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Robert
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Tour de France: Rabobank mit starkem Team
BERLIN, 18.06.06 (rsn) - Der holländische Rabobank-Rennstall gab am Sonntag sein Aufgebot für die Tour de France (1.-23.Juli) bekannt. Die Mannschaft setzt im Gesamtklassement auf den russischen Vueltasieger Denis Menchov. In dem starken Team der Sportdirektoren Erik Breukink und Frans Maassen sind daneben praktisch alle anderen Fahrer für Etappensieg gut.
Die Holländer Michael Boogerd, Erik Dekker, Thomas Dekker, Joost Posthuma und Pieter Weening gehören dazu ebenso wie die schnellen Spanier Juan Antonio Flecha und Oscar Freire und der Däne Michael Rasmussen, der im vergangenen Jahr das Bergtrikot gewann. Zusammen haben die neun Tourstarter bereits 10 Etappensiege der "Großen Schleife" gewonnen. Der "alte" Dekker feierte vier Touretappensiege (3/2000 und 2001), Boogerd gewann 1996 in Aix-les-Bains und 2002 in La Plagne. Auch Flecha (2003 in Mulhouse), Freire (2002 in Saarbrücken), Michael Rasmussen (2005 in Mulhouse) und Pieter Weening (2005 in Gérardmer) waren bereits Etappensieger.
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(www.radsportnews.com)
Was für ein Mörderteam! Vielleicht nicht unbedingt für den Gesamtsieg, obwohl Menchov sicher in Topform sein wird, aber für ein paar Etappensiege und einen Angriff aufs Bergtrikot sicher gut. Herauszuheben ist noch das junge Supertalent Thomas Dekker, der wirklich irgendwie alles kann. Und ich glaube der ist noch nicht einmal älter als 22.
mfg Robert |
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Robert
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Zweiter Sieg bei der Tour de Suisse
Ullrich bereit für die Tour de France
BERN, 19.06.06 (rsn) - Als Jan Ullrich im Frühjahr wieder mal Probleme mit den Knien hatte und seinen Saisonstart verschieben musste, dachte auch sein engstes Umfeld: "Nicht schon wieder!" Ullrichs diskreter Mentor Rudy Pevenage würde so etwas nie laut sagen, aber nach dem Tour de Suisse-Sieg seines Schützlings räumte er ein, dass er mit so einer glatten Tour de France- Vorbereitung damals "nicht unbedingt" gerechnet hatte. Nach seinem souveränen zweiten Triumph bei der Schweizer Rundfahrt sieht sich Ullrich bestens gerüstet für den absoluten Saisonhöhepunkt im Juli. Dass er nach seinem ersten Tour de Suisse-Sieg 2004 damals anschließend in Paris erstmals das Podium verpasste, ficht ihn nicht an. "Ich bin nicht abergläubisch!", lachte Ullrich.
Ullrich, der einzige aktive Rennfahrer, der weiß wie es ist, die Tour de France zu gewinnen, ist bereit für die "Große Schleife", die am 1.Juli in Straßburg beginnt. Aufgeräumt und optimistisch wirkte der T-Mobile-Star, nachdem er am Sonntag mit dem Sieg im abschließenden Zeitfahren seinen zweiten Tour de Suisse-Sieg perfekt machte. Damit hat Ullrich, der das Giro-Zeitfahren gewann, nun schon drei große Saisonsiege zu Buche stehen. Von den nackten Ergebnissen her hatte er noch nie in seiner Karriere eine solch gute Tour-Vorbereitung. "Ich denke, ich bin jetzt bei 90 Prozent meiner Fom", meinte Ullrich nach seinem Tour de Suisse-Sieg. Perfektes Timing also.
Vor zwei Monaten sah das alles noch ganz anders aus. Es brodelte wieder die Gerüchteküche, was Ullrichs Lebenswandel angeht. Dann musste er wegen Kniebeschwerden seinen Saisonstart verschieben. Bjarne Riis und Lance Armstrong äußerten öffentlich Zweifel daran, ob es Ullrich schafft, rechtzeitig seine Form zu finden. Der entscheidende Punkt war dann die Tour de Romandie, bei der Ullrich sein verspätetes Debüt gab. Die zur ProTour zählende Rundfahrt mit vielen Bergen war natürlich eigentlich viel zu schwer für einen Einstieg, doch Ullrich musste sich unbedingt da durchquälen, sonst wäre sein Start beim Giro eine gute Woche später unmöglich gewesen. Ullrich schaffte es. Bei der Italien-Rundfahrt fand er nach und nach seinen Rhythmus, in den Bergen fuhr er hinterher, doch mit seinem Sieg im Zeitfahren vor Basso setzte er ein kräftiges Ausrufezeichen. Und er beendete die Rundfahrt - fast. Bei der Tour de Suisse konnte nun der vorletzte Teil der Tourvorbereitung beginnen.
Zunächst hatte Ullrich gar nicht unbedingt geplant, in der Schweiz zu fahren. Die Asturien-Rundfahrt war angedacht, bei dem schwach besetzten Rennen im abgelegenen Nordspanien hätte er sich ruhige einrollen können, aber Ullrich wollte sich nicht verstecken und entschied sich doch noch für die Tour de Suisse, wo er schon vor seinem Toursieg 1997 auf dem Podium stand. Die Entscheidung war goldrichtig. Sogar das Wetter war auf seiner Seite. Bei hochsommerlichen Temperaturen, bei denen sich Ullrich erst richtig wohlfühlt, konnte er unter optimalen Bedingungen arbeiten und sich in den Bergetappen testen. Der krönende Abschluss am Sonntag war dazu Balsam für die Seele, wie man im Gesicht des strahlenden Siegers lesen konnte.
"Wir sind 22000 Höhenmeter geklettert, ich bin ein gutes Zeitfahren gefahren. Ich denke, ich habe allen Grund zufrieden zu sein", fasste Ullrich seine Tour de Suisse zusammen. "Die 10 Prozent, die mir noch fehlen, hole ich mir noch in den Tagen bis zum Tourstart. Ich werde zwei, drei Tage ruhig zuhause verbringen, auch um vom Kopf frei zu bekommen. Dann steht eine Woche Training hinter dem Motorrad an, um am Rhythmus weiter zuarbeiten", so der deutsche Tourstar, der auf die Deutschen Meisterschaften im sächsischen Klingenthal voraussichtlich verzichten ("Das wäre eine sehr lange Anreise") wird. 34 Renntage wird er in den Beinen haben, wenn er am 1.Juli in Straßburg von der Startrampe des Prologs rollt.
Der Favorit bei der Tour de France heißt zwar immer noch Ivan Basso, der zwischen Girosieg und Tour nur Kriterien und die italienischen Meisterschaften am 25.Juni bestreiten wird. Der Italiener ist in den Bergen stärker und hat sich im Zeitfahren enorm verbessert. Aber mit einem Ullrich in Form wird die Tour de France spannend. Der 32-Jährige hat eine beeindruckende Konstanz bei der "Großen Schleife". Acht Mal war er am Start, seine schlechteste Platzierung war ein vierter Platz 2004. Damals gewann er vorher auch die Tour de Suisse. Ein schlechtes Vorzeichen? "Nein", lachte Ullrich am Sonntag", so abergläubisch bin ich nicht. Vor zwei Jahren bin ich ja nicht Tourvierter geworden, weil ich die Tour de Suisse gewonnen habe. Ich war in der ersten Tourhälfte krank, das war der Grund."
In aufgeräumter Stimmung nahm Ullrich nach seinem Tour de Suisse-Sieg auch noch mal die sehr scharf formulierte Kritik seines früheren Teamkollegen Bjarne Riis auf, für dessen Toursieg er 1996 gearbeitet hatte. Riis, Bassos Teamchef bei CSC, hatte Ullrich fehlende Einstellung vorgeworfen. "Ich brauche keine Fotos von meinen Gegnern an die Wand zu hängen, um mich zu motivieren Das Ziel, zum zweiten Mal die Tour zu gewinnen, ist Motivation genug", so Ullrich dazu und fügte an: "Zu zeigen, dass die Kritik nicht gerechtfertigt ist, ist natürlich befriedigend. Aber das kann man nicht nach einem Giro-Etappensieg oder der Tour de Suisse beantworten. Der 23.Juli (der letzte Tag der Tour de France) zählt."
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(www.radsportnews.com)
Wo wir gerade wiedermal bei Tourfavouriten sind, versuch ich die Anfrage nochmal:
| Robert wrote: |
Wäre nett wenn ihr (auch die bereits gevotet haben) hier euch noch kurz zu eurem Vote äußern würdet und vor allem der/die ein Anderer gewählt hat sagen würde, wen genau er/sie da im Auge hat. |
mfg Robert |
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Robert
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So, dann gleich mal nen geballten Newsflash zur Tour hier:
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Tour de France: CSC setzt ganz auf Basso
KOPENHAGEN, 19.06.06 (rsn) - Ivan Basso wird seine CSC-Mannschaft anführen bei der Tour de France, bei der der Italiener als Topfavorit an den Start geht. "Unser Ziel lautet klar: Die Tour gewinnen mit Ivan Basso", erklärte Teamchef Bjarne Riis in einem offiziellen Statement, in dem das Touraufgebot bekannt gegeben wurde. "Nach seinem Girosieg (...) haben wir keinen Zweifel, dass Ivan bereit ist für die nächste Herausforderung", so Riis. Wie schon beim Giro wird Jens Voigt zu Bassos Helfern gehören. Der angriffslustige Berliner wird dabei seine eigenen Ambitionen bis nach der Tour zurückstellen müssen.
CSC bei der Tour de France:
Ivan Basso (ITA), Carlos Sastre (ESP), Frank Schleck (LUX), Jens Voigt (GER), Giovanni Lombardi (ITA), Stuart O'Grady (AUS), Bobby Julich (USA), David Zabriskie (USA) und Christian Vande Velde (USA).
Cunego fährt Tour de France
MAILAND, 19.06.06 (rsn) - Der Italiener Damiano Cunego (Lampre) hat am Montag seine Teilnahme an der Tour de France (ab 1.Juli) angekündigt. "Ich habe mich kurzfristig entschieden. Es war keine leichte Entscheidung, weil ich nur mit der nötigen Motivation starten wollte. Mein Ziel wird sein, so lange wie möglich bei den Favoriten auf den Gesamtsieg zu bleiben und bei der ein oder anderen Etappe mein Glück zu versuchen", sagte Cunego. Der 24-Jährige, der beim Giro enttäuscht hatte, rechnet sich im Gesamtklassement keine großen Chancen aus. Beim großen Zeitfahren werde er "ohne großen Ambitionen fahren, weil ich kein Spezialist bin". Cunego wird vor der Tour keine Rennen mehr fahren, die italienischen Meisterschaften am 25.Juni in Gorizia lässt er aus.
Tour de France: Quick Step mit Boonen und Rujano
MAILAND, 19.06.06 (rsn) - Der Quick Step-Rennstall gab am Montag sein Aufgebot für die Tour de France bekannt. Die Mannschaft von patrick Lefevere geht mit Weltmeister Tom Boonen an der Spitze ins Rennen. Der kleine Kletterspezialist Jose Rujano, der am 1.Juni von Sella Italia zu Quick Step wechselte, wird bei den Bergetappen zu beachten sein. Nur Ersatzmann ist dagegen der Belgier Nick Nuyens, der letzte Woche einen Etappensieg bei der Tour de Suisse feierte. Nuyens' Vertrag bei Quick Step läuft am Saisonende aus. Ebenfalls nicht dabei ist der Italiener Paolo Bettini, der sich nach Frühjahrsklassikern und Giro nach den italienischen Meisterschaften eine Pause gönnt.
Quick Step bei der Tour de France:
Tom Boonen (Bel), Wilfried Cretskens (Bel), Steven De Jongh (NED), Juan Manuel Garate (ESP), Filippo Pozzato (ITA), Josè Rujano (VEN), Bram Tankink (NED), Matteo Tosatto (ITA), Cedric Vasseur (FRA).
Tour de France: Euskadi mit Mayo und Zubeldia
BILBAO, 19.06.06 (rsn) - Der baskische Rennstall Euskaltel-Euskadi gab am Montag sein Aufgebot für die am 1.Juli in Straßburg beginnende Tour de France bekannt. Die Basken Iban Mayo, Haimar Zubeldia, Iñaki Isasi, Unai Etxebarria, Gorka Verdugo, Iñigo Landaluce, Aitor Hernández, David López und Iker Camaño vertreten das Team bei der "Großen Schleife". Gegenüber letztem Jahr sind drei Neulinge im orangefarbenen Trikot dabei (Verdugo, Hernández, López). Erstes Ziel der von Julián Gorospe geführten Truppe ist ein Etappensieg.
Mayo und Zubeldia waren 2003 Gesamtfünfte bzw. - sechste. Darüberhinaus gewann Mayo, der sich zuletzt bei der Dauphine-Rundfahrt mit einem Etappensieg zurückgemeldet hat, damals auch das Teilstück in L'Alpe d'Huez. |
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Woody
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Ich bin für Ulrich, mal sehen was so geht!
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Robert
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So, nach langem Rätselraten steht nun auch T-Mobiles Tourkader:
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Ullrichs Tour de France-Team steht fest
T-Mobile vertraut Sevilla - "Sportlich entschieden"
BONN, 21.06.06 (dpa) - Durch seinen Sieg bei der Asturien-Rundfahrt ist der Spanier Oscar Sevilla noch ins neunköpfige Tour-Team von T-Mobile gerutscht. Die Bonner benannten am Mittwoch den Kader für die am 1. Juli in Straßburg beginnende Tour de France, der einen Tag vor dem Start in Plobsheim/Elsass präsentiert werden wird. Jan Ullrich, der zum zweiten Mal nach 1997 die Tour gewinnen will, baut neben dem Sevilla auf sieben weitere Helfer: Andreas Klöden (Kreuzlingen), Sergej Hontchar (Ukraine), Michael Rogers (Australien), Eddy Mazzoleni (Italien), Matthias Kessler (Nürnberg), Giuseppe Guerini (Italien) und Patrik Sinkewitz (Münster).
Die Entscheidung sei in diesem Jahr besonders schwer gefallen, räumte Team-Manager Olaf Ludwig am Mittwoch ein. «Wir waren in der glücklichen Lage, zwölf starke Fahrer in die engere Auswahl nehmen zu können.» Als letzter Kandidat sei Sevilla ins Aufgebot gerückt. «Wir haben uns für einen weiteren Bergfahrer und gegen einen so genannten Rouleur entschieden», erklärte Teamchef und Ullrich-Intimus Rudy Pevenage.
Diese Mannschaft «genießt unser hundertprozentiges Vertrauen», sagte Ludwig, der keinen Zweifel an der Marschroute für die Tour lässt: «Wir wollen mit Jan Ullrich den Gesamtsieg holen.» Der Mannschafts-Kapitän schwärmte: «Ich habe ein Top-Team am Start». Sowohl beim Giro als auch bei der Tour de Suisse habe er gesehen, «welch tolle Stimmung im Team herrscht und welches Potenzial in der Mannschaft steckt», sagte Ullrich, dessen Gesamtsieg in der Schweiz ihm «enormes Selbstvertrauen» gegeben hätte.
Die Personalie Sevilla könnte einigen Sprengstoff bergen, weil auch sein Name zu Beginn der Doping-Affäre in Spanien genannt wurde. Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc hat angekündigt, dass er auch Fahrer während der Tour suspendieren werde, wenn belastendes Material aus Spanien bekannt würde. Bisher haben die Behörden noch keine Beweise auf den Tisch gelegt. Insider rechnen damit, dass das während oder unmittelbar vor der Tour passieren könnte, weil großes Medien- Interesse garantiert wäre. «Wenn Beweise da sind, müssen diese Fahrer rausgenommen werden», sagte Hans-Michael Holczer, Manager vom Team Gerolsteiner. Er rechnet mit solchen Aktionen in Frankreich.
Nachdem Sevilla als Verdächtigter genannt worden war, hätte T- Mobile laut Teamsprecher Christian Frommert den Spanier direkt angesprochen. Der Bergspezialist hätte erklärt, mit den Anschuldigungen nichts zu tun zu haben, und hat wie alle anderen Bonner Profis eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Frommert: «Wir haben nach rein sportlichen Gründen nominiert. Ich habe keinen Grund an Sevillas Aussagen bis zum Beweis des Gegenteils zu zweifeln.»
Keine Bedenken wegen Klöden
Sowohl sein Freund Ullrich, als auch die sportliche Leitung hatte keine Bedenken bei der Nominierung Klödens, der nach einer komplizierten Schulter-Operation erst bei der Bayern-Rundfahrt wieder ins Wettkampf-Geschehen einstieg und zuletzt bei der Tour de Suisse - notgedrungen - nicht überzeugen konnte. «Andreas ist eine Bank, er wird auf den Punkt fit sein», sagte Ullrich über den Tour-Zweiten von 2004. «Er wird da sein, wenn die Tour beginnt, hart zu werden», ergänzte Ludwig.
T-Mobile bei der Tour de France:
Jan Ullrich (GER/32 Jahre/9.Tour-Teilnahme), Andreas Klöden (GER/31/5.), Matthias Kessler (GER/27/4.), Patrik Sinkewitz (GER/25/2.), Giuseppe Guerini (ITA/36/10.), Sergej Hontchar (UKR/36/3.), Eddy Mazzoleni (ITA/32/5.), Michael Rogers (AUS/26/4.), Oscar Sevilla (ESP/29/5.)
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Letzte Tour de France?
Ullrich will mit "gigantischem Sieg" abtreten
BERLIN, 22.06.06 (dpa) - Acht Tage vor dem Endspiel um die Fußball- Weltmeisterschaft müssen die deutschen Sportfans ihre Liebe teilen: Jan Ullrich dreht bei der 93. Tour de France wieder am großen Rad - vielleicht zum letzten Mal. Denn der T-Mobile-Kapitän wird wahrscheinlich erst am 23. Juli beim Finale auf den Champs Elysées offen legen, ob weiter mit ihm zu rechnen sein wird. Im Jahr eins nach Lance Armstrong, der ihn in Frankreich fünf Mal bezwang, will Ullrich endlich seinen zweiten Tour-Sieg nach 1997. Gut möglich, dass der im Dezember 33 Jahre alt werdende Rostocker abtritt, wenn ihm die Gala in Paris nach 3656 Kilometern gelingt. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus und bisher äußerte er sich mehrdeutig. «Vielleicht fahre ich noch ein, zwei Jahre weiter», sagte Ullrich nach dem Giro d'Italia. Im Monats-Magazin «GQ» erklärte er kürzlich: «Das Ideale wäre, mit einem extrem großen, gigantischen Sieg abzutreten.»
Fast wie Kaffeesatzlesen ist auch Ullrichs sportliche Standortbestimmung zum Tour-Start am 1. Juli in Straßburg. Wieder ein Mal gelang dem beliebtesten deutschen Radprofi ein Formaufbau mit spannendem Auf und Ab. Wegen einer Kniereizung stieg er erst bei der schwierigen Tour de Romandie Anfang April in die Wettkampfsaison 2006 ein. Er quälte sich noch etwas übergewichtig bis ins Ziel. Gleich im Anschluss beim Giro d'Italia zeigte er einen Aufwärtstrend und bezwang seinen vermeintlichen Hauptwidersacher bei der Tour, den Italiener Ivan Basso, mit einem überraschenden Sieg im Zeitfahren. Seine dritte Vorbereitungs-Rundfahrt in Serie, sein Lieblingsrennen Tour de Suisse, schloss der Wahlschweizer wie 2004 mit dem Gesamtsieg ab. Dabei machte er auch bei den Anstiegen eine gute Figur und Appetit auf mehr.
Dass in Ullrichs Umfeld wieder von einer Super-Form «wie 1997 oder 2003» (Teamchef Rudy Pevenage) geredet wird, sollte vielleicht nicht zu hoch bewertet werden. Das gehört inzwischen zum Ritual. Aber die Indizien deuten darauf hin, dass der einzige noch aktive Toursieger im Peloton dem überlegenen Giro-Gewinner Basso tatsächlich einen heißen Kampf liefern wird.
Der Italiener, der das Double anstrebt, das zuletzt seinem inzwischen gestorbenen Landsmann Marco Pantani gelang, ist im Schatten von Armstrong groß geworden. 2004 wurde Basso in Paris Dritter, im Vorjahr Zweiter. Jedes Mal ließ er dabei Ullrich hinter sich. Vielleicht entscheidet nicht nur die Stärke der Team- Kapitäne, sondern auch die Güte der Mannschaften T-Mobile und CSC über den Ausgang der Tour, die ohne den Dominator aus Texas auf jeden Fall mehr Spannung als in den vergangenen Jahren verspricht.
Mindestens eine Hand voll Fahrer haben die Möglichkeit, das von vielen prognostizierte Duell zu verhindern. Gerade wegen des vakanten Platzes auf dem Tour-Chefsessel sind Überraschungen für die 20 Etappen programmiert. Dafür wollen Ullrichs früherer Mannschaftskollege Alexander Vinokourov - wenn er wegen der Verstrickung seines Team- Managers in die spanische Doping-Affäre starten darf -, der spanische ProTour-Spitzenreiter Alejandro Valverde und die Amerikaner Floyd Landis, Levi Leipheimer (von Gerolsteiner) und George Hincapie sorgen. Auch der nach der Doping- Affäre um Roberto Heras nachträglich zum Vuelta-Sieger 2005 erklärte Denis Menchov (Russland) und der Spanier Francesco Mancebo schielen auf das Gelbe Trikot.
«Mein größter Wunsch ist noch ein Mal der Toursieg», versichert Ullrich, der die letzten Tage vor der Anreise am kommenden Mittwoch vor seiner Haustür am Bodensee die finalen Trainingseinheiten einlegt. Die ersten 23 Tage im Juli werden zeigen, ob Form und Motivation diesmal reichen, die Konkurrenz in die Knie zu zwingen. Sein ehemaliger Teamkollege Bobby Julich, jetzt wichtiger Basso- Helfer, bezweifelt die rechte Einstellung seines Ex-Chefs: «Jan gibt das Minimum, um das Maximum zu erreichen. Er liebt nicht, was er tut.»
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Maestro
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ARD und ZDF halten an der 'Tour de France' fest
Am Freitagmorgen sorgte nicht etwa die FIFA WM 2006 für Schlagzeilen, sondern die Tour de France. Der wohl größte Doping-Skandal in der Radsport-Szene und der Ausschluss vieler prominenter Fahrer - darunter der deutsche Favorit Jan Ullrich - verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Ungeachtet dessen wollen ARD und ZDF an ihrer Berichterstattung festhalten.
"Wir begrüßen den konsequenten Kampf der Veranstalter der Tour de France gegen Dopingsünder. Die ARD wird die Übertragungen von der Tour de France wie geplant beginnen, wobei wir das Geschehen weiter sehr aufmerksam beobachten und intern prüfen, wie wir die Berichterstattung in den nächsten drei Wochen fortführen werden", so ARD-Programmdirektor Dr. Günter Struve.
Ähnlich äußerte sich auch ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender: "Erst recht übertragen wir ein Rennen mit gesäuberten 'Ställen'." Wie die Kollegen der ARD werde man "allerdings die Entwicklungen in der Dopingaffäre in den nächsten Tagen sehr genau beobachten."
(quotenmeter.de) |
Bin mal gespannt ob die Quoten einbrechen werden oder nicht. Für Radsportfans bliebe ja im Notfall noch Eurosport.
MfG
Maestro |
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Robert
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Nana, so wollen wir aber nicht anfangen Big M. Die Tour gleich mal aus dem Programm nehmen nur weil der Ulle nicht dabei ist wäre Blödsinn. Für neutrale Beobachter ist die Tour auch jetzt noch genauso spannend und womöglich noch doppelt interessant.
Da ich atm in ziemlichen (Prüfungs)stress stehe konnte ich keinen Bericht zum gestrigen Prolog hier reingeben, kurze Zusammenfassung also jetzt noch: Der Norwegische Sprintspezialist Thor Hushovd konnte sich auf der 7,1 Kilometer langen Zeitfahrstrecke im Prolog mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Amerikaner George Hincapie, der sich heute durch eine Zeitgutschrift das gelbe Trikot holte, durchsetzen.
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Kollisionen mit Fans überschatten Sprintfinale
Casper ist wieder da
STRASSBURG, 02.07.06 (rsn) - Weltmeister Tom Boonen ("Ich will zwei oder drei Etappen gewinnen") hat seine Chance bei der ersten Sprintankunft der Tour de France völlig verkorkst mit einem viel zu frühen Antritt, nach dem er dann auch noch mit einem Fan kollidierte. Nach 184,5km setzte sich am Sonntag in Straßburg im Massensprint überraschend der Franzose Jimmy Casper (Cofidis) durch, der seit 1999, als er bei der Deutschland-Rundfahrt vier Mal einen Erik Zabel in seinen besten Zeiten vernaschte, nicht mehr soviele große Rivalen hinter sich gelassen hat. Überschattet wurde die Sprintankunft durch einen Unfall des Trägers des Gelben Trikots, Thor Hushovd.
Hushovd kollidierte in voller Sprintanfahrt mit einem Werbegegenstand, den ein Zuschauer über die Absperrung hielt. Der Norweger, der den Prolog am Vortag gewonnen hatte, kam nicht zu Fall, rollte ins Ziel und lag im Zielraum mit einer stark blutenden Wunde am rechten Arm mit blutgetränktem Gelben Trikot auf der Straße. Die Verletzung sah fürchterlich aus. "Das muss bestimmt genäht werden", war die erste Reaktion von Tourarzt Dr.Porte. Hushovd wurde auf einer Trage in Krankenhaus gebracht. Die Gesamtführung verlor der Norweger zu allem Unglück auch noch an den Amerikaner George Hincapie. Der vom Armstrong-Leutnant zum ambitionierten Teamkapitän avancierte New Yorker hatte sich bei einem Zwischensprint einige Bonifikationsekunden geholt. Im Krankenhaus von Straßburg wurde Hushovd mit mehreren Stichen genäht. Die Verletzung sah wesentlich schlimmer aus, als sie war. Der Sprinter wird weitermachen können (S.Meldung).
Tom Boonen kollidierte ebenfalls mit einem Zuschauer. "Ich wurde von irgendetwas brerührt, ich glaube es war eine Kamera", berichtete der Weltmeister, der sich im Sprint einige Male offenbar verwirrt umgeschaut hatte. "Ich habe einen Schlag auf den Arm bekommen. Ich habe versucht wieder anzutreten, aber der Schmerz war zu stark", so Boonen, der 13. wurde. Im Hotel bekam er Eispackungen auf die Schulter. Quick Step-Teamchef Patrick Lefevere forderte die Organisatoren auf, die Verteilung von großen Werbegegenständen (Plastikhände etc) zu stoppen. Die Organisatoren reagierten sofort (s.Meldung). Der Vorfall war für Boonen aber nur der krönende Abschluss eines ohnehin verpatzten Sprints. "Das lief heute alles nicht so wie erhofft. Wir haben wegen des Gegenwinds keinen richtigen 'Zug' hingekriegt. Aber glücklicherweise ist morgen ein neuer Tag", sagte Boonen.
Die Überraschung im ersten Massensprint der 93.Tour de France gelang dem 28 Jahre alten Jimmy Casper, der in seinem zweiten Profi-Jahr als völlig unbekannter Jungprofi Erik Zabel bei seiner Heimatrundfahrt zur Verzweiflung gebracht hatte. "Jimmy" ließ am Sonntag alle Favoriten hinter sich. Dem Australier Robbie McEwen (Davitamon) blieb nur Platz 2 vor Zabel, der nach einjähriger Pause im Milram-Trikot wieder bei der Tour dabei ist. "Für den Anfang war das nicht schlecht", kommentierte Zabel Platz 3.
"Vor McEwen und Boonen zu gewinnen, das ist einfach fantastisch, das ist der schönste Tag meines Lebens!", jubelte Casper. "Schon vor der letzten Kurve habe ich gemerkt, dass ich heute gute Beine habe. Das war genau so ein Sprint, wie ich ihn liebe. Ich habe dieses Jahr anders trainiert Seit 1999 habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt. Damals hatte ich eine Serie mit den vier Siegen vor Zabel. Vielleicht beginnt heute auch so eine Serie!"
Die Flachetappe bei hochsommerlichen Temperaturen und wolkenlosen Himmel hatten zunächst sieben Ausreißer geprägt, die sich nach wenigen Kilometern absetzten. Die Franzosen Stephan Augé und Matthieu Sprick fuhren dem Feld davon und bekamen bald Gesellschaft von ihren Landmännern Benoit Vaugrenard und Nicolas Portal, dann fuhren auch der Venezuelaner Unai Etxebarria, der Franzose Walter Bénéteau und der Freiburger Fabian Wegmann zur Spitzenrguppe. Das Feld ließ die Ausreißer jedoch nicht weit wegfahren. Hushovds Credit Agricole-Equipe kontrollierte das Feld und ließ den Vorsrung nicht größer als fünf Minuten werden.
Gerolsteiner-Profi Wegmann, den sie in Frankreich "Tintin" nennen wegen seiner Ähnlichkeit mit der "Tim und Struppi"-Comicfigur Tim (im Original: "Tintin"), war das aber egal, denn er hatte etwas ganz andereres im Sinn als das Durchkommen der Gruppe: Am ersten Anstieg der Tour, dem Kategorie-4-Anstieg in Heiligenstein (KM 101,5) sicherte er sich die drei Punkte der Bergwertung und trägt nun das weiße Trikot mit den roten Punkten, das er schon letztes Jahr bei der Tour einige Tage tragen konnte. "Es ging heute besser als gedacht. Im Spurt um die Bergpunkte hatte ich besonders vor Etxebarria angst, aber es hat geklappt - super", freute sich Wegmann, der schon mal beim Giro das Bergtrikot vor allem mit Cleverness bis zum Schluss verteidigte. Das Bergtrikot sei für ihn "immer eine besondere Sache. Es ist prickelnd, dieses Trikot noch einmal tragen zu dürfen", so Wegmann.
Das Schicksal der Ausreißergruppe war derweil von vornherein besiegelt. Als es im Finale auf deutschen Boden ging, war das Feld bis auf 2 Minuten heran. Auf den 20km durch den Ortenaukreis begrüßte eine ordentliche Zuschauerkulisse das Peloton, aus dem Jan Ullrich geworfen wurde, doch die ganz große Begeisterung wie bei früheren Abstechern der Tour nach Deutschland, stellte sich nicht ein.
Am Ende versuchte Bénéteau auf den letzten 17km noch einmal sein Glück allein, nachdem seine Mitausreißer den Kampf aufgegeben hatten. Doch nach dem letzten Zwischenspurt (km 175,5), an dem Hushovd den Hincapie-Sprint verschlief, wurde auch er eingeholt. Im folgenden Sprint auf der 1200 Meter langen Zielgeraden widerstand Casper nach einem Antritt dem stark aufkommenden McEwen und feierte seinen ersten Tour de France-Etappensieg und schlüpfte auch ins Grüne Trikot des Punktbesten.
Hincapies spontane Entscheidung
Das Gelbe Trikot trägt nun Hincapie, der im Gesamtklassement zwei Sekunden Vorsprung auf den unglücklichen Hushovd hat. Ein Sprinter war der amerikanische Routinier mal vor vielen Jahren, inzwischen ist aus ihm ein kompletter Fahrer geworden, der im Discovery-Team nach dem "unersetzlichen" (Hincapie) Armstrong Ambitionen auf den Gesamtsieg hat. Dass er die Gesamtführung aber nun schon innehat, war nur die Folge einer spontanen Entscheidung im Rennen. "Ich war enttäuscht, den Prologsieg verpasst zu haben. Ich hatte nicht vor, mich in die Zwischenspurts einzuschalten, aber als ich sah, dass sich die Sprinter schonen, habe ich die Chance genutzt", sagte er. "Ich würde das Trikot gerne verteidigen, aber gegen die Sprinter wird das schwer. Ich werde mein Team sicher nicht dafür arbeiten lassen. Aber vielleicht hole ich es ja noch mal im Laufe der Rundfahrt..."
Auch das noch...
• Frommerts Nachtjob T-Mobile-Kommunikationsleiter Christian Frommert hat "Samstag auf Sonntag in einem kraftraubenden Nacht-Einsatz" E-Mails von Ullrich-Fans an T-Mobile beantwortet, wie die DPA am Sonntag meldete.
• Ullrich-Fans sind Ullrich-Fans Die Tour im Offenburg: Zwei Männer in Radsporttrikots stehen mit Akkordeon und Gitarre am Straßenrand und singen: "Jan Ullrich ist unser Champ, das weiß jeder, der uns kennt." «Wir zeigen damit unsere Solidarität mit Jan», sagt Josef Kimmig, Mitglied eines Ullrich-Fanclubs. Noch sei ja nichts endgültig entschieden. "Aber wenn es so sein sollte, dann werde ich Jan nicht verdammen", versichert der Mann im roten Trikot und zeigt stolz seine Mütze mit dem Ullrich-Autogramm. (dpa)
• Normalität Am Teambus von Discovery Channel gibt es nach dem Rücktritt von Lance Armstrong keine besonderen Absperrungen mehr, keine Bodyguards, weniger Kameras. Ein normales Team.
• Zwei Herzen in der Brust Carlos Da Cruz von Francaise des Jeux ist Franzose, seine Eltern sind portugiesische Einwanderer. Beim Prolog fuhr der Fußball-Fan extra früh, um das WM-Spiel zwischen England und Portugal nicht zu verpassen. Nach dem glücklichen Sieg der Südeuropäer heißt das Halbfinale Portugal gegen Frankreich. "Ich bin auf jeden Fall im Finale!", lachte Da Cruz.
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McEwen gewinnt das Kesslertreiben
Wikinger Hushovd kennt keinen Schmerz
ESCH-SUR-ALZETTE, 03.07.06 (rsn) - Robbie McEwen (Davitamon) gewann am Montag die zweite Etappe der Tour de France. Der australische Sprinterstar setzte sich nach 228,5 km zwischen Obernai und der Luxemburger Kleinstadt Esch-sur-Alzette im Massensprint durch vor Weltmeister Tom Boonen. Der Norweger Thor Hushovd, der sich am Vortag so unglücklich verletzt hatte, holte sich mit der Zeitgutschrift für den dritten Platz das Gelbe Trikot vom Amerikaner George Hincapie zurück. Matthias Kessler von dem nach dem Ullrich-Skandal ramponierten T-Mobile- Team wurde nach einer Attacke im Finale erst kurz vor der Ziellinie abgefangen.
Während Kessler vorne bis 300 Meter vor Schluss noch verzweifelt kämpfte und versuchte, einen knappen Vorsprung ins Ziel zu retten, gab es hinter ihm auf der Zielgeraden einen echten sprint royal. McEwen setzte sich deutlich durch vor der versammelten Weltspitze: Er ließ Weltmeister Boonen, Hushovd, den Spanier Oscar Freire und die Italiener Daniele Bennati und Luca Paolini hinter sich. Milram-Star Erik Zabel wurde Neunter. In einer gefährlichen Kurve 2km vor dem Ziel ereignete sich - wie zu erwarten - ein Massensturz, der jedoch glimpflich ausging und der ohne Auswirkungen auf das Gesamtklassement blieb. Bei Stürzen auf den letzten 3km einer Flachetappe werden Fahrer mit der Siegerzeit gewertet.
"I put all my eggs in one basket", zitierte McEwen die englische Sprichwortvariante von "Alles oder nichts" auf die Frage nach seinen Zielen. Hatten sich Boonen und Hushovd zuvor in den drei Zwischenspurts des Tages gekabbelt, so schonte er sich für den Schlussspurt. "Für mich sind Etappensiege das wichtigste Ziel bei der Tour. Nach der ersten Woche schaue ich dann mal, wo ich im Punkteklassement stehe. Ich denke, da wird die Konkurrenz sehr groß", meinte McEwen, der nach seinem Sieg auch das Grüne Trikot überstreifen konnte, das er schon zwei Mal bis nach Paris brachte. Der 34-Jährige, Sohn britischer Eltern, die nach Australien ausgewandert sind, gewann zum neunten Mal in seiner Karriere eine Etappe der Tour de France. Wie Mario Cipollini vor ihm ist er auch mit Mitte 30 noch einer der Besten. "Nein", sagte McEwen, "man verliert nicht automatisch seine Explosivität, wenn man älter wird."
Thor Hushovd, der sich ebenso wie Boonen zunächst darüber beklagte, dass McEwen im Sprint nach rechts rüberzogen ist, holte sich mit einem dritten Rang das Gelbe Trikot zurück. Der muskelbepackte "Wikinger", der mit einer Bandage am Arm ins Rennen gegangen war nach seiner ebenso kuriosen wie blutigen Verletzung am Vortag, bewies Härte und zeigte sich unbeeindruckt von seinen Schmerzen im Arm. Der Norweger musste im Sprint kurz vor dem Ziel aus einer Pedale, nachdem er den Schuh von McEwen touchierte. Einbeinig kurbelte er die letzten 100 Meter ins Ziel. Wütend gestikulierte er Richtung seines erfolgreichen Sprinterkollegen - mit dem lädierten Arm!
"Ich habe mir den Sprint im Fernsehen nochmal angeschaut", sagte McEwen nach dem Rennen. "Am Anfang war O'Grady vorne mit Zabel. Ich wollte 200 Meter vor Schluss vorbeigehen. Dann spürte ich was am Schuh, es war das Vorderrad von Hushovd", schilderte McEwen das Geschehen. Hushovd nahm seine Vorwürfe gegen den für seine robusten Sprints berüchtigten Australier nach Ansicht der Fernsehbilder zurück: "Das war eine spontane Reaktion, nachdem ich beinahe gestürzt bin. Ich lag aber falsch, Robbie ist nichts vorzuwerfen", entschuldigte er sich. Der 28-Jährige war ohnehin milde gestimmt, nachdem er das Gelbe Trikot wieder zurückholte und im Gesamtklassement nun mit 5 Sekunden Vorsprung führt vor Boonen.
"Ich wollte heute den Sieg, aber gut, ich habe das Gelbe Trikot, ich beklage mich nicht. Ich will das jetzt so lange wie möglich verteidigen", sagte Hushovd. "Ich habe heute gelitten, aber ich meine Moral war da", so der Credit Agricole-Star, der neben den Schnittwunden auch Prellungen und ein großes Hämatom am Arm hat.
Bei der langen und heißen Etappe durch Lothringen hatten sich zwei junge Spanier kurz nach dem Start in Obernai zu einer langen Flucht aufgemacht. Der 24 Jahre alte Aitor Hernandez und der ein Jahr ältere David De la Fuente fuhren schnell 10 Minuten aufs Feld heraus (KM 35). Einen größeren Vorsprung gewährten die Sprinterteams dem Ausreißerduo aber nicht. Hernandez, der schließlich Letzter wurde mit 13 Minuten Rückstand, hatte 40km vor dem Ziel genug, de la Fuente versuchte es bis 15km vor Schluss allein. "Ich habe es nicht geschafft, aber das war trotzdem der wichtigste Tag in meiner Karriere", meinte De la Fuente später.
Im Feld kämpften derweil Tom Boonen und Hushovd um die Zeitgutschriften bei den Zwischensprints. Der Weltmeister, der bei der Etappe am Vortag den Sprint völlig vergeigt hatte, konnte aber gegenüber seinem angeschlagenen Rivalen nur wenig Boden gutmachen, Boonen, der zu gerne im Gelben Trikot nach Belgien (Start der 4.Etappe) kommen würde, holte unterwegs 6 Sekunden, Hushovd 4 Sekunden Gutschrift. Bisher war es nicht die Tour von Boonen, der doch der große Favorit war für die Sprints. "Ich habe aber die Beine, um zu gewinnen", sagt der belgische Jungstar, der in Esch auf seinen Anfahrer Matteo Tosatto verzichten musste. Der Italiener war im Getümmel in der Kurve am Schluss hängen geblieben.
Fabian Wegmann verlor sein am Vortag erobertes Bergtrikot an Ausreißer De la Fuente. Die Verteidigung eines Bergtrikots bei einer Flachetappe hatte bei Gerolsteiner, das inzwischen größere Ziele hat, keine Priorität. "Wäre es nicht die Tour, und hätten wir nicht mit Leipheimer und Totschnig zwei Kandidaten fürs Gesamtklassement, hätten wir uns für Wegmann bemüht, die Ausreißer zu kriegen", sagte Hans-Michael Holczer. Wegmann versuchte es auf eigene Faust und sprintete auf den beiden letzten Bergprüfungen der vierten Kategorie noch um die Punkte, versuchte sich sogar am Etappensieg. Vier Kilometer fuhr Wegmann allein an der Spitze, acht Kilometer vor dem Ziel überholte ihn das Feld.
"Wir gewinnen die Tour"
Kesslers Offensive 6km vor dem Ziel schien vielversprechender. Doch 300 Meter vor Schluss rasten die Sprinter an ihm vorbei. "Ich habe mich am Ende sehr gut gefühlt und habe es mal probiert. Am Ende konnte ich nichts machen, das Feld flog an mir vorbei", sagte Kessler. "Wir sind jetzt nur noch sieben Mann hier", fügte der Ullrich-Teamkollege trotzig hinzu, "aber wir sind in Topform. Wir gewinnen die Tour."
Auch das noch...
• Friseursalon Im "Village du Tour", dem "Dorf" im Startbereich, gibt es wie immer einen Friseur. Zwei Coiffeurs arbeiten täglich und frisieren kostenlos rund 30 Personen, drei bis vier Fahrer sind meist darunter. Bei steigenden Temperaturen erwartet der Salon aber im Laufe der nächsten Tage und Wochen einen starken Kundenandrang aus dem Peloton.
• Alkoholkontrolle Schon seit längerem führt die französische Polizei im Autotross, der vor und nach dem Peloton durch Frankreich rollt, Geschwindigkeitskontrollen durch. Nun gibt es auch regelmäßige Alkoholkontrollen...
• "Poupou" Der "ewige Zweite" Raymond Poulidor, der die Tour de France heute als Repäsentant einer Bank begleitet, ist immer noch einer der populärsten Ex-Profis Frankreichs. Bis zu 15.000 Autogramme gebe er im Laufe einer Tour, sagt der Franzose, der sich 1964 ein denkwürdiges Duell mit Anquetil lieferte und nie das Gelbe Trikot trug. Er genieße es, wenn ihn Kinder und Jugendliche, die damals noch gar nicht geboiren waren, "Poupou" rufen sagte er.
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(www.radsportnews.com)
Schade für Kessler, nach diesem Teufelsritt hätte er sich den Sieg doch verdient. Dennoch eine überzeugende Leistung von den Sprintstars McEwen und Co, die dieses hohe Tempo am letzten Anstieg und dannach gehen konnten um Kessler nochmal zu stellen. Glückwunsch an McEwen für den Tagessieg, Glückwunsch für Thor Hushovd für die Rückgewinnung des gelben Trikots. (Auch wenn ich es lieber noch ne Weile bei George Hincapie sehen würde. Aber die Tour ist ja noch lang )
mfg Robert |
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Tour verliert auch Valverde - Boonen in Gelb
Kessler gewinnt im zweiten Anlauf
VALKENBURG, 04.07.06 (rsn) - Die Aufgabe des spanischen Jungstars Alejandro Valverde (Caisse d'Espargne) nach einem Sturz überschattete die dritte Etappe der Tour de France, die nun auch noch den Topfavoriten verlor, der ausdrücklich nicht in die spanische Ullrich-Dopingaffäre verwickelt ist. Den Tagessieg holte sich der Franke Matthias Kessler (T-Mobile), der nach dem Ausschluss seines Kapitäns in Trotzlaune ist und genau wie am Vortag eine Attacke auf den letzten Kilometern fuhr. In Esch fehlten ihm 300 Meter - am Dienstag in Valkenburg ließ er sich den Sieg nicht wegschnappen.
Frei nach dem Wilhelm Busch-Spruch "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" trumpft T-Mobile bei der 93. Tour de France auf. Kessler hatte am Cauberg, dem letzten Anstieg der 216km langen Etappe 2000 Meter vor Schluss attackiert und rettete 5 Sekunden Vorsprung vor dem jagenden Feld. Der Nürnberger gewann vor seinem Teamkollegen, dem australischen Ferrari-Patienten Michael Rogers. Zu dem Doppelsieg wäre beinahe auch noch das Gelbe Trikot für die ramponierte Magentatruppe gekommen, Rogers belegt mit einer Sekunde Rückstand Platz 2 im Gesamtklassement hinter Weltmeister Tom Boonen. Der belgische Star hat bei den beiden Sprints der Tour bisher enttäuscht, sein erstes großes Ziel hat er erreicht: Er wird sich am Mittwoch beim Start in der Wallonie im Gelben Trikot seinen belgischen Fans präsentieren. Der bisherige Spitzenreiter Thor Hushovd rutschte nach Platz 63 (+ 17 Sekunden) auf den vierten Gesamtrang. "Als Belgier in Gelb nach Belgien - das gibts alle 10 Jahre!", jubelte Boonen (s.Interview).
Boonen: "Ich wollte in meiner Karriere das Regenbogentrikot und das Gelbe Trikot einmal tragen - jetzt habe ich beide!"
"Ja, Jan Ullrich ist mein Freund und ich stehe in Kontakt zu ihm. Aber das ist Privatsache", sagte Kessler, der den vierten und größten Erfolg seiner Karriere feierte, nachdem der früher als großes Klassikertalent apostrophierte 27-Jährige zuletzt etwas zu stagnieren schien. "Wir waren geschockt nach dem Ausschlüssen (von Ullrich, Sevilla udn Pevenage). Aber wir sind Profis. Man muss wieder aufstehen und nach vorne schauen. Wir kämpfen um Etappensiege, um ein gutes Resultat. Das schulden wir dem Sponsor, dem Rennen und dem Publikum. Das ist keine Trotzreaktion, das ist Sportsgeist, sonst nichts", so Kessler. Nachdem er bei der Etappe am Vortag so knapp gescheitert war, habe er sich gesagt: "Ich versuche es wieder. Heute war (der letzte Anstieg) näher am Ziel und ich brauchte keine sechs Kilometer vorne zu fahren"; so der Franke nach der Etappe über einige Klassiker-Anstiege, die wegen der Hitze zusätzlich erschwert wurde.
Der Berliner Jens Voigt, der nach dem Aus seines Kapitäns Ivan Basso wieder alle Freiheiten genießt, hatte einmal mehr seinen Ruf als Attackierer vom Dienst untermauert. Auf seine Initiative hin setzte sich eine Gruppe mit den Franzosen Christophe Laurent und Jerome Pineau, dem Spanier Luis Arrieta und dem Venezuelaner Unai Etxebarria ab. Im Finale zerbrach die Gruppe, Arrieta konterte eine Attacke von Laurent und jagte allein Richtung Ziel. Doch am Cauberg, wo das Amstel Gold Race endet und an dem bereits vier Weltmeister gekürt wurden, wurde der 35-Jährige frühere Indurain-Helfer vor einer riesigen Zuschauerkulisse wieder gestellt.
Einige Kilometer vor dem Schlussanstieg war Valverde zu Fall gekommen. Nach den ersten Informationen hat sich der spanische Tourfavorit, der letztes Jahr nach einem Alpen-Etappensieg wegen einer Knieverletzung aufgeben musste, das Schlüsselbein gebrochen. Zuvor waren bereits der Amerikaner Fred Rodriguez und der Niederländer Erik Dekker nach einem Sturz ausgeschieden (s.Meldung).
Am Abend konnte Valverde das Krankenhaus von Maastricht, in das er nach dem Sturz gebracht wurde, wieder verlassen. Am Donnerstag reist er voraussichtlich heim nach Spanien. Ob er operiert werden muss, ist noch offen (s.Meldung).
Während das Heimteam Rabobank den populären Dekker verlor und in Valkenburg erfolglos blieb, konnte sich neben T-Mobile auch der andere deutsche Rennstall auf dem Podium präsentieren: Gerolsteiner-Nachwuchshoffnung Markus Fothen übernahm das weiße Trikot des besten Jungprofis. Der 24-jährige Rheinländer freute sich aber eher zurückhaltend: "Natürlich ist dies ein schönes Bonbon. Ich habe ja auch darauf spekuliert. Und dass es so früh geklappt hat, freut mich umso mehr. Aber unser Ziel bleibt, unsere Doppelspitze (Totschnig und Leipheimer) in der Gesamtwertung möglichst weit vorne zu platzierten." Nach dem Eklat um Basso, Ullrich und Mancebo und dem Ausscheiden von Valverde jetzt sind vier der großen Favoriten nicht mehr da. Gerolsteiners Chancen auf einen Toursieg waren noch nie so gut.
Auch das noch...
• Etes Luxus Bei seiner 12. Tour-Teilnahme genießt Erik Zabel seine Stellung als Kapitän beim Team Milram: «Das ist Luxus. Ich brauche keine Wasserflaschen zu holen.» Angesichts der harten Zielsprints mit bis zu 70 Stundenkilometer freut sich der Berliner, der am Freitag 36 wird, mit einem Augenzwinkern auf sein Karriereende: «Ich habe neulich zu Jens Voigt gesagt, es ist doch schön, wenn wir das nicht noch Mal zwölf Jahre machen müssen.» (dpa)
• Jajas Comic Nun gibt es auch einen Comic-Band über die Tour de France. Verfasser ist der französische Radsport-Held Laurent Jalabert. Auf 46 Seiten geht es um das Alltagsleben während der Tour, wie der Verlag am Dienstag berichtete. Tour-Idylle a la Jaja: Ein Fahrer errichtet einen Altar im Hotelzimmer und bittet die Jungfrau Maria um Kraft. Ein anderer Fahrer träumt in dem Comic vom Etappensieg und dem Kuss der Schönheitskönigin. Doping? Kommt nicht vor.
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Wirklich schade um Valverde. Echt totales Pech für ihn und die Tour. Er wäre sicher noch bei der einen oder anderen Etappe interessant geworden.
mfg Robert |
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Sorry, hatte (habe) in letzter Zeit relativ wenig Zeit gehabt, deshalb kurzer Nachtrag zu gestern. Robbie McEwen holte sich im Massensprint seinen zweiten Touretappensieg dieses Jahr, Boonen verteidigte sein gelbes Trikot.
Zu heute:
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93.Tour de France - 5.Etappe
Freire überrascht "nervösen" Boonen
CAEN, 06.07.06 (rsn) - "Ich gewinne nicht, weil ich Sprinter bin, sondern weil ich ein starker und intelligenter Fahrer bin", tönte Tom Boonen kürzlich in einem L'Equipe-Interview. Bei der Tour de France halfen ihm diese Stärken aber bisher noch nicht und der Weltmeister, der "drei oder vier" Etappen gewinnen wollte, steht weiter mit leeren Händen da. Der Spanier Oscar Freire(Rabobank) gewann am Donnerstag die 5.Etappe der Tour de France vor Boonen, der sich aber über die erneute Niederlage mit einem weiteren Gelben Trikot trösten konnte. Der Baske Inaki Isasi (3.) und der Rheinländer David Kopp (4.) schmuggelten sich unter die Topsprinter, während McEwen nach zwei Siegen diesmal mit Rang 5 vorliebnehmen musste.
Freire, der Weltmeister von 1999, 2001 und 2004, hat öfter das Regenbogentrikot gewonnen als eine Tour de France-Etappe, was - zumal für einen Sprinter - schon sehr bemerkenswert ist. Der 30-Jährige, der aus der nordspanischen Provinz Kantabrien stammt und im Tessin lebt, feierte in Caen erst seinen zweiten Tour-Etappensieg. Vor vier Jahren war er in Saarbrücken (im Weltmeistertrikot vor McEwen und Zabel) das erste Mal erfolgreich bei der Großen Schleife, die der so oft verletzte Rabobank-Star nun erst zum dritten Mal fährt.
"Ich bin ganz bewusst heute mehr auf Risiko gefahren, um die anderen zu überraschen", verriet Freire, der in diesem Jahr gerne öfter mal was Neues probiert. Bbei der Tour de Suisse gewann er vor drei Wochen eine Etappe als Ausreißer. "Ich wollte heute mehr die Initiative ergreifen, was ich sonst nie mache. Normalerweise bleibe ich im Windschatten eines anderen und warte so lange wie möglich", so der Spanier. "Als McEwen (am Montag) seinen ersten Sieg geholt hat, habe ich es versäumt, die initiative zu ergreifen. Heute bin ich eigentlich zu früh angetreten, aber ich habe schon die ganze Woche gespürt, das ich viel Kraft in den Beinen habe."
Im Massensprint von Caen war Freire rechts angetreten und gewann mit einer Länge Vorsprung. Sein Nachfolger im Regenbogentrikot Boonen, der bei dieser Tour nun zum dritten Mal deutlich geschlagen wurde, konnte ihm nichts entgegensetzen. "Ich bin ehrlich zufrieden mit meinem Tour-Auftakt", versuchte Boonen dennoch eine gute Miene zu machen. "Ich habe heute einen Fehler gemacht 300 Meter vor Schluss. Es war mein Fehler, nicht der meiner Teamkollegen", betonte Boonen und fügte an: "Ich glaube, ich bin zu nervös."
Im Gesamtklassement führt der Belgier jetzt dank der Zeitgutschrift für Platz 2 mit 13 Sekunden vor dem australischen Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers, der bereits ein Auge auf den ersten Kampf gegen die Uhr am Samstag in Rennes geworfen hat. Im Punkteklassement um das Grüne Trikot führt der Australier McEwen mit nun nur noch einem Punkt vor Boonen.
Kein Windschatten für Schröder
Die 225km lange Etappe durch die Normandie hatte ein Ausreißerduo mit dem kleinen Franzosen Samuel Dumoulin und dem 25- jährigen Berliner Björn Schröder lange geprägt. Nach 20km bereits hatten die beiden sich aus dem Feld abgesetzt mit anderen Fahrern (Quinziato, Lang, De Groot, Righi, Tankink, Augé), die später wieder zurückfielen. Die deutsch-französische Freundschaft hielt bei Regenschauern und Sonne bis in den Zielort. Ihr maximaler Vorsprung betrug 12:50 Minuten, der größte Vorsprung von Ausreißern bei dieser Tour bisher. Doch dann kam das Feld immer näher heran. Die Sprinterteams fuhren genau nach Fahrplan: 50km vor dem Ziel lagen die Ausreißer noch fünf Minuten vorn, 20km waren es noch 2:30 Minuten, 10km weiter noch 1 Minute und pünktlich - nicht zu früh, nicht zu spät, hatte sie das Feld 3000 Meter vor Schluss gestellt und vor einer großen Zuschauerkulisse kam es zum erwarteten Sprintfinale.
"Leider lief die Gruppe am Anfang gar nicht gut. Deshalb haben Dumoulin und ich entschieden, zu zweit zu fahren. Wir haben gut zusammengearbeitet, leider ist er der kleinste Fahrer im Feld und gibt nicht viel Windschatten. Ich habe mich hinter ihm so klein wie möglich gemacht. Schade, dass wir gut drei Kilometer vor dem Ziel gestellt wurden. Ich würde es immer wieder versuchen - es ist schön, eine Etappe bei der Tour de France zu gewinnen", sagte Schröder, dessen Milram-Teamkollege Erik Zabel einen Tag vor seinem 36. Geburtstag am Donnerstag im Sprint Neunter wurde.
Auch das noch...
• Les Bleus Der Finaleinzug der französischen Fußball-Nationalmannschaft war natürlich am Donnerstag das große Thema unter den Franzosen im Peloton. Der fünffache Toursieger Bernard Hinault, heute im PR-Stab der Rundfahrt, fürchtet ein bisschen um die Fitness fürs Finale: "Die Mannschaft schien mir ein bisschen müde am Ende. Die Italiener haben einen Tag mehr zum Erholen. Das ist enorm! Wie ein Ruhetag bei der Tour", meinte er. Richard Virenque sieht derweil im Falle eines WM-Triumphs der "Blauen" keine Auswirkungen auf die französischen Rennfahrer. "Das ist doch ein anderer Sport!", meint er.
• Neid Florent Brard, der französische Meister, beneidet die kickenden Sportskollegen: "Die haben ein Leben! Ein bisschen Training, ein Schläfchen am Nachmittag und alle paar Tage ein 90-Minuten-Spiel! Fußballer müsste man sein..." |
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Geiler Sprint von Freire, hat er taktisch echt super gemacht. Ich wiederhole mich, Team Rabobank hat ne echt super Truppe am Start. Für jede Situation etwas. Auch nach dem Ausscheiden von Erik Dekker. Glückwunsch!
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93.Tour de France - 6.Etappe
McEwen zum Dritten
VITRÉ, 07.07.06 (rsn) - Der Australier Robbie McEwen (Davitamon) feierte am Freitag im bretonischen Vitré seinen dritten Etappensieg bei der 93.Tour de France, während Weltmeister Tom Boonen wieder leer ausging und nach Platz 2 am Vortag diesmal Dritter wurde hinter dem italienischen Lampre-Profi Daniele Bennati, dem Sprinterkönig der letzten Deutschland-Rundfahrt. Für Boonen, der als Sprint- Favorit zur Tour gekommen war, war es die fünfte Niederlage im fünften Massensprint. Dass er im Gelben Trikot ins Zeitfahren am Samstag geht, ist für den Quick Step-Star definitiv kein Trost, wie man seinem Gesichtsausdruck entnehmen konnte. Erik Zabel wurde an seinem 36.Geburtstag am 7.7. ...Siebter.
Bei Boonen erinnert bei dieser Tour nichts mehr an den strahlenden Jungstar, der in den letzten Jahren unbekümmert und mit einer frischen Leichtigkeit die Radwelt eroberte. Wieder machte er beim Überqueren der Zielline aus seinem Frust keinen Hehl. Boonen ("Ich will drei oder vier Etappen gewinnen") war als der große Sprintfavorit zur Tour gekommen. seine Bilanz nun: Dreizehnter (1.Etappe), Zweiter (2.), Vierter (3.), Fünfter (4.), Zweiter (5.), Dritter (6.). Der Weltmeister empfindet diese Bilanz als deprimierend. Am Freitag ließ er sich zwischen Bennati und Casper einklemmen und kam dem Hinterrad McEwens nicht mal nahe. Boonen scheint inzwischen völlig verunsichert. Er touchierte das Hinterrad seines Anfahrers De Jongh und musste sogar kurz den Druck vom Pedal nehmen. "Das sollte einem auf seinem Niveau eigentlich nicht passieren", meinte der Österreicher Bernhard Eisel, der hinter Boonen Vierter wurde.
McEwen feierte seinen dritten Etappensieg bei dieser Tour, nachdem er bereits in Esch-Sur-Alzette und Saint-Quentin triumphiert hatte. Damit hat er bereits jetzt das erreicht, wozu er letztes Jahr 13 Etappen brauchte. "Drei Siege in der ersten Woche, davon habe ich nicht mal geträumt", sagte der 34-Jährige aus Brisbane, der in Flandern lebt. Es war sein elfter Erfolg bei der Großen Schleife in seiner Karriere. Am Vortag hatte den Australier ein taktischer Fehler seines Teamkollegen Gert Steegmans, der nach dem Sturzaus von Rodriguez die Rolle des letzten Anfahrers übernehmen musste, einen möglichen Sieg gekostet. Am Freitag fuhr der Belgier eine Sprintanfahrt wie aus dem Lehrbuch. "Ich habe meinen eigenen TGV", schwärmte McEwen, der mit mehreren Längen Vorsprung gewann. Er baute seinen Vorsprung in der Punktewertung um das Grüne Trikot aus. Im Kampf ums "Maillot vert" zeichnet sich ein Duell ab zwischen McEwen und Boonen, in das sich aber vielleicht auch Vortagessieger Oscar Freire (Sechster in Vitré) noch einschalten könnte.
Zabels Traum vom siebten Grünen Trikot bei der Comeback-Tour ist dagegen wahrscheinlich schon ausgeträumt. Nicht nur McEwen, Boonen und Freire, auch der letztjährige Punktsieger Thor Hushovd müsste vor Paris straucheln, damit der Milram-Star noch einmal eine Chance hat. "Es ist doch klar, dass ich mir an meinem Geburtstag besonders viel vorgenommen hatte. Im Moment ist aber kein Kraut gegen Robbie gewachsen. Er ist mit Abstand der Schnellste. Ich habe heute auf Boonen gesetzt und sein Hinterrad gesucht. Aber dann hat McEwen mit seinem Anfahrer Steegmans alle überrascht. Ein 400 Meter-Sprint - das ist schon beeindruckend", meinte Zabel. "Das war kein schöner Geburtstag. Am Morgen Glückwünsche und 36 Kerzen, am Nachmittag nichts, keine Beine nichts", so der Berliner geknickt.
Einen starken Auftritt hatte der junge Eisel. "Wenn mir jemand vor der Tour gesagt hätte, ich sprinte in die Top 5, hätte ich ihn für dumm erklärt. Ich wäre schon mit einer Top-Ten-Platzierung zufrieden gewesen. Und heute der vierte Platz, einfach traumhaft", freute sich der Steirer, der bei Francaise des Jeux ohne "Zug" auskommen muss. "Das war eine Sprintankunft, bei der man auch als Einzelfahrer ein gutes Ergebnis holen kann. Rund 300 Meter vor dem Ziel ist Robbie McEwen vorbeigefahren. Leider hab ich ihn übersehen. Sein Windschatten wäre natürlich genial gewesen", so Eisel.
Bei dem siebten Teilstück der 93.Tour zwischen Lisieux und Vitré (189 km) gab es das bei einer Flachetappe übliche Szenario. Die obligatorische Flucht des Tages, die kurz vor dem Ziel ein Ende fand, fuhren der französische Meister Florent Brard, der bretonische Lokalmatador Anthony Geslin und der Schwede Magnus Backstedt.
Das Trio gehörte zu einer 18 Mann starken Fluchtgruppe, die sich in zwei Wellen nach rund 60km in den Hügeln der Orne formiert hatte. Mit dabei waren überraschend Boonen und der Norweger Thor Hushovd. In der Gruppe waren 15 der 20 Mannschaften vertreten. Doch weiter als 100 Sekunden kam die illustre Gruppe nicht weg, vor allem Lampre (Cunego) CSC (Sastre) und Robbie McEwens Davitamon machten Tempo und stellten Boonen und Co. nach 20km. Brard, Geslin und Backstedt setzten sich kurz vor dem Zusammenschluss ab. Das Feld ließ sie an der langen Leine (maximaler Vorsprung 5:15 Minuten/km 104) fahren. "Wir waren drei gute Rouleurs, aber die Sprinter hatten andere Pläne, so ist das in der ersten Tourwoche eben. Aber wir haben ein schönes Spektakel abgeliefert", fasste Brard seinen Tag zusammen.
Am Samstag folgt die erste Stunde der Wahrheit, das erste große Zeitfahren (Vorschau | Startzeiten) in Rennes. Die Favoriten sind die Amerikaner Zabriskie, Landis und Hincapie sowie der australische Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers, der im Gesamtklassement Dritter ist hinter den Sprintern McEwen und Boonen. Rogers könnte für T-Mobile die Gesamtführung holen (s.a.Story), was bei dem nach dem Ullrich-Skandal zwischen Trotz und Verunsicherung schwankenden Team natürlich höchst willkommen wäre. Boonen dagegen wird froh sein, das ominöse "Maillot jaune" und den damit verbundenen Trubel loszuwerden, um sich neu zu besinnen und einen neuen Anlauf zu nehmen zu einem Etappensieg.
Auch das noch...
• SMS von Ullrich Der vor dem Tour-de-France-Start wegen Dopingverdachts suspendierte Jan Ullrich steht "telefonisch und per SMS ständig in Kontakt" mit seiner T-Mobile-Mannschaft in Frankreich, wie der 32-Jährige Kapitän am Freitag auf seiner Homepage wissen ließ. Der Wahl-Schweizer, dessen Anwälte sich zu den Dopingvorwürfen noch nicht geäußert haben, forderte seine Fans auf, "der Mannschaft weiter die Treue zu halten". Ullrich verfolgt die Tour am Fernseher. Beim Sieg von Kessler habe es ihn "fast nicht mehr im Sessel" gehalten...
• Torte zum Frühstück Erik Zabel feierte am Freitag seinen 36. Geburtstag und bekam von seinen Mannschaftskollegen zum Frühstück eine große Torte geschenkt.
• San Fermin Die Fahrer der spanischen Caisse d'Epargne-Mannschaft fuhren am Freitag mit einem kleinen roten Tuch aus Anlass des Beginn des San Fermin-Festes in Pamplona (das mit den berühmten Stierläufen)
• Marathon-Mann Jalabert Altmeister Laurent Jalabert wird in Chicago am 22.Oktober zum dritten Mal einen Marathon laufen. Er hofft auf eine bessere Zeit als in New York (2.55 Stunden) und London (2.57). Wegen seiner zahlreichen Jobs bei der Tour hat "Jaja" derzeit wenig Zeit zum trainieren. Doch der Ex-Profi sieht auch so sehr durchtrainiert aus.
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(www.radsportnews.com)
Ergänzung zu Eisels Zitat: Bernhard Eisel wollte vor einem Monat noch zur Tour fahren mit dem großen Ziel Etappensieg. Nachdem er aber anfang Juni durch eine Verletzung 2 Wochen nicht trainieren konnte, war dieser vierte Platz von heute sensationell.
Boonen darf nicht unterschätzt werden. Sicher ist er atm nicht in 100%iger Form, aber dennoch immer noch für einen Etappensieg gut. Und wenn McEwen irgendwas passiert oder er nicht gut über die Berge kommt ist er immer noch ein heißer Anwärter auf das Grüne Trikot in Paris.
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93.Tour de France - Erstes großes Zeitfahren
T-Mobiles Trotzreaktion
RENNES, 08.07.06 (rsn) - Der ukrainische Radveteran Serhiy Honchar vom T-Mobile-Team sorgte am Samstag bei der Tour de France für den zweiten Tagessieg der Magentatruppe. Beim ersten großen Zeitfahren über 52km zwischen Saint-Grégoire und Rennes fuhr der 36-Jährige die Bestzeit und übernahm damit auch das Gelbe Trikot. Von den (übrig gebliebenen) Favoriten auf den Gesamtsieg schlug sich der Amerikaner Floyd Landis (Phonak) am besten und wurde Zweiter. Sebastian Lang aus Erfurt überraschte mit Platz 3, doch seine Gerolsteiner- Mannschaft konnte nach dem schwachen Abschneiden ihres Kapitäns Levi Leipheimer nicht mit dem Tag zufrieden sein.
T-Mobile zeigte sich bei der ersten Stunde der Wahrheit der 93.Tour de France als echtes Spitzenteam. Der Verlust ihres Superstars Jan Ullrich hat die Mannschaft nicht aus der Erfolgsspur gebracht. Mit Honchar, Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers (4,), Patrik Sinkewitz (6.) und Andreas Klöden (8.) brachte das dezimierte siebenköpfige Team vier Fahrer unter die ersten Acht. Der Sieger der 3.Etappe Mattias Kessler rundete mit Platz 14 ein ganz starkes Teamergebnis ab. T-Mobile schob sich an die Spitze der Mannschaftswertung. "Wir haben uns 100 Prozent auf die Tour vorbereitet. Es ist schade, was mit Ullrich passiert ist, aber wir zeigen, was für ein starkes Team wir sind", sagte Honchar.
Bei Gerolsteiner sorgten Lang, der lange die Bestzeit hielt, und das junge Rundfahrttalent Markus Fothen (7.) für zwei Top 10-Platzierungen. Fothen holte sich auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis nach einem Tag wieder zurück.
Floyd Landis war bei der 7.Etappe der andere Gewinner des Tages. Trotz eines Defekts fuhr der Amerikaner auf den zweiten Platz hinter Honchar (+ 1:01). Seine Leistung wog umso mehr, als viele seiner Rivalen patzten. Das bei Tour-Zeitfahren erfolgsverwöhnte Discovery Channel-Team, das auch nach dem Armstrong-Rücktritt auf einen Podiumrang hofft, verschwand ganz aus den vorderen Gesamträngen. Der Italiener Paolo Savoldelli (19.) und der russische Altmeister Ekimov (22.) schnitten noch am besten ab, während die eigentlichen Team-Kapitäne George Hincapie und Yaroslav Popovych enttäuschten. Hincapie rutschte auf den 17.Gesamtrang, was mit 2:30 Minuten Rückstand aber auch kein Drama ist. Viel schlimmer war der Tag für seinen Landsmann Levy Leipheimer.
Der Gerolsteiner-Star, der kürzlich bei seinem Dauphine-Sieg auch im Zeitfahren so stark fuhr, verlor über sechs Minuten. Selbst Kletterspezialisten wie Gilberto Simoni und Iban Mayo waren deutlich schneller als er. Im Gesamtklassement rangiert er nun unter ferner liefen (62.). "Das ist ein herber Schlag. Warum es nicht klappte, ich bin aktuell noch ratlos. Aber auf jeden Fall wird es jetzt sehr schwer, die Zeit wieder aufzuholen", erklärte Gerolsteiner-Teamchef Hans Holczer, der an seiner Doppelspitze mit Leipheimer und dem Österreicher Totschnig festhalten will.
Auch der Amerikaner David Zabriskie, der kürzlich das Zeitfahren der Dauphine-Rundfahrt vor Landis und Leipheimer gewann, blieb als Dreizehnnter weit unter der Bestzeit. Vor einer riesigen Zuschauerkulisse in der radsportverrückten Bretagne war es - abgesehen von Landis - ein schwarzer Tag für die Amerikaner. Bobby Julich war der Pechvogel des Tages. Der Tour de France-Dritte von 1998 stürzte auf seine Hand und musste aufgeben.
"Ich kann heute lachen und weinen"
Gerolsteiner-Teamchef Holczer
Dafür, dass es bei Gerolsteiner trotz des Auftritts des "saft- und kraftlosen" (DPA) Leipheimer kein ganz schwarzer Tag war, sorgte derweil Sebastian Lang, der schon im Prolog mit Rang vier auf sich aufmerksam gemacht hatte. "Nach drei Minuten habe ich gemerkt, das das heute mein Tag ist. Ich habe bis zum Schluss voll durchgezogen, bin jetzt aber auch völlig fertig und hätte den ersten Ruhetag lieber schon morgen als erst am Montag", sagte Lang, der Jens Voigt bei den deutschen Meisterschaften in Forst eine gute Woche vor der Tour auf den dritten Platz verdrängt hatte.
Voigt wird Letzter...
In Rennes fuhr Voigt am Samstag das schlechteste Zeitfahren seiner Karriere - er wurde Letzter! Aber der 34-jährige Berliner, dem der Kampf gegen die Uhr sonst sehr gut liegt, hatte auch eine Erklärung für sein Abschneiden: "Ich habe mich bewusst zurückgehalten. Ich habe mich gestern nicht ganz wohl gefühlt und wollte heute Energie sparen. Ich muss mal sehen, ob ich in den nächsten Tagen in die richtige Ausreißergruppe komme." Nach Suspendierung seines Team-Kapitäns Ivan Basso hat Voigt ("Ekelhaft, diese Blutpanschereien") von CSC-Teamchef Bjarne Riis einen Freifahrt-Schein für sein "Hobby": Attackieren, was das Zeug hält.
Honchar war der einzige, der auf dem leicht welligen Kurs in der Bretagne einen Schnitt von über 50km/h fuhr. Der mit einer Italienerin verheiratete Osteuropäer hat beim Giro d'Italia seit seinem Profidebüt 1997 fünf Zeitfahr-Siege geholt, bei der Tour de France hingegen hat der Zeitfahr-Weltmeister von 2000, der vor dieser Saison vom Stanga-Team Domina zu T-Mobile gewechselt war, noch nie gewonnen. Endlich einmal ein T-Mobile-Neuzugang, der nicht in der Versenkung verschwindet, sondern der einen seiner größten Erfolge im Magentatrikot feiert... Auf dem Podium zeigte der 36-jährige Veteran eine ausgelassene, geradezu kindliche Freude, bei der man sich einfach mitfreuen musste.
Im Gesamtklassement der Tour, die offener denn je ist, führt der Ukrainer, der auch beim letzten Giro das Rosa Trikot trug, jetzt mit einer Minute Vorsprung vor Landis. Sein Teamkollege Michael Rogers, viertschnellster, belegt Platz 3. Mit Sinkewitz, Fothen und Andreas Klöden folgen dahinter gleich drei Deutsche. Das Gesamtklassement der 93.Tour de France, der vor dem Start die Favoriten abhanden kamen, sieht auch nach dem ersten Zeitfahren noch sehr unübersichtlich aus. Den Siebzehnten (Hincapie) trennen gerade mal 2:30 Minuten vom Gelben Trikot und 1:30 Minuten von Landis, dem letzten verbliebenen der ursprünglichen Tourfavoriten. Vom großen Tourtriumph träumen immer mehr. Klöden (6.) liegt in guter Ausgangsposition, aber auch etwa der Australier Cadel Evans (8.), der Russe Denis Menchov (9.), und der Franzose Christophe Moreau (12.). Was für eine Abwechslung zu den letzten Jahren, als es manchmal schien, als ob der der Sieger schon vor dem Start feststand.
• Fußball im Tour-Pressesaal Am Sonntagabend wird im Pressesaal der Tour de France auf einem Großbild-Fernseher das Finale der Fußball-WM übertragen.
• Gute Nacht Der Franzose Christophe Mével und der Italiener Pietro Caucchioli sind beide große Fußballfans, die ihren Nationalmannschaften am Sonntag im WM-Finale die Daumen drücken. Danach dürfte es zwischen den beiden noch Diskussionen über den Ausgang geben, denn die beiden Crédit Agricole-Profis sind Zimmergenossen.
• Viele Teampräsentationen Bei dieser Tour de France gibt es erstmals mehr als eine Teampräsentation. Nach der Fahrervorstellung in Straßburg beim Auftakt gibt es auch noch solche vor den Etappen in Bordeaux, Béziers und Gap. Der Verband der Teams (AIGCP) gab seinen Segen zu dieser Neuerung.
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(www.radsportnews.com)
Klasse Leistung von Honchar! Super Zeitfahren gewesen! Landis ebenso. Ist atm wohl der Topfavourit auf den Toursieg, nachdem Levi so katastrophal untergegangen war. Hincapie ist wohl leider auch zu schwach, er hätte ja im Zeitfahren schon mal Zeit gut machen müssen, nicht verlieren. Popovich hab ich jetzt ganz stark auf meiner Rechnung, der wird wohl auf jeden Fall unter den Top 5 nach Paris fahren. Wenn nicht noch um Einiges mehr. Evens, Totschnig zeigten sich ebenfalls recht stark, beide jetzt ebenfalls durchaus auch Top Five Kandidaten. Besonders beeindruckte mich die Leistung von Markus Fothen, dieser Typ hat nicht nur massig Talent sondern jetzt auch schon massig an Klasse. Er ist vielleicht nicht der nächste Ullrich, aber ganz bestimmt der erste Fothen Also Radsportdeutschland aufgepasst, da kommt was ganz Großes nach!
mfg Robert... der mal gespannt ist wie lange Honchar das Trikot behalten wird und der sich fragt, auf wie viele verschiedene Schreibweise dieses Namens man in den nächsten Tagen noch treffen wird. (Honchar, Gonchar, Gontschar, Gonschar, ob der Typ eigentlich selbst weiß wie er heißt ) |
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Die Geschichte des Jahrhunderts des Radsports? Da fällt den meisten wohl Lance Armstrong ein, der nach seinem Hodenkrebs (den die meisten Normalsterblichen wohl nicht überlebt hätten) 7 Mal die Tour gewinnen konnte. Aber nun gibts nen weiteren Amerikaner im Radsport, der einfach für verrückt gehalten werden muss. Floyd Landis. Wenn ein Kerl der fast nicht mehr gehen kann die Tour 06 gewinnt, dann steht wohl nicht nur die Radsportwelt Kopf!
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Geheime Leidensgeschichte des Radstars
Landis' letzte Tour mit eigener Hüfte
BORDEAUX, 10.07.06 (rsn) - Diese Tour de France hat schon was: Ullrich, Basso, Mancebo suspendiert, Valverde nach Sturz draußen. Und der letzte verbliebene Topfavorit hat eine Verletzung, wegen der er nicht mal richtig aufs Rad steigen kann: Floyd Landis hat eine kaputte Hüfte und bekommt im Herbst eine neue.
Bereits seit fast zwei Jahren leidet Landis an großen Schmerzen in der Hüfte und kann kaum richtig laufen. Aufs Rad kann er nur von einer Seite steigen. Das New York Times Magazine berichtet in seiner nächsten Ausgabe in einem langen Artikel über die Leidensgeschichte des 30-jährigen Wahl-Kaliforniers aus Pennsylvania. Am ersten Ruhetag der Tour de France sprach Landis erstmals auch öffentlich darüber. "Irgendwann muss ich ja darüber sprechen, dann kann ich es auch jetzt bei der Tour tun, wo alle hier sind", erklärte der Phonak-Star. Mit dem Autor der Story im Times Magazine, die nun pünkltich zur Tour erscheint, sprach er bereits im Mai erstmals über sein Hüftleiden.
Landis hat Knochenfraß (Osteonecrosis), eine Knochenkrankheit, die aufgrund von mangelnder Blutversorgung entsteht. Landis' rechte Hüftknochen zerfallen wie ein "chunk of rotten wood" (ein Stück verrottetes Holz), wie es das Times Magazine bildhaft beschreibt. "Wenn ich ein Spieler wäre und seine Röntgenbilder sehen würde, würde ich mein Haus darauf verwetten, dass die nicht von einem Topathleten sind, der die Tour de France fährt", sagt Landis' Arzt Dr. David Chao, der als Teamarzt des NFL-Footballclubs San Diego Chargers schon viele Verletzungen gesehen hat.
Am 19.November 2004 bekam Landis, der seit einem Sturz im Januar 2003 immer Schmerzen an der Hüfte hatte, die dann immer größer wurden, die Diagnose: Fortgeschrittener Knochenfraß. 20 Monate verheimlichte Landis seinen Zustand vor der Radsportwelt, vor Teamkollegen und den Medien. Das sei gar nicht so leicht gewesen, sagte er dem Times Magazine zehn Tage vor dem Tourstart, als er den Journalisten Daniel Coyle mitnahm zum "Shopping" für eine neue Hüfte, bei dem der Amerikaner die Situation mit reichlich schwarzem Humor ("Hübsch, gibts die auch in Titan?", "Meine alte verkaufe ich dann auf Ebay") überspielt. "That's the one", tippt Landis auf ein Bild in einem Katalog. Eine "Durom Hip" soll es sein, nach Herstellerangaben ein "knochensparender und abriebresistenter Oberflächenersatz für junge und aktive Patienten".
Aufs Rad kann Landis seit Monaten nur mit dem rechten Bein zuerst steigen. "Sonst würde ich auf dem Boden liegen und die Leute würden sich fragen: Was zum Teufel ist mit dem Kerl los?", grinst Landis, dessen Leidensfähigkeit grenzenlos scheint. Die Schmerzen bei Knochenfraß sind enorm, wie Betroffene in Fachzeitschriften schildern. "Die Ärzte haben gesagt, ich bräuchte eine neue Hüfte, wenn die Schmerzen zu groß werden. Okay, hört sich gut an. Aber wieviel ist zu groß?", fragt er. Wenn man ihn fragt, wie sich das denn anfühlt mit der kaputten Hüfte, lässt er den Flachs kurzzeitig sein: "Es tut sehr weh", sagt er nach einer Pause nur.
Die niederschmetternde Diagnose im Herbst 2004 kam genau zu dem Zeitpunkt, als Landis das Armstrong-Team verlassen und einen Millionen-Vertrag bei Phonak unterschrieben hatte. Er verheimlichte seine Situation konspirativ vor seinem Team. Einen Eingriff kurz vor der offiziellen Einstellungsuntersuchung bei Phonak tarnte er als eine lapidare Knöchelverletzung. Bei der Untersuchung durch den Phonak-Arzt sagte er kein Wort über seinen Zustand, biss auf die Zähne, als der Arzt die lädierte Hüfte bewegte. Er bestand die Untersuchung. Wegen seiner kaputten Hüfte musste er seine Position beim Zeitfahren umstellen und wurde von seinen Kollegen wegen der kuriosen Sitzhaltung gehänselt. Er stellte seinen Gang so um, dass man nicht merkt, dass er humpelt. Am liebsten ging er aber gar nicht und fuhr überallhin mit dem Auto und nahm immer den Fahrstuhl. Landis gilt sowieso als ein bisschen schrullig, dahinter konnte er sowas leichter verstecken. Phonak-Teamkollegen spotteten über seinen Gang, der an den eines Gangster-Rappers erinnert. "So cool, wie die dachten, bin ich aber nicht", sagt Landis.
Mit kaputter Hüfte und trotz der immensen Schmerzen fuhr Landis 2005 bei seiner ersten Tour de France als Kapitän auf Platz 9. Ein ausgezeichnetes Resultat für einen Gesunden. Damals wusste außer den paar Eingeweihten niemand, was mit ihm los ist, mit welchen Schmerzen er das schwerste Radrennen der Tour bestritt. Man warf ihm vor, er käme nicht mit der Führungsrolle im Team zurecht, man wusste ja nicht, dass er zu der Zeit ganz andere Sorgen hatte. Bei dieser Tour wird das jetzt anders sein, Landis' Leistungen wird man vor dem Hintergrund seiner unglaublichen Leidensgeschichte beurteilen. "Ich werde besser meine Röntgenbilder mitbringen, weil mir das einige wahrscheinlich gar nicht glauben werden. Den meisten meiner Gegner wird das aber auch egal sein. Fine with me - warum sollten sie sich darum kümmern?", sagte Landis im Juni zum Times Magazine.
Nach der ersten Woche der Tour de France käme niemand auf die Idee, dass mit Floyd Landis etwas nicht stimmt. Beim Zeitfahren am Samstag, fuhr er - mit "ungewöhnlicher Körperhaltung" (DPA) - von allen Favoriten die beste Zeit. Er belegt im Gesamtklassement Platz 2 hinter dem ukrainischen Zeitfahrspezialist Honchar, der in den Bergen zurückfallen wird. Landis galt neben Ullrich und Basso als der dritte Topfavorit. Die beiden anderen sind weg und er hat nun die beste Ausgangsposition vor den Pyrenäen und den Alpen. "Ich bin sehr zufrieden. Auch wenn ich weiß, dass noch ein ganzes Stück zu fahren ist. Ich habe nicht die schlechteste Zeit, aber die ersten Bergetappen werden uns einen besseren Eindruck geben", sagte Landis vor dem ersten Ruhetag.
Wenn man weiß, dass Landis eine kaputte Hüfte hat und in wenigen Monaten im Herbst eine künstliche bekommen wird (er will damit trotzdem weiter Rennfahrer bleiben!), tut es schon beim Zuschauen weh. Doch für Landis ist die Situation ja keine neue. Er fuhr schon zwei Saisons so und feierte dieses Jahr seine größten Erfolge: Er gewann drei Rundfahrten, darunter das Traditionsrennen Paris-Nizza. "Die Hüfte tut nicht mehr und nicht weniger weh. Ich bin nur schneller", sagt der taffe Landis. Er habe sich an die Situation gewöhnt, sei nun weniger gestresst und die Hüfte sei "stabil".
Phonak-Teammanager John Lelangue erfuhr von der prekären Situation seines Stars vor einigen Wochen. "Floyd war ehrlich zu mir und das hat nichts an unserem Plan geändert. Wir wollen die Tour gewinnen", sagte Lelangue am Montag. Der Belgier zeigt sich sogar optimistisch, dass Landis auch nach einer Hüftoperation weiter auf höchstem Niveau Rennen fahren kann. "Ich weiß, wir reden hier über eine schwere Operation, aber wenn es richtig gemacht und für den richtigen Zeitpunkt geplant wird, bin ich zuversichtlich, dass er wieder zurückkommt und dass es nächstes Jahr keine Probleme gibt", so Lelangue. Landis' Vertrag läuft am Saisonende aus, es gibt eine Option auf eine Verlängerung. Landis' Physiologe Dr. Allen Lim glaubt sogar, dass Landis nach der Operation noch wesentlich stärker sein werde: "Wir haben Landis bisher nur bei 80 Prozent seiner Möglichkeiten gesehen", sagt Lim.
Floyd Landis ist in Pennsylvania, im "Amish County" Lancaster aufgewachsen als Kind einer strenggläubigen Menonitenfamilie. Er musste rebellieren, um Rennfahrer zu werden. Seine Eltern sagten ihm, es wäre Teufelswerk, als er mit 15 Jahren ein Mountainbike kaufte und er vom radfahren nicht mehr genug bekommen konnte. Auch heute hat Landis seine eigene Sicht der Dinge, wenn er mit seiner Familie über seine Verletzung spricht. "Meine Eltern sehen das, was ich durchmachen musste, als Gottes Plan, das hört sich an, als ob das was gutes wäre. Aber ich kann das nicht (so sehen). Ich muss damit arbeiten, was wahr ist. Die Dinge enden einmal. Wir werde alle mal sterben. Aber bis das passiert, kann man wirklich eine Menge tun. Besonders, wenn Du realisierst, dass es Deine letzte Gelegenheit ist", sagte Landis vor seiner letzten Tour de France mit seiner eigenen Hüfte.
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Die erste (mittelschwere) Pyrenäen Etappe und alle Tour Favouriten zeitgleich im Ziel. Bis auf Mayo, aber der wird sowieso maximal auf einen Etappensieg fahren. Leipheimer zeigte sich allerdings auch nicht sonderlich stark, Gerolsteiners Hoffnungen ruhen nun wohl auf Georg Totschnig (Gesamtwertung) und Markus Fothen (Kampf ums Weiße Trikot).
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93.Tour de France: Mercado gewinnt 10.Etappe
Dessel holt Gelb
PAU, 12.07.06 (rsn) - Die Franzosen, die jahrelang frustriert über den "Radsport der zwei Geschwindigkeiten" geklagt hatten, sind bei dieser Tour de France wieder da. Cyril Dessel von der Ag2r-Equipe war bei der ersten Pyrenäen-Etappe am Mittwoch der Mann des Tages. Der 31-Jährige musste zwar im Sprint seinem spanischen Mitausreißer Juan Mercado (Agritubel) den Vortritt lassen und verpasste den dritten Tagessieg eines Einheimischen, holte sich aber das begehrte Maillot jaune. Die Favoritenteams hielten sich an den ersten Bergen dieser Tour zurück und sparten Körner für den ersten großen Schlagabtausch bei der Pyrenäen-Königsetappe am Donnerstag.
Der 28 Jahre alte Mercado war im Juli letzten Jahres bei der Österreich-Rundfahrt erfolgreich, für die Tour de France war er damals von seinem Quick Step-Team nicht nominiert worden. Vor dieser Saison wechselte der spanische Kletterer, der bereits 2004 eine Touretappe gewann, zur kleinen französischen Agritubel-Equipe, die von einem Ausrüster für Kuhställe finanziert wird und bei der Tour das einzige Nicht-ProTour-Team im Feld ist. Für Agritubel holte Mercado in Pau bei der 10.Etappe nun den größten Sieg der Teamgeschichte. "Mein erstes Ziel war ein Etappensieg. Das ist geschafft. Jetzt will ich so lange wie möglich bei den Favoriten bleiben", sagte Mercado.
Auf den letzten Kilometern überließ Mercado seinem französischen Mitausreißer ganz die Tempoarbeit und hielt sich in dessen Windschatten, um sich für den Sprint zu schonen. Doch Dessels Ärger hielt sich in Grenzen. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Tag, auch wenn es mit dem Etappensieg nicht geklappt hat", sagte der 31-Jährige, der in diesem Februar mit einem Sieg bei der Mittelmeer-Rundfahrt in die Saison gestartet war. Im Gesamtklassement führt Dessel jetzt mit 2:34 Minuten vor Mercado. Der ukrainische T-Mobile-Profi Honchar verlor das Gelbe Trikot und rutschte auf den dritten Rang (+ 3:45 Min). Auch das gepunktete Trikot des Besten der Bergwertung ging an Dessel, der erst zum zweiten Mal bei der Tour de France am Start ist, nachdem er in seiner Karriere viel pech mit Verletzungen und Krankheiten hatte. Nur acht Franzosen haben vor ihm in den letzten 10 Jahren das ominöse "maillot jaune" getragen.
"Meine Ambitionen bleiben unverändert", sagte Dessel am Mittwoch. "Natürlich werde ich versuchen, das Gelbe Trikot so lange wie möglich zu verteidigen. Aber ich weiß nicht, wie ich mich erhole nach diesem harten Tag. Das Ziel der Mannschaft bleibt es, unsere Kapitän Christophe Moreau so weit wie möglich nach vorne zu bringen. Meine Rolle ist es, ihm in den Bergen zu helfen."
Dessel und Mercado hatten im Finale des 190,5km langen Rennens den Basken Inigo Landaluze, der am Ende Dritter wurde mit knapp einer Minute Rückstand, abgeschüttelt. Danach dürften die Tour-Organisatoren aufgeatmet haben, denn ein Sieg des Euskaltel-Fahrers hätte sich bei der angeblich "neuen Tour" nicht so gut gemacht. Der Spanier war bei seinem Überraschungssieg bei der Dauphine-Rundfahrt 2005 positiv auf Testosteron. der spanischen Radsportverband hatte ihn freigesprochen, wogegen die UCI kürzlich vor dem Sportschiedsgericht TAS Berufung einlegte.
Alle drei gehörten zu einer 15-köpfigen Fluchtgruppe, die sich nach einem hektischen Start nach rund einer Rennstunde formiert hatte. Mit dem Col de Soudet stand zur Hälfte der Distanz der erste große Berg dieser Tour de France im Profil. Die Gruppe zersplitterte an dem Ehrenkategorie-Anstieg (7,3%/14,7km), in der Abfahrt fand sie sich bei zum Teil dichten Nebel teilweise (Vasseur, Dessel, Rinero, Mercado, Landaluze, Isasi, Moreni) wieder zusammen. Der Vorsprung der Fluchtgruppe wuchs bis auf 11 Minuten an vor dem zweiten Berg des Tages, dem Col de Marie-Blanque.
Die Favoriten dieser merkwürdigen Tour de France legten bei der ersten Bergetappe noch nicht die Karten auf den Tisch. Im Peloton, das am Marie-Blanque nur noch rund 30 Mann stark war, kontrollierte T-Mobile das Geschehen. Magentaprofi Serhiy Honchar, der am Ende rund 7:30 Minuten Rückstand hatte und sein Gelbes Trikot verlor, hatte am ersten Berg des Tages Probleme. Die siebenköpfige T-Mobile-Truppe, die offensichtlich schon für den Mitfavoriten gehandelten Andrreas Klöden fuhr, nahm darauf keine Rücksicht. Phonak und sein Kapitän Floyd Landis hielten sich aus der Tempoarbeit heraus.
Es war schon ein merkwürdiger Tag für Klöden und Co und sicherlich kein taktisches Glanzstück. Nach all der Arbeit, die sich auch am Donnerstag noch rächen könnte, stand man mit leeren Händen da. Neben dem Gelben Trikot verlor T-Mobile auch die Führung im Teamklassement an Dessels Ag2r. "Heute ist es nicht optimal gelaufen, trotzdem ist unsere Ausgangsposition nicht großartig verändert", sagte T-Mobile-Kapitän Olaf Ludwig im Hinblick darauf, dass die Abstände zwischen den Favoriten gleich blieben. Landis (jetzt 5.) und Klöden (9.) trennen 50 Sekunden.
(Wieder ein) Schwarzer Tag für Mayo
Bei der Etappe, die im französischen Baskenland begann, erlebten die wilden baskischen Fans einen schwarzen Tag ihres Lieblings Iban Mayo. Der Euskaltel-Fahrer, der eine große Attacke in den Pyrenäen versprochen hatte, musste an den ersten Kehren des Soudet reißen lassen und beendete das Rennen abgeschlagen im grupetto der Sprinter. Mayo, der Toursechste von 2003, hatte sich bei der Dauphine-Rundfahrt im Juni erst wieder zurückgemeldet mit dem ersten großen Sieg seit zwei Jahren.
• SuperMario in den Pyrenäen Der frühere Sprinterstar Mario Cipollini ist bei seinem Liquigas-Rennstall, seinem letzten Team, auch nach seinem Rücktritt tätig. Er kümmert sich insbesondere um die Entdeckung von Talenten. Bei der Tour de France begleitet er seine Mannschaft derzeit. Tourchef Jean-Marie Leblanc begrüßte den einstigen "SuperMario", der zwölf Touretappen gewann, aber nie zu Ende fuhr, am Mittwoch herzlich und flachste: "Mario, diesmal fährst Du also auch die Pyrenäen...?"
• Andere Zeiten, andere Sitten Die Tageszeitung Sud-Ouest erinnerte am Mittwoch an einen Streik im Peloton vor 40 Jahren, der sich am 29.Juni 1966 zutrug in Canéjan, wo die Tour am Dienstag hinkommt. Damals protestierten die Profis gegen die Einführung von Dopingkontrollen. "Das ist eine unakzeptable Belastung. Dann muss man auch Ärzte, Künstler und Studenten, die sich 'dopen', testen", schimpfte ein Fahrer. Antonin Magne, der Sportliche Leiter des Mercier-Rennstalls (mit Altig und Raymond Poulidor), war dagegen seiner Zeit voraus: "Die Fahrer wissen gar nicht, dass sie die Zukunft ihres Sports riskieren."
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Tour de France - Vorschau
Die Pyrenäen-Königsetappe
PAU, 12.07.06 (rsn) - Das 11.Teilstück der Tour de France am Donnerstag ist die Pyrenäen-Königsetappe. Bei dem 206,5km langen Rennen zwischen Tarbes und Pla-de-Beret in Spanien stehen vier Anstiege im Profil vor dem neuen Schlussanstieg oberhalb des Val d'Aran zu dem mondänen Bergdorf, in dem die spanische Königsfamilie ihren Wintersporturlaub verbringt.
Nach 56km geht es den ebenso mythischen wie monumentalen Tourmalet (Ehrenkategorie) hoch, der dieses Jahr zum 75. Mal in der Tourgeschichte überquert wird. Nach Barèges (Ehrenkategorie) folgt ein 18,3 km langer Anstieg (7,7%) in 2115m Höhe. Nach der Passhöhe geht es in rasender Abfahrt hinunter nach Sainte-Marie-de-Campan, dem Dorf, das zur Tourfolklore gehört. Sie wissen schon: Eugene Christophe, 1911, Gabel gebrochen, Schmiede und so weiter...
Traditionell geht es in west-östlicher Richtung weiter mit den Kategorie 1-Anstiegen Col d'Aspin (KM 105, 1489m, 12,3 km mit 5,2 %) und Col de Peyresourde (1569 m, 9,5 km mit 7,1 %). Aber die Kletterei ist damit noch lange nicht vorbei. Nach Luchon kommt der steilste Berg des Tages, der durchschnittlich 8,4 Prozent steile Col du Portillon. Von hier sind es nun noch 45,5km bis ins Ziel an der spanisch-französischen Grenze. Der Schlussanstieg (1.Kat.) ist 13km lang, 5,5 Prozent steil. Nach der Passhöhe in 1860 Metern geht es noch einmal 2000 Meter leicht bergrunter bis ins Ziel. Der Start der Etappe in Tarbes erfolgt um 11:08 Uhr, die Zielankunft wird um 17:11 Uhr (34 km/h) erwartet.
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Die Königsetappe der Pyrenäen steht morgen auf dem Programm, da trennt sich wohl schon das erste Mal richtig die Spreu vom Weizen, also einschalten Leute!
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93.Tour de France: Menchov gewinnt 11.Etappe
Landis eindrucksvoll
PLA-DE-BERET, 13.07.06 (rsn) - Es sieht so aus, als ob die Tour de France auch nach dem Rücktritt von Lance Armstrong in amerikanischer Hand bleiben könnte. Nach der ersten Bergankunft in den Pyrenäen sieht man bei der bisher so unübersichtlichen "Großen Schleife" langsam etwas klarer. Die schwere 11.Etappe über fünf Berge und 206,5km, davon 61,9km bergauf, entwickelte sich zu einem brutalen Ausscheidungsrennen, in dem Andreas Klödens Hoffnungen auf einen Toursieg einen herben Dämpfer erhielten. Floyd Landis dagegen schält sich als der neue Patron der Tour heraus. Der Phonak-Star eroberte das Gelbe Trikot, um das der Fanzose Cyril Dessel wacker, aber vergeblich kämpfte.
Der Russe Denis Menchov gewann im katalanischen Pla-de-Beret die Pyrenäen-Königsetappe vor dem nach seinem schwachen Zeitfahren wiederauferstandenen Gerolsteiner-Profi Levi Leipheimer. Aus dem Sprint um den Tagessieg hielt sich der drittplatzierte Landis heraus nach einer makellosen Vorstellung bei dem ersten großen Schlagabtausch der Favoriten.
"Der Etappensieg war nicht mein Ziel. Ich bin sowieso kein schneller Sprinter. Ich wollte heute soviel Zeit wie möglich herausfahren. Ich könnte nicht glücklicher sein nach dem wie es gelaufen ist", freute sich Landis über sein erstes Gelbes Trikot. Dass er bei der Etappe am Ende ohne Teamunterstützung war, sei kein Problem gewesen, meinte der Phonak-Kapitän: "Mein Team war da während der Etappe. Am Ende habe ich es nicht gebraucht. Man konnte darauf bauen, dass andere Interesse haben, Tempo zu machen", so Landis nach einer taktisch wie fahrerischen Glanzleistung.
Von den anderen Favoriten schlugen sich der Australier Cadel Evans (Davitamon) und der Spanier Carlos Sastre (CSC) an dem Schlussanstieg, von dessen Höhe es noch 2km ins Ziel waren, ganz gut, mussten aber auch 1000 Meter vor der Bergwertung reißen lassen. T-Mobile-Hoffnung Andreas Klöden, der mit seiner Mannschaft in der ersten Tourhälfte noch den Eindruck erweckt hatte, als ob sie das Rennen dominieren könnten, sah am Ende der schweren Etappe nicht aus wie ein potenzieller Toursieger. Als Menchov zusammen mit Landis 8km vor Schluss das Tempo verschärfte, konnte Klöden nicht folgen und büßte am Ende anderthalb Minuten ein.
"Ich bin völlig kaputt - mehr ging nicht. Vielleicht haben wir heute zu früh zu viel gegeben. Am Ende fehlte uns etwas die Kraft", meinte Klöden, der wegen einer Schulter-Operation im März nur zwei Rennen vor der Tour als Vorbereitung bestreiten konnte. Im Gesamtklassement rutschte der Tourzweite von 2004 auf Rang 6. Sein Rückstand auf Landis vergrößerte sich auf 2:20 Minuten. Zweitbester Deutscher auf dem zehnten Gesamtrang ist Tour-Debütant Markus Fothen, der seine Führung in der Nachwuchswertung ausbaute. Der Gerolsteiner-Youngster (13./+ 3:06) machte eine sehr gute Figur und hielt lange mit den Besten mit. "Das war erneut eine Hammer-Etappe. Ich bin aber happy, das Trikot verteidigt zu haben. Es wird zwar noch schwer. Aber ich habe ein weiteres schweres Stück auf dem Weg nach Paris hinter mir", sagte der 24-jährige Rheinländer.
Dessels Kampf um Gelb
Ein ganz eigenes Rennen fuhr der Franzose Cyril Dessel, der verzweifelt um sein Gelbes Trikot kämpfte. Mit 4:45 Minuten Vorsprung auf Landis war er ins Rennen gegangen. Mit genau 4:45 Minuten Rückstand auf das Spitzentrio kam er ins Ziel, musste dennoch das Maillot jaune vor dem französischen Nationalfeiertag an den Amerikaner abgeben wegen der Zeitgutschrift. "Ich habe schon vermutet, dass es nicht reichen wird. Ich habe alles gegeben, mehr ging einfach nicht, sagte Dessel, der auch de Führung im Bergklassement verlor. Dessel hatte am vorletzten Berg, dem Col de Portillon, reißen lassen müssen, nachdem T-Mobile (Klöden, Rogers, Sinkewitz und Kessler) eine brutale Tempoverschärfung fuhr, die die Favoritenruppe 50km vor dem Ziel explodieren ließ.
In der Folge übernahm Rabobank (Boogerd, Rasmussen) die Tempoarbeit und vergrößerte den Vorsprung vor den Abgehängten. Der Spanier David de Fuente, der letzte "Überlebende" eines frühen Ausreißunternehmens zusammen mit Fabian Wegmann, und den Spaniern Iker Camano und Juan Antonio Flecha, wurde bald eingeholt. De Fuentes Offensive wurde später mit dem Bergtrikot und der Kämpferwertung belohnt. Im Tal vor dem letzten Berg versuchten noch der Spanier David Arroyo und der Italiener Damiano Cunego eine Konterattacke, die jedoch bald wieder zu Ende war. 25km vor dem Ziel führte der Däne Mickaël Rasmussen die erste Gruppe wieder heran und am letzten Berg der Etappe begann ein packender Kampf.
Eine Gruppe mit einem Dutzend Fahrern nahm den 13km langen Anstieg in der autonomen katalanischen Region Val d'Aran in Angriff. Die vielen baskischen Fans, die am Berg eine enge Gasse für die Fahrer bildeten, warteten vergeblich auf ihren Liebling Iban Mayo. Der Toursechste von 2003 hatte bereits am Tourmalet, dem ersten Berg, Probleme und gab auf (s.Meldung) Auch der zweifache Girosieger Paolo Savoldelli hatte schon am mythischen Tourmalet erste Probleme und musste danach bald ganz reißen lassen Nicht nur er, seine ganze Discovery-Mannschaft gehörte zu den großen Verlierern des Tages. George Hincapie und Co. waren ohne ihren Kapitän Lance Armstrong nicht in der Lage, bei dem Rennen Akzente zu setzen. Einzig der Portugiese Azevedo (15.) erfüllte die Erwartungen. Hincapie, der von seiner Mannschaft als Podiumsanwärter gesehen wurde, verlor 20 Minuten und alle Chancen auf eine vordere Platzierung. "Ich hatte heute ganz schlechte Beine. Es ist eine große Enttäuschung für mich", sagte der New Yorker.
An der Spitze bereitete ein bärenstarker Michael Boogerd den Boden für seinen russischen Rabobank-Teamkollegen Menchov, der am Ende die Arbeit seiner Mannschaft mit einem trockenen Antritt krönte. Er holte den dritten Etappensieg bei dieser Tour für sein holländisches Team, für das bereits Oscar Freire zwei Siege holte. Für den 28-Jährigen selbst war es der erste Tour de France-Etappensieg. Der in Spanien lebende Russe hatte 2003 das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers bis nach Paris gebracht. Bei der Spanien-Rundfahrt 2005 wurde Menchov nachträglich zum Sieger erklärt, nachdem der Spanier Roberto Heras des Dopings überführt wurde.
"Wir hatten heute keine feste Strategie. Wir haben abgewartet, was AG2R und T-Mobile machen. Im Finale hatte ich zwei Teamkollegen (Rasmussen, Boogerd) an meiner Seite. Rasmussen fragte mich, ob ich mich gut fühle. Ich sagte ja. Sie haben beide einen Superjob für mich gemacht", bedankte sich Menchov bei seinen Teamkollegen, die sich für ihn aufopferten.
Auch bei Gerolsteiner gab es nach der Etappe trotz des verpassten Tagessiegs keine langen Gesichter. "Das war wirklich verdammt knapp. Menchov war nur einen Tick schneller", sagte Leipheimer, der im Zeitfahren am letzten Samstag völlig neben sich stand und seine Ambitionen im Gesamtklassement begraben musste. "Aber heute habe ich gemerkt, dass die Kraft und vor allem der Mut wieder da sind", sagte der Kalifornier. Auch der dritte Teamleader, der Österreicher Georg Totschnig (11.) zeigte, dass man noch mit ihm rechnen muss. Dass allerdings Fothen im Gesamtklassement der bestplatzierte des Gerolsteiner-Führungstrios ist, überrascht.
Im Gesamtklassement übernahm Floyd Landis die Führung. Dessel (+ 8 Sekunden) rutschte auf Platz 2 vor Menchov (+ 1:01 Min). Der 30 Jahre alte Amerikaner, der vor wenigen Tagen seine fast zwei Jahre geheim gehaltene Leidensgeschichte offenbarte und im Herbst ein künstliches Hüftgelenk bekommt, trägt zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot. "Seit ich weiß, dass ich im Herbst operiert werden muss, sehe ich die Dinge anders. Ich will jetzt keine Gelegenheit mehr verpassen. Eines Tages wird meine Karriere vorbei sein", sagte Landis.
"Landis ist jetzt der Favorit, klar, aber Sastre sieht auch sehr stark aus. Wir werden sehen, was in den Alpen passiert. Heute gab es keine so großen Abstände", meinte Menchov.
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(www.radsportnews.com)
Sensationelle Etappe, sensationelle Leistung von Landis, Menchov und Leipheimer. Langsam aber sicher kristalisieren sich die Topfavouriten für die heurige Tour wirklich heraus. Landis, Menchov und Evens scheinen wohl atm die stärksten insgesamt zu sein, allerdings nen schlechten Tag kann jeder ganz schnell haben. Ich persönlich drücke jetzt Landis die Daumen (nachdem Hincapie keine Chance auf das Gesamtklassement mehr hat). Mal sehen wie's weitergeht. Die nächste wirklich schwere Bergetappe folgt nun erst nächsten Dienstag, das mythische L'Alpe D'Huez!
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Robert
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93.Tour de France: Menchov gewinnt 11.Etappe
Landis eindrucksvoll
PLA-DE-BERET, 13.07.06 (rsn) - Es sieht so aus, als ob die Tour de France auch nach dem Rücktritt von Lance Armstrong in amerikanischer Hand bleiben könnte. Nach der ersten Bergankunft in den Pyrenäen sieht man bei der bisher so unübersichtlichen "Großen Schleife" langsam etwas klarer. Die schwere 11.Etappe über fünf Berge und 206,5km, davon 61,9km bergauf, entwickelte sich zu einem brutalen Ausscheidungsrennen, in dem Andreas Klödens Hoffnungen auf einen Toursieg einen herben Dämpfer erhielten. Floyd Landis dagegen schält sich als der neue Patron der Tour heraus. Der Phonak-Star eroberte das Gelbe Trikot, um das der Fanzose Cyril Dessel wacker, aber vergeblich kämpfte.
Der Russe Denis Menchov gewann im katalanischen Pla-de-Beret die Pyrenäen-Königsetappe vor dem nach seinem schwachen Zeitfahren wiederauferstandenen Gerolsteiner-Profi Levi Leipheimer. Aus dem Sprint um den Tagessieg hielt sich der drittplatzierte Landis heraus nach einer makellosen Vorstellung bei dem ersten großen Schlagabtausch der Favoriten.
"Der Etappensieg war nicht mein Ziel. Ich bin sowieso kein schneller Sprinter. Ich wollte heute soviel Zeit wie möglich herausfahren. Ich könnte nicht glücklicher sein nach dem wie es gelaufen ist", freute sich Landis über sein erstes Gelbes Trikot. Dass er bei der Etappe am Ende ohne Teamunterstützung war, sei kein Problem gewesen, meinte der Phonak-Kapitän: "Mein Team war da während der Etappe. Am Ende habe ich es nicht gebraucht. Man konnte darauf bauen, dass andere Interesse haben, Tempo zu machen", so Landis nach einer taktisch wie fahrerischen Glanzleistung.
Von den anderen Favoriten schlugen sich der Australier Cadel Evans (Davitamon) und der Spanier Carlos Sastre (CSC) an dem Schlussanstieg, von dessen Höhe es noch 2km ins Ziel waren, ganz gut, mussten aber auch 1000 Meter vor der Bergwertung reißen lassen. T-Mobile-Hoffnung Andreas Klöden, der mit seiner Mannschaft in der ersten Tourhälfte noch den Eindruck erweckt hatte, als ob sie das Rennen dominieren könnten, sah am Ende der schweren Etappe nicht aus wie ein potenzieller Toursieger. Als Menchov zusammen mit Landis 8km vor Schluss das Tempo verschärfte, konnte Klöden nicht folgen und büßte am Ende anderthalb Minuten ein.
"Ich bin völlig kaputt - mehr ging nicht. Vielleicht haben wir heute zu früh zu viel gegeben. Am Ende fehlte uns etwas die Kraft", meinte Klöden, der wegen einer Schulter-Operation im März nur zwei Rennen vor der Tour als Vorbereitung bestreiten konnte. Im Gesamtklassement rutschte der Tourzweite von 2004 auf Rang 6. Sein Rückstand auf Landis vergrößerte sich auf 2:20 Minuten. Zweitbester Deutscher auf dem zehnten Gesamtrang ist Tour-Debütant Markus Fothen, der seine Führung in der Nachwuchswertung ausbaute. Der Gerolsteiner-Youngster (13./+ 3:06) machte eine sehr gute Figur und hielt lange mit den Besten mit. "Das war erneut eine Hammer-Etappe. Ich bin aber happy, das Trikot verteidigt zu haben. Es wird zwar noch schwer. Aber ich habe ein weiteres schweres Stück auf dem Weg nach Paris hinter mir", sagte der 24-jährige Rheinländer.
Dessels Kampf um Gelb
Ein ganz eigenes Rennen fuhr der Franzose Cyril Dessel, der verzweifelt um sein Gelbes Trikot kämpfte. Mit 4:45 Minuten Vorsprung auf Landis war er ins Rennen gegangen. Mit genau 4:45 Minuten Rückstand auf das Spitzentrio kam er ins Ziel, musste dennoch das Maillot jaune vor dem französischen Nationalfeiertag an den Amerikaner abgeben wegen der Zeitgutschrift. "Ich habe schon vermutet, dass es nicht reichen wird. Ich habe alles gegeben, mehr ging einfach nicht, sagte Dessel, der auch de Führung im Bergklassement verlor. Dessel hatte am vorletzten Berg, dem Col de Portillon, reißen lassen müssen, nachdem T-Mobile (Klöden, Rogers, Sinkewitz und Kessler) eine brutale Tempoverschärfung fuhr, die die Favoritenruppe 50km vor dem Ziel explodieren ließ.
In der Folge übernahm Rabobank (Boogerd, Rasmussen) die Tempoarbeit und vergrößerte den Vorsprung vor den Abgehängten. Der Spanier David de Fuente, der letzte "Überlebende" eines frühen Ausreißunternehmens zusammen mit Fabian Wegmann, und den Spaniern Iker Camano und Juan Antonio Flecha, wurde bald eingeholt. De Fuentes Offensive wurde später mit dem Bergtrikot und der Kämpferwertung belohnt. Im Tal vor dem letzten Berg versuchten noch der Spanier David Arroyo und der Italiener Damiano Cunego eine Konterattacke, die jedoch bald wieder zu Ende war. 25km vor dem Ziel führte der Däne Mickaël Rasmussen die erste Gruppe wieder heran und am letzten Berg der Etappe begann ein packender Kampf.
Eine Gruppe mit einem Dutzend Fahrern nahm den 13km langen Anstieg in der autonomen katalanischen Region Val d'Aran in Angriff. Die vielen baskischen Fans, die am Berg eine enge Gasse für die Fahrer bildeten, warteten vergeblich auf ihren Liebling Iban Mayo. Der Toursechste von 2003 hatte bereits am Tourmalet, dem ersten Berg, Probleme und gab auf (s.Meldung) Auch der zweifache Girosieger Paolo Savoldelli hatte schon am mythischen Tourmalet erste Probleme und musste danach bald ganz reißen lassen Nicht nur er, seine ganze Discovery-Mannschaft gehörte zu den großen Verlierern des Tages. George Hincapie und Co. waren ohne ihren Kapitän Lance Armstrong nicht in der Lage, bei dem Rennen Akzente zu setzen. Einzig der Portugiese Azevedo (15.) erfüllte die Erwartungen. Hincapie, der von seiner Mannschaft als Podiumsanwärter gesehen wurde, verlor 20 Minuten und alle Chancen auf eine vordere Platzierung. "Ich hatte heute ganz schlechte Beine. Es ist eine große Enttäuschung für mich", sagte der New Yorker.
An der Spitze bereitete ein bärenstarker Michael Boogerd den Boden für seinen russischen Rabobank-Teamkollegen Menchov, der am Ende die Arbeit seiner Mannschaft mit einem trockenen Antritt krönte. Er holte den dritten Etappensieg bei dieser Tour für sein holländisches Team, für das bereits Oscar Freire zwei Siege holte. Für den 28-Jährigen selbst war es der erste Tour de France-Etappensieg. Der in Spanien lebende Russe hatte 2003 das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers bis nach Paris gebracht. Bei der Spanien-Rundfahrt 2005 wurde Menchov nachträglich zum Sieger erklärt, nachdem der Spanier Roberto Heras des Dopings überführt wurde.
"Wir hatten heute keine feste Strategie. Wir haben abgewartet, was AG2R und T-Mobile machen. Im Finale hatte ich zwei Teamkollegen (Rasmussen, Boogerd) an meiner Seite. Rasmussen fragte mich, ob ich mich gut fühle. Ich sagte ja. Sie haben beide einen Superjob für mich gemacht", bedankte sich Menchov bei seinen Teamkollegen, die sich für ihn aufopferten.
Auch bei Gerolsteiner gab es nach der Etappe trotz des verpassten Tagessiegs keine langen Gesichter. "Das war wirklich verdammt knapp. Menchov war nur einen Tick schneller", sagte Leipheimer, der im Zeitfahren am letzten Samstag völlig neben sich stand und seine Ambitionen im Gesamtklassement begraben musste. "Aber heute habe ich gemerkt, dass die Kraft und vor allem der Mut wieder da sind", sagte der Kalifornier. Auch der dritte Teamleader, der Österreicher Georg Totschnig (11.) zeigte, dass man noch mit ihm rechnen muss. Dass allerdings Fothen im Gesamtklassement der bestplatzierte des Gerolsteiner-Führungstrios ist, überrascht.
Im Gesamtklassement übernahm Floyd Landis die Führung. Dessel (+ 8 Sekunden) rutschte auf Platz 2 vor Menchov (+ 1:01 Min). Der 30 Jahre alte Amerikaner, der vor wenigen Tagen seine fast zwei Jahre geheim gehaltene Leidensgeschichte offenbarte und im Herbst ein künstliches Hüftgelenk bekommt, trägt zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot. "Seit ich weiß, dass ich im Herbst operiert werden muss, sehe ich die Dinge anders. Ich will jetzt keine Gelegenheit mehr verpassen. Eines Tages wird meine Karriere vorbei sein", sagte Landis.
"Landis ist jetzt der Favorit, klar, aber Sastre sieht auch sehr stark aus. Wir werden sehen, was in den Alpen passiert. Heute gab es keine so großen Abstände", meinte Menchov.
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93.Tour de France - 12.Etappe
Discovery entdeckt Popovych
CARCASSONE, 14.07.06 (rsn) - "Wir merken jetzt, dass Lance eben einzigartig war. Mit ihm im Team war alles einfach, auch wenn es schwierige Situationen gab", hatte Discovery-Teamchef Johan Bruyneel nach der bitteren Schlappe seiner Mannschaft in den Pyrenäen fast schon resigniert gesagt. Zu Beginn des Rennens am Freitag deuteten sich sogar schon Auflösungserscheinungen an, doch am Ende der 211,5 km langen Übergangsetappe zeigte der Ukrainer Yaroslav Popovych in Carcassonne mit einem Solosieg, dass noch Leben in der Mannschaft ist. Der 26-Jährige konnte auch im Gesamtklassement seinen Rückstand auf den Träger des Gelben Trikots Floyd Landis halbieren.
Nachdem Discovery-Kapitän George Hincapie, der vom Tour de France-Sieg träumte, in den Pyrenäen wieder so fuhr, als sei er immer noch der Sprinter, als der er einmal begann, sprang Yaroslav Popovych einen Tag später ein und riss seine Mannschaft aus der drohenden Depression. Im Finale der schnellen Etappe im heißen Südfrankreich attackierte er und schüttelte seine drei Mitausreißer ab. Der Italiener Alessandro Ballan (Lampre) belegte am Ende mit fast 30 Sekunden Rückstand Platz 2 vor dem bereits zwei Mal erfolgreichen spanischen Rabobank-Star Oscar Freire. Der vierte der Fluchtgruppe des Tages, der Franzose Christophe Mevel musste bereits 8km vor dem Ziel reißen lassen und seine Hoffnungen auf einen Sieg am franösischen Nationalfeiertag begraben. Das Peloton um das Gelbe Trikot, desssen Sprint um Platz 5 der Belgier Tom Boonen gewann, kam mit 4:25 Minuten Rückstand ins Ziel.
Wie alle seine Teamkollegen war Popovych bei der ersten Bergetappe am Donnerstag weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der 26-jährige U23-Weltmeister von 2001 war letztes Jahr als Armstrong-Helfer bei der Tour im Schlussklassement Zwölfter geworden und gewann damals das Weiße Trikot des besten Jungprofis. Schon im zarten Alter von 23 Jahren fuhr er bei einer großen Rundfahrt (Giro 2003) aufs Podium. Ein 23.Platz, den er nach den Pyrenäen belegte, war da mehr als enttäuschend. Mit seiner Flucht jedoch halbierte er seinen Rückstand auf Landis auf 4:15 Minuten und verbesserte sich nun Platz 10.
Bei der langen Übergangsetappe gab es einige Aufgaben zu verzeichnen. Darunter waren mit dem Spanier Benjamin Noval und dem zweifachen Girosieger Paolo Savoldelli gleich zwei Discovery-Profis. Savoldelli hatte sich am Vortag auf dem Weg ins Hotel bei einem Zusammenprall mit einem Zuschauer im Gesicht verletzt (s.Meldung). Er startete zur 12.Etappe Rennen, stieg aber schon bald vom Rad.
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Gott sei dank hat sich Discovery nach der gestrigen Etappe nun selbst wieder ein wenig reanimiert. Mit der Gesamtwertung wirds diesmal sicher nichts, aber zumindest den heutigen Etappensieg kann ihnen keiner mehr nehmen.
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Oh mein Gott, da hab ich gestern ja wieder was verpasst. Der sympathischte Fahrer im Peleton gewinnt die Etappe, mit Oscar Peireiro gibts nen neuen Mann in Gelb und Bernhard Eisel wird 2ter im Sprint des Verfolgerfeldes mit sämtlichen Stars. Einfach ein wahnsinns Tag!
| Quote: |
Voigt gewinnt 13.Etappe - Pereiro in Gelb
Tour de l'Anarchie
MONTÉLIMAR, 15.07.06 (rsn) - Der 93.Tour de France, der die Favoriten schon vor dem Start verloren gingen, fehlt der Patron. Die Mannschaft von Gesamtleader Floyd Landis ist offensichtlich nicht in der Lage, das Rennen zu kontrollieren. Zum zweiten Mal in Folge ließ Phonak am Samstag eine Ausreißergruppe ziehen, obwohl ein starker Klassementfahrer dabei war. Der Spanier Oscar Pereiro, der Tourzehnte von 2004 und 2005, fuhr in einer Ausreißergruppe nicht nur wie Popovych am Freitag in die vorderen Gesamtränge, er übernahm das Gelbe Trikot. Für den Attackierer vom Dienst Jens Voigt waren dies optimale Bedingungen und der Berliner Sisyphos wurde bei der längsten Etappe am heißesten Tag für seine Anstrengungen belohnt. Nach 230 km ließ er in Montélimar Fluchtgenossen Pereiro hinter sich und feierte zum zweiten Mal einen Etappensieg bei der Tour.
Wenigstens Jens Voigt gibt dieser merkwürdigen Tour de France ein vertrautes Bild. Der unermüdliche Attackierer gewann die 13.Etappe. Vor fünf Jahren hatte der 34-Jährige zum ersten Mal bei der Tour triumphiert - natürlich als Ausreißer. Am Samstag setzte sich der CSC-Profi, der nach der Suspendierung seines Kapitäns Ivan Basso auf eigene Rechnung fahren kann, im Sprint gegen Pereiro durch am Ende einer monumentalen Flucht über 210km.
"Das ist der vielleicht glücklichste Tag in meinem Leben. Ich bin gar nicht müde. Ich könnte gleich nochmal aufs Rad steigen. Das war heute für unser dezimiertes Team nach den Vorfällen zu Beginn und den Stürzen die Wende", sagte ein völlig aufgedrehter Voigt, der sich freute, dass sein "fünfter Ausreiß-Versuch bei dieser Tour endlich zum Erfolg" geführt hat. Seine CSC-Mannschaft, die mit Sastre auch noch einen Podiumskandidaten hat, übernahm dank Voigts Riesenvorsprung auch die Führung im Teamklassement. T-Mobile rutschte auf Platz 3 hinter Pereiros Caisse d'Espargne.
"Als ich in der Fluchtgruppe war dachte ich erst schon, dass es wieder nichts wird. Doch dann kamen wir schnell auf 15 Minuten Vorsprung. Im Finale sagte ich mir: Das ist meine Etappe! Ich sagte zu Pereiro, dass er eine Chance aufs Gelbe hat und Interesse haben sollte, mitzuarbeiten", berichtete Voigt. "Ich bin sehr, sehr zufrieden. Bis jetzt konnte man nicht sagen, dass ich eine gute Tour fuhr. Aber jetzt fällt eine große Last von meinen Schultern", so Voigt. Beim Giro hatte das Berliner Original nach einer langen Flucht über die Dolomiten auf den Sprint um den Tagessieg verzichtet, "weil ich den Sieg heute einfach nicht verdient hätte".
Der Franzose Sylvain Chavanel und der Italiener Manuel Quinziato, die am Ende den frischesten Eindruck machten und die schnellsten Sprinter waren, neutralisierten sich im Finale gegenseitig als Voigt attackierte. "Ich war froh, dass ich nicht mit Sylvain ins Ziel kam", sagte Voigt nach dem Rennen. Chavanel und Quinziato kamen mit 40 Sekunden Rückstand ins Ziel. "Das ist eine enorme Enttäuschung. Wir haben beide gepokert und beide verloren", sagte Chavanel, der weitere Angriffsversuche ankündigte. Der fünfte Ausreißer des Tages, der Ukrainer Andriy Grivko, hatte 26km vor Schluss reißen lassen müssen.
Erinnerungen an Pontarlier
Schon 21km nach dem Start in Béziers hatte sich das Ausreißerquintett bei großer Hitze von über 40 Grad abgesetzt. Vor einer großen Zuschauerkulisse kam die Fluchtgruppe immer weiter weg vom Feld, in dem Landis' Phonak seiner Verantwortung nicht nachkam und keine Verfolgung organisierte. Nach 150km hatten die Ausreißer die 20 Minuten-Grenze überschritten. 30km vor Schluss hatte das Feld 27 Minuten Rückstand. Damit rückte Pereiro, der als 46. mit 28:50 Minuten ins Rennen gegangen war, Landis gefährlich nahe. Doch Phonak rollte nur lustlos vor dem Peloton. Schließlich überquerte Landis 29:57 Minuten nach Voigt und Pereiro die Ziellinie und verlor sein Gelbes Trikot an den Spanier. Im Gesamtklassement führt Pereiro nun mit 1:29 Minuten vor Landis.
Der größte Vorsprung einer Ausreißergruppe bei der Tour de France in der Nachkriegszeit betrug 35:54 Minuten. 2001 - just ebenfalls am 15.Juli! - kam bei der 8.Etappe eine 14 Mann starke Gruppe in Pontarlier an. Damals wurde der inzwischen verstorbene Andrej Kivilev im Gesamtklassement nach vorn gespült (er nahm Armstrong 13 Minuten ab) und beendete das Rennen in Paris als Vierter. Der 28 Jahre alte Pereiro könnte nach seinem Coup von Montélimar sogar noch weiter vorne landen. Der Spanier, der vor dieser Saison (ausgerechnet) von Phonak zu Caisse d'Espargne wechselte, war in den letzten beiden Jahren Zehnter der Tour. 2005 gewann er eine Etappe und wurde zum offensivsten Fahrer der Tour gekürt. In seinem Team hat er nach der Aufgabe von Alejandro Valverde freie Fahrt. "Ich weiß nicht, warum es in den Pyrenäen bei mir nicht lief. Jetzt ist die Form wieder da und ich hoffe auf eine vordere Platzierung", sagte Pereiro. Doch vom ganz großen Ding will der Galizier, der der siebte Fahrer im Gelben Trikot dieser Tour ist, noch nicht träumen: "Es kommen noch Berge, Zeitfahren. Man muss auf dem Boden bleiben."
Phonak: "Pereiro wohl kaum gefährlich"
Bei Phonak tat man derweil wie schon am Vortag so, als ob es das normalste der Welt ist, dass das Team des Gelben Trikots nichts unternimmt, wenn potenzielle Rivalen angreifen. "Das Team um Floyd Landis wurde an der Spitze des Feldes von den anderen Teams nicht unterstützt und forcierte das Tempo deshalb bewusst nicht, um für die schwierigen Etappen von kommender Woche in den Alpen Kräfte zu sparen", fasst die PR-Abteilung lapidar das Geschehen zusammen, das die DPA beschrieb als "völlig verrückt verlaufene Etappe, die in die Geschichte der Tour de France eingehen wird".
Sportdirektor Jacques Michaud sah erstaunlicherweise "auch heute wieder eine gute Leistung" seiner Mannschaft. Bemerkenswert auch, was Michaud über den zweimaligen Tourzehnten Pereiro sagt: "Ich bin zuversichtlich. Pereiro wird in den Alpen wohl kaum gefährlich sein." Wohlgemerkt: 2003 gewann Pereiro eine schwere Alpenetappe der Tour de Suisse, 2004 den Alpenklassiker... Letztes Jahr gewann Pereiro eine Touretappe und verpasste einen Tag zuvor den Sieg bei einer schweren Pyrenäenetappe nur knapp. Pereiro fuhr vor dieser Saison vier Jahre im Phonak-Trikot, vielleicht will man bei dem Schweizer Team auch deshalb den Spanier lieber ignorieren. Wenn Phonaks Kalkül aufgeht und Landis mit einer relativ ausgeruhten Mannschaft in den Alpen triumphiert und sich die Führung zurückholt, wird man Teammanager John Lelangue für die riskante Taktik bewundern müssen. Ein Eingeständnis der Schwäche der Mannschaft ist die Taktik aber in jedem Fall.
Michaud und Phonaks PR waren am Samstag die einzigen, die eine "gute Leistung" des Teams sahen. "Das war sehr merkwürdig. Die schwache Phonak- Mannschaft von Landis ist ihrer Pflicht nicht nachgekommen, den Abstand zu den Führenden zu verkleinern, und die Hauptarbeit zu machen", nahm Hans-Michael Holczer, Team-Manager von Gerolsteiner, kein Blatt vor den Mund. "Aber ich glaube nicht, dass die Tour gegen Landis damit gelaufen ist. Die Alpen werden noch weitere Überraschungen bringen", fügte Holczer an, der sich über ein weiteres Weißes Trikot seiner Nachwuchshoffnung Markus Fothen freuen konnte.
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Meine Güte, was für eine Miese Berichterstattung. Werde wohl radsportnews.com mal n kleines Mail schreiben müssen. Oscar Peireiro ist ein recht guter Bergfahrer und nun ein solider Kandidat für die Top 5 in Paris, aber das wars schon auch. Auch seine Form scheint atm nicht sooo richtig zu stimmen, also keine Gefahr für Landis Phonak Truppe, die sich somit ihres gelben Trikots entledigten und die Verantwortung wie Arbeit abgaben. Wäre das Team sehr stark hätte man dies wohl nicht gemacht, aber man kennt ja die eigenen Schwächen und will sich verständlicherweise schonen. Und zum Vortag: Kritik ist da nicht angebracht, Popovich wurde nur auf 4:10 an Landis rangelassen und man weiß dass Popovich atm nicht stark genug ist um mit Floyd zu konkurrieren, Peireiro schon gar nicht!!!
Trotz alldem nochmal herzlichen Glückwunsch an Jens Voigt, kein anderer Fahrer verdient sich jeden seiner großen Siege so sehr wie er!!!
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93.Tour de France - 14.Etappe
Einer kam durch
GAP, 16.07.06 (rsn) - Der Franzose Pierrick Fedrigo (Bouygues Telecom) feierte am Sonntag bei der 14.Etappe der Tour de France seinen größten Erfolg und holte den dritten Etappensieg für die "Grande Nation", deren Fahrer bei der "Grande boucle" lange nicht mehr soviele Akzente setzen konnten. Der 27-jährige französische Meister von 2005 setzte sich nach 180,5km in Gap nach langer Flucht im Sprint gegen seinen italienischen Mitausreißer Toto Comesso durch. Der Spanier Oscar Pereiro (Caisse d'Epargne) verteidigte die am Vortag eroberte Führung und geht im Gelben Trikot in den zweiten Ruhetag, an dem sich das Peloton auf die entscheidende Phase in den Alpen vorbereiten wird.
Pereiro überquerte die Ziellinie in der ersten Gruppe mit allen Favoriten sieben Sekunden nach dem Spitzenduo. An der Spitze des Gesamtklassements gab es nach der bei großer Hitze ausgetragenen bergigen Übergangsetappe keine Veränderungen. Fédrigo feierte den dritten Etappensieg eines Einheimischen bei dieser Frankreich-Rundfahrt, nachdem bereits Jimmy Casper zu Beginn in Straßburg und Sylvain Calzati bei der 8.Etappe in Lorient erfolgreich waren.
Nach einem hektischen Start formierte sich nach 33km eine sechsköpfige Ausreißergruppe, die auf einen maximalen Vorsprung von 5:40 Minuten kam. Mit Fédrigo, Commesso und dem Belgier Mario Aerts verblieb nur noch ein Trio an der Spitze, nachdem 40km vor Schluss spektakuläre Stürze die Ausreißergruppe dezimierten. Der Belgier Rik Verbrugghe, der Spanier David Canada und der Franke Matthias Kessler kamen zu Fall. Verbrugghe verletzte sich schwer am Bein, Canada brach sich ein Schlüsselbein (s.Meldung). Während Verbrugghe und Canada ins Krankenhaus gebracht wurden, konnte Kessler als einziger der Gestürzten das Rennen fortsetzen. Chancen auf einen weiteren Tagessieg hatte der 27-jährige T-Mobile-Profi, der die dritte Etappe gewonnen hatte, damit aber natürlich keine mehr.
An der Spitze ging das verbliebene Ausreißertrio mit einem Vorsprung von 1:50 Minuten in den letzten Berg des Tages, den Col de la Sentinelle (2.Kategorie). Oben an der Bergwertung knapp 10km vor dem Ziel hatten Fédrigo und Commesso, die im Anstieg Aerts distanziert hatten, nur noch 30 Sekunden Vorsprung auf eine erste Verfolgergruppe (Boogerd, Schleck, Azevedo). "Am Ende habe ich mich nicht mehr umgeschaut. Ich habe mich auf die Ankunft konzentriert und wollte gar nicht wissen, wie nah die Verfolger schon sind", sagte Fédrigo, der im Sprint dann dem unglücklichen Commesso, der 2000 die legendäre Etappe in Freiburg gewann, keine Chance ließ. Der 27 Jahre alte Fedrigo gewann zum ersten Mal eine Etappe der Tour de France. Auch für die Mannschaft von Jean-Rene Bernaudeau (früher "Bonjour") war es der erste Sieg bei der "Großen Schleife" seit der Teamgründung vor sechs Jahren.
"Im Finale habe ich Commesso die Tempoarbeit überlassen. Schön, dass ein Italiener auch mal sieht, wie das ist. Das ist mal was anderes...", grinste Fedrigo. "Der letzte Berg war nicht hart genug, um Commesso abzuschütteln. Als er den Sprint 150 Meter vor Schluss angezogen hat, habe ich alles gegeben, was ich habe, um ihn zu überholen. Das war ein Sieg, den unser Team gebraucht hat. Wir haben in den letzten Tagen einige Mal die Fluchtgruppen verpasst. Ich widme diesen Sieg meiner Frau und meiner kleinen Tochter. Ich weiß, dass sie jetzt zuschauen", so der glückliche Tagessieger.
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So, nach der zweiten 'Übergangsetappe' geht es nach dem morgigen Ruhetag am Dienstag weiter nach Alpe D'Huez, auf die erste von drei mörderschweren Etappen in den Alpen.
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Als kleine Einstimmung für morgen:
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Tour de France - Vorschau
Mythos Alpe d'Huez
GAP, 17.07.06 (rsn) - Bei der 15.Etappe der Tour de France am Dienstag steht einer der großen Höhepunkte der Rundfahrt auf dem Programm. Die 187km lange erste Alpenetappe endet in Alpe d' Huez, einem der mythischen Orte der "Großen Schleife".
Vor der Bergankunft in 1850m Höhe geht es nach dem Start in Gap über den Izoard, einem ebenfalls legendären Pass, der 1922 zum ersten Mal bei der Tour im Profil stand. Der 14,5km lange Anstieg der Ehrenkategorie führt in 2360 m Höhe. Die Passhöhe liegt 101km vor dem Ziel. Danach geht es durch die prächtige Landschaft der Grande Casse, wo eine Gedenkstele an die Heldentaten der Radlegenden Louison Bobet und Fausto Coppi erinnert. Nach Briançon beginnt erneut das Klettern: Der col du Lautaret (Km 134/2.Kat.) steht an. Nach einer Abfahrt wird Bourg-d'Oisans erreicht, Ausgangsort des Schlussanstiegs nach Alpe d'Huez.
An den berühmten Kehren der 13,8km langen, 7,9 Prozent steilen Straße wurde Radsportgeschichte geschrieben und Legenden geboren. Alpe d'Huez galt lange als "höchster Berg der Niederlande" wegen der vielen Fans, die ihren Lieblingen wie Peter Winnen, Joop Zoetemelk und Hennie Kuiper, die in den Siebzigern und Anfang der Achtziger Alpe d'Huez dominierten, zujubelten. In den Neunzigern wurde es der Berg der Italiener (zwei Mal Bugno, Conti, zwei Mal Pantani). 1999, als Telekom ohne seinen verletzten Star Jan Ullrich bei der Tour auskommen musste, feierte Magentaprofi Beppe Guerini einen bemerkenswerten Sieg, nachdem er kurz vor Schluss von einem auf der Straße fotografierenden Fan zu Fall gebracht wurde. 2001 und 2004 (Berg-ZF) krönte in Alpe d'Huez Lance Armstrong seine Tour mit einem der prestigevollsten Etappensiegen. Der inzwischen verstorbene Marco Pantani tanzte im Jahr von Jan Ullrichs Toursieg 1997 den Berg in 37:35 Minuten hoch und hält den auch heute noch gültigen Streckenrekord.
Der Start in Gap erfolgt am Dienstag um 11:50 Uhr, die Zielankunft wird gegen 17:20 Uhr (34 km/h) erwartet.
Die Sieger von Alpe d'Huez
1952: Fausto Coppi (ITA)
1976: Joop Zoetemelk (NED)
1977: Hennie Kuiper (NED)
1978: Hennie Kuiper (NED)
1979: Joachim Agostinho (POR) Joop Zoetemelk (NED)
1981: Peter Winnen (NED)
1982: Beat Breu (SUI)
1983: Peter Winnen (NED)
1984: Luis Herrera (COL)
1986: Bernard Hinault (FRA)
1987: Federico Echave (ESP)
1988: Steven Rooks (NED)
1989: Gert-Jan Theunisse (NED)
1990: Gianni Bugno (ITA)
1991: Gianni Bugno (ITA)
1992: Andy Hampsten (USA)
1994: Roberto Conti (ITA)
1995: Marco Pantani (ITA)
1997: Marco Pantani (ITA)
1999: Giuseppe Guerini (ITA)
2001: Lance Armstrong (USA)
2003: Iban Mayo (ESP)
2004: Lance Armstrong (USA)
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mfg Robert |
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93.Tour de France: Schleck gewinnt in L'Alpe d'Huez
Luxemburgs neuer Engel der Berge
ALPE D'HUEZ, 18.07.06 (rsn) - Die im letzten Dezember verstorbene Luxemburger Radlegende Charly Gaul, der "Engel der Berge", der die Tour de France 1958 in den Alpen gewann, wäre stolz auf seinen Landsmann gewesen: Frank Schleck (CSC) gewann am Dienstag als Solist die erste Alpenetappe im mythischen Alpe d'Huez. Nach dem 187km langen Teilstück holte sich der Amerikaner Floyd Landis (Phonak) das Gelbe Trikot, das er vorübergehend aus taktischen Gründen abgegeben hatte, zurück. Die Zahl der Rivalen des Topfavoriten scheint kleiner zu werden, doch Andreas Klöden zeigte eindrucksvoll, dass er seine Ambitionen auf den großen Coup noch nicht aufgegeben hat.
Schleck ließ 2300 Meter vor dem Ziel seinen letzten Mitausreißer, den Italiener Damiano Cunego (Lampre) hinter sich. Der Girosieger von 2004 überquerte die Ziellinie mit 11 Sekunden Rückstand. Die Italiener bleiben bei dieser Tour damit weiterhin ohne Tagessieg, während CSC den zweiten Erfolg feierte, nachdem Jens Voigt die Monumentalflucht am Samstag gewonnen hatte, bei der Oscar Pereiro fast eine halbe Stunde im Gesamtklassement gutmachte und ins Gelbe Trikot fuhr. Auf den mythischen Kehren nach Alpe d'Huez, wo die Zuschauerkulisse groß, aber nicht so spektakulär wie in den letzten Jahren war, kämpfte der Spanier um seine Führung. 10 Sekunden fehlten dem Caisse d'Espargne-Profi am Ende, doch vom Podium kann der jetzt Zweitplatzierte Pereiro weiter träumen.
Landis, Tagesvierter hinter dem Italiener Stefano Garzelli, nahm all seinen Rivalen Zeit ab, mit Ausnahme von Andreas Klöden. Der T-Mobile-Profi hatte in den Pyrenäen Probleme mit den Besten mitzuhalten, in Alpe d'Huez gehörte er zu den Stärksten. Landis, der am Schlussanstieg in Axel Merckx einen starken Helfer fand, ließ sich von Klödens Tempo nicht abschütteln. Doch der Russe Denis Menchov litt und verlor über eine Minute auf Landis. CSCs spanischer Aushilfskapitän Carlos Sastre begrenzte dagegen seinen Rückstand auf 25 Sekunden.
Im Gesamtklassement nach der ersten von drei Alpenetappen führt Landis mit 10 Sekunden Vorsprung auf Pereiro. Der Franzose Cyril Dessel bleibt auf dem dritten Rang. Klöden verbesserte sich auf Platz 6. Die ersten Sieben (Landis, Pereiro, Dessel, Menchov, Sastre, Klöden, Evans). trennen nicht mal drei Minuten.
Der Mann des Tages war derweil der 26 Jahre alte Frank Schleck, der nach der Suspendierung seines Kapitäns Ivan Basso von Helferaufgaben befreit ist. Der Sohn von Ex-Profi Johnny Schleck hatte bereits im Frühjahr beim Amstel Gold Race einen großen Triumph gefeiert. Nach dem Cauberg in Valkenburg eroberte er nun auch den einstigen "höchsten Berg der Niederlande".
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(www.radsportnews.com)
Super Etappe, wie erwartet eine Riesenshow wiedermal. Klöder zeigte sich stark, Landis beinahe unankratzbar. Es kristalisiert sich immer mehr heraus, dass der Toursieg 06 NUR über den sympathischen Californier führen wird. Schleck hingegen bestätigte mit seinem Erfolg eindrucksvoll Riis Aussage, er könnte einst im Gesamtklassement der Tour eine Rolle spielen. Wenn er so weitermacht ist er in ein paar Jahren bestimmt ganz vorne dabei!
mfg Robert |
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Robert
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Landis ist nicht Armstrong. Aber dennoch, so etwas hatte vor dem heutigen Tag wohl niemand im Peleton oder der gesamten Radsportfachwelt erwartet. Landis 'gestorben', Peireiro wieder in Gelb. Landis 'Großzügigkeit' könnte nun nicht ihm sondern den anderen Topfavouriten der Tour ein ordentliches Bein stellen, wenn sich der ehemalige Phonak Teamkollege weiterhin so stark zeigt.
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Rasmussen gewinnt 16.Etappe - Peirero in Gelb
LA TOUSSUIRE, 19.07.06 (rsn) - "Radsport ist für mich vor allem eine Frage der Taktik", dozierte Floyd Landis, nachdem er in Alpe d'Huez Andreas Klödens Hinterrad halten konnte. Doch alles Taktieren hat im Radsport auch mal ein Ende, irgendwann heißt es, die Karten auf den Tisch legen. Dieser Zeitpunkt kam bei der Tour de France am Mittwoch am Ende des 16.Teilstücks und Landis erlebte ein Debakel. Das Gelbe Trikot verlor der Amerikaner ausgerechnet an Oscar Pereiro, den der Taktiker bei der 13.Etappe einen 30-Minuten Rückstand gutmachen ließ, um sein Team zu schonen. Der Mann des Tages war der Däne Michael Rasmussen, der einen 175km langen Ritt über die Alpen mit einem Solosieg krönte.
Floyd Landis verlor die Tour de France auf den letzten 12km des 182km langen zweiten Alpen-Teilstücks, bei dem der Galibier, das "Dach" der Tour im Profil stand. Am Schlussanstieg nach La Toussuire musste der Phonak-Kapitän nach vielen Attacken schließlich reißen lassen und kam mit über 10 Minuten Rückstand ins Ziel. Im Gesamtklassement führt nun Oscar Pereiro, der als Dritter das Rennen beendete, mit 1:50 Minuten Vorsprung vor dem Tageszweiten Carlos Sastre und Andreas Klöden (+ 2:29 Min). Die ersten Fünf des Gesamtklassements (Pereiro, Sastre, Klöden, Dessel, Evans) trennen vier Tage vor dem großen Finale in Paris nur drei Minuten.
Einen solchen Einbruch des Gelben Trikots erwartete niemand, auch nicht Pereiro. "Wir haben heute morgen darüber gesprochen, wie wir die Etappe angehen. Aber wir haben nie damit gerechnet, dass Landis so kämpfen muss", meinte der 28-jährige Spanier, der vor dieser Saison von Phonak zu Caisse d'Espargne gewechselt war. "Das war heute ein enormer Schritt für mich", sagte der Tourzehnte der letzten beiden Jahren. Aber zu weit aus dem Fenster lehnen wollte er sich nicht: "Schauen Sie, was Landis passiert ist! So ein schlechter Tag, das kann jedem passieren." Pereiro hatte in den Pyrenäen betreits einen jour-sans. 26 Minuten verlor er in den ersten Bergen dieser denkwürdigen Tour und führt trotzdem nach zwei von drei Alpenetappen im Gesamtklassement. Zum zehnten Mal wechselte das Gelbe Trikot den Besitzer. Seit 1958 gab es nicht mehr soviele Wechsel an der Spitze.
Der Tag gehörte dem Dänen Michael Rasmussen, der letztes Jahr das Bergtrikot gewann und es sich nach dem Coup vom Mittwoch zurückholte. Schon wenige Kilometer nach dem Start in Bourg d'Oisans war der 31-Jährige zusammen mit dem Slowenen Tadej Valjavec und dem Franzosen Sandy Casar aus dem Feld davongefahren. Er überquerte alle Pässe des Tages (Galibier, Croix-de-Fer, Mollard) als Erster. 70km vor dem Ziel am Anstieg zum 2067m hohen Croix-de-Fer ließ Rasmussen seine Fluchtgefährten hinter sich und machte sich als Solist auf Richtung Ziel.
Am Fuße des 18,4 km langen Schlussanstiegs nach Toussuire kam Rasmussen mit über vier Minuten Vorsprung vor den ersten Verfolgern und über sechs Minuten Vorsprung auf die Favoritengruppe an. Rasmussen, der letztes Jahr die Vogesen-Etappe in Mulhouse gewann, feierte zum zweiten Mal einen Etappensieg bei der Tour. Er überquerte die Ziellinie 1:50 Minuten vor dem Spanier Carlos Sastre, der 12km vor dem Ziel attackiert und damit Landis' Schwierigkeiten eingeläutet hatte.
Sastre, der bei CSC nach der Suspendierung von Basso Kapitän ist, fuhr schnell zu Gerolsteiner-Star Levi Leipheimer auf, der am Croix-de-Fer einen Konter gefahren war. Sastre ließ Leipheimer, der sich mit seinem mutigen Angriff verkalkulierte (9.), hinter sich und beendete das Rennen als Zweiter knapp zwei Minuten nach Rasmussen. Sastre nahm seinem Landsmann Pereiro 15 Sekunden ab, während der neue Träger des Gelben Trikots knapp vor dem Australier Cadel Evans und Klöden ein Favoritentrio über die Ziellinie führte. Der Franzose Cyril Dessel, der als Dritter ins Rennen gegangen war, kämpfte bei der harten Etappe, die durch die Hitze noch schwerer wurde, gab am Schlussanstieg auch dank der Unterstützung durch Ag2r-Teamkollegen Christophe Moreau nur 40 Sekunden auf Pereiro ab und belegt jetzt Rang vier. Der Russe Denis Menchov hatte an dem 18,4 km langen, 6% Prozent steilen Schlussanstieg zu früh seine Kräfte verpulvert und konnte am Ende dem Trio mit Klöden und Co. nicht folgen. Menchovs Rabobank-Team konnte sich mit einem großen Tagessieger über dessen Rückstand trösten. Die holländische Truppe holte bei dieser Tour bereits ihren vierten Tagessieg (zwei Mal Freire, Menchov, Rasmussen).
Die spektakuläre Berglandschaft des Sybelles-Massivs war der perfekte Hintergrund für Rasmussens Sieg und die erneute Eroberung des Bergtrikots. "Bis zu dieser Etappe habe ich mich in den Dienst der Mannschaft gestellte", sagte Rasmussen. "Ich habe vor der heutigen Etappe meinen Sportlichen Leiter gefragt, ob ich auf eigene Rechnung fahren darf. Meine Saison ist zu 90 Prozent auf diese drei Alpenetappen ausgerichtet", so der Däne. Der Beginn der Flucht sei nicht leicht gewesen. "Es gab keine Geschenke", sagte Rasmussen. Doch als man mal rollte, "war es an mir, die Dinge in die Hand zu nehmen. Es war ein harter Tag mit vielen Strapazen. Aber jetzt nach dem Sieg sind die vergessen."
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Oh mein Gott, wer gewinnt die Tour 06? Landis ist der erste Name der mir da plötzlich wieder einfällt! Sensationeller Etappensieg und keine Minute mehr Rückstand auf Gelb in Paris. Tourgeschichte, da schreibt wohl jemand Tourgeschichte!!!!!!! Mehr dazu später.
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