trikot voraussichtlich nach Italien reist. Sein Teamchef Christian Henn hatte ihm vor dem Rennen den Schlussanstieg, den Schumacher nicht kannte, im Detail geschildert. Im packenden Finale bekam Henn dann feuchte Hände, als er seinen Schützling antreten sah: "Ich hatte leichte Bedenken, dass seine Kraft vielleicht nicht bis zum Schluss reichen würde. Aber er war phänomenal."
Was für eine Karriere! Als Neuprofi wurde Schumacher bei Telekom Ende 2003 rausgeschmissen, weil man ihn für nicht gut genug hielt. Über den Drittdivisionär Lamonta und den Zweitligisten Shimano diente er sich quasi auf dem zweiten Bildungsweg hoch und bewies mit vielen Siegen, dass die kühle Magentamannschaft wie so oft keinen Blick für Talente hatte. Doch ein Happy End hatte die Geschichte des Jungprofis noch nicht: Letztes Jahr gewann er drei Rundfahrten - dann stand er plötzlich vor dem Aus wegen einer angeblichen Dopingaffäre. Nach nervenzehrenden Monaten wurde er schließlich wegen erwiesener Unschuld (er konnte gar nicht wissen, dass das betreffende Medikament auf der Dopingliste stand) freigesprochen. Endlich bekam er daraufhin wieder einen Vertrag bei einem Topteam und nun bedankte er sich bei Gerolsteiner mit einem Giro-Etappensieg und dem Rosa Trikot. In der Laufbahn des erst 24-Jährigen, der mehr Aufs und Abs erlebt hat als mancher Veteran, wurde ein neues Kapitel eröffnet. "Wahnsinn. Ich kann es noch gar nicht fassen und werde sicherlich nach all den Interviews und Pressekonferenzen noch ein wenig brauchen, bis ich kapiere, was heute passiert ist", sagte der sympathisch- bescheidene Schwabe.
Schumacher, der zum ersten Mal eine große Rundfahrt bestreitet, siegte in Namur mit zwei Sekunden Vorsprung vor dem spanischen Routinier Luis Rubiera, der als erster einen Antritt versucht hatte. "Ich habe im Sprint nicht lange gewartet, ich hatte Angst, dass die Verfolger rankämen", sagte Schumacher. Eine erste Verfolgergruppe führte sechs Sekunden nach ihm sein Teamkollege Davide Rebellin über die Ziellinie. Der Italiener Paolo Bettini, der große Favorit an einer Zielankunft wie der in Namur, wurde Vierter und die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Als ich angetreten bin, um Rubiera zu kontern, wurde ich durch ein Motorrad der Organisatoren behindert", sagte Bettini, dessen Quick Step-Team das Rennen bis dahin kontrolliert hatte. "Ich bin aus dem Rhythmus gekommen und Schumacher hat in dem Moment attackiert. Ich hatte den falschen Gang und konnte nicht reagieren", bedauerte die "Grille" und fügte trotzig hinzu: "Aber der Giro endet erst in Mailand."
Paolo Savoldelli beendete das Rennen in der Bettini-Gruppe, in der auch Jens Voigt dabei war. Der italienische Discovery-Kapitän, jetzt Gesamtzweiter, verlor das Rosa Trikot zwar, aber er konnte sich dennoch als Gewinner fühlen. Erstens wollte er das Trikot ohnehin noch nicht verteidigen und zweitens konnte er seinen direkten Rivalen Damiano Cunego, Danilo Di Luca und Ivan Basso, die nicht in der ersten Gruppe dabei waren, weitere sieben Sekunden abknöpfen. Gilberto Simoni büßte sogar 23 Sekunden ein. Während Basso solche Anstiege nicht liegen, musste man von Cunego und Di Luca, zwei echten Puncheurs, mehr erwarten.
Bei Cunego jedoch war es einfach nur Pech. "Bei dem Regen musste man unheimlich aufpassen. 3km vor dem Ziel stürzte einer vor mir. Ich konnte bremsen, aber ich wurde zurückgeworfen", schilderte der Mitfavorit sein Ungemach. "Den Schlussanstieg habe ich von hinten in Angriff genommen und ich war am Ende froh, dass ich in der Gruppe um Di Luca und Basso das Rennen beendete."
Die Etappe hatte lange ein Ausreißerquartett (Aldape, Moinard, Irizar, Illiano) bestimmt, das aber nach 165km an der Spitze 19km vor Schluss eingeholt wurde und deren Flucht eine Randepisode blieb. Bei ständigem Regen und nassen Straßen ereigneten sich viele Stürze. Das prominenteste Opfer war Sprint-Star Alessandro Petacchi, der in der Abfahrt von der Cote d'Ahin mit einem Fahrer (Cioni) kollidierte und aufs linke Knie stürzte. Fünf Helfer aus seinem Milram-Team warteten auf ihren Kapitän und fuhren ihn wieder ans Hauptfeld heran. Kurz danach stoppte Petacchi, ließ sich vom Giro-Arzt behandeln, stieg aber wieder auf sein Rad. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht erreichte er das Ziel mit 15 Minuten Rückstand. Im Petacchi-Lager schien man sehr besorgt, ob der Sprinterstar das Rennen fortsetzen kann. Petacchi begab sich am Abend ins Krankenhaus von Namur zum Röntgen, wie aus seiner Mannschaft verlautete. "Das Knie ist geschwollen. Ich hoffe, ich kann morgen starten", sagte Petacchi. Seine Hoffnung ging aber nicht in Erfüllung. Im Krankenhaus die bittere Diagnose: Kniescheibenbruch. Für den Milram-Star ist der Giro zu Ende (s.Story).
Die Etappe am Dienstag zwischen Wanze und Hotton (193 km) ist die letzte auf belgischem Boden und verspricht ein weiteres Sprintfinale, auch wenn zur Hälfte des Rennens zwei Anstiege von Lüttich-Bastogne (Wanne und Haute-Levée) im Profil stehen. Nach dem Rennen wird sich der Giro-Tross auf den Weg nach Italien machen. Die Rennfahrer werden am Abend (21:30 Uhr und 22:30 Uhr) mit zwei Maschinen nach Parma fliegen. Am Mittwoch kann sich das Peloton von den Reisestrapazen erholen, denn der erste Ruhetag steht auf dem Programm.
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Giro d'Italia: Schumacher weiter in Rosa
McEwen vermisst Petacchi
HOTTON, 09.05.06 (rsn) - Der Australier Robbie McEwen (Davitamon) ist in den Sprints beim Giro d'Italia nach dem Ausstieg von Alessandro Petacchi eine Klasse für sich. Am Dienstag gewann der 33-Jährige im wallonischen Hotton zum zehnten Mal in seiner Karriere eine Etappe der "Corsa Rosa". Im Massensprint setzte er sich nach 193km klar durch vor dem Italiener Paolo Bettini. Der Schwabe Stefan Schumacher beendete die letzte belgische Etappe im geschlossenen Hauptfeld und verteidigte seine am Vortag eroberte Gesamtführung. Der 24-jährige Gerolsteiner-Profi geht im Rosa Trikot in den ersten Ruhetag, den das Peloton nach dem Flugzeug- Transfer am Abend in Italien verbringen wird.
McEwen, der am Sonntag auch Petacchi ausgetrickst hatte, feierte im zweiten Massensprint des 89.Giro seinen zweiten Sieg. Der Australier, dessen Eltern angereist waren und den Sieg ihres Sohnes bejubeln konnten, setzte sich ganz souverän durch mit einer Länge Vorsprung vor Olympiasieger Bettini, der sich ärgerte: "Ich habe einen Fahrer touchiert und da einen Tick verloren. Heute wäre McEwen zu schlagen gewesen." Dritter wurde der Italiener Alberto Loddo vor dem Argentinier Axel Richeze und dem Kolkwitzer Olaf Pollack, der es wie bereits am Sonntag mit einem frühen Antritt versuchte. Sprinterstar Petacchi war am Montag ausgestiegen, nachdem er sich bei einem Sturz die Kniescheibe gebrochen hatte. Der Milram-Star flog am Dienstag nach Italien, wo er sich einer Operation unterziehen muss. Klar ist aber schon jetzt, dass Petacchi die Tour de France abschreiben muss.
"Das war eine harte Etappe", sagte McEwen, der mit Petacchi telefoniert hatte und sich am Ende den Milram-Express ausborgte. "Meine Mannschaft hat sehr gut gearbeitet hinter der Ausreißergruppe. 3km vor Schluss habe ich Gates und Vogels gebeten, mich hinter den Milram-Zug zu fahren. Ich blieb am Hinterrad von Lorenzetto. Ich habe bis 200 Meter vor Schluss gewartet. Dann bin ich links angetreten und habe mich nicht um die anderen gekümmert. Dieser Sieg ist schön, aber ich bedauere es, dass Petacchi nicht mehr da ist. Ich werde ihn vermissen!"
Im Gesamtklassement gab es bei der vierten Etappe des Giro keine Veränderungen und für Schumacher, am Dienstag 16., geht der Traum in Rosa weiter. "Ich war heute schon ein wenig nervös. Die Etappe war gar nicht so leicht, ständig ging es hoch und runter. Aber die Mannschaft hat gut funktioniert. Es ist ein Super-Gefühl, das Trikot verteidigt zu haben. Mal sehen, wie es beim Mannschaftszeitfahren am Donnerstag läuft. Normalerweise ist unser Team stark im Zeitfahren und Moral und Stimmung sind bei uns natürlich riesig", sagte der Schwabe, der eigentlich ein gänzlich uneitler Typ ist - am Dienstag schmückte er sich dennoch mit einem rosafarbenen Sturzhelm. Schumacher führt weiter mit 13 Sekunden vor dem Vorjahressieger Paolo Savoldelli und seinem Team-Kollegen Davide Rebellin (beide Italien/23). "Ich weiß nicht, wie lange ich das Trikot verteidigen kann. Savoldelli ist nicht weit weg, aber wir werden kämpfen", sagte "Schumi".
"Forza Schumi!"
"Es war schon ein bewegendes Gefühl heute", beschrieb der Gerolsteiner-Profi seinen ersten Tag im Rosa Trikot. Der Kurs führte kurz über die Formel 1-Strecke von Spa-Francorchamps und die Italiener konnten sich ihre Spässchen in Anspielung auf Schumachers Namensvetter aus dem Ferrari-Team natürlich nicht verkneifen. "Di Luca kam vor und rief: 'Forza Schumi'", erzählte der Schwabe lachend.
Eine fünfköpfige Ausreißergruppe (Casar, Calcagni, Van de Walle, Bertolini, Niermann) hatte das Rennen geprägt. Das Quintett setzte sich 10km nach dem Start in Wanze ab und fuhr einen maximalen Vorsprung von 6:45 Minuten heraus. Da hatte der Hannoveraner Grischa Niermann (1:11 Min. Rückstand) das "virtuelle" Rosa Trikot, doch solche rechnerischen Spielchen wurden schnell Makulatur. Gerolsteiner und die Sprinterteams machten Tempo und 17km vor Schluss waren die Aureißer gestellt. Eine kleine Einlage des Attackierers vom Dienst Jens Voigt wenige Kilometer vor Schluss konnte ebenfalls den erwarteten Massensprint nicht verhindern.
Außer Petacchi war auch der Belgier Christophe Brandt (Bruch des linken Ellenbogens) nicht am Start der Etappe. McEwen widmete seinen Sieg am Dienstag seinem verletzten wallonischen Teamkollegen, der noch hofft, bis zur Tour wieder fit zu sein. Der Italiener Leonardo Bertagnolli (Cofidis), der an einer Pollenallergie leidet, stieg im Laufe des Rennens an der Verpflegungszone vom Rad. Somit sind noch 195 Rennfahrer im Rennen. Die Profis fliegen am Abend mit zwei Maschinen von Lüttich nach Parma. Nach dem Ruhetag am Mittwoch geht es am Donnerstag mit einem 38 Kilometer langen Teamzeitfahren von Piacenza nach Cremona weiter.
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Giro d'Italia: Teamzeitfahren am Donnerstag
Basso erste Geige im CSC-Orchester
CREMONA, 10.05.06 (rsn) - Beim Teamzeitfahren des Giro am Donnerstag in Cremona, der Stadt des weltberühmten Geigenbaumeisters Antonio Stradivari, will das CSC-Orchester mit Ivan Basso an der Spitze eine Glanzleistung abliefern, die das Debakel bei der letzten Tour de France vergessen macht.
Das Team von Bjarne Riis hat an den kollektiven Kampf gegen die Uhr bei großen Rundfahrten keine guten Erinnerungen. Letztes Jahr bei der Tour de France hatte CSC in Blois einen schwarzen Tag, der Sturz von David Zabriskie kurz vor dem Ziel kostete die Mannschaft damals den Sieg und den Amerikaner das Gelbe Trikot. Aber das stecke nicht mehr in den Köpfen, sagt Sportdirektor Allain Gallopin: "Nein, daran denken wir nicht", sagt er. "Wir starten, um zu gewinnen, auch wenn das eine knappe Sache wird bei 38km Distanz. Wenn wir nicht gewinnen, ist das auch keine Katastrophe. Zwischen den großen Mannschaften wird es keine großen Abstände geben."
Dafür haben die Mannschaften ohne große Rouleurs um so mehr zu befürchten, denn im Gegensatz zur Tour de France gibt es beim Giro, wo erstmals seit 1989 wieder ein Teamzeitfahren im Programm steht, keine Deckelung der Zeitabstände. Die realen Zeiten fließen ins Gesamtklassement ein. Ein Klettererteam wie das des Venezuelaners Rujano, dem Dritten des letzten Giro, wird weit hinter Mannschaften wie Discovery Channel (Savoldelli) und CSC (Basso), T-Mobile (Ullrich, Rogers, Honchar) und selbst Lampre (Cunego) landen.
"Wir haben uns nicht speziell vorbereitet auf das Zeitfahren morgen, Wir sind immer bereit für diese Disziplin", schmunzelt Gallopin. "Die Mannschaft weiß, wie man 'Chrono' fährt. Sechs aus unserem Giro-Team (Basso, Julich, Lombardi, Sastre, Sörensen, Voigt) waren bei der letzten Tour dabei." Von Julich, der beim Giroprolog nur wegen seiner Pollenallergie kein großes Resultat holte, erwartet man bei CSC wieder seine bekannte Stärke. Bei der Zusammenstellung der Giro-Mannschaft habe das Teamzeitfahren aber keine große Rolle gespielt, sagt Gallopin. "Jens Voigt ist nicht wegen seiner Zeitfahr-Qualitäten dabei, sondern weil er derzeit in großer Form ist." Savoldelli und Co. werden nach CSC auf die Strecke gehen. Ein Handicap? "Es ist immer schön, die Zeiten der anderen zu kennen, aber die Distanz ist recht kurz. Da spielt das keine so große Rolle", meint Gallopin, der jedoch einräumt, dass Teamzeitfahren immer "großen Stress" bedeute.
Teamchef Bjarne Riis, der dem Mannschaftsgeist große Bedeutung beimisst, möchte bei der symbolhaften Disziplin immer vorn abschneiden, doch ironischerweise haben seine Mannschaften dabei oft Pech gehabt. CSC-Profi Laurent Jalabert hatte 2002 bei der Tour de France das Gelbe Trikot vor Augen, eine Fehlentscheidung der Teamleitung (Warten auf einen Fahrer mit Defekt oder nicht) kostete ihn dieses. Zwei Jahr später gingen Jens Voigt und Co. im Regen von Arras ganz unter, als drei Fahrer stürzten. Beim Teamzeitfahren kann immer viel passieren und keiner ist sicher. Bei der Tour 2001 etwa musste Lance Armstorng seine ganze Coolness unter Beweis stellen, als zwei seiner Männer (Vandevelde, Heras) zu Boden gingen und der US Postal-Express auf sie wartete. Armstrong wird am Donnerstag beim Giro vor Ort sein und seiner ehemaligen Mannschaft mit Rat zur Seite stehen können. Aber seine früheren Helfer (Savoldelli, Beltran, Padrnos und Rubiera waren bei seinem letzten Toursieg dabei) kennen auch die Partitur des Konzerts.
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Giro d'Italia: Honchar im Rosa Trikot
Kleiner Vorsprung für CSC - ein größerer für Basso
CREMONA, 11.05.06 (rsn) - Der dänische CSC- Rennstall hat am Donnerstag das Mannschaftszeitfahren des Giro d'Italia über 35km zwischen Piacenza und Cremona gewonnen und sein Kapitän Ivan Basso konnte seinen Rivalen um den Gesamtsieg kostbare Zeit abnehmen. Stefan Schumacher, dessen Gerolsteiner-Mannschaft rund eine Minute Rückstand hatte, musste das Rosa Trikot abgeben an den Ukrainer Serhiy Honchar von T-Mobile. Die Mobilfunktruppe mit Zeitfahr- Weltmeister Michael Rogers und einem gut aufgelegten Jan Ullrich verpasste die Bestzeit äußerst knapp, weil der fünfte Fahrer (Matthias Kessler), nach dem die Zeit genommen wird, auf den letzten Metern abgefallen war.
"Das ist ein schöner Sieg. Natürlich gewinnt man den Giro nicht bei dieser Etappe, aber der Sieg ist gut für die Moral", freute sich Basso, der auch froh sein dürfte, die Veranwortung des Rosa Trikots noch nicht auf den Schultern zu haben. "Wir haben an dem 'Chrono' im Januar und Februar schon gearbeitet", sagte Teamchef Bjarne Riis, dessen Mannschaft bei der letzten Tour de France im kollektiven Kampf gegen die Uhr in Blois nach dem Sturz des Amerikaners David Zabriskie Sieg und Gelbes Trikot verloren hatte. Riis misst dem Teamgeist große Bedeutung bei und ist bei der symbolhaften Disziplin immer sehr ehrgeizig. Trotzdem (oder gerade deshalb) hat CSC bei großen Rundfahrten schon mehrmals im Teamzeitfahren Schlappen hinnehmen müssen wie bei der Tour 2002, als eine Fehlentscheidung der Teamleitung das Gelbe Trikot kostete oder 2004, als Jens Voigt und Co. im Regen von Arras untergingen. Am Donnerstag spielte das CSC-Orchester in der Stadt von Geigenbaumeister Stradivari fehlerlos.
Auf dem flachen Rouleur-Kurs in der Po-Ebene lag CSC bei sommerlichen Temperaturen mit knapp 30 Grad und Rückenwind bei allen Zwischenzeiten vorn, doch der Sieg des favorisierten Basso-Teams war hauchdünn. "Wir haben am Ende ein bisschen Zeit liegen lassen", meinte der Italiener. Die Zeit von T-Mobile (Honchar, Kessler, Pollack, Rogers, Ullrich), in dem Jan Ullrich viel Führungsarbeit leistete, hätte zum Sieg gereicht, wenn nicht Kessler kurz vor Schluss hätte reißen lassen müssen. T-Mobile-Sportchef Mario Kummer stellte sich gleichwohl hinter seinen Rennfahrer: "Dass Kessler hat abreißen lassen hat die Etappe nicht entschieden", meinte Kummer, der Ullrich für eine starke Leistung lobte.
Im Gesamtklassement belegt CSC-Profi Jens Voigt nach der 5.Etappe jetzt den zweiten Rang mit 6 Sekunden Rückstand auf Honchar. Der 35-jährige Zeitfahrspezialist aus der Ukraine hat in seiner langen Karriere bereits fünf Mal Einzelzeitfahren beim Giro gewonnen und seit 1997 kam er acht Mal unter die ersten Zehn des Gesamtklassements. 2004 stand er in Mailand auf dem Podium und 1998 trug er schon einmal zwei Tage das Rosa Trikot. "Die starke Leistung der Mannschaft hat mich überrascht, ich freue mich für Honchar", sagte Jan Ullrich, der sich in den nächsten Tagen nun als gregario di qualita betätigen wird.
"Für uns wäre es besser gewesen, wenn der Kurs länger gewesen wäre", sagte Honchar. "Wir sind nicht schnell gestartet, aber mit neun Mann ist es auch schwer, reinzukommen. Eine Sekunde auf CSC zu verlieren, das sich speziell vorbereitet hat, ist ein gutes Resultat. Es war zumindest ein schönes Spektakel." Ans Podium in Mailand will der Ukrainer noch nicht denken: "Wir kamen hierher mit Jan Ullrich im Hinblick auf die Tour de France-Vorbereitung. Heute sind er und Rogers lange im Wind gefahren. Sie haben sogar mir weh getan mit dem Tempo." Rogers gab die Blumen zurück: "Honchar hat viel gearbeitet. Schön, dass er das Rosa Triko hat", sagte der Australier, der beim Einzelzeitfahren in einer Woche neben Ullrich zu den Favoriten zählen wird.
Die Discovery Channel-Mannschaft, bei der Lance Armstrong im Begleitfahrzeug saß, fuhr die drittbeste Zeit mit 39 Sekunden Rückstand. Giro-Topfavorit Basso machte damit im Gesamtklassement Boden gut auf seine direkten Rivalen und schob sich auf den fünften Gesamtrang vor. Während bei der Tour die Zeitunterschiede nicht in voller Höhe ins Gesamtklassement einfließen, gibt es bei beim Giro keine Deckelung. Savoldelli gab besagte 39 Sekunden ab. "Das ist viel und wenig. Aber erst die letzte Giro-Woche entscheidet", sagte der Discovery-Leader. Liquigas-Kapitän Danilo Di Luca verlor 42 Sekunden, Lampres Damiano Cunego 1:04 Minuten und Kletterer Gilberto Simoni (Saunier) 1:26 Minuten. Die als letzte gestartete Gerolsteiner-Mannschaft, die gegen die großen Rouleur-Mannschaften keine Chance hatte, das Rosa Trikot zu verteidigen, belegte Rang 6 (+ 1:03 Min). Die Mineralwassertruppe beendete das Rennen mit sieben Fahrern (Förster, Krauss, Moletta, Ordowski, Rebellin, Scholz, Schumacher). "Wir haben alles gegeben. Der Verlust des Trikot ist aber nicht so ganz unerwartet. Es gibt für mich sicherlich noch schöne Etappen", meinte der 24-jährige Schumacher, für den der Giro nach Etappensieg und zwei Tagen in Rosa aber auch so schon ein Riesenerfolg ist.
CSC stellt Giro-Rekord auf
CSC, das mit acht Mann (Basso, Sastre, Sörensen, Blaudzun, Julich, Voigt, Gustov, Cuesto) ins Ziel kam, fuhr die um drei Kilometer auf 35km reduzierte Distanz mit einem Schnitt von 56,859 km/h und stellte damit einen neuen Giro-Rekord in der Mannschaftsdisziplin auf, die bei der Italien-Rundfahrt seit 1989 nicht mehr im Programm stand. Den alten Rekord hatte die Del Tongo-Mannschaft gehalten, die 1985 auf einer 38km-Distanz 54,545 km/h schnell war. Den Rekord bei der Tour de France hält Discovery Channel, das mit Armstrong letztes Jahr in Tours 67,5km mit 57,32 km/h fuhr.
Einen hohen Schnitt gibt es auch am Freitag bei der 227km langen Flachetappe zwischen Busseto, der Stadt des Komponisten Giuseppe Verdi ("Nabucco", "Aida", "Rigoletto") und Forli, der Heimat von Ercole Baldini; die "Lokomotive von Forli". war der erste, der sowohl Weltmeistertitel (1958) als auch Olympiasieg (1956) auf der Straße holte.
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67,5 km mit 57,32 km/h, also wenn das nicht krank ist!
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Giro d'Italia: McEwen gewinnt 6.Etappe
Für Pollack sieht die Welt wieder rosarot aus
FORLI, 12.05.06 (rsn) - Die Flachetappen des Giro d'Italia 2006 werden zunehmend langweilig, das Szenario stets das gleiche: Ein paar Ausreißer setzen sich in Szene, im Finale jagen ein Dutzend Sprinter und ihre Teams dem Sieg nach und am Ende setzt sich Robbie McEwen, dem der große Gegner Alessandro Petacchi abhanden kam, mühelos durch. So war es auch am Freitag beim sechsten Teilstück, das der australische Davitamon-Star nach 231km in Forli vor Olaf Pollack (T-Mobile) gewann. Für den Kolkwitzer war der zweite Platz aber überhaupt nicht langweilig: er übernahm das Rosa Trikot, das er vor zwei Jahren schon einmal einen Tag tragen konnte.
McEwen schrieb am Freitag seine makellose Giro-Bilanz fort. "Das ist eine komische Situation für mich der einzige Favorit in den Sprints zu sein", sagte er. "Wenn Petacchi oder Boonen da sind, kann man die Taktik auf sie ausrichten. So bin ich ganz allein und muss auf alle achten", so der Australier. An den Gewinn der Punktewertung ("Da ist Bettini der Favorit") will er nicht denken. In den letzten Jahren war McEwen den Giro nie zu Ende gefahren und vor den großen Bergen ausgestiegen, um sich auf die Tour de France vorzubereiten. "Ich weiß noch nicht, ob ich bis zum Ende durchfahre", sagte er am Freitag.
McEwen feierte bei diesem Giro seinen dritten Sieg, insgesamt stehen in seinen Palmares nun bereits elf Erfolge beim "Rosa Rennen", bei dem er seit 2002 immer mindestens einen Sieg holte. Der 33-Jährige setzte sich in dem Massensprint am Freitag ganz souverän durch. Ein Massensturz auf den letzten 1000 Metern, durch den der Leipziger Robert Förster (11.) aus dem Rhythmus kam, behinderte den Australier nicht. Der Litauer Tomas Vaitkus hatte unter den Augen des früheren Sprinterkönigs Mario Cipollini den Sprint als erster angezogen. Vaitkus belegte schließlich Rang drei hinter Pollack, der der Zeitgutschrift hinterherjagte. Der 32-jährige, der bereits bei der 2.Etappe Zweiter war, trat zu spät an, um McEwen gefährlich zu werden. Aber er holte sich den Trostpreis und nahm seinem ukrainischen Teamkollegen Serhiy Honchar die begehrte Maglia Rosa ab. Der 35-jährige Routinier, der mit der Magentatruppe am Vortag im Teamzeitfahren Zweiter geworden war, nahms sportlich: "Hauptsache das Trikot ist im Team." Im Gesamtklassement führt Pollack jetzt mit zwei Sekunden Vorsprung vor Honchar. Dritter ist CSC-Profi Jens Voigt (+ 8 Sek), der je nach Rennverlauf womöglich nach Pollack und Schumacher der dritte Deutsche im Rosa Trikot in einer Woche werden könnte, wenn es am Samstag in die Berge geht.
"Ich hätte heute gerne gewonnen, klar. Andre Korff, meine rechte Hand in den Sprints, war in den Sturz verwickelt. Er hat mir am Ende gefehlt. Aber natürlich bin ich auch sehr zufrieden mit dem Rosa Trikot", sagte Pollack. Es sei ein "bisschen merkwürdig", einem Teamkollegen das Trikot abzunehmen meinte er.
"Der Giro ist mein Saisonhöhepunkt, da ich ja die Tour de France nicht fahren werde. Ich hatte mir heute etwas vorgenommen - es ist aufgegangen und ich bin überglücklich", freute sich Pollack, der zu Beginn des Jahres zwei Etappen bei der Kalifornien-Rundfahrt gewonnen und damit für die ersten Saisonerfolge für sein Team gesorgt hatte, in dem er nach dem Zabel-Weggang unverhofft zum Sprinter Nummer 1 avancierte. Danach setzte ihn längere Zeit eine Knieverletzung außer Gefecht. Bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt stahl ihm zuletzt sein Teamkollege Andre Greipel die Show, was Pollack gar nicht lustig fand. Nun aber sieht für ihn die Welt wieder rosarot aus, auch wenn der Sprintspezialist das Trikot vermutlich wie 2004 wieder nach einem Tag abgeben werden muss. "Was auch immer passiert: Eines ist sicher, ich werde morgen einen schönen Tag haben", sagte Pollack vor der ersten Bergetappe am Samstag.
Das Rennen auf einem völlig flachen Kurs hatte ein Trio mit dem Ukrainer Sergiy Matveyev, dem Franzosen Christophe Edaleine und dem Spanier Andoni Aranaga geprägt. Die drei waren bereits sechs Kilometer nach dem Start, der in Busseto vor dem Geburtshaus des berühmten Komponisten Giuseppe Verdi ("Nabucco", "Rigoletto") erfolgte, davongefahren. Die Ausreißer des Tages kamen auf sieben Minuten Vorsprung, doch als man im Feld Ernst machte mit der Verfolgung, war es nur eine Frage der Zeit, wann die drei gestellt würden. 15km vor Schluss nach 200km an der Spitze war es dann soweit. Auch Jan Ullrich beteiligte sich an der Tempoarbeit. "Unser Plan ist aufgegangen. Es ist immer schön, ein Leadertrikot im Team zu haben - unsere Arbeit lief vorbildlich", meinte Ullrich, der beim Giro - offensichtlich mit Spaß - die Rolle des Edel-Gregario spielt.
Am Samstag stehen die ersten Berge des 89.Giro auf dem Programm. Die siebte Etappe, mit 236km das längste Teilstück, führt von Cesena nach Saltara. Nach der Passage von Urbino, dem Geburtsort des Renaissance-Malers Raphael, geht es den Monte Catria hinauf, ein 15,9km langer Berg (5,7 %) 98km vor Schluss. Das Ziel in Saltara, einem Städtchen in Marken das erstmals Giroetappenort ist, liegt am Ende eines kleinen, aber steilen Anstiegs, der Puncheurs wie Bettini favorisiert.
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Giro d'Italia - 7.Etappe
Verbrugghe hat noch Punch
SALTARA, 13.05.06 (rsn) - Der Wallone Rik Verbrugghe (Cofidis) gewann am Samstag die siebte Etappe des Giro d'Italia über 236 km zwischen Cesena und Saltara, wo das Rennen mit einem knackigen Schlussanstieg zu Ende ging. Verbrugghe, der sich vor fünf Jahren in ganz ähnlicher Manier beim Wallonischen Pfeil durchsetzte, hatte kurz vor Schluss aus einer Ausreißergruppe heraus attackiert und gewann als Solist. Zweiter wurde der Italiener Paolo Savoldelli (Discovery). Olaf Pollack verlor das Rosa Trikot des Gesamtbesten, doch es bleibt weiterhin im T-Mobile- Team: Der Ukrainer Serhiy Honchar, der das Rennen in der Favoritengruppe beendete, holte es sich nach einem Tag wieder zurück.
Verbrugghe distanzierte 5km vor dem Ziel seine Mitausreißer (Mori, Garate, Vila, Pena), mit denen er 150km vor dem Ende des längsten Teilstücks des diesjährigen Giro davongefahren war. Das Feld ließ die Gruppe bis auf sechs Minuten (75km vor Schluss) wegfahren, obwohl mit dem Spanier Juan Manuel Garate der Giro-Fünfte von 2005 dabei war. Dabei kalkulierte man aber richtig. Alle wurden wieder eingeholt - alle, außer Verbrugghe. Der 31-jährige Belgier gewann zum dritten Mal eine Giro-Etappe fünf Jahre nachdem er 2001 in Pescara den schnellsten Prolog in der Geschichte der Rundfahrt gefahren war. Damals (er gewann auch Wallonischen Pfeil und Critérium international) war er belgischer Radsportler des Jahres. In diesem Jahr war Verbrugghe noch motivierter beim Giro-Auftaktzeitfahren, das in seiner wallonischen Heimat stattfand. Doch er enttäuschte mit Platz 20.
"Nach dem Prolog sagte ich mir, es gibt noch andere Gelegenheiten und diese Etappe heute hatte ich im Hinterkopf, denn diese mittleren Berge und der kurze Schlussanstieg, das liegt mir", sagte Verbrugghe nach seinem Sieg am Samstag. "Ich bin 5km vor dem Ziel angetreten, weil ich die Gruppe überraschen wollte. Ich wusste, wenn ich ein bisschen wegkomme, wird es schwer für sie. Doch ich war am Ende selbst überrascht, denn ich dachte nicht, dass der Schlussanstieg so hart ist. Die letzten 600 Meter haben weh getan. Ich wusste nicht, wie viel Vorsprung ich hatte. Ich hörte nur, dass Savoldelli stark aufkommt. Ich habe mich nicht getraut, mich umzuschauen", schilderte Verbrugghe das Finale.
Das Rennen eröffnet hatte ein anderer belgischer Cofidis-Fahrer: Staf Scheirlinckx, lange begleitet vom Franzosen Sylvain Calzati, fuhr 145km lang an der Spitze bis er von der 30-köpfigen (!) Kontergruppe um Verbrugghe eingeholt wurde. "Mit Staf vorne, konnte ich mich schonen", sagte Verbrugghe, der sich in der Gruppe nicht unbedingt beliebt gemacht hatte, auch nicht, als er Mitausreißer Garate die Punkte an der Bergwertung wegschnappte, womit Scheirlinckx und nicht der Spanier jetzt das Bergtrikot trägt. Für die Cofidis-Equipe, die bereits drei Rennfahrer verlor (Bertagnolli, Moreni, Marichal), war es ein sehr guter Tag.
Das Rosa Trikot holte sich nach einem Tag Pause Honchar zurück, der schon 1998 zwei Tage die "Maglia Rosa" getragen hatte. "Gestern hat sich Olaf bei mir entschuldigt, als er mir das Trikot abgenommen hat. Aber er hat das Trikot verdient. Im Teamzeitfahren ist Pollack stark gefahren", sagte der Ukrainer nach einer "harten Etappe", die für Sprintspezialist Pollack erwartungsgemäß zu hart war. Zusammen mit Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher, der das Rosa Trikot zwei Tage getragen hatte, beendete Pollack das Rennen in einem Feld mit elf Minuten Rückstand.
"Ich dachte, es gibt eine ruhige Etappe mit zwei Ausreißern. Doch dann waren plötzlich 30 Mann vorne in einer Gruppe und alles hat sich geändert. Am Schlussanstieg habe ich mich an Basso ortientiert. Als Savoldelli attackiert hat, war ich eingeklemmt und hatte die falsche Übersetzung drauf", meinte Honchar, der das Rennen wie Basso drei Sekunden hinter Savoldelli beendete. Im Gesamtklassement führt Honchar jetzt mit 6 Sekunden vor Savoldelli. Dritter ist Ivan Basso mit 11 Sekunden Rückstand. "Die Etappe heute war anstrengend, aber das war nur der erste kleine Schlagabtausch. Man wird sehen, was passiert, wenn die großen Bergetappen kommen", meinte Savoldelli.
Während sich Savoldelli an den ersten Bergen des Giro in starker Verfassung präsentierte und als Tageszweiter am 600 Meter langen Schlussanstieg ein paar Sekündchen auf seine Rivalen gutmachte, hatte ein anderer Giro-Favorit am Samstag zuvor Probleme am ersten richtigen Berg der Rundfahrt. Danilo Di Luca musste mehrmals um den Anschluss kämpfen bei der langen und hügeligen Etappe durch die Provinz Marken. "Ich hatte einen schlechten Tag, auch wenn ich am Ende noch den Schaden begrenzen konnte", sagte Di Luca. "Ich weiß nicht, woran es lag. Vielleicht am Essen, vielleicht am Regenwetter der letzten Tage? Ich hoffe, es geht schnell vorbei", meinte der aus den Abbruzzen stammende Fahrer, der sich eigentlich bei seiner Heimetappe am Sonntag gut in Szene setzen wollte. "Mal schauen, wie ich mich fühle. Heute lief es nicht so wie erwartet", so Di Luca besorgt.
Beim jungen Damiano Cunego lief es auch nicht so wie erhofft. Lampre hatte den Boden bereitet für den Jungstar, der mit seinem dritten Platz beim Klassiker Lüttich-Bastogne die Puncheur-Qualitäten bewiesen hatte, die man am Schlussanstieg brauchte. Am Ende reichte es für ihn nur für Platz 11, er gab sechs Sekunden auf Savoldelli ab bei einer Etappe, bei der er eigentlich eher Zeit hätte gutmachen sollen. "Wir fuhren für Damiano, aber er erschien ein bisschen erschöpfter als die anderen", sagte sein ratlos wirkender Sportdirektor Giuseppe Martinelli.
Einen ganz ordentlichen Eindruck machte dagegen Jan Ullrich während des langen Renntages. Am Schlussanstieg forcierte der T-Mobile-Star nicht und fuhr als 36. mit gut einer Minute Rückstand ins Ziel. "Wir haben immer gesagt: Wenn nichts dazwischen kommt, steigert er sich von Tag zu Tag. Und auf diesem Weg ist er jetzt", sagte T-Mobile-Sportchef Mario Kummer. Unter den vielen Aufgaben am Samstag war T-Mobile-Profi Andre Korff. Der gebürtige Thüringer klagte nach einem erneuten Sturz über Schmerzen in der Schulter und sollte noch am Wochenende die Heimreise antreten. "Es ist glimpflich abgegangen, Andre hat nichts gebrochen", sagt Rudy Pevenage, sportlicher Leiter des Teams.
Am Sonntag folgt die erste Bergankunft des Giro. Die achte Etappe endet nach 171km am 1306m hohen Passo Lanciano im Abbruzzen-Bergmassiv Maielletta. Dieser Schlussanstieg ist etwas für Kletterer: 12km ist der Pass lang, 8,4 Prozent steil.
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Tolle Leistung von Verbrugghe, Savoldelli und Basso. Di Luca scheint ja atm wirklich ne echte Krise zu haben, schließlich wäre die Etappe heute ja wirklich was für einen wie ihn gewesen.
Bewundernswert auch die Leistung von Jan Ullrich, der sich diesmal auch in den Bergen recht anständig gehalten hat. Gestern hat er ja auch im Teamzeitfahren schon gewisse Form bewiesen. Es geht aufwärts!
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Giro d'Italia - 8.Etappe
Starker Basso rückt die Verhältnisse zurecht
PASSO LANCIANO, 14.05.06 (rsn) - Bei der ersten Bergankunft des Giro d'Italia hat Topfavorit Ivan Basso für einstweilen klare Verhältnisse gesorgt. Der CSC-Star fuhr am 12km langen, 1306m hohen Passo Lanciano im Abbruzzen-Bergmassiv Maielletta die Konkurrenz in Grund und Boden. Der 28-Jährige gewann die 8.Etappe, holte das Rosa Trikot und - noch wichtiger - nahm allen Rivalen Zeit ab. Der junge Damiano Cunego hielt sich als Tageszweiter mit 30 Sekunden Rückstand noch am besten, während der am Vortag so stark scheinende Paolo Savoldelli einen herben Rückschlag hinnehmen musste und kaum noch von der Titelverteidigung träumen kann.
Ein bärenstarker Basso setzte sich vier Kilometer vor dem Ziel ab, nachdem sein spanischer Teamkollege Sastre für ihn den Boden bereitet hatte. Er gewann mit 30 Sekunden Vorsprung vor Lampre-Jungstar Damiano Cunego und dem Spanier Jose Enrique Gutierrez. Vorjahressieger Paolo Savoldelli, der am Samstag am kleinen Schlussanstieg der ersten Bergetappe sehr stark fuhr, musste bei der ersten richtigen Bergankunft mächtig Federn lasen. Der Discovery-Kapitän verlor mehr als zwei Minuten. Der zweifache Girosieger Gilberto Simoni (Saunier) verlor nur 1:15 Minuten, doch für den Kletterspezialisten, der im Zeitfahren schon gar keine Chance hat gegen Basso, war das auch viel zuviel.
Der Italiener Marzio Bruseghin, der letzte Verbliebene einer Ausreißergruppe um den Hannoveraner Grischa Niermann, die sich bei 55km nach einem schnellen Start (98km in den ersten zwei Stunden) abgesetzt hatte, ging mit 30 Sekunden Vorsprung auf die Favoritengruppe in den Schlussanstieg und wurde bald eingeholt. An dem 12km langen Pass legte Bassos Edeldomestike Carlos Sastre ein Höllentempo vor. Basso wartete lange. Dann attackierte Cunego, kam nicht weg. Basso konterte und fuhr auf den letzten 4km seinen Vorsprung heraus, der eine Girovorentscheidung sein könnte.
Basso feierte seinen dritten Giro-Etappensieg. Im Gesamtklassement führt der 28-jährige Tour de France-Zweite von 2005 jetzt mit 1:34 Minuten Vorsprung vor Gutierrez. Cunego folgt auf Platz 3 mit 1:48 Minuten Rückstand. Savoldelli trennen 2:35 Minuten vom Rosa Trikot, das der Ukrainer Serhiy Honchar, jetzt Vierter (+ 2:43 Minuten), abgeben musste.
Jan Ullrich, der von seinen üblichen Apologeten im T-Mobile-Team und den Medien nach seinem nicht mehr und nicht weniger als ordentlichen Auftritt am Samstag schon wieder bejubelt wurde, als stünde er unmittelbar vor seinem zweiten Toursieg, offenbarte bei der Bergankunft seine derzeitigen Grenzen. Mehr als 15 Minuten nach Basso kam die deutsche Tourhoffnung ins Ziel. "Ich habe Honchar noch mit in die Steigung gefahren und habe dann abreißen lassen", sagte Ullrich nach der Etappe. "Step by Step" gehe es bei Jan Ullrich aufwärts, meinte sein Mentor Rudy Pevenage, der von seinem Schützling beim Zeitfahren am Donnerstag ("Das liegt Jan") einiges erwartet.
Am Montag kehrt der Giro nach dem ersten Ausflug in die Berge ins Flache zurück und beim kurzen neunten Teilstück zwischen Francavilla al mare und Termoli (127 km) kann man mit einer weiteren Sprintankunft rechnen.
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Trotz all des Optimismus und der Freude (auch bei mir) über Bassos tolle Vorstellung darf man jetzt noch lange nicht über Vorentscheidung reden. Die letzte Woche wird mörderhart, und Basso hätte ja auch letztes Jahr den Giro gewinnen können, hätte er nicht urplötzlich wegen gesundheitlichen Problemen ENORM viel Zeit auf einer einzigen Etappe verloren. Ein solcher Einbruch und er ist nicht mal unter den Top fünf am Schluss. Also, konzentriert bei der Arbeit bleiben und hoffen dass das Glück ihm hold bleibt, dann ist der erste Schritt zum Double (Giro/Tour) schon möglich.
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PS: Di Lucas Rückstand fehlt hier noch irgendwie, aber nach seiner gestrigen Vorstellung lässt sich darauf schließen, dass er wohl auch heute wieder ziemlich viel Zeit hat liegen lassen müssen. |
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Giro d'Italia - 9.Etappe
Vaitkus im Fotofinish vor Bettini
TERMOLI, 15.05.06 (rsn) - Der Litauer Tomas Vaitkus (Ag2r) gewann am Montag die kurze 9.Etappe des Giro d'Italia. Nach 127km setzte sich der 24-jährige Balte in Termoli im Massensprint durch mit ganz knappem Vorsprung vor Olympiasieger Paolo Bettini (Quick Step) und T-Mobile-Sprinter Olaf Pollack. Der Australier Robbie McEwen (Davitamon), der die ersten drei Sprintfinals dieses Giro gewonnen hatte, wurde nur Vierter, nachdem er im welligen Finale kurzzeitig den Anschluss ans Feld verpasst und bei der Verfolgungsjagd die entscheidenden Körner gelassen hatte. Im Gesamtklassement behauptete der Italiener Ivan Basso (CSC) ohne Probleme seine Führung.
Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden gab es einen äußerst knappen Sprint. Bettini reckte die Arme hoch im Glauben, er hätte gewonnen. In dem Fotofinish trennten Vaitkus, Bettini und Pollack, der zum dritten Mal knapp an seinem ersten Giroetappensieg vorbeifuhr, nur Zentimeter. "Als ich sah, wie Bettini die Arme hochnahm, dachte ich nur: Oh, ich habe wieder knapp verloren", sagte Vaitkus. "Ich bin in guter Form, heute war der Unterschied zwischen Sieg und Platz 2 ganz klein. Ich versuche es wieder", meinte Bettini.
Die obligatorische Flucht des Tages fuhren der Ukrainer Yuriy Krivtsov, und der Franzose Cyrille Monnerais, die nach 5km dem Feld enteilten. Krivtsov wurde 100km später als letzter der beiden gestellt. In der Folge machte auf dem hügeligen Kurs am Ende der Italier Paolo Bettini das Rennen schwer, um McEwen zu distanzieren. Dies gelang, der Australier kämpfte sich mit Unterstützung seines Teams wieder heran, doch musste er am Ende für die Anstrengungen bezahlen.
Der 24 Jahre alte Vaitkus, Sohn einer Radsportfamilie (sein Vater war Auswahlfahrer in der Sowjetunion), feierte den ersten großen Sieg seiner Profikarriere, die er nach seinem U23-Zeitfahr-Weltmeistertitel von 2002 dann 2003 beim belgischen Landbouwkrediet-Team begann. Seit letztem Jahr fährt er bei der französischen Ag2r-Equipe. Bei den ersten Massensprints dieses Giro zeigte Vaitkus bereits seine Schnelligkeit und war stets vorne dabei (6., 8. 3.). Nun konnte er endlich auch die einzige litauische Hostess des Giro, eine hübsche Blondine, kennenlernen...
Die Favoriten des Giro erlebten bei der Kurzetappe entlang der Adria einen ruhigen Tag. Ivan Basso verteidigte sein am Vortag erobertes Rosa Trikot ohne besondere Anstrengung. "Ich habe die Mannschaft heute nicht arbeiten lassen, damit wir uns schonen konnten. Die Etappe morgen ist schwerer und am Donnerstag das Zeitfahren ist eine Schlüsseletappe", sagte Basso. Die Lampre-Mannschaft seines Rivalen Damiano Cunego überraschte im Finale, als sie plötzlich Tempo machte, was sich niemand so recht erklären konnte. Cunego auch nicht: "Das war wohl ein Missverständnis", meinte er. Bassos Galaauftritt vom Sonntag steckte immer noch in Cunegos Kopf: "Ich hätte nicht gedacht, dass er so stark ist. Aber ich werde weiter alles versuchen", so der Girosieger von 2004, den 1:48 Minuten von Basso trennen.
Jan Ullrich hatte sich derweil am Montag in den Dienst des T- Mobile-Teams gestellt und half auf den letzten Kilometer den Sprint für Pollack vorzubereiten. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der ersten Etappen. Das, was ich mir vorgenommen habe, konnte ich umsetzen. Ich fühle, wie die Form kommt", meinte der T-Mobile-Kapitän, auf dessen Autritt beim Zeitfahren am Donnerstag man gespannt sein darf.
Am Dienstag erreicht der Giro seinen südlichsten Punkt in Peschici, dem Zielort der 187km langen zehnten Etappe. Das Teilstück endet in dem schönen Städtchen im Gargano-Gebirge mit einem kurzen, aber knackig steilen Schlussanstieg, der für Puncheurs gemacht ist und Bettini eine weitere Chance auf den erhofften Sieg gibt. 2000 hatte hier Danilo Di Luca gewonnen. Von Peschici aus geht es per Flugzeug in die Toskana, wo die Fahrer am Mittwoch den zweiten Ruhetag verbringen. |
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Giro d'Italia - 10.Etappe
Gruppentag vor Ruhetag: Pelliziotti gewann Übergangsetappe
PESCHICI, 16.05.06 (rsn) - Bei der zehnten Etappe des Giro d'Italia kam am Dienstag erstmals eine Ausreißergruppe durch. Deren Sprint gewann im apulischen Peschici nach 190km der Italiener Franco Pellizotti (Liquigas), der damit seinen bisher größten Erfolg feierte. Das Hauptfeld mit den Favoriten kam mit gut drei Minuten Rückstand ins Ziel. An der Spitze des Gesamtklassements gab es bei der Übergangsetappe erwartungsgemäß keine Veränderungen und CSC-Star Ivan Basso reist am Abend mit dem Rosa Trikot im Gepäck mit dem Rest des Feldes per Flugzeug in die Toskana, wo der Giro am Mittwoch seinen zweiten Ruhetag einlegt.
In Peschici, wo der diesjährige Giro seinen südlichsten Punkt erreichte, setzte sich der 28-jährige Pellizotti an dem kleinen Schlussanstieg im Sprint vor seinen Mitausreißern durch. Der Russe Vladimir Efimkin wurde Zweiter vor dem Kasachen Serguei Yakovlev und dem Rest der starken Fluchtgruppe, zu der auch Sven Krauss (Gerolsteiner/8.) zählte. Der Belgier Axel Merckx hatte 15km vor Schluss aus der Gruppe heraus eine Soloattacke versucht, wurde aber kurz vor dem Ziel gestellt. Der Brite Charles Wegelius, ein Teamkollege von Pelliziotti, hatte sich bei der Verfolgung von Merckx ins Zeug gelegt und ihn nicht weit wegfahren lassen. "Meinen Sieg verdanke ich Wegelius", sagte Pelliziotti nach dem Rennen.
Sechs Jahre nach seinem ersten Giro-Etappensieg fehlten dem Sohn von Radlegende Eddy Merckx am Ende dennoch nur 150 Meter zum erneuten Triumph. Den knackig steilen, 1000 Meter langen Schlussanstieg nahm der Belgier mit sieben Sekunden Vorsprung in Angriff, doch der Siebenprozenter erwies sich als zu schwer für ihn, um sich noch ins Ziel zu retten. Bei Axel Merckx flossen die Tränen nach dem verpassten Sieg. "Ich kam zum Giro, um eine Etappe zu gewinnen. Das wird jetzt schwer, wenn ich das weitere Programm anschaue. Aber so ist der Sport. Der Stärkste hat heute gewonnen", meinte der Pechvogel enttäuscht.
Nach einem schnellen Start (49km in der ersten Stunde) formierte sich in mehreren Wellen auf den ersten 60km die Ausreißergruppe des Tages. Die Lampre-Mannschaft von Damiano Cunego machte im Feld Tempo, nachdem Pelliziotti rechnerisch die Gesamtführung übernommen hatte. Im Peloton kontrollierte man forthin den Vorsprung der Attackierer, man ließ sie aber durchkommen. Der 28 Jahre alte Pellizotti feierte seinen ersten Giro-Etappensieg. Im Gesamtklassement der "Corsa Rosa" war er bereits drei Mal unter den ersten Zwanzig (16./2002, 9./2003, 11./2004). Nach seinem Etappensieg verbesserte er sich jetzt um 19 Plätze auf den vierten Gesamtrang und hat etwas mehr als 2 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot. Mindestens von seiner ersten Top 10-Patzierung kann der kletterstarke Puncheur aus Friaul jetzt träumen, auch wenn er betonte: "Ich kam zum Giro mit dem Ziel Etappen und Gesamtklassement, aber Di Luca bleibt Kapitän bei Liquigas."
Danilo Di Luca, den Pelliziotti im Gesamtklassement jetzt überholte, hatte beim letzten Mal, als eine Giro-Etappe in Peschici endete, den Tagessieg geholt. Am Dienstagmorgen schilderte er seinem Teamkollegen die Ankunft detailiert, wovon Pelliziotti profitierte: "Ich kannte den Schlussanstieg genau, Danilo hat mir geraten, welche Übersetzung ich nehmen sollte", sagte er. "Als vorne unter der zunächst 16-köpfigen Gruppe keiner von uns dabei war, haben es Wegelius und ich versucht, hinzufahren. Als wir 4 Minuten Vorsprung hatten, begann ich an die Chance zu glauben. Am Ende haben alle auf mich geschaut. Als Merckx wegfuhr, hat Wegelius hervorragend gearbeit, er hat großen Anteil an dem Sieg", so Pelliziotti.
Ivan Basso und Co., die bereits auf das mitentscheidende Zeitfahren am Donnerstag schauen, sorgten sich nicht allzusehr über Pelliziottis Flucht. Basso schonte seine CSC-Mannschaft an diesem sonnigen Dienstagnachmittag und überließ gelassen Cunegos Lampre-Mannschaft die Tempoarbeit. Die Favoriten hatten einen weiteren ruhigen Tag bei der Übergangsetappe, bei der der Australier Bradley McGee, der unter einer schmerzhaften Rückenverletzung (Ischiasnerv) leidet, nach tagelangen Qualen das Handtuch warf. Auch der Pole Dariusz Baranowski stieg vom Rad. Gerolsteiner-Star Davide Rebellin verletzte sich bei einem Sturz in einer Abfahrt im Finale. "Sein Knie ist richtig offen. Davide muss sich an der Leitplanke verletzt haben. Wir müssen schauen, ob er weiterfahren kann", sagte sein Sportlicher Leiter Christian Henn.
Nach dem Rennen reisten die Radprofis in einer dreistündigen (!) Busfahrt zum Flughafen von Pescara. Dort geht es am späteren Abend per Flugzeug ins 700km entfernte Pisa. Im toskanischen Pontedera steht am Donnerstag das einzige große Zeitfahren auf dem Programm, bei dem Jan Ullrich zu den Favoriten zählt. "Für mich lief es heute ordentlich", sagte der T-Mobile-Star am Dienstag nach einem ruhigen "Trainingstag", nach dem er in der zweiten größeren Gruppe (+ 4:17 Min.) ins Ziel rollte. Gespannt sein darf man darauf, wozu Ullrich in der Lage ist, wenn er wirklich aufs Pedal drückt. Beim Teamzeitfahren hatte er bereits starke Form angedeutet. Basso sieht in dem Deutschen und seinen Magenta-Teamkollegen Honchar und Rogers die Topfavoriten am Donnerstag. "Aber ich hoffe, ich kann mich auch ganz gut halten", so der Träger des Rosa Trikot, der sich im Kampf gegen die Uhr in den letzten beiden Jahren enorm verbessert hat.
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Giro d'Italia - Zweiter Ruhetag
Ivan Basso ist tranquillo - und Ullrich ohne Sorgen
PONTEDERA, 17.05.06 (rsn) - "Sono tranquillo, ich bin ganz ruhig", lautet das Mantra von CSC-Star Ivan Basso seit dem Start des Giro d'Italia. Nach der Hälfte der Rundfahrt liegt der 28-Jährige Lombarde mit komfortablem Vorsprung vorne. Zu einem Viertel, könnte man sagen, hat er sein großes Ziel, das Double mit Siegen beim Giro und der Tour de France, schon erreicht. Aber bei einer großen Rundfahrt kann bis zum Schluss alles passieren, wer wüsste das besser als Basso, der beim letzten Giro in den Dolomiten alles verlor. Seine Gelassenheit verliert der stille Star deshalb nicht. Auch Jan Ullrich, der vor gerade mal drei Wochen (!) fast angstvoll sein Saisondebüt gab, war am Giro- Ruhetag ohne Sorgen.
Giro-Tagebuch von Robert Förster
Ivan Basso hat allen Grund, ruhig zu sein. Weder das kurze Zeitfahren am ersten Tag, bei dem sein Rivale Paolo Savolelli ein Ausrufezeichen setzte, noch dessen starker Auftritt bei der ersten Bergetappe machte Basso nervös. Bei der ersten Bergankunft am Passo Lanciano im Maiella-Bergmassiv am Sonntag fuhr er die Konkurrenz in Grund und Boden und fuhr - durchaus zur eigenen Überraschung - schon einen beträchtlichen Vorsprung heraus auf alle Rivalen, die da allesamt einen Dämpfer erhielten. Beim 50km langen Zeitfahren am Donnerstag wird Basso seinen Vorsprung weiter ausbauen auf dem "Roller"-Kurs, der passenderweise unweit des Vespa-Museums in Pontedera endet.
"Mindestens zwei Minuten sollte Ivan gewinnen", meint CSC-Sportdirektor Alain Gallopin und stapelt dabei eher tief. Auf dem ganz flachen Kurs von Pontedera nach Pisa und zurück haben die anderen Mitfavoriten kaum Chancen gegen Basso, der in den letzten beiden Jahren fast zu einem Zeitfahrspezialisten geworden ist. Danilo Di Luca (Gesamtsiebter/+ 2:48 Min) hofft nur, den Schaden zu begrenzen. Der kleine Damiano Cunego (3./+1:48 Min) muss einen großen Rückstand befürchten. Und Gilberto Simoni (8./+ 3:20) schaut als reiner Kletterer sowieso schon mit Sehnsucht auf die bergige Schlusswoche. Vorjahressieger Paolo Savoldelli (5./+2:35 Min) ist der einzige der Basso-Rivalen, der im Kampf gegen die Uhr dem Träger des Rosa Trikot Paroli bieten kann. Könnte, muss man wohl sagen, denn der Discovery-Kapitän leidet an einer starken Allergie, die ihm das Atmen schwer macht und die ihn schon am Sonntag am Passo Lanciano handicapte.
Fotos: Roth
Basso wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Donnerstag das Rosa Trikot verteidigen. Die Frage ist nur: Mit welchem Vorsprung führt er nach der 11.Etappe? Fünf Minuten? Sechs Minuten? Basso winkt ab. "Um ganz sicher zu gehen, müsste ich 50 Minuten Vorsprung haben", sagt er im Hinblick auf den letzten Giro, als er wegen einer Magenerkrankung in den Dolomiten eben diese 50 Minuten verlor. Natürlich steckt die Episode von letztem Jahr, als er am Stelvio das Rosa Trikot und alle Siegchancen verlor, im Hinterkopf. Aber gerade das macht den sympathischen CSC-Star auch tranquillo. Wozu sich nervös machen, wenn man weiß, dass es am Ende doch so oder so kommen kann? Druck wegen seines großen Ziels Double mache er sich auch nicht, sagt Basso: "Jetzt denke ich nur an den Giro, nicht an die Tour." Und beim Giro denkt er nur von Tag zu Tag, so wie alle Rundfahrtspezialisten es tun.
Jan Ullrich denkt derweil schon weiter, der deutsche Radstar schaut wie immer nur auf das eine große Saisonhighlight im Juli. Zum Giro kam er mit gerade mal fünf Renntagen in den Beinen, wenn man mal die fünf Minuten des Tour de Romandie-Prologs außer Acht lässt. Bei der Corsa Rosa, die er ohne Ambitionen im Gesamtklassement anging, steigerte er sichtlich seine Form von Tag zu Tag, genauso wie das geplant war. Ob das reicht, um im Juli die "Große Schleife" zum zweiten Mal zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Aber beim Giro ist Ullrich derzeit ganz sorgenfrei. Beim Zeitfahren am Donnerstag ist er Favorit auf den Tagessieg. Den Kurs hat er sich bei seinem Trainingslager in der Toskana bereits im April angeschaut. "Flach und wenig Kurven. Perfekt", fasste er seinen Eindruck zusammen.
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Etappensieg von Ullrich am morgigen Tag? Da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Aber er sollte dennoch nicht soviel mehr hinten sein, schließlich ist Zeitfahren ja seine Spezialdisziplin. Sollte er aber immer noch 3 Minuten oder mehr auf den Sieger des morgigen Zeitfahrens verlieren, wäre das ein extrem katastrophaler Rückschlag für ihn. Ich persönlich schätze ihn morgen auf 2 bis 2einhalb Minuten hinter dem Sieger. Das wäre wohl akzeptabel für ihn.
Aber wer wird nun morgen tatsächlich gewinnen? Rogers und Honchar sind meine großen Favouriten, die zwei sind wirklich klasse Zeitfahrer und wenn die Form einigermaßen stimmt (wovon auszugehen ist) wird wohl einer von ihnen morgen die Etappe für Magenta nach Hause holen. Zum erweiterten Favouritenkreis zählen wohl: Paolo Savoldelli (der atm halt leider ziemlich Allergiegeschwächt ist), Ivan Basso (sollte er seine Zeitfahrqualitäten zum Vorjahr wirklich so intensiv verbessert haben wie behauptet, ist er denk ich auch an Rogers und Honchar dran) sowie Viatislav Ekimov. Der routinierte Russe ist seit jeher Zeitfahrspezialist und ein echter Kämpfer, deshalb niemals zu unterschätzen.
Aber natürlich ist das alles nur Spekulation. Morgen siehts unter Umständen dann ganz anders aus. Denn wie heißts so schön: Und erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
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Giro d'Italia - Großes Zeitfahren
Ullrich schockt Tour-Rivalen
PONTEDERA, 18.05.06 (rsn) - Als Jan Ullrich bei der Tour de Romandie sein verspätetes Saisondebüt gab, sagte er, er habe "viel aufzuholen. Ich renne meiner Form hinterher." Gerade mal drei Wochen später schockte der deutsche Tour de France-Star jetzt beim Giro d'Italia die Konkurrenz: Am Donnerstag gewann Ullrich im toskanischen Pontedera das große Zeitfahren über 50km und bewies einmal mehr, was er mit seinem enormen Talent bewegen kann - auch ohne Trainingsfleiß oder besondere Leidenschaft. Ivan Basso nahm Ullrichs Tagessieg gelassen: Er wurde Zweiter mit einer halben Minute Rückstand und demoralisierte geradezu einige Rivalen ums Rosa Trikot.
Groß geredet hatten Ullrich und seine Betreuer nicht darüber, doch das Giro-Zeitfahren hatten sie sich wohl insgeheim vorgenommen für ein erstes Ausrufezeichen. Bei seinem Trainingslager im April in der Toskana hatte sich Ullrich die Strecke zwischen Pontedera und Pisa angeschaut, obwohl es bei diesem flachen Gerade-Aus-Kurs eigentlich nicht viel zu merken gab. "Perfekt", sei die Strecke, meinte Ullrich. Und der zweifache Zeitfahr-Weltmeister nutzte die Gelegenheit zu seinem ersten Saisonsieg. Es war sein erster Sieg seit dem 22.August letzten Jahres, als er das Zeitfahren der Deutschland-Rundfahrt gewann.
"Ich bin am Anfang nicht voll gefahren. Dann lag ich plötzlich so gut und es ist so gut gelaufen, dass ich die Intensität erhöht habe. Ich spüre, dass die Form kommt und immer besser wird. Jetzt werde ich von Tag zu Tag entscheiden, wann ich die Belastung steigere und wann ich mal einen Tag nicht voll fahre", so Ullrich. Er freue sich "unglaublich", sagte der T-Mobile-Kapitän, der als einziger unter 59 Minuten blieb und einen Schnitt von 51,020 km/h fuhr. Der später auffrischende Wind, der den früh gestarteten Ullrich bevorteilte, spielte dabei allerdings auch eine Rolle.
Ein ganz anderes Rennen fuhr derweil der Italiener Ivan Basso (CSC). Den Tagessieg verpasste der 28-Jährige zwar um 28 Sekunden, doch er konnte sehr zufrieden sein. Von seinen Rivalen konnte allein Discovery-Kapitän Paolo Savoldelli (Fünfter, + 51 Sekunden) den Rückstand begrenzen, während die Kletterer Gilberto Simoni (Saunier) und Damiano Cunego (Lampre) mit 3:53 bzw. 5 Minuten Rückstand weit abgeschlagen ins Ziel kamen. Im Gesamtklassement führt Basso jetzt mit 2:48 Minuten vor dem Spanier Enrique Gutierrez (Phonak). Hinter dem Ukrainer Serhiy Honchar (T-Mobile/+ 3:24 Minuten). ist Vorjahressieger Savoldelli jetzt Gesamtvierter mit 3:26 Minuten Rückstand. Cunego rutschte auf Rang 8 und hat mit 6:54 Minuten Rückstand kaum noch Chancen auf einen zweiten Gesamtsieg, wenngleich ihm ebenso wie Simoni (9.) die schwere letzte Giro-Woche sehr viel mehr liegt als der ungeliebte Kampf gegen die Uhr. |
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Unglaublich, sensationell, phänomenal! Ich weiß gar nicht mehr, wo ich anfangen soll! Jan Ullrich, jetzt schockt er like Armstrong! Schauspielern hat er jetzt wohl auch irgendwo gelernt! Also die Leistung ist 100%ig anzuerkennen, ebenso dass seine Form bereits weit besser ist als allerseits erwartet. Das fasziniert und freut sogar mich, als bekennenden Nicht-Ullrich-Fan! Gratulation!!!
Basso schockt aber mindestens genauso. Er zeigt eindrucksvoll: Der Giro geht nur über mich! Und wenn er gesund und sturzfrei bleibt sollte der Girosieg 06 überhaupt kein Problem mehr für ihn sein! *Daumendrück*
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Giro d'Italia - 12.Etappe
Horrach nutzt die Gunst der Stunde vor den Bergen
SESTRI LEVANTE, 19.05.06 (rsn) - Der Spanier Joan Horrach (Caisse d'Espargne) gewann am Freitag die 12.Etappe des Giro d'Italia. Der 32-jährige Mallorquiner setzte sich am Ende des 171 km langen Teilstücks zwischen Livorno und Sestri Levante nach einem Antritt unter der Flamme rouge aus einer Ausreißergruppe heraus mit einigen Sekunden Vorsprung durch und feierte den größten Sieg seiner Karriere. Der Italiener Ivan Basso (CSC), der im Hauptfeld mit sieben Minuten Rückstand ins Ziel kam, verteidigte bei der Übergangsetappe ohne Probleme seine Gesamtführung und geht im Rosa Trikot in die ersten Alpenetappen am Wochenende.
Von spektakulären Stürzen überschattet war die Schlussphase der Tagesabschnitts. Die Italiener Manuele Mori und Emanuele Sella hatten sich auf den letzten 20km aus der Spitzengruppe gelöst und waren beide auf einer Abfahrt zu Fall gekommen. Sella flog mit seinem Rad in die Leitplanken, Mori fuhr knapp daneben einen Abhang hinunter. Beide konnten die Fahrt fortsetzen und stürzten kurz danach noch einmal gemeinsam. Wieder stiegen sie in die Sättel und kamen kurz vor dem Ziel zurück in die Spitzengruppe. "Die Abfahrt war gefährlich. Mori stürzte vor mir und ich konnte nicht ausweichen. Und danach ist er nochmal gestürzt und ich ging auch wieder zu Boden. Wirklich schade, wir hatten eine 90 Prozent-Chance auf den Tagessieg", ärgerte sich Sella. Horrach gewann nach seinemn frühen Antritt mit einigen Sekunden Vorsprung vor dem Holländer Addy Engels und den Italienern Sella, Mori, Fortunato Baliani und Wladimir Belli.
Horrach war 1100 Meter vor dem Ziel angetreten und der meist im Schatten seiner Leader stehende "gregario" ließ sich seinen größten Sieg dann auch nicht mehr nehmen. "Wir haben hier niemanden fürs Gesamtklassement. Da haben wir die Freiheit, auch mal in Ausreißergruppen etwas zu versuchen", sagte der bodenständige Mallorqiner, der nach dem Ende seiner Radkarriere auf der Baleareninsel als Zimmermann arbeiten will wie sein Vater. Im Trubel nach seinem Giro-Etappensieg behielt Horrach einen kühlen Kopf. Ob der Triumph jetzt sein Leben ändern werde, fragte ein Reporter. "Nein, ich denke nicht", antwortete Horrach ruhig. "Aber es wird eine schöne Erinnerung bleiben."
Das Renngeschehen wurde lange Zeit bestimmt von einer zunächst 15 Fahrer starken Gruppe u.a. mit T-Mobile-Profi Jörg Ludewig und Sven Krauß aus der Gerolsteiner-Mannschaft. Die Ausreißer hatten sich schon nach acht Kilometern zusammen gefunden und führten zeitweise mit mehr als sieben Minuten Vorsprung. Das Feld ließ die Gruppe, die eine "richtige" Zusammensetzung hatte, lange Zeit gewähren. Die meisten Teams waren vorn vertreten und kein Fahrer stellte eine Gefahr für Basso dar. "Schade, dass es für mich nicht ganz gereicht hat. Ich habe viel in die Führungsarbeit investiert und konnte am Ende nicht mehr ganz mithalten. Aber die Gruppe hat gut funktioniert und wir hatten uns am Anfang schon vorgenommen, dass sie bis ins Ziel durchkommt", sagte Ludewig, der wie Krauss rund eine Minute nach dem Tagessieger das Rennen beendete.
Ivan Basso erlebte einen ruhigen Tag bei heißen Temperaturen. Seine CSC-Mannschaft kontrollierte das Tempo hinter den Ausreißern, ließ sie aber fahren. Der kletterstarke Sella profitierte davon und gehörte trotz seines Pechs am Ende zu den Gewinnern des Tages: Er verbesserte sich auf Platz 4 des Gesamtklassements. Auch die Ausreißer Belli (Gesamtfünfter) und Manuel Beltran (7.) machten Sprünge nach vorn. Basso sorgte sich darüber aber nicht. "Man kann nicht auf alle aufpassen. Ich konzentriere mich auf sechs, sieben Fahrer", meinte er. "Es war eine schwere Etappe, aber es gibt keine leichten Etappen. Entweder sind sie schwer wegen des Profils oder wegen des Rennverlaufs", sagte Basso. "Der Giro ähnelt mehr und mehr der Tour de France. Die Starts sind fast schon genauso schnell."
Die Übergangsetappe, die am ligurischen Meer entlang durch den malerischen Küstenstreifen Cinque Terre, der zum Welterbe der UNESCO gehört, führte, wurde derweil zum Martyrium für den Ukrainer Serhiy Honchar. Der 35-Jährige, der zwei Tage das Rosa Trikot trug, war zu Beginn des Rennens ebenso wie das baskische Urgestein Roberto Laiseka gestürzt. während Laiseka (Kniescheibenbruch) aufgeben musste, quälte sich Honchar mit lädiertem Rücken durchs Rennen und verlor sechs Minuten auf die Favoriten. Er rutschte vom dritten auf den 21.Gesamtrang.
Am Samstag folgt die erste Alpenetappe von Alessandria nach Thuile. Der schwere, 10,5km lange San Carlo-Pass (1951 m) steht kurz vor Schluss im Profil. Von der Passhöhe sind es noch 6,5km ins Ziel. Das Finale könnte eine Chance sein für den "Falken" Paolo Savoldelli. "Wenn er da eine Nummer versucht, werde ich ihm nicht um jeden Preis nachfahren", kündigte Basso an. "Paolo ist in der Abfahrt wie ein Motorrad. Aber ich habe sowieso mehr Respekt vor den Anstiegen. Ich glaube kaum, dass Cunego und Simoni mit Podiumsplätzen zufrieden sind."
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Giro d'Italia: Piepoli gewinnt 13.Etappe
Der Giro wird zur Basso-Show
LA THUILE, 20.05.06 (rsn) - Der Kampf um den Gesamtsieg beim Giro d'Italia scheint entschieden, auch es wenn vor der superschweren Schlusswoche keine Gewissheiten geben kann. Aber bei der ersten Alpenetappe am Samstag lieferte Ivan Basso wie schon bei der ersten Bergankunft eine solch überzeugende Demonstration seiner Stärke ab, dass man kaum noch an seinem ersten Gesamtsieg bei einer großen Rundfahrt zweifeln mag. Die kletterstarken Rivalen des CSC-Stars, die eigentlich Zeit gutmachen wollten, bekamen erneut einen herben Dämpfer, während Basso in der Abfahrt ins Ziel nicht mal ein Risiko eingehen musste und den Tagessieg seinem Landsmann Leonardo Piepoli überließ.
Ivan baute seine Gesamtführung bei der 13.Etappe des Giro über 218km zwischen Alessandria und La Thuile in den Alpen aus. Bei kühlem Regenwetter sorgte der Lombarde am letzten Berg, dem 1951m hohen San Carlo-Pass für eine Vorentscheidung beim diesjährigen Giro. An dem steilen Anstieg mit 15-Prozent-Rampen konnte nur der kleine Kletterspezialist Piepoli, Gilberto Simonis Edeldomestike, dem Träger des Rosa Trikots folgen. "Gilberto hat vor dem Rennen zu mir gesagt: 'Wenn Du gewinnen kannst, fahre!'", erzählte Piepoli nach dem Rennen. In der gefährlichen Abfahrt von der 7km vor dem Ziel gelegenen Passhöhe ließ Basso auf der nassen Straße große Vorsicht walten und ließ Piepoli davon fahren. Basso brauchte auch gar nichts mehr zu riskieren, er hatte bereits an dem 10,5 km langen, 9,8% steilen Anstieg oberhalb des Aosta-Tals, der seit den Tagen von Eddy Merckx' Etappensieg von Aosta (1973) nicht mehr im Programm der Rundfahrt stand, seine Rivalen distanziert. "Ich habe attackiert, weil ich mich gut fühlte und in der Lage dazu war. Wir sind eine gute Etappe gefahren, das Team und ich", sagte Basso, der mit den kühlen Temperaturen, die sich wegen der Feuchte geradezu eisig anfühlten, keine Probleme hatte.
Auf der Passhöhe hatten Basso und Piepoli 1:25 Minuten Vorsprung vor dem Duo mit Simoni und dem überraschend starken Phonak-Spanier Enrique Gutierrez, das in der Abfahrt den Rückstand auf Basso auf 50 Sekunden verringern konnte. Vorjahressieger Paolo Savoldelli (3:10 Min) und Damiano Cunego (2:46 Min) hatten oben am letzten Berg noch viel mehr Rückstand. Cunego und der für seine riskanten Abfahrten bekannte "Falke" Savoldelli begrenzten den Rückstand auf Basso am Ende auf unter zwei Minuten. Doch Cunego, jetzt Gesamtachter mit knapp neun Minuten Rückstand, gab sich keinen Illusionen hin. "Der Giro ist verloren. Bassos Vorsprung ist nicht mehr aufzuholen", sagte er in der ersten Enttäuschung. Basso blieb dagegen vorsichtig: "Das Klassement schaue ich mir nächsten Samstag an. Das war heute ein Schritt nach vorne, aber auch nicht mehr. Es kommen noch sehr schwere Berge und wenn ich schlechte Beine habe, werde ich noch ganz schön kämpfen müssen."
Der 34-jährige Piepoli überquerte schließlich die Ziellinie 40 Sekunden vor Basso und feierte seinen ersten Giro-Etappensieg, auf den der als Sohn eines Pizzabäckers in der Schweiz geborene Italiener elf (!) Profisaisons warten musste. Piepoli, der "aus Steuergründen" (Piepoli) in Montecarlo lebt und seit 1999 immer bei spanischen Rennställen fuhr, hat aber schon viele andere große Erfolge gefeiert, u.a. gewann er vor zwei Jahren eine Vuelta-Etappe.
Bassos Rivalen um den Gesamtsieg ließen alle wieder mächtig Federn. Der Italiener Gilberto Simoni, Piepolis Kapitän bei Saunier Duval, kam hinter dem Spanier Enrique Gutierrez als Vierter ins Ziel mit 1:20 Minuten Rückstand. Der Träger des Rosa Trikots hat im Gesamtklassement nun 3:27 Minuten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Gutierrez. "Ich glaube, den zweiten Platz würde er sofort nehmen", meinte Pedro Delgado, der den Giro fürs spanische Fernsehen verfolgt. Savoldelli ist Dritter und ihn trennen bereits 5:30 Minuten von Basso. Danilo di Luca (18.im Ziel) ist jetzt Gesamtneunter mit mehr als zehn Minuten Rückstand und dürfte kaum noch den erhofften Podiumsrang schaffen, von dem er nach seinem überraschenden vierten Platz im letzten Jahr geträumt hatte. "Ich wollte heute attackieren, deshalb hat meine Mannschaft vor dem Berg Tempo gemacht. Aber ich habe gleich gemerkt, dass ich heute nicht die Beine habe. Es gibt derzeit viele Fahrer, die stärker sind als ich. Ich werde jetzt auf einen Etappensieg fahren", sagte Di Luca.
Die erste Alpenetappe, deren Finale das italienische Fernsehen wegen der Wetterbedingungen praktisch nicht zeigen konnte, hatte zunächst eine sechsköpfige Ausreißergruppe (Bonnaire, Bruseghin, Poilvet, Knees, Julia, Serpa) geprägt, die nach 87km davon gefahren war und den San Carlo-Pass mit knapp einer Minute Vorsprung erreichte. Auf den ersten Kehren des letzten Berges zersplitterte die Gruppe und es begann die Basso-Show, die anders als beim Zeitfahren am Donnerstag auch Jan Ullrich, der das Rennen als 65. mit 10 Minuten Rückstand beendete, nicht stören wollte.
Der Australier Robbie McEwen war derweil nicht mehr am Start. Der Sprintspezialist, der drei Etappen gewann, stieg wie immer vor den Bergen aus, um sich für die Tour de France zu schonen (s.Meldung). Sein Landsmann Michael Rogers vom T-Mobile-Team gab das Rennen wegen Zahnschmerzen auf. Sein Start bei der Tour de France sei nicht in Gefahr, sagte sein Sportdirektor Rudy Pevenage (S.Meldung).
Am Sonntag folgt eine weitere schwere Bergetappe. Das 14.Teilstück macht einen Abstecher in die Schweiz, die durch den Großen Sankt-Gotthard-Tunnel (5,8km) kurz nach dem Start in Aosta erreicht wird. Anschließend geht es über den 20km langen, 6.6 Prozent steilen Simplon-Pass (2005 m), bevor der Giro nach Italien zurückkehrt ins Etappenziel Domodossola.
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Giro d'Italia - 14.Etappe
Favoriten halten still - Laverde nutzt die Chance
DOMODOSSOLA, 21.05.06 (rsn) - Ivan Basso rollt beim Giro d'Italia ruhig weiter auf dem Weg zu seinem ersten großen Rundfahrtsieg, der nur der Auftakt sein soll zu der erfolgreichsten Saison eines Italieners seit Pantanis Zeiten. Nachdem der CSC-Star am Vortag eine eindrucksvolle Demonstration seiner Stärke abgeliefert hatte, wagte bei der zweiten Alpenetappe am Sonntag keiner seiner Rivalen einen Angriff auf das Rosa Trikot. Die 14.Etappe zwischen Aosta und Domodossola bestimmte eine elfköpfige Ausreißergruppe, aus der sich im Finale der Kolumbianer Luis Laverde (Panaria) leicht absetzte und seinen größten Erfolg feierte.
Ivan Basso verteidigte ohne Probleme seine Gesamtführung bei dem 220 km langen Teilstück, das einen 160km langen Abstecher in die Schweiz machte und über Großer Sankt Bernhard- und Simplon-Pass führte. Laverde überquerte die Ziellinie vor dem Spanier Francisco Perez, mit dem zusammen er sich 5,5km vor Schluss aus der elfköpfigen Ausreißergruppe des Tages abgesetzt hatte. Sieben Sekunden später gewann den Spurt der Verfolger um Platz 3 der Italiener Paolo Tiralongo. Vierter war der Schwabe Stefan Schumacher, der nach seinem Sieg bei der dritten Etappe zwei Tage in Rosa fuhr und die Chance auf einen weiteren Tageserfolg in den taktischen Spielchen am Schluss verpasste.
"Auf der einen Seite bin ich ein bisschen enttäuscht, dass ich als schnellster der Gruppe nicht mal auf's 'Podium' kam, auf der anderen Seite bin ich zufrieden, dass es schon wieder so gut läuft. Nach den Stürzen in der vergangenen Woche hatte ich mich am Rücken und der Hand verletzt", sagte Schumacher, der jetzt für sein Team sogar doch ein Kandidat für die Tour de France sein könnte. "Ich werde mich nach dem Giro mit ihm zusammensetzen", sagte sein Team-Manager Hans- Michael Holczer.
Die elf Mann (F. Perez, Baliani, Laverde, Parra, Casar, Schumacher, Tiralongo, Tschopp, Zampieri, Illiano, Flores) waren 27km nach dem Start, zwei Kilometer vor der Passhöhe des St.Bernhard, davongefahren. Im Peloton ließ man die Ausreißer gewähren. Der Vorsprung wuchs am Simplon-Pass 46km vor Schluss auf 9:30 Minuten. Schließlich beendete das Hauptfeld mit Basso und den anderen Favoriten das Rennen 7:44 Minuten nach dem Tagessieger. Der Franzose Sandy Casar, der im Gesamtklassement bestplatzierte der Ausreißer, machte einen Sprung um 15 Plätze auf den sechsten Gesamtrang. Von dem unangefochtenen Basso trennen ihn damit aber immer noch rund 8 Minuten.
Der 26 Jahre alte Laverde feierte seinen zweiten Profisieg, nachdem er 2003 eine Etappe bei der Lombardischen Woche geholt hatte. Der Kolumbianer fährt seit seinem Profidebüt 2002 bei italienischen Mannschaften. Beim Giro 2004 belegte er im Schlussklassement den 15.Rang. Für seine Panaria-Mannschaft, die als Zweitdivisionär nur per Einladung am Start des Giro ist, war es ein ausgezeichneter Tag. Laverdes Teamkollege Fortunato Baliani sammelte in der Fluchtgruppe viele Punkte für die Bergwertung und konnte nach dem Rennen das Grüne Trikot des besten Kletterers überstreifen.
Am Montag folgt eine letzte Übergangsetappe vor den großen Dolomitenetappen. Die 15.Etappe führt von Mergozzo nach Brescia (189 km) auf einem weitgehend flachen Profil. |
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Robert
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Giro d'Italia - 15.Etappe
Bettini vor Pollack und Frösi
BRESCIA, 22.05.06 (rsn) - Beim vorerst letzten Massensprintfinale des Giro d'Italia, der am Dienstag die Dolomiten erreicht, setzten sich am Montag die deutschen Sprinter gut in Szene, den Sieg trug allerdings Paolo Bettini (Quick Step) davon, der seit dem Auftakt in der Wallonie mehrmals nahe dran war und nun endlich zu recht die Arme hochrecken durfte. Die "Grille" setzte sich in Brescia nach 190 km im Fotofinish durch vor Olaf Pollack (T-Mobile) und RSN-Kolumnist Robert "Frösi" Förster (Gerolsteiner), der es mit einem frühen Antritt versucht hatte. Im Gesamtklassement gab es bei der Übergangsetappe keine Veränderungen, CSC-Star Ivan Basso streifte einmal mehr das Rosa Trikot über.
Pollack, der bereits zum dritten Mal bei diesem Giro Zweiter wurde, unterlag Bettini um Reifenbreite in einem sehr schnellen Sprint (69,9km/h). Der 32-jährige Italiener war in den bisherigen vier Massensprints des Giro ebenfalls schon zwei Mal knapp geschlagen worden. Beim letzten Mal hatte er sogar die Arme hochgereckt, doch da war der Litauer Tomas Vaitkus, der wie der dreifache Etappensieger Robbie McEwen nicht mehr dabei ist, einen Tick schneller. Dritter wurde am Ende der fast ein Kilometer langen Zielgeraden in Brescia Robert Förster, der nach den Bergen ansteigende Form zeigt und als erster den Sprint angezogen hatte. "Lieber mit wehenden Fahnen untergehen, als zu lange taktieren", lautet das Motto des Markkleebergers, der auch bei der letzten Tour de France eine Top 3-Platzierung erzielt hatte.
"Das war ein bisschen Pech. Olaf hat einen Moment nicht aufgepasst und eine Lücke gelassen", bedauerte T-Mobile-Teamchef Rudy Pevenage die fehlenden Zentimeter von Pollack zum Etappensieg, lobte aber: "Das war eine insgesamt vorbildliche Mannschaftsleistung." Förster beklagte sich über Behinderungen von Lampre-Fahrern: "Die gehören da im Sprint auf den letzten Kilometern gar nicht mehr hin. Aber mit Platz drei bin ich trotzdem zufrieden. Bettini darf man eben nie unterschätzen."
Eine Fluchtgruppe, mit dem Franzosen Christophe Edaleine, dem Schweden Gustav Larsson, dem Italiener Gabriele Missaglia und dem Spanier Ivan Mayoz hatte ab KM 23 das Rennen geprägt. Bettini ließ aber seine Quick Step-Mannschaft Tempo machen und den Vorsprung des Quartetts nicht größer als 5:15 Minuten (KM 80) werden. Pollacks T-Mobile stieg später mit ein in der Verfolgungsarbeit und die Ausreißer wurden pünktlich 9km vor dem Ziel gestellt. Auf den letzten Kilometern machte u.a. Jan Ullrich Tempo im Feld für Teamkollegen Pollack.
"Der Sieg ist eine Erleichterung", sagte Bettini, der seit einem Etappensieg bei Tirreno-Adriatico im März keinen Sieg mehr feiern konnte und bei den Klassikern immer geschlagen wurde. "Ich war ein bisschen stumpf zu Beginn des Giro", sagte der Toskaner, der sich diesmal ganz auf seine Sprinterqualitäten verlassen hatte. Auch einen McEwen hätte er heute geschlagen, meinte Bettini. "Ich bin nicht nur Klassikerspezialist, ich kann auch sprinten. Und gegen Ende einer Rundfahrt sind die Spezialisten müde, da habe ich gute Chancen. So wie bei der Vuelta, da habe ich auch bei einer der letzten Etappen Petacchi geschlagen", so Bettini. Der Vertrag des Quick Step-Stars läuft am Saisonende aus und Gerüchten zufolge hat u.a. T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig die Fühler ausgestreckt nach Bettini. Der blieb bei Fragen zu diesem Thema am Montag erwartungsgemäß vage. "Ich habe mit (Quick Step-Teamchef) Levefere gesprochen und wir werden nach dem Giro wieder sprechen. Jetzt konzentriere ich mich auf das Rennen und die harten nächsten Etappen", sagte Bettini.
Am Dienstag erreicht der Giro die Dolomiten. Die 16.Etappe die den Auftakt des ganz schweren Restprogramms bildet, endet am Monte Bondone (1650 m), wo das im letzten Dezember verstorbene Luxemburger Radidol Charly Gaul vor 50 Jahren beim Giro im Schneesturm einen denkwürdigen Sieg gefeiert hatte, der den "Engel der Berge", der damals auch den Gesamtsieg holte, zum Mythos machte. "Ich erwarte jetzt auf den letzten Etappen jeden Tag Angriffe", sagte Ivan Basso am Montag. Nicht ein spezieller Berg, sondern die Folge von drei Hochgebirgsetappen mache das Rennen so schwer. "Ich werde weitermachen wie bisher und ganz ruhig bleiben", so Basso.
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